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Rohrbrunnenfilter
Im Wasserbrunnenbau verfährt man im allgemeinen in der Weise, dass man nach Einbringen eines Filterrohres den Ringraum zwischen diesem Rohr und der Bohrlochwand zumeist mit Quarzkies, der die eigentliche Filterung durchführt, auffüllt. Durch diese Methode wird das Filterrohr im Bohrloch fest, was ein Ausbauen und Reinigen unmöglich macht. Im Betrieb schreitet naturgemäss mit der Zeit eine Verlegung des Filters durch die gefilterten Teilchen mehr und mehr fort ; der abfallende Zufluss wird dann häufig fälschlich der Versiegung des Wasserträgers zugeschrieben. Es bleibt dann nur übrig, einen andern Brunnen zu bohren.
Die Erfindung besteht im wesentlichen in einer Anlage, die eine ideale Filterkörnung in Form von fast theoretischen Kügelchen sortierten Durchmessers aus einem Kalziumkarbonat (das industriell in genügender Menge erzeugt wird) anstatt der bis heute gebräuchlichen Quarz-Kies-Füllung vorsieht. Diese Kal- ziumkarbonat-Kügelchen sind für Nutz- und Trinkwasser inert und haben den Vorteil, dass sie sich für den Fall einer Reinigung durch Einspülen einer Salzsäurelösung (die absolut keine gesundheitsschädlichen Reste hinterlässt) vollkommen ohne Rückstand auflösen. Damit ist der Zweck erreicht, dass der Filterraum und das Filterrohr frei ist und gegebenenfalls ausgebaut, gereinigt bzw. ausgetauscht werden kann.
Nach dem Einsetzen des Filterrohres und Füllung des Filterraumes mit den genannten Kügelchen ist der Brunnen wieder voll betriebsfähig.
Die Filteranlage kann in ähnlicher Weise selbstverständlich z. B. auch in der Erdölproduktion zur Sandbekämpfung verwendet werden. Allgemein ausgedrückt ist ein Rohrbrunnenfilter erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass die Bettung aus einem durch Chemikalieneinwirkung leicht auflösbaren Filterhilfsmittel besteht.
In der einzigen Figur der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in einer Ausführungsform beispielsweise dargestellt.
Mit 1 ist das Filterhilfsmittel bezeichnet, das hier feingekörntes Kalziumkarbonat ist. Dieses Filterhilfsmittel l lagert am unteren Ende des eigentlichen Bohrloches 5 in einem dort erweiterten Hohlraum, dessen Wandungen mit 7 bezeichnet sind. Dieser Hohlraum 7 liegt in der fündigenBodenschicht 2, aus der die Förderung, also im vorliegenden Fall eines Brunnens, die Förderung von Wasser erfolgt. Mit 3 ist das Filterrohr bezeichnet, das in bekannter Weise Öffnungen 8 besitzt. An das Filterrohr 3 schliesst sich die Förderrohrtour 4 an. Das Bohrloch 5 besitzt eine Aussenverrohrung 6. Mit 9 sind die Deckschichten bezeichnet, die oberhalb der fündigen Bodenschicht 2 liegen.
Im Betrieb tritt das Wasser aus der Bodenschicht 2 durch das Filterhilfsmittel l ein und wird dort filtriert. Durch die Öffnungen 8 des Filterrohres 3 gelangt dann von Fremdteilchen freies Wasser in die Förderrohre 4 entweder artesisch oder mittels einer Pumpe an die Oberfläche. Zufolge des Filtervorganges wird nun das Filterhilfsmittel 1 durch die gefilterten Fremdkörper mehr und mehr verlegt, was letzten Endes zu einem Zuwachsen des Filters führen kann ; die Ergiebigkeit des Brunnens lässt so im selben Masse nach. Zu gegebener Zeit wird dann das Filterhilfsmittel l durch Einspülen von Salzsäure oder einer geeigneten andernSäure aufgelöst. Es kann die gesamte Förderrohrtour (Filterrohr 3, Förderrohr 4) herausgezogen und gereinigt werden.
Nach dem Wiedereinbauen spült man in den unten liegenden Ringhohlraum, wie auch in einen Teil des Bohrloches wieder feinkörniges Kalziumkarbonat ein, so dass nunmehr die volle Ergiebigkeit des Brunnens wieder gewährleistet ist.
Die Erfindung ist auf das dargestellte Ausführungsbeispiel nicht beschränkt. An Stelle von Kalziumkarbonat und Salzsäure können auch andere entsprechende Chemikalien, wie Dolomitkies, Magnesiumkarbonat usw. Verwendung finden. Das genannte feinkörnige Kalziumkarbonat fällt z. B. bei Verfahren-
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der Wasserreinigung als Abfallstoff in grossen Mengen an, was die erfindungsgemässe Filteranlage äusserst wirtschaftlich erscheinen lässt. Durch geeignete Wahl der Korngrösse dieses Produktes kann auch auf die gegebenen Bodenverhältnisse (Grösse der zu filternden Fremdkörper) Bedacht genommen werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Rohrbrunnenfilter, dadurch gekennzeichnet, dass die Bettung aus einem durch Chemikalieneinwirkung leicht auflösbaren Filterhilfsmittel (1) besteht.