Anordnung und Verfahren zur optischen Detektion von in Proben enthaltenen chemischen, biochemischen Molekülen und/oder Partikeln
Die Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren zur optischen Detektion von in Proben enthaltenden chemischen, biochemischen Molekülen und/oder Partikeln, bei der die sich in Abhängigkeit vom optischen Brechungsindex verändernde Oberflächen- Plasmonen-Resonanz (SPR) für die optische Detektion ausgenutzt werden kann. Mit der erfindungsgemäßen Lösung können die unterschiedlichsten Analyten, die in verschiedenen, bevorzugt flüssigen Proben enthalten sind, ohne den Einsatz jeglicher Markierungsstoffe, wie sie beispielsweise bei herkömmlichen Fluoreszen- zimmunoassay-Techniken erforderlich sind, detektiert werden.
Die Detektion des Analyten kann auf allgemeinen Re- zeptor-Ligand-Systemen, z.B. auf unterschiedlichsten
Antigen-Antikörperkombinationen beruhen. Es können in biologischen Flüssigkeiten enthaltene Proteine, Moleküle, Partikel und andere Substanzen detektiert werden.
Die bisher bekannten Lösungen weisen aber Defizite auf. Dies betrifft die eng begrenzte Anzahl unterschiedlicher Analyten, die gleichzeitig bei einem Messvorgang detektiert werden können.
Häufig sind auch die erforderlichen Messgenauigkeiten nicht erreicht worden, s dass die Zuverlässigkeit der Analyseergebnisse begrenzt ist und entsprechende Nachweise nicht mit ausreichend hoher Sicherheit er- folgen können.
Ein weiteres Problem, das bisher bekannte für solche Zwecke einsetzbare technischen Lösungen aufweisen, sind die relativ hohen Kosten, die zum einen durch einen entsprechend erhöhten apparativen Aufwand und zum anderen die hohen Kosten für geeignete Probenträger, die aus Sicherheitsgründen insbesondere in der medizinischen Diagnostik für den einmaligen Gebrauch als „Einwegartikel" konzipiert werden müssen.
Müssen mehrere Einzelteile bei einer solchen optischen Detektionsvorrichtung vor der Durchführung einer einzelnen Messung zusammengesetzt werden, bestehen erheblich erhöhte Anforderungen an die jeweilige optische Justierung.
Die bezeichneten Probleme sind auch mit der in WO 00/46589 beschriebenen technischen Lösung zumindest nicht vollständig gelöst.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Anordnung
und ein Verfahren zur optischen Detektion unterschiedlichster Analyten, wie chemische, biochemische Moleküle und/oder Partikel in Proben optisch detek- tieren zu können, wobei eine Veränderung der Oberflä- chen-Plasmonen-Resonanz infolge einer Veränderung im Brechungsindex ausgenutzt wird, zur Verfügung zu stellen, die bei geringem Aufwand, geringen Kosten eine ausreichend hohe Detektionssicherheit erreicht.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einer Anordnung, die die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist sowie einem Verfahren gemäß Patentanspruch 21 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungsformen und Weiterbildungen der Erfindung können mit den in den untergeordneten Ansprüchen bezeichneten Merkmalen erreicht werden.
Die erfindungsgemäße Anordnung zur optischen Detektion ist dabei so ausgebildet, dass Licht einer Lichtquelle über mindestens ein Sensorelement, das wieder- um zumindest bereichsweise als ein Lichtwellenleiter für das Licht ausgebildet ist, auf einen optischen Detektor gerichtet wird. Die Lichtführung innerhalb des Lichtwellenleiters bzw. eines entsprechend ausgebildeten Sensorelementes erfolgt dabei in an sich be- kannter Weise. Zum Hervorrufen von Oberflachen- Plasmonen-Resonanz ist am Sensorelement zumindest eine elektrisch leitende Dünnschicht auf der Oberfläche einer Grenzfläche ausgebildet. Die Dünnschicht kann aus verschiedenen Metallen, bevorzugt aus Gold oder Silber mit Schichtdicken im Bereich zwischen 20 und 200 nm ausgebildet werden, wobei Reflektivitäts- änderungen infolge von Veränderungen der Oberflachen- Plasmonen-Resonanz hervorgerufen durch Änderungen des Brechungsindexes innerhalb eines eng begrenzten Be- reiches oberhalb der Dünnschicht gleichzeitig ausgenutzt werden können. Oberhalb einer solchen Dünn-
schicht können eine oder auch mehrere Messflächen, bevorzugt für jeweils unterschiedliche Analyten angeordnet bzw. ausgebildet worden sein.
Die Lic tführung innerhalb des Lichtwellenleiters oder eines entsprechend ausgebildeten Sensorelementes erfolgt dann so, dass das Licht in diesem Bereich auf die Grenzfläche so auftrifft, dass Ein allswinkel o- berhalb des Totalreflexionswinkels, unter Berücksich- tigung vorgebbarer Wellenlängen und der jeweiligen
Brechungsindizes eingehalten werden, so dass Oberflachen-Plasmonen-Resonanz erreicht werden kann.
Dabei sollte in einem Lichtwellenleiter, das durch ihn auf eine optische Grenzfläche in fokussierter
Form gerichtete Licht mindestens einmal reflektiert werden.
Das bei der erfindungsgemäßen Anordnung verwendete Sensorelement ist dabei so ausgebildet, dass an
Stirnseiten für den Lichteintritt und den Lichtaustritt jeweils eine asphärisch, konvex gekrümmte optisch wirksame Oberfläche ausgebildet ist. Mittels der an der Lichteintrittsseite angeordneten asphä- risch, konvex gekrümmten Oberfläche kann das Anregungslicht der Lichtquelle innerhalb des Sensorelementes bzw. des einen Lichtwellenleiter bildenden Bereiches fokussiert und mit den vorab bezeichneten Einfallswinkeln auf den auf den Grenzflächenbereich, an dem Dünnschicht und Messfläche angeordnet sind, gerichtet werden. Die Einhaltung der gewünschten Einfallswinkel für das Licht auf die optische Grenzfläche können durch entsprechende Gestaltung der asphärisch gekrümmten Oberfläche unter Berücksichtigung der Dimensionierung und dementsprechend der Reflexionsbedingungen innerhalb des Sensorelementes bzw. des
den Lichtwellenleiter eines Sensorelementes bildenden Teiles erfolgen.
Die asphärisch, konvex gekrümmte Oberfläche an der Lichtaustrittseite ist dementsprechend so konturiert und angeordnet, dass ein kollimierter Austritt des Lichtes aus dem Sensorelement bzw. Wellenleiter in Richtung auf einen optischen Detektor erreicht wird.
Ein solcher optischer Detektor ist bevorzugt so ausgebildet, dass eine ortsaufgelöste Messung erfolgen kann. Es können dementsprechend mehrere CCD-Zeilen, eine CCD-Matrix oder auch ein in CMOS-Technik ausgebildeter optischer Detektor für eine solche ortsauf- gelöste Messung eingesetzt werden.
Mit einem solchen optischen Detektor kann dann ortsaufgelöst die Lichtintensität in Abhängigkeit von Einfallswinkeln des Lichtes auf der vorab erwähnten optischen Grenzfläche im Bereich von Dünnschichten und/oder Messflächen durchgeführt und so zumindest ein zu detektierender Analyt qualitativ/quantitativ detektiert werden.
Ein solches Sensorelement, das als ein Teil aber auch aus einem Lichtwellenleiter und einem Deckelteil, auf das nachfolgend noch zurückzukommen sein wird, gebildet bzw. zusammengesetzt ist, kann für eine einmalige Verwendung in eine entsprechend ausgebildete Anord- nung, die im Wesentlichen aus weiteren in entsprechend geeigneter Form zueinander angeordneten optischen Elementen gebildet ist, eingesetzt und nach durchgeführter Analyse entfernt und für Gesundheit und Umwelt unschädlich entsorgt werden.
Die angesprochene optische Anordnung kann so im We-
sentlichen aus zwei Teilen, nämlich einen zu bezeich- nenbaren Anregungs- und einen Detektionsteil gebildet werden.
Der Anregungsteil verwendet mindestens eine Lichtquelle, die bevorzugt monochromatisches Licht abstrahlt. Als geeignete Lichtquellen können z.B. Laserdioden oder Leuchtdioden eingesetzt werden.
Die eingesetzten Lichtquellen sollten einerseits möglichst inkohärentes Licht abstrahlen und andererseits eine möglichst punktförmige Lichtaustrittsfläche aufweisen.
Zwischen Lichtquelle und dem Lichteintritt in das
Sensorelement bzw. den Lichtwellenleiter können weitere optische Elemente angeordnet werden. So sollte insbesondere in Fällen, bei denen an einem Sensorelement gleichzeitig mehrere Analyten detektiert werden können, eine optische Blende, deren Spalt schlitzförmig ausgebildet ist, entsprechend angeordnet werden.
Des Weiteren ist es bei Verwendung einer nicht monochromatischen Lichtquelle vorteilhaft, ein optisches Filter, das wiederum bevorzugt ein auf die jeweilige Wellenlänge des eingesetzten Lichtes abgestimmtes Bandpassfilter ist, dort anzuordnen.
Die Anordnung eines kollimierenden optischen Elemen- tes ist vorteilhaft, aber nicht zwingend erforderlich. Im letztgenannten Fall kann eine Divergenz des von der Lichtquelle abgestrahlten Lichtes unter Berücksichtigung des Abstandes der Lichtquelle oder einer optischen Blende von der asphärisch gekrümmten Oberfläche des Sensorelementes/Wellenleiters, durch eine die Divergenz des Lichtes berücksichtigende
asphärische Krümmung zumindest teilweise kompensiert werden.
Der Einsatz von kollimiertem Licht, das in das Sen- sorelement ein- und so auch wieder austritt, bietet jedoch den Vorteil, dass eine nicht so hochgenaue Justierung von Sensorelementen in Bezug zu den anderen optischen Elementen erforderlich ist.
Bei der mit der erfindungsgemäßen Lösung möglichen gleichzeitigen Detektion unterschiedlicher Analyten bzw. aber auch einer Detektion gleicher Analyten auf unterschiedlichen Messflächen, sollten zumindest die Messflächen in einem Abstand zueinander angeordnet sein.
Solche mehreren Dünnschichten und/oder Messflächen können dann eine Reihenanordnung bilden, wobei die einzelnen Messflächen auf einer gemeinsamen Längsach- se liegen. Diese Längsachse sollte dann möglichst orthogonal zur optischen Achse, also auch orthogonal zur Strahlrichtung des durch Sensorelement/Lichtwellenleiter geführten Lichtes ausgerichtet sein.
Für die Detektion eines oder auch mehrerer unterschiedlicher Analyten auf Messflächen eines Sensorelementes/Lichtwellenleiters sollte möglichst TM- polarisiertes Licht genutzt werden.
Eine solche TM-Polarisierung kann durch die jeweilige
Lichtquelle erfolgen oder mittels zusätzlicher hierfür geeigneter optischer Elemente, die im Strahlengang des Lichtes vor bzw. aber auch nach dem Sensorelement/Lichtwellenleiter angeordnet werden können, erreicht werden.
So kann für eine ortsaufgelöste Detektion eine Abbildung von TM-polarisiertem Licht auf dem optischen Detektor vorgenommen werden. Bevorzugt sollte aber eine Normierung der ortsaufgelöst erfassten Intensitäten des TM-polarisierten Lichtes mit Referenzsignalen erfolgen. Solche Referenzsignale können durch entsprechend ebenfalls ortsaufgelöst erfasste Intensitäten einer Abbildung von TE-polarisiertem Licht auf dem bzw. einem weiteren optischen Detektor ermittelt und die Normierung durch Quotientenbildung vorgenommen werden .
Die Detektion von TM- und TE-polarisiertem Licht kann lokal voneinander getrennt, aber auch zu unterschied- liehen Zeitpunkten alternierend nacheinander durchgeführt werden.
Für diese beiden Möglichkeiten können unterschiedliche, das Licht entsprechend polarisierende optische Elemente eingesetzt werden.
Wird das Sensorelement mit unpolarisiertem Licht bestrahlt, so kann beispielsweise ein Polarisationsstrahlteiler eingesetzt werden, über den das aus dem Sensorelement/Lichtwellenleiter austretende Licht in die beiden unterschiedlichen Ebenen polarisiert und auf einen oder zwei optischen Detektor (en) abgebildet wird.
Sollen sowohl das TM-, wie auch das TE-polarisierte
Licht auf einen optischen Detektor abgebildet werden, kann das in einer Ebene polarisierte Licht direkt und das jeweils andere polarisierte Licht mittels eines geeigneten Umlenkprismas auf einen gemeinsamen opti- sehen Detektor gerichtet werden.
Bei Bestrahlung des Sensorelementes mit polarisiertem Licht, besteht die Möglichkeit, einen Polarisations- rotator zwischen Lichtquelle und den Lichteintritt in das Sensorelement bzw. den Lichtwellenleiter anzuordnen. Mit dem Polarisationsrotator kann durch entsprechende elektronische Schaltung eine alternierende Polarisation des in das Sensorelement bzw. Lichtwellenleiter eingestrahlten Lichtes in die beiden bezeichneten Polarisationsebenen erreicht werden.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, zwei entsprechend unterschiedliche Polarisationsfilter alternierend in den Strahlengang zwischen Lichtquelle und Sensorelement zu bewegen.
Eine weitere Möglichkeit zur Gewinnung von Referenzsignalen besteht darin, am Sensorelement bzw. dem den Lichtwellenleiter bildenden Teil eines Sensorelementes jeweils zwischen den Messflächen und/oder Dünn- schichten in einem schräg in Bezug zur Grenzfläche geneigten Winkel ausgerichtete Flächen auszubilden. Deren Neigungswinkel sollte bevorzugt so gewählt werden, dass an diesen Flächen reflektiertes Licht möglichst senkrecht aus dem Sensorele- ment/Lichtwellenleiter auf einen entsprechend dort angeordneten zusätzlichen optischen Detektor gerichtet wird.
Vorteilhaft sind am erfindungsgemäß einzusetzenden Sensorelement mikrofluide Strukturen ausgebildet.
Mittels dieser mikrofluiden Strukturen kann eine flu- ide Probe zumindest zu jeweiligen Messflächen strömen, wobei dies durch Kapillarkräfte zumindest jedoch durch Kapillarkraftunterstützung erreichbar ist.
Vorteilhaft sind die mikrofluiden Strukturen so aus-
gebildet und angeordnet, dass nicht nur ein entsprechender Probenflüssigkeitstransport zu Messflächen, sondern während der strömenden Bewegung einer flüssigen Probe auch eine Funktionalisierung, Probenvorbe- reitung bzw. Probenmodifizierung erfolgen kann.
An einem Sensorelement sollte möglichst ein Probenaufnahmebereich vorhanden sein, von dem die Probe über in Kanalform ausgebildete mikrofluiden Struktu- ren zu Messflächen strömen kann. Es sollte aber auch eine Aufnahmekammer vorhanden sein, in der die flüssige Probe nach der Detektion gesammelt und darin in gesicherter Form gekapselt aufbewahrt werden kann, bis ein Sensorelement nach dem Gebrauch gefahrlos entsorgt wird.
Neben Probenaufnahmebereich und Aufnahmekammer können weitere Bereiche in mikrostrukturierter Form ausgebildet sein. So kann beispielsweise ein Bereich zwi- sehen Probenaufnahmeraum und Messflächen zur Separation von Feststoffen aus der flüssigen Probe vorgesehen werden. Hier kann in einem solchen Bereich beispielsweise eine Membran oder ein anderes geeignetes Material aufgenommen sein, so dass in der Flüssigkeit enthaltene, eine Analyse störende Feststoffe, beispielsweise durch Filterung zurückgehalten werden.
Zusätzlich oder allein kann auch ein weiterer Bereich in mikrostrukturierter Form vorhanden sein, in dem gezielt Bindungen an bestimmten Analyten initiiert werden. Es kann aber auch eine Immobilisierung in einem solchen Bereich vorgenommen werden, wie dies beispielsweise bei Sandwich-Assays erforderlich sein kann. Weiterhin kann eine aktive Bindung und damit eine Entfernung störender Bestandteile oder eine Modifizierung bestimmter Bestandteile des Analyten er-
folgen .
Eine gegebenenfalls einer Probenvorbereitung oder auch Probenmodifizierung unterzogene flüssige Probe gelangt dann zu entsprechend vorbereiteten Messflächen, auf denen dann wiederum komplementäre Partner oder andere geeignete Fängermoleküle oder Fängersubstanzen für den jeweiligen Analyten vorab immobilisiert worden sind, so dass der jeweilige Analyt ent- sprechend anbinden kann.
Wie bereits angesprochen, kann ein Sensorelement aber auch aus zwei miteinander verbundenen Einzelelementen, nämlich einem Lichtwellenleiter und einem De- ckelteil gebildet sein. Am Lichtwellenleiter sind dann an dessen sich gegenüberliegenden Stirnseiten für Lichtein- und Lichtaustritt die asphärisch, konvex gekrümmten Oberflächen sowie mindestens eine elektrische leitende Dünnschicht auf der optischen Grenzfläche ausgebildet.
Die bereits erwähnten mikrofluiden Strukturen können dann an der Unterseite eines Deckelteils, das wiederum auf den Lichtwellenleiter aufgesetzt, und mit die- sem dauerhaft verbunden werden kann, ausgebildet sein. Ein so fast vollständig abgeschlossenes Sensorelement kann bei der Detektion vom jeweiligen Laborpersonal gefahrlos gehandhabt und im Anschluss an die Detektion gefahrlos entsorgt werden.
Eine Probe kann bereits im Sensorelement enthalten sein.
Es besteht aber auch die Möglichkeit die Probe bei- spielsweise mit einer Pipette oder eine Kanüle in eine kleine Öffnung in den Probenaufnahmeraum des Sen-
sorelementes unmittelbar vor Durchführung der eigentlichen Analyse aufzugeben.
Ein Sensorelement kann vor der eigentlichen Detekti- on, also einer durchzuführenden Analyse problemlos in eine entsprechend ausgebildete und dimensionierte Aufnahme einer erfindungsgemäßen Anordnung eingesetzt werden und dabei gleichzeitig eine in ausreichendem Maße genaue Justierung in Bezug zu den optischen Ele- menten für die Lichtein- und Lichtauskopplung erreicht werden, so dass eine Handhabung auch von relativ ungeübtem Laborpersonal ohne weiteres möglich ist .
Die Sensorelemente können, was zumindest auf den
Lichtwellenleiterbereich zutrifft, aus einem für das eingesetzte Licht der Lichtquelle transparentem Kunststoff hergestellt werden. Bevorzugt kann aber auch ein Deckelteil aus Kunststoff eingesetzt werden, wobei in diesem Fall die Transparenz des Kunststoffes nicht zwingend erforderlich ist. Die Herstellung kann dabei beispielsweise durch Prägen, Heißprägen, aber auch im Kunststoffspritzgussverfahren erfolgen.
Die angesprochenen mikrofluiden Strukturen können während einer solchen Herstellung mit in das jeweilige Werkstück eingeprägt, aber auch nachfolgend, durch einen entsprechenden Werkstoffabtrag, beispielsweise unter Verwendung eines Lasers ausgebildet werden.
Bei einem Sensorelement, das aus Lichtwellenleiter und Deckelteil gebildet wird, sollten die beiden Teile möglichst stoffschlüssig miteinander verbunden werden.
Die bereits angesprochenen elektrisch leitenden Dünn-
schichten, die zumindest im Bereich der Messflächen erforderlich sind, können durch an sich bekannte CVD- oder PVD-Verfahren auf der Oberfläche einer optischen Grenzfläche ausgebildet worden sein.
Sensorelemente können in verschiedenen Modifizierungen vorgehalten werden, was insbesondere eine gezielte Abstimmung auf bestimmte Analyten betrifft.
So können unterschiedliche Probenvorbereitungen oder Probenmodifizierungen und unterschiedlich vorbereitete Messflächen ausgewählt worden sein. Im Übrigen unterscheiden sich die Sensorelemente aber bezüglich ihrer Gestaltung, Dimensionierung und insbesondere ihrer optischen Eigenschaften nicht.
Nachfolgend soll die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert werden.
Dabei zeigen:
Figur 1 in schematischer Form ein Beispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung;
Figur 2 ein zweites Beispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung;
Figur 3 ein drittes Beispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung;
Figur 4 ein Sensorelement • mit mikrofluiden Strukturen;
Figur 5 eine seitliche Schnittdarstellung durch ein Sensorelement mit einer Draufsicht;
Figur 6 eine Seitenansicht im Schnitt eines modifizierten Sensorelementes mit einer Draufsicht ;
Figur 7A Abbildungen von TM- und TE-polarisiertem
Licht auf einem optischen Detektor und
Figur 7B ein Diagramm der mittels optischem Detektor erfassten relativen Intensitäten von TM- und TE-polarisiertem Licht in Abhängigkeit vom Einfallswinkel auf die optische Grenzfläche .
In Figur 1 ist ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung in einer bevorzugten Ausfuhrungsform eines Sensorelementes 5 dargestellt.
Dabei wird Licht einer Lichtquelle 1 (z.B. eine punktförmige LED) über ein kollimierendes optisches Element 2 auf ein auf eine vorgegebene Wellenlänge des Lichtes der Lichtquelle 1 abgestimmtes optisches Bandpassfilter 3 (FWHM mit einer Transmissionsbreite von 10 nm um die Wellenlänge des von der LED emittierten Lichtes) durch eine Spaltblende 4 auf eine asphärisch, konvex gekrümmte Oberfläche 6 des Sensorelementes gerichtet und an der optisch wirksamen O- berfläche 6 des Sensorelementes 5 gebrochen und wie mit der Strichlinie angedeutet, auf eine optische Grenzfläche des Sensorelementes 5, das aus transpa- rentem Kunststoff gebildet ist, fokussiert.
Das so in das Sensorelement 5 eintretende Licht ist weitestgehend frei von Speckein.
Der Linienfokus ist dabei im Bereich mindestens einer elektrisch leitenden Dünnschicht 11, die hier aus ei-
ner 50 nm dicken Goldschicht gebildet ist, angeordnet. Auf der elektrisch leitenden Dünnschicht 11 ist mindestens eine Messfläche 13 vorhanden, auf der beispielsweise für eine Bindung geeignete Moleküle oder Bindungspartner immobilisiert sind.
Die Fokussierung erfolgt dabei so, dass das Licht innerhalb des Sensorelementes 5 im Bereich von Dünnschicht 11 und Messflächen 13 mit einem Einfallswin- kel, oberhalb des Grenzwinkels für Totalreflexion auftrifft. So kann gesichert werden, dass in diesem für die Analyse genutzten Flächenbereich Oberflachen- Plasmonen-Resonanz erreicht werden kann.
Von dieser optischen Grenzfläche reflektiertes Licht trifft in divergenter Form auf eine zweite wiederum asphärisch, konvex gekrümmte Oberfläche 7 des Sensorelementes 5 auf und wird an der entsprechenden Grenzfläche gebrochen. Mit der Brechung dieses Lichtes kann eine Kollimierung des aus dem Sensorelement austretenden Lichts erreicht werden.
In Figur 1 ist in optionaler Form auch eine Strahl- aufweitungsoptik 14 dargestellt, mit der eine vergrö- ßerte Abbildung auf einem optischen Detektor 10 und eine Anpassung an die jeweilige für die Detektion nutzbare Fläche des optischen Detektors 10 erreicht werden kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist vor dem optischen Detektor 10 ein Polarisationsstrahlteiler 8 angeordnet, mit dessen Hilfe TM-polarisiertes Licht 15 auf den optischen Detektor 10 gerichtet werden kann.
TE-polarisiertes Licht 16 wird mittels des Polarisa-
tionsstrahlteilers 8 im rechten Winkel auf ein Umlenkprisma 9 gerichtet und von diesem wiederum neben dem TM-polarisierten Licht auf dem optischen Detektor 10 abgebildet.
Der optische Detektor 10 ist an eine elektronische Auswerteeinheit 18 angeschlossen, in dem eine Auswertung vorgenommen werden kann. In der elektronischen Auswerteeinheit 18 kann dann auch eine Normierung der Intensitätswerte mit Hilfe der TM- und TE-polarisie- ten Lichtintensitäten vorgenommen werden.
In Figur 2 ist ein zweites Beispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung, bei dem insbesondere das Sensor- element 5 gegenüber dem bei dem Beispiel nach Figur 1 eingesetzten Sensorelement 5 modifiziert worden ist, dargestellt .
Das bei dem in Figur 2 gezeigten Beispiel eingesetzte Sensorelement 5 ist deutlich großflächiger mit einer elektrisch leitenden und hier auch das Licht reflektierenden Dünnschicht 11 versehen worden.
Das Licht der Lichtquelle 1 wird wieder über ein kol- limierendes optisches Element 2, einen optischen
Bandpassfilter 3, eine optische Blende 4 in kolli- mierter Form auf das Sensorelement 5 gerichtet .
Der Lichteintritt erfolgt dabei auf einen planaren Flächenbereich des Sensorelementes. Dabei sollte das Licht möglichst in einem rechten Winkel auf den planaren Flächenbereich des Sensorelementes gerichtet werden. So können Reflexion von Licht verhindert und die Homogenität des eingekoppelten Lichtes verbessert werden.
Unter Berücksichtigung des optischen Brechungsindexes des Sensorelementes 5 können aber auch andere Einfallswinkel des Lichtes 12 gewählt werden, wobei diese dann wiederum die asphärische Krümmung der Ober- fläche 6 berücksichtigen müssen.
Die asphärische Krümmung der Oberfläche 6 wird so gewählt, dass auftreffendes Licht in das Sensorelement 5 reflektiert und gleichzeitig fokussiert wird. Nach einer zweiten Reflexion an der hier unten angeordneten optischen Grenzfläche trifft das fokussierte Licht, analog wie beim Beispiel nach Figur 1 bereits beschrieben, auf die optische Grenzfläche (hier oben angeordnet) des Sensorelementes 5 zur Erreichung von Oberflachen-Plasmonen-Resonanz im Bereich von mindestens einer Messfläche 13.
Von dieser Grenzfläche wird das Licht wiederum auf eine untere optische Grenzfläche und von dort auf ei- ne zweite am Lichtaustritt des Sensorelementes 5 angeordnete ebenfalls asphärisch, konvex gekrümmte 0- berflache 7 des Sensorelementes gerichtet. Von der Oberfläche 7 wird das Licht in kollimierter Form aus dem Sensorelement in Richtung auf einen optischen De- tektor 10 reflektiert.
Das in kollimierter Form aus dem Sensorelement 5 reflektierte Licht kann dann wieder über eine Strahl- aufweitungsoptik 14, Polarisationsstrahlteiler 8, Um- lenkprisma 9, als TM- und TE-polarisiertes Licht 15 und 16 auf den optischen Detektor 10 gerichtet werden.
Das in Figur 3 gezeigte Beispiel einer Anordnung zur optischen Detektion verwendet ein Sensorelement 5, wie es auch bei dem Beispiel nach Figur 1 beschrieben
worden ist .
Das Licht der Lichtquelle 1 wird wiederum über ein kollimierendes optisches Element 2, ein optisches Bandpassfilter 3, eine optische Spaltblende 4 auf die am Lichteintritt des Sensorelementes 5 angeordnete asphärisch, konvex gekrümmte Oberfläche 6 gerichtet. Vor dem Auftreffen des Lichtes 12 durchdringt dieses Licht aber bei diesem Beispiel ein Polarisationsfil- ter in Kombination mit einem spannungsgesteuert umschaltbaren Polarisationsrotator 17. Durch entsprechende Schaltung, die von der elektronischen Auswerte- und Steuereinheit 18 erfolgt, gelangt wechselweise TM- und TE-polarisiertes Licht in das Sensorele- ment 5 und entsprechend polarisiertes Licht trifft dann auch zeitlich versetzt auf den optischen Detektor 10 auf, so dass zeitlich nacheinander mit dem optischen Detektor 10 die Intensitäten von TM- und TE- polarisier-tem Licht ortsaufgelöst erfasst und in der elektronischen Auswerte- und Steuereinheit 18 verarbeitet und ausgewertet werden können.
In Figur 4 ist ein Beispiel eines Sensorelementes 5 mit daran ausgebildeten Mikrofluidstrukturelementen in schematischer Form dargestellt.
Am Sensorelement 5 ist ein Probenaufnahmeraum 20 ausgebildet, in den die Probe, wie bereits im allgemeinen Teil der Beschreibung angesprochen, mittels einer Pipette oder Kanüle aber auch über entsprechend geeignete Leitungen zugeführt werden kann. An diesen Probenaufnahmeraum schließt sich ein Bereich 21 an. In diesem Bereich können in der jeweiligen flüssigen Probe enthaltene Feststoffe separiert werden.
Nach diesem Bereich 21 sind hier unterschiedliche Be-
reiche 22 vorhanden, an denen eine Probenmodifizierung erreichbar ist. So können beispielsweise gezielt Bindungen mit bestimmten analytspezifischen Molekülen initiiert werden, wobei dies auch in dem Bereich 23 erfolgen kann.
An eine solche Probenvorbereitung oder Probenmodifizierung schließt sich ein Kanal 24 an, durch den eine Probe über die Messflächen 13, die hier wiederum in einer Reihe angeordnet sind, strömen kann und letztendlich in der Aufnahmekammer 25 die flüssige Probe aufgenommen werden kann.
Hier nicht erkennbare elektrisch leitende Dünnschich- ten 11 sind zumindest unterhalb der Messflächen 13 ausgebildet .
Bei diesem Beispiel eines Sensorelementes 5 wird das für die Anregung von Oberflachen-Plasmonen-Resonanz eingesetzte Messlicht in die asphärisch, konvex gekrümmte Oberfläche 6 eingekoppelt und tritt an der ebenfalls asphärisch, konvex gekrümmten Oberfläche 7 aus dem Sensorelement 5 wieder aus.
Wie in Figur 4 erkennbar, sind dementsprechend die
Messflächen 13 parallel und die Reihenanordnung der Messflächen 13 orthogonal zur Strahlrichtung, also auch zur optischen Achse des Lichtes ausgerichtet.
Die Strömungsrichtung der flüssigen Probe erfolgt bei dem hier gezeigten Beispiel daher im rechten Winkel zur Strahlrichtung des Lichtes.
In nicht dargestellter Form besteht aber auch die Möglichkeit, die Strömungsrichtung der flüssigen Probe parallel zur Strahlrichtung des durch das Sensor-
elementes 5 geführten Lichtes vorzunehmen, wobei es in diesem Fall dann besonders vorteilhaft ist, die flüssige Probe über jeweils einen gesonderten Mikro- kanal zu jeweils einer der Messflächen 13 zu führen. Dadurch kann eine gegenseitige Beeinflussung von Analyten an den unterschiedlichen Messflächen 13 vermieden werden.
Figur 5 zeigt in schematischer Form eine geschnittene Seitenansicht durch ein zweiteiliges Sensorelement 5 mit aufgesetztem Deckelteil 19, dabei bildet der untere Teil des Sensorelementes 5 ausschließlich einen Lichtwellenleiter, an dessen äußeren Stirnseiten wiederum die asphärisch, konvex gekrümmten Oberflächen 6 und 7 ausgebildet sind.
An der hier oben angeordneten optischen Grenzfläche des Sensorelementes 5 sind elektrisch leitende Dünnschichten 11 und auf diesen wiederum Messflächen 13 beabstandet zueinander und in einer Reihenanordnung ausgebildet .
Im Deckelteil 19 ist oberhalb der Messflächen 13 ein einen Mikrokanal bildender nutenförmiger Einschnitt ausgebildet, durch den die jeweilige Probe zu und über die Messflächen 13 strömen kann.
Die beabstandete Reihenanordnung von Messflächen 13 wird mittels der oberen Darstellung von Figur 5 ver- deutlicht .
In Figur 6 ist wiederum ein Sensorelement 5, das gegenüber dem in Figur 5 gezeigten Beispiel eines Sensorelementes 5 mit Deckelteil 19 geringfügig modifi- ziert worden ist.
Aus der unteren seitlichen Schnittdarstellung wird deutlich, dass zusätzlich in einem Winkel schräg geneigte Flächen 26 jeweils zwischen benachbarten Messflächen 13 ausgebildet sind.
An diesen schräg geneigten Flächen 26 wird das für die eigentliche Messung der Oberflächen-Plasmonen- Resonanzanregung nicht genutzte Licht reflektiert und als Referenzsignal auf einen optischen Detektor 29 gerichtet.
Mittels der geneigten Flächen 26 können Beugungseffekte unterdrückt und eine verbesserte Trennung von Signalen benachbarter Messflächen 13 erreicht werden.
Bei einem entsprechenden Neigungswinkel der schräg geneigten Flächen 26 kann ein solcher optischer Detektor 29 unmittelbar unterhalb des Sensorelementes 5 angeordnet werden.
Zwischen Sensorelement 5 und optischen Detektor 29 kann ein kollimierendes optisches Element 28 angeordnet werden. Der optische Detektor 29 kann wiederum in nicht dargestellter Form an eine elektronische Aus- werte- und Steuereinheit 18 angeschlossen sein und für die Referenzierung/Normierung des Messlichtes, das wiederum bevorzugt in TM-polarisierter Form ausgenutzt wird, eingesetzt werden.
In Figur 7A sind mit dem optischen Detektor 10 er- fasste Abbildungen von TM-polarisiertem Licht 15 und TE-polarisiertem Licht 16 für einzelne Messflächen 13 dargestellt. Dabei sind die streifenförmigen Abbildungen 30 und 31 jeweils die TM- und TE-polarisierte Abbildung einer Messfläche 13 für die jeweiligen Einfallswinkel des in diesen Bereich einfallenden und an
der optischen Grenzfläche reflektierten Lichtes.
In Figur 7B ist ein Diagramm der in Abhängigkeit der jeweiligen einfallswinkelabhängig erfassten relativen Intensitäten für eine Messfläche 13 dargestellt.
So gibt der Kurvenverlauf 30 die einfallswinkelabhängig erfasste Intensität von TM-polarisiertem Licht 15 und der Kurvenverlauf 31 die erfassten Einfallswinkel abhängigen Intensitätswerte für TE-polarisier-tes Licht 16 wieder.
Der Kurvenverlauf 32 ist eine durch Quotientenbildung ermittelte Normierung der Kurvenverläufe 30 und 31.
Für die Detektion von Analyten kann der jeweilige Einfallswinkel, an dem ein Intensitätsminimum ermittelt worden ist, ausgenutzt werden. Es kann eine Konzentrationsbestimmung für Analyten mittels der jewei- ligen Massenbelegung auf Messflächen 13 durch Berechnung aus Messwerten 32 durchgeführt werden.