AT115216B - Verfahren zur Herstellung einer Impferde. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer Impferde.

Info

Publication number
AT115216B
AT115216B AT115216DA AT115216B AT 115216 B AT115216 B AT 115216B AT 115216D A AT115216D A AT 115216DA AT 115216 B AT115216 B AT 115216B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
soil
organisms
mixed
vaccine
bacteria
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Karl F Hoeller
Raoul H France
Original Assignee
Karl F Hoeller
Raoul H France
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Karl F Hoeller, Raoul H France filed Critical Karl F Hoeller
Application granted granted Critical
Publication of AT115216B publication Critical patent/AT115216B/de

Links

Landscapes

  • Fertilizers (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung einer Impferde. 



   Der Vorgang der Düngewirkung beruht auf drei Faktoren. Auf den Bodenorganismen (R. H. 



  France. Das Edaphon, Untersuchungen zur Ökologie der bodenbewohnenden Mikroorganismen. Stuttgart 1921), welche den   Boden "aufschliessen",   d. h. Nitrate bilden, Zellulose und Phosphate   aufschliessen,   den Boden mit Kohlensäure anreichern, ihn durchlüften, mechanisch mengen und krümeln, zweitens auf dem Substrat in dem diese Organismen leben und sich vermehren können (Humusbestandteile des Bodens), drittens auf dem der Edaphonbiozönose, d. i. den Edaphonorganismen und den diese begleitenden Organismen (s. das. erwähnte Werk über Edaphon) als Nahrung dienenden Substanzen (Roh-   phosphate, Nitrite und sonstige Stickstoffverbindungen, Zellulose usw. ).

   Die Kunstdünger bringen   diese letzteren Substanzen reichlichst in den Ackerboden, sorgen aber nicht im geringsten für die Auswahl, Vermehrung und Erhaltung des Edaphons, sie sind rein chemische Produkte. Die bisherigen Naturdünger sind primitive Anreicherungen des Bodens mit Nährstoffen und aufs Geratewohl in sie (durch die allgemeine Luftverbreitung der Mikroben) geratenen   nützlichen,   aber auch schädlichen Bodenorganismen, sowie es Stallmist und Gärtnerkompost auch sind. Sie haben also unkontrollierbare und Zufallswirkungen ;   ihre Hauptmängel sind Unrentabilität durch zuviel Ballast (Torf, Asche, Schlacken usw. ) und vor allem   die Abtötung der unerlässlichen Bodenorganismen durch das übliche Zusetzen von Säuren oder Ätzkalk sowie durch Rösten. 



   Das Verfahren der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass trockene Abfälle,   Haus-und Strassen-   kehricht in einem Siebwerk sortiert werden und je nach dem Ursprungsort mit   15-20% feingemahlenem   kohlensauren Kalk versetzt, dann in Bassins durch ein Rührwerk mit 20-30 Gewichtsprozenten Fäkalien flüssiger und fester Art so lange gemischt werden, bis eine feste Masse von etwa 40% Feuchtigkeit entsteht. 



   Die entstandene Mischung gelangt sodann in eine Lufttroeknungsanlage. Das vorbereitete Material wird auf flachen, im Sinne des Sonnenlaufes orientierten und gegen Regen durch bewegliche Bedachung geschützten doppelwandigen Blechstellagen gelagert. Dem durch den Doppelboden entstandenen Hohlraum, dessen obere Fläche an zahlreichen Stellen den Luftaustritt gestattet, wird durch eine entsprechend isolierte Rohrleitung trockene Warmluft (welche die optimalen Temperaturen der nützlichen Bodenbakterien und Bodenpilze, also   350 C nicht überschreiten   darf) zugeführt. 



   Die krümelig werdende Masse wird nun durch Bodenfräsen wiederholt umgeschaufelt, um ihre   Durchlüftung   und die gewünschten biologischen Prozesse zu befördern. 



   Das Fräsen geschieht auf ebenen flachen Beeten mit glattem Boden (Zement oder Blech). Ein endloses rotierendes Drahtseil gestattet die Anhängung und Durchziehung einer besonders konstruierten Bodenfräse (die nicht Gegenstand der Erfindung ist), welche gleichzeitig lockert, mischt und schaufel, so dass völlige Homogenität der Impferde erzielt wird, welche nun unter ständiger mikroskopisch bodenbiologischer Kontrolle der Reifung überlassen wird, worauf sie mit den vorbereiteten Kulturen bodennützlichen Edaphonorganismen geimpft und nochmals mittels der Fräsen durchgemischt wird. 



   Was die hiebei anzuwendenden bodennützlichen Edaphonorganismen betrifft, so sind dies diejenigen, die die Humifizierung, Bodenaufschliessung, Kohlensäurebildung und Stickstoffanreicherung im Boden bewirken. Ihre Anzahl ist gross, es werden z. B. als solche genannt :   Azobacter,   zellulosezersetzende, phosphatzersetzende Bakterien, Streptotricheen, Spaltalgen, Bodenpilze, Chlorophyzeen, Kieselalgen, Nematoden. Von diesen sind wohl zu unterscheiden die schädlichen Organismen, wie Fäulnisbakterien, Schimmelpilze, Bodenprotozoen sowie die dem Pflanzenwachstum weder schädlichen noch nützlichen, wie gewisse Bodenpilze, Tardigraden usw. Im üblichen Stallmist und Gärtnerkompost sind 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 



   Die Verwendung von   Haus-und Strassenkehricht   sowie ähnlicher Abfälle in zerkleinertem Zustande zur Herstellung von Dünger ist an sich bekannt. Es ist auch schon der Vorschlag gemacht worden, derartige Stoffe, mit Fäkalien oder kohlensaurem Kalk gemengt, als Dünger zu gebrauchen. So ist z. B. ein Poudretteverfahren bekannt, bei welchem die Sinkstoffe der städtischen Exkremente getrocknet und, mit Müll oder Kehricht gemengt, zu Ziegeln verarbeitet werden. Auch wurde bereits vorgeschlagen, Fäkalien mit Zusätzen einer Gärung zu unterwerfen, worauf der Stickstoff durch Säuren gebunden wird. 



  Das vorliegende Verfahren vermeidet aber gerade die Bildung der von den Erfindern als schädlich erkannten Gärungsbakterien und die Verwendung einer Säure, die die Bodenorganismen schädigt, es wird vielmehr kohlensaurer Kalk zugesetzt. 



     Es istferner ein D üúger bekannt, dessen Grundlage aus Torf   besteht, dem anorganische und organische   Düngstoffe   wie Phosphat und Blut sowie geimpfte Erde nebst Kalk, Holzasche usw., zugesetzt werden. Diese Substanzen werden gemischt und hierauf das Gemenge reifen gelassen.

   Beim Verfahren der Anmeldung hingegen wird kein Torf verwendet, der eine einseitige Entwicklung der Edaphonorganismen mit sich bringt, überdies wird die Masse erst nach erfolgter Ausreifung beimpft, u. zw. nur mit bodennützlichen Edaphonorganismen.--
Es ist ferner bekanntgeworden, Gemenge von Wasser, Fleischextrakt, Pepton, Kalziumkarbonat, Blut, vegetabilischem Material, pulverisierten Knochen, etwas Fett und Düngerbakterien, dadurch zu Dünger zu verarbeiten, dass es gemischt mit Erde einer Erwärmung auf   20-35'während 24-48   Stunden   ausgesetzt wird.

   Hiebei müssen aber infolge Mangels einer Bakterienauswahl sich reichlich Fäulnisbakterien   bilden, die eben beim Verfahren gemäss der Erfindung vermieden werden. Überdies fehlt auch hier die für das vorliegende Verfahren kennzeichnende Impfung des vorher ausgereiften Düngers mit bodennützlichen Edaphonorganismen. 



   Ferner ist es nicht mehr neu, Kalziumkarbonat mit gemahlenem Phosphat, organischem Humus und nitrifizierenden Bakterien zu vermischen zwecks Herstellung eines Düngers. Hier finden aber nur phosphatzersetzende Bakterien Anwendung, während die Erfindung sämtliche   bodennützliche   Bakterien heranzieht, überdies fehlt hier die Kulturreifung vor der Beimpfung. 



   Ein weiterer bekanntgewordener Vorschlag geht endlich dahin, eine Mischkultur herzustellen, die aus den Wurzelknöllehen von Leguminosen und aeroben Organismen erhalten wird, die Stickstoff zu fixieren imstande sind. Dieses Verfahren hat aber zu dem vorliegenden, das aus der Verwendungbodennützlicher Edaphonorganismen in einem Reifungsverfahren besteht, keinerlei Beziehung. 



   Die nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung hergestellte Impferde bildet einen nach biotechnischen Grundsätzen hergestellten Stallmistersatz, der die Bestandteile eines guten Kompostes enthält, an welchen Substanzen bekanntlich die Landwirtschaft Mangel leidet. Sie ist in unbegrenzten Mengen herstellbar und verwendet bisher nicht rationell nutzbare Abfälle. Sie liefert die richtige Auswahl unerlässlicher Bodenorganismen, ist hygienisch einwandfrei, geruchlos, eine Humuserde, die richtig gekrümelt ist, richtig Kohlensäure produziert, die optimale Feuchtigkeit besitzt, also von sparsamster Streubarkeit, ohne Ballast für   Düngezweeke,   keine schädlichen Bestandteile und Organismen (Fäulnisorganismen, Bodenprotozoen) enthält und somit die Erfordernisse der Düngewirkung optimal verwirklicht. 



  Die gemäss-der Erfindung hergestellte Impferde ist daher in ihrem Wesen und ihrer Wirkung nicht mit   den Kunstdüngern,   sondern nur mit Stallmist zu vergleichen, als dessen Ersatz sie dienen kann.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung einer Impferde, gemäss welchem Haus-und Strassenkehricht und ähnliche Abfälle sortiert, zerkleinert, gemischt und mit kohlensaurem Kalk und Fäkalien vermengt werden, dadurch gekennzeichnet, dass diese Mischung einem Lufttrocknungs-und Reifungsverfahren unter Durcharbeiten zwecks Homogenisierung unterworfen wird und dann mit einer Auswahl von bodennützlichen Edaphonorganismen beimpft und neuerdings gemischt wird.
AT115216D 1927-10-21 1927-10-21 Verfahren zur Herstellung einer Impferde. AT115216B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT115216T 1927-10-21

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT115216B true AT115216B (de) 1929-12-10

Family

ID=3629188

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT115216D AT115216B (de) 1927-10-21 1927-10-21 Verfahren zur Herstellung einer Impferde.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT115216B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0608287B1 (de) Verfahren zur naturgemässen bildung von krümelsubstanz garer agrarböden
EP2310343A2 (de) Ökotechnische anlage und verfahren zur herstellung von kultursubstraten und bodenhilfsstoffen und organischen düngern mit eigenschaften anthropogener terra preta
CN106754461A (zh) 一种生物絮团及其制备方法和应用
DE202007018791U1 (de) Bodenverbesserungsmittel
DE2949122C2 (de) Verfahren zur Herstellung eines natürlichen Düngemittels
EP0104355B1 (de) Verfahren zur Herstellung eines vollwertigen Humusträgers und Düngers auf Rindenbasis
US2797985A (en) Method of producing synthetic topsoil
DE500999C (de) Verfahren zur Herstellung einer Impferde fuer Duengezwecke
DE4006239C2 (de) Verfahren zur Entsorgung von Gülle, Klärschlamm und Müll sowie Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
DE4436659C2 (de) Verfahren zur Erzeugung von Erde
CN110240521A (zh) 一种用甘蔗滤泥和市政污泥生产的有机肥及其制备方法
DE4401278C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kultursubstrat
AT115216B (de) Verfahren zur Herstellung einer Impferde.
DE60009563T2 (de) Mischung zur beschleunigung der kompostierung
EP1739067A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines Bodenhilfsstoffs
DE1145646B (de) Verfahren zur Herstellung von lager-bestaendigen, geruchlosen und biologisch aktivenBodenverbesserungsmitteln
DE831399C (de) Verfahren zur Herstellung von organischen Duengemitteln
DE19880157B4 (de) Verfahren zur Vorbereitung einer Mikroorganismenmischung zur Bindung von atmosphärischem Stickstoff, zur Erhöhung der Löslichkeit von Phosphorverbindungen und zur Zersetzung von Lebensmittelölsediment und die genannte Mischung
WO1988000579A1 (fr) Substance et procede d&#39;amelioration et de maintien naturel de la sante du sol et de sa couverture vegetale
DE536461C (de) Verfahren zur Herstellung eines beleten organischen Duengemittels
AT157686B (de) Verfahren zum Aufspalten von festen oder halbfesten organischen Stoffen durch Vergärung.
Hein Straw compost for mushroom culture
DE1151005B (de) Verfahren zur Herstellung von Humusduengemitteln und Bodenverbesserungsmitteln od. dgl. durch Kompostierung von Abfallstoffen
DE2815181A1 (de) Biologischer duenger und verfahren zu seiner herstellung
JPH07126091A (ja) 土壌改良剤の製造方法