EP4766262A1 - Retraktor für chirurgische anwendungen - Google Patents

Retraktor für chirurgische anwendungen

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EP4766262A1
EP4766262A1 EP25725436.7A EP25725436A EP4766262A1 EP 4766262 A1 EP4766262 A1 EP 4766262A1 EP 25725436 A EP25725436 A EP 25725436A EP 4766262 A1 EP4766262 A1 EP 4766262A1
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EP
European Patent Office
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refractor
spreading
retractor blades
retractor
racks
Prior art date
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Pending
Application number
EP25725436.7A
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English (en)
French (fr)
Inventor
Bernhard Rieger
Uta Rieger
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I Pego GmbH
Original Assignee
I Pego GmbH
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Publication date
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Pending legal-status Critical Current

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    • A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61B—DIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
    • A61B17/00—Surgical instruments, devices or methods
    • A61B17/02—Surgical instruments, devices or methods for holding wounds open, e.g. retractors; Tractors
    • A61B17/0206—Surgical instruments, devices or methods for holding wounds open, e.g. retractors; Tractors with antagonistic arms as supports for retractor elements
    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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    • A61B2017/00367—Details of actuation of instruments, e.g. relations between pushing buttons, or the like, and activation of the tool, working tip, or the like
    • A61B2017/00407—Ratchet means
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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Retraktor (10) mit zwei äußeren Retraktorblättern (20) und einem zentralen Retraktorblatt (22) sowie einer Spreizvorrichtung (40) an der das zentrale Retraktorblatt fixiert und die beiden äußeren Retraktorblätter zur Spreizvorrichtung beweglich angeordnet sind. Er soll eine große und zuverlässige Öffnung ermöglichen, einfach bedienbar und bezüglich seiner Spreizvorrichtung kompakt ausgeführt, sowie universell für verschiedene chirurgische Anwendungen einsetzbar sein. Dies wird erreicht durch einen Retraktor mit einer Spreizvorrichtung (40), die mit einem einzigen Spreizantrieb (41) betreibbar ist, mittels dem die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter zum zentralen, fixierten Retraktorblatt sowie gegeneinander so verschoben werden, dass sich der Abstand zwischen einem zweiten geometrischen Schwerpunkt (75) der Retraktorblätter und einem ersten geometrischen Schwerpunkt (48) der Spreizvorrichtung während eines Spreizvorgangs beständig vergrößert.

Description

Retraktor für chirurgische Anwendungen
Die Erfindung betrifft einen Refraktor für chirurgische Anwendungen mit zwei äußeren Retraktorblättern und einem zentralen Retraktorblatt sowie einer Spreizvorrichtung an der das zentrale Retraktorblatt fixiert und die beiden äußeren Retraktorblätter zur Spreizvorrichtung beweglich angeordnet sind. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Retraktorblätterset für einen Refraktor.
In der Chirurgie sind Refraktoren Instrumente, mit deren Hilfe der Zugang zum Operationsfeld offengehalten oder auch erst ermöglicht wird. Sie sind also Spreizapparaturen, auch Spreizer genannt. Je nach Ausführung wird mit ihrer Hilfe ein chirurgischer Zugang manuell offengehalten z.B. durch einen Assistenten des Chirurgen, oder sie enthalten einen entsprechenden Sperrmechanismus, und werden dann auch „Sperrer“ genannt.
Ganz allgemein finden Refraktoren in allen chirurgischen Disziplinen Anwendung. Die einfachsten Refraktoren basieren auf dem Scherenprinzip, um zwei Retraktorblätter auseinander zu führen (siehe Fig. 1a): In einem solchen Refraktor 1 werden durch eine Spreizvorrichtung 3 zwei Retraktorblätter mittels eines Spreizantriebs 4 auseinandergetrieben. Da die Enden von Scheren auf Kreisbahnen verlaufen, ist damit ein planparalleles Auseinanderführen der beiden Blätter nicht möglich. Darum finden in anderen Refraktoren Zahnstangen Verwendung (siehe Fig. 1 b): In diesen Refraktoren 1 werden zwei Retraktorblätter 2 durch eine Spreizvorrichtung 3 geöffnet, indem diese mittels ihrer Halterungen entlang einer Zahnstange verstellt werden, auch hier mit einem Spreizantrieb 4. Damit können zwei Blätter planparallel auseinander geführt werden. Mit den herkömmlichen, einfachen Spreizapparaturen kann man jedoch nicht drei Blätter gleichzeitig voneinander entfernen.
Müssen aufgrund der benötigten Zugangsgeometrie und Größe drei oder vier Blätter zum Spreizen eingesetzt werden, wie dies beispielsweise häufig in der Wirbelsäulenchirurgie der Fall ist, wird oft ein entsprechend modifizierter Caspar- Sperrer eingesetzt, der das Scherenprinzip mit der Verwendung von Zahnstangen kombiniert, wie in der Fig. 1c gezeigt. Dies verkompliziert den Refraktor 1 ersichtlich: Die Spreizvorrichtung 3 enthält sowohl zwei Scherenarme mit jeweils einem Blatt 2 als auch eine Zahnstange, auf der ein weiterer Arm mit einem Blatt verschoben wird, um einen Zugang in zwei Richtungen zu öffnen und damit genügend Arbeitsfreiheit zu erreichen. Dazu benötigt diese Spreizvorrichtung jedoch auch zwei voneinander unabhängige Spreizantriebe 4. Das Öffnen eines Zugangs mit einem solchen Refraktor ist also schwierig und erfordert ggf. Assistenz.
Selbst bei den in der Viszeralchirurgie genutzten Refraktoren 1 , wo üblicherweise drei Retraktorenblätter 2 eingesetzt werden wie beispielsweise im Collin-Bauchdeckenhalter (siehe Fig. 1 d), können zwar bei geschickter Führung mit verschiedenen Fingern der Hand des Chirurgen bzw. seines Helfers die drei Retraktorenblätter 2 gleichzeitig bewegt werden, trotzdem handelt es sich um zwei parallel auszuführende Bewegungen, die damit sehr individuell variieren können und damit das dritte Retraktorblatt 2 in der Regel nachjustiert werden muss. Zudem ist bei diesen Refraktoren im geöffneten Zustand die eigentliche Spreizvorrichtung sehr nahe an der Wunde - näher als im geschlossenen Zustand - und wird deshalb beim Operieren häufig als störend empfunden.
Man kann also mit herkömmlichen Spreizapparaturen nicht drei Blätter gleichzeitig mit einer Bewegung führen. Auch sind bei den modernen Wirbelsäulenoperationen die herkömmlichen Spreizapparaturen den die Mittellinie überschreitenden Zugangsvarianten schlicht im Weg. So stört z.B. der Dorn des Wlliams-Sperrers beim Undercutting-Manöver, also beim Hinüberoperieren auf die andere Seite.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Refraktor eingangs genannter Art anzugeben und weiterzubilden, durch welches die vorgenannten Probleme überwunden werden. Insbesondere soll er so ausgebildet sein, dass er eine ausreichend große und zuverlässige Öffnung ermöglicht und dabei einfach bedienbar und insbesondere bezüglich seiner Spreizvorrichtung kompakt und nichtstörend ausgeführt ist. Zudem soll der Refraktor universell für verschiedene chirurgische Anwendungen einsetzbar sein.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Lehre des unabhängigen Patentanspruchs gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Ein Refraktor für chirurgische Anwendungen, umfasst hierfür zwei äußere, verstellbare Retraktorblätter, und ein zentrales, fixiertes Retraktorblatt. Als Retraktorblatt wird hier jeweils das eigentliche Blatt mit ggf. entsprechend spezifischer Formung und seine jeweilige Halterungstruktur bezeichnet (also der Teil, mit dem das Blatt an einem anderen Teil des Refraktors befestigt ist), und das eine für die entsprechende Anwendung geeignete Retraktorblattlänge aufweist, die auch Blatttiefe genannt wird, wobei diese die Länge des Teils nach der Krümmung darstellt, welcher dann in den Patienten eingeführt wird. Zudem umfasst der Refraktor eine Spreizvorrichtung. Die Spreizvorrichtung ist der Teil des Refraktors, mit dem das Öffnen (wie auch das Schließen) des Refraktors realisiert wird. Hierfür kann sie Antriebsstrukturen und Führungsstrukturen wie auch ein Gehäuse, das optional die Führungsstrukturen unterstützt, aufweisen. Diese Spreizvorrichtung weist hier des Weiteren einen ersten Fixierpunkt für das zentrale Retraktorblatt auf. Die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter sind hingegen im Verhältnis zur Spreizvorrichtung beweglich angeordnet. Die Ausgestaltung des Fixierpunkts des zentralen, fixierten Retraktorblatts an der Spreizvorrichtung, wie auch die Halterungsstruktur dieses zentralen fixierten Retraktorblatts, zusammen mit der hier beschriebenen weiteren Ausgestaltung des Refraktors, bestimmt einen Mindestabstand der Spreizvorrichtung von der Wunde.
Die Spreizvorrichtung weist einen ersten geometrischen Schwerpunkt auf, der durch die äußere Form der Spreizvorrichtung definiert ist. Für die hiesigen Zwecke ist es ausreichend, sich diesen geometrischen Schwerpunkt als einen festen, mittig angeordneten Punkt der Spreizvorrichtung vorzustellen. Insbesondere wenn die Spreizvorrichtung selbst ihre geometrische Form während des Öffnungsvorgangs nicht verändert, wird sich auch der geometrische Schwerpunkt der Spreizvorrichtung in seiner Lage bzgl. der Spreizvorrichtung nicht ändern.
Eine Einheit aus den beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblättern und dem zentralen, fixierten Retraktorblatt weist einen zweiten geometrischen Schwerpunkt auf. Dieser ist definiert durch die drei Enden der Retraktorblätter bzw. durch das Dreieck, das von diesen drei Enden gebildet wird. Da sich während eines Spreizvorgangs (oder umgekehrt während eines Schließvorgangs) die Lage der drei Retraktorblätter zueinander verändert, verändert sich damit auch die Lage dieses zweiten geometrischen Schwerpunkts.
Dabei entspricht der geometrische Schwerpunkt eines physikalischen Körpers per Definition dem Massenmittelpunkt dieses Körpers unter der Annahme, dass er aus einem homogenen Material besteht, also überall die gleiche Dichte hat. Rein mechanisch lässt er sich dann (für ein homogenes Material) durch Balancieren bestimmen. Rechnerisch kann die Bestimmung des geometrischen Schwerpunkts eines beliebigen physikalischen Körpers komplizierter sein: Mathematisch bestimmt wird der geometrische Schwerpunkt durch Mitteilung aller Punkte innerhalb der geometrischen Figur dieses Körpers, also aller Punkte innerhalb der äußeren Form bzw. Begrenzung dieses Körpers.
Der geometrische Schwerpunkt eines Dreiecks - hier des Dreiecks, das durch die drei Enden der beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter und des zentralen fixierten Retraktorblatts gebildet wird - ist leicht zu bestimmen: Der geometrische Schwerpunkt oder auch Flächenschwerpunkt eines Dreiecks ist der gemeinsame Schnittpunkt der drei Seitenhalbierenden des Dreiecks.
Die Spreizvorrichtung weist einen Spreizantrieb auf, der dafür sorgt, dass der Spreizvorgang des Refraktors durchgeführt werden kann und der Refraktor auch wieder geschlossen werden kann. Erfindungsgemäß ist der Refraktor nun dadurch gekennzeichnet, dass die Spreizvorrichtung einen einzigen Spreizantrieb aufweist, mittels dem die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter zum zentralen, fixierten Retraktorblatt sowie gegeneinander so verschoben werden, dass sich der Abstand zwischen dem zweiten geometrischen Schwerpunkt der Retraktorblätter und dem ersten geometrischen Schwerpunkt der Spreizvorrichtung während eines Spreizvorgangs von einem geschlossenen Zustand des Refraktors in einen maximal geöffneten Zustand des Refraktors beständig vergrößert. Dabei weist der Spreizantrieb des erfindungsgemäßen Refraktors eine Drehachse auf. Bevorzugt ist diese die einzige Drehachse des Spreizantriebs. Auf jeden Fall ist diese Drehachse die einzige Drehachse, mittels der die Relativbewegung der drei Retraktorblätter zueinander während des Öffnungs- bzw. Spreizvorgangs aktiv bewirkt wird: Die Relativbewegung der drei Retraktorblätter zueinander wird dabei allein durch eine Drehbewegung um diese eine Drehachse bewirkt. Das vereinfacht erheblich den Spreizvorgang: Der Chirurg muss während des Spreizvorgangs die Position seiner Hand nicht verändern, um verschiedene Elemente des Spreizantriebs zu bedienen, sondern manipuliert mit seiner Hand beständig nur diese eine Drehachse. Zudem führt das zu einer kompakteren Ausgestaltung des Refraktors. Dass Teile des Refraktors während des chirurgischen Eingriffs stören, wird damit unwahrscheinlicher.
Ein Tunnel durch Gewebe als Zugang zum Operationsfeld lässt sich leichter mit drei als mit zwei Retraktorblättern errichten. Um eine ausreichend große und zuverlässige Öffnung zum Situs des chirurgischen Eingriffs zu erreichen, wird ein Verstellmechanismus vorgeschlagen, der durch die Bewegung von zwei der drei Retraktorblätter, nämlich der beiden äußeren, zueinander und zum dritten, zentralen fixierten Retraktorblatt mittels eines einzigen Spreizantriebs erfolgt. Dieser einzige Spreizantrieb arbeitet derart, dass sich der geometrische Schwerpunkt der Spreizvorrichtung immer weiter vom geometrischen Schwerpunkt der drei Retraktorblätter, und damit eben auch vom Zentralpunkt des Situs der chirurgischen Operation, entfernt und damit dafür gesorgt ist, dass die Spreizvorrichtung bzw. Teile der Spreizvorrichtung im geöffneten Zustand des Refraktors, in dem die chirurgische Operation durchgeführt werden soll, den Chirurgen bei seiner Arbeit geringstmöglich behindert. Dabei ist keine Nachjustierung eines Retraktorblatts nötig: Alle drei Retraktorblätter werden durch Betätigung des einzigen Spreizantriebs definiert zueinander geöffnet.
Eine beständige Vergrößerung des Abstands der beiden geometrischen Schwerpunkte während des Spreizvorgangs bedeutet dabei nicht zwangsweise eine Linearität: Es sind beispielsweise Anordnungen möglich, bei denen sich der Abstand der beiden geometrischen Schwerpunkte zunächst schnell vergrößert, beim weiteren Öffnen durch den Spreizantrieb dann aber die erwirkte Vergrößerung des Abstands der beiden geometrischen Schwerpunkte jedoch wesentlich geringer ausfällt als zu Beginn des Spreizvorgangs. Dann wird die Spreizvorrichtung zunächst schnell vom Situs des chirurgischen Eingriffs entfernt, und stört selbst dann kaum, wenn der Chirurg mit nicht komplett gespreizten Refraktor arbeiten möchte oder muss.
Besonders bevorzugt ist in einem erfindungsgemäßen Refraktor jedes der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter jeweils an einer Zahnstange befestigt, die jeweils auf einer Seitenfläche eine Zahnstruktur aufweist. In einem solchem Refraktor weist zudem die Spreizvorrichtung eine Führungsstruktur auf, die eingerichtet ist, die zwei Zahnstangen der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter in einem definierten Winkel zueinander gekreuzt und jeweils lateral beweglich aufzunehmen. Die Spreizvorrichtung eines solchen Refraktors enthält weiterhin ein Zahnrad, das auf der Drehachse des Spreizantriebs so angeordnet ist, dass es gleichzeitig in die Zahnstrukturen beider Zahnstangen greift, und dadurch die Zahnstangen lateral in dem konstanten Winkel zueinander verschiebbar sind.
Die laterale Verschiebung der beiden gekreuzten Zahnstangen, und damit der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter, relativ zueinander wie auch zum zentralen, fixierten Retraktorblatt, das „fest verankert“ ist zu diesem Kreuzungspunkt, erfolgt also in einem definierten Winkel durch nur einen Mechanismus: Ein Zahnrad treibt beide Zahnstangen gleichermaßen an: Die beiden Zahnstangen werden einfach aufgedreht bzw. vorwärtsgedreht über das Zahnrad.
Dabei sind auch die beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter an ihren jeweiligen Zahnstangen so befestigt, dass die Retraktorblätter selbst nicht gegen ihre Zahnstangen drehbar sein müssen, sondern starr an diesen Zahnstangen anschließen können. Dies ist möglich wegen des besonderen Öffnungs- bzw. Schließmechanismus, der dazu führt, dass die drei Retraktorblätter ohne eine Neuausrichtung der beiden Retraktorblätter (im Stand der Technik beispielsweise mittels Drehung an den Zahnstangen bewirkt) immer in gleicher, idealer Stellung zueinander eine Öffnung aufspannen, und sich die Retraktorblätter dabei nicht etwa „verkanten“. Eine in einer solchen besonders bevorzugten Ausführungsform starre Fixierung der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter an ihre jeweiligen Zahnstangen macht den gesamten Aufbau des Refraktors mit seinen drei Retraktorblättern stabiler als bei Refraktoren nach dem Stand der Technik, bei denen eine Drehung der Retraktorblätter an den Stangen für die korrekte Ausrichtung der Retraktorblätter zueinander notwendig ist.
Alternativ zu dieser starren Fixierung der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter an ihren jeweiligen Zahnstangen ist es für spezielle Anwendungen natürlich auch möglich, diese beiden Retraktorblätter drehbar an ihren jeweiligen Zahnstangen zu befestigen, ohne damit den eigentlichen Öffnungsmechanismus des Refraktors zu beeinflussen. Dabei können in einer Variante dieser alternativen Ausführungsform die Retraktorblätter an den Zahnstangen gedreht und in neuer Stellung fixiert werden, in einer anderen Variante dieser alternativen Aufführungsform bleiben sie während des Spreizvorgangs beweglich.
In einer speziellen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Refraktors ist die Spreizvorrichtung eingerichtet, einen Wert des definierten Winkels, in dem die zwei Zahnstangen der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter zueinander gekreuzt sind, in einem Bereich zwischen größer 0° und kleiner 180°, bevorzugt zwischen größer oder gleich 30° und kleiner oder gleich 90° und besonders bevorzugt auf 60° einzustellen.
„Definierter Winkel“, wie in dieser Beschreibung verwendet, bedeutet also, dass es sich in einer Alternative um einen nicht veränderbaren, für den entsprechenden Refraktor charakteristischen Winkel handeln kann, der ab Werk kundenindividuell oder standardgemäß, zum Beispiel durch eine feste Führungsstruktur, eingestellt ist.
In einer anderen Alternative ist dieser Winkel vor dem Einsatz des Refraktors, also vor dem Spreizvorgang, einstellbar und wird dann während des Spreizvorgangs nicht verändert. Dies kann beispielsweise über eine veränderbare Führungsstruktur der Spreizvorrichtung realisiert werden. In einer dritten Alternative ist der Winkel auch während des Spreizvorgangs veränderbar, bevorzugt nach einem dafür vorgesehenen Schema, das über die Formung entsprechender Bauteile realisiert wird.
Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn eine der beiden Zahnstangen der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter des erfindungsgemäßen Refraktors eine Rasterstruktur auf ihrer Oberseite aufweist, in die eine auf der Spreizvorrichtung angeordnete und der Rasterstruktur zugewandte Greifhebelvorrichtung einrasten kann.
Vorzugsweise ist diese Rasterstruktur so eingerichtet, dass durch das Einrasten der Greifhebelvorrichtung in die Rasterstruktur ein Zurückgleiten und damit ein Wiederschließen des aufgespreizten Refraktors verhindert werden kann. Dadurch kann die Sperrwirkung auch ohne kontinuierliche Krafteinwirkung von außen aufrechterhalten werden. Ein weiteres Öffnen bzw. Aufspreizen wird dadurch jedoch nicht verhindert. Dies wird durch entsprechend gestaltete (z.B. einseitig schräg angestellte und auf der anderen Seite steil abfallende) Rasterzähne erreicht. In diesem Fall kann die Greifhebelvorrichtung während des Aufspreizens beständig in die Rasterstruktur greifen, und der Chirurg muss sich diesbezüglich nicht selbst „kümmern“. Erst wenn der Refraktor wieder geschlossen werden soll, löst er die eingerastete Greifhebelvorrichtung durch Druck auf dessen Hebel.
In einer anderen Ausgestaltung ist zusätzlich der Druck des Hebels der Greifhebelvorrichtung einstellbar und damit eine Blockierung einer weiteren lateralen Bewegung der Zahnstangen möglich.
In einer ersten weiter vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Refraktors sind die zwei Zahnstangen der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter gerade ausgebildet. Dies macht das Ineinandergreifen des Zahnrads und der beiden Zahnstrukturen der Zahnstangen sehr einfach, da hierfür eine sehr regelmäßige Zahnstruktur auf den Zahnstangen ausgebildet werden kann.
In einer anderen weiter vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Refraktors sind die zwei Zahnstangen der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter gebogen ausgebildet. Um ein problemloses Ineinandergreifen des Zahnrads und der beiden Zahnstrukturen der Zahnstangen auch in diesem Fall zu garantieren, haben die Zahnstrukturen der gebogenen Zahnstangen gegebenenfalls unterschiedliche Anstellwinkel, um eine regelmäßige und zum Zahnrad passende Teilung der Zahnstrukturen aufrecht zu erhalten.
In einer vorteilhalten Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Refraktors, der gebogene Zahnstangen aufweist und dessen Spreizvorgang durch die Spreizvorrichtung mit einem einzigen Spreizantrieb über ein Zahnrad auf der Drehachse eines Spreizantriebs realisiert wird, ist der Wert des Winkels, in dem sich die beiden Zahnstangen kreuzen, für jeden Öffnungszustand des Refraktors während des Spreizvorgangs durch eine entsprechende individuelle Formung der gebogenen Zahnstangen veränderlich kodiert.
Mit einer entsprechenden individuellen Formung der gebogenen Zahnstangen kann beispielsweise dafür gesorgt werden, dass sich der Abstand zwischen dem zweiten geometrischen Schwerpunkt der Retraktorblätter und dem ersten geometrischen Schwerpunkt der Spreizvorrichtung am Anfang des Spreizvorgangs wesentlich schneller vergrößert als dann im weiteren Verlauf.
In einer speziellen Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Refraktors, werden die beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter zum zentralen, fixierten Retraktorblatt sowie gegeneinander während des Spreizvorgangs so verschoben, dass deren Enden stets ein gleichschenkliges Dreieck mit zwei Schenkeln und einer Basis bilden, derart dass das Verhältnis einer Länge der Schenkel zu einer Länge der Basis während des Spreizvorgangs stets konstant bleibt. Die Enden der drei Retraktorblätter bilden dabei die Eckpunkte eines gleichschenkligen Dreiecks, das durch Betreiben des Spreizantriebs gemäß dem Dreisatz vergrößert wird.
Die Führung der drei Retraktorblätter beruht damit gleichzeitig auf Geometrie und einer Relativbewegung. In einem erfindungsgemäßen Refraktor, dessen äußere verstellbare Retraktorblätter jeweils an einer geraden Zahnstange befestigt sind, werden die beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter planparallel auseinandergeführt, und eine durch die Enden dieser beiden Retraktorblätter bestimmte Gerade, auf der die Enden der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter eine Strecke bestimmen, die Basis des gleichschenkligen Dreiecks bildet, wird in Bezug auf das dritte zentrale, fixierte Retraktorblatt parallelverschoben. Dabei nimmt die Höhe zur Basis des gleichschenkligen Dreiecks während des Öffnungsmanövers des Refraktors stetig zu. Die Parallelverschiebung der Basis erfolgt unter einem definierten und zunächst festen Winkel zwischen den beiden Schenkeln.
Während des Spreizvorgangs wird also der Zugang zum Situs des chirurgischen Eingriffs absolut gleichförmig in drei Richtungen über den einen Spreizantrieb geöffnet. Keines der drei Retraktorblätter muss dabei nachjustiert werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Refraktors umfasst zudem eine Haltevorrichtung zum Greifen des Refraktors während einer Manipulation desselben. Dazu weist die Spreizvorrichtung des Refraktors einen zweiten Fixierpunkt für die Haltevorrichtung auf. Beide Fixierpunkte sind einander gegenüberliegend auf der Spreizvorrichtung angeordnet.
Die Haltevorrichtung weist bevorzugt mehrere Öffnungen zum besseren Greifen auf, besonders bevorzugt ist sie in der typischen Form, wie bei „chirurgischen Haken“ ausgestaltet, nämlich mit einer Schlaufe mit einem zusätzlichen abgesetzten Haltering.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Refraktors weist die Spreizvorrichtung an mindestens einem der beiden Fixierpunkte für die Haltevorrichtung und für das zentrale Retraktorblatt eine Kupplung auf, mit der die Haltevorrichtung und/oder das zentrale Retraktorblatt fixierbar bzw. wieder entfernbar oder austauschbar ist bzw. sind.
Die Haltevorrichtung, die den Chirurgen während der Eröffnung des Zugangs zum Situs des chirurgischen Eingriffs durch Aufspreizen des Refraktors unterstützt, die jedoch während des eigentlichen chirurgischen Eingriffs hinderlich sein kann, ist somit mittels der Kupplung am zweiten Fixierpunkt während des Eingriffs abnehmbar. Damit wird weitere Arbeitsfreiheit geschaffen.
Insbesondere das zentrale fixierte Retraktorblatt erfüllt neben der Funktion des Aufspreizens noch weitere Funktionen: Es kann beispielsweise die finale Arbeitstiefe bestimmen: Hierzu kann dieses vor dem Eingriff mittels der Kupplung am ersten Fixierpunkt ausgetauscht werden durch eines mit entsprechender Länge bzw. Endformung. Parallel dazu kann natürlich auch ein Austausch der beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter, vorzugsweise zusammen mit den Zahnstangen, an denen diese beiden Retraktorblätter befestigt sind, erfolgen.
Weiterhin bevorzugt ist ein Refraktor, dessen Spreizantrieb ein Endstück aufweist, mittels dem der Spreizantrieb manipulierbar ist, wobei das Endstück bevorzugt auf der einzigen Drehachse angeordnet ist, und besonders bevorzugt kippbar ausgestaltet ist.
In bevorzugter Ausführungsform ist mittels dieses Endstücks das Zahnrad drehbar. Ist das Endstück zudem kippbar ausgestaltet, kann es während des eigentlichen chirurgischen Eingriffs weggekippt werden und ist folglich weniger störend bzw. erlaubt in dieser Form ebenfalls mehr Arbeitsfreiheit.
In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Refraktors berühren sich dessen Retraktorblätter im geschlossenen Zustand.
Während nach dem Stand der Technik beispielsweise in der Wirbelsäulenchirurgie normalerweise die Muskelhaut eröffnet wird und dann die von den Dornfortsätzen gelöste Muskulatur von der Mittellinie mit z.B. einem sogenannten „Langenbeck-Haken“ weggehalten wird, um schließlich in die entstehende Lücke einen Refraktor einzusetzen, ist dies mit dem erfindungsgemäßen Refraktor in einem Schritt lösbar: Der erfindungsgemäße Refraktor wird sofort in die Wunde eingesetzt, wobei im geschlossenen Zustand das zentrale, fixierte Retraktorblatt wie ein „Langenbeck- Haken“ verwendet wird, um dann sofort mit dem Aufspreizen mittels der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter zu beginnen. Der erfindungsgemäße Refraktor integriert somit verschiedene Funktionen. Ein aufwendiger Wechsel zwischen verschiedenen Instrumenten ist deshalb nicht mehr nötig.
Weiterhin weist der erfindungsgemäße Refraktor optional untereinander gleiche oder zwischen den beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblättern und dem zentralen, fixierten Retraktorblatt verschiedene Längen auf, wobei die Längen vorzugsweise zwischen 2cm und 20cm kontinuierlich oder in Stufen variierbar sind, und wobei die Retraktorblätter besonders bevorzugt eine Länge von 5cm, 7cm oder 9cm aufweisen. Eine solche Länge der Retraktorblätter (bzw. Blatttiefe) ist besonders vorteilhaft für neurochirurgische Eingriffe. In der Dermatologie werden hingegen deutlich kürzere Retraktorblätter benötigt, die Viszeralchirurgie benötigt wesentlich längere Retraktorblätter (bzw. Blatttiefen) - schon grundsätzlich, aber zudem wird eine zusätzliche Variabilität benötigt um zum Beispiel bei adipösen Patienten ebenfalls an den Situs des chirurgischen Eingriffs zu gelangen.
Durch die Austauschbarkeit sowohl des zentralen fixierten Retraktorblatts, aber auch der beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter können mit dem erfindungsgemäßen Refraktor alle chirurgischen Fachrichtungen bedient werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden dabei die äußeren verstellbaren Retraktorblätter zusammen mit den tragenden korrespondierenden Zahnstangen, an denen diese Retraktorblätter befestigt sind, ausgetauscht. Dabei gibt es in vorteilhafter Ausgestaltung auch Varianten mit Zahnstangen unterschiedlicher Länge.
Auch die Retraktorblätter können, entsprechend der Notwendigkeit des chirurgischen Zugehens, unterschiedlich ausgestaltet sein. Diese Möglichkeit der unterschiedlichen Ausgestaltung und Stellung der Retraktorblattenden zueinander wird in bevorzugter Variante dadurch erreicht, dass die Retraktorblätter gegenüber den sie tragenden Zahnstangen herstellungsgemäß am Übergang von der Zahnzange auf das Blatt torquiert werden. Dies erlaubt eine besonders effektive Entsprechung der chirurgischen Erfordernisse. Diese besondere Ausführungsform, in dieser Ausgestaltung, eignet sich beispielsweise in der Wirbelsäulenchirurgie besonders für den transmuskulären Wiltse Zugang. In einer ganz bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Refraktors umfasst dieser drei gleich lange Retraktorblätter, vorzugsweise mit einer Länge von 9 cm, also einer Länge im oberen Bereich, die im Querschnitt ein gleichseitiges Dreieck bilden, d.h. der Winkel in dem die Zahnstangen der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter gekreuzt sind, beträgt 60°. Dies erlaubt eine besonders effektive Öffnungsfläche.
Auch kann der erfindungsgemäße Refraktor optional verschiedene Endformungen der Blätter aufweisen, die bevorzugt einer oder mehrerer der folgenden Formen entsprechen:
= löffelartig bzw. schaufelartig beispielsweise zum Einsatz in der Viszeralchirurgie;
= abgewinkelt, beispielsweise in Form eines Hakens, der sich bei Wirbelsäuleneingriffen an der Mittellinie (den Domfortsätzen) abstützt;
= abgerundet, leberhakenartig;
= kammartig, gabelförmig, fingerförmig, y-förmig, herzförmig;
= stangenförmig, rund oder bevorzugt abgeflacht;
= spatelförmig, schmal oder breit.
Diese Variationsmöglichkeiten berücksichtigen also zum einen unterschiedliche Situstiefen des chirurgischen Eingriffs und zum anderen unterschiedliche Zugangsvariationen und bedienen somit alle chirurgischen Anwendungsbereiche. Damit kann der Refraktor in der Wirbelsäulenchirurgie, in der Viszeralchirurgie, aber auch in allen anderen Fachgebieten der Chirurgie zum Einsatz kommen: Es reicht, die entsprechenden Retraktorblätter mit entsprechenden Längen einzusetzen. Von zusätzlichem Vorteil ist hierfür eine Einstellbarkeit des Werts des definierten Winkels, in dem die zwei Zahnstangen der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter zueinander gekreuzt sind.
Weiterhin wird die Aufgabe der Erfindung gelöst durch ein Retraktorblätterset für einen erfindungsgemäßen Refraktor, das die beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter und/oder das zentrale, fixierte Retraktorblatt in verschiedenen Längen und/oder Endformungen aufweist. Bei Nutzung eines zum standardmäßigen Austausch aller Retraktorblätter oder mindestens des zentralen, fixierten Retraktorblatts vorbereiteten Refraktors durch ein oder mehrere Retraktorblätter einer anderen Länge und/oder einer anderen Endformung aus dem Retraktorblätterset, die wahlweise in den Refraktor einsetzbar sind, können somit verschiedenste chirurgische Anwendungen adressiert werden.
Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin gelöst, durch einen Refraktor (10) für chirurgische Anwendungen, umfassend
- zwei äußere, verstellbare Retraktorblätter (20),
- ein zentrales, fixiertes Retraktorblatt (22), und
- eine Spreizvorrichtung (40), wobei
- die Spreizvorrichtung (40) einen ersten Fixierpunkt (62) für das zentrale Retraktorblatt (22) aufweist, und die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) zur Spreizvorrichtung (40) beweglich angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass
- die Spreizvorrichtung (40) einen einzigen Spreizantrieb (41 ) aufweist, mittels dem die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) zum zentralen, fixierten Retraktorblatt (22) sowie gegeneinander so verschoben werden, dass deren Enden (71) stets ein gleichschenkliges Dreieck mit zwei Schenkeln (80) und einer Basis (82) bilden, wobei das Verhältnis einer Länge der Schenkel (80) zu einer Länge der Basis (82) während eines Spreizvorgangs von einem geschlossenen Zustand des Refraktors (10) in einen maximal geöffneten Zustand des Refraktors konstant bleibt.
Ein solcher Refraktor kann mittels der oben beschriebenen Zahnstangen- Anordnungen betrieben werden, die oben beschriebene Haltevorrichtung und Kupplungen enthalten, und dessen Retraktorblätter können unterschiedliche Längen und Endformungen aufweisen.
Auch wird die Aufgabe der Erfindung gelöst durch einen Refraktor (10) für chirurgische Anwendungen, umfassend - zwei äußere, verstellbare Retraktorblätter (20),
- ein zentrales, fixiertes Retraktorblatt (22), und
- eine Spreizvorrichtung (40), wobei
- die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) zur Spreizvorrichtung (40) beweglich angeordnet sind,
-jedes der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) jeweils an einer Zahnstange (30) befestigt ist, die jeweils auf einer Seitenfläche (35) eine Zahnstruktur (32) aufweist, und die zwei Zahnstangen (30) der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) gerade oder gebogen ausgebildet sind. wobei
- die Spreizvorrichtung (40)
= einen ersten Fixierpunkt (62) für das zentrale Retraktorblatt (22) aufweist,
= einen einzigen Spreizantrieb (41 ) mit einer Drehachse (42) aufweist, die bevorzugt die einzige Drehachse des Spreizantriebs darstellt, und mittels des Spreizantriebs (41 ) die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) zum zentralen, fixierten Retraktorblatt (22) sowie gegeneinander verschoben werden,
= eine Führungsstruktur (46) aufweist, die eingerichtet ist, die zwei Zahnstangen (30) der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) in einem definierten Winkel (84) zueinander gekreuzt und jeweils lateral beweglich aufzunehmen, und
= ein Zahnrad (43) enthält, das auf der Drehachse (42) des Spreizantriebs (41 ) so angeordnet ist, dass es gleichzeitig in die Zahnstrukturen (32) beider Zahnstangen (30) greift, und dadurch die Zahnstangen (30) der beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter (20) während eines Spreizvorgangs von einem geschlossenen Zustand des Refraktors (10) in einen maximal geöffneten Zustand des Refraktors (10) lateral und gleichzeitig in dem definierten Winkel (84) zueinander verschiebbar sind.
In einem solchen Refraktor mit geraden Zahnstangen können die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter zum zentralen, fixierten Retraktorblatt sowie gegeneinander so verschoben werden, dass deren Enden stets ein gleichschenkliges Dreieck mit zwei Schenkeln und einer Basis bilden, wobei das Verhältnis einer Länge der Schenkel zu einer Länge der Basis während eines Spreizvorgangs von einem geschlossenen Zustand des Refraktors in einen maximal geöffneten Zustand des Refraktors konstant bleibt.
Er kann des Weiteren die oben beschriebene Haltevorrichtung und Kupplungen enthalten, und seine Retraktorblätter können unterschiedliche Längen und Endformungen aufweisen.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden und/oder die oben beschriebenen Ausführungsformen - soweit möglich - miteinander zu kombinieren. Dazu ist einerseits auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche und andererseits auf die nachfolgende Erläuterung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung zu verweisen. In Verbindung mit der Erläuterung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung werden auch im Allgemeinen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- die Fig. 1a bis 1d verschiedene Refraktoren nach dem Stand der Technik;
- die Fig. 2a und 2b einen ersten erfindungsgemäßen Refraktor im geschlossenen, also nichtaufgespreizten Zustand aus zwei Perspektiven;
- die Fig. 3a und 3b den ersten erfindungsgemäßen Refraktor in einem geöffneten, also aufgespreizten Zustand aus zwei Perspektiven;
- die Fig. 3c das Öffnungsprinzip des ersten erfindungsgemäßen Refraktors, wobei die Fig. 3d dies nochmal schematisch erläutert;
- die Fig. 4a und 4b die gekreuzten Zahnstangen einer Ausführungsform des ersten erfindungsgemäßen Refraktors;
- die Fig. 5 einen zweiten erfindungsgemäßen Refraktor, dessen Details mit den vergrößerten Fig. 5a und 5b erläutert werden;
- die Fig. 6a und 6b einen dritten erfindungsgemäßen Refraktor in einem geschlossenen und einem geöffneten, also aufgespreizten Zustand;
- die Fig. 7a bis 7c einen vierten erfindungsgemäßen Refraktor in einem geschlossenen und einem geöffneten, also aufgespreizten Zustand; - die Fig. 8a und 8b einen fünften erfindungsgemäßen Refraktor in einem geschlossenen Zustand;
- die Fig. 9a bis 9c den ersten, fünften und vierten erfindungsgemäßen Refraktor in einem geschlossenen Zustand im Profil von der Seite;
- die Fig. 10a und 10b eine Draufsicht auf den ersten und den dritten erfindungsgemäßen Refraktor in einem geöffneten Zustand;
- die Fig. 11 a und 11 b die gekreuzten Zahnstangen des dritten erfindungsgemäßen Refraktors in einem geschlossenen und einem geöffneten Zustand.
Die verschiedenen Refraktoren nach dem Stand der Technik, die in den Fig. 1 a bis 1d gezeigt werden, wurden bereits oben erläutert.
In den Fig. 2a und 2b ist ein erster erfindungsgemäßer Refraktor 10 im geschlossenen, also nichtaufgespreizten Zustand aus zwei Perspektiven dargestellt. Der Refraktor 10 weist drei Retraktorblätter 20, 22 auf. Die beiden äußeren Retraktorblätter 20 sind verstellbar, während das zentrale Retraktorblatt 22 an einem ersten Fixierpunkt 62 einer Spreizvorrichtung 40 fest angeordnet ist, wobei in der hier gezeigten Ausführungsform des Refraktors 10 dieses fixierte Retraktorblatt 22 durch Betätigung einer Kupplung 66 austauschbar ist. Jedes Retraktorblatt 20, 22 weist dabei einen eigentlichen Blattbereich am Ende mit einer spezifischen Endformung 72 des Retraktorblatts 20, 22 und eine Stange bzw. Halterungsstruktur auf, mittels der das Blatt entweder in der Spreizvorrichtung 40 fixiert ist (wie das zentrale Retraktorblatt 22), oder zur Spreizvorrichtung 40 beweglich angeordnet ist (wie die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter 20).
Die Spreizvorrichtung 40 ist mit einem einzigen Spreizantrieb 41 betreibbar. Mit diesem können die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter 20 zum zentralen, fixierten Retraktorblatt 22 sowie gegeneinander verschoben werden. In der hier gezeigten Ausführungsform weist der Spreizantrieb 41 hierfür eine einzige Drehachse 42 auf. Auf dieser ist ein Endstück 44 montiert, mit dem der Spreizantrieb 41 manipulierbar und damit um seine Drehachse 42 drehbar ist. Das Endstück 44 kann während des Manipulierens zum Aufspreizen des Refraktors 10 aufgestellt werden bzw. während des eigentlichen chirurgischen Eingriffs zur Seite gekippt werden.
Jedes der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter 20 des Refraktors 10 ist an einer Zahnstange 30 befestigt, die jeweils auf einer Seitenfläche 35 eine Zahnstruktur 32 aufweist. Die Zahnstangen 30 der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter 20 werden in der Spreizvorrichtung 40 beweglich aufgenommen. Hierzu weist die Spreizvorrichtung 40 eine Führungsstruktur 46 auf. In diese werden die zwei Zahnstangen 30 der beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblätter 20 in einem definierten Winkel 84 zueinander gekreuzt und jeweils lateral beweglich aufgenommen.
Die Spreizvorrichtung 40 enthält in ihrem Inneren weiterhin ein Zahnrad 43, das auf der Drehachse 42 des Spreizantriebs 41 so angeordnet ist, dass es gleichzeitig in die Zahnstrukturen 32 beider Zahnstangen 30 greift. Wegen seiner Anordnung im Inneren ist dies ist in den Fig. 2a und 2b nicht sichtbar und wird in den Fig. 4a und 4b gezeigt. Mittels des Zahnrades 43, das gleichzeitig in beide Zahnstrukturen 32 der Zahnstangen 30 greift, werden beide Zahnstangen 30 gleichzeitig lateral in dem definierten Winkel 84 zueinander verschoben.
Der Refraktor 10 umfasst in der hier gezeigten Ausführungsform weiterhin eine Haltevorrichtung 60. An dieser kann der Refraktor 10 während seiner Manipulation sicher gefasst werden. Die Spreizvorrichtung 40 weist zur Befestigung der Haltevorrichtung 60 einen zweiten Fixierpunkt 64 auf. Dieser zweite Fixierpunkt 64 ist im Vergleich zum ersten Fixierpunkt 62 an jeweils entgegenliegenden Enden der Spreizvorrichtung 40 angeordnet. Wie auch schon der erste Fixierpunkt 62 weist auch dieser zweite Fixierpunkt 64 eine Kupplung 66 auf. Mit Hilfe dieser Kupplung 66 kann in dieser Ausführungsform des erfindungsgemäßen Refraktors 10 auch die Haltevorrichtung 60 fixiert werden bzw. wieder entfernt oder ausgetauscht werden.
Sichtbar ist in der Fig. 2a weiterhin eine Greifhebelvorrichtung 54, die auf der
Spreizvorrichtung 40 angeordnet ist und in eine Struktur auf der Oberseite 34 einer der beiden Zahnstangen 30 der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter 20 greift. Deren Prinzip wird in der Fig. 5a näher erläutert.
Die Fig. 3a und 3b zeigen diesen ersten erfindungsgemäßen Refraktor in einem geöffneten, also aufgespreizten Zustand aus zwei Perspektiven.
In diesem aufgespreizten Zustand ist die Rasterstruktur 50 auf der Oberseite 34 einer der beiden Zahnstangen 30 der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter 20 nun deutlich erkennbar.
Während sich die drei Retraktorblätter 20, 22 im geschlossenen Zustand der Fig. 2a und 2b berühren und nicht gut voneinander unterscheidbar sind, ist in diesem aufgespreizten Zustand der Fig. 3a und 3b nun das durch die drei Retraktorblätter 20, 22 entstandene Dreieck ABC sichtbar, das durch die Enden 71 der Retraktorblätter gebildet wird, und mit dem ein entsprechender Zugang zum Operationsfeld geschaffen wird. In der Fig 3a ist des Weiteren der erste geometrische Schwerpunkt 48 der Spreizvorrichtung 40 markiert, sowie der zweite geometrische Schwerpunkt 75 einer Einheit aus den beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblättern 20 und dem zentralen, fixierten Retraktorblatt 22, deren Enden 71 ein Dreieck bilden. Der einfach zu bestimmende geometrische Schwerpunkt 75 dieses Dreiecks ABC soll der Bestimmung des Abstands zum ersten geometrischen Schwerpunkt 48 der Spreizvorrichtung 40 dienen. Der erste geometrische Schwerpunkt 48 der Spreizvorrichtung 40 verändert seine Position in erster Näherung während des Spreizvorgangs nicht. Höchstens aufgrund der allenfalls sehr geringen Änderung der Gesamtform der Spreizvorrichtung 40 durch die Drehung des Endstücks 44 des Spreizantriebs 41 bzw. durch ein Wegkippen des Endstücks 44 in günstiger Art und Weise, die eine Behinderung des Zugangs des Situs des chirurgischen Eingriffs weiter minimiert, wird dieser erste geometrische Schwerpunkt 48 der Spreizvorrichtung 40 leicht verlagert: Da zu diesen Zwecken das Endstück vom Situs des chirurgischen Eingriffs weggekippt werden wird, wird das den Abstand zum zweiten geometrischen Schwerpunkt 75, der durch die Enden 71 der drei Retraktorblätter 20, 22 gebildet wird, ebenfalls geringfügig vergrößern. Der durch die Enden 71 der drei Retraktorblätter 20, 22 gebildete zweite geometrische Schwerpunkt 75 verlagert sich hingegen mit zunehmender Öffnung der Retraktorblätter 20, 22 (bzw. Spreizung des Refraktors 10) immer weiter vom ersten geometrischen Schwerpunkt 48 der Spreizvorrichtung 40 weg, wie insbesondere in der Fig. 3c vorstellbar und auch sichtbar wird.
Die Fig. 3c erläutert das Öffnungsprinzip des ersten erfindungsgemäßen Refraktors weiter: Zum einen sieht man hier, dass der Abstand des zweiten Schwerpunkts 75' des durch die drei Enden der Retraktorblätter 20,22 gebildeten Dreiecks A’B’C zum ersten Schwerpunkt 48 der Spreizvorrichtung 40 bei halb geöffnetem Refraktor 10 deutlich geringer ist als der Abstand des zweiten Schwerpunkts 75 des durch die drei Enden der Retraktorblätter 20,22 gebildeten Dreiecks ABC bei voll geöffnetem Refraktor 10. Es ist leicht vorstellbar, dass sich für den hier gezeigten ersten erfindungsgemäßen Refraktor 10 der Abstand zwischen erstem 48 und zweiten geometrischen Schwerpunkt 75 linear abhängig von der Verschiebung der Zahnstangen 30 der beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter 20 während des Spreizvorgangs vergrößert.
Die drei Retraktorenblätter 20, 22 dieses ersten erfindungsgemäßen Refraktors 10 bilden mit ihren Enden im aufgespreizten Zustand ein gleichschenkliges Dreieck ABC. Da sich die Retraktorblätter 20, 22 des ersten erfindungsgemäßen Refraktors 10 im geschlossenen Zustand berühren, was realisiert wird durch eine entsprechend ausgeformte Halterungsstruktur des zentralen fixierten Retraktorblatts 22 sowie durch eine dazu passend ausgeformte Halterungsstruktur der beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter 20, sind die beiden Schenkel AC und AB des gleichschenkligen Dreiecks ABC jeweils parallel zu den gerade ausgebildeten Zahnstangen 30, an denen die beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter 20 befestigt sind. Der Winkel 84 zwischen den Schenkeln AC und AB, der gegenüber dem beiden Basiswinkeln des gleichschenkligen Dreiecks liegt, ist somit der Winkel 84, in dem auch die beiden Zahnstangen 30 der äußeren, verstellbaren Retraktorblätter 20 gekreuzt werden. Während des Aufspreizens dieses ersten erfindungsgemäßen Refraktors 10 mit geraden Zahnstangen 30 bleibt dieser Winkel 84 konstant, und somit auch das Verhältnis der Länge der Schenkel 80 zur Länge der Basis 82 des gleichschenkligen Dreiecks ABC bzw. im weniger aufgespreizten Zustand des gleichschenkligen Dreiecks A’B’C. Es gilt dabei der Dreisatz:
AB / CB =Ä7B7 / CB7 und ÄC / CB = Ä / CB7 , wobei AB = ÄC und W = Ä
Dies wird zur besseren Übersichtlichkeit noch einmal in der schematischen Zeichnung der Fig. 3d dargestellt.
Die Abbildung dies Winkels 84 auf der Spreizvorrichtung 40 wie auch der Verlauf der Zahnstangen 30 ist auch in der Fig. 3b in gepunkteten Linien auf der Spreizvorrichtung 40 angedeutet.
Die Fig. 4a und 4b zeigen die gekreuzten Zahnstangen 30 der ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Refraktors 10, deren Beschreibung jedoch auch ihre Gültigkeit behält für die gekreuzten Zahnstangen der zweiten, vierten und fünften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Refraktors. Diese Zahnstangen 30 weisen jeweils auf einer Seitenfläche 35 eine Zahnstruktur 32 auf, welche bei einer der beiden Zahnstangen 30 auf ihrer inneren Seite und bei der anderen Zahnstange 30 auf ihrer äußeren Seite zu finden ist. In die Zahnstrukturen 32 beider Zahnstangen 30 greift nun gleichzeitig ein Zahnrad 43 ein, dass auf der einzigen Drehachse 42 drehbar gelagert ist.
Wird nun der Spreizantrieb 41 der Spreizvorrichtung 40 betrieben, und damit das Zahnrad auf seiner Drehachse 42 gedreht, werden die Zahnstangen 30 lateral in dem definierten Winkel 84 zueinander verschoben, und damit die Retraktorblätter 20, 22 zueinander aufgespreizt.
Gut sichtbar ist zudem die Rasterstruktur 50 auf der Oberseite 34 einer der beiden Zahnstangen.
Die Fig. 5 zeigt einen weiteren erfindungsgemäßen Refraktor 10, dessen Details mit den vergrößerten Fig. 5a und 5b erläutert werden. Dabei zeigt die Fig. 5a eine vergrößerte Ansicht der Greifhebelvorrichtung 54, die auf der Spreizvorrichtung 40 des Refraktors 10 angeordnet ist und in eine Rasterstruktur 50 auf der Oberseite 34 einer der beiden Zahnstangen 30 der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter 20 greift. Dabei ist die Rasterstruktur 50 in diesem Fall so ausgestaltet, dass durch das Einrasten der Greifhebelvorrichtung 54 in die Rasterstruktur 50 ein Zurückgleiten und damit ein Wiederschließen des aufgespreizten Refraktors 10 verhindert werden kann. Die Rasterstruktur 50 enthält hierfür Rasterzähne, die in der einen Richtung schräg angestellt sind. In diese Richtung ist ein Darüberhinweggleiten möglich. In der anderen Richtung fallen die Rasterzähne steil ab. Dadurch rastet die Greifhebelvorrichtung 54 zwischen den Zähnen ein und kann eine Sperrwirkung des Refraktors 10 auch ohne kontinuierliche Krafteinwirkung von außen aufrechterhalten. Ein weiteres Öffnen bzw. Aufspreizen wird dadurch jedoch nicht verhindert. Beim Aufspreizen kann die Greifhebelvorrichtung 54 beständig in die Rasterstruktur 50 greifen. Der Chirurg hat hingegen die Hände frei. Wenn der Refraktor 10 wieder geschlossen werden soll, wird die eingerastete Greifhebelvorrichtung 54 durch einen Druck auf dessen Hebel manuell wieder gelöst.
Die Fig. 5b zeigt hingegen eine vergrößerte Ansicht der Kupplung 66, die auf der Spreizvorrichtung 40 des Refraktors 10 an einem ersten Fixierpunkt 62 angeordnet ist, um ein Austauschen des zentralen, fixierten Retraktorblatts 22, dessen Halterung hier nur angedeutet ist, zu ermöglichen. Ein Druck auf diese Kupplung 66 erlaubt es, das zentrale, fixierte Retraktorblatt 22 zu lösen und zu entfernen, um an dieser Stelle ein anderes Retraktorblatt einzusetzen. Wird die Kupplung 66 losgelassen, so hält sie das zentrale, fixierte Retraktorblatt 22 fest.
Die Fig. 6a und 6b zeigt einen dritten erfindungsgemäßen Refraktor 10 in einem geschlossenen und einem geöffneten, also aufgespreizten Zustand. Dieser unterscheidet sich vom ersten und zweiten erfindungsgemäßen Refraktor 10 dadurch, dass die Zahnstangen 30, an denen die beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter 20 befestigt sind, nicht mehr gerade, sondern gebogen ausgeführt sind. Auch haben die Retraktorblätter 20, 22 dieses Refraktors 10 eine größere Länge 70 bzw. Blatttiefe. Die Endformung 72 der Retraktorblätter 20, 22 ist hingegen deutlich schmaler und gerade ausgeführt. Dieser Refraktor 10 kann damit einen Situs des chirurgischen Eingriffs eröffnen, der deutlich tiefer liegt als für den ersten und zweiten Refraktor 10.
Die gebogenen Ausführungsform der Zahnstangen 30 führt nun dazu, dass die Enden 71 der drei Retraktorblätter 20, 22 während des Spreizvorgags zwar nach wie vor ein gleichschenkliges Dreieck beschreiben, aber je weiter der Spreizvorgang fortgeschritten ist, desto weiter öffnet sich der Winkel 84 für die hier gezeigte gebogene Ausführung der Zahnstangen 30. Mit einer anderen Formung der Biegung lässt sich dieser Winkel 84 in einem Verlauf entsprechend anders einstellen.
Davon unberührt bleibt jedoch das auch für den dritten Refraktor 10 geltende Prinzip der Erfindung, nämlich dass die Spreizvorrichtung 40 dieses Refraktors 10 einen einzigen Spreizantrieb 41 aufweist, mittels dem die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter 20 zum zentralen, fixierten Retraktorblatt 22 sowie gegeneinander so verschoben werden, dass sich der Abstand zwischen dem zweiten geometrischen Schwerpunkt 75 der Retraktorblätter 20, 22 und dem ersten geometrischen Schwerpunkt 48 der Spreizvorrichtung 40 während eines Spreizvorgangs von einem geschlossenen Zustand des Refraktors 10 in einen maximal geöffneten Zustand des Refraktors 10 beständig vergrößert. Eine Linearität besteht hier hingegen nicht mehr.
Weitere, bereits zu den Figuren 2 bis 5 beschriebenen Merkmale wie auch die generelle Funktionsweise gelten hier ebenso und werden deshalb nicht noch einmal beschrieben.
In den Fig. 7a bis 7c ist ein vierter erfindungsgemäßer Refraktor 10 in einem geschlossenen und einem geöffneten, also aufgespreizten Zustand dargestellt. Bezüglicher seiner Öffnung während des Spreizvorgangs entspricht er dem ersten und dem zweiten erfindungsgemäßen Refraktor 10. Allerdings weist er Retraktorenblätter 20, 22 auf mit einer ähnlichen Länge 70 und Formung 72 wie die Retraktorenblätter 20, 22 des dritten erfindungsgemäßen Refraktors 10.
Die Fig. 8a und 8b zeigen einen fünften erfindungsgemäßen Refraktor 10 in einem geschlossenen Zustand. Auch dieser entspricht bezüglich seiner Öffnung während des Spreizvorgangs dem ersten, zweiten und vierten erfindungsgemäßen Refraktor 10. Auch wenn er nicht geöffnet dargestellt ist, lässt sich leicht erahnen, dass dieser Retraktor 10 für wenig in die Tiefe gehende chirurgische Eingriffe einsetzbar ist, etwa in der Dermatologie. Dabei muss betont werden, dass der Refraktor 10 schnell und einfach durch Austausch des zentralen fixierten Retraktorblatts 22 durch Lösen der Kupplung 66, mit der dieses Retraktorblatt 22 am ersten Fixierpunkt 62 gehalten wird, sowie durch Austausch der beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter 20, am einfachsten in Verbindung mit den Zahnstangen 30, an denen sie befestigt sind, für andere Anwendungen umgerüstet werden kann. Hierfür steht ein Set verschiedener Retraktorblätter 20, 22, also von Retraktorblättern 20, 22 unterschiedlicher Länge 70 und unterschiedlicher Endformungen 72 zur Verfügung, dass vom Anwender, also dem Chirurgen, individuell zusammengestellt werden kann.
In den Fig. 9a bis 9c ist der erste, fünfte und vierte erfindungsgemäße Refraktor 10 in einem geschlossenen Zustand im Profil von der Seite dargestellt: Hier sind unterschiedliche Retraktorblatt-Längen 70 sowie unterschiedlichen Endformungen 72 der Retraktorblätter 20, 22 gut sichtbar und vergleichbar;
Die Fig. 10a und 10b zeigen eine Draufsicht auf den ersten und den dritten erfindungsgemäßen Refraktor 10 in einem geöffneten Zustand, also eines Refraktors 10 mit geraden Zahnstangen 30 sowie eines Refraktors 10 mit gebogenen Zahnstangen 30. Die Unterschiede bezüglich des damit eröffneten Gebiets, das jeweils durch das Dreieck ABC dargestellt ist, sind darin gut sichtbar. Während in der Fig. 10a der erste erfindungsgemäße Refraktor 10, der mit einem unveränderlichen definierten Winkel 84, in dem die beiden geraden Zahnstangen 30 zueinander gekreuzt werden, der in diesem Fall bei 60° liegt, ein eröffnetes Gebiet in Form eines gleichseitigen Dreiecks ABC gleichförmig vergrößert, führen die gebogenen Zahnstangen 30 des dritten erfindungsgemäßen Refraktors 10 der Fig. 10b während des Spreizvorgangs zu einem immer weiteren Öffnen des Wnkels 84.
Die Fig. 11 a und 11 b wiederum zeigen die gekreuzten Zahnstangen 30 des dritten erfindungsgemäßen Refraktors 10, der gebogene Zahnstangen 30 aufweist, an denen die äußeren verstellbaren Retraktorblätter 20 befestigt sind, in einem geschlossenen und einem geöffneten Zustand in einer Innenansicht der Spreizvorrichtung 40. Diese zeigt gut, wie auch hier - trotz gebogener Zahnstangen 30 - ein einziges Zahnrad 43 imstande ist, beide Zahnstangen 30, unterstützt zudem durch die innere Führungsstruktur 46 der Spreizvorrichtung 40, während des Spreizvorgangs zu bewegen.
Abschließend sei ganz besonders darauf hingewiesen, dass die voranstehend erörterten Ausführungsbeispiele lediglich zur Beschreibung der beanspruchten Lehre dienen, diese jedoch nicht auf die Ausführungsbeispiele einschränken. Insbesondere könnten die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele - soweit möglich - miteinander kombiniert werden.
Bezuqszeichenliste
Refraktor nach dem SdT
Retraktorblatt nach dem SdT
Spreizstangen nach dem SdT
Spreizvorrichtung mit Antrieb nach dem SdT
Refraktor äußeres, verstellbares Retraktorblatt, zentrales, fixiertes Retraktorblatt
Zahnstange
Zahnstruktur
Oberseite (der Zahnstange)
Seitenfläche (der Zahnstange)
Spreizvorrichtung
Spreizantrieb
Drehachse
Zahnrad
Endstück (zum Greifen / Drehen)
Führungsstruktur (der Spreizvorrichtung)
Erster geometrischer Schwerpunkt (der äußeren
Form der Spreizvorrichtung)
Rasterstruktur
Greifhebelvorrichtung (die in Raster greift)
Haltevorrichtung erster Fixierpunkt zweiter Fixierpunkt
Kupplung
Länge (des Retraktorblatts)
Ende (des Retraktorblatts)
Endformung (des Retraktorblatts) zweiter geometrischer Schwerpunkt (der Enden der
Retraktorblätter) 80 Schenkel (eines gleichschenkligen Dreiecks)
82 Basis (eines gleichschenkligen Dreiecks)
84 Winkel
A, B, C, Eckpunkte des gleichschenkligen Dreiecks
A‘, B‘, C‘

Claims

Patentansprüche
1. Refraktor (10) für chirurgische Anwendungen, umfassend
- zwei äußere, verstellbare Retraktorblätter (20),
- ein zentrales, fixiertes Retraktorblatt (22), und
- eine Spreizvorrichtung (40), wobei
- die Spreizvorrichtung (40) einen ersten Fixierpunkt (62) für das zentrale Retraktorblatt (22) aufweist, die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) zur Spreizvorrichtung (40) beweglich angeordnet sind, und die Spreizvorrichtung (40) einen ersten geometrischen Schwerpunkt (48) aufweist, der durch die äußere Form der Spreizvorrichtung (40) definiert ist,
- eine Einheit aus den beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblättern (20) und dem zentralen, fixierten Retraktorblatt (22) einen zweiten geometrischen Schwerpunkt (75) aufweist, der definiert ist durch die drei Enden (71 ) der Retraktorblätter (20, 22), dadurch gekennzeichnet, dass
- die Spreizvorrichtung (40) einen einzigen Spreizantrieb (41 ) mit einer Drehachse (42) aufweist, mittels dem die zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) zum zentralen, fixierten Retraktorblatt (22) sowie gegeneinander allein durch eine Drehbewegung um die Drehachse (42) so verschoben werden, dass sich der Abstand zwischen dem zweiten geometrischen Schwerpunkt (75) der Retraktorblätter (20, 22) und dem ersten geometrischen Schwerpunkt (48) der Spreizvorrichtung (40) während eines Spreizvorgangs von einem geschlossenen Zustand des Refraktors (10) in einen maximal geöffneten Zustand des Refraktors (10) beständig vergrößert.
2. Refraktor (10) nach Anspruch 1 , wobei die Drehachse (42) die einzige Drehachse des Spreizantriebs darstellt.
3. Refraktor (10) nach Anspruch 2, in dem -jedes der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) jeweils an einer Zahnstange (30) befestigt ist, die jeweils auf einer Seitenfläche (35) eine Zahnstruktur (32) aufweist, und
- die Spreizvorrichtung (40)
= eine Führungsstruktur (46) aufweist, die eingerichtet ist, die zwei Zahnstangen (30) der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) in einem definierten Winkel (84) zueinander gekreuzt und jeweils lateral beweglich aufzunehmen,
= und weiterhin ein Zahnrad (43) enthält, das auf der Drehachse (42) des Spreizantriebs (41 ) so angeordnet ist, dass es gleichzeitig in die Zahnstrukturen (32) beider Zahnstangen (30) greift, und dadurch die Zahnstangen (30) lateral in dem definierten Winkel (84) zueinander verschiebbar sind.
4. Refraktor (10) nach Anspruch 3, wobei die Spreizvorrichtung (40) eingerichtet ist, einen Wert des Winkels (84), in dem die zwei Zahnstangen (30) der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) zueinander gekreuzt sind, in einem Bereich zwischen > 0° und < 180°, bevorzugt zwischen > 30° und < 90° und besonders bevorzugt auf 60° einzustellen.
5. Refraktor (10) nach Anspruch 3 oder 4, wobei eine der beiden Zahnstangen (30) der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) eine Rasterstruktur (50) auf ihrer Oberseite (34) aufweist, in die eine auf der Spreizvorrichtung (40) angeordnete und der Rasterstruktur (50) zugewandte Greifhebelvorrichtung (54) einrastbar ist.
6. Refraktor nach einem der Ansprüche Anspruch 3 bis 5, wobei die zwei Zahnstangen (30) der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) gerade ausgebildet sind.
7. Refraktor (10) nach einem der Ansprüche Anspruch 3 bis 5, wobei die zwei Zahnstangen (30) der zwei äußeren, verstellbaren Retraktorblätter (20) gebogen ausgebildet sind.
8. Refraktor (10) nach Anspruch 7, wobei der Wert des definierten Winkels (84) während des Spreizvorgangs mittels einer individuellen Formung der Biegung der Zahnstangen (30) individuell veränderlich gestaltet ist.
9. Refraktor nach Anspruch 1 bis 6, dessen zwei äußere, verstellbare Retraktorblätter (20) zum zentralen, fixierten Retraktorblatt (20) sowie gegeneinander während des Spreizvorgangs so verschoben werden, dass deren Enden (71 ) stets ein gleichschenkliges Dreieck mit zwei Schenkeln (80) und einer Basis (82) bilden, wobei das Verhältnis einer Länge der Schenkel (80) zu einer Länge der Basis (82) während des Spreizvorgangs konstant bleibt.
10. Refraktor (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, der weiterhin eine Haltevorrichtung (60) zum Greifen des Refraktors (10) während einer Manipulation desselben umfasst, und dessen Spreizvorrichtung (40) einen zweiten Fixierpunkt (64) für die Haltevorrichtung (60) aufweist, wobei dieser (64) sowie der erste Fixierpunkt (62) an jeweils entgegenliegenden Enden angeordnet sind.
11. Refraktor (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die Spreizvorrichtung (40) an mindestens einem der beiden Fixierpunkte (62, 64) für die Haltevorrichtung (60) und für das zentrale Retraktorblatt (22) eine Kupplung (66) aufweist, mit der die Haltevorrichtung (60) und/oder das zentrale Retraktorblatt (22) fixierbar bzw. wieder entfernbar oder austauschbar ist.
12. Refraktor (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , dessen Spreizantrieb (41 ) ein Endstück (44) aufweist, mittels dem der Spreizantrieb (41 ) manipulierbar ist, wobei das Endstück (44) bevorzugt kippbar ausgestaltet ist.
13. Refraktor (10) nach einen der Ansprüche 1 bis 12, dessen Retraktorblätter (20, 22) sich im geschlossenen Zustand berühren.
14. Refraktor (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dessen Retraktorblätter (20, 22) untereinander gleiche Längen (70) oder zwischen den beiden äußeren, verstellbaren Retraktorblättern (20) und dem zentralen, fixierten Retraktorblatt (22) verschiedenen Längen (70) aufweisen, wobei die Längen (70) vorzugsweise zwischen 2cm und 20cm kontinuierlich oder in Stufen variierbar sind, und wobei die Retraktorblätter (20, 22) besonders bevorzugt eine Länge von 5cm, 7cm oder 9cm aufweisen.
15. Refraktor (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dessen Retraktorblätter (20, 22) Endformungen (72) aufweisen, die bevorzugt einer oder mehrerer der folgenden Formen entsprechen:
= löffelartig, schaufelartig,
= abgewinkelt,
= abgerundet, leberhakenartig
= kammartig, gabelförmig, fingerförmig, y-förmig, herzförmig,
= stangeförmig, rund oder bevorzugt abgeflacht, = spatelförmig, schmal oder breit.
16. Retraktorblätterset für einen Refraktor (10) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass es die beiden äußeren verstellbaren Retraktorblätter (20) und/oder das zentrale, fixierte Retraktorblatt (22) in verschiedenen Längen (70) und/oder Endformungen (72) aufweist.
EP25725436.7A 2024-05-19 2025-05-11 Retraktor für chirurgische anwendungen Pending EP4766262A1 (de)

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