Befestigungsanordnung für in Fahrzeug-Spoilern angeordnete Kameras
Die Erfindung betrifft eine Befestigungsanordnung für in Fahrzeug-Spoilern angeordnete Kameras.
Die Verwendung von Kameras zur Umfelderfassung von Fahrzeugen ist bekannt. So werden z.B. Rückfahrkameras zur Unterstützung eines Fahrers z.B. beim Einparkvorgang eingesetzt. Die Anordnung und Befestigungsarten einer Rückfahrkamera sind von Fiersteller zu Fiersteller und teils auch von Fahrzeugmodell zu Fahrzeugmodell unterschiedlich. Es kann z.B. lediglich eine Rückfahrkamera am Fleckbereich des Fahrzeugs angeordnet sein, die entweder stets sichtbar oder ausklappbar hinter einem Emblem vorgesehen ist. Wenn das Fahrzeug eine Rundumsicht (birdview) bereitstellt, können weitere Kameras im Frontbereich und in den Außenspiegeln vorhanden sein. Auch ist bereits z.B. aus der US 2019/0237866 A1 bekannt, eine Kombination aus Antennen- und Kamerasystem in einer sogenannten Sharkfin-Anordnung am Dach eines Fahrzeugs vorzusehen, wobei hier das Problem der gegenseitigen elektrischen Beeinflussung von Antenne und Kamera gelöst werden muss.
Im Fleckbereich des Fahrzeugs angebrachte Kameras werden in Funktionselemente wie Taster, Blenden oder ähnliches integriert, oder mit einem zumindest teilweise sichtbaren Träger direkt an der Fleckklappe befestigt. Rückfahrkameras sind häufig in einem an einem oberen Bereich der Fleckklappe des Fahrzeugs vorgesehenen Spoiler angeordnet, wie z.B. aus der US 2020/0108877 A1 bekannt. Dies hat den Vorteil, dass lediglich die Kameralinse nach außen hin sichtbar ist, aber ihr Gehäuse mit der Elektronik und die Verkabelung im Flohlraum zwischen Spoiler und Fleckklappen-Blech verdeckt sind.
Die Befestigung einer Kamera in einem Heckspoiler erfolgt, indem die Kamera zunächst im Spoiler befestigt und dann gemeinsam mit dem Spoiler am Fahrzeugrohbau montiert wird.
Es ist eine Aufgabe dieser Erfindung, eine verbesserte Befestigungsanordnung für in Fahrzeug-Spoilern angeordnete Kameras bereitzustellen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Bei einer Kameraintegration in einen (großen) Heckspoiler müssen die Kamera und gegebenenfalls ihr Träger (Kameraträger) innerhalb des Spoilers befestigt werden. Lediglich die Linse ist nach außerhalb des Spoilers sichtbar. Dabei muss eine wasserdichte Schnittstelle, insbesondere der Verkabelung, zur Kamera hin gewährleistet sein. Dies erfolgt bisher durch entsprechende Steckverbindungen und/oder Abdichtverfahren für einzelne Litzen, je nach Art des verwendeten Kabels. Aufgrund der Montage, bei welcher die Kamera am Spoiler befestigt und erst dann mit dem Heckklappen-Blech verbunden wird, wird ferner die Position der Kamera alleine durch den Spoiler definiert. Bei einer Verklebung zwischen Spoiler und Kameraträger zum Heckklappen-Blech kann ferner die Dichtigkeit des Kameraträgers durch Toleranzabweichungen beeinträchtigt werden. Zur Verbesserung dieser Probleme wird nachfolgend eine verbesserte Befestigungsanordnung für eine Spoiler-Kamera eines Fahrzeugs vorgeschlagen.
Vorgeschlagen wird eine Befestigungsanordnung für eine Kamera, die innerhalb eines an einem Bereich einer Karosserie oder eines Heckklappen-Blechs eines Fahrzeugs zu befestigenden Spoilers angeordnet ist, aufweisend einen an der Außenseite der Karosserie oder an einem Heckklappen-Blech des Fahrzeugs vor Montage des Spoilers befestigten Kameraträger mit derart darin angeordneter Kamera, dass eine Linse der Kamera nach außerhalb des Fahrzeugs blickt. Der Spoiler ist derart gebildet, dass er eine Ausnehmung für die Linse der Kamera sowie Befestigungsmittel zur Befestigung an der Karosserie oder an dem Heckklappen-Blech aufweist, wobei er bei Montage über den Kameraträger und die Kamera derart befestigt wird, dass er nach Montage an der Linse in Bezug zur Karosserie oder dem Heckklappen-Blech ausgerichtet ist.
Durch die vorgeschlagene Befestigungsanordnung kann eine Kamera mit einem Abstand zur Karosserie und von außerhalb der Karosserie in einfacherWeise montiert werden.
Des Weiteren ist vorgesehen, dass der Kameraträger zur Karosserie oder dem Heckklappen-Blech und zur Kamera wasserdicht abschließt. Somit können die Kabel im trockenen Bereich geführt werden und es ist keine aufwändige Abdichtung dafür nötig.
Des Weiteren ist vorgesehen, dass die Befestigungsmittel als Gleitmuttern gebildet sind und die Karosserie oder das Heckklappen-Blech zu den Gleitmuttern korrespondierende Verschraubungen aufweist. Somit wird der Spoiler sicher befestigt, kann aber Toleranzen z.B. aufgrund thermischer Ausdehnung ausgleichen. Außerdem kann er so an der Linse ausgerichtet werden.
Des Weiteren ist vorgesehen, dass eine Hülse vorgesehen ist, die über die Linse auf die Kamera oder den Kameraträger vor Montage des Spoilers aufbringbar ist und mit der Ausnehmung des Spoilers für die Linse nach Montage zumindest an Teilbereichen davon in Kontakt und mit der Linse nicht in Kontakt ist. Somit kann die empfindliche Linse vor mechanischer Belastung geschützt werden, aber dennoch eine Ausrichtung des Spoilers an der Linse erfolgen. Außerdem kann so ein Spalt bzw. eine Fuge zwischen Linse (bzw. deren Gehäuse) und Kameraträger verringert und/oder abgedeckt werden.
Des Weiteren ist vorgesehen, dass die Hülse Klammern aufweist, mit welchen die Hülse am Kameraträger zur Fixierung der Kamera an diesem befestigbar ist. Somit kann die Hülse in einfacher, aber effektiver Art und Weise befestigt werden.
Des Weiteren ist vorgesehen, dass benachbart zur Kamera eine Waschdüse an der Karosserie oder dem Heckklappen-Blech befestigt ist, wobei der Spoiler eine separate Ausnehmung für die Waschdüse aufweist. Somit kann die Linse bei Bedarf automatisiert gereinigt werden.
Des Weiteren ist eine Verwendung der Befestigungsanordnung an einem Spoiler an einer Rückseite eines Fahrzeugs vorgesehen.
Des Weiteren ist vorgesehen, dass die Befestigungsanordnung und der Spoiler als oberer Heckspoiler oder unterer Heckspoiler angeordnet sind. Das heißt, dass die Befestigungsanordnung und der Spoiler oberhalb einer rückseitigen Fensterscheibe, und/oder wenn die Fensterscheibe in einer Heckklappe integriert ist, unterhalb einer rückseitigen Fensterscheibe, oder am äußeren Ende einer Kofferraumabdeckung angeordnet ist.
Ferner wird ein Fahrzeug vorgeschlagen, aufweisend die beschriebene Befestigungsanordnung.
Ferner wird ein Montageverfahren der beschriebenen Befestigungsanordnung vorgeschlagen, wobei in einem ersten Schritt die Kamera in dem Kameraträger wasserdicht befestigt wird, und in einem zweiten Schritt das Kameraträger an der Karosserie oder dem Heckklappen-Blech des Fahrzeugs wasserdicht befestigt wird, und in einem dritten Schritt der Spoiler über dem Kameraträger mit der Ausnehmung über der Linse an der Karosserie oder dem Heckklappen-Blech derart befestigt wird, dass er nach Montage an der Linse in Bezug zur Karosserie bzw. dem Heckklappen- Blech ausgerichtet ist.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungsgemäße Einzelheiten zeigt, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Variante der Erfindung verwirklicht sein.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
Fiq. 1 zeigt eine schematische Schnittansicht wichtiger Komponenten der Befestigungsanordnung gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig. 2 zeigt eine Ansicht einer an einem mit dem Heckklappen-Blech verbundenen Kameraträger befestigten Kamera gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig. 3 zeigt eine schematische Schnittansicht einer an einem mit dem Heckklappen- Blech verbundenen Kameraträger befestigten Kamera mit Hülse gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig. 4 zeigt eine Ansicht einer auf eine Kamera aufgebrachten Hülse gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig. 5 zeigt eine Ansicht einer Heckklappe mit einer in einem unteren Spoiler angeordneten Kamera gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung des Ablaufs des Montageverfahrens gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
In den nachfolgenden Figurenbeschreibungen sind gleiche Elemente bzw. Funktionen mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Unter dem Begriff Spoiler 40 sind sowohl klassische, der Aerodynamik dienende Spoiler 40 zu verstehen, als auch zumindest teilweise zur Zierde dienende Spoiler 40, also bewusst aus der Karosserie 1 herausschauende Bereiche, hinter denen sich ein Hohlraum befindet, der mit einer Abdeckung als Blende versehen ist. Solche Spoiler 40 sind in der Regel am Heckbereich eines Fahrzeugs vorgesehen.
Deshalb wird die Erfindung am Beispiel einer Befestigungsanordnung an einem Bereich einer Heckklappe (was auch eine Hecktüre einschließt) eines Fahrzeugs dargestellt. Allerdings kann die Befestigungsanordnung für eine Kamera 30 auch an anderen Bereichen eines Fahrzeugs vorgesehen sein, an denen eine Kamera 30 innerhalb eines Spoilers 40 befestigt werden soll.
Meist sind Spoiler 40 am oberen Bereich der Heckklappe als oberer Heckspoiler vorgesehen, können aber auch an Bereichen unterhalb der Heckscheibe (Fließheck, SUV, allgemein Fahrzeuge mit steil verlaufender Heckscheibe) bzw. am hinteren Ende
einer Kofferraum klappe (Stufenheck-Fahrzeugen, allgemein Fahrzeuge mit von der Fleckscheibe getrenntem Kofferraumdeckel) als unterer Fleckspoiler 2 vorgesehen sein. Untere Fleckspoiler 2 können auch als Gurney bezeichnet werden.
Das Grundkonzept der Erfindung ist, dass die innerhalb des Spoilers 40 vorgesehene Kamera 30 an einem wasserdicht mit der Karosserie 1 verbundenen Kameraträger 20 befestigt wird, wie in der Schnittdarstellung in Figur 1 dargestellt. Im Falle einer Fleckklappe entspricht die Karosserie 1 der Klappen-Außenhaut bzw. dem Fleckklappen-Blech 10. Der Spoiler 40 wird als völlig getrenntes, also eigenständiges, Element darüber montiert und unabhängig von der Kamera 30 zur Karosserie 1 bzw. Klappen-Außenhaut (Fleckklappen-Blech 10) befestigt. Erweist lediglich eine Ausnehmung 42 für die Linse 31 der Kamera 30 auf. Durch die getrennte Montage von Spoiler 40 und Kameraträger 20 ist die Kamera 30 in Bezug auf die Karosserie 1 und nicht auf den Spoiler 40 ausgerichtet und Fierstellungstoleranzen des Spoilers 40 haben keine Auswirkung mehr auf die Ausrichtung der Kamera 30. Außerdem wird dadurch das Montageverfahren vereinfacht und es ist keine aufwändige Kabelabdichtung mehr nötig, da sich die Kabel im sogenannten trockenen Bereich befinden. Dies wird nachfolgend genauer erläutert.
Wie bereits erwähnt, wird die Kamera 30 vollkommen getrennt von dem Spoiler 40 mit einer eigenen Ausrichtung und einer eigenen Abdichtung zum Fleckklappen-Blech 10 (im Falle der Montage an der Fleckklappe) und damit der Karosserie 1 befestigt. Die Fleckklappe ist mit der Karosserie 1 verbunden, um die Beweglichkeit der Fleckklappe zu gewährleisten. Insofern werden hier Fleckklappe und Karosserie 1 synonym verwendet.
Der Kameraträger 20 ist ein reines Funktionsteil ohne Sichtflächen nach außen hin (da vom Spoiler 40 verdeckt) und kann vorteilhaft von außen am Fleckklappen-Blech 10 wasserdicht befestigt, z.B. verschraubt, werden. Der Spoiler 40 wird hinterher darüber geführt und an der Karosserie 1 bzw. dem Fleckklappen-Blech 10 (im Falle der Anordnung an einer Fleckklappe) befestigt. Die Ausrichtung des Spoilers 40 erfolgt somit an der Kamera 30 und nicht, wie bisher, anders herum. Die Befestigung des Spoilers 40 kann entweder über Verschraubungen 12 am Fleckklappen-Blech 10 und entsprechende, als Gegenstücke gebildete Befestigungsmittel 41, z.B. Gleitmuttern, am
Spoiler 40 oder über z.B. Pins und Führungen am Kameraträger 20 geschehen. Die Befestigungsmittel 41 am Spoiler 40 sind so gebildet, dass sie mit den Verschraubungen 12 zur Montage in beweglicher Verbindung stehen. Dies ermöglicht einen Toleranz- und Spannungsausgleich bei der Montage, genauer der Ausrichtung auf die Kamera, und auch bei einer thermischen Verformung des Spoilers 40. Der Spoiler 40 beeinflusst damit weder die Position, Montage, noch Dichtigkeit der Kamera 30 oder ihres Kameraträgers 20.
In einer Ausführung sind die als Gleitmuttern gebildeten Befestigungsmittel 41 im Spoiler 40 vormontiert. Wenn die Schrauben der Verschraubungen 12 angezogen sind, bleiben die Gleitmuttern an gleicher Stelle am Spoiler 40, da sie dann damit verschraubt sind, und der Spoiler 40 gleitet dann auf den Gleitmuttern.
Die Öffnung 11 , welche bisher als Montagehilfe für den Spoiler 40 dient, kann damit deutlich kleiner ausfallen als bisher.
Bisher wurde die Kamera 30 zuerst am Spoiler 40 montiert, was im montierten Zustand nicht sichtbar ist. Der Spoiler 40 wurde dann zusammen mit der daran montierten Kamera 30 über eine Öffnung 11 an dem Heckklappen-Blech 10 ausgerichtet und daran befestigt. Eine zusätzliche Befestigung erfolgte über Verschraubungen 12 am Heckklappen-Blech 10 und entsprechende, als Gegenstücke gebildete Befestigungsmittel 41 am Spoiler 40, wie auch erfindungsgemäß auf die neue Befestigungsart angepasst vorgesehen und in Figur 2 gezeigt. Nachteilig an der Montage des Kameraträgers 20 mit der Kamera 30 am Spoiler 40 ist, dass die Dichtigkeit des Kameraträgers 20 durch Toleranzabweichungen bei der Befestigung am Heckklappen-Blech 10 beeinträchtigt werden kann, und dass die Position der Kamera 30 durch den Spoiler 40 definiert wird. Problematisch ist außerdem die elektrische Verkabelung. Diese muss wasserdicht sein, da sie sich im nassen Bereich innerhalb des Spoilers 40 (also im Hohlraum zwischen Karosserie und Spoiler 40 bzw. Außenblende) befindet. Es müssen also wasserdichte Stecker vorgesehen werden, die teils sehr dick sein können, was die Kabelführung von innerhalb der Karosserie 1 über die vorgesehenen Durchführungen zum Spoiler 40 hin erschwert. Auch ist die benötigte Kabellänge ein Problem, da zur Montage der Kamera 30 eine größere Länge nötig ist als später im eingebauten Zustand. Diese Überlänge muss innerhalb des Hohlraums
des Spoilers 40 versteckt werden, was zusätzlichen Montageaufwand nach sich zieht. Ein weiteres Problem der Befestigung des Kameraträgers 20 ist, dass das die Außenhaut des Spoilers 40 selbst sehr dünn ist, so dass der Kameraträger 20 nicht daran verschraubt werden kann, wie dies z.B. im Falle von Kameras im relativ dicken Kunststoff von Außenspiegeln möglich ist.
Bei Kameras im Stand der Technik, die direkt an der Karosserie 1 befestigt sind, ist der Kameraträger innerhalb der Karosserie 1 vorgesehen und nur die Linse 31 der Kamera 30 schaut nach außerhalb. Sie ist also bündig mit der Außenhaut des Fahrzeugs. Es sind auch Kameras 30 verfügbar, die als Anbauteil, also mit einer Abdeckung versehen, leicht aus der Karosserie 1 herausschauend sind. Diese sind wie bereits beschrieben, so befestigt, dass die Karosserie 1 zwischen Linse 31 und Gehäuse der Kamera 30 ist. Dies kann in vielen Fällen sinnvoll sein, aber nicht in allen Fällen. Insbesondere wenn der Sichtbereich für die Kamera 30 aufgrund der Karosserieform eingeschränkt ist, wie in Figur 5 anhand eines unteren Heckspoilers 2, also eines Spoilers 40 am unteren Bereich der Heckklappe des Fahrzeugs, gezeigt, kann die Kamera 30 nicht unbedingt bündig mit der Karosserie 1 angeordnet werden. Bisherige Kameras 30 stehen aber entweder nicht von der Karosserie 1 ab, da das Gehäuse der Kamera 30 nicht, wie erfindungsgemäß vorgesehen, am Außenbereich des Fahrzeugs vorgesehen ist, oder sind kompliziert in einem Spoiler 40 montiert, oder sind als sichtbares Anbauteil direkt am Außenbereich des Fahrzeugs montiert.
Bisher gibt es keine einfach zu montierende, innerhalb eines Spoilers 40, insbesondere eines unteren Heckspoilers 2, vorgesehene Kamera 30. Durch die vorgeschlagene Befestigungsanordnung besteht der Vorteil gegenüber bisher bekannten, in Spoilern 40 montierten Kameras 30, dass die Kabel stets im trockenen Bereich geführt werden, da sie innerhalb des mit der Karosserie 1 wasserdicht (z.B. mittels entsprechenden Dichtungen) verbundenen Kameraträgers 20 und danach im Innenbereich der Karosserie 1 geführt sind. Die Kamera 30 ist im Kameraträger 20 ebenfalls wasserdicht befestigt. Somit ist keine komplizierte Abdichtung einzelner Kabel oder Litzen nötig. Auch ist aufgrund der direkten Montage des Kameraträgers 20 auf dem Heckklappen- Blech 10 bzw. der Karosserie 1 keine Überlänge bei den Kabeln nötig. Somit wird die Montage gleich mehrfach vereinfacht.
Da die Linse 31 sehr empfindlich auf Berührung und generell mechanische Belastung ist, kann in einer weiteren Ausführung eine gleichzeitig als Zentrierhülse dienende Hülse 50 vorgesehen sein, welche über die Linse 31 aufgebracht wird, wie in Figuren 3 und 4 gezeigt. Diese dient damit sowohl zum Schutz der Linse 31 als auch, um die aufgrund der eigenständigen Verbindung von Kamera 30 bzw. Kameraträger 20 und Spoiler 40 mit dem Heckklappen-Blech 10 benötige große Toleranz und damit große und teils auch asymmetrische Ausnehmung 42, d.h. Fuge zur Linse 31 , optisch auszugleichen. Die Hülse 50 ist hierfür spielfrei (also in Kontakt) zum Kameraträger 20 befestigt, hat aber Spiel zur Linse 31 , so dass Toleranzen zwischen Linse 31 und deren Gehäuse zu keiner Verspannung gegen die Linse 31 führen. Die Hülse 50 ragt in die Fuge der Ausnehmung 42 zwischen Kamera 30 und Spoiler 40 und erlaubt eine Ausrichtung des Spoilers 40 mit Kontakt zur Hülse 50 inklusive Last, aber ohne die Linse 31 mit dieser Kraft zu belasten. Gleichzeitig verdeckt sie damit große Teile der Fuge, so dass dahinterliegende Gehäuseteile etc. nach außen möglichst gut verdeckt sind.
Die Hülse 50 kann in einer Ausführung auch als Fixierung der Kamera 30 am Kameraträger 20 dienen, wie z.B. in Figuren 3 und 4 gezeigt. Hierfür können Klammern 51 vorgesehen sein, mit welchen die Hülse 50 über den Kameraträger 20 aufgeklipst werden kann.
In einerweiteren Ausführung kann eine Waschdüse 60 zur Reinigung der Linse 31 vorgesehen sein. Die Waschdüse 60 ist dabei je nach Ausführung benachbart zur Linse 31, aber in einer separaten Ausnehmung im Spoiler 40 vorgesehen. Auch sie ist am Heckklappen-Blech 10 bzw. der Karosserie 1 befestigt, ist also ebenfalls unabhängig vom Spoiler 40. Die Waschdüse 60 ist so angeordnet und konstruiert, dass sie die Linse 31 bei Bedarf reinigen kann. Hierfür kann die Waschdüse 60 auch ausfahrbar gebildet sein.
Die Erfindung wurde im Hinblick auf lediglich eine in einem Spoiler 40 verbaute Kamera 30 beschrieben. Es ist aber auch möglich, mehrere Kameras 30 in einem Spoiler 40 zu verbauen, die auch andere Ausrichtungen aufweisen können, um z.B. einen größeren Bereich der Rückseite des Fahrzeugs abzudecken.
In allen Fällen dient die Kamera 30 dazu, dem Fahrer einen besseren Überblick über sein Fahrzeug und die nähere Umgebung zu verschaffen, z.B. beim Einparken. In zukünftigen Anwendungen können Kameras 30 am Außenbereich des Fahrzeugs auch für das hochautomatisierte und autonome Fahren eingesetzt werden, z.B. um eine Auffahrwarnung zu realisieren.
Wie bereits beschrieben ist das Montageverfahren im Vergleich zu bisherigen Montageverfahren deutlich vereinfacht. Montageverfahren der beschriebenen Befestigungsanordnung erfolgt nämlich, wie in Figur 6 dargestellt, indem in einem ersten Schritt S1 die Kamera 30 in dem Kameraträger 20 wasserdicht befestigt wird, und in einem zweiten Schritt S2 der Kameraträger 20 an der Karosserie 1 oder dem Fleckklappen-Blech 10 des Fahrzeugs wasserdicht befestigt wird, und in einem dritten Schritt S3 der Spoiler 40 über dem Kameraträger 20 mit der Ausnehmung 42 über der Linse 31 an der Karosserie 1 oder dem Heckklappen-Blech 10 derart befestigt wird, dass er nach Montage an der Linse 31 in Bezug zur Karosserie 1 bzw. dem Heckklappen-Blech 10 ausgerichtet ist.
Bezuqszeichenliste
1 Karosserie
2 unterer Heckspoiler
10 Heckklappen-Blech
11 Öffnung zum Ausrichten des Spoilers
12 Verschraubungen für Spoiler
20 Kameraträger
30 Kamera
31 Linse
40 Spoiler
41 Befestigungsmittel bzw. Gegenstücke zu 12
42 Ausnehmung für 31
50 Hülse
51 Klammern
60 Waschdüse