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Vorrichtung zum Regeln der Spaltweite an Dampfturbinen.
Bei dem Betrieb von Dampfturbinen ist festgestellt worden, dass die von Temperatur- veränderungen herrührende Ausdehnung die verschiedenen Teile verschieden beeinflusst, was darauf zurückzuführen ist, dass verschiedene Metalle für die Radwelle und das Gehäuse verwendet werden. Wird die Welle aus Stahl hergestellt, so dehnt sie sich bei der Er- wärmung schneller aus als das gusseiserne Gehäuse. Je länger die Einwirkung ist, desto grösser wird, wenn bei den übrigen Teilen die Verhältnisse gleich sind, der Unterschied in der Längenänderung sein.
Dieser Unterschied in der Ausdehnung macht sich besonders bemerkbar, wenn die Turbine angelassen wird, weil die Welle in unmittelbarer Berührung mit dem Dampf sich schnell ausdehnt, während das Gehäuse, das eine grosse Metallmasse mit ausgedehnten Strahlungsfächen umfasst, verhältnismässig küh ! bleibt. Wenn alle Teile bei einer gegebenen Last bis zu der äussersten Grenze erwärmt sind, dann sind die Verschiedenheiten in der Ausdehnung nicht so merklich. Die ungleichen Ausdehnungen haben zur Folge, dass die von der Welle getragenen Radschaufeln sich an den festen Zwischenschaufeln oder an den Leitkanälen reiben, welche an dem Gehäuse befestigt sind.
Wenn der Zwischenraum zwischen den festen und bewegten Schaufeln sehr schmal ist, z. B. 2-3 mm, dann sind die Teile leicht der gegenseitigen Reibung ausgesetzt. Teilweise kann die Ausdehnung dadurch ausgeglichen werden, dass die Zwischenschaufeln einstellbar angeordnet. sind. Dieses erfordert jedoch die grösste Sorgfalt ; die Leitkanäle sind jedoch fest mit dem Gehäuse verbunden und können sich leicht mit den Radschaufeln reiben, da gerade an dieser Stelle der geringste Zwischenraum erwünscht ist.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet nun eine mit der Welle der Turbine verbundene Anzeigevorrichtung, welche die infolge von Temperaturveränderungen auftretende
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und somit das Mass für die Nachstellung des Fusslagers anzeigt.
Die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt :
Fig. 1 den Aufriss, teilweise den Schnitt durch eine mit der Neuerung versehene Turbine,
Fig. 2 einen Konstruktionsteil der Vorrichtung, welche die Längenänderung der Welle anzeigt,
Fig. 3 eine hydraulische Winde zum Heben des äusseren Endes eines Traghebels.
Der Fuss 1 der Turbine trägt das gusseiserne Gehäuse 2, welches zur Vereinfachung der Konstruktion und des Zusammensetzens aus mehreren Teilen besteht. Der obere Teil des Gehäuses besitzt einen Decke ! 3 und wird durch die Scheibe- in Stufen geteilt, in deren jeder ein Rad liegt. Die Räder werden von der Stahlwelle 12 getragen. Das untere Ende ruht in einem Fusslager 13 und einem Zwischenlager 14, welche beide von dem Gehäuse 15, das mit dem Fuss 1 verbunden ist, aufgenommen werden.
Unmittelbar unter dem Lager und mit dem Gehäuse 15 ist eine Platte 17 verbunden, die Ansätze 18 besitzt ; diese Ansätze dienen zur Aufnahme des Drehzapfens 19 eines Hebels 20, welcher mit der durch Handrad 24 verstellbaren Stange 22 verbunden ist ; durch let terf Einrichtung kann
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Auf dem Deckel der Turbine sitzt ein Lager 26, welches die den Ernndungsgegenstand bildende Vorrichtung zum Anzeigen der gegenseitigen Stellung der Radschaufeln innerhalb
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die Teile sich in der gewöhnlichen Stellung befinden, dann ist der Zwischenraum zwischen den Flächen der Rolle und der Nut gering ; sobald sich jedoch die Welle ausdehnt oder zusammenzieht, dann kommt die Rolle in Eingriff mit einer der Flächen der Nut und wird gehoben oder gesenkt.
Das andere Ende des Hebels 27 ist mit einem drehbaren Zeiger 30 versehen, der steigt oder sinkt, je nachdem die Welle sich aufwärts oder abwärts bewegt. Der Zeiger bewegt sich vor einer Skala 31, die an der oberen Seite des Gehäuses befestigt ist, so dass der Arbeiter mit einem Blick die verschiedene Stellung der festen und beweglichen Teile erkennen kann, ohne das Gehäuse zu öffnen.
Wenn der Zeiger anzeigt, dass die Welle sich um einen bestimmten Betrag ausgedehnt hat, so dass der Zwischenraum zwischen den Leitkanälen und dem oberen Satz der Radschaufeln geringer ist, als er sein soll, dann dreht der Arbeiter das Handrad 24 rückwärts, wodurch das äussere Ende des Hebels 20 und daher die Welle gesenkt wird.
Durch die vorliegende Erfindung wird erreicht, dass die Turbine mit geringeren Zwischonräumen laufen kann, als bisher für möglich gehalten wurde, weil die Radschaufeln, Leitkanäle und Zwischenschaufeln als Ganzes in bezug aufeinander eingestellt werden können, und zwar mit grosser Leichtigkeit und innerhalb kurzer Zeit. Es kann ferner die Teilung für einen bestimmten Schaufelsatz konstant erhalten werden ; wenn die Teile eine al) norme Stellung einnehmen, dann können sie gleichzeitig eingestellt werden, so dass die durch die Ausdehnung hervorgerufenen Unregelmässigkeiten ausgeglichen sind.
Wenn die Teile alle vollständig erwärmt sind, dann können die Zwischenschaufeln, wenn die Verhältnisse unverändert bleiben, die unteren Flächen der Radschaufeln infolge der Ausdehnung des Gehäuses berühren ; dieses kann ausgeglichen werden, indem die Radschaufeln gehoben werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Regeln der Spaltweite an Dampfturbinen oder dgl., dadurch gekennzeichnet, dass mit der Welle eine Anzeigevorrichtung verbunden ist, durch welche die infolge von Temperaturveränderungen auftretende Lagenänderung der Welle mit den Laufrädern gegenüber dem Gehäuse mit den Leitschaufeln und somit das Mass für die Nach- stellung des Fusslagers angezeigt wird.