ÜBERLAGERUNGS-LENKUNG
Die Erfindung betrifft eine Lenkungsvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus der Offenlegungsschrift DE 101 60 313 Al ist eine Lenkungsvorrichtung bekannt, die ein als Planetengetriebe ausgeführtes Überlagerungsgetriebe aufweist. Das Planetengetriebe weist zwei Hohlräder, mindestens ein auf einem Steg gelagertes Stufenpla- netenrad sowie ein von einem Elektromotor antreibbares Schneckengetriebe auf.
Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, eine Lenkungsvorrichtung zur Verfügung zu stellen, die ein Überlagerungsgetriebe mit einem einfacheren Aufbau aufweist.
Diese Aufgabe wird durch eine Lenkungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Die erfindungsgemäße Lenkungsvorrichtung zeichnet sich durch ein Planetenrad, das sich über der Mittelachse der Hohlräder erstreckt und auf einer mit einem Rotor eines Elektromotors verbundenen Exzenterwelle gelagert ist, aus. Die Zähnezahl des Planetenrades ist nur bis ca. 10%, d.h. geringfügig kleiner als die der Hohlräder. Die Exzenterwelle hat die Funktion eines Steges, der in vorteilhafter Weise direkt, d.h. ohne Zwischengetriebe von einem Elektromotor antreibbar ist. Durch Bestro- mung des Elektromotors dreht dessen Rotor die Exzenterwelle, dadurch wälzt das Planetenrad im ersten Hohlrad ab, das zweite Hohlrad verdreht sich relativ zum ersten Hohlrad und dem vom
Fahrer eingestellten Lenkwinkel wird ein Zusatzlenkwinkel überlagert.
In Ausgestaltung der Erfindung steht das als Einfachplanetenrad ausgeführte Planetenrad mit dem ersten und zweiten Hohlrad im Zahneingriff, wobei das erste Hohlrad und das zweite Hohlrad unterschiedliche Profilverschiebungen und Zähnezahlen aufweisen. Unter einem Einfachplanetenrad ist ein Planetenrad zu verstehen, bei dem sich die durch eine Verzahnungsgeometrie definierten Zähne über die gesamte Zahnradbreite erstrecken. Um ein Kämmen der Hohlräder unterschiedlicher Zähnezahl mit dem Einfachplanetenrad zu ermöglichen, weisen die Hohlräder unterschiedliche Profilverschiebungen auf. Beispielsweise kann das zweite Zahnrad durch eine positive Profilverschiebung gegenüber dem ersten Zahnrad, das keine oder eine negative Profilverschiebung aufweist, mehr Zähne aufweisen. In einem anderen Fall weist das zweite Zahnrad durch eine negative Profilverschiebung weniger Zähne als das erste Zahnrad auf. Der Aufbau des Überlagerungsgetriebes mit einem Einfachplaneten und den beiden Hohl- rädern nimmt wenig Bauraum in Anspruch, ist kostengünstig herstellbar und ermöglicht hohe Übersetzungen zwischen Exzenterwelle und dem zweiten Hohlrad. Die hohe Übersetzung erlaubt den Einsatz eines kleinen Elektromotors und ermöglicht eine exakte Einstellung des Überlagerungswinkels.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Planetenrad als zwei Verzahnungsbereiche umfassendes Stufenplanetenrad ausgeführt, wobei ein erster Bereich mit dem ersten Hohlrad und ein zweiter Bereich mit dem zweiten Hohlrad im Eingriff steht. Bei hohen Übersetzungen zwischen der Exzenterwelle und dem zweiten Hohlrad ist das Planetenrad zur Vermeidung von EingriffStörungen als Stufenplanetenrad ausgeführt. Beispielsweise dürfen bei einer Evolventenverzahnung nur evolventenförmige Plankenteile zum Eingriff kommen. Die Zähnezahlen der Verzahnungsbereiche des Stufenplaneten sind um ca. 10% kleiner als die der mit den jeweiligen Verzahnungsbereichen kämmenden Hohlrädern. Der Stu-
fenplanet ermöglicht die Darstellung hoher Übersetzungen zwischen Exzenterwelle und dem zweiten Hohlrad.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Elektromotor in einer das zweite Hohlrad und die Eingangswelle des Lenkgetriebes miteinander verbindenden Lenkwelle angeordnet. Der Rotor des Elektromotors ist konzentrisch zu den Hohlrädern angeordnet. Infolge beengten Bauraumverhältnissen zwischen dem die zwei Hohlräder und das Planetenrad umfassenden Zahnradsatzes und der Lenkhandhabe ist in vorteilhafter Weise der Elektromotor in der Lenkwelle anordenbar.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Elektromotor in einem die Lenkhandhabe und das erste Hohlrad miteinander verbindenden Lenkrohr angeordnet. Das Lenkrohr weist einen ausreichend großen Innendurchmesser zur Aufnahme des Elektromotors auf. Der Rotor des Elektromotors ist konzentrisch zu den Hohlrädern angeordnet. Der beispielsweise als bürstenloser Motor ausgeführte Elektromotor ist platzsparend in dem Lenkrohr anordenbar.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Lenkhandhabe über eine Zahnradstufe mit dem ersten Hohlrad verbunden. Die Zahnradstufe umfasst ein mit dem Lenkrohr und ein mit dem ersten Hohlrad verbundenes Zahnrad. Eine Drehbewegung der Lenkhandhabe bzw. des Lenkrohrs wird durch Kämmen der Zahnräder der Zahnradstufe auf das erste Hohlrad übertragen. Die Zahnradstufe ist beispielsweise als Stirnradpaar oder als Kegelradpaar ausführbar. Die Zahnradstufe ermöglicht eine Anordnung des Elektromotors außerhalb des Lenkrohrs oder der Lenkwelle. Der Elektromotor kann damit auch fahrzeugfest gelagert werden. Das Drehmoment am Stator des Elektromotors stützt sich damit nicht am Lenkrohr oder der Lenkwelle ab.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung tritt zwischen dem ersten und zweiten Hohlrad Selbsthemmung auf. Die Selbsthemmung verhindert bei einer Drehmomentbeaufschlagung des ersten oder
zweiten Hohlrades ein Abwälzen des Planetenrades in den Hohlrädern, d . h . die Hohlräder und das Planetenrad drehen im Block um und die Drehzahl der beiden Hohlräder ist gleich groß .
Weitere Merkmale und Merkmalskombinationen ergeben sich aus der Beschreibung sowie den Zeichnungen . Konkrete Ausführungsbeispiele der Erf indung sind in den Zeichnungen vereinfacht dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert . Es zeigen
Fig . 1 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Lenkungsvorrichtung ,
Fig . 2 perspektivische Darstellungen der Bauteile des Überlagerungsgetriebes aus Fig . 1 ,
Fig . 3 perspektivische und geschnittene Ansicht eines montierten Überlagerungsgetriebes aus Fig . 2 ,
Fig . 4 eine Variante der Lenkungsvorrichtung aus Fig . 1 und
Fig . 5 eine weitere Variante der .Lenkungsvorrichtung aus Fig . l .
Gleichwirkende Bauteile in den Figuren 1 bis 5 sind im Folgenden mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet .
In Fig . 1 ist schematisch der Aufbau einer erfindungsgemäßen Lenkungsvorrichtung mit einem Überlagerungsgetriebe 21 dargestellt . Eine Lenkhandhabe 1 in Form eines Lenkrads ist über ein Lenkrohr 3 mit einem ersten Hohlrad 2a verbunden . Ein Planentenrad 4 steht mit dem ersten Hohlrad 2a und einem zweiten Hohlrad 2b im Zahneingriff . Das Planetenrad 4 ist als Einfachplanetenrad ausgeführt , d . h . die durch eine Verzahnungsgeometrie gekennzeichneten Zähne erstrecken sich über die gesamte Zahnradbreite .
Das zweite Hohlrad 2b weist eine vom ersten Hohlrad 2a abweichende Zähnezahl auf. Um den Eingriff mit dem Planetenrad 4 zu ermöglichen, wird die unterschiedliche Zähnezahl durch eine Profilverschiebung erzielt. Diese dem Verzahnungsfachmann geläufige Maßnahme besteht darin, dass eine Profilbezugslinie der Verzahnung der Hohlräder 2a,2b vom Teilkreisdurchmesser in Richtung Kopfkreisdurchmesser (positive Profilverschiebung) o- der in Richtung Fußkreisdurchmesser(negative ProfilVerschiebung) verschoben wird. Bei einer genügend großen Verschiebung sind an den Hohlrädern 2a,2b gegenüber einer Ausführung ohne Profilverschiebung mehr oder weniger Zähne anordenbar, wobei die Hohlräder 2a,2b weiterhin mit dem Planetenrad 4 kämmen.
Das Planetenrad 4 ist auf einer Exzenterwelle 5 drehbar gelagert. Die Exzenterwelle 5 ist mit einem Rotor 7 eines in dem Lenkrohr 3 angeordneten Elektromotors 6 gekoppelt. Der Stator 8 des Elektromotors 6 stützt sich in dem Lenkrohr 3 ab. Über ein flexibles Bandkabel 15 ist der Elektromotor 6 mit einem Steuergerät 14 verbunden. Alternativ kann der Elektromotor 6 auch ü- ber Schleifkontakte mit elektrischer Energie versorgt werden. Das mit einem Fahrdynamikrechner beispielsweise über CAN verbundene Steuergerät 14 bestromt den Elektromotor 6 in Abhängigkeit von einem vom Fahrdynamikrechner angeforderten Zusatzlenkwinkel.
Eine Lenkwelle 9 ist über einen Flansch 10 mit dem zweiten Hohlrad 2b verbunden. Die Lenkwelle 9 überträgt die Drehbewegung des zweiten Hohlrades 2b auf eine Eingangswelle 12 eines Lenkgetriebes 11. Das Lenkgetriebe 11 setzt die Drehbewegung der Lenkwelle 9 in eine Schiebebewegung von Spurstangen um. Die Spurstangen sind mit lenkbaren Rädern des Fahrzeugs verbunden.
Die erfindungsgemäße Lenkvorrichtung ermöglicht durch Ansteuerung des Elektromotors 6 einem vom Fahrer über das Lenkrad 1 vorgegebenen Lenkwinkel einen weiteren Winkel zu überlagern.
Bei einem Lenkvorgang ohne Lenkwinkelüberlagerung wird die Drehbewegung des Lenkrads 1 über das erste Hohlrad 2a auf das Planetenrad 4 übertragen. Die Exzenterwelle 5 steht still, solange ein an der Exzenterwelle 5 anstehendes Drehmoment über den Elektromotor 6 abstützbar ist. Die Übersetzung iH2a H2b der Drehzahlen nH2a vom ersten Hohlrad 2a zur Drehzahl nH2b zum zweiten Hohlrad 2b ist wie folgend durch das ZähnezahlVerhältnis bestimmt:
— ZH2b _ nH2a lH2a_H2b ~" ~~ '
2HZa nH2b
wobei die Zähnezahl des ersten Hohlrades 2a mit zH2a/ die des zweiten Hohlrades 2b mit ZH2b bezeichnet ist.
Die Übersetzung iH2a_H2b ist gleichbedeutend mit der Übersetzung zwischen dem Lenkrad 1 und der Lenkwelle 9.
Bevorzugt ist die LenkungsVorrichtung derart auszulegen, dass sich das Planetenrad 4 mit den Hohlrädern 2a,2b im Block dreht. Damit wird vermieden, dass ein an der Lenkwelle 9 anstehendes Lenkmoment ständig über die Exzenterwelle 5 bzw. durch den Elektromotor 6 abgestützt werden muss. Gegebenenfalls kann durch eine geringfügige Bestromung des Elektromotors 6 ein Umlauf im Block sichergestellt werden. Alternativ ist eine Auslegung zu bevorzugen, die bei Antrieb des ersten Hohlrads 2a eine Selbsthemmung zum zweiten Hohlrad 2b vorsieht (selbsthemmendes Getriebe) und dabei einen Blockumlauf der beiden Hohlräder 2a,2b sicherstellt. Auch im umgekehrten Fall, das heißt bei Antrieb des zweiten Hohlrades 2b tritt Selbsthemmung zum ersten Hohlrad 2a auf. Bei der Selbsthemmung ist ein Abwälzen des Planetenrades 4 in den Hohlrädern 2a,2b bei Antrieb an einem der beiden Hohlrädern 2a,2b nicht möglich.
Bei Ausfall einer elektrischen Komponente wie beispielsweise dem Elektromotor 6 oder dem Steuergerät 14 ist das Fahrzeug rein mechanisch lenkbar. Bei einem Blockumlauf der beiden Hohl- räder 2a,2b stellt sich in vorteilhafter Weise zwischen Lenk-
rad 1 und der Lenkwelle 9 die Übersetzung
ein. Da die Hohlrädern 2a,2b nur geringe Zähnezahlunterschiede von beispielsweise 1 oder 2 Zähnen aufweisen, liegt auch bei stehender Exzenterwelle 5 die Übersetzung zwischen Lenkrad 1 und der Lenkwelle 9 annährend bei 1, so dass sowohl bei stillstehender als auch bei mitdrehender Exzenterwelle 5 die mechanische Lenkbarkeit gewährleistet ist. Eine stehende Exzenterwelle 5 ist bei einem nicht selbsthemmenden Getriebe durch Abstützung am Elektromotor 6 und/oder einer zusätzliche Verriegelung der Exzenterwelle 5 darstellbar.
Zur Erhöhung von beispielsweise einer Fahrstabilität oder einer Fahrzeugagilität gibt der Fahrdynamikrechner einen dem vom Fahrer eingestellten Lenkwinkel überlagerten Zusatzlenkwinkel vor. Das Steuergerät 14 bestromt den Elektromotor 6 solange, bis der Zusatzlenkwinkel gestellt ist. Dabei verlagert sich durch Drehung der Exzenterwelle 5 der Zahneingriffspunkt zwischen Planetenrad 4 und den Hohlrädern 2a,2b. Das Planetenrad 4 dreht sich relativ zur Exzenterwelle 5 und wälzt in den beiden Hohlräder 2a,2b ab. Durch die unterschiedlichen Zähnezahlen der Hohlräder 2a,2b verdrehen sich diese relativ zueinander. Die Lenkwelle 9 dreht sich bei Betätigung des Lenkrads 1 aufgrund des Blockumlaufes von Planetenrad 4 und den beiden Hohlrädern 2, eine Drehbewegung des Planetenrades 4 auf der Exzenterachse 5 überlagert sich als Zusatzlenkwinkel auf die Lenkwelle 9. Eine Rückstellung des Zusatzlenkwinkels erfolgt durch Zurückdrehen der Exzenterwelle 5 in die ursprüngliche Position.
Die Übersetzung ig H2b zwischen der Drehzahl nE der Exzenterwelle 5 und der Drehzahl nH2b des zweiten Hohlrades 2b, das mit der Lenkwelle 9 verbunden ist, bestimmt sich bei stehendem ersten Hohlrad 2a mit den Zähnezahlen zH2a und zH2b des ersten und zweiten Hohlrades 2a,2b zu:
wobei der mögliche Übersetzungsbereich der Anordnung bei
10< I iE_H2b|<l°0 liegt. In Abhängigkeit des durch die Profilver-
Schiebung erreichten Zähnezahlverhältnises ist die Übersetzung iE H2b positiv oder negativ, d.h. das zweite Hohlrad 2b dreht gleichsinnig mit oder gegensinnig zur Exzenterwelle 5. Ist beispielsweise zH2a>ZH2b so dreht das zweite Hohlrad 2b gleichsinnig, ist zH2a<zH2b so dreht das zweite Hohlrad 2b gegensinnig zur Exzenterwelle 5.
Fig.2 zeigt Bauteile des Überlagerungsgetriebes 21 der erfindungsgemäßen Lenkungsvorrichtung in einer Explosionsdarstellung. In dem Lenkrohr 3 ist der Stator 8 des Elektromotors 6 angeordnet. Der Rotor 7 ist in einem Lager 15 gelagert und treibt die Exzenterwelle 5 an. Ein erstes Nadellager 16 lagert das Planetenrad 4 auf der Exzenterwelle 5. Das Planetenrad 4 greift sowohl in das erste Hohlrad 2a als auch in das zweite Hohlrad 2b ein. Das Lenkrohr 3 weist einen Flansch 13 auf, der über Schrauben 19 mit dem ersten Hohlrad 2a verbunden ist. Wie in Fig. 3 gezeigt weist die Lenkwelle 9 einen Flansch 10 auf, der über ein zweites Nadellager 17 in einem mit ersten Hohl- rad 2a vorzugsweise einstückigen Trägerring 18 gelagert ist. Alternativ kann der Trägerring 18 beispielsweise über eine Stoff- und/oder formschlüssige Verbindung mit dem ersten Hohl- rad 2a verbunden sein. Der Lenkwellenflansch 10 ist gleichfalls über eine Stoff- und/oder eine formschlüssige Verbindung 20 mit dem zweiten Hohlrad 2b verbunden. Unter einer stoffschlüssigen Verbindung ist beispielsweise eine Schweißverbindung, unter einer formschlüssigen Verbindung einen PressVerbindung oder eine Kerbverzahnverbindung zu verstehen. Die gezeigt Anordnung ermöglicht eine Verdrehung des ersten Hohlrades 2a gegenüber dem zweiten Hohlrad 2b. Über eine Verschraubung 23 ist der Trägering 18 mit einem Abschlussring 22, der die axiale Bewegung des Lenkwellenflansches 10 begrenzt, verbunden. Ein axiales Auswandern des Lenkwellenflansches 10 aus dem Trägerring 18 ist damit vermieden. Der Lenkwellenflansch 10 weist einen ein drittes Nadellager 24 tragenden Zapfen auf. In zusammengebautem Zustand des Überlagerungsgetriebes 21 ist das dritte Nadellager 24 in einer Bohrung der Exzenterwelle 5 angeordnet. Die Exzenterwelle 5 stützt sich an dem Zapfen bzw. an dem Lenkwellenflansch 10
ab. Einer Verformung der Exzenterwelle 5 unter hohen Querkräften ist durch die Abstützung vermieden.
In Fig. 4 ist eine Variante der Lenkungsvorrichtung aus Fig. 1 gezeigt. Im Unterschied zu der Ausführungsform in Fig.l ist das Lenkrad 1 über eine die Stirnräder 27a,27b umfassende Zahnradstufe 25 mit dem ersten Hohlrad 2a verbunden. Diese Anordnung ermöglicht, den Stator 8 des Elektromotors 6 fahrzeugfest zu lagern und das Lenkrohr 3 unabhängig vom Elektromotor 6 gestalten zu können. Die Funktion der Lenkungsvorrichtung ist identisch mit der aus Fig.l.
In einer alternativen nicht gezeigten Ausführungsform ist das zweite Hohlrad 2b über eine Zahnradstufe 25 mit der Lenkwelle 9 verbunden. Damit ist bei einer Anordnung des Elektromotors zwischen Lenkgetriebe 11 und Überlagerungsgetriebe 21 eine fahrzeugfeste Anordnung des Elektromotors 8 möglich.
In Fig.5 ist eine Lenkungsvorrichtung gezeigt, die gegenüber der Ausführung aus Fig.l ein als Stufenplanetenrad ausgeführtes Planetenrad 4 aufweist. Das Stufenplanetenrad weist zwei Verzahnungen 26a,26b mit unterschiedlichen Zähnezahlen und/oder Verzahnungsgeometrien auf. Der Einsatz eines Stufenplanetenra- des 4 ermöglicht die Vermeidung von Zahneingriffsstörungen, d.h. Zahnberührungen außerhalb des Eingriffspunktes, die insbesondere bei hohen Übersetzungen iE H2b im Bereich von 100 auftreten können.
Durch Überlagerung eines Zusatzlenkwinkels ermöglicht die erfindungsgemäße Lenkungsvorrichtung eine Anpassung der Gesamt- lenkübersetzung, d.h. das Verhältnis der Änderung eines Lenkradwinkels zur Änderung des mittleren Lenkwinkels am Rad, auf verschiedene Fahrsituationen. Beispielsweise ist beim Parkieren aufgrund einer kleinen Gesamtübersetzung ein Erreichen des maximalen Radeinschlagwinkels mit wenigen Drehbewegungen am Lenkrad 1 möglich, hingegen bei hohen Geschwindigkeiten soll die
Gesaratübersetzung für ein sicheres Fahrzeughandling größer als bei kleineren Geschwindigkeiten sein.
Das Lenkgetriebe 11 ist derart ausgelegt, dass die Gesamtlenk- übersetzung einen Wert annimmt, die ein komfortables Parkieren ohne Lenkwinkelüberlagerung erlaubt. Bei schneller Fahrt wird dann die Gesamtübersetzung durch Ansteuerung des Elektromotors 6 erhöht.
Alternativ kann das Lenkgetriebe 11 derart ausgelegt, dass die Gesamtübersetzung einen Wert annimmt, die ein sicheres Fahren bei schneller Fahrt erlaubt. Während eines Parkiervorganges wird dann die Gesamtübersetzung durch Ansteuerung des Elektromotors 6 erniedrigt. Gleichfalls kann das Lenkgetriebe 11 auch eine Gesamtübersetzung aufweisen, die bei mittleren Geschwindigkeiten einen guten Fahrbahnkontakt vermittelt, beim Parkieren oder schneller Fahrt wird durch Ansteuerung des Elektromotors 6 die Übersetzung erniedrigt bzw. erhöht.