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Hahn
Die Erfindung betrifft Hähne, bei welchen ein Küken im Gehäuse drehbar gelagert ist.
In der USA-Patentschrift Nr. 2, 204, 440 sind Hähne beschrieben, bei denen die drehbare Hahnspindel mit dem Hahnkörper innerhalb des Hahngehäuses abnehmbar verbunden und im Gehäuse drehbar montiert ist, indem ein mit Gewinde versehener Teil innerhalb eines entsprechenden Innengewindes in der Ge- häusebohrung angeordnet ist. Obwohl bei solchen Hähnen die Drehung zwischen der vollständig geöffneten und der vollständig geschlossenen Stellung nur 900 beträgt und die Gewinde nur eine geringe Ganghöhe haben, hat die geringe Axialverschiebung infolge Drehung der Spindel oft Schwierigkeiten bei der Ab- dichtung der Spindel zur Folge, da diese Hähne gewöhnlich in Hochdruckleitungen verwendet werden und die Spindeln gegen Austreten von Medium aus der Leitung dicht gehalten werden müssen.
Ferner müssen Gewindespindeln in bezug auf die Gewindebohrung genau gearbeitet sein und die Be- arbeitung ist besonders bei grossen Hähnen verhältnismässig umständlich und teuer. Ausserdem verursacht das Ausbringen der Spindel aus der Bohrung viel Arbeit und ein Verklemmen des Gewindes kann zur Folge haben, dass eine so teuere Einrichtung unbrauchbar wird.
Es sind zwar auch schon gewindelose Hahnspindeln, z. B. durch die US-Patentschrift Nr. 2, 333, 424, bekanntgeworden, jedoch ist es bei diesen-ebenso wie bei den mit Gewinde versehenen-nicht möglich, die Dichtung des Hahnspindel unter Beibehaltung des zumeist hohen Leitungsdruckes zu erneuern. Es ist daher bei Prüfung oder Erneuerung der Hahnspindeldichtung notwendig, die Leitung drucklos zu machen, wobei ausserdem häufig der Hahn völlig zerlegt werden muss.
Das Hauptziel der Erfindung besteht nun darin, eine Möglichkeit zu schaffen, sowohl die die Spindel in axialer Richtung festhaltende Halteeinrichtung als auch die Dichtung der Hahnspindel, d. h. die Spin- delpackung, ohne Absperren der Leitung auszubauen bzw. zu erneuern.
Bei einem Hahn, bei dem ein Küken in dem Gehäuse drehbar gelagert ist, dessen vom Küken getrennt ausgebildete Betätigungsspindel durch eine Öffnung des Gehäuses nach aussen ragt, wobei zum Festhalten der Spindel in axialer Richtung während des normalen Betriebes eine abnehmbare Halteeinrichtung vorgesehen ist, bei welchem ferner kreisförmige Sitzflächen auf der Spindel und im Gehäuse angeordnet sind, die bei abgenommener Halteeinrichtung nach einer axialen Auswärtsverschiebung der Spindel aufeinander zur Auflage kommen, wobei unterhalb der Halteeinrichtung eine Spindelpackung vorgesehen ist, wird das oben angeführte Ziel der Erfindung dadurch erreicht, dass die Spindelpackung getrennt von der Halteeinrichtung in axialer Richtung festgelegt ist.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung im Zusammenhang mit den Zeichnungen.
In den Zeichnungen sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Darin sind Fig. 1 ein Axialschnitt durch das obere Ende eines Hahnes mit kugeligem Hahnkörper, insbesondere zur Darstellung der Einzelheiten der Montage und Abdichtung der Spindel, wobei das untere Ende der Spindel im Hahnkörper dargestellt ist, Fig. 2 ein ähnlicher Schnitt entlang einer Ebene im rechten Winkel zur Schnittebene der Fig. 1, Fig. 3 eine Draufsicht auf die Spindel nach Fig. 1, Fig. 4 ein vergrösserter Ausschnitt im Schnitt zur Darstellung der Einzelheiten der Spindelpackung, Fig. 5 eine Ansicht, zum grössten Teil im Schnitt, zur Darstellung eines Ausführungsbeispieles bei einem Hahn mit kegeligem Hahnkörper, Fig.
6 ein Teilschnitt zur Darstellung einer abgewandelten Ausführung eines Spindelsitzes und anderer
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Einzelheiten nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung, Fig. 7 ein weiterer Teilschnitt zur
Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispieles der Erfindung, Fig. 8 ein vergrösserter Teilschnitt zur
Darstellung eines Spindelventilsitzes nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung. Fig. 9 ein vergrösserter Teilschnitt zur Darstellung einer weiteren Spindelventilsitzausführung und Fig. 10 ein Teil- schnitt zur Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispieles der Erfindung, bei dem ein Druckausgleichkolben vorgesehen ist.
Das Hahngehäuse 11 der Kugelhahnanordnung, das den kugeligen Hahnkörper 12 umschliesst, ist mit einem nach oben ragenden Fortsatz 13 ausgestattet, der innen mit einer glatten zylindrischen Bohrung 14 versehen ist. Eine Hahnspindel 15 trägt einen Mitnehmerlappen 16 am unteren Ende, der lösbar mit dem
Schlitz 17 im Kugelkörper 12 im Eingriff steht. Innerhalb der Bohrung 14 ist die Spindel mit einem zylin- drischen Abschnitt 18 ausgestattet, der glatt drehbar in der Bohrung 14 eingepasst ist, so dass er von dieser gegen seitliche Verschiebung gesichert und um die Bohrungsachse drehbar gelagert ist. Fig. 1 zeigt in übertriebener Darstellung ein seitliches Spiel zwischen dem Mitnehmer 16 und dem Schlitz 17, das unter gewissen Bedingungen eine relative Verschiebung des Kugelkörpers 12 unter dem Leitungs- oder Schmier- mitteldruck gestattet.
Der obere Endabschnitt 19 der Spindel 15 oberhalb des gegen seitliche Verschiebung in der Bohrung gelagerten Abschnittes ist von etwas geringerem Durchmesser, wodurch eine nach oben gewendete kreisringförmige Schulter 21 entsteht. Ein Bundring 22, der aus einem schweren Metallring besteht, umgibt die Spindel eng und ist mit einer ringförmigen nach unten gewendeten Schulter 23 ausgestattet, die sich gegen die Schulter 21 an der Spindel legt und eine kurze ringförmige überhängende Lippe 24 des Ringes 22 umgibt das obere Ende des zylindrischen Spindelabschnittes 18. Oberhalb der Schulter 21 ist in der Spindel eine umlaufende Rille 25 gebildet.
Der untere Ring eines Kugellagers 26 sitzt auf einer nach oben gewendeten Schulter 27 des Bundringes 22 und der obere Ring des Kugellagers ist auf einer nach unten gewendeten Schulter 28 einer Deckplatte 29 gelagert, so dass, wenn die Kopfschrauben 31 angezogen werden, um die Deckplatte 29 am Hahnge4äuse zu befestigen, das Kugellager 26 in wirksamer Weise zwischen der Deckplatte 29 und dem Bundring 22 eingeklemmt und von dem überhängenden Deckplattenfortsatz 32 umgeben wird, der in eine Aussparung 33 im oberen Teil des Gehäusefortsatzes 13 hineinragt. Das Kugellager 26 dient auf diese Weise als Schublager für die Hahnspindel 15, sowie auch als Radiallager unter normalen Bedingungen.
Eine in der Deckplatte 29 vorgesehene Staubdichtung 30 umgibt die Ventilspindel oberhalb des Lagers 26.
Das Innere des Gehäusefortsatzes 13 ist an seinem oberen Ende im Durchmesser erheblich grösser als bei der Bohrung 14, so dass ein Hohlraum 34 für das Schublager zur Verfügung steht. Zwischen diesem Hohlraum und der Bohrung 14 ist ein Bohrungsabschnitt 35, der ebenfalls grösser ist als die Bohrung 14, so dass ein Hohlraum zur Aufnahme der Spindelpackung 40 zur Verfügung steht und der Boden des Hohlraumes eine aufwärts gewendete Auflagefläche 36 bildet. Im wesentlichen innerhalb des Hohlraumes zwischen dem Bohrungsabschnitt 35 und dem Spindelabschnitt 18 ist ein Packungssatz 40 angeordnet.
Dieser ist ausgestattet mit einem starren Metallring 37 mit je einer umlaufenden Rille 38 bzw. 39 am inneren und äusseren Mantel, und diese Rillen sind untereinander durch eine Anzahl von Radialöffnungen 41 verbunden. Oberhalb und unterhalb des starren Ringes 37 sind nachgiebige V-förmige Packungsringe 42 und 43 angeordnet und ein wulstförmiger flexibler Packungsring 44 ist zwischen den unteren nachgiebigen Ringen 43 und einer Auflagefläche 45 am Boden des Bohrungsabschnittes 35 eingezwängt.
Ein starrer Packungshaltering 46 hat einen stutzenförmigen Fortsatz, der in den Bohrungsabschnitt 35 hineinragt und dessen nach unten gewendete Stirnfläche mit einer V-förmigen Rille ausgestattet ist, die an der oberen nachgiebigen : Packung 42 aufliegt, so dass, wenn die Kopfschrauben 47 straff angezogen sind, die Packungen dichtend axial zusammengedrückt bzw. radial um die Spindel innerhalb des Bohrungsabschnittes 35 auseinandergedrückt werden. Der Ring 46 könnte auch in dem Bohrungsabschnitt 35 eingeschraubt sein.
Die Aussenrille 39 des Ringes 37 steht mit einem Radialkanal 48 in Verbindung, der mit einem Rückschlagventil ausgestattet ist und in einen Schmiermitteleintrittsfitting 49 ausserhalb des Gehäusefortsatzes 13 mündet. Wenn also Schmiermittel, etwa das übliche plastische Hahn- oder Ventilschmiermittel, unter Druck durch ein Rückschlagventil bei 49 und den Kanal 48 eingeführt wird, sind die Rillen 38 und 39 mit Schmiermittel gefüllt, das auf diese Weise in den Rillen 38 und 39 um die Hahnspindel herum plastische Dichtungen bildet.
Das Schmiermittel dringt auch durch die Packungen hindurchund verbreitert sich zwischen den Packungen und der Spindelflächel8und sichert so die notwendige Schmierung, um das Drehen der Spindel zu erleichtern,. und bildet eine zusätzliche Dichtung gegen Druckverlust des Mediums der Leitung entlang der Spindel.
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Unterhalb der Auflagefläche 45 ist eine schmale ringförmige Rille 51 in der Fläche des Spindelab- schnittes 18 gebildet und es ist ein Radialkanal 52 vorgesehen, durch den plastisches Schmiermittel unter
Druck in die Rille 51 eingeführt werden kann, so dass es sich axial entlang der Berührungsflächenzwi- schen dem Spindelabschnitt 18 und der Bohrung 14 verbreiten kann, um zusätzliche Schmierung und Ab- dichtung der Spindel am Hauptteil ihrer tragenden Fläche im Hahngehäuse zu sichern. Am äusseren Ende des Kanals 52 ist ein Schmiermittelfitting 53 vorgesehen.
Wie Fig. 1 zeigt, erstreckt sich von der Rille
51 auswärts durch den Gehäusefortsatz 13 ein zweiter Radialkanal 54, der durch einen abnehmbaren Ent- leerungsstutzen 55 verschlossen ist, der den Austritt von etwa ausgesickertem Medium gestattet, während die nachgiebigen Packungen montiert werden.
Das untere Ende der Bohrung 14 ist über ein kurzes Stück erweitert und bildet einen nach unten ge- wendeten glatten kreisringförmigen Ventilsitz 56, der geeignet ist, mit einem verbreiterten Bund 57 am unteren Ende der Spindel oberhalb des Mitnehmerlappens 16 zusammenzuwirken, um eine Axialver- schiebung der Spindel 15 nach aussen zu begrenzen und auf einen geringen Betrag zu beschränken und so- mit den Austritt von Medium aus der Leitung zu verhindern, wenn die Deckplatte 29 z. B. zwecks Er- neuerung oder Prüfung entweder des Lagers 26 oder der Packung im Hohlraum innerhalb des Bohrungsabschnittes 35 abgenommen wird.
Wenn die Hahnspindel unter dem in der Leitung herrschenden Druck nach aussen bewegt wird, setzt sich die Fläche 58 gegen den glatten ringförmigen Ventilsitz 56, dem sie in der Form angepasst ist, und dieser Ventilverschluss verhindert ein Austreten des in der Leitung unter Druck stehenden Mediums, und der Schmiermittelfilm um den Spindelabschnitt 18 trägt zur Vervollständigung der Abdichtung bei.
Bei dem erfindungsgemässen Hahn erfährt die gewindelose Spindel im normalen Betrieb keine axiale Verschiebung, und die Dichtungswirkung der nachgiebigen Packungen 40 in dem Bohrungsabschnitt 35 wird nicht verändert. Der innerhalb des Hahngehäuses wirkende Druck des Mediums in der Leitung, der bestrebt ist, die Spindel nach aussen zu verschieben, wird im normalen Betrieb vom Schublager 26 aufgenommen, so dass die Auswirkung eines solchen Druckes auf den Drehmomentenbedarf beim Drehen der Spindel auf ein Mindestmass beschränkt wird. Die nachgiebigen Packungen 40 im Bohrungsabschnitt 35 können überprüft, instandgesetzt oder erneuert werden, ohne dass die Leitung drucklos gemacht oder der Hahn aus der Leitung ausgebaut werden muss, indem lediglich die Deckplatte 29, das Lager 26, der Bundring 22 und der Ring 46 entfernt werden.
Der obere nachgiebige Packungsring 42 kann dann nach oben gedrückt werden, indem der Schmiermitteldruck durch den Kanal 48 erhöht wird. Während solcher Bedingungen wird das Austreten des unter Druck stehenden Mediums aus der Leitung durch die aufeinander gepressten Flächen 56,58 verhindert, die durch den in der Leitung herrschenden Druck selbst in der geschlossenen Stellung gehalten werden, und das entlang der Spindel und um diese herum verteilte Schmiermittel aus der Rille 51 bildet eine zusätzliche wirksame Abdichtung gegen das Medium in der Druckleitung für den Fall, dass Medium zwischen den Flächen 56,58 austreten sollte.
Eine sehr vorteilhafte Eigenschaft des erfindungsgemässen Hahnes besteht darin, dass die Lagereinrichtung 26 überprüft oder ausgewechselt werden kann, ohne dass die Spindelpackung irgendwie beeinträchtigt wird, indem lediglich die Deckplatte 29 abgenommen wird. Die Montage und Demontage ist einfach und die Kosten für die Herstellung und die Präzision der Passungen sind bei weitem geringer als bei den zur Zeit üblichen gewindetragenden Spindeln.
Obwohl in der vorangegangenen Beschreibung die gewindelose Hahnspindel bei ihrer Anwendung bei einem Kugelhahn behandelt wurde, muss bemerkt werden, dass diese Spindel ohne Abweichung vom Erfindungsgedanken auch bei Hähnen mit kegeligem oder zylindrischem Hahnkörper od. dgl. Anwendung finden kann, z. B. bei Hähnen nach der USA-Patentschrift Nr. 2, 204, 440.
Fig. 5 zeigt ein Hahngehäuse 50, das mit einem durchgehenden Kanal 50'für das Medium der Leitung ausgestattet ist, der unter rechtem Winkel von einer kegeligen Bohrung 59 geschnitten wird. In dieser ist ein mit einem Durchlass 61 versehener kegeliger Hahnkörper 60 drehbar gelagert, der nach Drehung um 900 aus der dargestellten Stellung, mit dem Kanal 50'zur Deckung gelangt, so dass der Hahn vollständig geöffnet wird.
Eine Hahnspindel 62 ist an ihrem unteren Ende mit einem nicht kreisförmigen Teil 63 versehen, der in einem langen geraden Schlitz 64 eines frei beweglichen Ausgleichskupplungsgliedes 65 axial frei beweglich ist. Das Glied 65 ist mit einem unteren Schlitz 66 versehen, der zum Schlitz 64 im rechten Winkel steht und über eine mit dem kleinen Ende des Hahnkörpers 60 starr verbundene entsprechend geformte Rippe 67 übergepasst ist. Wenn also die Hahnspindel 62 gedreht wird, wird der Hahnkörper 60 in seinem Sitz zwischen Grenzen gedreht, die von Nasen 68 am Gehäuse und einem Bedienungsgriff 69 bestimmt werden, der etwa bei 71 auf der Spindel 62 gegen Relativdrehung gesichert aufgekeilt ist.
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Das Hahngehäuse 50 hat einen nach oben offenen Fortsatz 72, der die Ventilspindel 62 umgibt, und in dem Gehäusefortsatz ist eine Bohrung 73 vorgesehen, in der die Spindel 62 passend drehbar sitzt. Das untere Ende der Bohrung 73 ist bei 74 erweitert und bildet einen nach unten gewendeten glatten kreisring- förmigen Ventilsitz 75, der geeignet ist, mit dem entsprechenden nach oben gewendeten ringförmigen
Sitz 76 eines erweiterten Bundes 77 am unteren Ende der Spindel 62 oberhalb des Mitnehmerteiles 63 zu- sammenzuwirken.
Die Bohrung 73 ist mit einem erweiterten zylindrischen Abschnitt 78 versehen, in dem eine ring- förmige Spindelpackung 79 untergebracht ist, die im wesentlichen mit der in Fig. 4 gezeigten überein- stimmt, und eine Stopfbüchsenbrille 81, die in dem Gehäusefortsatz 72 bei 82 eingeschraubt ist, hält die
Packungsanordnung 79 in axialer Richtung zusammen. Oberhalb der Brille 81 ist in einem Abstand von dieser ein Drucklager 83 gegen einen Bund 84 an der Spindel unterhalb einer Haltekappe 85 gelegt, die in dem oberen Teil des Gehäusefortsatzes bei 86 eingeschraubt ist. Wenn die Haltekappe 85 angezogen ist, befinden sich die Ventilsitze 75 und 76 im Abstand voneinander. Zur Schmierung für das Gehäuse 83 dient ein Fitting 87 und ein Kanal 88.
Ein Schmiermitteleintrittsfitting 89 ist an einem Kanal 91 vorgesehen, der zur äusseren Rille des Packungsmetallringes führt, der dem Ring 37 der Fig. 4 entspricht.
Innen ist die Spindel 62 zur Aufnahme einer Schmiermittelschraube mit einem Gewinde versehen.
Wenn diese Schraube gedreht wird, drückt sie Schmiermittel aus der Kammer 93 durch ein Rückschlagventil 94 in den Hohlraum 95 am schmalen Ende des Hahnkörpers und von dort durch Rillen, z. B. 96 zu den Sitzen des Hahnkörpers zum Zweck des Dichtens und zum hydraulischen Lüften.
Bei diesem Ausführungsbeispiel hat also ebenfalls beim Abnehmen des Deckelgliedes 85 etwa zum Zweck des Erneuerns des Lagers oder des Ausbauens der Stopfbüchse 8i und der Erneuerung der Packung bei
79 die Verschiebung der Hahnspindel 62 nach oben unter der Wirkung des Leitungsdruckes im Hohlraum 95 ein dichtes Schliessen der Ventilsitze 75 und 76 zur Folge, wodurch ein Auswärtsströmen des Mediums verhindert wird, so dass es nicht notwendig ist, zu diesem Zweck die durch den Hahn führende Leitung drucklos zu machen.
Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei der ein Fortsatz 97 des Hahngehäuses mit einer glatten zylindrischen Bohrung 98 versehen ist, die eine Hahnspindel 99 drehbar passend aufnimmt, die an ihrem unteren Ende bei 101 erweitert und mit einem Mitnehmer 102 versehen ist, der mit einem Ventilkörper zusammengepasst ist, wie dies auch bei dem kugelförmigen Hahnkörper nach Fig. 1 der Fall ist.
Die Bohrung 98 ist an ihrem unteren Ende erweitert und bildet eine Schulter 103, in die ein Weicheisenring 104 mit einem ringförmigen Ventilsitz-10 5 eingepresst ist, der geeignet ist, mit der härteren kreisringförmigen Stahlsitzfläche 106 an der Hahnspindel zur Anlage zu kommen.
Die Bohrung 98 ist nach oben hin bei 107 erweitert und bildet einen Hohlraum zur Aufnahme einer Spindelpackung 79 der bereits beschriebenen Art, bei der die Aussenrille des Metallringes mittels eines Kanals 108 mit einem Schmiermittelfitting 109 verbunden ist. Ein Distanzring 111 greift am oberen zusammendrückbaren Ring der Packung 79 an und wird seinerseits mittels einer im Gehäusefortsatz bei 113 eingeschraubten Stopfbüchse 112 in seiner Lage gehalten.
Ein Lagerring 114 aus Bronze oder einem ähnlichen Lagermetall ist zwischen einem gegeneineSchul- ter an der Hahnspindel bei 116 abgestützten Ring 115 und einer bei 118 in dem oberen Teil des Gehäusefortsatzes 97 eingeschraubten Kappe 117 axial montiert und, wenn die Kappe 117 angezogen wird, sind die Ventilsitzflächen 105 und 106 axial voneinander entfernt. Ein Bedienungsgriff 119 ist auf dem oberen Ende der Hahnspindel 99 nicht-drehbar aufgekeilt.
Unterhalb der Packung 79 ist die Hahnspindel mit einer umlaufenden Rille 121, ähnlich der bei 51 in Fig. 1 dargestellten, versehen und ein betätigbares Entleerungsventil 122 gestattet das Verschliessen des Radialkanals 123 zu der Rille. Wenn der Gewindestopfen 124 entfernt wird, ist das gewindetragende Ventil 122 zugänglich und kann durch Drehung von seinem Sitz am Ende des Kanals 123 abgehoben werden, so dass durch die Ventilkanäle 125 Medium entweichen kann.
Wenn die Kappe 117 entfernt wird, wird der Neigung des in der Leitung unter Druck stehenden Mediums, die Hahnspindel 99 axial auswärts zu bewegen und auszuströmen, Einhalt geboten, sobald der Ventilsitz 106 zum Aufsetzen auf den Ventilsitz 105 kommt.
Fig. 7 und 8 zeigen abgewandelte Formen von Spindelventilsitzen zur Verwendung im Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 oder bei einem beliebigen andern Ausführungsbeispiel der Erfindung. In Fig. 7 ist das Hahngehäuse 97"mit einer zurückspringenden Schulter versehen, die eine nach unten gewendete flache axiale Ventilsitzfläche 126 bildet, und die Hahnspindel 99'ist mit einer flachen, kreisringför- migen, radialen, nach oben gewendeten Auflagefläche 127 versehen, die einen nachgiebigenRing128
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aus Gummi od. dgl. trägt.
In Fig. 8 ist das Hahngehäuse 97" am Boden der Bohrung, die die Hahnspindel 99"umgibt, mit einer geneigten ringförmigen Ventilsitzfläche 129 versehen und die Hahnspindel bei 131 mit einer Rille zur Aufnahme eines nachgiebigen Wulstringes 132 mit kreisförmigem Querschnitt von der allgemein unter dem Namen nO-Ring" bekannten Form aus Gummi od. dgl. ausgestattet. Wie bei den andern Ausführungsbeispielen sind auch bei den in Fig. 7 und 8 dargestellten, die gewindelosen Hahnspindeln nach Abnehmen einer Haltevorrichtung, z. B. zwecks Erneuerung eines Lagers oder einer Packung frei axial beweglich, und eine Verschiebung der Hahnspindel nach aussen hat zur Folge, dass ein nach- giebiger Ventilverschluss geschlossen und das Ausströmen von Medium aus der Leitung verhindert wird.
Wenn erwünscht, kann entweder der nachgiebige Ventilsitzring 128 oder der andere, 132, an der
Hahnspindel angeklebt sein, oder sie können in vertauschter Anordnung, d. h. am Hahnkörper, verwen- det werden.
Fig. 9 zeigt einen Hahn nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem die Hahnspindel 133 passend drehbar in der Bohrung 134 des Hahngehäuses 135 angeordnet ist. Ein Mitnehmer 136 am unteren Ende der Hahnspindel passt in einen Schlitz 137in dem zu drehenden Hahnkörper 138. Wie bei den andern Ausführungsbeispielen ist die Bohrung 134 an ihrem unteren Ende erweitert, so dass sie einen nach unten gewendeten kreisringförmigen Ventilsitz 139 bildet, der geeignet ist, mit einem kreisringförmigen, nach oben gewendeten Ventilsitz 141 an dem erweiterten Bund 142 an der Hahnspindel zusammenzuwirken.
Eine Spindelpackung 143 umgibt die Hahnspindel oberhalb der Rille 51 in einem Hohlraum mit einer Schulter 144, die einen starren Ring 145 mit einer gegen die Hahnspindel zu geneigten Fläche 146 trägt.
Der starre Ring 147 dieser Packung hat eine obere und eine untere Fläche 148 bzw. 149, die zur Fläche 146 parallel sind. Oberhalb und unterhalb des Ringes 147 ist je ein Stapel aus zusammendrückbaren Ringen 151 bzw. 152 und anschliessend an den oberen Stapel 152 ein starrer Ring 153 mit einer zur Fläche 146 parallelen, am Stapel 152 angreifenden Fläche 154 vorgesehen. Die Metallringe und die zusammendrückbaren Ringe werden mittels einer Stopfbüchsenbrille 155, die mittels eines Satzes Kopfschrauben an dem Hahngehäuse befestigt ist, in axialer Richtung straff zusammengehalten.
Der untere Ring eines Kugellagers 157 liegt gegen eine Schulter an der Hahnspindel bei 158 und der obere Ring desselben gegen ein Deckelglied oder eine Deckplatte 159, die am Hahngehäuse etwa mittels Kopfschrauben 161 befestigt ist, die durch Durchgangslöcher 162 in der Stopfbüchsenbrille 155 durchgesteckt sind. Wenn die Schrauben 161 straff angezogen sind, liegen die Ventilsitzflächen 139 und 141 im Abstand voneinander.
Aus dem Vorangegangenen ist zu ersehen, dass bei allen Ausführungsformen der Erfindung die Lager der gewindelosen Hahnspindel unbedenklich ausgebaut werden können, ohne dass die Spindelpackungen entfernt werden müssen, und ohne dass die Gefahr auftritt, dass Medium aus der Leitung entweicht, da eine Verschiebung der Hahnspindel in axialer Richtung nach aussen unter dem Einfluss des Leitungsdruckes zur Folge hat, dass das Ventil, wie bei 139 und 141, geschlossen wird.
In Fig. 10 umgibt das Hahngehäuse 163 die Hahnspindel 164, an deren unterem Ende sich ein Mitnehmer 165 befindet, der mit dem geschlitzten Hahnkörper 160 im Eingriff steht, ähnlich wie bei den andern Ausführungsbeispielen. DieBohrungim Hahnkörper 166 umgibt passend den drehbaren zylindrischen Spindelabschnitt 167 und ist am unteren Teil der Bohrung erweitert, so dass ein nach unten gewendeter kreisringförmiger Ventilsitz 168 gebildet wird, der geeignet ist, mit einem nach oben gewendeten kreisringförmigen Ventilsitz 169 an der Spindel 164 zusammenzuwirken.
Die Bohrung am Gehäuse ist bei 171 zwecks Aufnahme eines gewindetragenden Einsatzringes 172 ausgespart, mittels dessen eine ringförmige Kolbenpackung 173 gegen einen überhängenden stutzenförmigen Fortsatz 174 eines ringförmigen Kolbens 175 gehalten wird, der einen Kolbendichtungsring 176 hat, der mit der zylindrischen Bohrungswand 177 zusammenwirkt, indem diese eine Kolbenkammer 178 bildet. Der Kolben 175 ist an der Hahnspindel 164 axial gleitbar. Der Einsatzring 172 dient als unterer Anschlag für den Kolben und ein ringförmiger Kanal 179 ist an der Kante seiner Berührungsfläche mit der Begrenzung
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obere Ende der Kammer eingeschraubt und mit einer inneren Abdichtung gegen die Spindel zu und einer äusseren Dichtung gegen das Gehäuse zu versehen ist.
Ein Schmiermittelkanal 184, der mit der Lieferquelle des unter Druck stehenden Schmiermittels zwecks Zuführung von Schmiermittel zu den Ventilsitzrillen zum Dichten und zum hydraulischen Lüften in Verbindung steht, mündet in eine Bohrung 185, die mit der Kammer 178 oberhalb des Kolbens 175 in Verbindung steht, und ein Drosselventil 186 ist in solcher Weise in die Bohrung 185 eingeschraubt, dass
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es verstellt werden kann, um die Liefermenge an Schmiermittel zur Kolbenkammer zu regeln. Das äussere
Ende der Bohrung 185 ist mittels eines Stopfens 187 verschlossen.
Im Betrieb wird der volle Schmiermitteldruck aus dem Behälter in die. Kammer "178 fortgepflanzt, wo er auf den Kolben 177 nach unten wirkt und die Hahnspindel 164 gegen Axialverschiebung nach oben sichert. Dies hat zur Folge, dass normalerweise die Ventilsitzflächen 168 und 169 axial im Abstand von- einander entfernt bleiben und dass die von dem Leitungsdruck auf die Hahnspindel ausgeübte Axialbe- lastung ausgeglichen wird, so dass bei dieser Bauart kein Schublager benötigt wird.
Die der Kammer 178 zugewendete Fläche des Kolbens 175 soll gleich oder. vorzugsweise grosser sein als die dem Leitungsdruck ausgesetzte Querschnittsfläche der Hahnspindel und auf jeden Fall soll dasProduktausSchmiermitteldruck und Kolbenkreisringfläche gleich oder um weniges grösser sein, als das Produkt aus Leitungsdruck und Spindelquerschnittsfläche bei 167, so dass der Kolben im Betrieb die Schubbelastung auf die Spindel auf- hebt.
Wenn das Deckelglied 182 abgenommen werden soll, wird zunächst das Drosselventil 186 so weit ver- stellt, dass die Bohrung 185 gegen die Kammer 178 zu verschlossen wird, und während die Spindel 164 unter dem Leitungsdruck nach aussen bewegt wird, kommen die Ventilsitzflächen 168 und 169 miteinan- der zur Anlage und bringen diese Spindelbewegung zum Stillstand und dichten gegenaustretendes Media aus der Leitung.
Die Erfindung kann Auch bei andern Sonderformen ohne Abweichen vom Erfindungsgedanken oder von wesentlichen Merkmalen desselben angewendet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hahn, bei welchem ein Küken in dem Gehäuse drehbar gelagert ist, dessen vom Küken getrennt ausgebildete Betätigungsspindel durch eine Öffnung des Gehäuses nach aussen ragt, wobei zum Festhalten der Spindel in axialer Richtung während des normalen Betriebes eine abnehmbare Halteeinrichtung vorgesehen ist, bei welchem ferner kreisförmige Sitzflächen auf der Spindel und im Gehäuse angeordnet sind, die bei abgenommener Halteeinrichtung nach einer axialen Auswärtsverschiebung der Spindel aufeinander zur Auflage kommen, wobei unterhalb der Halteeinrichtung eine Spindelpackung vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindelpackung (40,79, 143, 173) getrennt von der Halteeinrichtung (22, 26, 29,-83, 851 114, 115, 117t 157,159, 175, 182)
in axialer Richtung festgelegt ist.