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Wie bekannt, pflegt man den zeitlichen Ablauf der durch die menschliche (oder tierische) Herzfunktion zwischen zwei Punkten des Keepers entstehenden elektrischen Spannungsumefschiede, das Elektrokardiogramm (EKG) am menschlichen Körper mit den sogenannten Einthoven'schen Ableitungen aufzunehmen. Diese Ableitungen, die in der beigelegten Zeichnung schematisch angegeben sind, sind folgende : l. Zwischen dem rechten Arm und dem linken Arm B die Ableitung I. 2. Zwischen dem rechten Arm und dem linken Fuss L die Ableitung II.
3. Zwischen dem linken Arm B und dem linken Fuss L die Ableitung III. Nach Einthoven
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Herzens auf die drei ex-nib gleichseitigen Dreiecks betrachtet.
Es ist bereis ein Apparat bekannt (Triograph), der mit Hilfe von drei ElektronenröhrenVerstärkern die in den drei EinthovenAbleitungen auftretenden Spannungsunterschiede an eine besondere Kathodenstrahlröhre durchgibt, die mit drei, miteinander einen Winkel von 60 einschliessenden Ablenkplatten versehen ist und somit nicht nur die Grösse, sondern auch die Richtungsänderungen der Spannungsunterschiede anzeigt. Der Nachteil dieses Apparates ist, dass er eine besondere Kathodenstrahlröhre und drei Verstärkereinrichtungen benötigt.
Es ist ferner ein Apparat bekannt (Vektc,.
Kardiograph), der die Änderungen der Grösse und Richtung der in Rede stehenden Spannungsunterschiede mit Hilfe einer normalen Kathodenstrahlröhre und mit nur zwei Verstärkerein- richtungen registriert. Der Nachteil dieses Apparates i < : t jedoch der, dass er die mit vielen Vorteilen verbundenen Einthoven-Ableitungen fortlässt und mit drei, auf den Brustkorb gelegten Elektroden zwei aufeinander senkrechte Ableitungen zu erreichen trachtet.
Schliesslich ist auch eine Lösung bekannt, bei welcher drei unabhängige, d. h. von unabhängigen Stromquellen gespeiste Verstärker mit Hilfe eines elektrischen Netzes oder zwei Verstärker mit
Hilfe eines elektrolytischen Troges zwei senk- rechte Ableitungen herstellen.
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Verstärkereinrichtungen nötig, u. zw. zur Verstärkung der Ableitungen II und III des Beispieles. Die Verstärkung des Verstärkers II muss zweimal so gross sein, als jene des Verstärkers III, wobei der Spannungsunterschied der Ableitung 111 in entsprechender Grösse aus irgendeiner Stufe dieses Verstärkers zweckmässig in eine, um eine Stufe frühere Stufe des Verstärkers Il übertragen wird.
Da bei der Elêktronenröhren- Widerstandsverstärkung die Phase der Anoden-
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wechselspannung gerade entgegengesetzt zu jener der Gitterwechselspannung ist, ergibt einer der beiden Verstärker die Ableitung III, der andere \/3. IIh -- (2. II-II1). Da die Empfindlichkeit des einen Ablenkplattenpaares der Kathodenstrahlröhre z. B. ungefähr das Doppelte der Empfindlichkeit des anderen Ablenkplattenpaares ist, wird man, wenn III dem empfindlicheren Plattenpaar, und \/3, IIh dem anderen Paar zuordnet, die Verstärkung des einen Verstärkers nur in geringem Masse verändern müssen, um richtige (unverzerrte) Axonogramme zu erhalten.
Natürlich kann man auf Grund des Obigen nicht nur eine, auf die eine Ableitung senkrechte, sondern auch eine virtuelle Ableitung beliebiger Richtung bilden.
Im Sinne der Erfindung kann man den Apparat auch als Elektrokardioskop benützen, nämlich wenn eine nachleuchtende Kathodenstrahlenröhre verwendet und die eine Verstärkereinrichtung mit entsprechenden Schaltelementen zur Erregung von Sägezahnschwingungen und'oder zur Verstärkung derselben umschaltbar gemacht wird.
In Fig. 2 bezeichnen 1 und 2 den Eingang des ersten Vorverstärkers 5, 3 und 4 den Eingang des zweiten Vorverstärkers 6. Ein Kupplungsglied 7 überträgt zwecks Bildung der virtuellen Ableitung die Spannung aus der zweiten Stufe des Vorverstärkers in die erste Stufe des Vor- verstärkers 6. Der Vorverstärker J speist den
Endverstärer 8, welcher über die Ablenkplatten 13,
14 der Kathodenstrahlröhre 12 den Kathoden- strahl so beeinflusst, dass in der ersten Stellung des Schalters 10 der Endverstärker 9 in Ruhe bleibt und sein Eingang kurzgeschlossen ist, so dass der Kathodenstrahl in der Vertikalen entsprechend dem Elektrokardiogramm (EKG) der Fig. 3 abgelenkt wird, in der Horizontalen
Jedoch in Ruhe bleibt.
In der zweiten Stellung des Schalters 10 speist der Vorverstärker 6 den
Endverstärker 9, der jetzt über die Ablenk- platten 15, 16 den Kathodenstrahl ebenfalls ablenkt, u. zw. senkrecht zur Ablenkrichtung der
Platten 13, 14, so dass der Kathodenstrahl ent-
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abgelenkt wird.
In der dritten Stellung des Schalters 10 speist der Kippschwingungserzeuger 11 den End- verstärker 9, so dass der Kathodenstrahl der.
Röhre 12 das Elektrokardiogramm (EKG) der Fig. 3 auf dem Leuchtschirm der Röhre 12 aufzeichnet.
Zur Übersicht dient nachstehende Tabelle :
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<tb>
<tb> Stellung <SEP> Eingang <SEP> des <SEP> Apparat
<tb> des <SEP> Schalters <SEP> 10 <SEP> Verstärkers <SEP> 9 <SEP> arbeitet <SEP> als
<tb> kurz- <SEP> Elektrolinks <SEP> I <SEP> geschlossen <SEP> kardiograph
<tb> !
<tb> angeschlossen
<tb> Mitte <SEP> an <SEP> Axonograph
<tb> @@@ <SEP> verstärker <SEP> 6
<tb> angeschlossen <SEP> Elektro
<tb> rechts <SEP> an <SEP> Kipp-kardioskop
<tb> generator <SEP> 11
<tb>
PATENTANSPRÜCHE :
1.
Apparat zur Aufnahme und zum Registrieren der Änderungen der Grösse und/oder der Richtung der durch die Herzfunktion entstehenden elektrischen Spannungsunterschiede mit Hilfe einer normalen Kathodenstrahlröhre, wobei nur zwei Verstärkereinrichtungen angewendet werden und an den Eingang jeder Verstärkereinrichtung je eine Einthoven-Ableitung geschaltet vird. gekennzeichnet durch Schaltelemente, v lof von dem einen Verstärker eine Spannung von solcher Grösse und Phase in den anderen Verstärker übertragen, dass in diesem aus den zwei Einthoven-Ableitungen eine zu einer der beiden Ableitungsrichtungen senkrechte, virtuelle Ableitung gebildet wird.