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Absperrvorrichtung
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an, so dass das unter Druck stehende Medium die beiden Schenkel des im Querschnitt U-förmigen Dichtungsorgans gegen die beiden Werkstücke drückt. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass erwartungsgemäss der spezifische Anpressdruck zwischen den Schenkeln des Dichtungsorgans und den beiden Werkstücken höchstens gleich dem Druck ist, unter dem das abzudichtende Medium steht, so dass eine gute Abdichtung nur dann gewährleistet ist, wenn die beiden Schenkel zusätzlich einem Druck ausgesetzt sind, der bestrebt ist, diese an die Werkstücke anzupressen.
Bei einer weiteren Klasse von Abdichtungen ist das Dichtungsorgan im Querschnitt im wesentlichen rechteckig und liegt mit einer grossen Fläche bzw. Kante an das eine Werkstück an. Das unter Druck stehende Medium wird nun beispielsweise über hiefür vorgesehene Druckkanäle zu der andern grossen Fläche des im Querschnitt rechteckigen Dichtungsorgans geführt, so dass dieses mit dem Druck des Mediums an das eine Werkstück angepresst wird.
AuchindiesemFallistder spezifische Flächendruck zwischen dem zweiten Werkstück und dem Dichtungsorgan höchstens gleich dem Druck des abzusperrenden Mediums, welcher ohne zusätzliche, auf anderem Wege gewonnene Druckkomponenten, wie oben ausgeführt, nicht ausreicht, um eine einwandfreie Abdichtung zu gewährleisten.
Bei den beiden angeführten Klassen von Abdichtungen wird somit zwar der Druck des abzusperrenden
Mediums ausgenützt, um den Anpressdruck zwischen wenigstens einem Werkstück und dem Dichtungsor- gan zu erhöhen ; da dieser Druck jedoch nicht ausreicht, sind weitere, meist komplizierte und teuere Mit- tel zur weiteren Erhöhung des Anpressdruckes erforderlich, die die gesamte Dichtung verteuern und störan- fällig machen.
Es ist nun ein Zweck der Erfindung eine Abdichtungsanordnung zu schaffen, bei der mit einfachsten
Mitteln eine einwandfreie Abdichtung praktisch unabhängig von dem Betriebsdruck des unter Druck ste- henden und abzudichtenden Mediums gewährleistet ist.
Ein weiterer Zweck der Erfindung ist es, eine Abdichtungsanordnung der genannten Art zu schaffen, bei welcher das unter Druck stehende Medium den Anpressdruck zwischen dem Dichtungsorgan und einem
Werkstück beeinflusst, und bei welcher keine zusätzlichen Mittel zur Erhöhung des Anpressdruckes zwi- schen dem Abdichtungsorgan und dem einen Werkstück erforderlich sind.
Bei den bisher verwendeten Abdichtungsanordnungen, bei denen das unter Druck stehende und abzu- sperrende Medium den Anpressdruck des Dichtungsorgans auf das eine Werkstück erhöht, kann nur der in einer Richtung angreifende Druck des abzudichtenden Mediums verwertet werden. Eine Folge hievor ist, dass die Anordnung nur in einer Richtung wirksam ist. Da bei vielen Anwendungen der Druck beidseitig an einer Dichtungsanordnung angreifen kann, muss dies als ein schwerwiegender Nachteil angesehen werden.
Es ist daher ein Zweck der Erfindung, eine Abdichtungsanordnung zu schaffen, bei welcher der Anpressdruck des Dichtungsorgans an ein Werkstück mit der Zunahme des Druckes des abzusperrenden Mediums ansteigt, wobei jedoch die Abdichtung in beiden Richtungen in gleicher Weise wirksam ist.
Ein Hauptzweck der Erfindung besteht in der Schaffung einer Abdichtungsanordnung mittels eines zwi- schen zwei Werkstücken vorgesehenen Dichtungsorgans, bei welchem der spezifische Anpressdruck zwischen dem Dichtungsorgan und dem Werkstück immer grösser ist als der Druck, unter dem das abzudichtende Medium steht.
Bei einer weiteren bekannten Dichtungsanordnung wird das Dichtungsorgan zufolge des Druckes, unter dem das abzudichtende Medium steht, verformt. Diese Dichtungsanordnungen sind insofern nachteilhaft, weil die Dichtungsorgane relativ häufig zerstört und somit ausgewechselt werden müssen.
Es ist daher ein weiterer Zweck der Erfindung, eine Dichtungsanordnung zu schaffen, bei welcher sich das Dichtungsorgan nicht verformt und auch die Anpressfläche praktisch nicht verändert wird, so dass das Dichtungsorgan höchstens einer sehr geringen Abnützung unterworfen ist.
Das Absperrorgan zum Absperren von unter Druck stehenden Gasen oder Flüssigkeiten mit einem Gehäuse und einem gegenüber diesem bewegbaren Verschlussorgan, wobei in einem dieser beiden Teile ein wenigstens teilweise aus elastischem, inkompressiblen Material bestehendes Dichtungsorgan eingespannt ist, das in der Schliessstellung unter Überbrückung eines Spaltraumes zwischen Gen beiden Teilen an dem andern Teil anliegt, ist nun dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungsorgan bei Abwesenheit des Mediumdruckes höchstens mit geringfügigem Auflagedruck, also praktisch drucklos an dem andern Teil anliegt, und die an die Dichtungskontaktfläche druckseitig angrenzenden Flächen des Dichtungsorgans mit der Dichtungskontaktfläche selbst einen Winkel von mindestens 450 einschliessen,
dass ferner der das Anpressen der Dichtfläche des Dichtungsorgans an dem andern Teil bewirkende Betriebsdruck vorwiegend diese Flächen unmittelbar beaufschlagt, dass schliesslich die Gesamtbreite der betriebsdruckbeaufschlagten
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Flächen mindestens ein Drittel der Dichtungskontaktflächenbreite beträgt und dass die Dichtflächenbreite des Dichtungsorgans höchstens um ein Geringes kleiner als die Einspannbreite desselben bemessen ist.
Bei dieser Abdichtungsanordnung greift der Druck somit an den Flächen des Dichtungsorgans an, die durch die Seitenflanken dieses Organs gebildet werden, und beispielsweise einen annähernd rechten Winkel mitder abdichtenden Fläche einschliessen. Es hat sich nun völlig überraschend herausgestellt, dass bei einer derartigen Anordnung des Dichtungsorgans der spezifische Anpressdruck, mit dem das Dichtungsorgan an das zweite Werkstück anliegt, von dem Druck des abzudichtenden Mediums abhängt, aber immer über diesem Druck liegt. Es tritt somit eine Druckübersetzung bzw. Druckerhöhung auf, wie sie etwa bei einem Kniehebel beobachtet werden kann. Zufolge dieser Druckerhöhung, die bisher noch nicht beobachtet werdenkonnte, ist somit gewährleistet, dass immer der zur Abdichtung erforderliche Anpressdruck vorhanden ist.
Die Erfindung soll anschliessend an Hand der beiliegenden Zeichnungen beispielsweise näher erläutert werden. Im einzelnen stellen dar : " Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Dichtungsanordnung, Fig. 2 einen QLerschnitt durch eine ähnliche Dichtungsanordnung zur Erläuterung der auftretenden Kräfte, Fig. 3 und 4 Querschnitte durch Dichtungsanordnungen, die keine einwandfreie Abdichtung zeigen, Fig. 5 einen weiteren Querschnitt durch eine
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die eine erfindungsgemässe Abdichtung aufweisen.
Die in Fig. 1 gezeigte Abdichtungsanordnung besteht aus einem ersten Werkstück 2, einem zweiten
Werkstück 3 und aus einem Dichtungsorgan 4, welches in das erste Werkstück 2 fest eingespannt ist und auf Grund seiner Eigenelastizität leicht an das zweite Werkstück anliegt. Das erste Werkstück besteht aus zwei Teilen 2a und 2b, die durch Schrauben 5 (in Fig. l ist nur eine Schraube 5 sichtbar) miteinander ver- bunden sind und zwischen sich den oberen Teil des Dichtungsorgans 4 aufnehmen, so dass dieses fest in das erste Werkstück 2 eingespannt ist. Das Dichtungsorgan besteht aus einem oberen, nahezu rechteckigen
Teil mit der Breite a. Dieser obere Teil ist in das Werkstück 2 eingespannt. Der in der Darstellung un- tere Teil des Dichtungsorgans 4 ist konisch ausgebildet und verjüngt sich zu einer Breite b.
Der konische
Teil überbrückt den Zwischenraum zwischen den beiden Werkstücken 2 und 3. Die Flanken des konischen
Teiles des Dichtungsorgans 4 sind mit einem Winkel cx gegen die Fläche geneigt, mit der das zweite
Werkstück und das Dichtungsorgan aneinanderliegen.
Das Dichtungsorgan 4 besteht aus einem elastischen, inkompressiblen Material wie beispielsweise aus
Gummi, Buna usw. Das Dichtungsorgan kann, wie weiter unten noch ausgeführt wird, eine Armierung beispielsweise aus Stahl aufweisen.
Die gezeigte Dichtungsanordnung trennt die beiden Räume 7 und 8 voneinander, wobei sich in einem der Räume ein unter Druck stehendes Medium befindet, welches nicht in den andern Raum gelangen darf.
Es kann beispielsweise angenommen werden, dass die Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Teil einer Ab- spenklappe darstellt, wobei das Werkstück 2 das Gehäuse der Klappe darstellt und das Werkstück 3 das bewegliche Klappenorgan, welches durch Drehung von dem Dichtungsorgan getrennt werden kann, so dass eine Verbindung zwischen den Räumen 7 und 8 hergestellt ist.
Es hat sich nun völlig überraschend herausgestellt, dass bei einer derartigen Anordnung der Elemente eine einwandfreie Abdichtung zwischen den beiden Räumen gegeben ist, wobei diese Abdichtung unabhängig von dem Betriebsdruck des Mediums ist. Dieses Ergebnis ist insofern überraschend, weil der Anpressdruck, mit dem das Dichtungsorgan 4 an das Werkstück 3 anliegt, ohne ein unter Druck stehendes Medium in einem der Räume 7 oder 8 nur sehr gering ist, und das Medium mit einer Druckrichtung an dem Dichtungsorgan 4 angreift, die keine Komponente aufweist, die das Dichtungsorgan an das zweite Werkstück 3 andrückt.
Druckmessungen an dem Punkt P, d. h. an der mit dem Dichtungsorgan in Berührung stehenden Fläche des Werkstückes 3 haben jedoch ergeben, dass der spezifische Flächendruck, mit dem das Dichtungsorgan 4 an das Werkstück 3 andrückt, bis um den Faktor 3 grösser ist als der Druck, unter dem das Medium steht.
Die Versuche wurden an einer Absperrklappe vorgenommen, bei der die Dichtungsanordnung so ausgebildet war, wie dies der Fig. 1 entspricht. Der übrige Teil der Absperrklappe war so ausgebildet, wie dies in Fig. 6 gezeigt ist. Der Innendurchmesser des einen Werkstückes bzw. Gehäuses der Absperrklappe betrug Da = 157 mm, derAussendurchmesserdeszweitenWerkstückes3, d. h. der Klappe betrugDi = 152 mm, sodassder Spalt, der durch das Dichtungsorgan überbrückt wird, somit an jeder Stelle des Umfanges 2,5 mm ausmacht. Das Abdichtungsorgan, welches hier als Abdichtring ausgebildet war, hatte eine äussere Breite
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a = 9 mm, während die Breite an der Berührungsstelle mit dem zweiten Werkstück 3 b = 4, 5 mm betrug.
Das Dichtungsorgan bzw. der Dichtungsring bestand aus Gummi und hatte eine Stahlarmierung.
Mit dieser Klappe wurden nun eine Reihe von Versuchen unternommen, wobei sich herausgestellt hat, dass der an der Stelle P gemessene spezifische Anpressdruck um den Faktor 2-3 grösser ist, als der Druck mit dem das unter Druck stehende Medium an dem Dichtungsring angreift. Das Medium, welches bei den beschriebenen Versuchen Wasser war, stand beispielsweise unter einem Druck von 20 atü ; der gleichzeitig ermittelte spezifische Anpressdruck zwischen dem zweiten Werkstück und dem Dichtungsring betrug dann
55 kg/cm. Bemerkenswert ist, dass die Abdichtung bei allen untersuchten Drücken immer dicht war, und dass sich der Abdichtungsring praktisch nicht verformte ; die festgestellten Verformungen lagen innerhalb der Messgenauigkeit der verwendeten Messvorrichtung.
Ähnliche Messergebnisse wurden mit einem Abdichtring mit der Basisbreite von a = 5 mm und einer
Breite an dem unteren Ende von b = 3 mm erzielt. Da die gezeigte und untersuchte Abdichtungsanord- nung symmetrisch ist, ist ohne Einfluss, ob das unter Druck stehende Medium sich in den Raum 7 oder in dem Raum 8 befindet ; in jedem Fall ist die Abdichtung einwandfrei.
Die Erhöhung des Anpressdruckes ist durch die beschriebene Formgebung und durch das Dichtungsma- terial gegeben, welches wie bereits ausgeführt elastisch und im wesentlichen inkompressibel sein muss.
Das Verhalten des Dichtungsorgans entspricht etwa einem Kniehebel, wie dies in Fig. 2 gezeigt ist, wo- bei gleiche Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind, wie in Fig. l. Zur Erläuterung des Ver- haltens des Abdichtungsorgans 4 ist in dieses ein aus den Teilen 9 und 10 bestehender Kniehebel einge- zeichnet ; die beiden Teile 9 und 10 sind dabei gelenkig miteinander verbunden. Das in der Darstellung obere Ende 13 des Teiles 9 kann als fixiert angesehen werden, da das Material des Dichtungsorgans zufolge seiner festen und nahezu formschlüssigen Einspannung nicht nach oben ausweichen kann.
Es ist nun ohne weiteres zu erkennen, dass, wenn eine Kraft in Richtung des Pfeiles 11 angreift, der
Kniehebelteil 10 eine Kraft auf das Werkstück 3 überträgt, welche eine normal zu der Berührungsfläche verlaufende Komponente aufweist. Diese Kraftkomponente ist nun für die Druckerhöhung verantwortlich, die bei der gezeigten Abdichtungsanordnung beobachtet werden kann.
Zur Erläuterung eines weiteren Faktors, der bei der Ausbildung von Abdichtungsanordnungen von Bedeutung sein kann, sei noch einmal auf die Fig. l verwiesen.
Es wurde eine Abdichtung hergestellt, die der in Fig. l gezeigten Abdichtung entspricht. Das Abdichtungsorgan 4 besass hier jedoch einen derart gestalteten Querschnitt, dass zwischen der Auflagefläche am Werkstück 3 und der daran angrenzendenFlanschenfläche des Abdichtungsorgans 4 ein sehr spitzer Winkel a bestand. Es hat sich nun herausgestellt, dass bei derartig spitzen Winkeln an den Trennstellen zwischen dem einen Werkstück und dem Abdichtungsorgan Undichtigkeiten entstehen können. Das unter Druck stehende Medium kann sich dann durch die Abdichtung hindurcharbeiten. Dies ist jedoch erst bei vergleichsweise hohen Drucken der Fall. Anschliessend wurde nun der Winkel CL entsprechend etwa der Fig. l vergrössert.
Bei dem unter sonst gleichen Bedingungen wiederholten Versuch konnten nun keine Undichtigkeiten mehr beobachtet werden, woraus zu ersehen ist, dass der Winkel a bedeutungsvoll ist. Der Winkel soll mindestens grösser als 300, vorzugsweise jedoch grösser als 450 sein.
Um festzustellen, welchen Einfluss der Abstand zwischen den beiden Werkstücken auf die Druck- überhöhung ausübt, wurde eine Abdichtung hergestellt, bei der dieser Abstand im Vergleich zu den vorher besprochenen Abdichtungen sehr klein war. Diese Abdichtung ist in Fig. 3 gezeigt. Es ist zu ersehen, dass der Abstand zwischen den Werkstücken 2 und 3 wesentlich kleiner ist als die Breite des Abdichtorgans. Die in Fig. 3 gezeigte Abdichtung entspricht somit im wesentlichen den Abdichtungen, die heute allgemein üblich sind. Es wurde nun festgestellt, dass hier keinerlei Drucküberhöhung auftritt ; wenn der Druck des abzudichtenden Mediums einen Grenzdruck überschreitet, wird die Anordnung undicht. Dieser Grenzdruck ist von der mechanischen Vorspannung abhängig, mit der das Dichtungsorgan auf das zweite Werkstück einwirkt.
Es ist somit die Bedeutung des Abstandes zwischen den beiden Werkstücken zu ersehen ; dieser muss auf alle Fälle so gross sein, dass das unter Druck stehende Medium eine hinreichende Angriffsfläche vorfindet. Wenngleich noch andere Faktoren, wie beispielsweise die Elastizität des verwendeten Dichtungsmaterials von Bedeutung sind, kann angegeben werden, dass der Abstand mindestens etwa ein Drittel der Auflagebreite zwischen dem Dichtungsorgan und dem zweiten Werkstück betragen soll, vorzugsweise jedoch mehr als die Hälfte.
Um festzustellen, inwiefern die Form der Flanken des Dichtungsorgans von Bedeutung ist, wurden zwei Dichtungsorgane hergestellt, die so ausgebildet waren, wie dies in den Fig. 4 und 5 dargestellt ist. Wie aus den Zeichnungen zu ersehen ist, sind die Flanken des Dichtungsorgans 4 bei der Ausführungs-
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form der Fig. 4 nach innen gekrümmt und die Flanken des Dichtungsorgans der Ausführungsform der Fig. 5 nach aussen vorgewölbt. Es hat sich nun herausgestellt, dass der in Fig. 5 gezeigten Flankenform vor der in Fig. 4gezeigtenFlankenformder Vorzug zu geben ist, da hier eine stärkere Drucküberhöhung auftritt.
Dar- über hinaus besteht bei der in Fig. 4 gezeigten Flankenform die Gefahr, dass der gesamte aus dem ersten Werkstück ZherausragendeTeildes Dichtungsorgans inRichtung des angreifenden Druckes umgeklappt wird.
Zusammenfassend kann somit festgestellt werden, dass eine Drucküberhöhung, d. h. ein höherer spe- zifischer Flächenanpressdruck zwischen dem Dichtungsorgan und dem zweiten Werkstück gegenüber dem
Druck, mit dem das abzusperrende Medium an dem Dichtungsorgan angreift, dann auftritt, wenn fol- gendes berücksichtigt wird :
l. Das Dichtungsorgan muss aus elastischem, nicht kompressiblem Material bestehen ;
2. das Dichtungsorgan muss in dem einen Werkstück fest eingespannt sein und auf Grund einer eige- nen Elastizität vorzugsweise nur leicht an das andere Werkstück anliegen ;
3. die beiden Werkstücke müssen soweit voneinander entfernt sein, dass eine hinreichende Flanken- fläche des Dichtungsorgans dem Druck des abzudichtenden Mediums ausgesetzt ist ;
4. das Dichtungsorgan muss so geformt sein, dass es sich bei den auftretenden Betriebsdrücken nicht oder höchstens unmerklich verformt ;
5. schliesslich soll der Winkel zwischen den miteinander in Berührung stehenden Flächen des Dich- tungsorgans und des zweiten Werkstückes an der Grenze der Berührungsfläche nicht zu spitz sein, d. h. min- destens über 300 liegen.
Schliesslicn ist es vorteilhaft, wenn sich das Dichtungsorgan von der Einspannung zu dem zweiten
Dichtungsorgan hin verjüngt, wobei die Flanken eben oder nacn aussen gewölbt sein sollen, wenngleicn eine gute Abdichtung auch noch bei einer leichten nach innen gerichteten Wölbung erlangt werden kann.
Schliesslich darf die Auflagefläche nicht zu gross sein, da sonst nur eine geringe Drucküberhöhung erlangt wird.
Die erfindungsgemässe Abdichtungsanordnung soll anschliessend an Hand weiterer Beispiele näher er- läutert werden.
Fig. 7 zeigt eine Absperrklappe im Längsschnitt. Sie besteht aus einem Gehäuse 11, welches im vor- liegenden Fall das erste Werkstück darstellt. Das Gehäuse enthält zwei Flanschen 12 und 13, die zum An- schluss der Absperrklappe an irgendein Rohrleitungssystem dienen. An der in der Darstellung rechten Sei- te des Gehäuses ist eine ringförmige Ausnehmung 16 vorgesehen, in die der Abdichtungsring 17 eingepasst ist.
Zur Einspannung des Abdichtungsringes ist ein Klemmring 18 mit einem Aussengewinde vorgesehen, welches in Eingriff mit einem Innengewinde der Ausnehmung 16 steht. Der Abdichtring 17 enthält, wie dargestellt, eine Armierungseinlage 17a, die beispielsweise aus Stahl besteht.
Das zweite Werkstück wird durch die Klappe 14 gebildet, deren Aussendurchmesser annähernd dem Innendurchmesser des Abdichtringes 17 entspricht. Die Klappe 14 ist an einer Welle 15 befestigt, die sich durch das Gehäuse hindurch erstreckt, und mit welcher die Klappe von der dargestellten Lage aus um 900 gedreht werden kann, so dass die an die Flanschen 12 und 13 angeschlossenen Leitungen miteinander verbunden sind. Die mit dem Abdichtring 17 in Eingriff gelangende Fläche 14a der Klappe 14 ist ein Teil einer Kugelfläche, so dass die Klappe 14 den Abdichtungsring 17 auch beim Drehen nicht zerstört. Das, wie eingangs ausgeführt, der Anpressdruck bei nicht belasteter Klappe nur gering ist, können die mit dieser Abdichtungsausrüstung versehenen Absperrklappen so einfach gehalten werden, wie dies aus Fig. 7 hervorgeht.
Bei den Absperrklappen ist in der Regel immer die gleiche Seite dem unter Druck stehenden Medium ausgesetzt. Es ist daher hinreichend, wenn der beschriebene Abdichtungsmechanismus nur einseitig arbeitet. Bei dem in Fig. 7 gezeigten Beispiel greift der Druck immer von der linken Seite her an, weswegen nur die linke Fläche des Abdichtringes 17 zum Teil frei sein muss, während dies auf der gegenüberliegenden Seite nicht erforderlich ist. Der Innendurchmesser des Klemmringes 18 kann entsprechend etwas kleiner gewählt werden, als der Innendurchmesser des Gehäuses 11, so dass sich der Dichtungsring 17 teilweise auch noch an dem inneren Teil des Klemmringes abstützen kann.
Falls das unter Druck stehende Medium von beiden Seiten zu der Klappe gelangen kann, muss jedoch der Innendurchmesser des Klemmringes 18 etwas grösser als dargestellt sein, was in der Regel mit keinerlei Nachteilen verbunden ist.
Die Figez 10 und 11 zeigen weitere Ausführungsbeispiele von Abdichtungsanordnungen zur Erläuterung der Formen, die diese gemäss der Erfindung annehmen können. Zur Vereinfachung sind dabei die gleichen Bezugszeichen vorgesehen, wie bei Fig. 7. Auch sollen nachfolgend nur jene Teile beschrieben werden, mit denen sich die Abdichtungsanordnungen von den übrigen Anordnungen unterscheiden.
Die Abdichtungsanordnung gemäss Fig. 8, die ebenfalls ein Ausschnitt aus einer Absperrklappe sein
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kann, besitzt einen Abdichtungsring 17, der eine vergleichsweise grosse Armierung 17a aufweist. Da bei der Anordnung der Fig. 8 das unter Druck stehende Medium nur in der Richtung des Pfeiles 20 angreift, erstreckt sich der Klemmring 18 bis zu der einen Innenkante des Abdichtungsringes.
Der Abdichtungsring muss im Querschnitt nicht notwendigerweise so liegen, dass die Längskante normal zu der Strömungsrichtung verläuft. Vielmehr kann die Längskante auch parallel zur Strömungsrichtung verlaufen, wie dies inFig. 9 veranschaulicht ist. Ferner kann der Armierungsring 17 bzw. die Armierungseinlage 17a im Querschnitt dreieckförmig ausgebildet sein, wobei sich die Armierung in Strömungsrichtung, d. h. in Richtungdes Pfeiles 20 verbreitert. Diese Anordnung ist auch für extrem hohe Drucke geeignet.
Schliesslich besteht auch die Möglichkeit, den Dichtungsring schräg anzuordnen, wie dies aus Fig. 10 ersehen werden kann. Selbstverständlich ändert sich bei einer derartigen Anordnung der Abdichtungsme- chanismus nicht. Schliesslich muss der Abdichtungsring nicht notwendigerweise an dem stationären Teil der Abdichtungsanordnung befestigt sein ; bei der in Fig. 11 im Querschnitt dargestellten Anordnung ist der hiermit 11'bezeichnete Körper stationär, während der mit 14'bezeichnete Körper beweglich, d. h. bei- spielsweise um eine Achse schwenkbar ist und den Klemmring 18 trägt, der beispielsweise mittels Schrau- ben 18a an der Klappe 14'befestigt ist. Selbstverständlich tritt auch bei einer derartigen Anordnung der eingangs erläuterte Abdichtmechanismus auf.
Fig. 12 zeigt einen weiteren Typ einer Absperrklappe, welche mit einer Abdichtung gemäss der Er- findung ausgerüstet werden kann. Die Drehachse 22 ist zu der Strömungsrichtung 21 um einen Winkel 8 geneigt. Auf der Drehachse 22 ist eine Muffe 20 befestigt, die die scheibenförmige Klappe 23 trägt. Die
Aussenfläche der scheibenförmigen Klappe liegt an dem Dichtungsring 24 an, der zwischen die Teile 26 und 27 eingeklemmt ist. Auch bei dieser Anordnung kann die eingangs erläuterte Drucküberhöhung be- obachtet werden, so dass trotz der überraschend einfachen Bauweise eine einwandfreie Abdichtung gegeben ist.
Bei der in Fig. 13 gezeigten Klappe befindet sich der Drehpunkt 32 der Klappe 36 ausserhalb der eigentlichen Abdichtzone. Der Abdichtungsring 33 liegt an die Aussenfläche des stationären Werkstückes 31 an und wird durch einen Flanschring 34 gehalten, der beispielsweise mittels Schrauben 37 an dem stationären Werkstück befestigt ist. Der Abdichtungsring 33 ist somit hinreichend fest eingespannt.
Im vorliegenden Fall ist die Berührungsfläche zwischen dem Dichtungsring und dem beweglichen Werkstück bzw. der Klappe 36 geneigt, was jedoch den Abdichtmechanismus nicht beeinträchtigt.
Fig. 14 zeigt eine Absperrplatte, bei welcher das bewegliche Klappenorgan in Strömungsrichtung bewegt werden kann. Das stationäre Klappenorgan 41 besitzt wieder zwei Flanschen 52 und 53, mit denen es an irgendein Rohrleitungssystem angeschlossen werden kann. Das stationäre Klappenorgan 41 besitzt eine Ausnehmung 42, in die der Abdichtungsring 43 eingepasst ist. Der Abdichtungsring 43 wird durch einen Klemmring 44 gehalten, welcher ein Aussengewinde aufweist, das mit einem Innengewinde an der Ausnehmung 42 in Eingriff steht. Das bewegliche Klappenorgan 45 ist an einer Stange 46 befestigt, mit welcher es in axialer Richtung bewegt werden kann.
AndeminderDarstellung rechtenFlansch 53 schliesst sich ein scheibenförmiges Element 47 mit einer Bohrung 48 an ; dieses Element dient zur Halterung eines Anschlagstiftes 49, der mittels einer Schraube 50 so eingestellt wird, dass das bewegliche Klappenorgan 45 gerade soweit in der Darstellung nazca rechts bewegt werden kann, dass zwischen diesem und dem Dichtungsring 43 der vorgesehene leichte Anpressdruck besteht.
Aus der vorangegangenen Beschreibung ist zu ersehen, dass die erfindungsgemässe Abdichtung praktisch überall dort verwendet werden kann, wo zwischen zwei Teilen eine druckfeste Abdichtung gefordert wird, die jedoch relativ schnell und leicht voneinander trennbar sein müssen. Das Dichtungsorgan kann abweichend von den gezeigten Beispielen auch als metallischer Hohlring ausgebildet sein, welcher die gleichen Eigenschaften aufweist wie die gezeigten Dichtungsorgane.
Die erfindungsgemässe Dichtungsanordnung eignet sich auch sehr gut zur Abdichtung von rotierenden Wellen.
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