LU103196B1 - Ammoniaksyntheseanlage für wechselnden Teillastbetrieb und Verfahren zum Betreiben einer Ammoniaksyntheseanlage - Google Patents

Ammoniaksyntheseanlage für wechselnden Teillastbetrieb und Verfahren zum Betreiben einer Ammoniaksyntheseanlage Download PDF

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LU103196B1
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hydrogen
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Thyssenkrupp Uhde Gmbh
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    • C01C1/04Preparation of ammonia by synthesis in the gas phase
    • C01C1/0405Preparation of ammonia by synthesis in the gas phase from N2 and H2 in presence of a catalyst
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ammoniaksyntheseanlage mit einer Wasserstoffvorrichtung und einem Synthesekreislauf, wobei der Synthesekreislauf eine Fördervorrichtung, einen Konverter und eine erste Umgehungsleitung aufweist. Die Wasserstoffvorrichtung ist eingerichtet, Wasserstoff bereitzustellen. Die Fördervorrichtung ist zum zyklischen Fördern eines Gasgemisches enthaltend Stickstoff, Wasserstoff und Ammoniak in eine Synthesekreislaufförderrichtung eingerichtet, wobei die Fördervorrichtung eine Saugseite und eine Druckseite aufweist. Der Konverter ist zum katalytischen Umsetzen von Stickstoff und Wasserstoff zumindest teilweise zu Ammoniak eingerichtet, wobei der Konverter einen Einlass und einen Auslass aufweist, wobei der Einlass des Konverters mit der Druckseite der Fördervorrichtung strömungstechnisch verbunden ist und der Auslass des Konverters mit der Saugseite der Fördervorrichtung strömungstechnisch verbunden ist. Die erste Umgehungsleitung ist von der Saugseite der Fördervorrichtung zu der Druckseite der Fördervorrichtung strömungstechnisch gegenläufig parallel zur Fördervorrichtung angeordnet und zum absperrbaren Rückführen eines ersten Teilstroms des Gasgemischs von der Druckseite der Fördervorrichtung zu der Saugseite der Fördervorrichtung eingerichtet, wobei die erste Umgehungsleitung eine Abkühlvorrichtung aufweist, die zum Kühlen des ersten Teilstroms des Gasgemischs eingerichtet ist. Dabei weist die erste Umgehungsleitung eine zweite Umgehungsleitung auf, welche strömungstechnisch gleichläufig parallel zur Abkühlvorrichtung angeordnet ist und welche zum absperrbaren Hindurchleiten eines zweiten Teilstroms des ersten Teilstroms zum Umgehen der Abkühlvorrichtung eingerichtet ist.

Description

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Ammoniaksyntheseanlage für wechselnden Teillastbetrieb und Verfahren zum
Betreiben einer Ammoniaksyntheseanlage
Die Erfindung liegt auf dem Gebiet des chemischen Anlagenbaus und betrifft eine
Ammoniaksyntheseanlage mit einer Wasserstoffvorrichtung, welche eingerichtet ist,
Wasserstoff bereitzustellen, und einem Synthesekreislauf, wobei der
Synthesekreislaufeine Fördervorrichtung, die eingerichtet ist zum zyklischen Fördern eines Gasgemisches enthaltend Stickstoff, Wasserstoff und Ammoniak in eine
Synthesekreislaufförderrichtung, wobei die Fördervorrichtung eine Saugseite und eine
Druckseite aufweist, einen Konverter, der eingerichtet ist zum katalytischen Umsetzen von Stickstoff und Wasserstoff zumindest teilweise zu Ammoniak, wobei der Konverter einen Einlass und einen Auslass aufweist, wobei der Einlass des Konverters mit der
Druckseite der Fördervorrichtung strömungstechnisch verbunden ist und der Auslass des
Konverters mit der Saugseite der Fördervorrichtung strömungstechnisch verbunden ist, und eine erste Umgehungsleitung aufweist, welche von der Saugseite der
Fördervorrichtung zu der Druckseite der Fördervorrichtung strömungstechnisch gegenläufig parallel zur Fördervorrichtung angeordnet ist und welche zum absperrbaren
Rückführen eines ersten Teilstroms des Gasgemischs von der Druckseite der
Fördervorrichtung zu der Saugseite der Fördervorrichtung eingerichtet ist, wobei die erste
Umgehungsleitung eine Abkühlvorrichtung aufweist, die zum Kühlen des ersten
Teilstroms des Gasgemischs eingerichtet ist.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Betreiben einer
Ammoniaksyntheseanlage, insbesondere einer Ammoniaksyntheseanlage der zuvor genannten Art, wobei ein Gasgemisch aufweisend Stickstoff, Wasserstoff und Ammoniak in einem Synthesekreislauf durch eine Fördervorrichtung mit einer Saugseite und einer
Druckseite zyklisch gefördert wird, wobei Stickstoff und Wasserstoff dem
Synthesekreislauf zugeführt werden und dort in einem Konverter zumindest teilweise zu
Ammoniak umgesetzt werden, und wobei das Gasgemisch in
Synthesekreislaufförderrichtung stromabwärts von der Fördervorrichtung in einen ersten
Teilstrom und einen ersten Reststrom aufgeteilt wird, von denen der erste Reststrom in den Konverter geführt wird und von denen der erste Teilstrom unter Umgehen des
Konverters von der Druckseite der Fördervorrichtung zu der Saugseite der
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Fördervorrichtung rückgeführt und dabei in einer Abkühlvorrichtung zumindest teilweise abgekühlt wird.
Ammoniak ist eine der wichtigsten Industriechemikalien mit einer weltweiten
Jahresproduktion von mehr als 150 Millionen Tonnen, wovon der größte Teil in der
Düngemittelindustrie verwendet wird. Seit mehr als einem Jahrhundert wird Ammoniak großtechnisch vor allem nach dem Haber-Bosch-Verfahren hergestellt, in welchem
Wasserstoff und Stickstoff in einem Festbettreaktor an einem Katalysator miteinander umgesetzt werden. Bei der Ammoniakherstellung aus Stickstoff besteht eine
Schwierigkeit darin, die stabile Stickstoff-Stickstoff-Dreifachbindung im Stickstoffmolekül zu spalten und den Stickstoff so zu aktivieren. Im Haber-Bosch-Verfahren wird dies durch den Einsatz von spezifisch aktiven Katalysatoren mit Eisen als katalytisch aktiver
Hauptkomponente bei hohen Temperaturen zur Aktivierung erreicht, gleichzeitig wird die
Lage des Gleichgewichts bei der Ammoniak-Bildungsreaktion durch den Einsatz hoher
Drücke zum Ammoniak hin verschoben. Typischerweise sollte dabei eine
Reaktortemperatur von 350 °C nicht unterschritten werden, um eine hinreichende
Reaktionsgeschwindigkeit bei der Ammoniaksynthese zu gewährleisten. Die Ammoniak-
Bildungsreaktion verläuft insgesamt exotherm, weshalb im laufenden Betrieb hinreichend
Wärmeenergie zur Verfügung steht, sodass die erforderliche Mindesttemperatur nicht unterschritten wird; vielmehr müssen typischerweise relativ große Wärmemengen abgeführt werden, um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten und lokale Überhitzungen im Ammoniaksynthesereaktor zu vermeiden, welche die Aktivität des Katalysators beeinträchtigen und zu einer Beschädigung des Reaktors führen können.
Da es sich um eine Gleichgewichtsreaktion handelt, deren Gleichgewicht nicht auf die
Seite der Produkte liegt, wird mit Hilfe einer Fördervorrichtung das Reaktionsgemisch mit den nicht umgesetzten Eduktgasen in einem Synthesekreislauf zirkuliert. Aus diesem
Synthesekreislauf (Synthese-Loop) wird der Ammoniak abgetrennt und nicht umgesetzter Wasserstoff und Stickstoff innerhalb des Synthesekreislaufs erneut dem
Katalysator zugeführt. Die Menge, die dem Synthesekreislauf als Ammoniak entnommen wird, wird durch eine entsprechende Menge Wasserstoff und Stickstoff ersetzt, die dem
Synthesekreislauf als Frischgas („Make-Up-Gas“) zugeführt wird. Klassischerweise wird
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Um Ammoniak nachhaltig herstellen zu können (so genannter „grüner Ammoniak“), wird
Wasserstoff auch auf andere Weise als bei einer Umsetzung von Erdgas zu Synthesegas gewonnen. Hierbei ist Insbesondere die Wasserspaltung ins Zentrum der
Aufmerksamkeit gerückt. Neben photokatalytischen und solarthermischen Verfahren kann dabei Wasserstoff insbesondere durch Elektrolyse von Wasser in einer
Elektrolysevorrichtung (einem „Elektrolyseur“) gewonnen werden, wobei die dafür benötigte elektrische Energie aus regenerativer Energie erhalten wird. Die Verfügbarkeit regenerativer Energie ist jedoch nicht zeitlich konstant, sodass sich so elektrische
Energie ebenfalls nur zeitlich variabel erzeugen lässt. Bei einer Stromerzeugung mittels
Windkraftanlagen oder mittels Photovoltaik wird beispielsweise aufgrund wechselnder
Windverhältnisse oder Sonneneinstrahlung zu unterschiedlichen Zeitpunkten typischerweise unterschiedlich viel elektrische Energie erzeugt, bei Flaute oder Sturm sowie in der Nacht oder bei bedecktem Himmel kann sogar sein, dass für längere
Zeiträume nur sehr wenig oder keine elektrische Energie bereitgestellt werden kann.
Auch wenn der Elektrolyseur diesen Schwankungen schnell und auch in einem weiten
Lastbereich folgen kann, so stellt dieser der Ammoniaksyntheseanlage dann nur einen zeitlich sich ändernden Wasserstoffstrom zur Verfügung.
Natürlich gibt es Möglichkeiten, die Auswirkungen der schwankenden Verfügbarkeit regenerativer Energien etwas auszugleichen, indem die benötigte elektrische Energie aus unterschiedlichen regenerativen Energien gewonnen wird (beispielsweise aus einer
Kombination einer Anlage für die Gewinnung von elektrischer Energie aus Sonnenlicht mit einer Anlage für die Gewinnung von elektrischer Energie aus Windkraft oder
Wasserkraft). Zusätzlichen Ausgleich kann eine Zwischenspeicherung von elektrischer
Energie, durch eine Anbindung der Anlage an konventionelle Stromnetze (in welche idealerweise aus regenerativen Energien gewonnener Strom eingespeist wird) oder die überbrückende Zwischenspeicherung von Wasserstoff in Wasserstofftanks oder von elektrischer Energie in Stromspeichern bieten. Allerdings erfordern derartige Ansätze einen nicht unerhebliche Maßnahmen, sodass sich die konstante Versorgung einer großtechnischen Ammoniaksyntheseanlage mit grünem Wasserstoff mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand nicht ohne weiteres realisieren lässt.
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Schwankt die zur Verfügung stehende Wasserstoffmenge, so ändert sich die Auslastung des Ammoniaksynthesereaktors entsprechend. Dabei kann die zur Verfügung stehende
Wasserstoffmenge sogar auf null zurückgehen, sodass die Produktion von Ammoniak im
Ammoniaksynthesereaktor zum Erliegen kommt (sodass die Wärmemenge nicht mehr ausreicht, um die für die Reaktion benötigte Mindesttemperatur zu gewährleisten). Ohne ausreichende Einspeisung von Wasserstoff oder elektrischer Energie (etwa über externe
Netzwerke oder eine Speicherinfrastruktur) kann die Ammoniaksyntheseanlage dann nur in Teillast betrieben werden kann (Teilauslastung; die Anlage wird dann bei einer
Auslastung betrieben, die unterhalb einer Auslastung von 100 % liegt, also bei einer geringeren Auslastung als im regulären Produktionsbetrieb) oder muss sogar temporär ohne Produktion betrieben werden (kontinuierlicher Bereitschaftsbetrieb, „Hot Stand-
By“). Sobald später wieder Wasserstoff produziert wird, müsste bei einem derartigen teilweisen Bereitschaftsbetrieb der Reaktor zunächst wieder mit einem Produktionsstart in einen Betriebszustand überführt werden, der für einen regulären Betrieb erforderlich ist. Der Übergang von einem Auslastungszustand in einen anderen Auslastungszustand (etwa vom Volllastbetrieb in einen Teillastbetrieb, von einem Teillastbetrieb in den
Volllastbetrieb oder von einem Teillastbetrieb in einen anderen Teillastbetrieb) erfordert in herkömmlichen Anlagen einen komplexen Regeleingriff, um sicherzustellen, dass eine
Produktion von Wasserstoff auch weiterhin erfolgt (weggleich auch in geringerem
Umfang als im Volllastbetrieb), dass aber gleichzeitig die Komponenten der
Ammoniaksyntheseanlage nicht geschädigt werden und ein Übergang in einen anderen
Auslastungszustand auch weiterhin ohne ein langwieriges Anfahren möglich ist.
Um einen Betrieb bei unterschiedlichen Auslastungszuständen zu realisieren, sind an unterschiedliche Komponenten der Ammoniaksyntheseanlage Anpassungen vorzunehmen. Eine der wichtigsten Anlagenkomponenten, mit denen der Betrieb an den jeweiligen Auslastungszustand angepasst werden kann, ist dabei die Fördervorrichtung, mit welcher das Gasgemisch enthaltend Stickstoff, Wasserstoff und Ammoniak im
Synthesekreislauf zyklisch gefördert wird. Eine derartige Fôrdervorrichtung weist typischerweise eine Saugseite und eine Druckseite auf, wobei das Gasgemisch auf der
Saugseite in die Fördervorrichtung eintritt und diese auf der Druckseite wieder verlässt, um dann im Synthesekreislauf von der Druckseite über den Ammoniaksynthesereaktor erneut zur Saugseite gefördert zu werden.
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Als Fördervorrichtungen kommen häufig insbesondere Turbozentrifugalkompressoren (Turbokompressoren) zum Einsatz. Fast alle Turbozentrifugalkompressoren weisen regulär eine Pumpgrenzregelung auf („Anti-Surge Control“), mit Hilfe welcher ein Pumpen („Surge“) vermieden werden soll, also ein stoßweises Fördern aufgrund eines zu geringen Förderstroms. Ein solches Verhalten tritt auf, wenn bei einem bestimmten Druck der Durchsatz und damit der für den Betrieb des Turbozentrifugalkompressors erforderliche Mindestmassenstrom unterschritten (und damit die so genannte „Pumpgrenze“/ „Surge Line“ überschritten) wird, wodurch es aufgrund eines dann zu kleinen Anströmwinkels an den Schaufeln des Zentrifugalkompressors zu
Strömungsabrissen kommt. Infolge dieser Strömungsabrisse nimmt der Massenstrom weiter ab, sodass weitere Strömungsabrisse auftreten und die Druckdifferenz zwischen
Saugseite und Druckseite nicht aufrechterhalten werden kann, weshalb ein Teil des zu fördernden Gases (im vorliegenden Fall also des zirkulierenden Gasgemischs) durch den
Kompressor hindurch zurückströmt. Das durch die wiederholte Abfolge von
Strömungsabrissen und innerer Rückströmung auftretende Pumpen hat einen
Leistungsabfall des Fördervorgangs zur Folge und kann darüber hinaus auch zu einer
Beschädigung der Kompressorschaufeln führen, schlimmstenfalls sogar zu einer
Zerstörung des Turbozentrifugalkompressors. Um dies zu vermeiden ist bei nahezu allen
Turbozentrifugalkompressoren eine Umblaseleitung vorgesehen, also eine äußere
Umgehungsleitung („Bypass“) zur Umgehung des Turbokompressors, über welche das geförderte Gas außerhalb des Turbozentrifugalkompressors (im vorliegenden Fall also unter Umgehen des restlichen Synthesekreislaufs einschließlich des Konverters) zurückströmen kann, sodass die Druckdifferenz zwischen Saugseite und Druckseite aufrechterhalten werden kann. Dazu wird die Umblaseleitung bei Unterschreiten eines bestimmten Mindestférderstroms durch geregeltes Öffnen mindestens eines
Umblaseventils freigegeben und bei Überschreiten des bestimmten Mindestförderstroms danach wieder geregelt abgesperrt.
In diesem Betrieb wird dann ein Teil des Gasstroms wiederholt von der Druckseite des
Kompressors zu dessen Saugseite zurückgeführt ohne dabei den restlichen
Synthesekreislauf zu durchlaufen. Infolge der wiederholten Kompression des Gases erwärmt sich dieses. Daher ist bei Turbozentrifugalkompressoren in der Regel in der
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Umgehungsleitung zusätzlich auch ein Kühler vorgesehen (Umblasekühler), in welchem das von der Druckseite direkt zur Saugseite zurückgeführte Gas gekühlt wird.
Die bei vielen Fördervorrichtungen vorgesehene Pumpgrenzregelungsanordnung lässt sich grundsätzlich auch dafür einsetzen, in einer Ammoniaksyntheseanlage eine
Regelung bei unterschiedlichen Auslastungszuständen zu realisieren. Typische
Anwendungsfälle von Pumpgrenzregelungsanordnungen zur Regelung herkömmlicher
Ammoniaksyntheseanlagen sind etwa die Inbetriebnahme (das Anfahren) und das plötzliche Stilllegen („Shut-Down“) der Ammoniaksyntheseanlage: Hierbei wird die
Umgehungsleitung größtmöglich geöffnet, sodass nahezu das gesamte im
Synthesekreislauf geführte Gas unter Umgehung des Konverters von der Druckseite der
Fördervorrichtung direkt zur Saugseite der Fördervorrichtung geleitet wird. Beim wiederholten Verdichten des gesamten Gasvolumens in der Fördervorrichtung erhöht sich dabei die Gastemperatur. Um zu verhindern, dass die Gastemperatur zunehmend verstärkt („aufschaukelt“) und zu sehr zunimmt, wird der durch die Umgehungsleitung rückgeführte Gasstrom im Kühler der Umgehungsleitung mittels Kühlwasser gekühlt. Die
Rückführung des gesamten im Synthesekreislauf geführten Gases stellt also eine der wichtigsten Anwendungen für eine Umgehungsleitung in Ammoniaksyntheseanlagen dar, weshalb ihre Komponenten typischerweise grade auf eine solche Anwendung ausgelegt sind: So ist etwa die Kühlleistung des Kühlers in der Umgehungsleitung auf den Betriebsfall ausgelegt, dass der Volumenstrom am Eintritt der Fördervorrichtung in etwa dem gesamten Massenstrom bei Normalbetrieb (dem regulären Betrieb, also dem
Produktionsbetrieb bei Vollauslastung) entspricht. Bei einer herkömmlichen
Pumpgrenzregelung sieht hingegen der Regelungsfall zur Vermeidung eines Pumpens typischerweise vor, dass der minimale Volumenstrom 85 % des maximal möglichen
Volumenstroms beträgt — wird dieser Grenzwert unterschritten, so wird die
Umgehungsleitung geöffnet.
Wird die geregelte Umgehungsleitung der Pumpgrenzregelungsanordnung einer herkömmlichen Fördervorrichtung zur Regelung unterschiedlicher Auslastungen bei
Ammoniaksyntheseanlagen eingesetzt, so ergeben sich einige Nachteile, aufgrund derer die Regelung unterschiedlicher Auslastungszustande ohne weitere
Anpassungsmafinahmen nicht funktionieren würde. Dies liegt unter anderem daran, dass bei der Pumpgrenzregelung bereits bei relativ geringfügigen Abweichungen vom maximal
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LU103196 möglichen Volumenstrom ein Umblasebetrieb eingeleitet wird (typischerweise bei einem
Volumenstrom, der geringer ist als 85 %-90 % des maximal möglichen Volumenstroms), wodurch bei einer klassischen Pumpgrenzregelung der Teilgasstrom, welcher über die
Umblaseleitung rückgeführt wird, verhältnismäßig klein ausfällt. Anders ist dies bei einer
Umgehung eines Konverters mittels der Umgehungsleitung einer Fördervorrichtung im
Synthesekreislauf einer Ammoniaksyntheseanlage, wenn dort ein Teillastbetrieb der
Anlage realisiert werden soll: Hierbei stellt grade die Inbetriebnahme und die plötzliche
Abschaltung der Ammoniaksyntheseanlage einen typischen Anwendungsfall dar, bei welchem die Umblaseleitung geöffnet wird. Allerdings wird dann nicht bloß ein kleiner Teil des geförderten Gasstroms zurückgeführt, es kann vielmehr durchaus auch der gesamte
Gasstrom rückgeführt werden. Doch auch selbst wenn ein solcher Betrieb realisiert würde, wäre die Umblasevorrichtung dann nicht ohne weiteres für einen Teillastbetrieb geeignet: Die Pumpgrenzregelung ist typischerweise dafür ausgelegt, einen maximalen
Förderstrom aufrecht zu halten, also einen Betrieb möglichst dicht an der Volllast, einen „normalen Produktionsbetrieb“. Wird der zur Ammoniaksynthese benötigte Wasserstoff unter Einsatz regenerativer Energien erzeugt, so schwankt die Verfügbarkeit dieses
Edukts mitunter stark, weshalb zur Realisierung eines stabilen Betriebs beliebige
Teillastbetriebe realisierbar sein müssen. Je nach zu realisierendem Auslastungsgrad muss die Anlage vielmehr dazu geeignet sein, einen beliebigen Teil des
Kreislaufgasstroms (Synthesekreislaufstrom, Synthesekreislaufgasstrom, also den im
Synthesekreislauf geführten Gasstrom) zurückzuführen - also von 100% des
Kreislaufgasstroms bei der Inbetriebnahme oder Abschaltung bis hin zu nahezu 0 % des
Kreislaufgasstroms im regulären Betrieb bei nur leicht verminderter
Wasserstoffeinspeisung.
Bei kleinen Teillasten (Anlagenteillasten) wird nur ein kleiner Teil des Wasserstoffs umgesetzt, der unter Volllast (Anlagenvolllast) umgesetzt wird. Daher wird ein verhältnismäßig großer Teil Kreislaufgasstroms unter Umgehung des Konverters von der
Druckseite der Färdervorrichtung direkt zur Saugseite der Fôrdervorrichtung zurückgeleitet. Dieser Teil des Kreislaufgasstroms umgeht dabei nicht nur den Konverter, sondern auch die Ammoniakentnahmevorrichtung - einen Ammoniakabscheider, in welchem im Regelbetrieb Ammoniak aus dem Kreislaufgas entfernt wird, typischerweise durch Auskondensieren. Wird im Regelbetrieb ein Teil des Ammoniaks (oder der gesamte Ammoniak) als Zielprodukt aus der Ammoniaksyntheseanlage abgeführt, so
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LU103196 wird dann im Konverter aufgrund des sich neu einstellenden chemischen Gleichgewichts in Übereinstimmung mit dem Massenwirkungsgesetz weiterer Ammoniak produziert. Im
Teillastbetrieb steht häufig jedoch nicht ausreichend Wasserstoff zur Verfügung, sodass die Ammoniakproduktion verringert werden soll und daher kein oder nur wenig Ammoniak aus dem Kreislauf entnommen wird. Demzufolge weist im Teillastbetrieb das saugseitig in die Fôrdervorrichtung eingeleitete Kreislaufgas einen verhältnismäßig hohen
Ammoniakgehalt auf (oft mehr als 20 Vol.-%). Wird dann das über die Umgehungsleitung rückgeführte Kreislaufgas im Umblasekühler gekühlt, so kann es gegebenenfalls auch außerhalb der Ammoniakentnahmevorrichtung auskondensieren und in flüssiger Form in die Fördervorrichtung eingebracht werden. Bei der Kompression des Kreislaufgases in der Fördervorrichtung kann zudem dann weiteres Ammoniak auskondensieren (während bei Normalbedingungen die Ammoniakverflüssigung erst bei Temperaturen unterhalb von -33 °C auftritt, liegt Ammoniak bei einem Druck von 10 bar bereits bei einer
Temperatur von +20 °C als Flüssigkeit vor). Dies kann insgesamt zu einer Beschädigung der Fördervorrichtung führen. Daher ist es wünschenswert, dass in der Fördervorrichtung
Ammoniak nicht in flüssiger Phase vorliegt, insbesondere nicht bei Eingang in die
Fördervorrichtung, also an deren Saugseite.
Ein stabiler Betrieb wird dadurch erschwert, dass der Kühler in der Umgehungsleitung für eine Kühlleistung ausgelegt ist, die hinreichend groß ist, um 100% des
Kreislaufgasstroms zu kühlen, da beim Anfahren oder Stilllegen der Anlage der gesamte
Kreislaufstrom über die Umgehungsleitung zurückgeführt wird. Bei einem Teillastbetrieb wird nur ein Teil des gesamten Kreislaufgasstroms zurückgeführt, wodurch dieser
Teilstrom dann aufgrund der für einen höheren Durchsatz ausgelegten höheren
Kühlleistung des Kühlers stärker als benötigt abgekühlt wird, sodass (mehr) Ammoniak auskondensiert, insbesondere bei niedrigen Teillasten mit höheren
Ammoniakpartialdrücken.
Für einen Einsatz in Anlagen zur klimaneutralen Herstellung von Ammoniak („grüne
Ammoniakanlage“ / Anlage zur Herstellung von „grünem Ammoniak“ / „grüne
Ammoniaksynthese“) ist darüber hinaus auch folgenden Optimierungsaspekten
Rechnung zu tragen, um das ursprünglich für eine Pumpgrenzregelung vorgesehene
System auch zur Stabilisierung des Betriebs solcher Anlagen einsetzen zu können,
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LU103196 obgleich diese Aspekte für eine Pumpgrenzregelung in herkömmlichen Anlagen nicht relevant sind: - Auch bei niedrigen Teillasten in der Anlage soll der Volumenstrom in der
Fördervorrichtung einerseits möglichst dicht an einem Wert von 85-90 % des nominalen
Fördervolumenstroms für den regulären Betrieb unter Volllast liegen, da bei einem höheren Wert unnötig viel Energie zum Betrieb der Fördervorrichtung benötigt würde, andererseits soll unter Volllast der Minimalwert von 85% des nominalen
Fördervolumenstroms für den regulären Betrieb auch nicht unterschritten werden, damit die Sicherheit der Anlage gewährleistet ist. - Typischerweise sind im Synthesekreislauf stromabwärts der Fördervorrichtung
Vorrichtungen zum Einstellen der Gastemperatur des Kreislaufgases angeordnet wie
Wärmetauscher (etwa Gas-Gas-Wärmetauscher) und Heizaggregate (etwa elektrische
Heizaggregate). In Wärmetauschern wird die Wärme intern von einem primären
Wärmemedium (dem Kreislaufgas) auf ein sekundäres Wärmemedium (dem
Wärmetauscherfluid) übertragen, sodass die Wärmeenergie im Synthesekreislauf genutzt werden kann. Heizaggregate erwärmen etwaiges im Synthesekreislauf abgekühltes Kreislaufgas, sofern erforderlich. Um die Menge an Wärme minimieren zu können, die von den Heizaggregaten bereitgestellt werden muss, sollte die
Austrittstemperatur des Gasstroms an der Druckseite der Fördervorrichtung möglichst hoch sein. - Herkömmliche Fördervorrichtungen sind typischerweise auf eine Austrittstemperatur von 200 °C ausgelegt. Soll diese Temperatur überschritten werden, könnte nicht auf herkömmliche Fördervorrichtungen zurückgegriffen werden, vielmehr müssten
Spezialanfertigungen zum Einsatz kommen, was unvorteilhaft wäre, da derartige
Lösungen nicht bloß kostenintensiv sind, sondern diese in der Regel Einzelanfertigungen sein müssten, für welche keine Referenzkonstruktionen vorliegen. Bei herkömmlichen
Fördervorrichtungen sollte im Regelbetrieb unter Berücksichtigung eines
Sicherheitsbereichs von 30°C zur Gewährleistung eines sicheren und stabilen
Anlagenbetriebs eine Austrittstemperatur von maximal 170 °C nicht überschritten werden.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung bereitzustellen, welches die obigen Nachteile vermeidet und welches insbesondere einen stabilen Betrieb bei unterschiedlichen Teillasten ermöglicht, ohne dass bei geringen Teillasten Ammoniak in erheblichen Umfang auskondensiert.
Diese Aufgabe wird durch die Ammoniaksyntheseanlage mit den in Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen sowie durch das Verfahren zum Betreiben einer
Ammoniaksyntheseanlage mit den in Anspruch 8 angegebenen Merkmalen gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden
Beschreibung sowie den Zeichnungen.
Eine derartige Ammoniaksyntheseanlage zeichnet sich folglich dadurch aus, dass die erste Umgehungsleitung weiterhin eine zweite Umgehungsleitung aufweist, welche strömungstechnisch gleichläufig parallel zur Abkühlvorrichtung angeordnet ist und welche zum absperrbaren Hindurchleiten eines zweiten Teilstroms des ersten Teilstroms zum Umgehen der Abkühlvorrichtung eingerichtet ist.
Eine Ammoniaksyntheseanlage ist eine Anlage, die zur Herstellung von Ammoniak aus
Wasserstoff und Stickstoff vorgesehen ist. Eine derartige Anlage weist einen
Synthesekreislauf auf, also einen Bereich, welcher zumindest teilweise für die
Reaktionsmischung kreislaufartig-zyklisch durchlaufbar aufgebaut ist und dafür eingerichtet ist, dass innerhalb dieses Synthesekreislaufes die Synthese des Ammoniaks stattfindet. Als wesentliches funktionales Element weist der Synthesekreislauf einen
Konverter (Ammoniakkonverter, Reaktor, Synthesereaktor, Ammoniaksynthesereaktor) auf, der eingerichtet ist zum katalytischen Umsetzen von Stickstoff und Wasserstoff zumindest teilweise zu Ammoniak, üblicherweise nach dem Haber-Bosch-Verfahren.
Beim Haber-Bosch-Verfahren wird die Reaktion typischerweise in Anwesenheit eines
Eisenkatalysators bei Temperaturen aus einem Bereich von etwa 350 °C bis etwa 500 °C und bei einem Druck von mehr als 100bar gemäß der Reaktionsgleichung 3 Hz + Na = 2 NHz + 92.28 kJ/mol durchgeführt. Das zirkulierende Gasgemisch weist als
Hauptbestandteile Stickstoff, Wasserstoff und Ammoniak auf, darüber hinaus kann es aber gegebenenfalls auch weitere Bestandteile enthalten. Es wird in den Konverter über einen Einlass eingeleitet, tritt dort in Kontakt mit dem Katalysator und wird aus dem
Konverter über einen Auslass herausgeleitet, wobei das herausgeleitete Gasgemisch im
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Produktionsbetrieb (insbesondere bei einer Auslastung von 100 %) einen höheren
Ammoniakgehalt aufweist als das eingeleitete Gasgemisch (und dementsprechend einen niedrigeren Stickstoffgehalt und einen niedrigeren Wasserstoffgehalt als das eingeleitete
Gasgemisch).
Im Synthesekreislauf wird das Gasgemisch mit Hilfe einer Fördervorrichtung im Kreis geführt (zyklisch gefördert). Bei der Fördervorrichtung handelt es sich um einen
Kompressor (Verdichter), der eingerichtet und angeordnet ist, um das Gasgemisch im
Synthesekreislauf in eine Förderrichtung zyklisch zu fördern, die
Synthesekreislaufförderrichtung. Das Fördern erfolgt dabei durch Druckunterschiede über die Fördervorrichtung, welche durch die Fördervorrichtung aufgebaut werden.
Demzufolge weist die Fördervorrichtung eine Saugseite und eine Druckseite auf. Über die Saugseite nimmt die Fördervorrichtung das Gasgemisch aus dem Synthesekreislauf auf und gibt dies über die Druckseite wieder an den Synthesekreislauf ab. Dazu ist der
Einlass des Konverters mit der Druckseite der Fördervorrichtung strömungstechnisch verbunden und der Auslass des Konverters mit der Saugseite der Fördervorrichtung strömungstechnisch verbunden. „Strömungstechnisch verbunden“ bedeutet, dass eine durchströmbare Verbindung zwischen der Druckseite der Fördervorrichtung und dem
Einlass des Konverters beziehungsweise dem Auslass des Konverters und der Saugseite der Fördervorrichtung besteht, wobei dadurch nicht ausgeschlossen ist, dass diese
Verbindung in der durchströmbaren Strecke (Förderstrecke) dazwischen über separate
Elemente umgelenkt oder anderweitig geregelt oder sogar abgesperrt werden kann.
Stromabwärts vom Konverter (die Begriffe „stromabwärts“ und „stromaufwärts“ beziehen sich hierbei auf die Synthesekreislaufförderrichtung, also die Förderrichtung des
Gasgemischs innerhalb des Synthesekreislaufs und/oder gegebenenfalls innerhalb etwaiger Umgehungsleitungen) wird im Produktionsbetrieb (insbesondere bei einem
Betrieb bei Volllast, also bei einer Auslastung von 100 %, oder in der Nähe einer
Auslastung von 100 %) in einer Ammoniakentnahmevorrichtung Ammoniak aus dem
Synthesekreislauf entfernt (typischerweise kryogen im Rahmen einer
Tieftemperaturluftzerlegung, in der das Gasgemisch abgekühlt wird, wobei Ammoniak in flüssiger Form auskondensiert und vom Gasstrom abgetrennt werden kann, jedoch sind auch andere selektive Verfahren zur Gasabtrennung möglich, beispielsweise eine
Druckwechsel-Adsorption / „Pressure Swing Adsorption“). Stromabwärts oder in der
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Ammoniakentnahmevorrichtung werden dem Gasstrom im Synthesekreislauf entsprechend Edukte (insbesondere Wasserstoff und Stickstoff) in einer Eduktzuführung zugeführt (als Frischgas), bevor der Gasstrom erneut in den Konverter eingeleitet wird.
Neben der Eduktzuführung, der Fördervorrichtung, dem Konverter und der
Ammoniakentnahmevorrichtung kann der Synthesekreislauf weitere Elemente aufweisen, etwa Kühlvorrichtungen zum Abkühlen des Gasgemisch, nachdem es infolge der bei der Reaktion anfallenden Wärmetônung erhitzt wurde (insbesondere Kühler,
Abhitzedampferzeuger oder Dampfüberhitzer), Heizvorrichtungen, um das Gasgemisch stromaufwärts vom Konverter auf eine Temperatur zu erwärmen, die erforderlich ist, um im Konverter die Umsetzung der Edukte zum Produkt Ammoniak zu gewährleisten (insbesondere elektrische Heizvorrichtungen) und/oder kombinierte Heiz- /Kühlvorrichtungen, um überschüssige Wärmeenergie des Gasgemischs nach Austritt aus dem Konverter dafür zu nutzen, das Gasgemisch vor Eintritt in den Konverter zu erwärmen (insbesondere Gas-Gas-Wärmetauscher).
Das Edukt Stickstoff wird in den Synthesekreislauf über eine Stickstoffvorrichtung eingebracht, in welcher Stickstoff typischerweise aus der Luft erhalten wird, etwa in einer chemischen oder kryogenen Aufbereitung von Luft (beispielsweise mittels fraktionierter kryogener Auftrennung im Rahmen einer Tieftemperaturluftzerlegung) oder durch selektive Adsorption (beispielsweise im Rahmen einer Druckwechsel-Adsorption).
Das Edukt Wasserstoff wird von einer Wasserstoffvorrichtung erhalten, also einer
Vorrichtung, welche angepasst und eingerichtet ist, Wasserstoff bereitzustellen. Eine derartige Wasserstoffvorrichtung dient als Wasserstoffquelle, um das Reaktionsedukt
Wasserstoff für die Reaktion zum Ammoniak bereitzustellen. Über die
Wasserstoffvorrichtung wird molekularer Wasserstoff in den Synthesekreislauf eingebracht. Typische Wasserstoffvorrichtungen können etwa Vorrichtungen zum
Bereitstellen von Wasserstoff beinhalten, welcher dann in der Wasserstoffvorrichtung selber erzeugt wird (etwa in Reaktoren zur Kohlevergasung, zum Dampfreformieren, zum autothermen Reformieren, zur partiellen Oxidation, zur Elektrolyse, zur Pyrolyse, zur
Gewinnung aus Biomasse und dergleichen) oder aber Vorrichtungen zum Zuführen von
Wasserstoff, der anderswo erzeugt wird (etwa Wasserstoffpipelines, über welche die
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Ammoniaksyntheseanlage an ein Wasserstoffversorgungsnetzwerk angeschlossen ist,
Synthesegaspipelines, Wasserstofftanks und dergleichen).
An der Fördervorrichtung ist eine Umgehungsleitung vorgesehen, die erste
Umgehungsleitung. Diese erste Umgehungsleitung ist von der Saugseite der
Fördervorrichtung zu der Druckseite der Fördervorrichtung strömungstechnisch gegenläufig parallel zur Fördervorrichtung angeordnet und zum absperrbaren
Rückführen eines ersten Teilstroms des Gasgemischs von der Druckseite der
Fördervorrichtung zu der Saugseite der Fördervorrichtung eingerichtet. Das Rückführen ist das Leiten zumindest eines Teils des Gasstroms oder des gesamten Gasstroms von der Druckseite der Fördervorrichtung zur Saugseite der Fördervorrichtung unter
Umgehen der übrigen funktionalen Elemente des Synthesekreislaufs mit Ausnahme der
Fördervorrichtung. (also des größten Teils derjenigen Komponenten des
Synthesekreislaufs wie etwa dem Konverter oder einer etwaigen
Ammoniakentnahmevorrichtung, welche im Unterschied zu Rohrleitungen,
Abzweigungen und dergleichen zu mehr als zu einem bloßen Transport des Gasstroms und/oder im Unterschied zu Messfühlervorrichtungen, Durchflussregelungsvorrichtungen wie etwa Ventilen und/oder anderen Absperrvorrichtungen und dergleichen zu mehr als einem bloßen Überwachen und/oder Regeln der Strömung des Gasstroms vorgesehen und eingerichtet sind). Das „absperrbare Rückführen“ ist insbesondere ein Rückführen über zumindest eine (Rückführungs-)Leitung, die dazu eingerichtet ist, neben einem vollständig nicht abgesperrten Zustand (vollständig geöffneter/durchgängiger Zustand) auch teilweise abgesperrt zu werden (und dementsprechend auch teilweise nicht abgesperrt oder geöffnet zu werden / durchgängig zu sein) oder vollständig abgesperrt zu werden, vorgenanntes etwa manuell oder auch durch eine dafür vorgesehene
Regelungsanordnung. Durch das Absperren wird die Rückführung des im vollständig geöffneten Zustand durch die Leitung hindurchströmenden Fluids zunächst auf eine bestimmte Teilmenge eingeschränkt (im teilweise abgesperrten Zustand und damit im teilweise geöffneten Zustand, wobei die Teilmenge von dem Grad des Teilabsperrens abhängt) oder die Rückführung verhindert/blockiert (im vollständig abgesperrtem
Zustand).
Damit ist die erste Umgehungsleitung also strömungstechnisch gegenläufig parallel zur
Fördervorrichtung vorgesehen (sodass der durch sie hindurchtretende Gasstrom eine
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Strömungsrichtung hat, die der Strömungsrichtung des parallelen Leitungsabschnitts zwischen Saugseite und Druckseite der Fördervorrichtung gegenläufig ist), gleichzeitig ist die erste Umgehungsleitung aber auch strömungstechnisch gleichläufig parallel zu den übrigen funktionalen Elementen des Synthesekreislaufs (also etwa dem Konverter und einer etwaigen Ammoniakentnahmevorrichtung) mit Ausnahme der
Fördervorrichtung angeordnet. Dadurch ist es möglich, dass zumindest ein Teilstrom des
Gasstroms oder der gesamte Gasstrom durch Öffnen der ersten Umgehungsleitung an den funktionalen Elementen des Synthesekreislaufs vorbeigeleitet wird, die in
Strömungsrichtung stromabwärts der Druckseite der Fördervorrichtung und gleichzeitig stromaufwärts der Saugseite der Fördervorrichtung angeordnet sind (sodass also diejenigen funktionalen Elemente des Synthesekreislaufs umgangen werden, die in
Strömungsrichtung zwischen dem Abzweigungspunkt der ersten Umgehungsleitung an der Druckseite der Fôrdervorrichtung und dem Abzweigungspunkt der ersten
Umgehungsleitung an der Saugseite der Fördervorrichtung angeordnet sind).
Die Anordnung eines ersten Elements „strömungstechnisch gegenläufig parallel“ zu einem zweiten Element bedeutet also, dass das erste Element (hier die erste
Umgehungsleitung) im Fließbild parallel zum zweiten Element angeordnet ist (hier der
Fördervorrichtung), dass aber das erste Element im Vergleich zu dem zweiten Element mit umgekehrter Durchströmungsrichtung durchströmt wird (hier wird die erste
Umgehungsleitung von der Druckseite der Förderrichtung zur Saugseite der
Förderrichtung durchströmt während die Fördervorrichtung selber intern von ihrer
Saugseite zu ihrer Druckseite durchströmt wird). Daher ist die erste Umgehungsleitung also eingerichtet, von der Druckseite der Fördervorrichtung aus die übrigen funktionalen
Elemente des Synthesekreislaufs zu umgehen (hier die übrigen funktionalen Elemente des Synthesekreislaufs mit Ausnahme der Fördervorrichtung) und den Gasstrom somit von der Druckseite der Fördervorrichtung zur Saugseite der Fördervorrichtung zu leiten, um so einen Betrieb bei unterschiedlichen Teillasten zu realisieren. Die Anordnung eines ersten Elements „strömungstechnisch gleichläufig parallel“ zu einem zweiten Element bedeutet demnach, dass das erste Element (hier die erste Umgehungsleitung) im
Fließbild parallel zum zweiten Element (hier den übrigen funktionalen Elementen des
Synthesekreislaufs mit Ausnahme der Fördervorrichtung) angeordnet ist, wobei aber das erste Element mit derselben Durchströmungsrichtung durchströmt wird wie das zweite
Element, es liegt eine damit also eine gleichsinnige Anordnung der allgemeinen
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Strömungspfade durch die Fördervorrichtung und der allgemeinen Strömungspfade durch die übrigen funktionalen Elemente des Synthesekreislaufs mit jeweils gleicher allgemeiner Durchströmungsrichtung vor, sodass ein Teilstrom des Gesamtgasstroms durch die Fördervorrichtung und ein anderer Teilstrom des Gesamtgasstroms durch die übrigen funktionalen Elemente des Synthesekreislaufs geleitet wird. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass die für ein solches Umgehen vorgesehene erste
Umgehungsleitung ihrerseits weitere funktionale Elemente aufweisen kann, beispielsweise eine Abkühlvorrichtung, welche insbesondere dazu eingerichtet ist, um den Transport des Gasstroms von der Druckseite der Förderrichtung zur Saugseite der
Förderrichtung zu stabilisieren.
Die erste Umgehungsleitung weist dabei eine Abkühlvorrichtung auf, die zum Kühlen des ersten Teilstroms des Gasgemischs eingerichtet ist. Mit Hilfe der Abkühlvorrichtung soll insbesondere ein Erwärmen des über die erste Umgehungsleitung rückgeführten
Gasstroms infolge sukzessive wiederholten Komprimierens in der Fördervorrichtung verhindert werden. Dabei kann es sich grundsätzlich um beliebige Vorrichtungen handeln, die zur Wärmeabfuhr des Gasstroms vorgesehen sind, beispielsweise
Gaskühler, Flüssigkeitskühler, Wärmetauscher wie solche für direkte, halbdirekte oder indirekte Wärmeübertragung, Rekuperatoren, Regeneratoren beispielsweise
Plattenkühler, Rohrwärmeübertrager, Rohrbündelwärmeübertrager und dergleichen. Die
Abkühlvorrichtung der Umgehungsleitung ist hier als Teilstrecke der gesamten
Umgehungsstrecke vorgesehen, diese ist also in stromungstechnischer Hinsicht in Reihe zur übrigen Umgehungsleitung angeordnet (sequenziell, hintereinander oder verschränkt hintereinander). Hinsichtlich der Kühlleistung ist die Abkühlvorrichtung der ersten
Umgehungsleitung bevorzugterweise auf den zu erwartenden Gasstrom unter maximaler
Volllast der gesamten Anlage dimensioniert, sodass demzufolge bis zu 100 % des umlaufenden Kreislaufgasvolumens rückgeführt und bei Normalbetrieb gekühlt werden können (also für einen kontinuierlichen „heißen Bereitschaftsbetrieb“ (Hot Stand-By), bei welchem die Temperatur in der Anlage weitgehend aufrechterhalten wird). In dieser
Ausgestaltung würde ein komplettes Abschalten (Shut-Down) lediglich einen Spezialfall mit 100 % der Kreislaufgasmenge darstellen).
Erfindungsgemäß ist weiterhin vorgesehen, dass die erste Umgehungsleitung eine zweite Umgehungsleitung aufweist, welche strömungstechnisch gleichläufig parallel zur
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Abkühlvorrichtung angeordnet ist und welche zum absperrbaren Hindurchleiten eines zweiten Teilstroms des ersten Teilstroms zum Umgehen der Abkühlvorrichtung eingerichtet ist. Das „absperrbare Hindurchleiten“ ist insbesondere ein Hindurchleiten über zumindest eine Leitung, die dazu eingerichtet ist, neben einem vollständig nicht abgesperrten Zustand (vollständig geöffneten/durchgängigen Zustand) auch teilweise abgesperrt zu werden (und dementsprechend auch teilweise nicht abgesperrt oder geöffnet zu werden / durchgängig zu sein) oder vollständig abgesperrt zu werden, etwa manuell oder auch durch eine dafür vorgesehene Regelungsanordnung. Durch das
Öffnen wird zunächst ein Hindurchleiten des im vollständig abgesperrten Zustand nicht durch die Leitung hindurchtretenden Fluids für eine bestimmte Teilmenge ermöglicht (im teilweise geöffneten Zustand und damit im teilweise abgesperrten Zustand, wobei die
Teilmenge von dem Grad der Teilöffnung abhängt) oder das Hindurchleiten verhindert/blockiert (im vollständig abgesperrtem Zustand). Funktionell stellt die zweite
Umgehungsleitung einen Teil der ersten Umgehungsleitung auch dann dar, wenn sie von diesem baulich getrennt vorliegt.
Damit ist die zweite Umgehungsleitung also strömungstechnisch gleichläufig parallel zur
Abkühlvorrichtung vorgesehen, wodurch es möglich ist, dass zumindest ein Teilstrom des
Gasstroms oder der gesamte Gasstrom durch Öffnen der zweiten Umgehungsleitung an der Abkühlvorrichtung vorbeigeleitet wird, sodass also die Abkühlvorrichtung umgangen wird). Im Sinne der vorliegenden Erfindung kann eine derartige zweite Umgehungsleitung auch strömungstechnisch parallel zu der gesamten Strecke der ersten
Umgehungsleitung angeordnet sein, also ohne von der ersten Umgehungsleitung unmittelbar abzuzweigen.
Dabei ist es insbesondere vorteilhaft, wenn die erste und die zweite Umgehungsleitung und deren Regelungsanordnung, welche das Hindurchleiten und Absperren der ersten und der zweiten Umgehungsleitung steuert oder regelt, derart eingerichtet und angepasst ist, dass der Volumenstrom an der Saugseite der Fördervorrichtung einen minimalen
Wert von 85% des maximalen Volumenstroms (Auslegungsstromes) aufweist und diesen nicht unterschreitet. Zusätzlich oder stattdessen kann es vorteilhaft sein, wenn die
Austritttemperatur des Gasstroms an der Druckseite der Färdervorrichtung einen maximalen Wert von 170 °C nicht überschreitet, wobei diese im Hinblick auf die Warme- und Energiebilanz des Synthesekreislaufs aber insgesamt bei einem heißen
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Bereitschaftsbetrieb möglichst hoch sein sollte, damit etwaige Heizaggregate nur wenig zusätzliche Wärmeenergie in die Anlage einbringen müssen; ein maximaler Wert von 170 °C ermöglicht bei herkömmlichen Kompressoren, welche häufig für Gas mit einer maximalen Eintrittstemperatur von 200 °C ausgelegt sind, eine hinreichend große
Sicherheitsreserve gegenüber kurzfristigen Temperaturschwankungen . Konkretere
Ausgestaltungen dieser Regelungsbedingungen für die Anlage sind im Zusammenhang mit dem Verfahren ausgeführt.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Ammoniaksyntheseanlage ist insbesondere vorgesehen, dass die erste Umgehungsleitung so angeordnet ist, dass sie einen Bereich des Synthesekreislaufs, der in Synthesekreislaufförderrichtung stromabwärts der mindestens einen Fördervorrichtung und stromaufwärts des mindestens einen Konverters angeordnet ist, mit einem Bereich des Synthesekreislaufs strömungstechnisch verbindet, der in Synthesekreislaufförderrichtung stromaufwärts der mindestens einen Fördervorrichtung und stromabwärts des mindestens einen Konverters angeordnet ist (bevorzugt dabei auch stromabwärts der
Ammoniakentnahmevorrichtung), und wobei die erste Umgehungsleitung eingerichtet ist, das Gasgemisch in den ersten Teilstrom und einen ersten Reststrom aufzuteilen, wenn die erste Umgehungsleitung nicht vollständig abgesperrt ist, und, während der erste
Reststrom dem Konverter zugeführt wird, den ersten Teilstrom unter Umgehen des
Konverters von der Druckseite der Fördervorrichtung durch die erste Umgehungsleitung zur Saugseite der Fördervorrichtung zu leiten, wobei die zweite Umgehungsleitung so angeordnet ist, dass sie einen Bereich der ersten Umgehungsleitung, welcher in
Durchströmrichtung stromaufwärts der Abkühlvorrichtung angeordnet ist, mit einem
Bereich der ersten Umgehungsleitung strömungstechnisch verbindet, der in
Durchströmrichtung stromabwärts der Abkühlvorrichtung angeordnet ist, und wobei die zweite Umgehungsleitung eingerichtet ist, den ersten Teilstrom in der ersten
Umgehungsleitung in den zweiten Teilstrom und einen zweiten Reststrom aufzuteilen, wenn die zweite Umgehungsleitung nicht vollständig abgesperrt ist, und, während der zweite Reststrom der Abkühlvorrichtung zugeführt wird, den zweiten Teilstrom unter
Umgehen der Abkühlvorrichtung durch die zweite Umgehungsleitung zu leiten (sodass dieser ebenfalls nicht durch die übrigen funktionalen Elemente des Synthesekreislaufs geleitet wird.
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Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Ammoniaksyntheseanlage ist insbesondere vorgesehen, dass die Ammoniaksyntheseanlage weiterhin eine
Wasserstoffvorrichtung aufweist, welche eingerichtet ist, Wasserstoff zumindest teilweise durch einen Elektrolyseur bereitzustellen, insbesondere wobei der Elektrolyseur mit aus regenerativen und zumindest teilweise schwankenden Energien gewonnener elektrischen Energie betrieben wird. Eine Wasserstoffvorrichtung demnach ist eine
Vorrichtung, die vorgesehen ist, Wasserstoff bereitzustellen, in reiner Form oder als
Gemisch mit anderen Gasen. Dies beinhaltet jegliche Wasserstoffquelle, in welcher
Wasserstoff erzeugt, gespeichert oder lediglich hindurchgeleitet wird, beispielsweise eine
Versorgungsleitung eines externen Wasserstoffnetzwerks oder Vorrichtungen zur
Erzeugung von Wasserstoff in biologischen Prozessen, in einer Pyrolyse von
Kohlenwasserstoffen (wie etwa der Methanpyrolyse) oder in einer thermischen
Wasserspaltung, etwa in einem Sonnenofen. Vorliegend ist die Wasserstoffvorrichtung insbesondere auch eine Vorrichtung, welche eingerichtet ist, Wasserstoff zumindest teilweise oder auch vollständig durch einen Elektrolyseur bereitzustellen, also durch eine
Vorrichtung, in der Elektrolyse betrieben wird, in welcher also im Rahmen einer
Elektrolyse aus einem Eduktmaterial mit Hilfe von elektrischem Strom Wasserstoff gewonnen wird. Typischerweise ist das Eduktmaterial Wasser, sodass in einem derartigen Elektrolyseur eine Wasserelektrolyse betrieben wird. Für eine
Wasserelektrolyse kann das Wasser dabei neutral sein, es kann aber auch Wasser mit einem pH-Wert kleiner als 7 (saure Elektrolyse) oder größer als 7 sein (basische
Elektrolyse), wobei das Wasser darüber hinaus gegebenenfalls auch andere gelöste
Substanzen enthalten kann, beispielsweise Salze. „Zumindest teilweise“ bedeutet, dass entweder die gesamte benötigte Wasserstoffmenge oder aber nur eine Teilmenge des benötigten Wasserstoffs mittels Elektrolyse gewonnen wird, während die verbleibende
Menge anderweitig bereitgestellt werden kann, insbesondere wenn die mittels Elektrolyse gewonnene Teilmenge mindestens 30 Vol.-% des Wasserstoffbedarfs ausmacht, bevorzugt mindestens 50 Vol.-%, besonders bevorzugt mindestens 90 Vol.-% oder sogar mindestens 99 Vol.-%. Üblicherweise ist ein derartiger Elektrolyseur direkt an die
Ammoniaksyntheseanlage angebunden, jedoch kann auch eine Anbindung über die
Leitung eines Wasserstoffnetzwerks möglich sein.
Bei der Wasserelektrolyse ist es insbesondere sinnvoll, wenn der Elektrolyseur mit elektrischer Energie betrieben wird, die aus regenerativen und zumindest teilweise
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LU103196 schwankenden Energien (regenerativen / erneuerbaren Energie) gewonnen wird, also mit regenerativ erzeugter elektrischer Energie, beispielsweise mit elektrischer Energie, gewonnen aus Windenergie, Sonnenenergie, Bioenergie, Wasserkraft oder Geothermie. (mitunter kann auch der Betrieb eines Elektrolyseurs sinnvoll sein, der mit elektrischer
Energie aus Kernenergie betrieben wird; der so erzeugte „rosa Wasserstoff“ (auch „rote
Wasserstoff“, „pinke Wasserstoff“ oder „violette Wasserstoff“ ist zumindest hinsichtlich der Kohlendioxidbilanz vorteilhafter als durch Reformierung fossiler Brennstoffe erhaltener „grauer Wasserstoff“ oder als „schwarzer Wasserstoff“ und „brauner
Wasserstoff“, für deren Herstellung elektrische Energie eingesetzt wird, welche aus
Steinkohle beziehungsweise Braunkohle stammt) Einer der Vorteile ergibt sich daraus, dass der Prozess auf die speziellen Erfordernisse von regenerativ erzeugter elektrischer
Energie angepasst und daher besonders für eine derartige Kombination geeignet ist, weshalb ein Einsatz hier besonders vorteilhaft ist: Bei vielen regenerativen Energien treten Schwankungen auf (beispielsweise infolge des Tag-Nacht-Zyklus des
Sonnenlichts, die wechselnden Windverhältnisse oder die Gezeiten). Infolge dieser
Schwankungen treten nach der Umwandlung der regenerativen Energie in elektrische
Energie Schwankungen bei der Bereitstellung von Edukten auf, die mit Hilfe dieser elektrischen Energie hergestellt werden, also des Wasserstoffs. Die vorliegende
Erfindung ist besonders geeignet, derartige Schwankungen bei der Bereitstellung der
Edukte der Ammoniaksynthese zu kompensieren.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Ammoniaksyntheseanlage ist insbesondere vorgesehen, dass die Fördervorrichtung ein Zentrifugalkompressor ist und die erste Umgehungsleitung eine geregelt absperrbare und geregelt ôffenbare
Umblaseleitung einer Pumpgrenzregelungsanordung. Ein Zentrifugalkompressor (Radialverdichter) ist ein Turbokompressor (Turboverdichteter), also ein rotierender
Verdichter, insbesondere ein Axialkompressor, ein Radialkompressor oder ein kombinierter Axial-Radial-Kompressor, beispielsweise ein Diagonalkompressor, welcher zum Komprimieren und Fördern von gasförmigen Fluiden vorgesehen ist und typischerweise ein Druckgehäuse mit entsprechenden Leitvorrichtungen, eine Welle mit mindestens einem daran befestigten Laufschaufelrad oder einer daran aufgezogenen
Laufschaufelreihe, in der Regel ein Flügelrad, sowie einen zum Druckaufbau angepassten Verlangsamungsbereich (Diffusor) aufweist. In derartigen
Zentrifugalkompressoren ist typischerweise eine Pumpgrenzregelungsanordnung
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LU103196 konstruktiv vorgesehen, um ein unerwünschtes Pumpen zu vermeiden. Die
Umblaseleitung eines Zentrifugalkompressors lässt sich — gegebenenfalls nach
Anpassungsmaßnahmen — als erste Umgehungsleitung nutzen und enthält häufig bereits eine Kühlvorrichtung, weshalb eine solche Ausgestaltung die Verwendung regulärer
Aggregate mit hoher Arbeitseffizienz bei gleichzeitig integrierter Bauweise ermöglicht.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Ammoniaksyntheseanlage ist insbesondere vorgesehen, dass die erste Umgehungsleitung ein Absperrelement aufweist, das eingerichtet ist zum Beschränken und/oder Versperren des
Strömungswegs durch die erste Umgehungsleitung. Bei dem Absperrelement handelt es sich typischerweise um ein Element zum Absperren oder Steuern des Durchflusses von
Gasen durch eine Leitung, beispielsweise um ein Absperrorgan oder um ein strömungsumleitendes Element, bei welchem die absperrende oder umleitende Wirkung veränderbar ist, üblicherweise etwa manuell oder mit Hilfe einer separaten
Regelungsanordnung. Typische Absperrelemente sind für einen zweistufigen
Regelungsfall (nur offener oder verschlossener/geschlossener Zustand) oder einen mehrstufigen Regelungsfall (Dosierung zwischen offenem und verschlossenen Zustand) angepasst, beispielsweise Absperrklappen, Absperrschieber, Absperrhähne, Ventile oder Strömungsleitbleche, jedoch lassen sich hier grundsätzlich auch alle anderen
Absperrelemente mit entsprechender Funktionalität einsetzen. Das Absperrelement in der ersten Umgehungsleitung ist insbesondere so angeordnet, dass es den
Strömungsweg durch die erste Absperrungsleitung komplett versperren kann, weshalb es in Durchströmungsrichtung der ersten Umgehungsleitung stromaufwärts oder stromabwärts vom Abkühlelement angeordnet ist.
Mit Hilfe des Absperrelements direkt in der ersten Umgehungsleitung wird also der
Strömungsweg durch die erste Umgehungsleitung freigegeben oder blockiert. Beim
Freigeben wird (temporär) ein Teilstrom des Gesamtgasstroms des Synthesekreislaufs durch die erste Umgehungsleitung geleitet (dies kann auch der gesamte Gasstrom sein, da durch die Abkühlvorrichtung ein etwaiger kontinuierlicher Temperaturanstieg wirksam vermieden werden kann). Auf diese Weise lassen sich für die Anlage unterschiedliche
Betriebszustände realisieren, sodass sich zum Teil unterschiedliche
Auslastungszustände realisieren lassen, wie sie etwa bei einer zeitlich wechselnden
Versorgung mit Edukten wie Wasserstoff benötigt wird.
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Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Ammoniaksyntheseanlage ist insbesondere vorgesehen, dass die zweite Umgehungsleitung ein Absperrelement aufweist, das eingerichtet ist zum Beschränken und/oder Versperren des
Strömungswegs durch die zweite Umgehungsleitung. Mit Hilfe des Absperrelements in der zweiten Umgehungsleitung wird also der Strömungsweg durch die zweite
Umgehungsleitung freigegeben oder blockiert. Beim Freigeben wird ein Teilstrom des
Gasstroms in der ersten Umgehungsleitung (temporär) durch die zweite
Umgehungsleitung geleitet (je nach den Strömungsverhältnissen im übrigen Bereich der ersten Umgehungsleitung kann dies auch der gesamte Gasstrom durch die erste
Umgehungsleitung sein, etwa, wenn der Strömungsweg im übrigen Teil der ersten
Umgehungsleitung mit weiteren Absperrelementen verschlossen wird, wobei die erste
Umgehungsleitung insgesamt funktionstüchtig bleibt indem der Teilstrom, welcher an der
Abkühlvorrichtung vorbeigeführt wird, nicht durch die übrigen funktionalen Elemente des
Synthesekreislaufs geleitet wird). Auf diese Weise kann infolge der zumindest teilweisen
Umgehung der Abkühlvorrichtung auch bei unterschiedlichen Auslastungsgraden und unterschiedlicher Durchstrômung der ersten Umgehungsleitung (insbesondere bei einer geringen Durchströmung der ersten Umgehungsleitung) sichergestellt werden, dass in der Fördervorrichtung die Temperatur nicht derartig niedrig ist, dass dort Ammoniak aus dem Gasstrom auskondensiert, wodurch ein sicherer und korrosionsarmer Betrieb der
Anlage auch bei unterschiedlichsten Auslastungsgraden gewährleistet wird.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Ammoniaksyntheseanlage ist insbesondere vorgesehen, dass die Ammoniaksyntheseanlage eine Messvorrichtung und eine mit der Messvorrichtung verbundene Regelungsvorrichtung aufweist, wobei die
Messvorrichtung zum Erfassen mindestens einer Messgröße des Gasgemischs eingerichtet ist, insbesondere der Temperatur, des Drucks und/oder des Volumenstroms des Gasgemischs und/oder des Gehalts/der Konzentration von Komponenten des
Gasgemischs, wobei die Messvorrichtung im Synthesekreislauf angeordnet ist, und wobei die Regelungsvorrichtung eingerichtet ist, auf der Grundlage der von der
Messvorrichtung erfassten Messgröße das Absperrelement der ersten
Umgehungsleitung und/oder das Absperrelement der zweite Umgehungsleitung zu
Öffnen oder zu versperren. Als Messvorrichtung ist jede übliche und geeignete
Messvorrichtung einsetzbar, welche zum Erfassen mindestens einer spezifischen
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Messgröße des Gasgemischs eingerichtet ist, beispielsweise Drucksensoren,
Temperatursensoren oder Volumenstromsensoren, die entweder die Messgröße für das
Gasgemisch im Synthesekreislauf oder den Partialdruck/die Konzentration lediglich von bestimmten Komponenten des Gasgemisch im Synthesekreislauf erfassen, beispielsweise für Wasserstoff, für Ammoniak oder für Stickstoff (sodass es sich bei entsprechenden Sensoren um stoffsensitive Messfühler/Sensoren handelt). Die
Messvorrichtung ist derart im Synthesekreislauf angeordnet, dass sie den Messwert für die entsprechende Messgröße des Gasstroms des Gasgemischs im Synthesekreislauf erfasst. Die erfasste Messgröße überträgt die Messvorrichtung als Messsignal, welches diesen Messwert repräsentiert, an eine dieser Messvorrichtung zugeordnete und mit dieser zur Messwertübertragung verbundene Aufzeichnungsvorrichtung und/oder
Regelungsvorrichtung (wobei eine Aufzeichnungsvorrichtung und/oder
Regelungsvorrichtung auch mehreren Sensoren zugeordnet sein kann oder sogar allen
Sensoren). Die Regelungsvorrichtung ist dazu eingerichtet, in Abhängigkeit von dem jeweiligen Messsignal das Absperrelement in der ersten Umgehungsleitung oder das
Absperrelement in der zweiten Umgehungsleitung oder beide Absperrelement, das
Absperrelement in der ersten Umgehungsleitung und das Absperrelement in der zweiten
Umgehungsleitung in einem Stellvorgang zu betätigen, in welchem das jeweilige
Absperrelement von dem jeweiligen Anfangszustand in einen von der
Regelungsvorrichtung unter Berücksichtigung des jeweils erfassten Messwertes bestimmten Endzustand überführt und dadurch die entsprechende Umgehungsleitung weiter geöffnet oder weiter verschlossen wird, sodass sich das jeweilige Absperrelement dann in einer vollständig geöffneten Position, einer teilweise geöffneten Position (und somit auch teilweise verschlossenen Position) oder aber in einer vollständig verschlossenen Position befindet. Dabei kann sich die Messvorrichtung je nach der zu erfassenden Messgröße an einer beliebigen Position innerhalb des Synthesekreislaufs befinden, wobei es besonders vorteilhaft sein kann, wenn für den Stellvorgang mehr als ein Messwert berücksichtigt wird, beispielsweise Messwerte von zwei unterschiedlichen
Messvorrichtungen, welche dieselbe Messgröße erfassen an unterschiedlichen
Messpositionen des Synthesekreislaufs erfassen etwa an einer ersten Messposition zwischen der Druckseite der Fördervorrichtung und dem Einlass des Konverters und an einer zweiten Messposition zwischen dem Auslass des Konverters und der Saugseite der
Fördervorrichtung (wobei die Messsignale der Regelungsvorrichtung etwa als
Einzelsignale oder auch als Differenzsignale zugeführt werden können), oder Messwerte,
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LU103196 die zu unterschiedlichen Zeitpunkten an derselben Messposition aufgenommen werden und daher eine zeitliche Streuung oder einen zeitlichen Verlauf zeigen. Messwerte mit einer zeitlichen Streuung können dann beispielsweise einer statistischen Analyse unterzogen werden (wodurch sich etwa Systemschwankungen überwachen lassen),
Messwerte mit einem zeitlichen Verlauf können zum Beispiel auf einen Zielzeitpunkt in der Zukunft extrapoliert werden (wodurch sich etwa künftige Stellvorgänge vorhersagen lassen, die mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erforderlich sein werden). Eine derartige
Regelung bietet den Vorteil, bereits frühzeitig auf Änderungen im Verfahren reagieren und so die Anlage durchgängig bei einem optimalen Betriebspunkt betreiben zu können, bei welchem plötzliche Regelungen nur sehr selten erforderlich sind.
Die zuvor genannte Aufgabe wird außerdem gelöst von einem Verfahren zum Betreiben einer Ammoniaksyntheseanlage, insbesondere einer Ammoniaksyntheseanlage der vorgenannten Art, welches sich dadurch auszeichnet, dass der erste Teilstrom in einen zweiten Teilstrom und gegebenenfalls einen zweiten Reststrom aufgeteilt wird, von denen der zweite Reststrom in die Abkühlvorrichtung geführt und dort abgekühlt wird und von denen der zweite Teilstrom unter Umgehen der Abkühlvorrichtung der Saugseite der
Fördervorrichtung zugeführt wird und von denen der zweite Reststrom (sofern vorhanden) in die Abkühlvorrichtung geführt, dort abgekühlt und von dort der Saugseite der Fördervorrichtung zugeführt wird.
Insgesamt handelt es sich demnach um ein Verfahren zum Betreiben einer
Ammoniaksyntheseanlage, insbesondere um ein Verfahren zum Betreiben einer
Ammoniaksyntheseanlage der vorgenannten Art. Beim Betrieb der
Ammoniaksyntheseanlage wird ein Gasgemisch aufweisend Stickstoff, Wasserstoff und
Ammoniak in einem Synthesekreislauf durch eine Fördervorrichtung mit einer Saugseite und einer Druckseite zyklisch gefördert wird. Demzufolge wird also das Gasgemisch, welches Stickstoff und Wasserstoff und Ammoniak enthält (sowie gegebenenfalls weitere
Komponenten), kreisartig in einem Kreislauf gefördert, dem Synthesekreislauf.
Im regulären Betrieb werden die Edukte Stickstoff und Wasserstoff dem
Synthesekreislauf zugeführt und dort in einem Konverter zumindest teilweise zu
Ammoniak umgesetzt. Im regulären Betrieb wird ferner an einer Stelle des
Synthesekreislaufs jeweils eine gewisse Menge des beim zyklischen Betrieb des
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Synthesekreislaufs erzeugten Ammoniaks als Produktgas entnommen und so aus dem
Synthesekreislauf entfernt. Um die fehlende Gasmenge zu ersetzen, wird dem
Synthesekreislauf dann eine entsprechende Menge an Frischgas hinzugefügt, welche zumindest die Edukte Stickstoff und Wasserstoff in einem geeigneten
Mischungsverhältnis enthält. Infolge des kreislaufartigen Rückführens des
Produktgasgemischs stellt sich im regulären Betrieb nach Ableiten einer Teilmenge des
Ammoniaks und Ergänzen der abgeführten Gasmenge durch Frischgas beim Umsetzen des so erhaltenen ergänzten Gasgemischs im Konverter ein makroskopisch quasistationäres Gleichgewicht ein, welches so lange erhalten bleibt, wie sich der abgeführte Ammoniakstrom und der zugeführte Frischgasstrom sowie deren Temperatur und Druck nicht ändern.
Reicht die zur Verfügung stehende Menge an Eduktgas — in der Regel die verfügbare
Menge an Wasserstoff — jedoch nicht aus, ist üblicherweise vorgesehen, weniger
Ammoniak dem Synthesekreislauf zu entnehmen oder auf die Entnahme von Ammoniak sogar vollständig zu verzichten. Wenn weniger Ammoniak aus dem Synthesekreislauf entfernt wird, muss dem Synthesekreislauf auch weniger Frischgas neu zugeführt werden — und damit auch weniger Edukt. Wird dem Synthesekreislauf kein Ammoniak entnommen, muss dem Synthesekreislauf auch kein Frischgas zugeführt werden, der
Eduktbedarf sinkt somit auf null. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn die
Wasserstoffvorrichtung nicht in der Lage ist, Wasserstoff in hinreichender Menge zur
Verfügung zu stellen, beispielsweise wenn die Wasserstoffvorrichtung einen
Elektrolyseur aufweist, der mit elektrischer Energie betrieben wird, die aus regenerativen
Energien gewonnen wird, welche einen zumindest teilweise schwankenden zeitlichen
Verlauf aufweisen, zum Beispiel mit elektrischer Energie aus einer Photovoltaikanlage, aus einer Windkraftanlage oder aus einem Gezeitenkraftwerk. Bei derartigen
Wasserstoffvorrichtungen kann die Wasserstoffproduktion sogar ganz zum Erliegen kommen und auf null zurückgehen, sodass es günstig ist, dem Synthesekreislauf kein
Ammoniak zu entnehmen, um dem Synthesekreislauf keinen Wasserstoff zuführen zu müssen. Das Gasgemisch wird bei einem derartigen „Leerlaufbetrieb“ (also bei einem
Betrieb ohne Produktion entsprechend einer Teillast von 0 %) dann im Synthesekreislauf also für einige Zeit kontinuierlich im Kreislauf geführt, wobei sich ein quasistationärer dynamischer Gleichgewichtspartialdruck an Ammoniak einstellt, ohne dass sich der
Nettogehalt an Ammoniak im Gasgemisch ändert. Bei einem derartigen Kreisbetrieb ist
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LU103196 es also nicht erforderlich, die Ammoniaksyntheseanlage komplett abzuschalten und herunterzufahren (Shut-Down), vielmehr wird die Ammoniaksyntheseanlage in einem
Bereitschaftsbetrieb (Stand-By) belassen, bei dem der Konverter die erforderliche
Reaktionstemperatur beibehält. Dadurch ist es möglich, die Ammoniaksyntheseanlage relativ kurzfristig in einen regulären Produktionsbetrieb zu überführen, wenn die
Wasserstoffvorrichtung wieder eine hinreichende Menge an Wasserstoff zur Verfügung stellen kann. Ein derartiger Bereitschaftsbetrieb wird auch als „heißer
Bereitschaftsbetrieb“ (Hot Stand-By) bezeichnet. Bei einem solchen heißen
Bereitschaftsbetrieb soll die Anlage - und insbesondere der Konverter - möglichst wenig abkühlen. Vielmehr sollen Anlage und Konverter bei Temperaturen belassen werden, welche den jeweiligen Betriebstemperaturen im regulären Produktionsbetrieb entsprechen oder diesen zumindest nahekommen, sodass ein Übergang von einem heißen Bereitschaftsbetrieb in den Produktionsbetrieb ohne langwieriges Aufheizen möglich ist. Für einen derartigen Betrieb wird dann die Zufuhr an Edukten (Wasserstoff und Stickstoff) sowie die Entnahme von Produkt (Ammoniak) verringert oder auf null reduziert. Dadurch erfolgt keine Nettosynthese von Ammoniak (lediglich eine Synthese im dynamischen Gleichgewicht tritt auf), sodass ein Gasstrom mit einer gleichbleibenden
Gleichgewichtzusammensetzung von Produkt und Edukten im Kreislauf geführt wird.
Formal entspricht ein Bereitschaftsbetrieb also einem besonderen Teillastbetrieb, nämlich einem Teillastbetrieb mit einer Teillast von 0%. Da ein derartiger
Bereitschaftsbetrieb kostenintensiv ist, werden häufig Bereiche der Anlage abgeschaltet, die in einem Bereitschaftsbetrieb nicht benötigt werden (natürlich mit Ausnahme des
Konverters), etwa Anlagenteile, in denen Wasserstoff und Stickstoff gewonnen wird (etwa im so genannten „Frontend“ der Anlage, welches dem Synthesekreislauf als separate
Baueinheit vorgelagert sein kann), aber auch Vorverdichteraggregate, welche im regulären Betrieb Eduktgase vorverdichten, bevor sie dem Synthesekreislauf zugeführt werden, bis diese den im Synthesekreislauf erforderlichen Systemdruck aufweisen (die
Fördervorrichtung des Synthesekreislaufs selber bleibt auch im Bereitschaftsbetrieb stets in Betrieb, um die Zirkulation des Gasstroms im Synthesekreislauf aufrecht zu halten).
Verfahrenstechnisch lässt ein derartiger heißer Bereitschaftsbetrieb dadurch begünstigen, dass ein Teil des Gasstroms im Synthesekreislauf am Konverter vorbeigeführt wird ohne in den Konverter eingespeist zu werden, sodass sich der
Aufwand auf ein Minimum beschränkt, um den Konverter auf der erwünschten
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Temperatur zu halten. Ein derartiger Betrieb lässt sich besonders vorteilhaft mit Hilfe der ersten Umgehungsleitung realisieren. Dazu wird das Gasgemisch in
Synthesekreislaufförderrichtung stromabwärts von der Fördervorrichtung in einen ersten
Teilstrom und gegebenenfalls einen ersten Reststrom aufgeteilt wird. Der erste Teilstrom wird dabei unter Umgehen des Konverters von der Druckseite der Fördervorrichtung zu der Saugseite der Fördervorrichtung rückgeführt. Auf dem Rückführungsweg wird dieser erste Teilstrom in einer Abkühlvorrichtung zumindest teilweise abgekühlt. In einem derartigen Betrieb wird typischerweise ein Teilstrom von mindestens 5 Vol.-% des gesamten Gasstroms rückgeführt, im Fall eines langfristigen heißen
Bereitschaftsbetriebs kann aber auch durchaus die gesamte Menge des Gasstroms rückgeführt werden, also 100 Vol.-% des Kreislaufgases (Kreislaufgasstroms).
Entsprechend wird der erste Reststrom (sofern überhaupt vorhanden) über den regulären
Synthesekreislauf in den Konverter geführt.
Erfindungsgemäß wird der erste Teilstrom in einen zweiten Teilstrom und gegebenenfalls einen zweiten Reststrom aufgeteilt. Der zweite Teilstrom wird unter Umgehen der
Abkühlvorrichtung der Saugseite der Fördervorrichtung zugeführt, sodass dieser zweite
Teilstrom also keine Abkühlung erfährt. Dies dient dazu, sicherzustellen, dass die
Temperatur des Gasgemisches bei Eintritt in die Fördervorrichtung insgesamt nicht so niedrig ist, dass in der Fördervorrichtung Ammoniak auskondensiert und dadurch die
Fördervorrichtung beschädigt. Wird die Fördervorrichtung bei einer Temperatur betrieben, bei welcher an der Saugseite der Fôrdervorrichtung Ammoniak auskondensieren kann (oder zumindest in der Nähe einer derartigen Temperatur, sodass diese Temperatur bereits durch geringfügige Druckschwankungen unterschritten werden kann), ist es erforderlich, die Eintrittstemperatur des Gasstroms an der Fördervorrichtung zu erhöhen, um ein Auskondensieren zu vermeiden. Daher muss die Temperatur des ersten Teilstroms insgesamt erhöht werden, was sich leicht dadurch bewerkstelligen lässt, dass zumindest ein Teil des ersten Teilstroms als zweiter Teilstrom an der ab
Kühlvorrichtung vorbeigeführt wird und somit nicht abgekühlt wird. Je nach der
Eintrittstemperatur des Gasstromes an der Fördervorrichtung ist es dabei durchaus möglich, dass ein Teilstrom des ersten Teilstroms als zweiter Reststrom über die
Abkühlvorrichtung geführt wird, solange die Eintrittstemperatur des Gasgemischs an der
Fördervorrichtung nicht derartig niedrig ist, dass Ammoniak auskondensiert. Die
Temperatur des Gasgemischs, welches in die Fördervorrichtung eintritt, lässt sich dabei
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LU103196 unter Berücksichtigung des Mengenverhältnisses von erstem Teilstrom zu erstem
Reststrom und der Temperatur des ersten Reststroms dadurch regeln, dass das
Mengenverhältnis von zweitem Teilstrom zu zweitem Reststrom mit Hilfe von
Absperrelementen geeignet eingestellt wird, sodass sich beim Zusammenführen aller
Teilströme spätestens an der Druckseite der Fördervorrichtung die gewünschte
Temperatur des Gasgemischs einstellt. Dabei ist es unerheblich, ob der zweite Reststrom mit dem zweiten Teilstrom vereinigt wird, bevor dieser als wiederhergestellter erster
Teilstrom dem ersten Reststrom im Synthesekreislauf zugeführt wird oder ob der zweite
Reststrom und der zweite Teilstrom separat in den ersten Reststrom eingespeist werden (hierbei sind grundsätzlich alle Verfahrensführungen denkbar und bieten jeweils unterschiedliche Vorteile, etwa indem zuerst der zweite Teilstrom in den ersten Reststrom eingespeist wird und stromabwarts davon der zweite Reststrom eingeleitet wird oder aber indem zuerst der zweite Reststrom in den ersten Reststrom eingespeist wird und stromabwärts davon der zweite Teilstrom eingeleitet wird).
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betreiben einer Ammoniaksyntheseanlage ist insbesondere vorgesehen, dass der Wasserstoff zumindest teilweise durch Elektrolyse bereitgestellt wird, insbesondere durch Elektrolyse mit aus regenerativen Energien gewonnener elektrischen Energie. Typischerweise ist bei einer derartigen Elektrolyse das Eduktmaterial Wasser, sodass es in der Regel also eine
Wasserelektrolyse ist. Für eine Wasserelektrolyse kann das Wasser dabei neutral sein, es kann aber auch Wasser mit einem pH-Wert kleiner als 7 (saure Elektrolyse) oder größer als sieben sein (basische Elektrolyse), wobei das Wasser darüber hinaus gegebenenfalls auch andere gelöste Substanzen enthalten kann, beispielsweise Salze. „Zumindest teilweise“ bedeutet, dass entweder die gesamte benötigte Wasserstoffmenge oder aber nur eine Teilmenge des benötigten Wasserstoffs mittels Elektrolyse gewonnen wird während der Rest anderweitig bereitgestellt werden kann, beispielsweise über ein
Wasserstoffnetzwerk oder einen Wasserstofftank. Besonders günstig ist es dabei, wenn es sich auch bei der Restmenge an Wasserstoff um „grünen“ Wasserstoff handelt, also um Wasserstoff, welcher nachhaltig hergestellt wurde, sodass insbesondere für dessen
Herstellung kein zusätzliches Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt wird. Bevorzugt handelt es sich dabei um Wasserstoff, der in einem Verfahren hergestellt wurde, bei dem der Energiebedarf zur Herstellung aus erneuerbaren/regenerativen Energien gedeckt
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LU103196 wird. Eine derartige Verfahrensführung ermöglicht vor allem eine besonders klimaneutrale und umweltfreundliche Produktion von Ammoniak.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betreiben einer Ammoniaksyntheseanlage ist insbesondere vorgesehen, dass das Gasgemisch an der Saugseite der Fördervorrichtung einen Volumenstrom aufweist, der einen minimalen
Wert von 50 % des maximalen Volumenstroms der Fördervorrichtung nicht unterschreitet und bevorzugt einen Volumenstrom von mindestens 85 % und höchstens 105 % des maximalen Volumenstromstroms der Fördervorrichtung aufweist. Dabei kann insbesondere vorgesehen sein, dass das Verhältnis von erstem Teilstrom zu erstem
Reststrom sowie das Verhältnis von zweiten Teilstrom zu zweitem Reststrom derart geregelt wird, dass das Gasgemisch an der Saugseite der Fördervorrichtung einen
Volumenstrom von minimal 85 % des maximalen Volumenstroms der Fördervorrichtung aufweist. Ein minimaler saugseitiger Volumenstrom des Kreislaufgases an der
Fördervorrichtung von 50 %, insbesondere von 85 %, gewährleistet einen sicheren
Betrieb der Anlage ohne Pumpen (,Surge”). Gleichzeitig sollte dieser Wert möglichst dicht am maximalen Volumenstrom der Fördervorrichtung liegen, um die Energie zum Antrieb der Fördervorrichtung möglichst effizient nutzen zu können (welche vorteilhafterweise ebenfalls mit Hilfe von regenerativer Energie gewonnen wird). Insbesondere sollte der saugseitige Volumenstrom aus Gründen der Anlagensicherheit einen Wert von 105 % nicht überschreiten. Auf diese Weise lässt sich ein stabiler und ressourcenschonender
Betrieb besonders einfach realisieren.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betreiben einer Ammoniaksyntheseanlage ist insbesondere vorgesehen, dass die
Fördervorrichtung ein Zentrifugalkompressor ist, die Drehzahl des
Zentrifugalkompressors auf einen vorgegebenen Wert geregelt wird und das Gasgemisch an der Saugseite der Fördervorrichtung einen Volumenstrom aufweist, der einen minimalen Wert von 50 % des maximalen Volumenstroms der Fördervorrichtung nicht unterschreitet, bevorzugt einen Volumenstrom von mindestens 70 % und höchstens 105 % des maximalen Volumenstroms der Fördervorrichtung aufweist. Auf diese Weise lässt sich das Verfahren apparativ besonders energieeffizient realisieren.
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Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betreiben einer Ammoniaksyntheseanlage ist insbesondere vorgesehen, dass unter
Anlagenvolllast das Gasgemisch an der Druckseite der Fördervorrichtung eine
Temperatur von mindestens 15°C und höchstens 60 °C aufweist und/oder unter
Anlagenteillast eine Temperatur von mindestens 15 °C und maximal 180 °C aufweist, insbesondere bei einer Anlagenteillast nahe 0% (also von maximal 10% der
Anlagenvolllast) von mindestens 150 °C und maximal 180 °C. Insbesondere kann dabei vorgesehen sein, dass das Verhältnis von zweitem Teilstrom zu zweitem Reststrom derart geregelt wird, dass das Gasgemisch an der Druckseite der Fördervorrichtung eine
Temperatur von mindestens 30°C und maximal 170°C aufweist. Mit einer entsprechenden druckseitigen Maximaltemperatur wird bei einem „heißen
Bereitschaftsbetrieb“ — unter Berücksichtigung einer Sicherheitsreserve — zum einen ein sicherer Anlagenbetrieb, gleichzeitig aber auch ein möglichst ressourcenschonender
Betrieb gewährleistet, bei dem das Kreislaufgas um nur Weniges über etwaige nachgelagerte Heizvorrichtungen erwärmt werden muss. Mit der Mindesttemperatur wird sichergestellt, dass auch bei niedrigen Anlagenteillasten eine Ammoniakkondensation innerhalb der Fördervorrichtung (und damit ein vorzeitiger Verschleiß oder eine etwaige anderweitige nutzungsbedingte Beschädigung der Fördervorrichtung) vermindert oder sogar vermieden wird.
So lässt sich das erfindungsgemäße Verfahren etwa realisieren, indem von der
Regelungsvorrichtung der Durchfluss durch die erste Umgehungsleitung so weit freigegeben wird, dass der erste Reststrom als Kreislaufstrom durch den übrigen
Synthesekreislauf und somit durch den Konverter mindestens einem Minimalstrom entspricht, der zur Aufrechterhaltung von Druck, Temperatur und
Gasstromzusammensetzung des beabsichtigten Betriebs (eines Produktionsbetriebs unter Volllast, einem eingeschränkten Produktionsbetrieb unter Teillast oder einem reinen „heißen“ Bereitschaftsbetrieb) erforderlich ist. Dabei lassen sich für jede Teillast die Teilströme, die als erster Teilstrom durch die erste Umgehungsleitung und gegebenenfalls als zweiter Teilstrom durch die zweite Umgehungsleitung hindurchgeleitet werden, wie auch der zweite Reststrom so einstellen, dass einerseits der
Volumenstrom an der Saugseite der Fördervorrichtung insgesamt nah am minimalen
Wert liegt (wodurch die Antriebsenergie minimiert wird), andererseits aber auch, dass die
Austrittstemperatur bei einem „heißen Bereitschaftsbetrieb“ an der Druckseite der
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Fördervorrichtung nahe an einer maximalen Temperatur von 170 °C liegt (welche nicht überschritten werden soll). Auf diese Weise lässt sich der Stromverbrauch bei einem etwaigen Aufheizen des Kreislaufgases stromabwärts von der Fördervorrichtung minimieren, mit welchem eine etwaige Wärmeabfuhr aus dem Synthesekreislauf kompensiert werden soll.
Im Einzelnen gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäße Anlage und das erfindungsgemäße Verfahren auszugestalten und weiterzubilden. Dazu wird verwiesen sowohl auf die den Patentansprüchen 1 und 8 nachgeordneten
Patentansprüche, als auch auf die nachfolgende Beschreibung bevorzugter
Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den Zeichnungen, mit Hilfe welcher die
Erfindung nachfolgend näher erläutert wird. Es zeigen jeweils schematisch Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Teiles einer herkömmlichen Anlage zur Herstellung von „grünem Ammoniak“ mit einer kühlbaren Umgehungsleitung zum absperrbaren
Rückführen eines Teilstroms des Gasgemischs von der Druckseite der Fördervorrichtung zu der Saugseite der Fördervorrichtung,
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform eines Teiles einer erfindungsgemäßen Anlage zur Herstellung von Ammoniak,
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform eines Teiles einer erfindungsgemäßen Anlage zur Herstellung von Ammoniak und
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform eines Teiles einer erfindungsgemäßen Anlage zur Herstellung von Ammoniak.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Teiles einer herkömmlichen Anlage 1 zur Herstellung von Ammoniak mit einer kühlbaren Umgehungsleitung 6 zum absperrbaren Rückführen eines Teilstroms 8a des Gasgemischs von der Druckseite 5b der Fördervorrichtung 5 zu der Saugseite 5a der Fördervorrichtung 5.
Die Ammoniaksyntheseanlage 1 weist einen Synthesekreislauf auf, in welchen
Wasserstoff und Stickstoff als Edukte eingespeist werden. Die Richtung, in welcher das
Gasgemisch mit Hilfe einer Fördervorrichtung 5 im Synthesekreislauf im Kreislauf geführt wird, ist durch einen Pfeil als Synthesekreislaufförderrichtung d dargestellt. Der eigentliche Synthesekreislauf führt im vorliegenden Fall durch den Konverter 3, die
Ammoniakentnahmevorrichtung 4 und die Fördervorrichtung 5 (sowie durch die
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Demzufolge befindet sich also im Synthesekreislauf der Konverter 3, in welchem
Wasserstoff und Stickstoff an einem Katalysator in einer Gleichgewichtsreaktion zu
Ammoniak reagieren. Da die Reaktion im Reaktor unter Gleichgewichtsbedingungen stattfindet, wird dem Gasgemisch, das im Synthesekreislauf zirkuliert, im
Produktionsbetrieb durch eine Ammoniakentnahmevorrichtung 4 Ammoniak als mehr oder weniger reiner Produktstrom entzogen (Pfeil „NHs“ in Fig. 1) und durch eine entsprechende Menge an Frischgas ersetzt, welches Stickstoff und Wasserstoff enthält.
Wasserstoff wird dem Synthesekreislauf durch die Wasserstoffvorrichtung 2 zugeführt, welche mit der Ausgangsseite der Ammoniakentnahmevorrichtung 4 stoffführend verbunden ist (sodass also der Wasserstoff an dieser Stelle in den Synthesekreislauf eingebracht wird). Die Fördervorrichtung 5 (in der Regel ein Turbokompressor) weist dabei eine Saugseite 5a und eine Druckseite 5b auf. Über die Saugseite 5a wird der innerhalb des Synthesekreislaufs im Kreis zu führende Gasstrom in die Fördervorrichtung angesaugt, über die Druckseite 5b wird der der innerhalb des Synthesekreislaufs im
Kreis zu führende Gasstrom aus der Fördervorrichtung 5 ausgestoßen, wodurch der
Gasstrom insgesamt in Synthesekreislaufförderrichtung d gefördert wird.
Der bereits bekannte Synthesekreislauf weist dabei zwei Umgehungsleitungen auf: Mit einer Umgehungsleitung 16 wird die Ammoniakentnahmevorrichtung 4 überbrückt, die andere Umgehungsleitung 6 führt von der Druckseite 5b des Kompressors 5 zu der
Saugseite 5a des Kompressors 5.
Die zusätzliche Umgehungsleitung 16 zum Umgehen der
Ammoniakentnahmevorrichtung 4 weist ein Absperrelement 14 und eine
Abkühlvorrichtung 15 auf und dient dazu, bei einem Teillastbetrieb einen Teil des
Kreislaufgasstroms an der Ammoniakentnahmevorrichtung 4 vorbeizuführen. Wird für einen Teillastbetrieb das Absperrelement 14 ganz oder teilweise geöffnet, so umgeht ein
Teil des Kreislaufgasstroms die Ammoniakentnahmevorrichtung 4, weshalb dem
Kreislaufgas weniger Ammoniak entnommen wird. Im dynamischen Gleichgewicht eines solchen Teillastbetriebs wird im Konverter 3 demzufolge weniger Ammoniak synthetisiert, weshalb der Bedarf an Eduktgasen geringer ist. Daher kann diese zusätzliche
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Umgehungsleitung 16 dazu dienen, einen Teillastbetrieb zu stabilisieren. Der Teilstrom, der durch die zusätzliche Umgehungsleitung 16 an der meist zumindest teilweise kryogen betriebenen Ammoniakentnahmevorrichtung 4 vorbeigeführt wird, wird mit Hilfe der
Abkühlvorrichtung 15 abgekühlt, sodass der in die Fördervorrichtung 5 eingeleitete
Gasstrom eine hinreichend niedrige Temperatur aufweist.
Die Umgehungsleitung 6 von der Druckseite 5b der Fördervorrichtung 5 zur Saugseite 5a der Fördervorrichtung 5 dient ebenfalls dazu, einen Teillastbetrieb zu stabilisieren. Dazu umgeht zumindest ein Teil des Kreislaufgasstroms den Konverter 3 und die
Ammoniakentnahmevorrichtung 4 und wird vom Ausgang der Fördervorrichtung 5 wieder zum Eingang der Fordervorrichtung 5 direkt zurückgeführt; auch diese
Umgehungsleitung 6 weist ein Absperrelement 7 und eine Abkühlvorrichtung 9 auf. Um einen Teil des Kreislaufgasstroms durch diese Umgehungsleitung 6 zurückzuführen wird das Absperrelement 7 zumindest teilweise geöffnet, wodurch ein Teil des Gasstroms durch diese Umgehungsleitung 6 fließen kann. Dabei wird der Gasstrom auf der
Druckseite 5b der Fördervorrichtung 5 in einen Teilstrom 8a und einen Reststrom 8b aufgeteilt. Der Reststrom 8b wird den Konverter 3 zugeleitet und gelangt danach — zumindest anteilig — in die Ammoniakentnahmevorrichtung 4 während der Teilstrom 8a direkt zur Saugseite 5a des Kompressors 5 geleitet wird. Um zu verhindern, dass der
Gasstrom, welcher in wiederholten Durchläufen durch die Férdervorrichtung 5 mehrfach hintereinander komprimiert wird, zu einer Erhöhung der Temperatur des Gasstroms in der Fôrdervorrichtung 5 führt, wird dieser erste Teilstrom 8a durch die Abkühlvorrichtung 9 geleitet.
Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer ersten Ausgestaltung eines Teiles einer erfindungsgemaBen Anlage zur Herstellung von Ammoniak. Die erste Ausgestaltung unterscheidet sich von der in Fig. 1 dargestellten herkömmlichen Anlage vor allem dadurch, dass die in Fig. 2 dargestellte Ammoniaksyntheseanlage 1 als Teil der ersten
Umgehungsleitung 6 eine zweite Umgehungsleitung 10 aufweist, welche die
Abkühlvorrichtung 9 überbrückt. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die in Fig. 2 dargestellte Ammoniaksyntheseanlage in der zusätzlichen Umgehungsleitung 16 für die Ammoniakentnahmevorrichtung 4 keine Abkühlvorrichtung aufweist. Von diesen
Unterschieden abgesehen sind die Elemente der in Fig. 2 dargestellten ersten
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Ausgestaltung im Wesentlichen identisch zu der in Fig. 1 dargestellten herkömmlichen
Anlage (identische Bezugszeichen beschreiben jeweils entsprechende Komponenten).
Auch die Ammoniaksyntheseanlage 1 gemäß der ersten Ausgestaltung weist einen
Synthesekreislauf mit einem Konverter 3, einer Ammoniakentnahmevorrichtung 4 und einer Fördervorrichtung 5 sowie Rohrleitungen auf. Darüber hinaus kann der
Synthesekreislauf weitere funktionale Elemente enthalten wie beispielsweise
Rohrabzweigungen, Ventile, Messvorrichtungen zur Überwachung von
Verfahrensparametern, Heizvorrichtungen (insbesondere elektrische Heizvorrichtungen)
Gas-Gas-Wärmetauscher (insbesondere um einen Teil der Wärmeenergie des
Gasgemischs aus dem Konverter 3 zum Vorwärmen des Gasgemischs zu verwenden, welches dem Konverter 3 zugeleitet wird) sowie Abhitzedampferzeuger oder
Dampfüberhitzer (um die bei der Reaktion entstehende Wärmeenergie abzuführen und anderweitig zu nutzen; diese sind in Fig. 2 nicht dargestellt.
In den Synthesekreislauf werden Wasserstoff und Stickstoff als Edukte im Verhältnis zu der Menge an Ammoniak eingespeist, die dem Synthesekreislauf über die
Ammoniakentnahmevorrichtung 4 entnommen wird. Das Edukt Wasserstoff wird durch eine Wasserstoffvorrichtung 2 in den Synthesekreislauf eingebracht. Im vorliegenden Fall ist die Wasserstoffvorrichtung 2 ein Elektrolyseur zur Wasserelektrolyse, der mit elektrischer Energie (Strom) betrieben wird, welcher aus regenerativer Energie erzeugt (umgewandelt) wird, im vorliegenden Fall in einer Photovoltaikanlage. Stattdessen können aber auch andere Wasserstoffvorrichtungen 2 zum Einsatz kommen, beispielsweise Anlagen zur Elektrolyse von anderen Rohstoffen als Wasser, zur
Pyrolyse, zur Gewinnung aus Biomasse und dergleichen. Wasserstoffvorrichtungen 2 können allerdings auch Vorrichtungen zum Zuführen von Wasserstoff sein, der nicht unmittelbar bei der Ammoniaksyntheseanlage 1 erzeugt wird, beispielsweise
Wasserstoffpipelines, über welche die Ammoniaksyntheseanlage 1 an ein
Wasserstoffversorgungsnetzwerk angeschlossen ist, Synthesegaspipelines,
Wasserstofftanks und dergleichen. Bevorzugt werden als Wasserstoffvorrichtungen 2 solche eingesetzt, in denen der Wasserstoff unter Einsatz von regenerativen Energien gewonnen wird, insbesondere mittels Windenergieanlagen, Sonnenenergieanlagen,
Anlagen zur Nutzung von Wasserkraft und/oder Gezeitenkraft, Bioenergieanlagen,
Geothermieanlagen oder auch Kombinationen solcher Anlagen im Rahmen eines
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Anlagenverbunds, durch welchen sich die Verfügbarkeit elektrischer Energie erhöhen lässt. Grundsätzlich lassen sich aber auch herkömmliche Systeme zur
Wasserstoffgewinnung einsetzen (etwa Reaktoren zur Kohlevergasung, zum
Dampfreformieren, zum autothermen Reformieren, zur partiellen Oxidation und dergleichen), allerdings lässt sich mit diesen kein „grüner Wasserstoff“ erzeugen (und somit auch kein „grüner Ammoniak“), sondern lediglich „grauer Wasserstoff“. Die
Einspeisung von Wasserstoff in den Synthesekreislauf erfolgt üblicherweise in den Teil des Synthesekreislaufs, welcher in Synthesekreislaufförderrichtung d stromabwärts der
Ammoniakentnahmevorrichtung 4 und stromaufwärts des Eingangs des Konverters 3 angeordnet ist, im vorliegenden Beispiel an der Ausgangsseite des Kreislaufgasstroms aus der Ammoniakentnahmevorrichtung 4.
Das Edukt Stickstoff wird in den Synthesekreislauf über eine entsprechende
Stickstoffvorrichtung eingebracht (nicht dargestellt), in welcher Stickstoff typischerweise aus der Luft erhalten wird, etwa in einer chemischen oder kryogenen Aufbereitung von
Luft (beispielsweise mittels fraktionierter kryogener Auftrennung im Rahmen einer
Tieftemperaturluftzerlegung) oder durch selektive Adsorption (beispielsweise im Rahmen einer Druckwechsel-Adsorption). Die Einspeisung von Stickstoff in den Synthesekreislauf kann von der Einspeisung des Wasserstoffs getrennt oder aber über eine gemeinsame
Rohrleitung erfolgen.
Das im Synthesekreislauf zirkulierende Gasgemisch, welches neben den Eduktgasen
Wasserstoff und Stickstoff auch das Produktgas Ammoniak sowie gegebenenfalls weitere (gasförmige) Bestandteile enthält (beispielsweise Argon, etwa aus der Luft,
Methan, etwa aus einer Methanisierung, oder andere Verbindungen in Kleinstmengen, beispielsweise als Verunreinigungen), wird von der Fördervorrichtung 5 kreisartig zirkulierend im Synthesekreislauf gefördert und dann — gegebenenfalls über
Abkühlstrecken oder Erwärmungsstrecken — dem Konverter 3 zugeführt. Im Konverter 3 reagieren Wasserstoff und Stickstoff an einem Katalysator in einer
Gleichgewichtsreaktion zu Ammoniak. Im vorliegenden Fall ist der Konverter 3 ein dreistufiger Haber-Bosch-Reaktor, also ein Reaktor, der drei Stufen aufweist, wobei der
Gasstrom in jeder Katalysatorstufe ein Katalysatorbett mit einem Katalysator auf
Eisenbasis sowie einen Wärmetauscher durchströmt. Grundsätzlich kann der Konverter 3 ein beliebig ausgestalteter einstufiger oder mehrstufiger Reaktor sein, in welchem der
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LU103196 entsprechende Katalysator angeordnet ist (nicht dargestellt). Als Konverter 3 können auch mehrere, miteinander mehrstufig in Reihe oder parallel verschaltete, einzelne
Reaktoren dienen. Der Konverter 3 kann ein Reaktor für jedes zur Herstellung von
Ammoniak aus gasförmigen Edukten geeignete Verfahren sein, insbesondere ein
Reaktor für das Haber-Bosch-Verfahren (etwa unter Verwendung von
Katalysatorsystemen auf Eisenbasis, auf Rutheniumbasis, auf Osmiumbasis oder dergleichen, gegebenenfalls mit Promotoren, Trägern und entsprechenden anderen
Hilfsstoffen), aber auch ein Reaktor für eine elektrochemische Synthese oder für andere
Verfahren.
Da die Reaktion im Konverter 3 unter Gleichgewichtsbedingungen stattfindet, wird im
Produktionsbetrieb aus dem Synthesekreislauf Ammoniak mittels einer
Ammoniakentnahmevorrichtung 4 abgezweigt (Pfeil „NHs“ in Fig. 2) und einer weiteren
Aufarbeitung, Speicherung oder Nutzung zugeleitet. Im vorliegenden Fall ermöglicht die
Ammoniakentnahmevorrichtung 4 eine kryogene Ammoniakabtrennung, in welcher das
Kreislaufgas so stark abgekühlt wird, dass Ammoniak auskondensiert und in flüssiger
Form aus dem Gasstrom abgetrennt werden kann, jedoch sind grundsätzlich auch andere Möglichkeiten der Ammoniakabtrennung möglich, beispielsweise mittels
Druckwechsel-Adsorption und dergleichen. In der in Fig. 2 dargestellten Anlage ist die
Ammoniakentnahmevorrichtung 4 stromabwarts vom Konverter 3 und stromaufwarts von der Fördervorrichtung 5 angeordnet, jedoch sind grundsätzlich auch andere
Anordnungen möglich.
Zur Überbrückung der Ammoniakentnahmevorrichtung 4 ist auch in der ersten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung eine zusätzliche Umgehungsleitung 16 vorgesehen, die ein Absperrelement 14 aufweist; diese dient dazu, bei einem
Teillastbetrieb einen Teil des Kreislaufgasstroms an der Ammoniakentnahmevorrichtung 4 vorbeizuführen. Wird für einen Teillastbetrieb das Absperrelement 14 ganz oder teilweise geöffnet, so umgeht zumindest ein Teil des Kreislaufgasstroms die
Ammoniakentnahmevorrichtung 4, weshalb dem Kreislaufgas weniger Ammoniak entnommen wird. Im dynamischen Gleichgewicht eines solchen Teillastbetriebs wird im
Konverter 3 demzufolge weniger Ammoniak synthetisiert, weshalb der Bedarf an
Eduktgasen geringer ist. Daher kann diese zusätzliche Umgehungsleitung 16 dazu dienen, einen Teillastbetrieb mit einer kryogenen Ammoniakentnahmevorrichtung 4 zu
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LU103196 stabilisieren (diese zusätzliche Umgehungsleitung 16 könnte auch weggelassen werden, jedoch hätte dies einen erheblich weniger stabilen Teillastbetrieb zur Folge; unter bestimmten Umständen kann ein jedoch auch eine Anlage ohne eine derartige zusätzliche Umgehungsleitung 16 Vorteile mit sich bringen). Eine zusätzliche Abkühlung des Teilstroms, der durch die zusätzliche Umgehungsleitung 16 an der
Ammoniakentnahmevorrichtung 4 vorbeigeführt wird, ist nicht erforderlich, da die
Kombination aus erster Umgehungsleitung 6, zweiter Umgehungsleitung 12,
Abkühlvorrichtung 9 und den beiden Absperrelementen 7 und 11 eine definierte
Abkühlung des Gasstroms erlaubt, sodass der in die Fördervorrichtung 5 eingeleitete
Gasstrom eine hinreichend niedrige Temperatur aufweist.
Als Fördervorrichtung 5 (Kompressor) kommt in der ersten Ausgestaltung ein
Turbozentrifugalkompressor (Turbokompressor) zum Einsatz, jedoch sind auch andere
Arten an Kompressoren grundsätzlich möglich. Die Fördervorrichtung 5 weist eine
Saugseite 5a und eine Druckseite 5b auf; über die Saugseite 5a wird der im
Synthesekreislauf zirkulierende Gasstrom in die Fördervorrichtung 5 angesaugt, über die
Druckseite 5b wird der im Synthesekreislauf zirkulierende Gasstrom aus der
Fördervorrichtung 5 ausgestoBen, wodurch der Gasstrom insgesamt in
Synthesekreislaufförderrichtung d gefördert wird. In der vorliegenden Anordnung ist die
Fördervorrichtung 5 stromabwärts von der Ammoniakentnahmevorrichtung 4 und stromaufwärts von dem Konverter 3 positioniert.
Die Ammoniaksyntheseanlage 1 weist eine erste Umgehungsleitung 6 auf, welche von der Druckseite 5b des Kompressors 5 zur Saugseite 5a des Kompressors 5 führt. Teil der ersten Umgehungsleitung 6 ist ein Absperrelement 7 sowie eine Abkühlvorrichtung 9. Im vorliegenden Fall ist das Absperrelement 7 ein Dosierventil, welches in eine vollständig geschlossene Stellung, eine vollständig geöffnete Stellung oder eine teilweise geöffnete
Stellung gebracht werden kann. Ist das Absperrelement 7 (vollständig oder teilweise) geöffnet, wird der Kreislaufgasstrom, welcher an der Druckseite 5b die Fördervorrichtung verlässt, in zwei Teilströme aufgeteilt, den ersten Teilstrom 8a und den ersten
Reststrom 8b. Der erste Reststrom 8b wird dem Konverter 3 zugeleitet während der erste
Teilstrom 8a durch die erste Umgehungsleitung 6 geführt wird. Infolge der Verwendung eines Turbozentrifugalkompressors lässt sich die dort im Rahmen der
Pumpgrenzregelungsanordnung bereits vorgesehene Umblaseleitung als erste
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Umgehungsleitung 6 einsetzen, sodass das Umblaseventil der Umblaseleitung als
Absperrelement 7 und der Umblasekühler der Umblaseleitung als Abkühlvorrichtung 9 dient, sodass sich herkömmliche Fördervorrichtungen also mit einfachen Maßnahmen an die speziellen Erfordernisse anpassen lassen.
Die erste Umgehungsleitung 6 weist die zweite Umgehungsleitung 10 auf, mit welcher die Abkühlvorrichtung 9 der ersten Umgehungsleitung 6 umgangen wird. Die zweite
Umgehungsleitung 10 weist ein Absperrelement 11 auf, bei welchem es sich vorliegend ebenfalls um ein Dosierventil handelt. Auch dieses Dosierventil kann in eine vollständig geschlossene Stellung, eine teilweise geöffnete Stellung oder eine vollständig geöffnete
Stellung gebracht werden. Ist das Absperrelement 11 (vollständig oder teilweise) geöffnet, wird der erste Teilstrom 8a, welcher durch die erste Umgehungsleitung 6 geführt wird, in zwei Teilströme aufgeteilt, den zweiten Teilstrom 12a und den zweiten Reststrom 12b. Der zweite Reststrom 12b wird durch die Abkühlvorrichtung 9 hindurchgeleitet während der zweite Teilstrom 12a durch die zweite Umgehungsleitung 10 geführt wird.
Im vorliegenden Fall werden der zweite Teilstrom 12a und der zweite Reststrom 12b hinter der Abkühlvorrichtung 9 wieder zusammengeführt und über eine gemeinsame
Leitung in den Teil des Kreislaufgasstroms eingespeist, welcher durch den Konverter 3 geleitet wurde. Abweichend sind jedoch auch andere Ausgestaltungen möglich; so können beispielsweise der zweite Teilstrom 12a und der zweite Reststrom 12b getrennt dem aus dem Konverter 3 kommenden ersten Reststrom 8b oder sogar voneinander beabstandet an unterschiedlichen Stellen zugeführt werden, bevor der vereinigte
Gasstrom die Saugseite 5a der Fördervorrichtung 5 erreicht.
Mit Hilfe der zweiten Umgehungsleitung 10 ist es möglich, einen Teilstrom des ersten
Teilstroms 8a (nämlich den zweiten Teilstrom 12a) an der Abkühlvorrichtung 9 vorbei zu führen, sodass dieser zweite Teilstrom 12a nicht gekühlt wird während der zweite
Reststrom 12b gekühlt wird. Je nach der Einstellung des Absperrelements 11 lässt sich dabei das Verhältnis vom gekühlten zweiten Reststrom 12b zu ungekühltem zweiten
Teilstrom 12a festlegen — und somit die Temperatur, mit welcher der erste Teilstrom 8a mit dem ersten Reststrom 8b wieder zusammengeführt wird, nachdem letzterer den
Konverter 3 durchlaufen hat. Auf diese Weise lässt sich die Eintrittstemperatur des zirkulierenden Gasstroms genau einstellen, welcher der Fördervorrichtung 5 an deren
Saugseite 5a zugeführt wird. Durch die Wahl einer hinreichend hohen Temperatur kann
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LU103196 verhindert werden, dass bei den jeweiligen Druckverhältnissen und
Partialdruckverhältnissen im Kreislaufgasstrom Ammoniak innerhalb der
Fördervorrichtung 5 auskondensiert und diese beschädigt. Gleichzeitig kann mit Hilfe der zweiten Umgehungsleitung 10 und insbesondere der Einstellung von deren
Absperrelement 11 sichergestellt werden, dass die Temperatur des in die
Fördervorrichtung 5 eintretenden Gasstroms einerseits möglichst hoch ist (so das ein erneutes Erwärmen des Gasstroms vor Eintritt in den Konverter 3 minimiert wird), gleichzeitig aber die für die jeweilige Fördervorrichtung 5 spezifizierte maximale
Austrittstemperatur nicht überschritten wird (bei Turbozentrifugalkompressoren ist typischerweise eine maximale Austrittstemperatur von etwa 200 °C spezifiziert), sodass sich herkömmliche Kompressoren als Fördervorrichtung 5 verwenden lassen.
Demzufolge ermöglicht die Verwendung einer zweiten Umgehungsleitung 10 innerhalb der ersten Umgehungsleitung 6 zum Umgehen der Abkühlvorrichtung 9 eine exakte
Steuerung der Temperatur des in den die Fördervorrichtung 5 eintretenden Gasstroms selbst bei einem Teillastbetrieb, welche bislang nur mit komplizierten und energieintensiven Maßnahmen möglich war.
Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung einer zweiten Ausgestaltung eines Teiles einer erfindungsgemäßen Anlage zur Herstellung von Ammoniak. Die zweite Ausgestaltung unterscheidet sich von der in Fig. 2 dargestellten ersten Ausgestaltung dahingehend, dass die in Fig. 3 dargestellte Ammoniaksyntheseanlage 1 eine Regelungsvorrichtung 13 sowie mit dieser verbundene Messvorrichtungen m aufweist (automatisch oder nicht automatisch, während bei der zweiten Ausgestaltung keine automatische Regelung über eine Regelungsvorrichtung vorgesehen ist). Die Regelungsvorrichtung 13 ist über eine gemeinsame Signalleitung oder über verschiedene Signalleitungen mit den
Messvorrichtungen m verbunden (im vorliegenden Fall sind exemplarisch zwei
Messvorrichtungen m dargestellt, wobei diese grundsätzlich an unterschiedlichen Stellen angeordnet sein können oder auch an derselben Stelle — etwa in Form eines
Mehrfachsensors —, es kann aber auch nur eine Messvorrichtung m oder es können auch mehr als zwei Messvorrichtungen m vorgesehen sein). Die Regelungsvorrichtung 13 erfasst die Signale von den Messvorrichtungen m, wertet diese aus und betätigt die
Absperrelemente 7 und 11 entsprechend, um sicherzustellen, dass der Volumenstrom des Kreislaufgases durch die Fördervorrichtung 5 hinreichend hoch ist, gleichzeitig aber
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LU103196 die Eingangstemperatur des Kreislaufgasstroms auf der Saugseite 5a der
Fördervorrichtung 5 in einem geeigneten Temperaturintervall liegt. Die
Eingangstemperatur des Kreislaufgasstroms soll also hinreichend hoch sein, um ein
Kondensieren von Ammoniak vor oder innerhalb der Fördervorrichtung 5 zu vermeiden.
Andererseits soll die Eingangstemperatur des Kreislaufgasstroms hinreichend niedrig sein, um einen Betrieb der Fördervorrichtung 5 innerhalb des für die Fördervorrichtung 5 als noch zulässig spezifizierten Temperaturbereichs sicherzustellen. Für den heißen
Bereitschaftsbetrieb ist es darüber hinaus besonders vorteilhaft, die Temperatur an der
Saugseite 5a der Fördervorrichtung 5 so hoch wie möglich zu halten (möglichst bei etwa 170 °C), damit das Gasgemisch vor dem Einleiten in den Konverter 3 möglichst wenig wiedererhitzt werden muss. Dies ist durch Einsatz der erfindungsgemäßen Verschaltung der Anlagenkomponenten und deren Betrieb möglich.
In die Regelungsentscheidung der Regelungsvorrichtung 13 können auch weitere
Aspekte einfließen, beispielsweise die Zusammensetzung des Kreislaufgases.
Demzufolge sind die Messvorrichtungen m jeweils zum Erfassen mindestens einer
Messgröße des Gasgemischs eingerichtet, wobei typischerweise die Temperatur des
Gasgemischs erfasst wird, gegebenenfalls auch dessen Druck, Zusammensetzung oder
Volumenstrom. Gegebenenfalls können stattdessen oder zusätzlich auch der
Partialdruck/die Konzentration einzelner Komponenten des Gasgemischs und dergleichen erfasst und ausgewertet werden. Auf der Grundlage der von den
Messvorrichtungen m erfassten Messgrößen veranlasst die Regelungsvorrichtung 13 das
Absperrelement 7 der ersten Umgehungsleitung 6 und/oder das Absperrelement 11 der zweiten Umgehungsleitung 10 zum vollständigen oder teilweisen Öffnen oder Sperren (und gegebenenfalls auch des Absperrelements 14). Die Regelungsentscheidung, welche von der Regelungsvorrichtung 13 getroffen wird, beruht auf vorher festgelegten
Regeln, in welchen der an der jeweiligen Messvorrichtung m ermittelte Messwert berücksichtigt wird; die Regeln können beispielsweise Maßnahmen vorsehen, welche bei
Überschreiten oder Unterschreiten bestimmter festgelegter Grenzwerte durch einen einzelnen Messwert oder durch mehrere Messwerte einzuleiten sind, aber auch
Maßnahmen, welche sich aus einem Vergleich eines Messwert mit anderen Messwerten ergeben, beispielsweise aus dem Vergleich von Messwerten, die an unterschiedlichen
Messvorrichtungen m erfasst werden oder aber dem zeitlichen Verlauf eines an einer
Messvorrichtung m erfassten Messwerts (etwa einem Trend oder einer Streuung), jedoch
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LU103196 sind auch andere Regeln möglich. Mit Hilfe der Messwerterfassung lassen sich auch historische Tabellen erstellen, auf deren Grundlage sich pradiktiv
Regelungsentscheidungen treffen lassen, um frühzeitig unerwünschte Betriebszustände vermeiden zu können. Grundsätzlich kann die Regelungsvorrichtung 13 auch externe
Messwerte einbeziehen; im Falle einer elektrolytischen Wasserstofferzeugung unter
Verwendung von elektrischer Energie, welche aus regenerativer Energie erzeugt wurde, können dies beispielsweise aktuelle Daten von Sonneneinstrahlung oder Wind oder auch entsprechende Vorhersagedaten wie etwa Daten zu Sonnenaufgang und
Sonnenuntergang oder Windvorhersagedaten sein, mit Hilfe derer sich für eine
Energieerzeugung in Windkraftanlagen oder Photovoltaikanlagen die zu einem späteren
Zeitpunkt zur Verfügung stehende Wasserstoffmenge frühzeitig vorhersagen lässt.
Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung einer dritten Ausgestaltung eines Teiles einer erfindungsgemäßen Anlage zur Herstellung von Ammoniak. Die dritte Ausgestaltung unterscheidet sich von der in Fig. 3 dargestellten zweiten Ausgestaltung dahingehend, dass die in Fig. 4 dargestellte Ammoniaksyntheseanlage 1 die zusätzliche
Umgehungsleitung 16 zur Überbrückung der Ammoniakentnahmevorrichtung 4 wie in der in Fig. 1 dargestellten konventionellen Anlage zusätzlich eine Abkühlvorrichtung 15 aufweist, mit welcher der bei einem Teillastbetrieb an der
Ammoniakentnahmevorrichtung 4 vorbeigeführte Teil des Kreislaufgasstroms zusätzlich abgekühlt werden kann. Zwar besteht einer der Vorteile der vorliegenden Erfindung grade darin, dass auf eine derartige Abkühlvorrichtung 15 in der zusätzlichen
Umgehungsleitung 16 gänzlich verzichtet werden kann, da eine exakte Regelung der
Temperatur des in die Fördervorrichtung 5 eintretenden Gasstroms bereits mit Hilfe der ersten Umgehungsleitung 6 und der zweiten Umgehungsleitung 10 möglich ist, weshalb die zusätzliche Abkühlvorrichtung 15 nicht erforderlich ist. Allerdings lässt sich die
Syntheseanlage 1 mit einer ersten Umgehungsleitung 6 sowie einer zweiten
Umgehungsleitung 10 zum Umgehen der Abkühlvorrichtung 9 in der ersten
Umgehungsleitung 6 auch dann betreiben, wenn in der zusätzlichen Umgehungsleitung 16 zur Umgehung der Ammoniakentnahmevorrichtung 4 die Abkühlvorrichtung 15 bereits existiert, weshalb es möglich ist, die erfindungsgemäße Lösung in einer bereits bestehenden konventionellen Anlage nachzurüsten und in diese zu integrieren.
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Bezugszeichenliste 1 Ammoniaksyntheseanlage 2 Wasserstoffvorrichtung 3 Konverter 4 Ammoniakentnahmevorrichtung
Fördervorrichtung 5a Saugseite 5b Druckseite 6 erste Umgehungsleitung 7 Absperrelement 8a erster Teilstrom 8b erster Reststrom 9 Abkuhlvorrichtung zweite Umgehungsleitung 11 Absperrelement 12a zweiter Teilstrom 12b zweiter Reststrom 13 Regelungsvorrichtung 14 Absperrelement
Abkuhlvorrichtung 16 zusatzliche Umgehungsleitung d Synthesekreislauffôrderrichtung m Messvorrichtung

Claims (14)

222235P00LU ' Ansprüche LU103196
1. Ammoniaksyntheseanlage (1) mit einer Wasserstoffvorrichtung (2), welche eingerichtet ist, Wasserstoff bereitzustellen, und einem Synthesekreislauf, wobei der Synthesekreislauf aufweist: - eine Fördervorrichtung (5), die eingerichtet ist zum zyklischen Fördern eines Gasgemisches enthaltend Stickstoff, Wasserstoff und Ammoniak in eine Synthesekreislaufförderrichtung (d), wobei die Fördervorrichtung (5) eine Saugseite (5a) und eine Druckseite (5b) aufweist, - einen Konverter (3), der eingerichtet ist zum katalytischen Umsetzen von Stickstoff und Wasserstoff zumindest teilweise zu Ammoniak, wobei der Konverter (3) einen Einlass und einen Auslass aufweist, wobei der Einlass des Konverters (3) mit der Druckseite (5a) der Fordervorrichtung (5) stromungstechnisch verbunden ist und der Auslass des Konverters (3) mit der Saugseite (5a) der Fôrdervorrichtung (5) strômungstechnisch verbunden ist, - eine erste Umgehungsleitung (6), welche von der Saugseite (5a) der Fôrdervorrichtung (5) zu der Druckseite (5a) der Fôrdervorrichtung (5) strômungstechnisch gegenlaufig parallel zur Fôrdervorrichtung (5) angeordnet ist und welche zum absperrbaren Rückführen eines ersten Teilstroms (8a) des Gasgemischs von der Druckseite (5a) der Fôrdervorrichtung (5) zu der Saugseite (5a) der Fôrdervorrichtung (5) eingerichtet ist, wobei die erste Umgehungsleitung (6) eine Abkühlvorrichtung (9) aufweist, die zum Kühlen des ersten Teilstroms (8a) des Gasgemischs eingerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Umgehungsleitung (6) weiterhin eine zweite Umgehungsleitung (10) aufweist, welche strômungstechnisch gleichlaufig parallel zur Abkühlvorrichtung (9) angeordnet ist und welche zum absperrbaren Hindurchleiten eines zweiten Teilstroms (12a) des ersten Teilstroms (8a) zum Umgehen der Abkühlvorrichtung (9) eingerichtet ist.
2. Ammoniaksyntheseanlage (1) nach Anspruch 1, wobei die erste Umgehungsleitung (6) so angeordnet ist, dass sie einen Bereich des Synthesekreislaufs, der in Synthesekreislaufférderrichtung (d) stromabwärts der mindestens einen Fôrdervorrichtung (5) und stromaufwarts
222235P00LU ° des mindestens einen Konverters (3) angeordnet ist, mit einem Bereich des LU103196 Synthesekreislaufs strömungstechnisch verbindet, der in Synthesekreislaufförderrichtung (d) stromaufwärts der mindestens einen Fördervorrichtung (5) und stromabwärts des mindestens einen Konverters (3) angeordnet ist, und wobei die erste Umgehungsleitung (6) eingerichtet ist, das Gasgemisch in den ersten Teilstrom (8a) und einen ersten Reststrom (8b) aufzuteilen, wenn die erste Umgehungsleitung (6) nicht vollständig abgesperrt ist, und, während der erste Reststrom (8b) dem Konverter (3) zugeführt wird, den ersten Teilstrom (8a) unter Umgehen des Konverters (3) von der Druckseite (5a) der Fördervorrichtung (5) durch die erste Umgehungsleitung (6) zur Saugseite (5a) der Fördervorrichtung (5) zu leiten, wobei die zweite Umgehungsleitung (10) so angeordnet ist, dass sie einen Bereich der ersten Umgehungsleitung (6), welcher in Durchströmrichtung stromaufwärts der Abkühlvorrichtung (9) angeordnet ist, mit einem Bereich der ersten Umgehungsleitung (6) strömungstechnisch verbindet, der in Durchströmrichtung stromabwärts der Abkühlvorrichtung (9) angeordnet ist, und wobei die zweite Umgehungsleitung (10) eingerichtet ist, den ersten Teilstrom (8a) in der ersten Umgehungsleitung (6) in den zweiten Teilstrom (12a) und einen zweiten Reststrom (12b) aufzuteilen, wenn die zweite Umgehungsleitung (10) nicht vollständig abgesperrt ist, und, während der zweite Reststrom (12b) der Abkühlvorrichtung (9) zugeführt wird, den zweiten Teilstrom (12a) unter Umgehen der Abkühlvorrichtung (9) durch die zweite Umgehungsleitung (10) zu leiten.
3. Ammoniaksyntheseanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Wasserstoffvorrichtung (2) eingerichtet ist, Wasserstoff zumindest teilweise durch einen Elektrolyseur bereitzustellen, insbesondere wobei der Elektrolyseur mit aus regenerativen und zumindest teilweise schwankenden Energien gewonnener elektrischen Energie betrieben wird.
4. Ammoniaksyntheseanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Fördervorrichtung (5) ein Zentrifugalkompressor ist und die erste
222235P00LU > Umgehungsleitung (6) eine geregelt absperrbare und geregelt öffenbare LU103196 Umblaseleitung einer Pumpgrenzregelungsanordung ist.
5. Ammoniaksyntheseanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die erste Umgehungsleitung (6) ein Absperrelement (7) aufweist, das eingerichtet ist zum Beschranken und/oder Versperren des Strômungswegs durch die erste Umgehungsleitung (6).
6. Ammoniaksyntheseanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die zweite Umgehungsleitung (10) ein Absperrelement (11) aufweist, das eingerichtet ist zum Beschränken und/oder Versperren des Strömungswegs durch die zweite Umgehungsleitung (10).
7. Ammoniaksyntheseanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Ammoniaksyntheseanlage (1) mindestens eine Messvorrichtung (m) und eine mit der Messvorrichtung (m) verbundene Regelungsvorrichtung (13) aufweist, wobei die Messvorrichtung (m) zum Erfassen mindestens einer Messgröße des Gasgemischs eingerichtet ist, insbesondere der Temperatur, des Drucks und/oder des Volumenstroms des Gasgemischs oder des Gehalts/der Konzentration von Komponenten des Gasgemischs, wobei die Messvorrichtung (m) im Synthesekreislauf angeordnet ist, und wobei die Regelungsvorrichtung (13) eingerichtet ist, auf der Grundlage der von der Messvorrichtung (m) erfassten Messgröße das Absperrelement (7) der ersten Umgehungsleitung (6) und/oder das Absperrelement (11) der zweiten Umgehungsleitung (10) vollstandig oder teilweise zu 6ffnen oder zu versperren.
8. Verfahren zum Betreiben einer Ammoniaksyntheseanlage, insbesondere einer Ammoniaksyntheseanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei ein Gasgemisch aufweisend Stickstoff, Wasserstoff und Ammoniak in einem Synthesekreislauf durch eine Férdervorrichtung (5) mit einer Saugseite (5a) und einer Druckseite (5a) zyklisch gefördert wird, wobei Stickstoff und Wasserstoff dem Synthesekreislauf zugeführt werden und dort in einem Konverter (3) zumindest teilweise zu Ammoniak umgesetzt werden, wobei das Gasgemisch in Synthesekreislauffôrderrichtung (d) stromabwärts von der Fôrdervorrichtung (5) in einen ersten Teilstrom (8a) und gegebenenfalls
222235P00LU * einen ersten Reststrom (8b) aufgeteilt wird, von denen der erste Teilstrom (8a) LU103196 unter Umgehen des Konverters (3) von der Druckseite (5a) der Fördervorrichtung (5) zu der Saugseite (5a) der Fördervorrichtung (5) rückgeführt und dabei in einer Abkühlvorrichtung (9) zumindest teilweise abgekühlt wird und von denen der erste Reststrom (8b), sofern vorhanden, in den Konverter (3) geführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Teilstrom (8a) in einen zweiten Teilstrom (12a) und gegebenenfalls einen zweiten Reststrom (12b) aufgeteilt wird, von denen von denen der zweite Teilstrom (12a) unter Umgehen der Abkühlvorrichtung (9) der Saugseite (5a) der Fördervorrichtung (5) zugeführt wird und von denen der zweite Reststrom (12b), sofern vorhanden, in die Abkühlvorrichtung (9) geführt, dort abgekühlt wird und von dort der Saugseite (5a) der Fördervorrichtung (5) zugeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei der Wasserstoff zumindest teilweise durch Elektrolyse bereitgestellt wird, insbesondere durch Elektrolyse mit aus regenerativen Energien gewonnener elektrischen Energie.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei das Gasgemisch an der Saugseite (5a) der Fördervorrichtung (5) einen Volumenstrom aufweist, der einen minimalen Wert von 50% des maximalen Volumenstroms der Fördervorrichtung (5) nicht unterschreitet, bevorzugt einen Volumenstrom von mindestens 85 % und höchstens 105 % des maximalen Volumenstroms der Fördervorrichtung (5) aufweist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das Verhältnis von erstem Teilstrom (8a) zu erstem Reststrom (8b) sowie das Verhältnis von zweiten Teilstrom (12a) zu zweitem Reststrom (12b) derart geregelt wird, dass das Gasgemisch an der Saugseite (5a) der Fördervorrichtung (5) einen Volumenstrom von minimal 85 % des maximalen Volumenstroms der Fördervorrichtung (5) aufweist. 12 Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Fördervorrichtung (5) ein Zentrifugalkompressor ist, die Drehzahl des Zentrifugalkompressors auf einen vorgegebenen Wert geregelt wird und das Gasgemisch an der Saugseite (5a) der Fördervorrichtung (5) einen Volumenstrom aufweist, der einen minimalen Wert von 50 % des maximalen Volumenstroms der Fördervorrichtung (5) nicht
222235P00LU ) unterschreitet, bevorzugt einen Volumenstrom von mindestens 70 % und LU103196 höchstens 105 % des maximalen Volumenstroms der Fördervorrichtung (5) aufweist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, wobei unter Anlagenvolllast das Gasgemisch an der Druckseite (5a) der Fördervorrichtung (5) eine Temperatur von mindestens 15°C und höchstens 60°C aufweist und/oder unter Anlagenteillast eine Temperatur von mindestens 25 °C und maximal 180 °C aufweist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei das Verhältnis von zweitem Teilstrom (12a) zu zweitem Reststrom (12b) derart geregelt wird, dass das Gasgemisch an der Druckseite (5a) der Fördervorrichtung (5) eine Temperatur von mindestens °C und maximal 170 °C aufweist.
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US20220388854A1 (en) * 2019-11-08 2022-12-08 Casale Sa Control of an ammonia synthesis loop at partial load
EP4148020A1 (de) * 2021-09-13 2023-03-15 Casale Sa Verfahren zur steuerung einer ammoniakanlage
BE1029986A1 (de) * 2021-12-03 2023-06-27 Thyssenkrupp Ag Verfahren zum Betreiben einer Ammoniakanlage und Anlage zur Herstellung von Ammoniak

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