-
Die Erfindung betrifft ein Treibriegelschloss zum Verriegeln und Entriegeln eines Standflügels einer zweiflügeligen Tür gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
-
Aus der Praxis sind Treibriegelschlösser bekannt, die mechanisch und auch elektromotorisch betätigbar sind. So beschreibt z.B. das Dokument
DE 10 2016 108 706 A1 ein motorisiertes Treibriegelschloss, welches manuell oder motorisch entriegelbar ist.
-
Ferner sind aus der Praxis Treibriegelschlösser bekannt, bei denen ein Türöffner zum Einsatz kommt. Ein entsprechendes Treibriegelschloss ist aus der
DE 10 2006 038 610 A1 bekannt.
-
Aus der
DE 10 2016 118 119 A1 ist ein modular aufgebautes Einsteckschloss bekannt. Das Einsteckschloss weist Module in Form eines Zusatzfallenmoduls, eines Schlossfallenmoduls sowie eines Federspeichermoduls auf. Zusätzlich kann das Schloss mit einem Antriebsmodul nachgerüstet werden.
-
Ferner ist aus der
WO 2018/156929 A1 eine rein mechanische Verriegelungseinrichtung bekannt. Diese mechanische Verriegelungseinrichtung kann mittels elektronischer Komponenten in Form eines Nachrüstsatzes ergänzt werden.
-
Die
EP 2 703 583 A2 beschreibt ein Treibriegelschloss mit einem motorischen Antrieb und Fallenschieber. Die Ausgestaltung mit dem motorischen Antrieb kann bei diesem Treibriegelschloss optional sein.
-
Die
EP 2 749 721 B1 beschreibt ein motorisiertes Treibriegelschloss mit motorischem Antrieb und Fallenschieber. Der motorische Antrieb ist bei diesem Treibriegelschloss essentiell, d.h. dass das Treibriegelschloss immer eine entsprechende Energieversorgung benötigt.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein vielseitig einsetzbares Treibriegelschloss mit einem Riegelauswerfer und wenigstens einer Treibriegelstange zu schaffen, welches kompakte Abmessungen aufweist. Vorzugsweise soll das Treibriegelschloss unabhängig von seiner Ausbaustufe für Rohrrahmentüren geeignet sein. Insbesondere soll das Treibriegelschloss entweder nur mit einem Riegelauswerfer oder wahlweise mit einem Riegelauswerfer und einem Fallenauswerfer einsetzbar sein. Vorzugsweise soll statt des Fallenauswerfers ein Elektrotüröffner verwendet werden können. Insbesondere soll das Treibriegelschloss um einen motorischen Antrieb nachrüstbar oder aufrüstbar sein.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Treibriegelschloss mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Verfahren zum Aufrüsten eines Treibriegelschlosses mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst.
-
Erfindungsgemäß wird ein Treibriegelschloss zum Verriegeln oder Entriegeln eines Standflügels einer zweiflügeligen Tür vorgeschlagen mit einem Schlossgehäuse mit einem Stulp, wobei in dem Schlossgehäuse wenigstens ein Einzugschieber für wenigstens eine Treibriegelstange und ein Riegelschieber gelagert sind, sowie eine Schlossnuss drehbar gelagert ist, um das Treibriegelschloss manuell zu entriegeln, wobei mittels des Riegelschiebers ein Riegel eines Aktivflügelschlosses aus dem Schlossgehäuse herausdrängbar ist. Wesentlich dabei ist, dass das Schlossgehäuse wenigstens zwei Einbauräume aufweist, wobei in einem ersten Einbauraum wahlweise ein Motormodul umfassend einen Elektromotor mit Spindel und Spindelmutter zur motorischen Entriegelung des Treibriegelschlosses einbaubar oder nachrüstbar ist, wobei das Motormodul beim Nachrüsten derart einbaubar ist, dass die Spindelmutter den wenigstens einen Einzugschieber zum Entriegeln direkt oder über einen schwenkbaren Hebel betätigt, indem die Spindelmutter, oder ein an der Spindelmutter angeformter Mitnehmer, in einer einseitigen Anlage mit dem Einzugschieber oder dem Hebel ist, um die Treibriegelstange in das Schlossgehäuse einzuziehen, und dass in einem zweiten Einbauraum wahlweise entweder ein Fallenschiebermodul umfassend einen Fallenauswerfer einbaubar oder nachrüstbar ist, um beim Entriegeln eine Falle eines Aktivflügelschlosses aus dem Schlossgehäuse herauszudrängen, oder dass in dem zweiten Einbauraum wahlweise ein Türöffner einbaubar oder nachrüstbar ist.
-
Der erfinderische Gedanke umfasst auch ein Verfahren zum Aufrüsten eines Treibriegelschlosses mit den Schritten:
- Bereitstellen eines Treibriegelschlosses nach einem der vorhergehend beschriebenen Ausführungsbeispiele,
- mit einem Schlossgehäuse mit einem Stulp, wobei in dem Schlossgehäuse wenigstens ein Einzugschieber für wenigstens eine Treibriegelstange und ein Riegelschieber gelagert sind, sowie eine Schlossnuss drehbar gelagert ist, um das Treibriegelschloss manuell zu entriegeln, wobei mittels des Riegelschiebers ein Riegel eines Aktivflügelschlosses aus dem Schlossgehäuse herausdrängbar ist. Wesentlich dabei ist, dass in dem Schlossgehäuse wenigstens zwei Einbauräume angeordnet sind, dass zum Nachrüsten eines Motorantriebs in dem ersten Einbauraum ein Motormodul eingebaut oder nachgerüstet wird, wobei das Motormodul einen Elektromotor mit Spindel und Spindelmutter umfasst und beim Nachrüsten derart eingebaut wird, dass die Spindelmutter oder ein an der Spindelmutter angeformter Mitnehmer in einer einseitigen Anlage mit dem Einzugschieber oder ein den Einzugschieber beaufschlagender Hebel ist, um den Einzugschieber in Entriegelungsrichtung mitzunehmen, und dass zum Nachrüsten eines Fallenschiebers in dem zweiten Einbauraum ein Fallenschiebermodul eingebaut oder nachgerüstet wird, oder dass zum Nachrüsten eines Türöffners in den zweiten Einbauraum ein Türöffner eingebaut oder nachgerüstet wird.
-
Vorteilhafterweise kann das Schloss in einer Grundvariante kostengünstig hergestellt werden. Insbesondere umfasst das Schloss in der Grundvariante eine oder zwei Treibriegelstangen zum Verriegeln des Standflügels und einen Riegelschieber zum Entriegeln eines Aktivflügelschlosses. Das bedeutet, dass das Schloss in der Grundvariante als rein mechanisches Schloss oder rein manuell zu bedienendes ausgebildet sein kann. Ein Vorteil ist, dass das Schloss in der Grundvariante keine Energieversorgung benötigt. Wenn ein größerer Funktionsumfang benötigt wird, kann das Schloss durch entsprechende Module erweitert werden. So kann beispielsweise ein Fallenschiebermodul zum Entriegeln der Falle eines Aktivflügelschlosses oder wahlweise ein Motorantrieb vorgesehen werden. Damit ist es möglich, auf einfache Art und Weise kostengünstig eine Schlossplattform bereitzustellen, die ohne konstruktive Änderungen am Schlossgehäuse unterschiedlichste Anforderungen abdecken kann.
-
Ein Vorteil ist, dass bei der Aufrüstung des Treibriegelschlosses die Abmessungen des Schlossgehäuses gleichbleiben. Insbesondere ist das Schloss so ausgebildet, dass es für Rohrrahmentüren einsetzbar ist. Dabei weist das Schlossgehäuse Standardabmessungen auf, die eine Höhe des Schlossgehäuses von 200 mm nicht überschreiten und auch den Einsatz an Rohrrahmentüren mit einem Hinterdornmaß von 15 mm möglich machen. Vorzugsweise kann das Schloss als ein Rohrrahmenschloss ausgebildet sein, wobei die Höhe des Schlossgehäuses maximal 200 mm beträgt. Insbesondere kann ein Rohrrahmenschloss realisiert werden, welches manuell antreibbar ist, auf Wunsch mit einem motorischen Antrieb nachrüstbar ist, und Abmessungen gemäß der DIN 18 251 aufweist und dabei mit einem Hinterdornmaß von 15 mm realisierbar ist.
-
Vorzugsweise weist das erfindungsgemäße Treibriegelschloss keine Schieberplatte auf. Durch den Verzicht auf eine Schieberplatte gelingt ein besonders kompakter Aufbau, der es ermöglicht, das Schlossgehäuse trotz der vielfältigen Aufrüstungsmöglichkeiten in einem Standardschlossgehäuse für Rohrrahmentüren unterzubringen.
-
Vorteilhafterweise kann das erfindungsgemäße Treibriegelschloss an den jeweiligen Anwendungsbereich optimal angepasst werden. Dadurch reduzieren sich auch die Kosten für die Herstellung des Treibriegelschlosses entsprechend, da lediglich diejenigen Komponenten des Treibriegelschlosses, die zur Anwendung kommen müssen bzw. zur Erfüllung einer entsprechenden Funktion notwendig sind, verbaut werden müssen.
-
Ein weiterer Vorteil ist, dass in dem zweiten Einbauraum des Treibriegelschlosses entweder ein Fallenschieber oder ohne Änderung des Schlossgehäuses ein Türöffner eingebaut werden kann. Dadurch kann je nach Anforderung entweder ein Aktivflügelschloss mit einer Falle durch Zurückschieben der Falle entriegelt werden oder mittels des Türöffners eine Türöffnerfunktion realisiert werden, sodass auf Knopfdruck ein Tagesbetrieb realisierbar ist.
-
Insbesondere wird unter Einbauraum des Schlossgehäuses ein Raum innerhalb des Schlossgehäuses verstanden, in den Module oder Baueinheiten oder Komponenten zur Nachrüstung oder Aufrüstung des Treibriegelschlosses optional aufgenommen werden können. Vorzugsweise wird unter "aufgenommen" verstanden, dass die Komponenten bzw. Module oder Baueinheiten in einem Einbauraum mechanisch befestigbar und an Getriebekomponenten und/oder an elektronische Komponenten der Schlossmechanik bzw. des Treibriegelschlosses anschließbar sind.
-
Komponenten bzw. Module oder Baueinheiten zur Nachrüstung oder Aufrüstung des Treibriegelschlosses können umfassen: ein Motormodul, und/oder ein Sensormodul, und/oder ein Steuerungsmodul, und/oder ein Fallenschiebermodul, und/oder ein Riegelkontakt und/oder einen Fallenkontakt, und/oder ein Riegelschiebermodul, und/oder ein digitales Schnittstellenmodul.
-
In einer vorzugsweisen Ausgestaltung kann das Treibriegelschloss mit einer einzigen Treibriegelstange, beispielsweise einer oberen Treibriegelstange, ausgebildet sein. Alternativ kann das Treibriegelschloss auch zwei Treibriegelstangen aufweisen, beispielsweise eine obere Treibriegelstange und eine untere Treibriegelstange.
-
Unter der verriegelten Stellung des Treibriegelschlosses wird insbesondere eine Stellung verstanden, bei der die Treibriegelstange oder die beiden Treibriegelstangen nach oben und unten aus dem Schlossgehäuse ausgefahren sind, derart, dass die obere Treibriegelstange in eine Verriegelungsaufnahme am Türrahmen und die untere Treibriegelstange in eine Verriegelungsaufnahme am Boden einer Tür eingreifen.
-
Insbesondere wird unter Entriegeltstellung des Treibriegelschlosses verstanden, dass die beiden Treibriegelstangen in das Schlossgehäuse vollständig zurückgezogen sind, sodass die Treibriegelstangen nicht mehr mit einer Verriegelungsaufnahme zusammenwirken und der Standflügel geöffnet werden kann. Insbesondere ist in der Entriegeltstellung der Riegelschieber in dem Schlossgehäuse so weit Richtung Stulp verlagert, dass er einen Schlossriegel aus dem Schlossgehäuse des Treibriegelschlosses herausdrängt. Vorzugsweise ist im Falle eines Fallenschiebers ebenso der Fallenschieber so weit Richtung Stulp verlagert, dass dieser eine Falle eines Aktivflügelschlosses aus dem Schlossgehäuse des Treibriegelschlosses herausdrängt. Im Falle eines Türöffners ist dieser in der Entriegeltstellung nicht verriegelnd geschaltet, sodass der Aktivflügel der Tür geöffnet werden kann und die Schlossfalle nicht durch den Türöffner gesperrt wird.
-
Vorteilhafterweise werden die zur Erweiterung verwendeten Komponenten bzw. Module oder Baugruppen zur Aufrüstung vollständig innerhalb des Schlossgehäuses aufgenommen, d.h. von dem Schlossgehäuse umschlossen und dadurch geschützt. Ein Vorteil dabei ist, dass sich die Abmessungen des Schlossgehäuses durch die Aufnahme der Komponenten nicht vergrößern.
-
Insbesondere wird unter Schlossgehäuse des Treibriegelschlosses ein Gehäuse verstanden, in dem die Komponenten des Treibriegelschlosses aufgenommen sind. Vorzugsweise weist das Schlossgehäuse im Bereich des Stulps Ausnehmungen auf, die einen Durchgriff von Riegelelementen, wie beispielsweise einem Schlossriegel und/oder einer Schlossfalle eines Aktivflügelschlosses, ermöglichen. Ferner kann das Schlossgehäuse an seinen oberen und unteren Schmalseiten Ausnehmungen für den Durchgriff von Treibriegelstangen aufweisen.
-
In einer vorzugsweisen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass das Treibriegelschloss einen zweiten Einzugschieber für eine zweite Treibriegelstange aufweist, und dass die Spindelmutter den ersten Einzugschieber direkt betätigt oder über einen Hebel betätigt und der erste Einzugschieber über einen Umlenkhebel mit dem zweiten Einzugschieber verbunden ist.
-
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Schlossnuss einen Nusshebel aufweist, der direkt mit dem zweiten Einzugschieber in einer einseitigen Anlage verbunden ist, um die zweite Treibriegelstange in das Schlossgehäuse zum Entriegeln einzuziehen. Vorteilhafterweise verhindert die einseitige Anlage des Nusshebels mit dem zweiten Einzugschieber, dass es zwischen dem motorischen Antrieb und dem manuellen Antrieb zu Verklemmungen kommen kann. Die einseitige Anlage des Nusshebels bewirkt, dass sich der Elnzugschieber von dem Nusshebel lösen kann, sofern das Schloss motorisch entriegelt wird. Indem der optional nachrüstbare motorische Antrieb auf einen anderen Treibriegelschieber als der manuelle Antrieb mittels der Schlossnuss wirkt, lässt sich eine besonders kompakte Bauweise des Treibriegelschlosses erzielen.
-
Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass ein Riegelschieberhebel um die Schlossnuss drehbar gelagert ist, wobei der Riegelschieberhebel den Riegelschieber zwischen einer Verriegeltstellung und einer Entriegeltstellung oder umgekehrt betätigt.
-
Um den Riegelschieber motorisch in seine Entriegeltstellung zu bewegen, kann vorgesehen sein, dass bei motorischer Entriegelung die Spindelmutter über einen linear beweglichen Schieber den Riegelschieberhebel betätigt, um den Riegelschieber zwischen einer Verriegeltstellung und einer Entriegeltstellung zu betätigen.
-
In einer vorzugsweisen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass das Schlossgehäuse einen dritten Einbauraum zum Einbauen oder Nachrüsten eines Sensorplatinenmoduls aufweist, um unterschiedliche Stellungen des Treibriegelschlosses oder um unterschiedliche Stellungen von Komponenten des Treibriegelschlosses elektronisch zu detektieren. Über das Sensorplatinenmodul kann beispielsweise die Position der Riegelschieber und/oder Fallenschieber und/oder die Position der Spindelmutter und/oder die Position der Schlossnuss und/oder sonstiger Getriebekomponenten des Schlosses erfasst und ausgewertet werden. Die Sensorplatine kann eine digitale Schnittstelle aufweisen, um die ausgewerteten Sensorsignale an eine übergeordnete Steuereinheit zu senden.
-
Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass das Schlossgehäuse einen vierten Einbauraum zum Einbauen oder Nachrüsten eines Steuerungsmoduls aufweist, um das Treibriegelschloss elektronisch zu steuern, insbesondere einen Elektromotor zu steuern und/oder um Sensoren auszuwerten. Das Steuerungsmodul kann eine digitale Schnittstelle aufweisen, um den Elektromotor über einen digitalen Bus anzusteuern. Ferner kann das Steuerungsmodul eine Treiberendstufe für den Motor aufweisen, um die für die Steuerung des Motors notwendige elektrische Leistung bereitzustellen.
-
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Schlossgehäuse einen fünften Einbauraum zum Einbauen oder Nachrüsten eines Riegelkontakts und/oder einen Einbauraum zum Einbauen oder Nachrüsten eines Fallenkontaktes aufweist, um ein Eingreifen eines Riegels eines Aktivflügelschlosses und/oder einer Falle eines Aktivflügelschlosses in das Schlossgehäuse zu detektieren. Über den Riegelkontakt oder Fallenkontakt kann der Eingriff eines Riegels oder einer Falle eines Aktivflügelschlosses in den Riegelaufnahmeraum des Schlossgehäuses detektiert werden. Dadurch kann beispielsweise die Verriegelung des Aktivflügels in seiner Schließlage detektiert werden.
-
In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass in dem zweiten Einbauraum ein elektrischer Türöffner anstatt eines Fallenschiebermoduls oder eines Fallenauswerfers einbaubar oder nachrüstbar oder gegen ein Fallenschiebermodul oder gegen einen Fallenauswerfer austauschbar ist.
-
Dabei kann vorgesehen sein, dass der elektrische Türöffner als ein mechanisch und elektrisch schaltbarer, insbesondere mechanisch und elektrisch entriegelbarer Türöffner ausgebildet ist. Dies ermöglicht, dass der elektrische Türöffner wahlweise über einen Türöffnertaster oder über den motorischen Antrieb oder über die Schlossnuss des Treibriegelschlosses betätigbar ist, um die Schlossfalle des Aktivflügelschlosses freizuschalten.
-
Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass der elektrische Türöffner wenigstens eine, vorzugsweise zwei mechanische Entriegelungstasten aufweist, um den Türöffner mechanisch zu schalten, insbesondere zu entriegeln. Dies ermöglicht eine universelle Ansteuerung des elektrischen Türöffners, insbesondere unabhängig von seiner Einbaulage.
-
In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der obere Einzugschieber den Türöffner zumindest in einer Einbaulage mechanisch schaltet, insbesondere entriegelt.
-
Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, dass die Schlossnuss, oder der Nusshebel, oder der Riegelschieberhebel, oder ein Fallenschieberhebel, den Türöffner in zumindest einer Einbaulage mechanisch schaltet, insbesondere entriegelt.
-
Um einen kostengünstigen Aufbau des Treibriegelschlosses zu ermöglichen, ist insbesondere vorgesehen, dass der elektrische Türöffner ein quaderförmiges Türöffnergehäuse aufweist, insbesondere ein Türöffnergehäuse mit Standardabmessungen eines elektrischen Türöffners aufweist.
-
Um eine stabile Lagerung des Türöffners zu ermöglichen, kann vorgesehen sein, dass das Schlossgehäuse, insbesondere der Schlossboden und/oder die Schlossdecke, und/oder der Stulp Aufnahmen zum Befestigen des Türöffnergehäuses aufweist.
-
Um das erfindungsgemäße Treibriegelschloss für DIN-links und DIN-rechts angeschlagene Türen gleichermaßen anwenden zu können, kann vorzugsweise vorgesehen sein, dass der elektrische Türöffner in dem zweiten Bauraum sowohl in einer 0°-Einbaulage als auch in einer um 180° gedrehten Einbaulage einbaubar ist, um links angeschlagene Türen oder rechts angeschlagene Türen zu verriegeln oder zu entriegeln.
-
Dabei kann vorgesehen sein, dass je nach Einbaulage des Türöffners entweder der Einzugschieber oder die Schlossnuss mittelbar oder unmittelbar mit einer der Entriegelungstasten zusammenwirkt, um den Türöffner mechanisch zu schalten, insbesondere zu entriegeln.
-
Ferner kann in einer Ausgestaltung vorgesehen sein, dass im Falle eines Fallenschiebermoduls im zweiten Aufnahmeraum dieses durch die Schlossnuss, oder einen von der Schlossnuss betätigten Fallenschieberhebels, oder durch einen Einzugsschieber der wenigstens einen Treibriegelstange betätigt wird, und wobei im Falle des Türöffners im zweiten Aufnahmeraum dieser durch die Schlossnuss, oder einen von der Schlossnuss betätigten Fallenschieberhebels, oder einen Riegelschieberhebel, oder einen Einzugsschieber der wenigstens einen Treibriegelstange, betätigt wird.
-
Der erfinderische Gedanke umfasst sowohl eine Vorrichtung wie auch ein Verfahren. Die hierin beschriebenen Merkmale für die Vorrichtung gelten selbstverständlich auch für das Verfahren und umgekehrt.
-
In den Figuren sind beispielhafte Ausgestaltungen der Erfindung gezeigt und nachfolgend beschrieben. Dabei zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellung einer Verriegelungsvorrichtung mit erfindungsgemäßem Treibriegelschloss;
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Treibriegelschlosses in verriegelter Stellung;
- Fig. 3:
- eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Treibriegelschlosses mit Schaltschloss;
- Fig. 4:
- eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Treibriegelschlosses in kleiner Ausbaustufe;
- Fig. 5:
- eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Treibriegelschlosses mit Türöffner;
- Fig. 6:
- ein Motormodul;
- Fig. 7a, 7b:
- ein Riegelschiebermodul;
- Fig. 8a, 8b:
- ein Fallenschiebermodul;
- Fig. 9a, 9b:
- ein Sensorplatinenmodul;
- Fig. 10a, 10b:
- eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Treibriegelschlosses mit Türöffner DIN links;
- Fig. 11a-11c:
- eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Treibriegelschlosses mit Türöffner DIN rechts.
-
Die in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele sind beispielhaft und sollen nicht einschränkend verstanden werden. Gleichwirkende Bauteile sind dabei mit den jeweils gleichen Referenzzeichen versehen. Für den Fachmann ist klar, dass er innerhalb des durch die Ansprüche definierten Schutzbereichs die gezeigten Merkmale abändern bzw. miteinander kombinieren kann, ohne dabei den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
-
Die Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Verriegelungsvorrichtung 1 mit einem erfindungsgemäßen Treibriegelschloss 3 an einer zweiflügeligen Tür 11. Die zweiflügelige Tür 11 weist einen Standflügel 14 und einen Gangflügel 15 auf. Der Standflügel 14 ist über Türbänder 131, 132 an einem Türrahmen 12 der zweiflügeligen Tür 11 schwenkbar gelagert. Ebenso ist der Gangflügel 15 über Türbänder 133, 134 an dem Türrahmen 12 der zweiflügeligen Tür 11 schwenkbar gelagert.
-
Der Gangflügel 15 weist ein Panikschloss 2 auf, welches über eine Türklinke 21 betätigbar ist. Das Panikschloss 2 ist als ein selbstverriegelndes Panikschloss 2 ausgebildet und weist als Riegelelemente einen selbsttätig vorschließenden Riegel sowie eine Schlossfalle auf.
-
In dem Standflügel 14 ist als erfindungsgemäßes Schloss 3 ein Treibriegelschloss 3 aufgenommen. Das Treibriegelschloss 3 weist eine obere Treibriegelstange 33 sowie eine untere Treibriegelstange 34 auf.
-
In der Darstellung der Fig. 1 ist das Treibriegelschloss 3 verriegelt, d.h. die beiden Treibriegelstangen 33 und 34 sind ausgefahren und verriegeln den Standflügel 14 mit dem Türrahmen 12 und dem Boden. Über eine Schlossnuss 31 kann das Treibriegelschloss 3 manuell entriegelt werden. Ferner weist das Treibriegelschloss 3 ein Motormodul 4 mit einem Elektromotor 43 auf, mittels dem das Treibriegelschloss 3 motorisch entriegelt werden kann. Das Anschlusskabel 16 des Elektromotors 43 ist durch den Standflügel 14 und mittels eines flexiblen Kabelübergangs 17 über den Türrahmen 12 geführt.
-
Das Treibriegelschloss 3 ist in Figur 2 vergrößert dargestellt. Es weist ein Schlossgehäuse 32 mit einem Stulp 35, sowie einen Schlossboden 38 und eine Schlossdecke auf, die in Figur 2 der Übersichtlichkeit halber abgenommen wurde. An den Schmalseiten des Schlossgehäuses 32 weist dieses entsprechende Seitenwände, also eine dem Stulp 35 gegenüberliegende Rückwand, sowie eine obere und eine untere Seitenwand auf. Das Schlossgehäuse weist mehrere Einbauräume für Erweiterungsmodule auf. Die Erweiterungsmodule können optional in das Schlossgehäuse 32 eingesetzt werden, um die Funktion des Treibriegelschlosses 3 zu erweitern. Von Vorteil ist, dass die Abmessungen des Schlossgehäuses 32 von den Erweiterungsmodulen nicht verändert werden. Das heißt es ist möglich, das Schlossgehäuse 32 kompakt, z.B. für die Anwendung bei Rohrrahmen, vorzusehen unabhängig von den zu realisierenden Funktionen. Ein erster Aufnahmeraum 71 ist zum Einsetzen eines Motormoduls 4 ausgebildet. Ein zweiter Aufnahmeraum 72 ist zum Einsetzen eines Fallenschiebermoduls 361 oder wahlweise eines Türöffners 39 ausgebildet. Ein dritter Aufnahmeraum 73 ist zum Einsetzen eines Sensorplatinenmoduls 42 ausgebildet. Ein vierter Aufnahmeraum 74 ist zum Einsetzen einer Motorsteuerung 41 bzw. eines Steuerungsmoduls 41 ausgebildet. In einen fünften Aufnahmeraum 75 kann ein Riegelkontakt bzw. Fallenkontakt eingesetzt werden. Über den Riegelkontakt bzw. Fallenkontakt kann der Eingriff eines Riegels oder einer Falle eines Aktivflügelschlosses 2 in den Riegelaufnahmeraum bzw. Fallenaufnahmeraum des Schlossgehäuses 32 detektiert werden.
-
In dem Schlossgehäuse 32 ist demzufolge ein Fallenaufnahmeraum sowie ein Riegelaufnahmeraum angeordnet, in welche die Riegelelemente des Panikschlosses 2, also die Falle bzw. der Riegel, eingreifen können. Über Fallenschieber 36 bzw. Riegelschieber 37 kann mittels des Treibriegelschlosses 3 eine Entriegelung des Panikschlosses 2 erfolgen. Das heißt, dass bei einer Entriegelung des Treibriegelschlosses 3 zunächst eine Entriegelung des Panikschlosses 2 stattfindet, sodass der Gangflügel 15 geöffnet werden kann, wobei der Standflügel 14 über die Treibriegelstangen 33, 34 noch verriegelt ist. Erst bei vollständiger Entriegelung des Treibriegelschlosses 3 kann dann auch der Standflügel 14 geöffnet werden. Diese Entriegelung des Panikschlosses 2 mittels Fallenschieber 36 bzw. Riegelschieber 37 kann sowohl manuell über die Schlossnuss 31, wie auch motorisch über den Elektromotor 4 erfolgen.
-
Der Fallenschieber 36 ist dabei als ein Fallenschiebermodul 361 ausgebildet und optional. Das heißt, das Treibriegelschloss 3 kann auch ohne ein Fallenschiebermodul 361 bzw. ohne Fallenschieber 36 betrieben werden.
-
Dadurch kann die Herstellung des Treibriegelschlosses 3 vereinfacht werden. Das Fallenschiebermodul 361 wird zum Nachrüsten in den zweiten Einbauraum des Schlossgehäuses 32 eingesetzt.
-
Auch der Riegelschieber 37 kann als ein Riegelschiebermodul 371 ausgebildet sein. Dadurch wird die Montage und die Herstellung des Treibriegelschlosses 3 vereinfacht.
-
Die Riegelelemente 33, 34, also die obere Treibriegelstange 33 und die untere Treibriegelstange 34 des Schlosses 3 sind jeweils in Anschlussschiebern aufgenommen. Die obere Treibriegelstange 33 ist in einem oberen Treibriegelstangenanschlussschieber 331 aufgenommen. Die untere Treibriegelstange 34 ist in einem unteren Treibriegelstangenanschlussschieber 341 aufgenommen. Zum Verriegeln des Schlosses werden die beiden Treibriegelstangenanschlussschieber 331 und 341 betätigt, um die entsprechenden Treibriegelstangen 33 und 34 aus dem Schlossgehäuse 32 in ihre Verriegeltstellung auszufahren. Zum Entriegeln des Schlosses 3 werden die Treibriegelstangenanschlussschieber 331 und 341 in das Schlossgehäuse 32 eingezogen, nehmen dabei die Treibriegelstangen 33 und 34 mit in die Entriegeltstellung.
-
Der Antrieb der Treibriegelstangenanschlussschieber 331, 341 kann entweder manuell durch die Schlossnuss 31, oder motorisch mittels des Elektromotors 43 erfolgen.
-
Der Motorantrieb bzw. das Motormodul 4 ist optional. D.h. es kann nachgerüstet werden, sofern das Treibriegelschloss 3 um einen motorischen Antrieb erweitert werden soll. Dazu wird das Motormodul 4 in einen ersten Einbauraum des Schlossgehäuses 32 eingesetzt. Das Treibriegelschloss 3 kann auch ohne Motormodul 4 als ein rein mechanisch zu betätigendes Treibriegelschloss 3 ausgebildet sein. Das Motormodul 4 umfasst eine Spindel 6 mit Spindelmutter 61 sowie den Antriebsmotor 43 bzw. Elektromotor 43 mit einem stirnseitig angeordneten Getriebe und einer Abtriebswelle. Die Abtriebswelle ist mit der Spindel 6 mit Spindelmutter 61 verbunden. Die Spindelmutter 61 wirkt mit dem oberen Treibriegelstangenanschlussschieber 331 zusammen, um diesen in die Entriegelungsrichtung zu beaufschlagen. Dabei kann die Spindelmutter 61 direkt mit dem oberen Treibriegelstangenanschlussschieber 331 zusammenwirken, oder mittels eines Übertragungshebels mit dem oberen Treibriegelstangenanschlussschieber 331 zusammenwirken, um diesen in die Entriegelungsrichtung zu beaufschlagen.
-
Der Elektromotor 43 kann von einem Steuerungsmodul 41 angesteuert werden. Das Steuerungsmodul wird in dem vierten Einbauraum 74 des Schlossgehäuses 32 angeordnet. Das Steuerungsmodul 41 ist optional und kann bei Bedarf nachgerüstet werden. Ohne das Steuerungsmodul 41 wird der Elektromotor 43 direkt verkabelt und von einer zentralen Stelle aus gesteuert. Über das Steuerungsmodul 41 kann der Elektromotor 43 vorteilhafterweise mittels eines digitalen Bussystems gesteuert werden. Hierfür weist das Steuerungsmodul 41 eine digitale Busschnittstelle auf.
-
Die Spindelmutter 61 ist mit einem Schieber 62 verbunden. Der Schieber 62 ist entlang der Rückwand des Schlossgehäuses 32 linear verschiebbar gelagert und wird von der Spindelmutter 61 mitgenommen. Über den Schieber 62 erfolgt die motorische Betätigung des Riegelschiebers 37 und des Fallenschiebers 36 mittels eines Riegelschieberhebels 312.
-
Die Schlossnuss 31 ist in dem Schlossgehäuse 32 drehbar gelagert und weist einen Nusshebel 311 auf. Der Nusshebel 311 ist mit der Schlossnuss 31 drehfest verbunden. Zudem ist um die Schlossnuss 31 der Riegelschieberhebel 312 drehbar gelagert. Die Schlossnuss 31 kann mittels eines Drückerdorns einer Türklinke 21 manuell betätigt werden. Die Türklinke weist einen Drückerdorn, insbesondere einen Vierkantdorn auf, der in die Schlossnuss 31 formschlüssig eingreift. Bei der manuellen Betätigung der Schlossnuss 31 wird diese mittels der Türklinke verdreht und beaufschlagt dabei den Federspeicher 5. Wenn die Türklinke 21 losgelassen wird, beaufschlagt das Federpaket 5 die Schlossnuss 31 zurück in ihre in der Fig. 2 dargestellten Ruhestellung. In der Ruhestellung ist die Türklinke 21 waagerecht ausgerichtet.
-
Bei der manuellen Betätigung der Schlossnuss 31 dreht diese den Nusshebel 311 zusammen mit dem Riegelschieberhebel 312 in der Figur 2 entgegen dem Uhrzeigersinn. Dabei wird durch den Nusshebel 311 der untere Treibriegelstangenanschlussschieber 341 in das Schlossgehäuse 32 eingezogen und nimmt dabei die untere Treibriegelstange 34 mit. Gleichzeitig wird der Federspeicher 51 für die Treibriegelstangen 33, 34 aufgeladen. Über einen Umlenkhebel ist der untere Treibriegelstangeneinzugschieber 341 mit dem oberen Treibriegelstangeneinzugschieber 331 verbunden, sodass dieser ebenfalls mit in das Schlossgehäuse 32 unter Mitnahme der oberen Treibriegelstange 33 eingezogen wird.
-
Durch die Betätigung des Riegelschieberhebels 312 wird der Riegelschieber 37 aus dem Schlossgehäuse 32 herausgeschoben. Wie in Fig. 2 dargestellt, befindet sich vor dem Riegelschieberhebel 37 ein Riegelaufnahmeraum, in den ein Schlossriegel eines Aktivflügelschlosses 2 eingreifen kann. Durch Betätigen des Riegelschieberhebels 37 wird der Schlossriegel aus diesem Schlossriegelaufnahmeraum herausgeschoben und das Aktivflügelschloss 2 entriegelt.
-
Ferner betätigt die Schlossnuss 31 über einen Umlenkhebel den Fallenschieber 36, sodass dieser eine Falle eines Aktivflügelschlosses, die sich vor dem Fallenschieber 36 in einem Fallenschieberaufnahmeraum des Schlossgehäuses 32 befindet, aus dem Schlossgehäuse 32 herausdrängt und dadurch das Aktivflügelschloss 2 entriegelt.
-
Über den Federspeicher 51 der Treibriegelstangen 33, 34 können diese nach einer Entriegelung wieder in ihre Verriegeltstellung ausgefahren werden. Dazu ist, wie in der Fig. 3 dargestellt, ein Schaltschloss 332 vorgesehen, welches am oberen Ende der oberen Treibriegelstange 33 angeordnet ist. Sobald die Tür bzw. der Standflügel 14 mit dem Treibriegelschloss 3 in die Schließlage gelangt, wird über das Schaltschloss 332 eine Blockierung der Treibriegelstangen 33 bzw. 34 aufgehoben, sodass diese durch den Federspeicher 51 in ihre Verriegeltstellung gelangen. In der Verriegeltstellung greifen die beiden Treibriegelstangen 33, 34 jeweils in Verriegelungshülsen ein. Die untere Treibriegelstange 34 greift dabei in eine Bodenhülse 342 und die obere Treibriegelstange 33 mittels des Schaltschlosses 332 in eine rahmenfeste Verriegelung.
-
Die Fig. 4 zeigt das Treibriegelschloss 3 sozusagen in seiner Grund- oder Basisausstattung. In dem Schlossgehäuse 32 ist die drehbare Schlossnuss 31 angeordnet, über die das Schloss betätigt werden kann. In dem Schlossgehäuse sind ein oberer Treibriegelstangenanschlussschieber 331 sowie ein unterer Treibriegelstangenanschlussschieber 341 angeordnet. In den Treibriegelstangenanschlussschiebern 331 und 341 können entsprechende Treibriegelstangen 33 und 34 angeschlossen werden. Ferner weist das Schlossgehäuse 32 einen Riegelschieber 37 auf, um den Schlossriegel eines Aktivflügelschlosses zu entriegeln.
-
In der Fig. 4 ist die verriegelte Position dargestellt. Das bedeutet, dass vor dem Riegelschieber 37 ein Aufnahmeraum für einen Schlossriegel, also ein Riegelaufnahmeraum, angeordnet ist. Ferner sind die Treibriegelstangenanschlussschieber 331, 341 soweit ausgefahren, dass die in den Treibriegelstangenanschlussschiebern 331, 341 aufgenommenen Treibriegelstangen in ihre Verriegeltstellung gedrängt werden.
-
Das Entriegeln des Treibriegelschlosses 3 erfolgt durch manuelles Drehen der Schlossnuss 31, beispielsweise mittels einer Türklinke. Daraufhin betätigt die Schlossnuss 31 über den Riegelschieberhebel 312 den Riegelschieber 37 in seine Entriegeltstellung. Gleichzeitig betätigt die Schlossnuss 31 über den Nusshebel 311 den unteren Treibriegelstangenanschlussschieber 341 und zieht diesen in das Schlossgehäuse 32 unter Mitnahme der unteren Treibriegelstange 34 ein. Der untere Treibriegelstangenanschlussschieber 341 ist über einen Umlenkhebel mit dem oberen Treibriegelstangenanschlussschieber 331 verbunden, sodass dieser beim Betätigen der Schlossnuss 31 ebenfalls in das Schlossgehäuse 32 eingezogen wird und die obere Treibriegelstange entriegelt. Beim Entriegeln wird zugleich der Federspeicher 51 aufgeladen. Über den Federspeicher 51 können die Treibriegelstangen 33, 34 wieder in ihre Verriegeltposition verfahren werden.
-
Wie in Fig. 4 dargestellt ist, weist das Treibriegelschloss 3 in seinem Schlossgehäuse 32 in der Grundausstattung mehrere leere Aufnahmeräume auf. Der erste Aufnahmeraum 71 ist leer und bietet die Option, ein Motormodul 4 einzubauen. Über das Motormodul 4 kann das in Fig. 4 gezeigte Treibriegelschloss 3 um einen motorischen Antrieb aufgerüstet werden. Ferner bietet das Treibriegelschloss 3 in seinem Schlossgehäuse 32 einen zweiten Aufnahmeraum 72 an, in den entweder ein Türöffner oder ein Fallenschieber eingebaut werden kann. Über den Türöffner bzw. Fallenschieber kann die Schlossfalle eines Aktivflügelschlosses verriegelt oder entriegelt werden, entsprechend der Position des Treibriegelschlosses 3.
-
Ferner ist ein dritter Aufnahmeraum 73 vorgesehen, der in der Fig. 5 dargestellt ist, um ein Sensorplatinenmodul 42 aufzunehmen. Der dritte Aufnahmeraum 73 erstreckt sich parallel und unmittelbar unterhalb der in Figur 5 nicht dargestellten Schlossdecke und dient dazu, die flache Platine des Sensorplatinenmoduls 42 zu haltern.
-
Unterhalb des ersten Aufnahmeraums 71 ist ein weiterer Aufnahmeraum, der vierte Aufnahmeraum 74 angeordnet, in dem ein Steuerungsmodul für die Motorsteuerung aufnehmbar ist. Über das optionale Steuerungsmodul kann der Motor 43 des Motormoduls 4 mittels einer digitalen Busschnittstelle angesteuert werden. Ferner umfasst das Schlossgehäuse noch fünfte Aufnahmeräume 75, die jeweils zur Aufnahme eines Riegelkontaktes und/oder eines Fallenkontaktes dienen. Über den Riegelkontakt bzw. Fallenkontakt kann der Eingriff einer Schlossfalle bzw. eines Schlossriegels in den entsprechenden Aufnahmeraum des Schlossgehäuses 32 detektiert werden.
-
Die Fig. 5 zeigt das erfindungsgemäße Treibriegelschloss 3 in einer höheren Ausbaustufe. Hier ist zusätzlich zu der Ausbaustufe von Fig. 4 in den zweiten Aufnahmeraum 72 ein Türöffner 39 eingesetzt. Der Türöffner 39 weist eine schaltbare Türöffnerfalle 393 auf, mithilfe derer eine Schlossfalle eines Aktivflügelschlosses fixiert oder freigegeben werden kann. Der Türöffner 39 umfasst ein quaderförmiges Türöffnergehäuse 394. Über Schrauben kann der Türöffner 39 mit dem Schlossboden verbunden und damit stabil im Schlossgehäuse 32 gelagert werden. Alternativ oder ergänzend kann der Türöffner 39 auch mittels Schrauben mit dem Stulp 35 verbunden werden.
-
Ferner umfasst das Schlossgehäuse 32 ein Sensorplatinenmodul 42, welches in dem dritten Aufnahmeraum 73 angeordnet ist. Über das Sensorplatinenmodul kann beispielsweise die Position der Treibriegelstangenanschlussschieber 331, 341 sowie die Position des Riegelschiebers 37 detektiert werden. Dadurch kann elektronisch detektiert werden, ob sich das Schloss in seiner Verriegeltposition oder seiner Entriegeltposition befindet.
-
In der Fig. 6 ist das optionale Motormodul 4 dargestellt. Das Motormodul 4 umfasst einen Elektromotor 43 mit einer Spindel 6. Auf der Spindel 6 ist die Spindelmutter 61 angeordnet, die mit dem oberen Treibriegelstangenanschlussschieber 331 zusammenwirkt, sofern das Motormodul 4 in das Schlossgehäuse 32 eingesetzt wird. Ferner ist mit der Spindelmutter 61 ein Schieber 62 verbunden, welcher zusammen mit der Spindelmutter 61 linear beweglich ist und mit seiner vorderen Kante mit der Schlossnuss 31 bzw. dem Riegelschieberhebel 312 zusammenwirkt, um diesen zu betätigen. Somit kann mittels des Elektromotors 43 und der Spindelmutter 61 zum einen der obere Treibriegelstangenanschlussschieber 331 von seiner Verriegeltstellung in die Entriegeltstellung verbracht werden und gleichzeitig der Riegelschieber 37 bzw. Fallenschieber 36 mittels des Riegelschieberhebels 312 in seine Entriegeltstellung betätigt werden. Dabei kann die Spindelmutter 61 direkt mit dem oberen Treibriegelstangenanschlussschieber 331 zusammenwirken, oder mittels eines Übertragungshebels mit dem oberen Treibriegelstangenanschlussschieber 331 zusammenwirken, um diesen in die Entriegelungsrichtung zu beaufschlagen.
-
Das Motormodul 4 ist so ausgebildet, dass nach Erreichen der Entriegeltstellung der Motor 43 die Spindelmutter 61 wieder in die in der Fig. 6 dargestellte Verriegeltposition fährt. In dieser Position werden, wie in Fig. 3 dargestellt, die Treibriegelstangen 33, 34 über das Schaltschloss gehalten, sofern die Tür mittlerweile geöffnet wurde. Erst wenn der Standflügel nach dem Öffnen wieder in Schließlage gelangt, gibt das Schaltschloss die Treibriegelstangen 33, 34 frei, sodass diese angetrieben von dem Federspeicher 51 dann wieder in ihre Verriegeltposition ausgefahren werden.
-
In den Fig. 7a und 7b ist das Riegelschiebermodul 371 mit dem Riegelschieber 37 einmal von vorne und einmal von hinten dargestellt. Das Riegelschiebermodul 37 weist an seinen Vorder- bzw. Rückseiten jeweils zwei Rollen auf, mit denen das Riegelschiebermodul in entsprechende Nuten in der Schlossdecke bzw. dem Schlossboden linear beweglich geführt ist.
-
Entsprechend zeigt die Fig. 8a und die Fig. 8b das Fallenschiebermodul 361 aus unterschiedlichen Richtungen. Das Fallenschiebermodul 361 umfasst den Fallenschieber 36 sowie einen Umlenkhebel zur Betätigung des Fallenschiebers 36. Über den Umlenkhebel kann der Fallenschieber 36 in dem Schlossgehäuse 32 so verfahren werden, dass eine in das Schlossgehäuse 32 eingreifende Schlossfalle eines Aktivflügelschlosses aus dem Schlossgehäuse 32 hinausgedrängt wird.
-
In den Fig. 9a und 9b ist das Sensorplatinenmodul 42 dargestellt. Die Fig. 9a zeigt das Sensorplatinenmodul 42 von der Rückseite, die unmittelbar an der Schlossdecke anliegt. Die Vorderseite des Sensorplatinenmoduls 42 mit den Bauteilen und den bestückten Sensoren ist in Fig. 9b dargestellt.
-
In Fig. 10a ist die Variante des Treibriegelschlosses 3 mit einem Türöffner 39 für DIN links angeschlagene Türen dargestellt. Der Türöffner 39 weist ein quadratisches Türöffnergehäuse 394 auf, an dessen unterer Seite, wie in den Fig. 10a und 10b ersichtlich ist, eine Anschlussleiste 395 angeordnet ist. An seiner Rückseite weist das Türöffnergehäuse 394 zwei Entriegelungstasten 391, 392 auf, wie in Fig. 10a dargestellt. Die Entriegelungstasten 391, 392 können auch als Entriegelungsschieber 391, 392 ausgebildet sein. Bei DIN links angeschlagenen Türen ist die obere Entriegelungstaste 391 aktiv. Bei DIN rechts angeschlagenen Türen ist die untere Entriegelungstaste 392 aktiv. Sofern der Türöffner 39 wie in Figur 10a gezeigt beide Entriegelungstasten 391, 392 aufweist, läuft bei DIN links Montage die untere Entriegelungstaste 392 leer mit. Bei DIN rechts Montage entsprechend umgekehrt.
-
In der Fig. 10b weist der Türöffner 39 nur eine einzige Entriegelungstaste 391 oder Entriegelungsschieber 391 auf, die in der gezeigten Lage in dem Schlossgehäuse 32 oben im Bereich des oberen Treibriegelstangenanschlussschiebers 331 angeordnet ist und von diesem direkt oder indirekt über einen Auslöseschieber betätigt wird. In der in Fig. 10b dargestellten Position ist der Türöffner 39 verriegelt, d.h. seine Türöffnerfalle, die in den Figuren aufgrund der Einbaulage nicht ersichtlich ist, ist fixiert, sodass der Aktivflügel über die Schlossfalle des Aktivflügelschlosses in seiner Schließlage gehalten wird.
-
Sofern das Treibriegelschloss 3 entriegelt wird, fährt der Treibriegelstangenanschlussschieber 331 aus seiner in Fig. 10b dargestellten Position nach unten in Richtung dem inneren des Schlossgehäuses 32, wodurch die Entriegelungstaste 391 des Türöffners 39 geschaltet wird und der Türöffner 39 seine Türöffnerfalle freigibt. Das bedeutet, dass in der entriegelten Position der Türöffner 39 mechanisch freigeschaltet ist und die Schlossfalle eines Aktivflügelschlosses freigibt, sodass der Aktivflügel oder Gangflügel geöffnet werden kann. Alternativ kann der Türöffner 39 auch elektrisch freigeschaltet werden, um die Schlossfalle freizugeben.
-
In den Fig. 11a bis 11c ist das Treibriegelschloss 3 mit Türöffner 39 in dem zweiten Aufnahmeraum 72 für DIN rechts angeschlagene Türen dargestellt. Die Fig. 11a entspricht der Variante der Fig. 10a, wobei derselbe Türöffner verwendet wird, welcher zwei Entriegelungstasten 391 und 392 besitzt, und hier um 180° gedreht eingebaut ist. Demzufolge ist bei dem Türöffnergehäuse 394 aus dieser Position auch die Türöffnerfalle 393 sichtbar.
-
Die Fig. 11b entspricht der Darstellung der Fig. 10b mit einem Türöffner 39, der nur eine einzige Entriegelungstaste 392 besitzt. Die Entriegelungstaste 392 wird von der Schlossnuss bzw. dem Riegelschieberhebel 312 direkt betätigt, wie in der Fig. 11c vergrößert dargestellt ist. Der Riegelschieberhebel 312 weist einen Nocken auf, der direkt mit der Entriegelungstaste 391 zusammenwirkt, um den Türöffner 39 zu schalten, d.h. die Türöffnerfalle 393 zum Schwenken freizugeben oder zu verriegeln.
-
Somit ist es möglich, in den zweiten Aufnahmeraum 72 des Schlossgehäuses 32 entweder einen Fallenschieber 36 oder einen Türöffner 39 einzubauen, wobei der Türöffner 39 entweder in einer 0°-Position oder in einer um 180° gedrehten Position eingebaut werden kann. Somit kann das erfindungsgemäße Treibriegelschloss für DIN links und DIN rechts angeschlagene Türen gleichermaßen verwendet werden.
Bezugszeichenliste
-
- 1
- Verriegelungsvorrichtung
- 11
- zweiflügelige Tür
- 12
- Türrahmen
- 131
- Türband
- 132
- Türband
- 133
- Türband
- 134
- Türband
- 14
- Standflügel
- 15
- Gangflügel
- 16
- Anschlusskabel
- 2
- Aktivflügelschloss/Panikschloss
- 21
- Türklinke
- 22
- Schlossgehäuse
- 3
- Passivflügelschloss/Treibriegelschloss
- 31
- Schlossnuss
- 311
- Nusshebel
- 312
- Riegelschieberhebel
- 32
- Schlossgehäuse
- 33
- obere Treibriegelstange
- 331
- oberer Treibriegelstangenanschlussschieber
- 332
- Schaltschloss
- 34
- untere Treibriegelstange
- 341
- unterer Treibriegelstangenanschlussschieber
- 342
- Bodenhülse
- 35
- Schlossstulp
- 36
- Fallenschieber
- 361
- Fallenschiebermodul
- 37
- Riegelschieber
- 371
- Riegelschiebermodul
- 38
- Schlossboden
- 39
- Türöffner
- 391
- erste Entriegelungstaste, erster Entriegelungsschieber (aktiv bei DIN links)
- 392
- zweite Entriegelungstaste, zweiter Entriegelungsschieber (aktiv bei DIN rechts)
- 393
- Türöffnerfalle
- 394
- Türöffnergehäuse
- 4
- Motormodul
- 41
- Steuerungsmodul
- 42
- Sensorplatinenmodul
- 43
- Elektromotor
- 5
- Federpaket Schlossnuss
- 51
- Federspeicher Treibriegelstangen
- 6
- Spindel
- 61
- Spindelmutter
- 62
- Schieber
- 71
- erster Einbauraum (Motor)
- 72
- zweiter Einbauraum (TÖ / Fallenschieber)
- 73
- dritter Einbauraum (Sensorplatine)
- 74
- vierter Einbauraum (Motorsteuerung)
- 75
- fünfter Einbauraum (Riegel / Fallenkontakt)