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Druckmessdose
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Druckmessdose, wie sie für wissenschaftliche bodenmechanische Untersuchungen, beispielsweise zur Ermittlung von Erddrücken, benötigt wird. Bekannte Druckmessdosen dieser Art weisen als mechanisch- elektrische Wandler, welche eine vom Druck abhängige elektrische Grösse liefern, piezo- elektrische Kristalle oder elektrische Widerstands-Dehnungsmessstreifen auf und werden im Gebrauch mit einer elektrischen Mess- und Anzeigevorrichtung, z. B. einer Widerstands-Messbrük- ke, verbunden. Bei den bekannten Druckmessdosen ist ferner eine biegsame Membran vorhanden, welche eine äussere Begrenzung der Dose bildet und zur Übertragung der Druckkräfte auf den mechanisch-elektrischen Wandler dient.
Eine solche biegsame Membran bringt verschiedene Nachteile mit sich, welche durch die Erfindung beseitigt werden. Als Hauptnachteil der Membran sind ihre mechanische Verletzbarkeit und die Abhängigkeit des Messergebnisses von dem Ort des Kraftangriffes zu nennen.
Die Druckmessdose gemäss der Erfindung besitzt ebenfalls mindestens einen mechanisch-elektrischen Wandler und ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass zwei starre Platten mit mindestens zwei, vorzugsweise jedoch drei Rohrstücken, deren Achsen parallel zu den Ebenen der Platten liegen, an zwei einander wenigstens annähernd diametral gegenüberliegenden Stellen dieser Rohrstücke mit denselben verbunden sind, dass die Rohrstücke in an sich bekannter Weise Dehnungsmessstreifen mit in Umfangsrichtung des Rohrstückes verlaufenden Widerstandsdrähten tragen und dass die eine Platte den Boden eines schalenförmigen Gehäuseteiles und die andere Platte einen zugehörigen Deckel bildet, welcher gegenüber dem schalenförmigen Gehäuseteil parallel zu sich selbst beweglich ist.
In der Zeichnung ist beispielsweise eine bevorzugte Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht.
Fig. l zeigt eine Druckmessdose im Querschnitt, wobei die den Deckel des Gehäuses bildende obere Platte teilweise weggebrochen ist ; Fig. 2 ist eine Draufsicht auf die Druckmessdose, ebenfalls bei teilweise weggebrochener oberer Platte ; Fig. 3 zeigt in grösserem Massstab und im axialen Schnitt ein einzelnes Rohrstück mit Dehnungsmessstreifen ; Fig. 4 ist das elektrische Schaltschema der Druckmessdose und einer zugehörigen Widerstands-Messbrücke.
Die dargestellte Druckmessdose weist zwei starre, kreisscheibenförmige Platten 11 und 12 auf. Die untere Platte 12 ist der Boden einer schalenförmigen Gehäuseteiles mit zylindrischer Umfangswand 13, wogegen die obere Platte 11 einen gegenüber dem schalenförmigen Gehäuseteil 12, 13 parallel zu sich selbst beweglichen, zugehörigen Deckel bildet, der mit Hilfe eines endlosen Dichtungsringes 14 aus weichem, elastisch nachgiebigem Material gegen die Umfangswand 13 abgedichtet ist. Die Platte 11 und der Gehäuseteil 12, 13 bestehen vorzugsweise aus einer Leichtmetall-Legierung. Die Platten 11 und 12 sind gegeneinander durch drei Rohrstücke 20 aus gehärtetem Stahl abgestützt.
Die Längsachse jedes Rohrstückes 20 verläuft parallel zu den Platten 11 und 12, welche somit jedes Rohrstück 20 an zwei einander diametral gegenüberliegenden Stellen berühren, die etwas abgeplattet sind. Mit der unteren Platte 12 ist jedes Rohrstück 20 durch zwei Schrauben 21 verbunden, die an der Berührungsstelle der Platte 12 in radialer Richtung in entsprechende Gewindebohrungen 22 des betreffenden Rohrstückes 20 eingesetzt sind. In analoger Weise ist jedes Rohrstück 20 mit der oberen Platte 11 durch eine Schraube 23 verbunden, die an der Berührungsstelle der Platte 11 in radialer Richtung in eine entsprechende Gewindebohrung 24 des betreffen-
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den Rohrstückes 20 eingesetzt ist.
Zwischen die Rohrstücke 20 und die Platten 11 und 12 sind, zur Vermeidung von Spannungskonzentrationen, noch Unterlegscheiben 25 und 26 eingelegt, durch welche die Schrauben 21 und 23 hindurchgreifen. Diese Scheiben 25 und 26 könnten gegebenenfalls weggelassen werden.
An jedem der Rohrstücke 20 sind vierWiderstands-Dehnungsmessstreifen 31,32, 33 und 34 festgeklebt, derart, dass ihre elektrischen Leiter 35 in Umfangsrichtung des betreffenden Rohrstückes verlaufen, wie in
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u. zw. angenüberliegendenstellen. Sämtliche an der Aussenfläche der Rohrstücke20 liegendenDehnungsmessstreifen 31 und 32 sind miteinander in Reihe geschaltet (Fig. 4). Desgleichen sind sämtliche an der Innenfläche der Rohrstücke 20 angeordneten Dehnungsmessstreifen 33 und 34 miteinander in Reihe geschaltet.
An der Umfangswand 13 des schalenförmigen Gehäuseteiles 12, 13 befindet sich eine Stopfbuchse 40, durch welche hindurch ein mindestens drei Leiter 41, 42 und 43 sowie eine Abschirmung 44 aufweisendes Anschlusskabel 45 hindurchgeführt ist. Die Leiter 41,42 und 43 sind gemäss Fig. 4 mit den Dehnungsmessstreifen 31 - 34 verbunden. Die Abschirmung 44 des Kabels45. ist durch Leiter 46 mit Klemmschuhe 47 verbunden, die mittels Schrauben 48 an den beiden Platten 11 und 12 befestigt sind.
Zum Gebrauch werden die Dehnungsmessstreifen 31 - 34 der beschriebenen Druckmessdose mittels der Leiter 42und43desKabels45 gemäss Fig. 4 in eine Wheatstone'sche Widerstands-Messbrücke einge- schaltet. Die in Reihe miteinander geschalteten äusseren Dehnungsmessstreifen 31 und 32 liegen in dem einen und die in Reihe miteinander geschalteten inneren Dehnungsmessstreifen 33 und 34 liegen in dem andern aktiven Arm der Brücke, die ferner noch zwei Vergleichswiderstände 51 und 52 aufweist. Zur Speisung der Brücke dient eine Stromquelle 53, die an die eine Diagonale der Brücke angeschlossen ist. An die andere Diagonale der Brücke ist ein Anzeigeinstrument 54 angeschlossen. Vor dem Belasten der Druckmessdose wird die Brücke abgeglichen, so dass kein Strom durch das Instrument 54 fliesst.
Werden die beiden Platten 11 und 12 durch eine Druckkraft gegeneinander gepresst, so erfahren die Rohrstücke 20 eine geringfügige elastische Deformation. Die auf der Aussenseite der Rohrstücke 20 ange- ordneten Dehnungsmessstreifen 31 und 32 werden hiebei gestreckt, wogegen die auf der Innenseite der Rohrstücke angeordneten Dehnungsmessstreifen 33 und 34 gestaucht werden. Der elektrische Widerstand im Brackenarm zwischen den Leitern 41 und 42 wird dadurch vergrössert, derjenige im Brückenarm zwischen den Leitern 41 und 43 entsprechend verringert. Die Brücke kommt aus dem Gleichgewicht, wobei an dem Instrument54 eine der MtalenDruckkraft auf die Platten 11 und 12 proportionale elektrische Spannung auftritt.
Die mittlere Flächenpressung der Druckmessdose kann. somit aus der Anzeige des Instrumentes 54 errechnet werden. Bei entsprechender Eichung der Messeinrichtung kann die mittlere Druckbelastung auch direkt am Instrument abgelesen werden. Die Eichung kann in sehr einfacher Weise durch Auflegen von bekannten Gewichten auf die Platte 11 oder mit Hilfe einer geeichten Presse erfolgen, also statisch.
Die Messeinrichtung ist aber ebensogut auch für rasche dynamische Druckmessungen geeignet, da die Eigenfrequenz der Druckmessdose verhältnismässig hoch liegt. Bei einer praktisch ausgeführten Druckmessdose von 25 cm Durchmesser betrug die Eigenfrequenz etwa 1, 5 kHz. Für dynamische Messungen wird als Anzeigeinstrument 54 zweckmässig ein über einen Verstärker angeschlossener Oszillograph verwendet. Die Eichung kann wiederum statisch mitHilfe von bekannten Gewichten oder dynamisch durch eine rascheEntlastung der Dose von bekannten Gewichten erfolgen.
Es ist zu bemerker., dass die bei den Druckmessungen auftretenden Deformationen der Rohrstücke 20 derart gering sind, dass durch das Zusammendrücken des Dichtungsringes 14 kein praktisch wahrnehmbarer Messfehler entsteht. Es ist auch gleichgültig, wo die Druckkraft auf den Platten 11 und 12 angreift, da durch die Reihenschaltung der Dehnungsmessstreifen immer eine Integration der auf die einzelnen Rohr- stUcke 20 wirkenden Druckkomponenten erfolgt. Die Messempfindlichkeit und der Messbereich sind verhältnismässig gross. Die bereits erwähnte praktische Ausführung ist von 0,01 bis 20 kg/cm verwendbar.
Durch die beschriebene Anordnung der Dehnungsmessstreifen 31-34 ergibt sich selbsttätig eine Kompensation von Temperatureinflüssen, denn Widerstandsänderungen zufolge Temperaturschwankungen wirken sich zwangsläufig in den beiden aktiven Brilckenarmen in gleicher Weise aus, so dass sie keinen Einfluss auf die Anzeige des Instrumentes 54 haben. Da jeweils zwei in verschiedenen aktiven Brückenar- men liegende Dehnungsmessstreifen aussen und innen an derselben Rohrstückhälfte befestigt sind, ist an diesen Messstreifen stets eine gleiche Temperatur gewährleistet, auch bei rascher Erwärmung oder Abkühlung der Messdose.
Weil sich die Messstreifen 31 - 34 vollständig innerhalb eines geschlossenen, metallischen Gehäuses 11, 12,13 befinden, das über die Leiter 46 und die Abschirmung 44 des Kabels 45 geerdet werden kann, lassen sich Störungseinflüsse von elektrischen Streufeldern praktisch völlig vermeiden.
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Die Messdose ist insbesondere für Messungen von Erddrücken in der Erdbaumechanik geeignet. Das Raumgewicht der Messdose, d. h. das Totalgewicht der Dose, dividiert durch das Totalvolumen, kann ohne Schwierigkeiten auf erwa2 t/m3 gehalten werden, was dem Raumgewicht der meisten Erdboden entspricht. Die Trägheitskräfte der Messdose sind daher praktisch gleich denjenigen des verdrängten Bodens. Die Messdose kann beliebig gross gemacht werden, so dass der Einfluss der Korngrösse des Erdmaterials praktisch ausgeschaltet werden kann. In den meisten Anwendungsfällen wird ein Durchmesser von 25 bis 100 cm genügen. Die Dose ist wasserdicht.
Ausser den bereits erwähnten Vorteilen hat die Druckmessdose noch den weiteren Vorteil, dass sie einfach in der Bauweise und in der Herstellung ist und keine Präzisionsarbeiten erfordert. Die Druckmessdose kann auch vom Verbraucher geöffnet und wieder geschlossen werden, wodurch es möglich wird, die Rohrstücke 20 gewünschtenfalls gegen andere mit dem gleichenAussendurchmesser, aber anderem Innendurchmesser oder anderer Länge, auszutauschen, um dadurch die Messempfindlichkeit und die Eigenfrequenz der Messdose ändern zu können.
Es brauchen nicht in allen Fällen drei Rohrstücke 20 zwischen den beiden Platten 11 und 12 vorhanden zu sein. Die Anzahl der Rohrstücke kann auch erhöht oder auf zwei verkleinert werden. Die Aussenfläche der Rohrstücke kann zylindrisch oder leicht fassförmig bombiert sein, wie beim dargestellten Ausführungsbeispiel.
Es ist denkbar, an jedem Rohrstück 20 nur zwei oder gar nur einen Dehnungsmessstreifen anzubrin - gen, obwohl durch vier Messstreifen je Rohrstück entschiedene Vorteile erzielt werden, wie aus der vorstehenden Beschreibung ersichtlich ist.
An Stelle von Rohrstücken 20 können auch mindestens zwei andere Stützorgane zwischen den beiden starren Platten 11 und 12 angeordnet sein und an Stelle von Widerstands-Dehnungsmessstreifen können piezo-elektrische Kristalle als mechanisch-elektrische Wandler dienen. Solche Kristalle können gegebe- nenfalls selbst die Stützorgane zwischen den Platten 11 und 12 bilden. Zweckmässig werden die Kristalle elektrisch in Reihe geschaltet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Druckmessdose mit mechanisch-elektrischen Wandlern, die eine vom Druck abhängige elektrische Grösse liefern, dadurch gekennzeichnet, dass zwei starre Platten (11 und 12) mit mindestens zwei, vorzugsweise jedoch drei Rohrstücken (20), deren Achsen parallel zu den Ebenen der Platten liegen, an zwei einander wenigstens annähernd diametral gegenüberliegenden Stellen dieser Rohrstücke (20) mit denselben verbunden sind, dass die Rohrstücke (20) in an sich bekannter Weise Dehnungsmessstreifen (31,32, 33 bzw.
34) mit in Umfangsrichtung des Rohrstückes (20) verlaufenden Widerstandsdrähten (35) tragen und dass die eine Platte (12) den Boden eines schalenförmigen Gehäuseteiles (12, 13) und die andere Platte (11) einen zugehörigen Deckel bildet, welcher gegenüber dem schalenförmigen Gehäuseteil (12,13) parallel zu sich selbst beweglich ist.