EP4731970A1 - Strahlenschutzbehälter mit sicherheitseinrichtung und verfahren zur überwachung eines strahlenschutzbehälters - Google Patents
Strahlenschutzbehälter mit sicherheitseinrichtung und verfahren zur überwachung eines strahlenschutzbehältersInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Strahlenschutzbehälter mit einem Gehäuse (14) und mit einer Belade-vorrichtung (16) zur Anordnung einer radioaktiven Strahlungs- quelle (18), wobei der Strahlenschutzbehälter (10) eine Sicherheitseinrichtung (12) aufweist, wobei die Sicherheitseinrichtung (12) Folgendes aufweist: - ein Überwachungsmodul (22) zur Überwachung mindestens eines Zustands des Strahlenschutzbehälters (10), - eine Kommunikationseinrichtung (32). Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Überwachung eines Strahlenschutz- behälters (10).
Description
Strahlenschutzbehälter mit Sicherheitseinrichtung und Verfahren zur Überwachung eines Strahlenschutzbehälters
Die Erfindung betrifft einen Strahlenschutzbehälter gemäß Patentanspruch 1. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Überwachung eines Strahlenschutzbehälters gemäß Patentanspruch 15.
Strahlenschutzbehälter für radioaktive Strahlungsquellen werden in verschiedenen industriellen Umgebungen eingesetzt, z. B. als radiometrische Füllstandmesser und zur sicheren Lagerung und Beförderung radioaktiver Strahlungsquellen von einem Ort zum anderen. Strahlungsquellen sind zwar für eine Vielzahl von Anwendungen nützlich, aber das in ihnen enthaltene radioaktive Material ist gefährlich.
Ein Strahlenschutzbehälter gemäß der vorliegenden Anmeldung wird üblicherweise verwendet, um eine radioaktive Strahlungsquelle sowohl in Zeiträumen, in denen sie für eine bestimmte Anwendung verwendet werden als auch in dazwischenliegenden Zeiträumen unter anderem auch für den Transport sicher zu verwahren. Sicher bedeutet dabei insbesondere, dass der Austritt radioaktiver Strahlung dann, wenn die Strahlungsquelle nicht verwendet wird, in jeder Raumrichtung auf ein vorgeschriebenes Maß reduziert ist und dann, wenn die Strahlungsquelle verwendet wird, in einer streng definierten Abstrahlgeometrie erfolgt und in allen anderen, nicht dieser Abstrahlgeometrie entsprechenden Richtungen auf ein vorgeschriebenes Maß reduziert ist. Dementsprechend weisen derartige Strahlenschutzbehälter regelmäßig eine Aufnahme für die üblicherweise verkapselte radioaktive Strahlungsquelle und ein Austrittsfenster für die radioaktive Strahlung auf.
Ein Funktionsprinzip ist dabei, dass die Strahlungsquelle ein einem Zustand hinter Blei bewegt wird und so die Strahlung abgeschirmt wird. Im anderen Zustand wird die Strahlungsquelle über das Austrittsfenster gedreht. Das Austrittsfenster kann auch eine Blende aufweisen, die in Zeiträumen, in denen die radioaktive Strahlungsquelle nicht verwendet wird, das Austrittsfenster verschließt, und in den Zeiträumen, in denen die radioaktive Strahlungsquelle verwendet wird, das Austrittsfenster öffnet. Dabei kann durch die Blende oder die Geometrie des Austrittsfenster die Abstrahlgeometrie der radioaktiven Strahlung definiert werden.
Viele Strahlenquellen verfügen über eine einstellbare Blende (shutter) mit einer EIN-Stellung, in welcher Strahlung durch die Blende austreten kann, und einer AUS-Stellung, in der die Blende im Strahlenschutzbehälter die Strahlung daran hindert, die Blende zu passieren.
Ein Beispiel für die Anwendung des vorliegenden Strahlenschutzbehälters sind radiometrische Messgeräte, mit mindestens einer in einem Strahlenschutzbehälter angeordneten, radioaktiven Strahlungsquelle, die Strahlung in beispielsweise einen Behälter emittiert, um einen Füllstand, Grenzstand, Dichte und/oder Massenstrom eines Mediums in dem Behälter zu erfassen. Dazu wird ein auf der gegenüberliegenden Seite des Behälters gelegener Detektor verwendet, der direkt oder indirekt die durch den Behälter gelangte Strahlung der radioaktiven Strahlungsquelle oder die Wechselwirkungsprodukte der Strahlung der radioaktiven Strahlungsquelle mit im Behälter vorhandener Materie detektiert. Eine solche Messanordnung ist beispielsweise aus der DE 10 2014 101 373 Al bekannt.
Die Verwendung von Strahlenschutzbehältern und darin angeordneten radioaktiven Strahlungsquellen unterliegt strengen Auflagen. Der Betrieb von Anlagen mit Strahlenschutzbehältern sollte aufgrund der Gefahr von austretender Gammastrahlung nur von befugten und dafür geschulten Personen erfolgen. Insgesamt sollte möglichst sichergestellt sein, dass die Strahlenschutzbehälter ordnungsgemäß und sicher betrieben werden.
Es ist bekannt, Informationen über die geografische Lage bestimmter Pakete während des Versands bereitzustellen, und es ist bekannt, Sicherheitsmerkmale wie eine Manipulationswarnung auf bestimmten Paketen bereitzustellen. Strahlenschutzbehältern hingegen fehlen diese Merkmale, was bereits dazu geführt hat, dass Einrichtungen versehentlich die Spur der Strahlenschutzbehälter verloren haben.
Es ist die zugrundeliegende Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen Strahlenschutzbehälter sowie ein Verfahren zur Überwachung eines Strahlenschutzbehälters zur Verfügung zu stellen, mittels welchen eine möglichst sichere Verwendung eines Strahlenschutzbehälters unterstützt wird.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Weitere praktische Ausführungsformen und Vorteile sind in Verbindung mit den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
Ein erfindungsgemäßer Strahlenschutzbehälter umfasst ein Gehäuse und eine Beladevorrichtung zur Anordnung einer radioaktiven Strahlungsquelle. Die Beladevorrichtung kann auch als Quellenhalter bezeichnet werden. Das Gehäuse des Strahlenschutzbehälters ist so ausgebildet, die Strahlungsintensität der radioaktiven Strahlung unter einen vorgeschriebenen Grenzwert abzuschwächen. Dazu ist das Gehäuse aus gut abschirmendem Material, wie beispielsweise Blei oder Wolfram hergestellt, welches einen Teil der radioaktiven Strahlung bzw. der Gammastrahlung absorbiert.
Insbesondere ist die Beladevorrichtung beweglich in dem Strahlenschutzbehälter angeordnet und zwischen einer geöffneten Stellung zum Austritt von radioaktiver Strahlung aus dem Strahlenschutzbehälter und einer geschlossenen Stellung, wobei der Austritt von Gamma-Strahlung aus dem Strahlenschutzbehälter verhindert ist, beweglich. Damit die radioaktive Strahlung zur Nutzung gezielt aus dem ansonsten abschirmenden Gehäuse des Strahlenschutzbehälters austreten kann, ist insbesondere ein Austrittsfenster in dem Gehäuse vorgesehen. Dieses Austrittsfenster lässt möglichst ungedämpft die Gamma-Strahlung passieren, und ist derart gestaltet, dass die radioaktive Strahlung in einem definierten räumlichen Abstrahlprofil aus dem Gehäuse austritt.
Zusätzlich zu dem Austrittsfenster kann eine Blende zum Verschließen des Austrittsfensters und/oder zur Definition des räumlichen Abstrahlprofils der radioaktiven Strahlung vorgesehen sein. Das Material der Blende schirmt ähnlich wie das Gehäuse die radioaktive Strahlung ab und kann zum Freigeben und Verschließen des Austrittsfensters genutzt werden, so dass im verschlossenen Zustand die radioaktive Strahlung das Austrittsfenster nicht passieren kann bzw. entsprechend abgeschwächt wird. Im freigegebenen Zustand kann die radioaktive Strahlung das Austrittsfenster ungehindert oder möglichst ungedämpft passieren. Durch die Formgebung der Blende kann zusätzlich das räumliche Abstrahlprofil der radioaktiven Strahlung angepasst werden.
Erfindungsgemäß weist der Strahlenschutzbehälter eine Sicherheitseinrichtung auf, wobei die Sicherheitseinrichtung ein Überwachungsmodul zur Überwachung mindestens eines Zustands des Strahlenschutzbehälters umfasst. Wie im Folgenden noch erläutert, handelt es sich bei dem Zustand des Strahlenschutzbehälters insbesondere um die Position des Strahlenschutzbehälters und/oder um die Position der Beladevorrichtung und damit indirekt um die Position der Strahlungsquelle.
Die Sicherheitseinrichtung kann insbesondere eine Elektronik aufweisen und die Sicherheitselektronik ist insbesondere dazu ausgebildet, den Zustand des Strahlenschutzbehälters und/oder seiner Komponenten aus der Ferne (remote) zu überwachen.
Ferner weist die Sicherheitseinrichtung eine Kommunikationseinrichtung auf. Die Kommunikationseinheit dient zur Übertragung der vom Überwachungsmodul erfassten Werte an eine übergeordnete Einheit. Die Informationen werden insbesondere an eine übergeordnete Einheit, wie eine Cloud oder eine Leitwarte übermittelt.
Die Übermittlung kann drahtgebunden, z.B. über das HART-Protokoll, den 4-20 mA Standard, PA/FF oder APL erfolgen. Alternativ dient die Kommunikationseinrichtung zur drahtlosen Übertragung von Informationen. Die drahtlose Übermittlung kann insbesondere unter Verwendung einer Schmalbandfunktechnologie (LoRa, Sigfox, NB-IOT), über eine GSM-Mobilfunkverbindung und/oder über Bluetooth erfolgen. Die Kommunikationseinrichtung bzw. die entsprechende Elektronik kann eine GPS-Kommunikationsschaltung, eine zelluläre Kommunikationsschaltung, eine WIFI-Kommunikationsschaltung, eine Bluetooth-Kommunikationsschaltung oder eine optische Kommunikationsschaltung oder Kombinationen hieraus aufweisen, um den Zustand des Strahlenschutzbehälters an ein entferntes System zu übertragen.
Insbesondere kann die Kommunikationseinrichtung die Informationen auch an einen Detektor für radioaktive Strahlung senden. Der zum Strahlenschutzbehälter korrespondierende Detektor befindet sich üblicherweise in der Nähe des Strahlenschutzbehälters, sodass eine Übertragung der Information über ein Signal erfolgen kann, welches nur eine geringe Reichweite hat, wodurch Energie gespart werden
kann. Der Detektor verfügt dann über eine Kommunikationseinrichtung, welche das Signal an eine weiter entfernte übergeordnete Einheit - drahtlos oder drahtgebunden - leitet.
Mittels der Überwachungseinrichtung können - wie nachfolgend erläutert - sicherheitsrelevante Parameter des Strahlenschutzbehälters erfasst werden und dann mittels der Kommunikationseinrichtung direkt weitergeleitet werden. Dadurch wird es ermöglicht während des Einsatzes des Strahlenschutzbehälters diesen zu überwachen und bestimmte Eigenschaften während des Betriebs, d.h. insbesondere mit Strahlungsquelle, nachzuverfolgen.
Der hier beschriebene Strahlenschutzbehälter verbessert frühere Strahlenschutzbehälter, indem er die Möglichkeit bietet, den tatsächlichen Standort des Strahlenschutzbehälters zu verfolgen und zu überwachen, festzustellen, ob sich die radioaktive Strahlungsquelle gegenwärtig im Strahlenschutzbehälter befindet, und/oder eine Fernüberwachung, -Steuerung und -Warnung des Zustands der Quelle und der Beladevorrichtung zu ermöglichen. Wie im Folgenden noch erläutert, wird dadurch auch die Überwachung und Steuerung verschiedener am Strahlenschutzbehälter angebrachter Komponenten ermöglicht, z.B. ob sich eine Blende am Strahlenschutzbehälter in der EIN- oder AUS-Stellung befindet, ob die Strahlung aus dem Strahlenschutzbehälter austritt und ob eine Komponente - einschließlich des Blende - gewartet werden muss. Außerdem kann das Gerät verriegelt werden, um zu verhindern, dass die Blende bewegt oder die Strahlungsquelle aus dem Strahlenschutzbehälter entfernt wird.
Insbesondere können von der Sicherheitseinrichtung bzw. der Kommunikationseinrichtung und einer dafür vorgesehenen Elektronik aus der Ferne (remote) Signale an andere, nicht direkt am Strahlenschutzbehälter angeordnete Vorrichtung gesendet werden. Alternativ oder ergänzend, können aus der Ferne Signale von Geräten, welche nicht direkt an dem Strahlenschutzbehälter angeordnet sind, empfangen werden.
Die Sicherheitseinrichtung weist insbesondere eine Kommunikationseinrichtung zur drahtlosen Kommunikation und ferner einen Energiespeicher auf. Mittels des Energiespeichers werden insbesondere das mindestens eine Überwachungsmodul und/oder die Kommunikationseinrichtung mit Energie versorgt. Bei dem
Energiespeicher handelt es sich entweder um eine Batterie oder um einen Akkumulator. Mit dem Akkumulator kann z.B. ein Solarmodul oder ein Energy-Harves- ting-Modul verbunden sein, welches bei Verwendung des Strahlenschutzbehälters Energie erzeugt und zum Betrieb bereitstellt. Insgesamt handelt es sich dann bei der Sicherheitseinrichtung um eine autarke Sicherheitseinrichtung, welche ohne externe, kabelgebundene Energieversorgung und ohne drahtgebundene Kommunikationseinrichtung auskommt. Damit ist ein Strahlungsbehälter mit einer solchen Sicherheitseinrichtung sehr flexibel einsetzbar und die Sicherheitsreinrichtung kann zur Verbesserung der Sicherheit an sämtlichen Orten verwendet werden, die fern einer externen Energieversorgung liegen, wie z.B. auch während des Transportes oder bei der Entsorgung.
In einer praktischen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Strahlenschutzbehälters weist das Überwachungsmodul ein Mittel zur Positionserkennung des Strahlenschutzbehälters auf. Das Mittel zur Positionserkennung kann insbesondere als satellitengestützte Positionsermittlungseinrichtung ausgebildet sein. Durch eine derartige Ausgestaltung der Positionsermittlungseinrichtung kann in der Regel weltweit eine absolute geographische Position ermittelt verwendet werden. Beispielhaft seien an dieser Stelle GPS, GLONASS und GALILEO als mögliche Positionsermittlungseinrichtungen benannt. Zusätzlich oder alternativ kann die Positionsermittlungseinrichtung geeignet aus gebildet sein, Positionsdaten, welche von einem Drahtlosnetzwerk zur Verfügung gestellt werden, auszuwerten. Solche Daten können bspw. die Verfügbarkeit und Lokalisierung von WLEIN-Signalen in einer individuellen standortabhängigen Kombination sein.
Alternativ kann es sich um bei dem Mittel zur Positionserkennung um einen Kontaktschalter handeln, welcher bei Entfernen des Strahlenschutzbehälters z.B. von einem Behälter erkennt, dass sich der Strahlenschutzbehälter nicht mehr an seiner vorgesehenen Position befindet. Sobald der Kontaktschalter erkennt, dass der Strahlenschutzbehälter entfernt wurde, wird eine entsprechende Information generiert.
Die Positionsinformation kann dann insbesondere über die Kommunikationseinrichtung an eine übergeordnete Einheit gesendet werden. Insbesondere wird permanent der Standort des Strahlenschutzbehälters übertragen. Wie nachfolgend noch in Zusammenhang mit dem Verfahren erläutert, wird insbesondere dann,
wenn ermittelt wird, dass sich der Strahlenschutzbehälter außerhalb eines vorher definierten Bereiches befindet (Stichwort: Geofencing), eine Meldung an eine dafür zuständige Person generiert. Das GPS-Modul wird insbesondere mittels des Energiespeichers mit Energie versorgt.
Insbesondere kann die Sicherheitseinrichtung mit einer entfernten Einheit/über- geordneten Einheit so interagieren, dass ein Geofencing Bereich um den Strahlenschutzbehälter herum eingerichtet ist und dass ein Verlassen des Geofencing Bereiches erkannt wird.
Durch die Erfassung einer Position des Strahlenschutzbehälters kann die Sicherheit insofern erhöht werden, als dass schnell erkannt wird, wenn der Strahlenschutzbehälter seine vorgesehene Position verlässt, z.B. wenn er entwendet wird. Die ständige Positionserkennung erleichtert ferner allgemein die Nachverfolgung des Strahlenschutzbehälters. Der Weg des Strahlenschutzbehälters kann während des gesamten Lieferprozesses von der Befüllung bis zur Auslieferung und auch beim Rücktransport bis zur Entsorgung verfolgt werden.
Weiterhin kann das Überwachungsmodul ein Mittel zur Erfassung der Position der Beladevorrichtung aufweisen. Insbesondere kann dabei ermittelt werden, ob sich die Beladevorrichtung in einer geöffneten Stellung befindet, in welcher Strahlung aus der Beladevorrichtung austritt oder in einer geschlossenen Stellung, in welcher keine Strahlung austritt. Insbesondere kann auch erkannt werden, ob die Beladevorrichtung in den Strahlenschutzbehälter eingesetzt ist oder ob die Beladevorrichtung entfernt ist.
Die Position der Beladevorrichtung kann insbesondere mittels eines Kontaktschalters erfasst werden, wobei ein Kontakt hergestellt ist, wenn die Beladevorrichtung in den Strahlenschutzbehälter eingesetzt ist. Ebenso kann ein Kontaktschalter zur Erkennung der Position (geöffnet/geschlossen) der Beladevorrichtung relativ zum Gehäuse genutzt werden. Die Beladevorrichtung dient insbesondere dazu die Strahlungsquelle ein- bzw. auszuschalten, entsprechend kann die Beladevorrichtung auch als Betätigungselement bezeichnet werden.
Über die Position der Beladevorrichtung ist eine Aussage darüber möglich, ob der Strahlenschutzbehälter überhaupt mit einer Strahlungsquelle beladen sein kann
und wenn ja, ob sich die Beladevorrichtung in der geöffneten Stellung oder der geschlossenen Stellung befindet und entsprechend, ob gerade radioaktive Strahlung aus dem Strahlenschutzbehälter austritt oder nicht. Dies ist zum Beispiel in dem Fall relevant, in welchem ein Zugang zu einer Anlage ermöglicht werden muss, und sichergestellt sein muss, dann keine radioaktive Strahlung austreten kann.
In einer weiteren Ausführungsform umfasst das Überwachungsmodule insbesondere eine Bewegungserkennungsvorrichtung, um eine Bewegung der Beladevorrichtung zu erkennen.
Insbesondere weist die Beladevorrichtung eine Blende auf, welche den Austritt von radioaktiver Strahlung von der radioaktiven Strahlungsquelle kontrolliert, und das Überwachungsmodul weist einen Sensor zur Überwachung des Status der Blende auf. Der Sensor ist insbesondere dazu ausgebildet, zu erkennen, ob sich die Blende in einer EIN-Stellung oder einer AUS-Stellung befindet.
In einer weiteren praktischen Ausführungsform umfasst die Sicherheitseinrichtung einen Aktuator zur Änderung der Position der Blende. Der Aktuator ist insbesondere fernsteuerbar.
Insbesondere weist die Sicherheitseinrichtung eine elektrisch betätigbare Verriegelungsvorrichtung auf, mittels welcher die Rotation der Blende von einer AUS- Stellung in eine EIN-Stellung verhindert werden kann, wobei die Sicherheitseinrichtung die Verriegelungsvorrichtung gemäß voreingestellten Bedingungen elektrisch betätigt.
Die Sicherheitseinrichtung weist insbesondere eine Leuchtanzeige auf. Die Leuchtanzeige ist insbesondere dazu ausgebildet und so steuerbar, den Zustand der Blende anzuzeigen.
Insbesondere umfasst die Sicherheitseinrichtung eine Leuchtanzeige, welche die Lokalisierung der Position der Beladevorrichtung visuell unterstützt.
Alternativ oder ergänzend dazu kann die Sicherheitseinrichtung einen Sensor zur Detektion von radioaktiver Strahlung aufweisen. Mit dem Sensor kann
insbesondere direkt ermittelt werden, ob eine radioaktive Strahlungsquelle in dem Strahlenschutzbehälter angeordnet ist. Der Sensor kann insbesondere so angeordnet sein, dass er in jeder Stellung der Beladevorrichtung das Vorhandensein von Strahlung misst und/oder derart, dass er im Bereich des Austrittsfensters angeordnet ist, um zu detektieren, ob sich die Beladevorrichtung in einer geöffneten Stellung befindet oder nicht.
Die Sicherheit kann ebenfalls erhöht werden, wenn das Überwachungsmodul einen Temperatursensor aufweist. Die zur Abschirmung der radioaktiven Strahlung verwendeten Materialien für das Gehäuse haben häufig im Vergleich zu Eisen oder Stahl relativ niedrige Schmelzpunkte. So hat beispielsweise das gut zur Abschirmung geeignete Material Blei einen Schmelzpunkt von 327,5 °C, so dass die Formstabilität schon bei Temperaturen von 100 °C bis 200 °C erheblich abnimmt und das Blei an seinem Schmelzpunkt gänzlich seine Form verliert und zerfließt. Verliert das Material des Gehäuses zum Beispiel im Brandfall oder in Umgebungen mit erhöhten Umgebungstemperaturen jedoch seine Form und/oder zerfließt, kann die radioaktive Strahlung nicht mehr sicher und kontrolliert durch das Gehäuse abgeschirmt werden und ein sicherer Betrieb des Strahlenschutzbehälters ist nicht mehr möglich. Eine möglichst frühzeitige Erkennung von zu hoher Temperatur ist daher wichtig zur Gewährleistung der Sicherheit.
Alternativ oder in Ergänzung dazu kann das Überwachungsmodul einen Feuchtigkeitssensor oder allgemeiner einen Sensor zur Erkennung korrosiver Moleküle in der Atmosphäre aufweisen. Die Detektion von Feuchtigkeit ist insofern relevant, als durch die Feuchtigkeit einzelne Bestandteile des Strahlenschutzbehälters korrodieren können, insbesondere die Blende oder das Beladerohr, welche dann nicht mehr ordnungsgemäß öffnet und vor allem schließt bzw. sich bewegen lässt, und dann ein Austritt radioaktiver Strahlung möglich ist.
Weiterhin kann das Überwachungsmodul einen Vibrationssensor aufweisen. Aufgrund von Vibrationen, welche von der Anlage stammen können oder ggf. von einem Erdbeben, oder in Form eines Schocks oder einer Schlageinwirkung, kann es zum Lösen von Teilen kommen, sodass ggf. eine Überprüfung des Strahlenschutzbehälters notwendig wird.
Das Überwachungsmodul kann auch ein Mittel aufweisen, mittels welchem ein Öffnen oder Schließen eines Deckels des Strahlenschutzbehälters detektiert wird.
In einer weiteren praktischen Ausführungsform des Strahlenschutzbehälters ist die die Sicherheitseinrichtung mit dem Grundkörper des Strahlenschutzbehälters verbunden. Insbesondere ist die Sicherheitseinrichtung mit dem Grundkörper verschraubt. Vorzugsweise ist die Sicherheitseinrichtung in dem Bereich an dem Grundkörper angeordnet, in welchem Beladerohr aus dem Grundkörper ragt. An dieser Position können viele der sicherheitsrelevanten Parameter erfasst werden, wie z.B. die Position des Strahlenschutzbehälters selbst, die Stellung der Beladevorrichtung, die Temperatur, etc.
Die Sicherheitseinrichtung kann an bestehende Strahlenschutzbehälter nachträglich montiert werden (Nachrüstmodul).
Insbesondere ragt die Beladevorrichtung rohrförmig in den Grundkörper des Strahlenschutzbehälters hinein. Es kann auch vorgesehen sein, dass die Sicherheitseinrichtung insbesondere zumindest teilweise mechanisch an dem in den Grundkörper hineinragendem Ende der Beladevorrichtung angebracht ist und nur zugänglich ist, wenn die Beladevorrichtung aus dem Grundkörper entnommen ist. Dadurch wird bewirkt, dass mittels der Sicherheitseinrichtung bzw. dem Überwachungsmodul ein Entfernen der Beladevorrichtung erkannt wird, bevor die Sicherheitseinrichtung erreicht und manipuliert bzw. entfernt werden kann. Alternativ könnte zumindest ein Teil der Sicherheitseinrichtung auch in einem Deckel angeordnet sein. Wobei auch bei Öffnen des Deckels (zur Seite schieben oder wenden) die Sicherheitseinrichtung ist dann noch immer mit dem Grundkörper verbunden ist und erfassen kann, ob die Position der Beladevorrichtung verändert wird.
Insbesondere ist vorgesehen, dass die Sicherheitseinrichtung Mittel zur Überprüfung des Montagezustands der Sicherheitseinrichtung selbst aufweist. Zum einen könnte über einen Taster oder per Software ein Systemcheck ausgelöst werden und das Ergebnis dann z.B. per Funk weitergeleitet und/oder als optisches und/oder akustisches Signal an der Sicherheitseinrichtung ausgegeben werden.
Ein ungewolltes und unautorisiertes Entfernen der Sicherheitseinrichtung wird insbesondere sofort detektiert und an eine übergeordnete Einheit übertragen.
Elektronischen Komponenten der Sicherheitseinrichtung sind dabei so angeordnet, dass sie erst nach einem Entfernen der Scherungseinrichtung vom Behälter zugänglich sind, sodass vorab eine Ausschaltung der Elektronik nur schwer möglich ist.
In einer weiteren praktischen Ausführungsform ist die Sicherheitseinrichtung - und hier insbesondere die Elektronik - in einem explosionssicheren Gehäuse angeordnet.
In der hier beschriebenen Ausführungsform besteht der Strahlenschutzbehälter aus einem Gehäuse mit eingebauter Elektronik und mehreren Sensoren sowie einem explosionssicheren Behälter für die enthaltene Elektronik. Der Behälter enthält Elektronik zur Überwachung des Zustands von Komponenten, zum Empfang von Daten von Sensoren, zur Steuerung von Aktoren und zum Senden und Empfangen von Daten vom Strahlenschutzbehälter an ein entferntes Gerät.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Überwachung eines Strahlenschutzbehälters, insbesondere eines wie vorstehend beschriebenen Strahlenschutzbehälters. Dabei wird mittels einer Sicherheitseinrichtung mit einem Überwachungsmodul ein Zustand des Strahlenschutzbehälters erfasst und die korrespondierend zu dem erfassten Zustand erfassten Werte werden drahtlos an eine übergeordnete Einheit übermittelt. Insbesondere wird die Energie dafür von einem Energiespeicher bereitgestellt und das Betreiben der Sicherheitseinrichtung funktioniert autark.
Wie vorstehend schon beschrieben, kann damit der Zustand des Strahlenschutzbehälters auch an Orten, an welchen keine kabelgebundenen Strom- oder Kommunikationsnetz vorhanden sind oder nur eine unzuverlässige Stromversorgung zur Verfügung steht, überwacht werden. Dies gilt insbesondere auch während des Transportes des Strahlenschutzbehälters.
Insbesondere wird als Zustand eine Position des Strahlenschutzbehälters und/oder eine Position der Beladevorrichtung erfasst. Ebenso können die Temperatur, das Eindringen von Feuchtigkeit und/oder Vibrationen erfasst und übertragen werden. Insbesondere werden die einzelnen erfassten Werte permanent erfasst. Die Übertragung der Werte kann dann ebenfalls permanent erfolgen oder es kann jeweils
nur eine Übertragung erfolgen, wenn eine Änderung eines Wertes erfasst wird.
Dazu kann die Sicherheitseinrichtung zusätzlich eine Auswerteeinheit aufweisen.
In einer praktischen Ausführungsform des Verfahrens werden die von der Sicherheitseinrichtung erfassten Werte bestimmten Ereignissen zugeordnet, und abhängig vom zugeordneten Ereignis wird eine Meldung ausgegeben. Die detektierten Werte werden mit anderen Worten je nach Relevanz für die Sicherheit klassifiziert und abhängig davon wird entschieden in welcher Form eine Meldung erfolgen muss. Es wird dabei insbesondere erfasst, um welchen Wert es sich handelt (z.B. Position des Strahlenschutzbehälters oder Temperatur) und ob der Wert innerhalb oder außerhalb eines vorgegebenen Wertebereichs liegt. Eine Meldung kann insbesondere sein, dass der geänderte Zustand nur ausgegeben wird, zum Beispiel auf einer Anzeige oder dass eine Benachrichtigung an eine dafür zuständige Person versendet wird und/oder dass ein Alarm, z.B. in Form eines akustischen und/oder optischen Signals ausgegeben wird.
Für die Position des Strahlenschutzbehälters kann dies konkret so aussehen, dass wenn erkannt wird, dass der Strahlenschutzbehälter einen definierten zulässigen Bereich verlässt, dies dem Ereignis „Unautorisierte Position des Strahlenschutzbehälters" oder „Strahlenschutzbehälter wurde außerhalb des Überwachungsbereichs geortet" zugeordnet wird und dann eine Benachrichtigung an den Strahlenschutzbeauftragten versendet wird.
Im Folgenden werden in Verbindung mit den Figuren weitere praktische Ausführungsformen und Vorteile beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 einen Strahlenschutzbehälter mit einer Sicherheitseinrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform in einer schematischen Darstellung im Querschnitt,
Fig. 2 eine Sicherheitseinrichtung aus Fig. 1 in einer schematischen Darstellung,
Fig. 3 ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens,
Fig. 4 ein Strahlenschutzbehälter gemäß einer zweiten Ausführungsform in einer perspektivischen Ansicht, und
Fig. 5 eine Sicherheitseinrichtung gemäß Fig. 4.
In Fig. 1 ist ein Strahlenschutzbehälter 10 gemäß einer ersten Ausführungsform schematisch im Querschnitt dargestellt, wobei hier zur besseren Unterscheidbarkeit eine Sicherheitseinrichtung 12 schraffiert dargestellt ist.
Der Strahlenschutzbehälter 10 weist ein Gehäuse 14 auf. Das Gehäuse 14 ist vorliegend aus Stahl oder Edelstahl, befüllt mit Blei. In das Gehäuse 14 ist eine Beladevorrichtung 16 eingesetzt, wobei die Beladevorrichtung 16 eine radioaktive Strahlungsquelle 18 umfasst. Das Gehäuse 14 weist ein Austrittsfenster 20 für radioaktive Strahlung auf. Die Beladevorrichtung 16 ist beweglich in dem Grundkörper 14 aufgenommen und je nach Stellung der Beladevorrichtung 16 kann die radioaktive Strahlungsquelle so positioniert werden, dass radioaktive Strahlung aus dem Austrittsfenster 20 austritt (geöffnete Stellung) wie hier in Fig. 1 gezeigt, oder dass die Strahlungsquelle 18 vollständig abgeschirmt ist.
Vorliegend weist der Strahlenschutzbehälter 10 zudem die Sicherheitseinrichtung 12 auf. Die Sicherheitseinrichtung 12 ist so an dem Gehäuse 14 angeordnet, dass sie den Bereich, in welchem die Beladevorrichtung 16 aus dem Gehäuse 14 hervorragt und an welchem die Beladevorrichtung 16 an einem Hebel 19 betätigt werden kann, umgibt. Zum Schutz der Sicherheitseinrichtung 12 und der Beladevorrichtung 16 weist der Strahlenschutzbehälter 10 zusätzlich in dieser Ausführungsform noch einen Deckel 21 auf.
Die Sicherheitseinrichtung 12 ist schematisch in Fig. 2 dargestellt. Die Sicherheitseinrichtung 12 umfasst ein Überwachungsmodul 22 zur Erfassung eines Zustandes des Strahlenschutzbehälters 10. Vorliegend weist das Überwachungsmodul 22 drei Mittel 24, 26, 28 zur Überwachung des Zustandes auf. Es sei darauf hingewiesen, dass das Überwachungsmodul 22 auch mehr oder weniger Mittel aufweisen kann. Hier weist das Überwachungsmodul 22 ein Mittel 24 zur Erfassung der Position des Strahlenschutzbehälters 10 auf, ein Mittel 26 zur Erfassung der Stellung der Beladevorrichtung 16 und einen Temperatursensor 28. Ferner kann z.B. noch ein Feuchtigkeitssensor, ein Vibrationssensor, ein Neigungssensor und/oder ein
Sensor zur Erfassung des Montagezustands der Sicherheitseinrichtung 12 selbst vorgesehen sein.
Die Sicherheitseinrichtung 12 weist zudem einen Energiespeicher 30, eine Kommunikationseinrichtung 32 und eine Auswerteeinheit 34 auf.
Der Energiespeicher 30 ist vorliegend mit dem Überwachungsmodul 22 verbunden und versorgt die einzelnen Mittel 24, 26, 28 bzw. Sensoren mit Energie. Der Energiespeicher 30 ist auch mit einer Kommunikationseinrichtung 32 und der Auswerteeinheit 34 verbunden und versorgt diese mit Energie.
Die Auswerteeinheit 34 ist zur Datenübertragung mit dem Überwachungsmodul 22 und der Kommunikationseinrichtung 32 verbunden. Die Auswerteeinheit 34 dient zur Aufnahme und Aufbereitung der erfassten Werte des Überwachungsmoduls 22.
Die Kommunikationseinrichtung 32 übermittelt die von dem Überwachungsmodul 22 ermittelten und von der Auswerteinheit 34 aufbereiteten Werte drahtlos an eine übergeordnete Einheit.
In Fig. 3 ist ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Überwachen eines Strahlenschutzbehälters 10 dargestellt. In Schritt S1 wird ein Zustand des Strahlenschutzbehälters 10 ermittelt, wobei es sich z.B. um die Position des Strahlenschutzbehälters 10 oder um die Stellung der Beladevorrichtung 16 handelt.
Der erfasste Zustand bzw. erfasste Wert wird in Schritt S2 mittels der Kommunikationseinrichtung 32 drahtlos an eine übergeordnete Einheit übertragen. Die Übertragung kann dabei jeweils nach einem festgelegten Zeitintervall erfolgen und/oder auf eine Wertänderung hin.
Dort wird der übermittelte Wert in Schritt S3 ausgewertet und einem bestimmten Ereignis zugeordnet bzw. klassifiziert. In Schritt S4 wird dabei abgefragt, ob der sicherheitsrelevante Wert außerhalb eines definierten Bereiches liegt. Wenn nein (n), dann erfolgt in Schritt S5 eine Ausgabe des Wertes.
Wird in Schritt S4 festgestellt, dass eine Überschreitung eines Wertes vorliegt (y) und der Wert außerhalb definierter Grenzen liegt, so wird in Schritt S6 eine
Meldung ausgegeben, beispielsweise in Form einer Benachrichtigung einer zuständigen Person oder eines Alarms.
Fig. 4 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Strahlenschutzbehälters 100 gemäß einer zweiten Ausführungsform. Der Strahlenschutzbehälter 100 umfasst eine zylindrische Stützwand 102 und eine äußere Bodenplatte 104. Die zylindrische Stützwand 102, die äußere Bodenplatte 104 und eine innere Bodenplatte bilden zusammen ein Gehäuse für den Strahlenschutzbehälter 100. In einigen Ausführungsformen können eine oder mehrere Stützplatten 106 auf der zylindrischen Stützwand 102 angebracht werden, um zusätzliche Unterstützung zu bieten. In einigen Ausführungsformen können ein oder mehrere Griffe 108 an der zylindrischen Stützwand 102 angebracht werden. Die zylindrische Stützwand 102, die äußere Bodenplatte 104, die eine oder mehrere Stützplatten 106 und/oder der eine oder die mehreren Griffe 108 können aus Stahl oder einem anderen Material mit einem höheren Schmelzpunkt bestehen.
Der primäre Zweck des Strahlenschutzbehälters 100 ist die Aufnahme einer radioaktiven Strahlungsquelle. In manchen Situationen kann der Strahlenschutzbehälter 100 dazu verwendet werden, den Füllstand eines Produkts in einem Behälter zu messen. Beispielsweise kann der Strahlenschutzbehälter 100 an einem Behälter oder Container angebracht werden, so dass die äußere Bodenplatte 104 an dem Behälter oder Container montiert oder befestigt wird. Eine radioaktive Quelle, z. B. ein radioaktives Isotop, kann in eine Kapsel für die radioaktive Strahlungsquelle eingesetzt werden, und die Kapsel kann in einem Durchgang 110 installiert oder platziert werden.
Um den Füllstand des Produkts im Behälter zu messen, kann ein Drehmechanismus 112 von einer AUS-Stellung in eine EIN-Stellung gedreht werden, indem der Drehmechanismus 112 im Uhrzeigersinn gedreht wird. Dadurch werden die Kapsel mit der radioaktiven Strahlungsquelle und eine Bestrahlungsöffnung oder einen Blende so ausgerichtet, so dass die Strahlung durch die Bestrahlungsöffnung und durch den Behälter dringt. Strahlungsdetektoren, z. B. Szintillationskristalle, befinden sich auf der anderen Seite des Behälters. Die Strahlungsdetektoren erzeugen Lichtphotonen, wenn sie der Strahlung ausgesetzt werden. Ein Lichtsensor, z. B. eine Photomultiplier-Röhre (PMT), kann jeweils mit einem Strahlungsdetektor verbunden sein und die vom Strahlungsdetektor ausgehenden Lichtphotonen
erfassen. Der Lichtsensor kann dann ein Signal erzeugen, das die Menge der auf den Strahlungsdetektor auftreffenden Strahlung anzeigt. Diese Signale variieren in Abhängigkeit von der Produktmenge im Behälter und können daher verstärkt und verarbeitet werden, um die Produktmenge im Behälter zu ermitteln.
Der Strahlenschutzbehälter 100 enthält mehrere Sensoren zur Überwachung des Zustands des Strahlenschutzbehälters. In Fig. 4 ist ein Lichtsensor 116, z. B. eine Fotodiode, dargestellt, mit dem die Strahlungsquelle optisch gesteuert und/oder ihr Zustand abgefragt werden kann. Der Strahlenschutzbehälter 100 umfasst mehrere Sensoren 118, die die äußeren Umgebungsbedingungen messen können, einschließlich Gammastrahlung (radioaktiver Strahlung), Temperatur und das Vorhandensein korrosiver Moleküle in der Atmosphäre.
In einigen Ausführungsformen umfasst der Strahlenschutzbehälter 100 zusätzlich einen Aktuator 120, der aus der Ferne betätigt werden kann, um die Position einer verriegelbaren Blende von der AUS-Stellung in die EIN-Stellung oder umgekehrt zu ändern. In Fig. 4 ist ein Sensor 122 dargestellt, der über einen oder mehrere Magnete und einen Reed-Sensor erkennt, ob sich der Verriegelungsmechanismus in der EIN- oder AUS-Stellung befindet.
Der Strahlenschutzbehälter 100 ist zusätzlich mit einer LED-Ringleuchte 124 ausgestattet. Diese Leuchte dient als Indikator dafür, dass die Handhabung des Strahlenschutzbehälters 100 sicher ist, indem sie signalisiert, dass die Blende des Strahlenschutzbehälters 100 in der AUS- oder EIN-Stellung ist und/oder keine Gammastrahlung erfasst wird. Sie kann auch zur Unterscheidung verschiedener Strahlenschutzbehältern verwendet werden, indem ein Signal ausgesendet wird, welches die LED-Ringleuchte 124 veranlasst, z. B. eine identifizierende Abfolge von Lichtblitzen und/oder Farben zu erzeugen.
Wie in Fig. 4 zu sehen ist, umfasst der Strahlenschutzbehälter 100 zusätzlich ein Gehäuse 200 mit elektronischen Komponenten. Diese Komponenten ermöglichen es dem Gerät, extern zu kommunizieren und die Fernüberwachung und -Steuerung des Strahlenschutzbehälters 100, der radioaktiven Strahlungsquelle und der am Strahlenschutzbehälter angebrachten Komponenten und Sensoren zu ermöglichen. In einigen Ausführungsformen kann der Kommunikationsstandard drahtlos sein, wie z. B. über Satelliten-, Bluetooth-, Wi-Fi- oder Mobilfunknetze oder eine
Kombination von drahtlosen Netzen, um eine maximale weltweite Abdeckung zu gewährleisten. Fig. 5 zeigt ein Modul 202, das ein drahtloses Kommunikationsnetz oder eine Kombination von Netzen verwendet, um mit einem externen Gerät zu kommunizieren.
Das Gehäuse 200 kann eine Stromquelle 204, wie z. B. eine Batterie, und andere elektronische Komponenten aufnehmen. In einigen Ausführungsformen ist dieses Gehäuse 200 ebenso wie der Strahlenquellenhalter 100 ein explosionsgeschütztes Gehäuse, das den Anforderungen für Gefahrenbereiche entspricht. In einigen Ausführungsformen kann das Gehäuse 200 Anschlüsse für eine externe Stromquelle, wie z. B. ein Solarpanel, enthalten. In einigen Ausführungsformen kann die externe Stromquelle auf dem Gehäuse 200 oder direkt auf dem Strahlenschutzbehälter 100 montiert oder in diesen integriert werden.
Der Strahlenschutzbehälter 100 enthält zusätzlich Elektronik zur Überwachung der verschiedenen am Strahlenschutzbehälter 100 angebrachten Sensoren und/oder Kommunikationsschaltungen zum Senden eines Signals an eine Fernüberwachungsvorrichtung oder ein Fernüberwachungssystem, um den Status zu melden oder auf Änderungen des Zustands eines Sensors hinzuweisen oder darauf hinzuweisen, wenn die Komponenten des Strahlenschutzbehälters 100 gewartet werden müssen. Abb. 5 zeigt ein thermisches Sensormodul 206, ein Sensormodul für korrosive Atmosphäre 208, ein LED-Steuergerät 210 und ein Steuergerät zur Betätigung der Blende 212.
Die Elektronik kann auch ein Ortungssystem zur Verfolgung der Position des Strahlenschutzbehälters über GPS, Mobilfunknetze, Wi-Fi, Bluetooth oder eine beliebige Kombination davon umfassen. Fig. 5 zeigt ein GPS-Modul 214 für einen solchen Zweck. Der Strahlenschutzbehälter 100 und/oder ein Fernüberwachungsgerät oder -system kann auch eine Programmierung enthalten, die einen vordefinierten Ge- ofenced Bereich schafft. Sollte der Strahlenschutzbehälter 100 den vordefinierten Bereich verlassen, könnte ein Warnsignal über die am Strahlenschutzbehälter 100 angebrachte Hardware gesendet oder eine Verschlusssperre aktiviert werden. Der Behälter kann auch eine Bewegungserkennungsvorrichtung 216 enthalten, die erkennt, wenn das Gerät bewegt oder möglicherweise manipuliert wird, z. B. einen Beschleunigungsmesser oder ein Gyroskop.
In Fig. 5 ist auch ein Prozessor 218 dargestellt, der mit allen Modulen verbunden ist und als zentraler Prozessor zwischen den Kommunikationssystemen und der anderen Elektronik wie den hier beschriebenen Sensoren, Steuerungen und Modulen fungiert.
In Fig. 5 ist auch eine Verriegelungsvorrichtung 220 dargestellt, die bei Aktivierung die Blende so verriegelt, dass die Blende nicht rotieren kann. Fig. 4 zeigt die Verriegelungsvorrichtung 220 im aktivierten Zustand. In einigen Ausführungsformen kann die Verriegelungsvorrichtung eine vom Verriegelungsmechanismus getrennte Steuerung oder Magnetspule aufweisen. In anderen Ausführungsformen können die Verriegelungsvorrichtung und die Steuerung eine Einheit bilden. Wenn die Verriegelungsvorrichtung mit dem Prozessor 218 verbunden ist, kann es von einem entfernten Gerät aus gesteuert werden. In einigen Ausführungsformen kann die Verriegelungsvorrichtung eine programmierte Funktion des Steuergerätes zur Be- tätigung der Blende 212 sein, die die Blende blockiert und damit dessen Drehung verhindert.
Bezugszeichenliste
10 Strahlenschutzbehälter
12 Sicherheitseinrichtung
14 Gehäuse
16 Beladevorrichtung
18 radioaktive Strahlungsquelle
19 Hebel
20 Austrittsfenster
21 Deckel
22 Überwachungsmodul
24 Mittel zur Überprüfung der Position des Strahlenschutzbehälters
26 Mittel zur Überprüfung der Stellung der Beladeeinrichtung
28 Temperatursensor
30 Energiespeicher
32 Kommunikationseinrichtung
34 Auswerteeinheit
100 Strahlenschutzbehälter
102 zylindrische Stützwand
104 äußere Bodenplatte
106 Stützplatte
108 Griff
110 Durchgang
112 Drehmechanismus
116 Lichtsensor
118 Sensor
120 Aktuator
122 Sensor
124 LED-Ringleuchte
200 Gehäuse
202 Modul
204 Stromquelle
206 thermisches Sensormodul
208 Sensormodul für korrosive Atmosphäre
210 LED-Steuergerät
212 Steuergerät zur Betätigung der Blende
214 GPS-Modul 216 Bewegungserkennungsvorrichtung
218 Prozessor
220 Verriegelungsvorrichtung
Claims
1. Strahlenschutzbehälter mit einem Gehäuse (14) und mit einer Beladevorrichtung (16) zur Anordnung einer radioaktiven Strahlungsquelle (18), dadurch gekennzeichnet, dass der Strahlenschutzbehälter (10, 100) eine Sicherheitseinrichtung (12) aufweist, wobei die Sicherheitseinrichtung (12) Folgendes aufweist:
- ein Überwachungsmodul (22) zur Überwachung mindestens eines Zustands des Strahlenschutzbehälters (10),
- eine Kommunikationseinrichtung (32).
2. Strahlenschutzbehälter nach dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitseinrichtung eine Kommunikationseinrichtung (32) zur drahtlosen Übertragung von Informationen und einen Energiespeicher (30) aufweist.
3. Strahlenschutzbehälter nach dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Überwachungsmodul (22) ein Mittel (24) zur Positionserkennung des Strahlenschutzbehälters (10) aufweist.
4. Strahlenschutzbehälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Überwachungsmodul (22) ein Mittel (26) zur Erfassung der Position der Beladevorrichtung (16) aufweist.
5. Strahlenschutzbehälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Überwachungsmodul eine Bewegungserkennungsvorrichtung (216) umfasst, um eine Bewegung der Beladevorrichtung zu erkennen.
6. Strahlenschutzbehälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beladevorrichtung eine Blende aufweist, welche den Austritt von radioaktiver Strahlung von der radioaktiven Strahlungsquelle kontrolliert, und
wobei das Überwachungsmodul einen Sensor (212) zur Überwachung des Status der Blende aufweist.
7. Strahlenschutzbehälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitseinrichtung einen Aktuator (120) umfasst zur Änderung der Position der Blende.
8. Strahlenschutzbehälter nach dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitseinrichtung eine elektrisch betätigbare Verriegelungsvorrichtung (220) aufweist, zur Verhinderung der Drehung der Blende von einer AUS-Position in eine EIN-Position, wobei die Sicherheitseinrichtung die Verriegelungsvorrichtung (220) gemäß voreingestellten Bedingungen elektrisch betätigt.
9. Strahlenschutzbehälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitseinrichtung eine Leuchtanzeige (210) aufweist.
10. Strahlenschutzbehälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Überwachungsmodul (22) einen Sensor zur Detektion von radioaktiver Strahlung aufweist.
11. Strahlenschutzbehälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Überwachungsmodul (22) einen Temperatursensor (28) und/oder einen Feuchtigkeitssensor und/oder einen Sensor zur Erkennung korrosiver Moleküle (208) und/oder einen Vibrationssensor aufweist.
12. Strahlenschutzbehälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitseinrichtung (12) mit dem Gehäuse (14) des Strahlenschutzbehälters (10) verbunden ist und/oder mit der Beladevorrichtung.
13. Strahlenschutzbehälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitseinrichtung (12) Mittel zur Überprüfung des Montagezustands der Sicherheitseinrichtung (12) selbst aufweist.
14. Strahlenschutzbehälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitseinrichtung in einem explosionssicheren Gehäuse (200) angeordnet ist.
15. erfahren zur Überwachung eines Strahlenschutzbehälters (10), dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Sicherheitseinrichtung (12) mit einem Überwachungsmodul (22) ein Zustand des Strahlenschutzbehälters (10) erfasst wird und die korrespondierend zu dem erfassten Zustand erfassten Daten drahtlos an eine übergeordnete Einheit übermittelt werden.
16. erfahren nach dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Zustand eine Position des Strahlenschutzbehälters (10) und/oder eine Position der Beladevorrichtung (16) erfasst wird.
17. Verfahren nach dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die erfassten Daten bestimmten Ereignissen zugeordnet werden und abhängig vom zugeordneten Ereignis eine Meldung ausgegeben wird.
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