Arzneimittel, enthaltend Lo alanästheti a und Nu leoside sowie dessen Verwendung zur Behandlung von Muskelverletzungen
Die Erfindung betrifft ein Arzneimittel, das Lokalanästhetika und ein oder mehrere Nukleoside bzw. deren Phosphorsäureester enthält. Die Erfindung betrifft außerdem die Verwendung derar¬ tiger Arzneimittel zur Behandlung von Muskelverletzungen.
Die Zahl der Sporttreibenden hat in jüngster Zeit sowohl im Spitzensport als auch im Breitensport erheblich zugenommen. Di ser Zunahme folgte auch eine deutliche Zunahme der Zahl und Schwere der Sportverletzungen infolge erhöhten Trainingsumfang stärkerer Wettkampftätigkeit, höherer Belastung und veränderte AltersStruktur der Sportler. Da sportärztliche Voruntersuchung nicht oder nur unzureichend durchgeführt werden, nehmen gerade bei Freizeitsportlern die Schäden im Bereich der Muskulatur zu, die durch unkontrollierte und zu hohe Belastung im Sport bedin sind. Muskelzerrungen, Muskelfaserrisse, Muskelrisse sowie Tra men in Form von Muskelkontusionen und intramuskulären Hämatome sind die häufigsten Sportverletzungen. Derartige Verletzungen
der Muskulatur führen meist unmittelbar zu Leistungs- verlust, mehr oder weniger langer Sportunfähigkeit und auch Arbeitsunfähigkeit.
Nach dem aktuellen Kenntnisstand sind derartige Ver- letzungen am besten dadurch zu heilen, daß die betrof¬ fene Muskelpartie über längere Zeit ruhiggestellt oder zumindest nur schwach belastet wird. Dies ist mit einer längeren Leistungspause oder sogar mit Arbeits¬ unfähigkeit verbunden.
Im Heilprozeß werden bisher lediglich rαedico-physika- lische und balneologische Maßnahmen ergriffen. Es fin¬ den Salbenverbände, Eis- und Fango-Packungen, ver¬ schiedene Elektrotherapien sowie Massagen und kran- kengymnastischer Therapie Anwendung. Außerdem wird versucht, durch Injektionen und Infiltration sowie durch orale Verabreichung verschiedener Medikamente die Phase der Heilung abzukürzen. Vielfach verwendet wurden Antirheumatika, Antiphlogistika, Corticoste- roide sowie Medikamente, die in 4-Stellung substitu¬ ierte Benzoesäure-Derivate, wie p-Hydroxybenzoesäure- ester oder das Hydrochlorid des p-Aminobenzoesäure- 2-(diethylamino-)ethylesters (Procain-Hydrochlorid) enthalten.
Die bisher aufgezählten Maßnahmen entsprechen dem der¬ zeitigen Stand der Therapie, wobei eine signifikante Verkürzung der Krankheitsdauer im Vergleich zu unbe- handelten Muskelverletzungen leider nur in geringem Umfang beobachtet werden kann. Die oben beschriebenen Maßnahmen zur Behandlung von Muskelverletzungen führen nicht zu einer wesentlichen Funktionsverbesserung im Heilungsprozeß, sondern beeinflussen lediglich die Schmerzzustände geringfügig und sind zum Teil mit er-
heblichen Nebenwirkungen behaftet. Diese bestehen da¬ rin, daß sich Narben nur schlecht oder mit großer Ver¬ zögerung bilden und eine merkliche Rezidivgefahr be¬ steht. Zudem sind zahlreiche der genannten Medikamente nur schlecht magenverträglich oder führen zu Blutbild¬ veränderungen. Darüber wird in folgenden Druckschrif¬ ten ausführlicher berichtet:
1. H. Hess, "Sportverletzungen" (Herausgeber:
Luitpold-Werk) ; 2. V. Kresci und P. Koch, "Muskelverletzungen und
Tendopathie der Sportler", Thieme Verlag,
Stuttgart; und 3. H. de Marees "Sportphysiologie".
Die geschilderten therapeutischen Unzulänglichkeiten in der Behandlung von Muskelverletzungen und Muskel¬ traumen bedingen ein Bedürfnis nach einem schnell wirksamen, nebenwirkungsfreien und universell bei sämtlichen Muskelverletzungen einsetzbaren Medikament. Es wurde überraschend gefunden, daß wässrige Arznei¬ mittel, die bestimmte Lokalanästhetika und ein oder mehrere Nukleoside zusammen mit üblichen Träger- und Hilfsstoffen enthalten, allen Anforderungen bezüglich universeller Anwendbarkeit, Freiheit von Nebenwirkun- gen und Rezidivfreiheit entsprechen und trotzdem hoch wirksam sind.
Die Erfindung betrifft Arzneimittel, enthaltend in wässriger Phase 1 bis 100 g/1 eines Lokalanästheti- kums, 1 bis 100 g/1 eines oder mehrerer Nukleoside aus der Gruppe Adenosin, Guanosin, Inosin, Uridin und de¬ ren wasserlöslicher Mono-, Di- und Triphosphatester- Salze, und ein oder mehrere mit den Wirkstoffen ver¬ trägliche, physiologisch unbedenkliche Konservierungs- mittel sowie gegebenenfalls übliche Träger- und Hilfs¬ stoffe.
Die Erfindung betrifft außerdem die Verwendung derar¬ tiger Arzneimittel zur lokalen Infiltrationsbehandlung von Muskelverletzungen.
Für die erfindungsgemäßen Arzneimittel sind eine Viel- zahl von Lokalanästhetika geeignet, die intern wirksam sind. Insbesondere sind dies Lokalanästhetika aus der Gruppe der basischen Säureanilide sowie deren HCl-Ad- dukte, wie beispielsweise l-Methylpiperidin-2-carbon- säure-N-(2' .6 r-dimethylphenyl-) amid (Mepivacain) bzw. dessen Hydrochlorid. Stattdessen oder zusammen damit sind jedoch auch andere Lokalanästhetika geeignet, wenn sie über Injektionen verabreicht werden können.
Das genannte oder mit dem genannten verwandte Lokal- anästhetika werden in Konzentrationen von 1 bis
100 g/1 wässriger Phase, bevorzugt 10 bis 30 g/1 wäss- riger Phase in dem erfindungsgemäßen Arzneimittel ein¬ gesetzt. Besonders bevorzugt werden dafür 0,5- bis 2 %ige Lösungen des jeweiligen Lokalanästhetikums in Mengen zwischen 1 und 20 ml pro Dosis des verabreich¬ ten Arzneimittels, bevorzugt in Mengen von 5 bis 10 ml pro Dosis des Arzneimittels, eingesetzt. Die genannten Lösungen, beispielsweise 1 %ige Lösungen, derartiger Lokalanästhetika sind größtenteils kommerziell erhält- lieh, beispielsweise unter den Namen Meaverin oder Scandicain .
Als weitere Komponenten enthalten die erfindungsge¬ mäßen Arzneimittel eines oder mehrere Nukleoside aus der Gruppe Adenosin, Guanosin, Inosin, Uridin und de¬ ren wasserlösliche Mono-, Di- und Triphosphatestersal- ze. Zwar können in den Arzneimitteln einzelne der ge¬ nannten Nukleoside enthalten sein. Bevorzugt ist je¬ doch eine Mischung sowohl aller vier genannten Nukleo- side als auch eines oder mehrerer ihrer Phosphatsalze.
Bevorzugt werden dabei Natriumsalze, saure Natriumsal¬ ze sowie die jeweiligen Nukleosid-Monophosphorsäuren, -diphosphorsäuren und -triphosphorsäuren verwendet. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfin¬ dungsgemäßen Arzneimittels werden Adenosin, Guanosin, Inosin und Uridin sowie Dinatriumdihydrogenadenosin- triphosphat, Adenosindiphosphorsäure, Adenosinmono- phosphorsäure und Guanosinmonophosphorsäure verwendet.
Die Mischungsverhältnisse der einzelnen Nukleoside bzw. ihrer Phosphatsalze können dabei in weiten Gren¬ zen schwanken. Bevorzugt werden Adenosin, Guanosin, Inosin und Uridin im Gewichtsverhältnis 5 : 1 : 5 : 1 sowie Dinatriu dihydrogenadenosintriphosphat, Adeno¬ sindiphosphorsäure, Adenosinmonophosphorsäure und Guanosinmonophosphorsäure im Gewichtsverhältnis
3 : 1 : 1 : 2 verwendet. Es sind jedoch auch Mi¬ schungsverhältnisse einsetzbar, die wesentlich unter oder über den angegebenen Verhältnissen liegen. Die Nukleoside bzw. ihre Gemische können als solche ge- mischt und dabei oder danach in physiologisch akzep¬ tablen Medien wie Wasser oder physiologischer Koch¬ salzlösung gelöst werden. Bevorzugt werden jedoch kommerziell erhältliche Mischungen der Nukleoside bzw. ihrer Salze in den genannten Medien, beispielsweise Laevadosin 2. Die Gesamtkonzentration an den genann¬ ten Nukleosidkomponenten in den erfindungsgemäßen Arzneimitteln liegt dabei im Bereich von 1 bis 100 g/1 wässriger Phase, bevorzugt im Bereich von 10 bis 30 g/1 wässriger Phase.
Zur Konservierung der wässrigen Lösung enthält das erfindungsgemäße Arzneimittel außerdem ein oder meh¬ rere Konservierungsmittel, die 'mit den oben genannten Wirkstoffen verträglich sein müssen. Als solche sind in erster Linie Chlorkresol und verwandte Verbindungen
zu nennen. Diese sind beispielsweise in einer Menge von 0,1 bis 1000 mg/1 in den erfindungsgemäßen Arznei¬ mitteln vorhanden.
Außerdem können die erfindungsgemäßen Arzneimittel noch weitere, für derartige Mittel übliche Träger- und Hilfsstoffe enthalten. Als solche sind insbesondere Flüssigkeiten, die eine Verabreichung über Infiltra¬ tion bzw. Inj-ektion ermöglichen, wie beispielsweise Wasser oder physiologische Kochsalzlösung,- anzusehen.
Die die beschriebenen Komponenten enthaltenden Arznei¬ mittel lassen sich, wie überraschend gefunden wurde, mit großem Erfolg zur Behandlung von Muskelverletzun¬ gen verwenden. Die Verwendung erstreckt sich insbeson- dere auf die Behandlung von Muskelzerrungen, Muskel¬ faserrissen, Muskelrissen und Muskelkontusionen.
Die erfindungsgemäßen Arzneimittel finden ihre Ver¬ wendung darin, daß sie möglichst umgehend nach Ein¬ tritt der Verletzung in den traumatisierten Muskel¬ bereich infiltriert werden. Dies ist unabhängig von der Schwere und Art der Muskelverletzung, so daß eine differenzierte und mitunter in den verletzten Muskel¬ bereich eingreifende Diagnostik der Verletzung entfal¬ len kann. Dies ist deswegen von Vorteil, weil damit auch Ärzte mit wenig sportärztlicher Erfahrung die erfindungsgemäßen Arzneimittel gefahrlos und mit sicherem Wirkungseintritt anwenden können.
Die Häufigkeit der Anwendung der erfindungsgemäßen Arzneimittel durch Infiltration schwankt in Abhängig¬ keit von objektiven Schweregrad der Verletzung und vom subjektiven Befinden. Bei leichteren Verletzungen bzw. im fortgeschrittenen Stadium der Behandlung kann eine
einmalige Anwendung schon zu Schmerzfreiheit und vol¬ ler Funktionstüchtigkeit der erkrankten Muskelpartien führen. Die Häufigkeit der Applikation kann jedoch auch bis zu ein- oder mehrmaliger täglicher Anwendung bedenkenlos gesteigert werden, wenn die Schwere der Verletzung dies erfordert. Schon die einmalige Behand¬ lung ergibt jedoch meist einen deutlichen Rückgang der Beschwerden. In mehrjährigen klinischen Tests wurden Rezidive an den mit den erfindungsgemäßen Arzneimit¬ teln behandelten Muskelbereichen in keinem Fall be- obachtet. Außerdem traten lokale oder systemische Ne¬ benwirkungen in keinem Fall auf.
Ein weiterer Vorteil der Verwendung der erfindungsge¬ mäßen Arzneimittel ist darin zu sehen, daß die leichte örtliche Schmerzreaktion, die kurzzeitig nach der In¬ filtration auftritt, Aufschluß über die Schwere der Verletzung und die richtige Applikation der Arzneimit¬ tel gibt. Dies stellt ein weiteres diagnostisches Hilfsmittel dar, da die Infiltration der erfindungs- gemäßen Arzneimittel in gesundes Muskelgewebe keine Schmerzreaktion hervorruft.
Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Anwendungs¬ beispiele näher erläutert.
Beispiel 1
Patient K, 22 Jahre, aktiver Bundesligafußballer; rezidivierende Verletzungen der Oberschenkelbeugemus- kulatur rechts mit erheblicher Schmerzhaftigkeit und Funktionseinschränkung und dadurch bedingter Spielun¬ fähigkeit. Die Umfangsmaße der Oberschenkelmuskulatur unterschieden sich nicht meßbar.
In einem Meisterschaftspiel erlitt K nach einem Ge¬ waltschuß plötzlich eine schwere Muskelzerrung des rechten Oberschenkels mit Verdacht auf kleinere Mus¬ kelfaserrisse. Eine einmalige Infiltration von 10 ml eines Arzneimittels (Volumenmischung 1 : 1 einer Lö- sung mit 10 mg/ml Mepivacain-HCl und einer Lösung ent¬ haltend (pro ml) 6 mg Dinatriumdihydrogenadenosintri- phosphat, 2 mg Adenoεindiphosphorsäure, 2 mg Adeno- sinmonophosphorsäure, 4 mg Guanosinmonophosphorsäure, 10 mg Adenosin, 2 mg Guanosin, 10 mg Inosin, 2 mg Uri- din und 2 mg Chlorkresol) in den schmerzhaften Muskel¬ bezirk ergab schon nach zwei Tagen fast völlige Schmerzfreiheit und volle Funktionstüchtigkeit, so daß bereits nach vier Tagen das Training wiederaufgenommen werden konnte. Zusätzlich erhielt der Sportler die übliche physikalische Behandlung. Seit Abschluß der Behandlung traten keinerlei Beschwerden mehr im Be¬ reich der rechten Oberschenkelmuskulatur auf.
Beispiel 2
Patient H. , 32 Jahre, aktiver Bundesligafußballer,
Im Verlauf von fünf bis sechs Jahren konnte dieser Patient wiederholt wegen schmerzhafter Muskelverhär- tungen in beiden Oberschenkeln nicht in Spielen ein¬ gesetzt werden. Der Patient wurde insgesamt dreimal mit 10 ml des in Beispiel 1 genannten Arzneimittels in jeden der beiden Oberschenkel (Infiltration in die Oberschenkelbeugemuskulatur) behandelt. Nach vier- tägiger Trainingspause bestand völlige Schmerzfrei¬ heit. Myogelosen waren palpatorisch nicht mehr er¬ faßbar. In der Folgezeit traten keine Rezidive in den genannten Muskelgruppen mehr auf.
Beispiel 3
Patient N. , 23 Jahre, aktiver Bundesligafußballer.
Im Alter von 19 Jahren wurde in der Oberschenkelbeuge- muskulatur des Patienten ein Muskelfaserriß nachge¬ wiesen, der durch mehrwöchige Ruhestellung in Gips sowie physikalische Maßnahmen behandelt wurde. Danach traten, besonders in der kühleren Jahreszeit, häufig Schmerzzustände im Bereich der Muskelnarbe auf, die auch durch eine intensive Spielvorbereitung in Form von Massagen und hyperamisierenden Ölen und Salben nicht zu beherrschen waren.
Der Patient wurde zweimal mit je 7 ml eines Arznei- mittels in der tastbaren Muskelnarbe am rechten Ober¬ schenkel im ^Abstand von 10 Tagen, behandelt, das 5 ml einer wässrigen Lösung mit 10 mg/ml Mepivacain . HC1 und 2 ml einer wässrigen Nukleinsäurelösung enthielt, die wie in Beispiel 1 zusammengesetzt war. Schon nach der ersten Infiltration trat eine erhebliche Schmerz¬ linderung ein. Vier Tage nach der zweiten Infiltration kam es zur völligen Schmer∑freiheit und Funktionstüch¬ tigkeit der behandelten Muskelgruppen. Seitdem traten keinerlei Beschwerden des Patienten mehr auf.
Beispiel 4
Patient L. , 28 Jahre, aktiver Bundesligafußballer.
Im Verlaufe von drei Jahren wurde bei dem genannten Patienten wiederholt ein Hartspann der linken Waden¬ muskulatur diagnostiziert, der zu erheblicher Lei¬ stungsminderung, zum Teil sogar zu Spielun ähigkeit führte.
In Abständen von acht Tagen wurde der Patient dreimal mit je 5 ml einer nach Beispiel 1 zusammengesetzten Ärzneimittellösung behandelt. Seitdem traten in den genannten Muskelgruppen keinerlei Beschwerden mehr auf.
Beispiel 5
Patient F. , 27 Jahre, aktiver Bundesligafußballer.
Bei dem Patienten bestanden drei Wochen lang relativ therapieresistente Muskelverspannungen mit teilweise erheblicher schmerzbedingter Einschränkung der Lei¬ stungsfähigkeit, insbesondere beim Kopfballspiel.
in die paracervicale Muskulatur wurden über mehrere Wochen täglich je 5 ml einer nach Beispiel 1 zusam¬ mengesetzten Ärzneimittellösung infiltriert. Dadurch konnte wieder freie Beweglichkeit der Halswirbelsäule erreicht, werden, und ein subjektives Schmerzempfinden wurde nicht mehr angegeben. e
Beispiel 6
Patient B. , 24 Jahre, aktiver Bundesligafußballer.
Bei dem Patienten wurden mehrere stark schmerzhafte Myogelosen in der Rückenstreckmuskulatur bei einer geringen S-förmigen Skoliose der BWS diagnostiziert.
Dem Patienten wurden fünf Infiltrationen an fünf auf¬ einanderfolgenden Tagen, je 2 ml einer nach Beispiel 1 zusammengesetzten wässrigen Ärzneimittellösung, in die betroffenen Myogelosen verabreicht. Bei einer Nach¬ untersuchung nach fünf Tagen konnten keinerlei Muskel-
härten mehr ertastet werden. Nach der Infiltrations¬ behandlung erfolgte keine physikalische Therapie.
Beispiel 7
Patient E., 18 Jahre, Amateurfußballer.
Bei dem Patienten wurde ein frischer Muskelfaserriß im Bereich der rechten Oberschenkelbeugemuskulatur dia¬ gnostiziert. In die betroffene Muskelpartie wurden vier Tage nach Eintritt der Verletzung 10 ml der nach Beispiel 1 zusammengesetzten wässrigen Ärzneimittellö¬ sung infiltriert. Schon nach drei Tagen konnte eine deutliche Schmerzlinderung angegeben werden. Drei Wo¬ chen nach der Infiltrationsbehandlung konnte der Pa- tient sein Training ohne volle Belastung wieder auf¬ nehmen. Zur Zeit ist er voll spielfähig und beschwer¬ defrei.
Beispiel 8
Patient D., 21 Jahre, Amateurfußballer,
Nach einem Spagatschritt trat bei dem Patienten plötz¬ lich heftiger Schmerz in der rechten Leiste auf. Es
* wurde eine Tendophathie der Adduktorensehenen rechts diagnostiziert.
Im Abstand von drei Tagen wurden zweimal je 2 ml einer nach Beispiel 3 zusammengesetzten wässrigen Arzneimit- tellösung lokal infiltriert. Nach vier Tagen war der Patient völlig schmerzfrei. Bis heute war kein Rezidiv mehr nachweisbar.
Beispiel 9
Patient B . r 18 Jahre, Amateurfußballer.
Während eines Spieles traten bei dem genannten Pa- tienten plötzlich in der rechten Oberschenkelbeuge- muskulatur starke Schmerzen auf. Es wurde eine Muskel¬ zerrung diagnostiziert; die entsprechende Muskelpartie war stark druckempfindlich, doch konnte kein sicherer Tastbefund abgegeben werden.
Eine physikalische Therapie an den betroffenen Muskel¬ partien war ohne Erfolg und brachte keine wesentliche Besserung. Die Oberschenkelbeugemuskulatur wurde durch lokale Infiltration einmal mit 10 ml einer nach Bei- spiel 1 zusammengesetzten wässrigen Ärzneimittellösung behandelt. Nach zwei Tagen stellte sich bei dem Patien¬ ten völlige Beschwerdefreiheit ein. Ein Rezidiv war bisher nicht mehr nachweisbar.
Beispiel 10
Patient B. , 24 Jahre, Amateurfußballer.
Der Patient klagte über längere Zeit hinweg über Schmerzen in der rechten Leiste nach einem Spreiz- schritt während eines Fußballspiels. In die rechte Leiste wurden einmal 2 ml einer nach Beispiel 3 zu¬ sammengesetzten wässrigen Ärzneimittellösung infil¬ triert. Der Patient konnte fünf Tage nach der Be- handlung wieder mit dem Training beginnen und ist bis heute beschwerdefrei.
Neben den angeführten Patienten konnten weitere aktive Sportler mit gleichem Erfolg behandelt werden. Der
gleiche Behandlungserfolg stellte sich auch bei sta¬ tionär bzw. amulant behandelten Patienten aus dem orthopädischen Bereich ein. Auch diese Patienten konn¬ ten mit Infiltrationen der erfindungsgemäßen Arznei¬ mittel mit großem Erfolg bei Muskelerkrankungen be- handelt werden.
In keinem Fall war eine mehr als dreimalige Infiltra¬ tionsbehandlung notwendig. Ein signifikanter Unter¬ schied in der Wirkung zwischen alleiniger Infiltra- tionsbehandlung und Kombinationsbehandlung mit physi¬ kalischer Therapie war nicht festzustellen.