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Die Erfindung betrifft einen mehrteilige abdichtbare Spleissschutzmuffe mit abdichtbaren Kabeldurchführungen für Kabel mit Glasfaseradern oder Adern mit metallischen Leitern, wobei die Kabeldurchführungen einen Dichtraum mit einer das Kabel umschliessenden Dichtung aufweisen. Gespleisste Kabelverbindungen erfordern einen dichten Schutz in Form einer Spleissschutzmuffe, die zu Revisionszwecken oder zum Einsplei- ssen von Abzweigleitungen bzw. Abzweigkabeln geöffnet und sodann wieder dicht verschlossen werden müssen. Dabei sind die Kabelein- und Kabelausführungen besonders empfindlich. Nach dem Öffnen einer Spleissschutzmuffe ist es daher meist erforderlich, die Dichtung an der Kabelen- un Kabelausführung vollständig zu erneuern.
Wenn eine Abzweigung an einem bereits verlegten langen Kabel vorgesehen oder eine bereits vorhandene Abzweigung durch eine zweite oder dritte Abzweigung ergänzt werden soll, dann ist es zweckmässig, die Kabelmuffe geteilt auszuführen, denn ein Durchfädeln eines Kabels würde das Trennen einer Spleissverbindung bedeuten. Dies ist aus arbeitstechnischen Gründen und hinsichtlich des Zeitaufwands und der Fehlerquellen jedenfalls zu vermeiden. Somit sind auch die Kabeleinführungen bzw. Kabelausführungen aus einer Spleissschutzmuffe mehrteilig, also in zwei Schalen ausgebildet, die um das Kabel herum zusammengefügt werden.
Zur Abdichtung solcher Spleissschutzmuffen an den Kabeldurchführungen sind Stopfbüchsenkonstruktionen bekannt, bei welchen ein elastischer Ringkörper durch axialen Druck verformt wird, sodass er sich radial an die Innenwand einer Dichtkammer und an das Kabel anlegt. Der Ringkörper zur Füllung der Stopfbüchse muss auf das Kabel aufgefädelt werden.
Ist er zweiteilig (zwei Halbschalen) dann besteht die Gefahr der Spaltbildung und damit von Leckstellen. Die häufigste Abdichtungsmethode von Kabeldurchführungen sieht bei Spleissschutzmuffen jeweils einen Wickel aus Isolierband im Bereich der Dichtkammer im Durchführungsbereich vor, wobei sich der Wickel beim Schliessen der Spleissschutzmuffenhälften an die Dichtkammerwände legt und diese den Wickel radial gegen das Kabel pressen. Es ist klar, dass der Wickel einen exakten Durchmesser haben muss, denn wenn er zu klein ist, dann wird
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er nicht zusammengepresst und wenn er zu gross ist, dann lässt sich die Spleissschutzmuffe nicht vollständig schliessen und es bilden sich Leckstellen rundum.
Im Zusammenhang mit dem Abdichten von Kabeleinführungen in Spleissschutzmuffen ist ein zentrisches Einführen des Kabels erforderlich, denn jede Exzentrizität insbesondere dann, wenn eine Spleissschutzmuffe für mehrere Kabeldurchmesser (z. B. 8- 40 mm) geeignet ist, führt zu Leckstellen. Ferner beschädigen unmittelbar an der Dichtung beginnende Kabelkrümmungen die dichtende Kabeldurchführung.
Die Erfindung zielt darauf ab, eine Spleissschutzmuffe mit Kabeldurchführungen auszustatten, die unkritisch im praktischen Einsatz und wirtschaftlich herstellbar sind. Dies wird dadurch erreicht, dass auf dem Kabel im Inneren des Dichtraumes der Kabeldurchführung und von diesem eingeschlossen ein Wickel aus einem zäh-elastischen, z. B. selbstklebenden oder selbstverschweissenden Isolierband vorgesehen ist und dass eine zweiteilige, das Kabel umschliessende Gewindehülse in den Dichtraum der Kabeldurchführung und in axialer Richtung gegen den Wickel, dessen axiale Länge verkürzend und dessen radiale Ausdehnung vergrössernd, einschraubbar ist.
Der auf ein bereits verlegtes Kabel durch Umschlingen aufgebrachte Wickel wird somit nicht in radialer Richtung komprimiert, sondern axial zusammengeschoben, sodass sich die radiale Abdichtung gegenüber der Innenwand des Dichtraumes und gegenüber dem Kabel ergibt. Ist zu wenig Band gewickelt worden, dann lässt sich dies durch weiteres Einschrauben der Gewindehülse ohne weiteres kompensieren, ohne dass dies negative Auswirkungen auf die gesamte Dichtung der Spleissschutzmuffe hätte. Die einschraubbare Gewindehülse wirkt zusammen mit dem Wickel als Korrektiv, wodurch die sachgerechte Handhabung der Spleissschutzmuffe wesentlich vereinfacht wird.
Es ist zweckmässig, wenn der Dichtraum, in dem der Wickel vorgesehen ist, als Zylinderraum ausgeführt ist, der in axialer Richtung in einen konisch sich verengenden Raum übergeht.
In den konischen Bereich wird der Wickel axial hineingedrängt und dadurch die Dichtwirkung auch in dem von der Gewindehülse entfernten Bereich verbessert. Eine besonders zweckmässige Konstruktion sieht vor, dass zu beiden Seiten des Wickels
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Ringscheiben zur Übertragung der axialen Kräfte einerseits zwischen der Gewindehülse und dem Wickel und anderseits zwischen dem Wickel und einem festen Anschlag in der Kabeldurchführung vorgesehen sind und dass die Ringscheiben einen Schlitz aufweisen, der ein Öffnen der Ringscheiben und ein Aufstecken auf das Kabel ermöglicht. Die Ringscheiben stellen sicher, dass der Wickel durch die Drehung der Gewindehülse nicht beschädigt wird und eine Kraftüberleitung in axialer Richtung gleichmässig erfolgt.
Ist ein Kabel bereits verlegt und steht kein freies Ende zur Verfügung, dann sind die durch Verwinden kurzzeitig zu öffnenden Ringscheiben zum Aufstecken auf das Kabel zweckmässig. Dazu bestehen diese Ringscheiben aus Kunststoff. Zur gezielten Kraftverteilung der axialen Kräfte durch die Gewindehülse auf den Wickel, der selbst in radialer Richtung wirkt, ist es zweckmässig, wenn die geschlitzten Ringscheiben auf der dem Wickel zugewandten Flachseite einen Ringwulst aufweisen. Im unmittelbaren Zusammenhang mit der Dichtung ist es unbedingt erforderlich, eine zentrische Kabeleinführung vorzusehen. Dies insbesondere dann, wenn die Spleissschutzmuffe für eine grössere Palette von Kabelquerschnitten verwendbar sein soll.
In diesem Sinne ist es vorteilhaft, wenn der Kabeldurchführung zur zentrierbaren Einführung des Kabels in den Dichtraum eine Klemmeinrichtung mit zwei gegeneinander verstellbaren Klemmbacken vorgelagert und die Klemmeinrichtung stirnseitig an der Kabeldurchführung höhenverstellbar und lagefixerbar angeordnet ist. Insbesondere ist vorgesehen, dass eine der Klemmbacken an den beiden Enden jeweils eine Lasche mit einem Langloch für eine Feststellschraube in der Stirnseite der Kabeldurchführung zur Höhenverstellung dieser Klemmbacke aufweist und dass die andere Klemmbacke durch weitere Schrauben gegen ein zwischen den Klemmbacken hindurchgeführtes Kabel spannbar ist.
Wenn es sich um metallische oder leitend ummantelte Kabel handelt, dann ist es sinnvoll, wenn die Klemmeinrichtung Klemmbacken aus Metall umfasst und wenn ein Anschluss, insbesondere eine Schraube, zum Anschluss einer galvanischen überbrückungslei- tung der Spleissschutzmuffe auf der gegen ein Kabel spannbaren Klemmbacke vorgesehen ist.
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Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Spleissschutzmuffe ist in den Zeichnungen dargestellt. Fig. 1 zeigt einen teilweisen Schnitt durch einen Kabeleinführungsbereich einer Spleissschutzmuffe, Fig. 2 eine Ringscheibe in Ansicht, Fig. 3 die Ringscheibe im Schnitt und Fig. 4 eine Ansicht einer Spleissschutzmuffe in schaubildlicher Darstellung.
Eine Spleissschutzmuffe 1 besteht aus einer oberen Halbschale 2 und einer unteren Halbschale 3, die beispielsweise verschraubt sind. An den beiden Enden sind Kabeldurchführungen 4,5 in Form von Kreiszylinderhalbschalen vorgesehen, die ein Kabel 6 umschliessen. Im Inneren der Kabeldurchführungen befinden sich zylindrische Dichträume 7, die sich kegelstumpfartig verjüngen. Ein Wickel 8 aus isolierendem Klebeband ist auf dem Kabel 6 aufgebracht und füllt den Dichtraum 7 annähernd aus. Der Wickel 8 ist von Ringscheiben 9,10 seitlich begrenzt, die jeweils einen Ringwulst 11 (Fig. 3) tragen. Die Ringscheiben 9,10 sind geschlitzt (Schlitz 12, Fig. 2), damit diese nach entsprechender Verwindung auf das Kabel aufgesteckt werden können.
Eine Gewindehülse 13, die vorzugsweise aus zwei Gewindehalbschalen besteht, ist seitlich in die Kabeldurchführung 4 bis 5 der geschlossenen Spleissschutzmuffe eingeschraubt. Sie beaufschlagt die Ringscheibe 9 in axialer Richtung. Letztere drückt axial auf den Wickel 8, der radial verformt wird. Die Ringscheibe 11 stützt den Wickel 8 gegen die Kraft der eingeschraubten Gewindehülse 13 ab. Infolge der variablen Einschraubtiefe der Gewindehülse 13 ist es nicht erforderlich, die Wickelstärke exakt einzuhalten.
Zur Zentrierung der Kabeleinführung ist eine Klemmeinrichtung 15 vorgesehen, die zwei Klemmbacken 16,17 umfasst. Mit der unteren Klemmbacke 16 ist an beiden Enden der Klemmbacke 16 jeweils eine Lasche 18 verbunden, die jeweils ein Langloch 19 aufweist. Mittels je einer Schraube 20 ist die gesamte Klemmeinrichtung 15 dadurch auf der Spleissschutzmuffe 1 höhenverstellbar angeordnet. Die Schrauben 20 müssen bloss gelockert, die Klemmeinrichtung 15 angehoben und die Schrauben 20 wieder festgezogen werden, wenn der Kabeldurchmesser kleiner als dargestellt ist. Die Klemmbacke 17 wird mittels zweier Schlitzschrauben gegen das Kabel 6 gespannt.
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Eine Gewindebohrung 21 auf der Klemmbacke 17, die aus Metall besteht, dient zum Anschliessen einer galvanischen Überbrückungsleitung (Blitzschutz). Diese wird beiderseits der Spleissschutzmuffe 1 angeschraubt. Fig. 1 zeigt dazu einen Gewindezapfen mit Mutter 22. Diese Ausführung ist sinnvoll, wenn der Kabelmantel 6 leitend ausgebildet ist.