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Einrichtung zur Wärmebehandlung innerer Organe und des diese
Organe umgebenden Gewebes
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Wärmebehandlung innerer Organe und des diese
Organe umgebenden Gewebes in Form eines in eine in der Nähe des zu behandelnden Organs liegende
Körperöffnung einführbaren, beheizbaren, kolben- oder stabförmigen Körpers.
Gemäss der Schweizer Patentschrift Nr. 148286 ist es bei Massagegeräten bekannt, einen Heizkörper mit einem isolierenden Material wie Porzellan zu umgeben, wobei das Material gleichzeitig die Massa- gefläche bilden kann.
Gemäss der USA-Patentschrift Nr. 2, 698, 617 ist es bekannt, bei einem elektrischen Massagegerät das
Heizelement mit einem temperaturempfindlichen Schalter zu versehen und den Hohlraum des Massage- körpers mit Isoliermaterial auszufüttern.
FürdieWärmebehandlungderVorsteherdrüse, derSamenblasenunddesdiese Organe umgebenden Ge- webes kennt man die Kurzwellen- bzw. Diathermiebehandlung. Beide Behandlungsverfahren müssen in der
Arztpraxis, im Krankenhaus oder in einer vergleichbaren Anstalt von geschulten Kräften nach ärztlicher
Anweisung durchgeführt werden.
Zur Anwendung gelangen dabei stab- oder kolbenförmige Körper, die an den Kurzwellen- oder Dia- thermieapparat angeschlossen sind und nach Einführung in die Körperöffnung von diesem Apparat her er- wärmt werden und so die benachbarten Organe für 10-20 min (nach ärztlicher Anweisung) mit Wärme durchfluten.
Es ist also immer zwischen dem eigentlichen Behandlungskörper und dem die Wärmeenergie erzeu- genden Gerät eine elektrischen Strom leitende Verbindung vorhanden.
Vor der Entwicklung der Diathermie- und Kurzwellenapparate hat man ebenfalls bereits Wärmebe- handlungen von über den Enddarm erreichbaren Organen durchgeführt. Die Erwärmung erfolgte in diesem
Falle mittels durchfliessenden Wassers (Arzberger Apparat) oder auch unmittelbar durch den elektrischen
Strom.
Die zur Versorgung des stab- oder kolbenförmigen Körpers erforderliche elektrische Energie musste durch eine dauernd zwischen diesem Körper und einer Steckdose vorhandene Leitung zugeführt wer- den.
Allen bekannten Apparaten haftet gemeinsam der Nachteil an, dass eine Energiezuführungsleitung zu dem in die Körperöffnung eingeführten Gerät vorhanden sein muss. Daneben sind diese Einrichtungen nicht ungefährlich, weil über diese Leitungen Energie insbesondere in Form elektrischer Energie transportiert wird. Hier setzt die Erfindung ein und schlägt eine Einrichtung zur Wärmebehandlung innerer Organe und des diese Organe umgebenden Gewebes in Form eines in eine in der Nähe des zu behandelnden Organs lie- gende Körperöffnung einführbaren, beheizbaren, kolben-oder stabförmigen Körpers vor, der dadurch ge- kennzeichnet, ist, dass der kolben-oder stabförmige Körper aus einem keramischen Körper besteht, in dem
Heizelemente zusammen mit einem temperaturempfindlichen Schalter eingebaut sind.
Vorzugsweise wird man den keramischen Körper mit einer Glasur überziehen. Selbstverständlich kann er auch einen aus einem Kunststoff od. dgl. bestehenden, auswechselbaren Überzug erhalten.
Der keramische Körper kann selbst durch Einbau entsprechender, stromleitender Elemente zum Heiz-
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körper ausgebildet werden. Man kann als Heizelemente aber auch eine an sich bekannte elektrische Heiz- wendel einbauen.
Die erfindungsgemässe Einrichtung kann gefahrlos von jedem Laien nach ärztlicher Anweisung überall da verwendet werden, wo elektrischer Strom aus einer Steckdose entnommen werden kann oder eine son- stige Wärmeenergie liefernde Quelle zur Verfügung steht, falls es sich bei den Heizelementen um solche handelt, die mit andern als elektrischer Energie, z. B. Heissdampf, erwärmt werden. Durch Anschluss des
Gerätes an die Steckdose wird zuerst das Gerät auf die gewünschte Temperatur in der Grössenordnung von
420C aufgeheizt, wobei eine Überhitzung des Gerätes durch den im Gerät eingebauten temperaturempfind- lichen Schalter grundsätzlich vermieden wird. Es ist also ausgeschlossen, dass der Patient, der sich selbst zu behandeln hat, ein überhitztes Gerät in die Körperöffnung einführt.
Dadurch, dass das Gerät aus einem eine hohe Wärmespeicherfähigkeit aufweisenden keramischen Material be- steht, ist gewährleistet, dass die Behandlung über die gewünschte Zeitdauer hin erfolgt und langsam abklingt. Eine unerwünschte überlange Wärmebehandlung'kann deshalb nicht erfol- gen.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemässen Einrichtung ist darin zu sehen, dass die Wärmebehand- lung unabhängig von grossen, ortsgebundenen, medizinischen Apparaten und unabhängig von geschultem Personal einsetzbar ist. Der Arzt kann die erfindungsgemässe Einrichtung, da sie verhältnismässig preiswert hergestellt werden kann, zu mehreren Stücken in seiner Praxis zur Verfügung haben, so dass er gegebenenfalls in der Praxis mehrere Patienten gleichzeitig behandeln kann. Er kann sie aber auch dem Patienten zur häuslichen Behandlung mit den entsprechenden Behandlungsangaben ausgeben oder verordnen, da die Anwendung, wie oben ausgeführt, auch bei Selbstbehandlung gefahrlos ist.
Selbstverständlich lässt sich die erfindungsgemässe Einrichtung für die verschiedensten Verwendungszwecke einsetzen. Genannt sind bereits die Wärmebehandlung der Vorsteherdrüse, der Samenblasen und des diese Organe umgebenden Gewebes. Möglich ist auch die Wärmebehandlung von Unterleibserkrankungen bei der Frau. Auch die Wärmebehandlung von Hals, Nase, Ohren lässt sich mit entsprechend abgeänderten erfindungsgemässen Einrichtungen in einfacher Weise durchführen.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel :
Mit 1 ist der stab-oder kolbenförmige, in die Körperöffnung einzuführende Körper bezeichnet, der in seinem Innern eingebettet eine Heizwendel 2 trägt. Diese Heizwendel schliesst an einen in einem Sockel 3 untergebrachten, temperaturempfindlichen Schalter 4 an, der beispielsweise mit einem Fühler 5 in den Bereich der Heizwendel 2 greift. Über den temperaturempfindlichen Schalter 4 ist die Heizwendel 2 an zwei Stecker 6,7 angeschlossen, die in eine normale Steckdose eingesteckt werden.
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die vorstehend im einzelnen beschriebenen und in der Figur dargestellten Ausfuhrungsformen beschränkt, sondern es sind demgegenUber zahlreiche Änderungen möglich, ohne von ihrem Grundgedanken abzuweichen. So kann z. B. an Stelle des am Gerät befindlichen Steckers eine Steckbuchse vorgesehen werden, die mittels eines Zwischensteckers an die Stromquelle angeschlossen wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Wärmebehandlung innerer Organe und des diese OrganeumgebendenGewebesin Form eines in eine in der Nähe des zu behandelnden Organs liegende Körperöffnung einführbaren, beheiz-
EMI2.1
stabförmigenförmige Körper aus einem aussen glasierten Keramikkörper (1) besteht, in den elektrische Heizelemente (2) zusammen mit einem temperaturempfindlichen Schalter (4) eingebaut sind.