Verfahren, Vorrichtung und deren Verwendung zum Betrieb eines
Kraftfahrzeuges
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, eine Vorrichtung und deren Verwendung zum Betrieb eines Kraftfahrzeuges mit einem Antriebsmotor und einem Getriebe im Antriebsstrang.
Gemäß Figur 1 weist ein Fahrzeug 1, eine Antriebseinheit 2, wie einen Motor oder eine Brennkraftmaschine, auf. Weiterhin sind im Antriebsstrang des Fahrzeuges 1 ein Drehmomentübertragungssystem 3 und ein Getriebe 4 angeordnet. In diesem Ausführungsbeispiel ist das Drehmomentübertragungssystem 3 im Kraftfluss zwischen Motor und Getriebe angeordnet, wobei ein Antriebsmoment des Motors über das Drehmomentübertragungssystem 3 an das Getriebe 4 und von dem Getriebe 4 abtriebsseitig an eine Abtriebswelle 5 und an eine nachgeordnete Achse 6 sowie an die Räder 6a übertragen wird.
Das Drehmomentübertragüngssystem 3 ist als Kupplung, wie z. B. als Reibungskupplung, Lamellenkupplung, , Magnetpulverkupplung oder Wandlerüberbrückungskupplung, ausgestaltet, wobei die Kupplung eine selbsteinstellende oder eine verschleißausgleichende Kupplung sein kann. Das Getriebe 4 ist ein unterbrechungsfreies Schaltgetriebe (USG). Entsprechend dem erfindungsgemäßen Gedanken kann das Getriebe auch ein automatisiertes Schaltgetriebe (ASG) sein, welches mittels zumindest eines Aktors automatisiert geschaltet werden kann. Als automatisiertes Schaltgetriebe ist im Weiteren ein automatisiertes Getriebe zu verstehen, welches mit einer Zugkraftunterbrechung geschaltet wird und bei dem der Schaltvorgang der Getriebeübersetzung mittels zumindest eines Aktors angesteuert durchgeführt wird.
Weiterhin kann als USG auch ein Automatgetriebe Verwendung finden, wobei ein Automatgetriebe ein Getriebe im Wesentlichen ohne Zugkraftunterbrechung bei den Schaltvorgängen ist und das in der Regel durch Planetengetriebestufen aufgebaut ist.
Weiterhin kann ein stufenlos einstellbares Getriebe, wie beispielsweise Kegelscheibenumschlingungsgetriebe eingesetzt werden. Das Automatgetriebe kann auch mit einem abtriebsseitig angeordneten Drehmomentübertragungssystem 3, wie eine Kupplung oder eine Reibungskupplung, ausgestaltet sein. Das Drehmomentübertragungssystem 3 kann weiterhin als Anfahrkupplung und/oder Wendesatzkupplung zur Drehrichtungsumkehr und/oder Sicherheitskupplung mit einem gezielt ansteuerbaren übertragbaren Drehmoment ausgestaltet sein. Das Drehmomentübertragungssystem 3 kann eine Trόckenreibungskupplung oder eine nass laufende Reibungskupplung sein, die beispielsweise in einem Fluid läuft. Ebenso kann es ein Drehmomentwandler sein.
Das Drehmomentübertragungssystem 3 weist eine Antriebsseite 7 und eine Abtriebsseite 8 auf, wobei ein Drehmoment von der Antriebsseite 7 auf die Abtriebsseite 8 übertragen wird, indem z. B. die Kupplungsscheibe 3a mittels der Druckplatte 3b, der Tellerfeder 3c und dem Ausrücklager 3e sowie dem Schwungrad 3d kraftbeaufschlagt wird. Zu dieser Beaufschlagung wird der Ausrückhebel 20 mittels einer Betätigungseinrichtung, z.B. einem Aktor, betätigt.
Die Ansteuerung des Drehmomentübertragungssystems 3 erfolgt mittels einer Steuereinheit 13, wie z. B. einem Steuergerät, welches die Steuerelektronik 13a und den Aktor 13b umfassen kann. In einer anderen vorteilhaften Ausführung können der Aktor 13b und die Steuerelektronik 13a auch in zwei unterschiedlichen Baueinheiten, wie z.B. Gehäusen, angeordnet sein.
Die Steuereinheit 13 kann die Steuer- und Leistungselektronik zur Ansteuerung des Antriebsmotors 12 des Aktors 13b enthalten. Dadurch kann beispielsweise vorteilhaft erreicht werden, dass das System als einzigen Bauraum den Bauraum für den Aktor 13b mit Elektronik benötigt. Der Aktor 13b besteht aus dem Antriebsmotor 12, wie z.B. einem Elektromotor, wobei der Elektromotor 12 über ein Getriebe, wie z.B. ein Schneckengetriebe, ein Stirnradgetriebe, ein Kurbelgetriebe oder ein
Gewindespindelgetriebe, auf einen Geberzylinder 11 wirkt. Diese Wirkung auf den Geberzylinder 11 kann direkt oder über ein Gestänge erfolgen.
Die Bewegung des Ausgangsteiles des Aktors 13b, wie z. B. des Geberzylinderkolbens 11a, wird mit einem Kupplungswegsensor 14 detektiert, welcher die Position oder Stellung oder die Geschwindigkeit oder die Beschleunigung einer Größe detektiert, welche proportional zur Position bzw. Einrückposition respektive der Geschwindigkeit oder Beschleunigung der Kupplung ist. Der Geberzylinder 11 ist über eine Druckmittelleitung 9, wie z.B. eine Hydraulikleitung, mit dem Nehmerzylinder 10 verbunden. Das Ausgangselement 10a des Nehmerzylinders ist mit dem Ausrückmittel 20, z.B. einem Ausrückhebel, wirkverbunden, so dass eine Bewegung des Ausgangsteiles 10a des Nehmerzylinders 10 bewirkt, dass das Ausrückmittel 20 ebenfalls bewegt oder verkippt wird, um das von der Kupplung 3 übertragbare Drehmoment anzusteuern.
Der Aktor 13b zur Ansteuerung des übertragbaren Drehmoments des Drehmomentübertragungssystems 3 kann druckmittelbetätigbar sein, d.h., er kann einen Druckmittelgeber- und Nehmerzylinder aufweisen. Das Druckmittel kann beispielsweise ein Hydraulikfluid oder ein Pneumatikmedium sein. Die Betätigung des Druckmittelgeberzylinders kann elektromotorisch erfolgen, wobei der als
Antriebselement 12 vorgesehene Elektromotor elektronisch angesteuert werden kann. Das Antriebselement 12 des Aktors 13b kann neben einem elektromotorischen
Antriebselement auch ein anderes, beispielsweise druckmittelbetätigtes
Antriebselement sein. Weiterhin können Magnetaktoren verwendet werden, um eine Position eines Elementes einzustellen.
Bei einer Reibungskupplung erfolgt die Ansteuerung des übertragbaren Drehmomentes dadurch, dass die Anpressung der Reibbeläge der Kupplungsscheibe zwischen dem Schwungrad 3d und der Druckplatte 3b gezielt erfolgt. Über die Stellung des Ausrückmittels 20, wie z.B. einer Ausrückgabel oder eines Zentralausrückers, kann die Kraftbeaufschlagung der Druckplatte 3b respektive der Reibbeläge gezielt angesteuert werden, wobei die Druckplatte 3b dabei zwischen zwei
Endpositionen bewegt und beliebig eingestellt und fixiert werden kann. Die eine
Endposition entspricht einer völlig eingerückten Kupplungsposition und die andere
Endposition einer völlig ausgerückten Kupplungsposition. Zur Ansteuerung eines übertragbaren Drehmomentes, welches beispielsweise geringer ist als das momentan anliegende Motormoment, kann beispielsweise eine Position der Druckplatte 3b angesteuert werden, die in einem Zwischenbereich zwischen den beiden
Endpositionen liegt. Die Kupplung kann mittels der gezielten Ansteuerung des
Ausrückmittels 20 in dieser Position fixiert werden. Es können aber auch übertragbare
Kupplungsmomente angesteuert werden, die definiert über den momentan anstehenden Motormomenten liegen. In einem solchen Fall können die aktuell anstehenden Motormomente übertragen werden, wobei die Drehmoment-
Ungleichförmigkeiten im Antriebsstrang in Form von beispielsweise
Drehmomentspitzen gedämpft und/oder isoliert werden.
Zur Ansteuerung des Drehmomentübertragungssystems 3 werden weiterhin Sensoren verwendet, die zumindest zeitweise die relevanten Größen des gesamten Systems überwachen und die zur Steuerung notwendigen Zustandsgrößen, Signale und Messwerte liefern, die von der Steuereinheit verarbeitet werden, wobei eine Signalverbindung zu anderen Elektronikeinheiten, wie beispielsweise zu einer Motorelektronik oder einer Elektronik eines Antiblockiersystems (ABS) oder einer Antischlupfregelung (ASR) vorgesehen sein kann und bestehen kann. Die Sensoren detektieren beispielsweise Drehzahlen, wie Raddrehzahlen, Motordrehzahlen, die Position des Lasthebels, die Drosselklappenstellung, die Gangposition des Getriebes, eine Schaltabsicht und weitere fahrzeugspezifische Kenngrößen.
Die Fig. 1 zeigt, dass ein Drosselklappensensor 15, ein Motordrehzahlsensor 16 sowie ein Tachosensor 17 Verwendung finden können und Messwerte bzw. Informationen an das Steuergerät 13 weiterleiten. Die Elektronikeinheit, wie z.B. eine Computereinheit, der Steuerelektronik 13a verarbeitet die Systemeingangsgrößen und gibt Steuersignale an den Aktor 13b weiter.
Das Getriebe ist als z.B. Stufenwechselgetriebe ausgestaltet, wobei die Übersetzungsstufen mittels eines Schalthebels 18 gewechselt werden oder das Getriebe mittels dieses Schalthebels 18 betätigt oder bedient wird. Weiterhin ist an dem Schalthebel 18 des Handschaltgetriebes zumindest ein Sensor 19b angeordnet, welcher die Schaltabsicht und/oder die Gangposition detektiert und an das Steuergerät 13 weiterleitet. Der Sensor 19a ist am Getriebe angelenkt und detektiert die aktuelle Gangposition und/oder eine Schaltabsicht. Die Schaltabsichtserkennung unter Verwendung von zumindest einem der beiden Sensoren 19a, 19b kann dadurch erfolgen, dass der Sensor ein Kraftsensor ist, welcher die auf den Schalthebel 18 wirkende Kraft detektiert. Weiterhin kann der Sensor aber auch als Weg- oder Positionssensor ausgestaltet sein, wobei die Steuereinheit aus der zeitlichen Veränderung des Positionssignals eine Schaltabsicht erkennt.
Das Steuergerät 13 steht mit allen Sensoren zumindest zeitweise in Signalverbindung und bewertet die Sensorsignale und Systemeingangsgrößen in der Art und Weise, dass in Abhängigkeit von dem aktuellen Betriebspunkt die Steuereinheit Steuer- oder Regelungsbefehle an den zumindest einen Aktor 13b ausgibt. Der Antriebsmotor 12 des Aktors 13b, z.B. ein Elektromotor, erhält von der Steuereinheit, welche die Kupplungsbetätigung ansteuert, eine Stellgröße in Abhängigkeit von Messwerten und/oder Systemeingangsgrößen und/oder Signalen der angeschlossenen Sensorik. Hierzu ist in dem Steuergerät 13 ein Steuerprogramm als Hard- und/oder als Software implementiert, das die eingehenden Signale bewertet und anhand von Vergleichen und/oder Funktionen und/oder Kennfeldern die Ausgangsgrößen berechnet oder bestimmt.
Das Steuergerät 13 hat in vorteilhafter Weise eine Drehmomentbestimmungseinheit, eine Gangpositionsbestimmungseinheit, eine Schlupfbestimmungseinheit und/oder eine Betriebszustandsbestimmungseinheit implementiert oder es steht mit zumindest einer dieser Einheiten in Signalverbindung. Diese Einheiten können durch Steuerprogramme als Hardware und/oder als Software implementiert sein, so dass mittels der eingehenden Sensorsignale das Drehmoment der Antriebseinheit 2 des Fahrzeuges 1, die Gangposition des Getriebes 4 sowie der Schlupf, welcher im Bereich des Drehmomentübertragungssystems 3 herrscht und der aktuelle
Betriebszustand des Fahrzeuges 1 bestimmt werden können. Die Gangpositionsbestimmungseinheit ermittelt anhand der Signale der Sensoren 19a und 19b den aktuell eingelegten Gang. Dabei sind die Sensoren 19a, 19b am Schalthebel und/oder an getriebeinternen Stellmitteln, wie beispielsweise einer zentralen Schaltwelle oder Schaltstange, angelenkt und diese detektieren, beispielsweise die Lage und/oder die Geschwindigkeit dieser Bauteile. Weiterhin kann ein Lasthebelsensor 31 am Lasthebel 30, wie z.B. an einem Gaspedal, angeordnet sein, welcher die Lasthebelposition detektiert. Ein weiterer Sensor 32 kann als Leerlaufschalter fungieren, d.h. bei betätigtem Lasthebel 30 bzw. Gaspedal ist dieser Leerlaufschalter 32 eingeschaltet und bei nicht betätigtem Lasthebel 30 ist er ausgeschaltet, so dass durch diese digitale Information erkannt werden kann, ob der Lasthebel 30 betätigt wird. Der Lasthebelsensor 31 detektiert den Grad der Betätigung des Lasthebels 30.
Die Fig. 1 zeigt neben dem Lasthebel 30 und den damit in Verbindung stehenden Sensoren ein Bremsenbetätigungselement 40 zur Betätigung der Betriebsbremse oder der Feststellbremse, wie z.B. ein Bremspedal, einen Handbremshebel oder ein hand- oder fußbetätigtes Betätigungselement der Feststellbremse. Zumindest ein Sensor 41 ist an dem Betätigungselement 40 angeordnet und überwacht dessen Betätigung. Der Sensor 41 ist beispielsweise als digitaler Sensor, wie z. B. als Schalter, ausgestaltet, wobei dieser detektiert, dass das Bremsenbetätigungselement 40 betätigt oder nicht betätigt ist. Mit dem Sensor 41 kann eine Signaleinrichtung, wie z.B. eine Bremsleuchte, in Signalverbindung stehen, welche signalisiert, dass die Bremse betätigt ist. Dies kann sowohl für die Betriebsbremse als auch für die Feststellbremse erfolgen. Der Sensor 41 kann jedoch auch als analoger Sensor ausgestaltet sein, wobei ein solcher Sensor, wie beispielsweise ein Potentiometer, den Grad der Betätigung des Bremsenbetätigungselementes 41 ermittelt. Auch dieser Sensor kann mit einer Signaleinrichtung in Signalverbindung stehen.
Nachfolgend wird eine mögliche Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung beschrieben, bei der ein aktives Bremsen, insbesondere bei Schaltvorgängen im Schubbetrieb, bei einem Fahrzeug vorgeschlagen wird.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, eine Komfortverbesserung insbesondere bei Rückschaltvorgängen bei einer Bergabfahrt zu realisieren.
Demnach kann z. B. durch die Verwendung eines aktiven Bremssystems, wie z. B. einem ESP-System, einer elektrohydraulischen Bremse, einem Brake-by-wire-System oder dgl., kurzzeitig die Motorbremswirkung ersetzt werden.
Während z. B. einer ASG-Schaltung im Schubbetrieb kann auf diese Weise die fehlende Motorbremswirkung durch die aktive Bremse bis zu dem Niveau aufgebracht werden, welches nach dem Wiedereinkuppeln am Rad zu erwarten ist. Es ist denkbar, dass diese Vorgehensweise auch noch geeignet modifiziert wird, um weitere Komfortverbesserungen zu erhalten. Es ist möglich, dass diese Vorgehensweise auch bei anderen Schaltvorgängen realisiert wird.
Bevorzugt kann die vorliegende Erfindung bei sämtlichen Fahrzeugen mit automatischem oder automatisierten Getrieben zum Einsatz kommen.
Nachfolgend wird eine weitere Ausgestaltung beschrieben, bei der eine automatisch betätigte Parksperre ohne Haltemagnet vorgeschlagen wird.
Es ist bekannt, das bei einer automatisch betätigten Parksperre, welche durch das aktive Interlock betätigt wird, jeweils ein Elektromagnet vorgesehen ist, um die Parksperre im geöffneten Zustand zu blockieren.
Um den zusätzlichen Aufwand für diesen Elektromagnet zu vermeiden, können auch rein mechanische Lösungen für eine Parksperre vorgesehen werden. Hierzu sollte die Parksperre durch die Getriebeaktorik sowohl ein als auch ausgelegt werden können.
In diesem Fall ist es vorteilhaft, die Bewegung des Schaltfingers zur Betätigung der Parksperre nur in eine Richtung zu nutzen, um so die andere Gasse im H Schaltbild für einen weiteren Gang oder Anschlag nutzen zu können.
ln Figur 2 ist eine Explosionsdarstellung einer möglichen automatisch betätigten Parksperre ohne die Verwendung eines Haltemagnets dargestellt. Die Funktionsweise dieser Parksperre ist ähnlich der Funktionsweise eines Kugelschreibers.
In den Figuren 3 bis 5 sind weitere Ansichten des erfindungsgemäßen Lösungsvorschlages dargestellt. Die erfindungsgemäße Parksperre besteht im Wesentlichen aus einer Betätigungshülse 51 bevorzugt mit einer spitzen, keilförmigen oder dergleichen Verzahnung. Femer ist ein Betätigungsbolzen 52 vorgesehen, wobei zwischen dem Betätigungsbolzen und der Betätigungshülse eine Lagerkappe 53 ebenfalls mit einer keilförmigen Verzahnung vorgesehen ist.
In Figur 3 ist die Parksperre in einem Getriebegehäuse .54 eingebaut. Bei dieser Darstellung ist die Sperrklinke 55 außerhalb des Sperrrades. Zur Rückstellung ist bevorzugt eine Rückstellfeder 56 oder dergleichen an dem Betätigungsbolzen 52 vorgesehen.
In Figur 4 ist die erfindungsgemäße Parksperre in einem Zustand gezeigt, in dem diese mit einem Schaltelement betätig ist. Im Gegensatz zu Figur 3 ist somit der Zustand der Parksperre in Figur 4 verändert. Es handelt sich hierbei um eine Zwischenstufe.
In Figur 5 ist die Parksperre in einem eingelegten Zustand gezeigt. In diesem Zustand wird das Sperrrad 57 der Parksperre durch die Sperrklinke 55 blockiert. Auf diese Weise wird das Sperrrad 57 fest mit der Getriebevorgelegewelle verbunden.
Die in Figur 4 durch einen Pfeil angedeutete Kraft FA repräsentiert die Kraft des Schaltfingers, welcher auf die Betätigungshülse 51 wirkt, wenn der Zustand der Parksperre verändert werden soll. Durch die spitze Verzahnung an dem der Lagerkappe 53 zugewandten Ende der Betätigungshülse 51 kann die Lagerkappe 53 und somit auch der Betätigungsbolzen 52 der Parksperre in die Richtung der Kraft FA verschoben werden. Somit wird die Parksperre in Figur 4 bzw. Figur 5 nach rechts verschoben. Die Betätigungshülse 51 und die Lagerkappe 53 bzw. Lagerungskappe können beispielsweise durch geeignete Nuten in der Getriebegehäusebohrung geführt werden.
An der Lagerkappe 53 ist ebenfalls eine spitze oder dergleichen Verzahnung vorgesehen. Wenn die Lagerkappe 53 mit der Betätigungshülse 51 und dem Schaltelement der Getriebeaktorik derart verschoben wird, dass sich die Verzahnung der Lagerkappe außerhalb der Nuten der Getriebegehäusebohrung befinden, kann die Lagerkappe etwa um 45° gedreht werden, welches auf Grund der Spitzen an der Verzahnung der Betätigungshülse, der Lagerkappen und der Nuten der Getriebegehäusebohrung erfolgen kann. Die Betätigungshülse kann sich jedoch nicht verdrehen, da diese den Bereich der Nuten nicht verlässt, so dass eine Verdrehsicherung für die Betätigungshülse realisiert wird.
Gemäß einer Weiterbildung können bevorzugt insgesamt 8 Nuten beispielsweise in einem Abstand von jeweils 45° am Umfang der Getriebegehäusebohrung vorgesehen sein. Davon können z. B. 4 Nuten ein Verschieben der Lagerkappe 53 und damit auch des Betätigungsbolzens 51 in eine Position ermöglichen, wie sie in Figur 3 gezeigt ist. Die anderen 4 Nuten können ein Verschieben der Parksperre in die Position zulassen, welche in Figur 5 dargestellt ist.
Wenn sich die 4 Zähne der Lagerkappe 53 innerhalb der Nuten befinden, die ein Verschieben der Lagerkappe 53 bis nach ganz links verhindern, wie dies in Figur 3 dargestellt ist, befindet sich die Parksperre in einem ausgelegten Zustand. Die Sperrklinke 55 steht in diesem Fall nicht mit dem Sperrrad der Sperrklinke in Eingriff.
Wenn sich die 4 Zähne der Lagerkappe 53 innerhalb der Nuten befinden, welche ein Verschieben der Lagerkappe 53 bis nach ganz links zulassen, wie dies in Figur 5 dargestellt ist, befindet sich die Parksperre in einem eingelegten Zustand. In diesem Fall wird das Sperrrad der Parksperre durch die Sperrklinke 55 gesperrt.
Die Feder sorgt in jeder Stellung der Lagerkappe dafür, dass der Betätigungsbolzen jeweils soweit wie möglich nach links verschoben wird, bis dieser an dem Ende der Bohrung in der Lagerkappe anliegt. Dies ist insbesondere in Figur 2 dargestellt. Somit werden auch mögliche Zahn-Zahn-Stellungen von der Sperrklinke 55 und dem Sperrrad 57 vermieden.
Besonders vorteilhaft ist bei der erfindungsgemäßen Konzeption, dass die Betätigung der Parksperre durch den Schaltfinger nur in eine Richtung erfolgt.
Eine andere Weiterbildung der vorliegenden Erfindung kann vorsehen, dass die vorgeschlagene automatisch betätigte Parksperre derart modifiziert wird, dass bevorzugt zusätzlich eine Notlöseeinrichtung vorgesehen wird. Somit kann die Parksperre im Notfall möglichst schnell gelöst werden.
Die erfindungsgemäße Parksperre kann bevorzugt bei Parallelschaltgetrieben (PSG) eingesetzt werden.
Nachfolgend wird eine weitere Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung beschrieben, bei der eine möglichst einfache Anfahrstrategie für automatische bzw. automatisierte Getriebe vorgeschlagen wird.
Die bereits bekannten Strategien zum Anfahren sind relativ kompliziert und benötigen auf Grund der verwendeten Anfahrkennlinien einen relativ hohen Speicherbedarf. Darüber hinaus muss die jeweilige Kennlinie für jeden Fahrzeugtyp entsprechend abgestimmt werden.
Demnach liegt eine Aufgabe der Erfindung darin, eine einfache Strategie zum Anfahren zu realisieren, welche mit geringem Aufwand bei verschiedenen Fahrzeugen eingesetzt werden kann und zudem wenig Speicherplatz im Fahrzeugrechner benötigt.
Wie bereits erwähnt wird das Anfahren derzeit bei EKM- und ASG-Fahrzeugen über Anfahrkennlinien gesteuert. Dabei ist das übertragbare Kupplungssollmoment Tcι,d eine Funktion der Motordrehzahl ne. Dies ergibt sich aus der folgenden Gleichung:
rrf = /(«.) (1)
Es ist jedoch möglich, das zu Beginn des Anfahrens diese Strategie modifiziert wird, indem das Kupplungssollmoment Tcι,d unter den in Gleichung 1 berechneten Wert gesenkt wird. Auf diese Weise kann ein schnelles Ansteigen des Kupplungssollmomentes Tcι,d und ein mögliches Abwürgen des Motors vermieden
werden. Es kann auch vorgesehen sein, dass zum Ende des Anfahrvorganges das
Kupplungssollmoment entsprechend reduziert wird, um einen sanften Übergang der
Kupplung ins Haften zu erzielen.
Erfindungsgemäß wird eine Steuerstrategie vorgeschlagen, bei der die Steuereinheit jederzeit in der Lage ist, das Moment T*cι zu berechnen. Bei dem Moment T*cι handelt es sich um das Moment, welches unmittelbar nach dem Abbau des Schlupfes von der Kupplung übertragen wird. Das Kupplungssollmoment Tcι,d kann dann bevorzugt durch folgende Gleichung gesteuert werden: Tcl,d = τ; (l + f(ne -ng)) (2)
Dabei wird mit ng die Getriebeeingangsdrehzahl und mit f() eine monoton steigende Funktion bezeichnet, deren Wert bei f(0) gleich 0 ist. Ein mögliches Beispiel für eine derartige Funktion kann wie folgt beschrieben werden:
wobei k und c positive Konstanten sind, die auf das jeweilige Fahrzeug abgestimmt werden können. Die Berechnung von T*
cι wird im weiteren Verlauf beschrieben.
Durch die Beziehung in Gleichung 2 wird gewährleistet, dass das Kupplungssollmoment Tcι,d größer als das Moment T*cι ist, solange die Kupplung schlupft. Auf diese Weise kann der Schlupf abgebaut werden. Ferner wird durch die Gleichung 2 gewährleistet, dass der Verlauf des Kupplungssollmomentes Tcι,d glatt bzw. stetig ist, also keine Sprünge in dem Verlauf des Momentes T*cι auftreten. Auf diese Weise gehen auch die beiden Drehzahlen mit gleichen Steigungen ineinander über. Somit kann ein ruckhafter Übergang vom Schlupfen zum Haften vermieden werden.
Sobald der Kupplungsschlupf ne - ng unter eine vorbestimmte Grenze sinkt, wie z.B. 10 U/min., kann der Anfahrvorgang als beendet angesehen werden und die Kupplung im Modus „Fahren" gesteuert werden.
Nachfolgend wird das zu übertragene Drehmoment T*C| nach dem Anfahren bestimmt. Nach dem Anfahren haftet die Kupplung. Der Motor und das Getriebe sind dann fest
miteinander verbunden bzw. gekoppelt. Die Bewegungsgleichung für den Motor lautet dann:
Je -ώe = Te -τ;, , (4)
wobei Je das Trägheitsmoments des Motors, ω- die Winkelbeschleunigung des Motors und Te das Drehmoment des Motors sind. Die Bewegungsgleichung für das Fahrzeug lautet: χ, -ώv = τr +i - τ , (5)
wobei Jv das Trägheitsmoment des Fahrzeuges, ωv die Winkelbeschleunigung des Fahrzeuges, Tr die Summe aller Fahrwiderstände des Fahrzeuges und i das Übersetzungsverhältnis des übertragenen Ganges sind. Da der Motor und das Fahrzeug bzw. das Getriebe starr miteinander verbunden sind, gilt: ώ. X i (6) durch das Einsetzen der Gleichung 6 in die Gleichung 5 und durch das Auflösen nach der Winkelbeschleunigung des Motors ώe kann eine Gleichung für die Winkelbeschleunigen des Motors ώe angegeben werden. Wenn die
Winkelbeschleunigung des Motors in Gleichung 2 eingesetzt wird und danach nach dem zu übertragenen Drehmoment T*cι aufgelöst wird, ergibt sich folgende Gleichung:
Mit dieser Gleichung kann das zu übertragene Moment T*cι schon während der Schlupfphase vorausberechnet werden, da sich die Summe aller Fahrwiderstände Tr beim Übergang vom Schlupfen zum Haften nicht verändert. Dabei ist jedoch die Kenntnis von der Summe aller Fahrwiderstände Tr erforderlich. Als Näherung kann als Wert von Tr der Wert während der Schlupfphase verwendet werden, der sich aus der Bewegungsgleichung des Fahrzeuges ergibt:
Tr = Jv -ώv ~i -Tc! , (8) wobei mit Tcι das Moment der schlupfenden Kupplung angegeben ist. Zur Auswertung der Gleichung 8 kann der Wert der Fahrzeugbeschleunigung ώv verwendet werden.
Dieser kann durch Differenzieren der Raddrehzahl oder der Getriebeeingangsdrehzahl (ωg = i ■ ωv ) berechnet werden.
Insgesamt ergeben sich erhebliche Vorteile gegenüber der bekannten Anfahrstrategie. Insbesondere dadurch, dass das Kupplungssollmoment Tcι,d eine Funktion der Schlupfdrehzahl und nicht der Motordrehzahl ist. Somit kann während des gesamten Anfahrvorganges eine einzige Formel zur Berechnung des Kupplungssollmomentes Tcι,d verwendet werden. Ferner sind keine Modifikationen für den Beginn und das Ende des Anfahrens bei der erfindungsgemäßen Anfahrstrategie erforderlich. Darüber hinaus kann die Funktion Tcι.d (ne-ng) auf einfachste Weise dargestellt werden. Deren Abstimmung auf das jeweilige Fahrzeug kann mit einem oder zwei Parameter auf einfachste Weise durchgeführt werden. Dies ist besonders zeitsparend.
Zur Durchführung der erfindungsgemäßen Strategie sollte die Fahrzeugbeschleunigung ώv relativ genau bestimmt werden. Bevorzugt können die von dem ABS-System gelieferten Raddrehzahlen zur Bestimmung der Fahrzeugbeschleunigung durch einen zusätzlichen Drehzahlmesser am Getriebeeingang ergänzt werden.
Zur Veranschaulichung der vorgestellten erfindungsgemäßen Strategie ist in Figur 6 ein
Simulationsbeispiel gezeigt. Dabei werden bevorzugt die folgenden Parameter verwendet:
Je = 0,25 kg * m2
Jv= 70 kg * m2
Tr = - 5 Nm - 10 Nmh/km*V
Radradius = 0,3 m i = 14 k = 0,014min/U c = 0,6
Bei dieser Simulation wurde ein realistisches Motorkennfeld verwendet. In Figur 6 sind die zeitlichen Verläufe verschiedener Größen während des Anfahrvorganges dargestellt. In dem oberen Diagramm ist die Motordrehzahl mit einer gepunkteten Linie und die Drehzahl der Getriebeeingangswelle mit einer durchgezogenen Linie dargestellt. In dem mittleren Diagramm ist das Motormoment mit einer gepunkteten Line und das übertragbare Kupplungsmoment mit einer durchgezogenen Linie gezeigt. In dem
unteren Diagramm ist die Fahrzeuggeschwindigkeit mit einer durchgezogenen Linie und die Fahrzeugbeschleunigung mit einer gepunkteten Linie gekennzeichnet. Die vertikal gestrichelte Linie, welche durch die drei dargestellten Diagramme verläuft, zeigt den
Übergang der Kupplung vom Schlupfen zum Haften.
Insgesamt ist aus Figur 6 ersichtlich, dass der kleine Ruck beim Übergang vom Schlupfen zum Haften daher kommt, dass nicht erst nach dem vollständigen Abbau des Schlupfes in den Modus Fahren gewechselt worden ist, sondern erst bei der Differenz von neund ng bei einem Wert von 10 U/min.
In Figur 7 ist ein Flussdiagramm gezeigt, welches die Berechnung des Kupplungssollmomentes Tcι,d während des Anfahrens gemäß der erfindungsgemäßen Strategie realisiert.
Nachfolgend wird eine weitere Ausgestaltung der voriiegenden Erfindung beschrieben, bei der eine Strategie vorgeschlagen wird, durch die insbesondere das Kriechmoment in Abhängigkeit von bestimmten Verbrauchern und weiteren Faktoren langsamer aufgebaut wird.
Bei einem elektronischen Kupplungsmanagement (EKM) und bei automatisierten Getrieben (ASG) kann eine sogenannte Kriechfunktion implementiert werden, d.h. das Fahrzeug kann Ankriechen, sobald ein Gang eingelegt ist und die Fahrzeugbremse nicht betätigt wird. Die Realisierung der Kriechfunktion ist relativ kompliziert, weil der Motor nur das Leerlaufmoment zur Verfügung stellen kann. Bei Fahrzeugen mit wenig Hubraum, bei denen eventuell zusätzlich keine Vorsteuerung möglich ist, ist diese Kriechfunktion besonders schwer zu realisieren, da der Motor bezüglich seiner Drehzahl derart begrenzt wird, dass geringe Komforteinbußen möglich sind. Eventuell kann der Motor sogar abgewürgt werden, wenn das Kupplungsmoment zu schnell und/oder zu stark aufgebaut wird.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, diese Kriechfunktion weiter zu verbessern, so dass die vorgenannten Nachteile aus dem Stand der Technik vermieden werden.
Demnach kann gemäß der vorliegenden Erfindung vorgeschlagen werden, dass der
Aufbau des Kupplungsmomentes in Abhängigkeit eingeschalteter Verbraucher, wie z. B. der Klimaanlage, der Lichtmaschine oder dgl., entsprechend reduziert wird. Die
Geschwindigkeit kann z.B. in mehreren Stufen variiert werden. Des weiteren kann jede andere Funktion zwischen dem Verbraucher und der Steigung der Rampen zum Aufbau des Kupplungsmomentes verwendet werden. Ein linearer Zusammenhang kann besonders vorteilhaft sein, d.h. je mehr Moment ein Verbraucher benötigt, desto flacher ist die Steigung der Rampe.
Um zu erkennen, ob ein Verbraucher eingeschaltet ist, kann bevorzugt, so fern vorhanden, direkt das Momentensignal verwendet werden.
Es ist auch möglich, dass digitale Information, wie z.B. „Klimaanlage eingeschaltet" oder „Klimaanlage ausgeschaltet" herangezogen werden. Wenn das Momentensignal nicht zur Verfügung steht, kann eventuell ein Temperatursignal oder dgl. herangezogen werden, denn bei einer hohen Temperatur ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Klimaanlage eingeschaltet ist.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Steigung der Rampe an vorhergehende Zustände angepasst wird.
Beispielsweise existiert bei der Kriechfunktion ein Abwürgeschutz, d.h., wenn die Motordrehzahl eine vorbestimmte Grenze unterschreitet, wird die Kupplung schlagartig geöffnet, um zu vermeiden, dass der Motor abgewürgt wird. Wenn beispielsweise dieser Abwürgeschutz bei aktivierter Kriechfunktion mehrmalig eingreift, kann dies ein Indiz dafür sein, dass die Kupplung beim Kriechen zu schnell geschlossen worden ist. Somit kann beispielsweise die Steigung der Rampe verringert werden.
Um eine langfristige Adaption der Steigung der Rampe zu realisieren, kann der Wert beispielsweise in einem nicht flüchtigen Speicher oder dgl. (EProm) gespächert werden. Eine Adaption der Steigung der Rampenfunktion kann durch unterschiedliches Kriechen von dem Fahrer wahrgenommen werden. Dies stellt aber eine geringere Komforteinbuße als das Abwürgen des Fahrzeugmotors dar.
Um die Steigung der Rampe beim Aufbau des Kriechmomentes zu beeinflussen, muss es in diesem Fall in vorteilhafter Weise nicht erst zum Abwürgen des Motors kommen, denn die Steigung der Rampe kann schon vorher beeinflusst werden, wenn die
Kupplungssteuerung erkennt, dass der Motor zu sehr hinsichtlich seiner Motordrehzahl reduziert wird (nMot < nLeerlauf - Offset). Dabei kann für den Offset sinnvollerweise ein
Wert etwa im Bereich von 0 bis 300 U/min gewählt werden. Sobald eine Reduzierung der Motordrehzahl erkannt wird, kann die Steigung der Rampe nicht so stark beeinflusst werden, wie bei dem Eingreifen des Abwürgeschutzes, da das Reduzieren der
Motordrehzahl keine starke Komforteinbuße für den Fahrer darstellt.
Insgesamt kann die Steigung der Rampenfunktion beim Aufbau des Kupplungsmomentes bevorzugt beeinflusst werden, wenn auf irgendeine Weise erkannt wird, dass Verbraucher eingeschaltet worden sind. Femer kann die Steigung der Rampe beeinflusst werden, wenn vorhergehende Zustände des Fahrzeuges, wie z.B. durch das Eingreifen des Abwürgeschutzes, die Reduzierung der Motordrehzahl oder dgl. festgestellt worden sind.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen werden, dass bei beiden Eingriffen neben der Beeinflussung der Steigung der Rampe auch z.B. die Höhe des Kriechmomentes beeinflusst wird. Dabei kann z.B. die Höhe des Kriechmomentes bevorzugt reduziert werden, d.h. bei eingeschalteten Verbrauchern steht der Fahrzeugbeschleunigung weniger Moment zur Verfügung, so dass das maximale Kriechmoment angepasst, also reduziert werden kann. Wenn beispielsweise der Abwürgeschutz eingegriffen hat oder die Motordrehzahl stark reduziert worden ist, kann ebenfalls die Höhe des maximalen Kupplungsmomentes reduziert werden. Die Reduzierung kann ebenfalls in Stufen oder in Abhängigkeit einer beliebigen Funktion durchgeführt werden.
Die vorgeschlagenen Strategien können bevorzugt bei einem elektronischen Kupplungsmanagement (EKM) oder einem automatisierten Schaltgetriebe (ASG) zum Einsatz kommen.
Nachfolgend wird eine weitere Ausgestaltung der Erfindung beschrieben, bei der eine Strategie vorgeschlagen wird, um ein Anhalten eines Fahrzeuges an einem Berg zu vermeiden.
Nach einer bestimmten Zeit insbesondere in den Anfahrgängen 1 , R und 2 kann die Kupplung über die Wegsteuerung zugezogen werden, wenn unter anderem folgende Bedingungen erfüllt sind: Fahrer gibt Gas UND Motordrehzahl nMot> 500 UND Getriebeeingangsdrehzahl nGetπebe> einem Grenzwert der Getriebedrehzahl ngetGrenzwe.t
Dabei kann der Grenzwert der Getriebedrehzahl gang- und/oder länderabhängig sein. Der Grenzwert für den zweiten Gang ist höher als für den ersten und den Rückwärtsgang. Beispielsweise kann der Grenzwert der Getriebedrehzahl die Summe aus der Leeriaufdrehzahl und 200 U/min annehmen, in Brasilien beispielsweise kann der Grenzwert für den ersten und den Rückwärtsgang den Wert annehmen, welcher sich aus der Differenz der Leeriaufdrehzahl und 200 U/min ergibt. In Europa entspricht der Grenzwert der Getriebedrehzahl der Leeriaufdrehzahl.
Die Länderabhängigkeit hinsichtlich der Getriebeeingangsdrehzahl ergibt sich beispielsweise aus dem Umstand, dass in Europa auch Diesel- Fahrzeuge eingesetzt werden. Bei diesen Fahrzeugen wäre ein Grenzwert, welcher 200U/min unterhalb der Leeriaufdrehzahl liegt nachteilig, da bei dieser Drehzahl der erforderliche Öldruck nicht aufrecht erhalten bleibt.
Aus dem vorgenannten ergibt sich, dass zum Vermeiden des Anhaltens des Fahrzeuges an einem Berg es vorteilhaft ist, wenn der Grenzwert der Getriebedrehzahl nGetGrenzwert etwa den Wert 0 annimmt.
Demnach kann der Grenzwert der Getriebedrehzahl nGetGrenzwert auf den Wert 0 gesetzt werden und zusätzlich die Motordrehzahl nMot überwacht werden. Auf diese Weise wird beim Halten des Fahrzeuges am Berg die Kupplung langsamer geschlossen. Dadurch setzt sich das Fahrzeug entweder in Bewegung oder der Motor wird entsprechend gedrückt. Unterschreitet der Motor eine Grenzwertschwelle von z.B. (Leeriaufdrehzahl -
100 U/min), so kann die Kupplung wieder mit einer vorbestimmten Geschwindigkeit geöffnet werden, um ein Abwürgen des Motors am Berg zu verhindern.
Die vorgenannten Bedingungen können geeignete ergänzt und auch beliebig miteinander kombiniert werden, um die erfindungsgemäße Strategie weiter zu verbessern.
Diese vorgeschlagene Strategie kann bevorzugt bei Fahrzeugen mit einem elektronischen Kupplungsmanagement (EKM), einem automatisierten Schaltgetriebe (ASG), einem unterbrechungsfreien Schaltgetriebe (USG), einem Parallelschaltgetriebe (PSG) oder dgl. zum Einsatz kommen.
Nachfolgend wird eine weitere Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung beschrieben, bei der eine unerwünschte Beschleunigung des Fahrzeuges insbesondere bei Bergabfahrten verhindert werden soll.
Bei einer Bergabfahrt kann es vorkommen, dass das Fahrzeug eine höhere Beschleunigung durchführt, als vom Fahrer gewünscht wird. Wenn ein Berg sehr steil ist, sollte eine starke Verwendung der Bremsen verhindert werden, um ein Überhitzen der Bremsen zu vermeiden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird sowohl bei einem manuellen als auch bei einem Automatikgetriebe ein niedriger Gang geschaltet, um somit das Fahrzeug durch den Motor abzubremsen und die Bremsen zu entlasten.
Bei einem Fahrzeug mit einem elektrischen Schaltgetriebe ESG wird der Motor abgeschaltet und der Startergenerator wird im Generatormodus verwendet, um das Antriebsmoment des Fahrzeuges zum Stromerzeugen zu nutzen. Bei einer starken Bergabfahrt kann das Fahrzeug beschleunigt werden. Dies wird u. U. von dem Fahrer nicht gewünscht, welcher in dieser Situation einen niedrigeren Gang einlegen möchte, um somit den Motor zum Bremsen zu verwenden, sodass ein Überhitzen der Bremsen vermieden wird.
Um die vorgenannten Nachteile aus dem Stand der Technik zu vermeiden, kann der Startergenerator (SG), insbesondere in Kombination mit der Verbrennungskraftmaschine
(CE) verwendet werden, um die ungewünschte Beschleunigung des Fahrzeuges bevorzugt bei Bergabfahrten zu vermeiden.
Insbesondere beim elektrischen Schaltgetriebe (ESG) ist es vorteilhaft, wenn das Fahrzeug Gegenmaßnahmen durchführt, sodass die Verwendung von Bremsen vermieden bzw. reduziert wird. Dies kann z.B. automatisch und/oder nach Fahrerwünschen durchgeführt werden.
Dabei sollten zwei unterschiedliche Fahrsituationen bevorzugt behandelt werden: 1. Das Fahrzeug fährt einen steilen Berg auf einer schmalen Straße herunter und die
Geschwindigkeit darf nicht unkontrolliert ansteigen. Es ist wichtig, dass die Bremsen nicht zu stark verwendet werden, wobei es nicht notwendig ist, die Bremsen derart zu verwenden, dass das Fahrzeug angehalten wird, sondern nur um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Gleichzeitig wäre es vorteilhaft, wenn das Fahrzeug in der Lage wäre die potenzielle Energie des Fahrzeuges soweit wie möglich zu verwerten bzw. umzuwandeln, beispielsweise in elektrische Energie. 2. Das Fahrzeug fährt bergab, jedoch die Straße ist derart ausgestaltet, dass der Fahrer keine Geschwindigkeitsreduzierung wünscht. Das Fahrzeug sollte dann so intelligent reagieren, dass der Fahrer nicht irritiert ist.
Bei der ersten Situation sollte demnach eine Fahrzeugbeschleunigung auf jeden Fall verhindert werden, wobei in der zweiten Situation die Fahrzeugbeschleunigung akzeptiert werden kann, also kein Eingriff erfolgt.
Demnach können folgende Gegenmaßnahmen vorgeschlagen werden. Beispielsweise kann eine erhöhte Regeneration der Energie vorgesehen werden, um die Fahrzeugbeschleunigung bei einem vorbestimmten Level zu halten.
Ferner kann vorgesehen sein, dass, wenn der Fahrer die Beschleunigung als zu hoch empfindet, ein Gang zurückschaltet wird, um die Beschleunigung des Fahrzeuges zu reduzieren. Das Fahrzeug kann nach dem Erhalten des Fahrerwunsches einen umgekehrten Tempomatmodus anwählen, welcher garantiert, dass die Beschleunigung in bestimmten Grenzen gehalten wird, insbesondere etwa 0 ist. Dies kann z.B. durch
eine Bremsung mit dem Startergenerator oder wenn nötig zusätzlich mit dem Motor erreicht werden.
Die letztgenannte Maßnahme kann auch als globale Maßnahme verstanden werden, welche immer gewählt werden kann. Dies kann jedoch bewirken, dass sich das Fahrzeug seltsam verhält, wenn der Fahrer wünscht, dass die potenzielle Energie des Fahrzeuges zur Beschleunigung des Fahrzeuges verwendet werden soll.
Wenn bei einem Fahrmodus eine weitere Beschleunigung verhindert werden soll, oder wenn aufgrund einer globalen Strategie die Geschwindigkeit des Fahrzeuges bei einer Bergabfahrt nicht mehr erhöht werden soll, wenn kein Gas gegeben wird, oder wenn der Fahrer ein Herunterschalten des Ganges gewählt hat, ist es erforderlich, dass das Steuersystem eine Begrenzung der Beschleunigung realisiert. Ein erster Weg kann z. B. die Regeneration der Energie z.B. durch den Startergenerator im Generatormodus sein, jedoch wenn dies nicht ausreicht, kann auch der Motor gestartet werden, um zusätzlich die Motorbremse einzusetzen. Dabei liefern sowohl der Motor als auch der Startergenerator ein negatives Moment zum Abbremsen des Fahrzeuges. Durch die Wahl des richtigen Ganges bei dem Motor kann das negative Moment an dem Motor eingestellt werden, wobei der Startergenerator z. B. ein maximales negatives Moment aufnimmt. Ein wesentlicher Punkt ist dabei, dass durch die Kombination des Startergenerators und des Motors es möglich ist, exakt ein gewünschtes Bremsmoment einzustellen. Dies zeichnet die erfindungsgemäße Konzeption besonders aus, da diese Vorgehensweise bei den normalen Automatikgetrieben nicht möglich ist.
Auf diese Weise kann ein Wunsch des Fahrers die Geschwindigkeit zu reduzieren, welches er durch das Drücken des Bremspedals ausdrückt, dadurch realisiert werden, dass die Geschwindigkeit durch die Kombination von Motorbremse und Startergenerator Regeneration realisiert wird. Dies ist insbesondere aus Figur 8 ersichtlich, in dem verschiede Momente über die Zeit dargestellt sind. Zum einen ist das gewünschte Bremsmoment durch einen Rautenverlauf, das Motormoment durch einen Viereckverlauf und das Startergeneratormoment durch einen Dreieckverlauf dargestellt. Da es sich hier um negative Werte bei den dargestellten Momenten handelt, sind dies Bremsmomente.
Wenn der Fahrer durch das Treten des Gaspedals anzeigt, dass er eine Beschleunigung des Fahrzeuges wünscht, wird die Regeneration und das Motorbremsmoment beendet bzw. abgeschaltet. Auf diese Weise kann dann das Fahrzeug wieder beschleunigt werden.
Die Vorteile bei dem ersten Vorschlag, bei dem die Regeneration durch den Startergenerator erhöht wird, wenn die Fahrzeugbeschleunigung etwa bei einem vorbestimmten Level gehalten werden soll, liegen im wesentlichen darin, dass die Benutzung der Bremsen erheblich reduziert wird, sowie die Möglichkeit der Regeneration von Energie gegeben sind, welche andernfalls durch das Bremsen verloren geht. Diese Vorgehensweise ist besonders vorteilhaft, wenn das Fahrzeug nicht in der Lage ist, während des Bremsens Energie zu regenerieren.
Die Vorteile bei dem zweiten Vorschlag, welcher sowohl eine Regeneration als auch eine Motorbremse durch Herunterschalten vorsieht, liegen insbesondere in der besseren Ansteuerung der Fahrzeuggeschwindigkeit, insbesondere bei steilen Bergabfahrten. Dieses vorgeschlagene System arbeitet wesentlich effizienter und zuverlässiger als Standartlösungen bei automatischen Fahrzeugen, bei denen das Getriebe nur zwischen dem Schalten zwischen verschiedenen Gängen, wie z.B. dem 1. und dem 2 oder dem 1 , 2 und 3 Gang wählen kann. Das Problem hierbei liegt darin, dass die Beschleunigung entweder zu hoch oder zu niedrig ist und der Fahrer konstant die Bremsen benutzen muss oder Gas geben muss, um die richtige Geschwindigkeit des Fahrzeuges zu erreichen.
Im Gegensatz zu der erfindungsgemäßen Lösung wird bei dem bekannten Verfahren ein manueller Modus gewählt, in dem ein geringerer Gang gewählt werden muss.
Bevorzugt kann der zweite Vorschlag verwendet werden, nachdem der Fahrer dieses explizit wünscht; beispielsweise durch das Wählen des Fahrmodus mit dem Schaltwählhebel oder durch Drücken eines Knopfes oder dgl. Dadurch kann sicher gestellt werden, dass der Fahrerwünscht, dass der Motor das Bremsen übernimmt.
Ein mögliches Problem könnte auftreten, wenn die Batterie vollständig aufgeladen ist. Dann sollte keine weitere Energie regeneriert werden, um die Batterie nicht zu zerstören.
Um die Beschleunigung des Fahrzeuges konstant bei einem Wert von etwa 0 zu halten, wird eine entsprechende Nutzung der Bremsmomente des Startergenerators und des
Motors vorgesehen. Da das Bremsmoment des Motors nur in bestimmten Schritten entsprechend des jeweiligen Ganges durchgeführt werden kann, ist es besonders vorteilhaft, wenn die elektrische Energie der Batterie benutzt wird, um ein positives
Moment aufzubringen. Damit wird zwar das Fahrzeug beschleunigt, jedoch kann durch die Motorbremse, insbesondere durch die Wahl eines entsprechenden Ganges eine negative Beschleunigung des Fahrzeuges erreicht werden, sodass in vorteilhafter Weise auch in dieser Situation ein gewünschtes Bremsmoment realisiert wird, welches sich aus der Differenz von dem positiven Moment des Startergenerators und dem negativen
Moment der Motorbremse ergibt. Somit liegt die Beschleunigung des Fahrzeuges etwa bei dem Wert 0.
Auf diese Weise kann auch bei geladener Batterie die erfindungsgemäße Strategie verwendet werden. Ein entsprechendes Diagramm welches diese Vorgehensweise zeigt, ist in Figur 9 dargestellt.
Dort sind, wie in Figur 8, Momentenverläufe über die Zeit aufgetragen, wobei der Rautenverlauf das gewünschte Bremsmoment, der Viereckverlauf das Motorbremsmoment und der Dreieckverlauf das positive Moment des Startergenerators kennzeichnet.
In den Figuren 10 und 11 sind die beiden erfindungsgemäßen Vorschläge zum Verhindern einer ungewünschten Beschleunigung bei Bergabfahrten in Form von Flussdiagrammen dargestellt. In Figur 10 ist der erste Vorschlag gezeigt, welcher lediglich die Regeneration durch den Startergenerator vorsieht. In Figur 11 ist der zweite Vorschlag gezeigt, welcher sowohl die Regeneration als auch die Motorbremse zum Reduzieren einer Beschleunigung de Fahrzeuges vorschlägt.
Insbesondere ist die vorgeschlagene Strategie bei elektrischen Schaltgetrieben als auch bei Hybridfahrzeugen bevorzugt einsetzbar.
Der mit der Anmeldung eingereichte Patentanspruch ist ein Formulierungsvorschlag ohne Präjudiz für die Erzielung weitergehenden Patentschutzes. Die Anmelderin behält
sich vor, noch weitere, bisher nur in der Beschreibung und/oder Zeichnung offenbarte Merkmalskombinationen zu beanspruchen.
Da vorteilhafte Weiterbildungen im Hinblick auf den Stand der Technik am Prioritätstag eigene und unabhängige Erfindungen bilden können, behält die Anmelderin sich vor, diese zum Gegenstand abhängiger und/oder unabhängiger Ansprüche oder Teilungserklärungen zu machen. Sie können weiterhin auch selbständige Erfindungen enthalten, die eine von den Gegenständen der vorhergehenden Ausgestaltungen unabhängige Gestaltung aufweisen.
Die Ausführungsbeispiele sind nicht als Einschränkung der Erfindung zu verstehen. Vielmehr sind im Rahmen der vorliegenden Offenbarung zahlreiche Abänderungen und Modifikationen möglich, insbesondere solche Varianten, Elemente und Kombinationen und/oder Materialien, die zum Beispiel durch Kombination oder Abwandlung von einzelnen in Verbindung mit den in der allgemeinen Beschreibung und Ausführungsformen sowie dem Anspruch beschriebenen und in der Zeichnung enthaltenen Merkmalen bzw. Elementen oder Verfahrensschritten für den Fachmann im Hinblick auf die Lösung der Aufgabe entnehmbar sind und durch kombinierbare Merkmale zu einem neuen Gegenstand oder zu neuen Verfahrensschritten bzw. Verfahrensschrittfolgen führen, auch soweit sie Herstell-, Prüf- und Arbeitsverfahren betreffen.