Verfahren und Vorrichtung zur Kalibrierung
einer diffraktiven Messstruktur
Die vorliegende Anmeldung beansprucht die Priorität der Deutschen Patent- anmeldung DE 10 2017 221 005.2, angemeldet am 23. November 2017. Der Inhalt dieser DE-Anmeldung wird durch Bezugnahme („incorporation by reference“) mit in den vorliegenden Anmeldungstext aufgenommen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kalibrierung einer diffraktiven Messstruktur.
Stand der Technik
Mikrolithographie wird zur Herstellung mikrostrukturierter Bauelemente, wie beispielsweise integrierter Schaltkreise oder LCD’s, angewendet. Der Mikro- lithographieprozess wird in einer sogenannten Projektionsbelichtungsanlage durchgeführt, welche eine Beleuchtungseinrichtung und ein Projektions- objektiv aufweist. Das Bild einer mittels der Beleuchtungseinrichtung be- leuchteten Maske (= Retikel) wird hierbei mittels des Projektionsobjektivs auf ein mit einer lichtempfindlichen Schicht (Photoresist) beschichtetes und in der Bildebene des Projektionsobjektivs angeordnetes Substrat (z.B. ein Siliziumwafer) projiziert, um die Maskenstruktur auf die lichtempfindliche Beschichtung des Substrats zu übertragen.
In der Praxis besteht ein Bedarf, eine Verzeichnung sowie Wellenfrontfehler des Projektionsobjektivs möglichst exakt zu bestimmen. Hierzu bekannte Messanordnungen sind lediglich beispielhaft und schematisch in Fig. 8a-8c dargestellt.
Fig. 8a zeigt schematisch einen Messaufbau zur Bestimmung von Wellen- frontfehlern eines Projektionsobjektivs 810 über Scherinterferometrie, wobei eine in der Objektebene des zu vermessenden Projektionsobjektivs 810 an- geordnete Messmaske 811 in Form eines zweidimensionalen Schergitters und ein in der Bildebene des Projektionsobjektivs 810 angeordnetes Beu- gungsgitter 812 derart aufeinander abgestimmt werden, dass bei Abbildung der Messmaske 811 auf das Beugungsgitter 812 ein Überlagerungsmuster in Form eines Interferogramms entsteht, welches mit einem ortsauflösenden (z.B. kamerabasierten) Detektor 813 erfasst und ausgewertet wird.
Fig. 8b zeigt schematisch einen Aufbau zur Realisierung einer ebenfalls zur Bestimmung von Wellenfrontfehlern einsetzbaren Luftbildmesstechnik, wobei eine in der Objektebene eines zu vermessenen Projektionsobjektivs 820 befindliche, Teststrukturen aufweisende Objektmaske 821 über das
Projektionsobjektiv 820 auf eine (ggf. defokussierte) Bildebene abgebildet und mit einem Detektor 822 aufgezeichnet wird.
Fig. 8c zeigt einen Aufbau zur Bestimmung der Verzeichnung über Moire- Messtechnik, bei welchem ein in der Objektebene eines zu vermessenden
Projektionsobjektivs 830 angeordnetes erstes Gitter 831 auf ein in der Bild- ebene des Projektionsobjektivs 830 angeordnetes zweites Gitter 832 (auch als„Moire-Maske“ bezeichnet) projiziert und die jeweils durch diese Anord- nung transmittierte Lichtintensität mit einem Detektor 833 gemessen wird.
Den vorstehend beschriebenen Messverfahren ist gemeinsam, dass jeweils wenigstens eine diffraktive Messstruktur in Form der eingesetzten Masken bzw. Gitter verwendet wird.
Ein hierbei in der Praxis auftretendes Problem ist, dass die tatsächliche beugende Wirkung solcher diffraktiven Messstrukturen aufgrund unter- schiedlicher Ursachen von der jeweils vorgegebenen bzw. gewünschten Wirkung abweichen kann. Zu diesen Ursachen können z.B. Fertigungsfehler infolge von im Maskenfertigungsprozess aufgetretenen Prozess- abweichungen gehören, aber auch die dreidimensionale Topographie der Maske, welche z.B. je nach Beleuchtungsrichtung unterschiedliche Abschat- tungseffekte an in der jeweiligen Maskenstruktur vorhandenen Stufen oder Kanten zur Folge haben kann.
Des Weiteren werden z.B. bei der interferometrischen Vermessung der Oberfläche einzelner optischer Elemente (insbesondere zur hochgenauen Prüfung der in der Beleuchtungseinrichtung oder im Projektionsobjektiv ver- wendeten Spiegel oder Linsen) computergenerierte Hologramme (CGHs) eingesetzt. Bei solchen CGH's handelt es sich um Phasengitter bzw. Phasenmasken. Die Kalibrierung der jeweiligen Messstrukturen stellt nicht nur bei Transmissionsmasken, sondern auch bei solchen Phasenmasken aufgrund der je nach Beleuchtungsrichtung unterschiedlichen Phasen- Verzögerungswirkung eine anspruchsvolle Herausforderung dar.
Fig. 7a-7b dienen zur Veranschaulichung der vorstehenden genannten Maskentypen. Fig. 7a zeigt lediglich schematisch eine Transmissionsmaske 710, welche aus Materialien bzw. Bereichen 710a, 710b mit unterschiedlich großer Absorption aufgebaut ist und somit eine ortsabhängige Abschwä- chung des hindurchtretenden Lichts bewirkt. Fig. 7b zeigt ebenfalls lediglich schematisch eine Phasenmaske 720, welche (bei im Idealfall örtlich konstanter Transmission) für hindurchtretendes Licht aufgrund einer Ober- flächenstrukturierung 721 eine ortsabhängig variierende Phasenverzöge- rung bewirkt.
Zum Stand der Technik wird lediglich beispielhaft auf Hoppe, W.: "Beugung im inhomogenen Primärstrahlwellenfeld. I. Prinzip einer Phasenmessung
von Elektronenbeungungsinterferenzen". Acta Crystallographica Section A. 25 (4): 495, 1969, verwiesen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Vor dem obigen Flintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kalibrierung einer diffraktiven Mess- struktur bereitzustellen, welche bei Verwendung der jeweiligen Messstruktur, insbesondere in Messanordnungen zur Vermessung von Verzeichnungs- und/oder Wellenfrontfehlern oder bei der hochgenauen Prüfung optischer Elemente, die Erzielung höherer Messgenauigkeiten unter zumindest teil- weiser Vermeidung der vorstehend beschriebenen Probleme ermöglicht. Diese Aufgabe wird durch das Verfahren gemäß den Merkmalen des unab- hängigen Patentanspruchs 1 bzw. die Vorrichtung gemäß den Merkmalen des nebengeordneten Patentanspruchs 14 gelöst.
Ein Verfahren zur Kalibrierung einer diffraktiven Messstruktur weist folgende Schritte auf:
- Aufnehmen, unter Beleuchtung der Messstruktur über eine Beleuch- tungseinrichtung, einer Mehrzahl von Beugungsbildern, welche sich hinsichtlich des zum jeweiligen Beugungsbild beitragenden Bereichs der Messstruktur voneinander unterscheiden; und
- Ermitteln von Transmissionseigenschaften und/oder Reflexions- eigenschaften der diffraktiven Messstruktur auf Basis dieser Mehrzahl von Beugungsbildern;
wobei die Schritte des Aufnehmens einer Mehrzahl von Beugungsbildern und des Ermittelns von Transmissionseigenschaften und/oder Reflexionsei- genschaften der diffraktiven Messstruktur in einer Mehrzahl von Aufnah- mesequenzen wiederholt durchgeführt werden, wobei sich diese Aufnahme- sequenzen hinsichtlich der bei der Beleuchtung der diffraktiven Messstruktur
jeweils eingestellten Beleuchtungswinkel, unter welchen die diffraktive Messstruktur beleuchtet wird, voneinander unterscheiden.
Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass grundsätzlich basierend auf der Aufnahme einer Mehrzahl von unterschiedlichen Beugungsbildern der jeweils zu untersuchenden diffraktiven Messstruktur eine Rekonstruktion der Transmissionseigenschaften und/oder Reflexionseigenschaften der Messstruktur (d.h. eine Rekonstruktion von Amplitude und Phase der elektromagnetischen Strahlung nach deren Wechselwirkung mit der betref- fenden diffraktiven Struktur bzw. Maske) unter Anwendung von für sich be- kannten Rekonstruktionsalgorithmen erfolgen kann. Von dieser Überlegung ausgehend liegt der Erfindung nun insbesondere das Konzept zugrunde, dieses Prinzip der Aufnahme unterschiedlicher Beugungsbilder mit einer Variation der bei Beleuchtung der jeweiligen diffraktiven Messstruktur einge- stellten Beleuchtungsrichtung bzw. des verwendeten Beleuchtungssettings zu kombinieren und so die Transmissionseigenschaften (bzw. die Reflexionseigenschaften, z.B. bei Verwendung von für den EUV-Bereich ausgelegten Masken) der diffraktiven Messstruktur für unterschiedliche Ein- fallswinkel zu bestimmen.
Mit anderen Worten wird erfindungsgemäß im Wege einer Tomographie die zu kalibrierende diffraktive Messstruktur aus unterschiedlichen Richtungen untersucht mit der Folge, dass über die hierbei realisierte, beleuchtungswin- kelabhängige Charakterisierung der Transmissionseigenschaften bzw. Reflexionseigenschaften letztlich eine Kalibrierung erzielt wird, welche die eingangs beschriebenen Effekte der dreidimensionalen Topographie der jeweiligen Messstruktur berücksichtigt.
Insbesondere bei den vorstehend beschriebenen Messverfahren (Bestim- mung von Wellenfrontfehlern oder Verzeichnung eines Projektionsobjektivs sowie hochgenaue Oberflächenprüfung optischer Elemente) kann somit aufgrund der typischerweise in diesen Anwendungen jeweils erfolgenden Beleuchtung der jeweiligen Messstruktur aus unterschiedlichen Beleuch-
tungsrichtungen im Ergebnis eine signifikante Erhöhung der jeweils erzielten Messgenauigkeit erreicht werden.
Gemäß einer Ausführungsform umfasst die Variation der bei der Beleuch- tung der diffraktiven Messstruktur jeweils eingestellten Beleuchtungswinkel eine Einstellung unterschiedlicher Beleuchtungssettings über die Beleuch- tungseinrichtung.
Gemäß einer Ausführungsform weist die Beleuchtungseinrichtung eine Spiegelanordnung mit einer Mehrzahl unabhängig voneinander einstellbarer Spiegelelemente auf.
Gemäß einer Ausführungsform erfolgt eine Variation des Beleuchtungsset- tings unter Auswahl unterschiedlicher, zur Beleuchtung der diffraktiven Messstruktur beitragender Spiegelelemente der Spiegelanordnung.
Gemäß einer Ausführungsform umfasst die Variation der bei der Beleuch- tung der diffraktiven Messstruktur jeweils eingestellten Beleuchtungswinkel ein Verkippen der Messstruktur.
Gemäß einer Ausführungsform erfolgt im Schritt des Aufnehmens einer Mehrzahl von Beugungsbildern eine Variation des zum jeweiligen Beu- gungsbild beitragenden Bereichs der diffraktiven Messstruktur unter Ver- wendung wenigstens einer im optischen Strahlengang verschiebbaren Blende oder unter Austausch einer im optischen Strahlengang befindlichen Blende gegen wenigstens eine Blende mit abweichender Geometrie.
Gemäß einer Ausführungsform erfolgt im Schritt des Aufnehmens einer Mehrzahl von Beugungsbildern eine Variation des zum jeweiligen Beugungsbild beitragenden Bereichs der diffraktiven Messstruktur derart, dass jeweils benachbarte, zu unterschiedlichen Beugungsbildern beitragen- de Bereiche der Messstruktur einander überlappen.
Gemäß einer Ausführungsform ist die diffraktive Messstruktur eine Phasen- maske, insbesondere ein computergeneriertes Hologramm (CGH).
Gemäß einer Ausführungsform ist die diffraktive Messstruktur eine Trans- missionsmaske zur ortsabhängigen Abschwächung auftreffender elektro- magnetischer Strahlung.
Gemäß einer Ausführungsform ist die diffraktive Messstruktur eine Mess- struktur zur Verwendung in einer Anordnung zur Wellenfront- oder Ver- zeichnungsmessung eines optischen Systems, insbesondere für die Mikro- lithographie, oder eine Messstruktur zur Verwendung in einer Anordnung zur interferometrischen Prüfung der Oberfläche (insbesondere der Passe bzw. Form) eines optischen Elements, insbesondere für die Mikrolithographie.
Gemäß einer Ausführungsform erfolgt das Aufnehmen einer Mehrzahl von Beugungsbildern, während die diffraktive Messstruktur in dieser Anordnung eingebaut ist.
Gemäß einer Ausführungsform erfolgt das Ermitteln von Transmissions- eigenschaften und/oder Reflexionseigenschaften der diffraktiven Messstruk- tur unter Anwendung eines Rekonstruktionsalgorithmus, bei welchem durch Auswertung der Mehrzahl von Beugungsbildern Amplitude und Phase eines in Lichtausbreitungsrichtung nach der diffraktiven Messstruktur vorliegenden elektromagnetischen Feldes rekonstruiert werden.
Gemäß einer Ausführungsform wird auf Basis der Rekonstruktion eine Transferfunktion der diffraktiven Messstruktur ermittelt. Über eine solche Transferfunktion J(x, k) kann die Wechselwirkung einer Photomaske mit einer Lichtwelle beschrieben werden. Dabei ist x die Koordinate im Orts- raum und k der Wellenvektor der einfallenden Lichtwelle (also der Einfall s- winkel). Für eine Wahl von x und k hat J(x, k) die Form einer komplexwerti- gen 2x2 Jones-Matrix, welche die Amplitude des einfallenden elektromagne-
tischen Felds E
in mit der Amplitude des Ausgangsfeldes E
out verknüpft und für eine bestimmte Wellenlänge l definiert ist:
Die Erfindung betrifft weiter auch eine Vorrichtung zur Kalibrierung einer dif- fraktiven Messstruktur, wobei die Vorrichtung dazu ausgelegt ist, ein Verfah- ren mit den vorstehend beschriebenen Merkmalen durchzuführen. Zu Vortei- len sowie vorteilhaften Ausgestaltungen wird auf die Ausführungen im Zu- sammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Bezug genommen.
Des Weiteren betrifft die Erfindung auch eine mikrolithographische Projekti- onsbelichtungsanlage, welche eine Vorrichtung mit den vorstehend be- schriebenen Merkmalen aufweist.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der Beschreibung sowie den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigefügten Abbildun- gen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Es zeigen:
Figur 1-6 schematische Darstellungen zur Erläuterung unterschied- licher Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung;
Figur 7a-7b schematische Darstellungen unterschiedlicher Masken- typen; und
Figur 8a-8c schematische Darstellungen unterschiedlicher Mess- anordnungen zur Erläuterung möglicher Anwendungs- beispiele einer gemäß der Erfindung untersuchten Mess- struktur.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
Im Weiteren werden unterschiedliche Ausführungsbeispiele zur Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. einer Vorrichtung zur Kalibrierung einer diffraktiven Messstruktur unter Bezugnahme auf die schematischen Darstellungen in Fig. 1-6 beschrieben. Diesen Ausführungsbeispielen ist gemeinsam, dass das für sich bekannte Prinzip, nämlich aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Beugungsbildern einer diffraktiven Struktur unter An- wendung eines Rekonstruktionsalgorithmus die Transmissionseigenschaften und/oder Reflexionseigenschaften dieser Messstruktur zu bestimmen, für voneinander verschiedene Einfallswinkel der auf die Messstruktur auftref- fenden Beleuchtungsstrahlung realisiert wird und somit im Ergebnis die Transmissionseigenschaften und/oder Reflexionseigenschaften der zu kalib- rierenden diffraktiven Messstruktur winkelaufgelöst für unterschiedliche Einfallswinkel erhalten werden. Hinsichtlich geeigneter Rekonstruktions- algorithmus wird in diesem Zusammenhang beispielhaft auf Hoppe, W.: "Beugung im inhomogenen Primärstrahlwellenfeld. I. Prinzip einer Phase n- messung von Elektronenbeungungsinterferenzen". Acta Crystallographica Section A. 25 (4): 495, 1969, verwiesen.
Fig. 1 zeigt zunächst zur Veranschaulichung dieses Prinzips eine diffraktive Messstruktur 110 sowie einen flächig messenden, z.B. kamerabasierten Detektor 130 (beispielsweise in Form einer CCD-Kamera), über welchen ein durch die diffraktive Struktur 110 bei deren Beleuchtung mit Beleuchtungs- licht 101 erzeugtes Beugungsbild aufgenommen werden kann. Mit„120“ ist eine bezogen auf den Lichtweg vor der diffraktiven Struktur 110 im opti-
sehen Strahlengang verschiebbar angeordnete Blende bezeichnet. Durch Verschiebung der Blende 120 in einer wie durch die eingezeichneten Pfeile angedeutet quer zur Lichtausbreitungsrichtung bzw. parallel zur diffraktiven Messstruktur 110 befindlichen Ebene kann der zum jeweiligen Beugungsbild beitragende Bereich der diffraktiven Messstruktur variiert werden mit der Folge, dass für unterschiedliche Verschiebestellungen der Feldebene 120 jeweils unterschiedliche Beugungsbilder aufgenommen und einem für sich bekannten geeigneten Rekonstruktionsalgorithmus zur Ermittlung einer Transferfunktion der diffraktiven Messstruktur 110 zugrundegelegt werden können.
Erfindungsgemäß wird nun insofern zusätzlich eine Untersuchung der diffraktiven Messstruktur 110 aus unterschiedlichen Richtungen im Sinne ei- ner Tomographie dadurch realisiert, dass die vorstehend beschriebene Messsequenz für unterschiedliche Einfallswinkel der auf die diffraktive Messstruktur 110 auftreffenden Beleuchtungsstrahlung 101 wiederholt durchgeführt wird. Im Ergebnis wird auf diese Weise eine Kalibrierung der diffraktiven Messstruktur 110 unter Berücksichtigung der (z.B. durch die 3- dimensionale Topographie der Messstruktur bewirkten) Winkelabhängigkeit der Transmissionseigenschaften bzw. der Reflexionseigenschaften der Messstruktur 110 erzielt.
In Ausführungsformen der Erfindung können die vorstehend beschriebenen Aufnahmesequenzen zur Aufnahme einer Mehrzahl von Beugungsbildern ferner auch für unterschiedliche Polarisationsrichtungen der Beleuchtungs- Strahlung 101 wiederholt werden, wodurch zusätzlich eine i.A. gegebene Abhängigkeit der Transferfunktion der diffraktiven Struktur 110 von der Polarisationsrichtung der auftreffenden elektromagnetischen Strahlung be- rücksichtigt werden kann.
Die Erfindung ist hinsichtlich der konkreten Realisierung der vorstehend be- schriebenen Variation des Einfallswinkels der auf die zu kalibrierende diffraktive Messstruktur auftreffenden Beleuchtungsstrahlung nicht weiter
eingeschränkt. In Ausführungsformen kann die besagte Einfallswinkelvaria- tion unter Verwendung einer Spiegeleinrichtung mit einer Mehrzahl von (ge- gebenenfalls unabhängig voneinander verstellbaren) Spiegelelementen rea- lisiert werden, wobei z.B. für unterschiedliche Aufnahmesequenzen jeweils andere der Spiegelelemente dieser Spiegelanordnung zur Beleuchtung der Messstruktur beitragen können. Gegebenenfalls kann eine derartige Spiegelanordnung auch bereits in der eigentlichen Messanordnung, in welcher die zu kalibrierende diffraktive Messstruktur zum Einsatz kommen soll (und bei der es sich z.B. um eine Anordnung zur Verzeichnungs- messung oder zur Bestimmung von Wellenfrontfehlern handeln kann), vor- handen sein und für die Einfallswinkelvariation genutzt werden.
Die zu kalibrierende diffraktive Messstruktur kann sich weiter insbesondere bereits im Einbauzustand der besagten Messanordnung befinden, wie ledig- lich schematisch in Fig. 2 dargestellt ist. Hierbei sind zu Fig. 1 analoge bzw. im Wesentlichen funktionsgleiche Komponenten mit um„100“ erhöhten Be- zugsziffern bezeichnet. Die diffraktive Messstruktur 210 befindet sich gemäß Fig. 2 wie vorstehend beschrieben bereits im Einbauzustand, wobei sie be- zogen auf die Lichtausbreitungsrichtung nach dem letztlich zu vermessen- den Prüfling 240 (z.B. Projektionsobjektiv) angeordnet ist. Diese Ausgestal- tung hat u.a. den Vorteil, dass ein separater Messaufbau für die Kalibrierung entbehrlich ist, wobei bei der Ermittlung der Transferfunktion der diffraktiven Messstruktur 210 zudem bereits Effekte aufgrund der Einbaulage (z.B. infol- ge mechanischer Spannungen) von der erfindungsgemäßen Kalibrierung er- fasst werden. Zudem kann die erfindungsgemäße Kalibrierung jederzeit nach Verwendung der Messanordnung (z.B. unter Anwendung eines der in Fig. 8a-8c dargestellten Messkonzepte) wiederholt werden, ohne dass ein Ausbau der diffraktiven Messstruktur aus der Messanordnung erforderlich ist.
Die in den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen zur Variation des zu den einzelnen Beugungsbildern jeweils beitragenden Bereichs der Mess- struktur eingesetzte Blende kann in einer Feldebene oder feldnahen Ebene
angeordnet sein. Die Erfindung ist jedoch nicht hierauf beschränkt, so dass auch Anordnungen in einer feldfernen Ebene (außerhalb einer Pupillen- ebene) möglich sind. Hiermit wird ausgenutzt, dass die Projektion der betref- fenden Blende auf die zu kalibrierende diffraktive Messstruktur nicht not- wendigerweise im Intensitätsverlauf scharf begrenzt sein muss, sondern auch einen kontinuierlichen Intensitätsverlauf aufweisen kann. Die Verwen- dung einer feldfernen Maske ist lediglich schematisch in Fig. 3 dargestellt, wobei zu Fig. 1 analoge bzw. im Wesentlichen funktionsgleiche Komponen- ten mit um„200“ erhöhten Bezugsziffern bezeichnet sind.
Die erfindungsgemäße Variation der Einfalls- bzw. Beleuchtungswinkel, unter welchen die Beleuchtungsstrahlung auf die zu kalibrierende diffraktive Messstruktur auftrifft, kann in Ausführungsformen auch durch Verkippen der diffraktiven Messstruktur erreicht werden, wie in Fig. 4 schematisch darge- stellt ist. Dabei sind wiederum zu Fig. 1 analoge bzw. funktionsgleiche Kom- ponenten mit um„300“ erhöhten Bezugsziffern bezeichnet.
Die erfindungsgemäße Durchführung von Aufnahmesequenzen (entspre- chend der Aufnahme einer Mehrzahl von Beugungsbildern, die sich hinsicht- lich des jeweils beitragenden Bereichs der zu kalibrierenden Messstruktur voneinander unterscheiden) für unterschiedliche Einfalls- bzw. Beleuch- tungswinkel kann auch derart erfolgen, dass bei ein- und derselben Mess- sequenz das Beleuchtungslicht bereits unter mehr als einem Beleuchtungs- bzw. Einfallswinkel auf die diffraktive Struktur auftrifft. Hierbei können insbe- sondere (z.B. unter Verwendung einer bereits zuvor erwähnten Spiegel- anordnung mit unabhängig voneinander einstellbaren Spiegelelementen) die jeweiligen Aufnahmesequenzen mit voneinander verschiedenen Beleuch- tungssettings (z.B. Dipolsetting) durchgeführt werden. Zur Veranschauli- chung derartiger Ausführungsformen mit Beleuchtung unter jeweils mehr als einem Beleuchtungs- bzw. Einfallswinkel dient Fig. 5, wobei wiederum zu Fig. 1 analoge bzw. im Wesentlichen funktionsgleiche Komponenten mit um „400“ erhöhten Bezugsziffern bezeichnet sind.
Insbesondere bei der Anwendung der erfindungsgemäßen Kalibrierung auf eine diffraktive Messstruktur bzw. Maske mit vergleichsweise großen Ab- messungen kann, wie in Fig. 6 schematisch angedeutet, auch eine sequen- tielle Vermessung der jeweiligen Struktur erfolgen. Hierbei sind wiederum zu Fig. 1 analoge bzw. im Wesentlichen funktionsgleiche Komponenten mit um „500“ erhöhten Bezugsziffern bezeichnet. Wie in Fig. 6 angedeutet erfolgt hierbei die Durchführung der Aufnahmesequenzen unter Aufnahme der jeweiligen Beugungsbilder nur auf einem Teilbereich 611 der diffraktiven Messstruktur 610, wobei eine entsprechende Iteration über eine Mehrzahl solcher Teilbereiche der diffraktiven Struktur 610 durchgeführt wird.
Wenn die Erfindung auch anhand spezieller Ausführungsformen beschrie- ben wurde, erschließen sich für den Fachmann zahlreiche Variationen und alternative Ausführungsformen, z.B. durch Kombination und/oder Austausch von Merkmalen einzelner Ausführungsformen. Dementsprechend versteht es sich für den Fachmann, dass derartige Variationen und alternative Aus- führungsformen von der vorliegenden Erfindung mit umfasst sind, und die Reichweite der Erfindung nur im Sinne der beigefügten Patentansprüche und deren Äquivalente beschränkt ist.