AT109723B - Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels aus den Beeren der Eberesche. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels aus den Beeren der Eberesche.

Info

Publication number
AT109723B
AT109723B AT109723DA AT109723B AT 109723 B AT109723 B AT 109723B AT 109723D A AT109723D A AT 109723DA AT 109723 B AT109723 B AT 109723B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
berries
remedy
mountain ash
preparation
temperature
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Chem Pharm Praeparate Paul Gru
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Chem Pharm Praeparate Paul Gru filed Critical Chem Pharm Praeparate Paul Gru
Application granted granted Critical
Publication of AT109723B publication Critical patent/AT109723B/de

Links

Landscapes

  • Medicines Containing Plant Substances (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels aus den Beeren der Eberesche. 



    Die Verwendung der Beeren der Eberesche als Heilmittel ist schon bekannt und ist beispielsweise in Haagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis Band II, 1902, Seite 909, erwähnt. Nach dieser Veröffentlichung wird ein aus den Beeren dargestelltes Fluidextrakt in Gaben bis zu einem Esslöffel als mildes Abführmittel empfohlen. 



  Gegenstand der Erfindung bildet nun ein Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels gegen infekti- öse Erkrankungen, welches aus einem Pulver besteht, das aus gedörrten Beeren der Eberesche oder des Vogelbeerbaumes (Sorbus aucuparia L) gewonnen werden kann. 



  Es wurde gefunden, dass die Beeren der Eberesche einen Bestandteil enthalten, der bei einer grossen Anzahl von Erkrankungen entzündlicher Natur, wie Darmkatarrhen, Bronchitis, Lungenentzündung, Tuberkulose, Furunkulose od. dgl. die besten Heilerfolg zeitigt. Die Ursache, warum die Heilkraft dieser Beere trotz der allgemeinen Verbreitung der Pflanze bisher unbekannt geblieben ist, kann darin erblickt werden, dass die Beere für die Allgemeinheit nicht konsumfähig ist, da die frischen Beeren nicht immer erhältlich sein können, gedörrte Beeren aber so hart sind, dass ein Zerkauen derselben in der Regel nicht möglich ist.

   Ein Pulverisieren der gedörrten Beeren war bisher nicht möglich, weil sie der Zerkleinerung einen ganz ausserordentlichen Widerstand entgegensetzten, so dass vielfach die Meinung verbreitet ist, dass die getrockneten Beeren, die auch als beliebtes Kaffeesurogat bekannt sind, wohl verbrannt, aber nicht gemahlen werden können. 



  Gemäss vorliegender Erfindung erfolgt die Bereitung des Pulvers in der nachstehend beschriebenen Weise : Die möglichst gut gereiften Beeren werden abgepflückt und im Luftzug in möglichst dünner Schichtung so weit trocknen gelassen, dass sie in grösseren Mengen an die Verarbeitungsstellen transportiert werden können, ohne dass sie zerquetscht werden und in Gährung übergehen. Der erforderliche Grad von Trockenheit wird allerdings erst in zwei, drei Monaten erreicht, weil zur Zeit der vollständigen Reife die Tage schon kurz und die Temperaturen niedrig sind. Die auf solche Weise getrockneten Beeren werden nun mit einer Zerkleinerungsvorrichtung beliebiger Art so weit zerkleinert, dass die Zellulosehülle der Beeren aufgerissen wird. Darauf erfolgt dann die Volldörrung auf Trockenherden oder in beliebigen Trockenvorrichtungen unter Anwendung künstlicher Wärme.

   Hiebei erweist sich eine Temperatur von 70 bis 80  C als zweckmässig und es ist darauf zu achten, dass das Material nicht verkohlt. Eine leichte Bräunung schadet nicht. Die Dauer des Dörrvorganges lässt sich nicht eindeutig angeben und kann bloss durch die Erfahrung festgestellt werden, da keinerlei äusserliche Zeichen erkennen lassen, ob die Dörrung eine vollständige ist oder nicht. Beeren, die nicht vollständig durchgedörrt sind, lassen sich nicht fein vermahlen und auch die vollständig durchgedörrten Beeren können bloss bei einer Temperatur von höchstens 10  C fein vermahlen werden und auch da bleiben sie kaum länger als 3-4 Stunden mahlfähig, wenn sie . nach vollständiger Abkühlung auf Vermahlungstemperatur dem freien Zutritt der kalten Luft ausgesetzt bleiben, während die Mahlfähigkeit bei Luftabschluss später aufhört. 



  Zu der ersten Grundbedingung für die Vermahlbarkeit des Materials, der vollständigen Durchdörrung, gesellt sich also noch eine zweite Bedingung, die niedrige Temperatur, unter der die Vermahlung überhaupt erst möglich wird, und welche 10  C nicht übersehreiten darf. Es ist unter ganz besonderen Umständen noch möglich, eine Vermahlung bei 120 C durchzuführen, doch müsste in diesem Falle die Vermahlung in wenigen Minuten erfolgt sein, was aus praktischen Gründen schwer möglich ist. In der Regel wird es notwendig sein, das Mahlgut auf eine Temperatur unter 50 C abzukühlen, da erst bei dieser   

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 nichts nützt.

   Eine leichte Erwärmung schadet nichts, jedoch muss insbesondere dann, wenn das Material beginnt, seine Mahlfähigkeit zu verlieren, jede Erwärmung vermieden werden, da sonst die Mühle verklebt wird und nicht mehr im Gang erhalten werden kann. 



   Das so erhaltene Pulver wird entweder als solches gegeben, u. zw. eineinhalbstündig ein gehäufter Kaffeelöffel voll beispielsweise bei Ruhr oder andern mit Fieber verbundenen Erkrankungen. In schweren Fällen, besonders bei Influenza und Grippe kann   auch eine grössere   Dosis gegeben werden. Da Schwerkranke das Mittel in Pulverform schwer nehmen können, kann das Medikament in diesem Falle wie folgt bereitet werden : 
 EMI2.2 
 und abkühlen gelassen, bis sich die Flüssigkeit   klärt.   Diese kann dann vom Bodensatz getrennt, mit Syrup vermengt und mit Pfefferminzwasser versetzt werden. Von dieser   Abkochung   kann dann eine Menge von stündlich wenigstens 1-2 Esslöffeln voll eingenommen werden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels aus den Beeren der Eberesche (Vogelbeerbaum, Sorbus aucuparia L), dadurch gekennzeichnet, dass diese Beeren getrocknet, gedörrt und pulverisiert werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beeren bei Vollreife gepflückt, an der Luft vorgedörrt und mittels einer Zerkleinerungsvorrichtung so weit zerldeinert werden, dass die Zellulosehüllen der Beeren geöffnet werden, worauf unter Anwendung künstlicher Wärme, vorteilhaft bei einer Temperatur von 70 bis 80 C die Volldörrung erfolgt, bis alles freie Wasser vollständig entwichen ist, worauf das Material rasch auf eine Temperatur abgekühlt wird, die unter 10 C (vorteilhaft unter 50 C liegt) und innerhalb eines Zeitraumes von wenigen Stunden (ehe noch das Material die Mahlfähigkeit verloren hat) zu feinem Pulver vermahlen wird.
AT109723D 1927-04-29 1927-04-29 Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels aus den Beeren der Eberesche. AT109723B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT109723T 1927-04-29

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT109723B true AT109723B (de) 1928-05-25

Family

ID=3625928

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT109723D AT109723B (de) 1927-04-29 1927-04-29 Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels aus den Beeren der Eberesche.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT109723B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
Bahmani et al. Nephrotoxicity and hepatotoxicity evaluation of Crocus sativus stigmas in neonates of nursing mice
Patro Medicinal plants of India: With special reference to Odisha
Somashekhara Achar et al. Ethno-medico-botanical knowledge of Tiptur taluk in Tumkur district of Karnataka, India
AT109723B (de) Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels aus den Beeren der Eberesche.
CN103520406A (zh) 一种治疗湿疹的中药涂剂及其制备方法
DE102014213548A1 (de) Cannabispräparat
Rao et al. Ethno-veterinary herbal remedies of Gujjars and other folklore communities of Alwar District, Rajasthan, India
Paul et al. Formulation and evaluation of Polyherbal tablet by using Neem, Tulsi, Turmeric and Ginger extract
JP2003012529A (ja) 抗糖尿病剤及びダイエット剤
DE19906016A1 (de) Zubereitung für oral zu verabreichende Nahrungsergänzungs- und/oder Arzneimittel in Form von Tabletten
Sheikh et al. Survey of ethnoveterinary medicine amongst ethnopractitioners of western Uttar-Pradesh province of India
Bhuyan Ethnomedicinal plants used by the Sonowal Kacharis of Dibrugarh district, Assam, India
DE1618696A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Cholinsalicylat-Polygalacturonat
CN110917078B (zh) 天然植物洗发液
Gautam et al. Evaluation of Comparative Anti-arthritic Activity of Traditionally Well Documented Medicinal Plants in Rats.
Uno et al. Comparative effects of sweet potato (Ipomoea batatas) leaf and tuber on male albino rats
DE102018126513A1 (de) Mund- und/oder Zahnpflege- und/oder -reinigungsmittel mit Mineralstoff
Hussein et al. Acute and Sub-Chronic Toxicological Potential of Withania Somnifera Extract on Rats.
DE432053C (de) Verfahren zur Herstellung von Alliumpraeparaten
DE102011053297A1 (de) Substanz für die Zubereitung eines Mundspülmittels
Arya et al. Status and trade of crude drug in Uttarakhand
Maheswari et al. Free radical scavenging activity of Smilax wightii a. DC.(Smilacaceae), an endemic medicinal plant from Western Ghats.
Fernandes et al. In vitro anti-oxidant potential of ethanolic extract of the plant Utricularia reticulata.
Shrivastava Ethnomedicine against jaundice used by Gond and baiga tribes of Mandla District, Madhya Pradesh.
CN120131868A (zh) 中草药对早期断奶仔猪小肠黏膜多屏障功能的调控方法