EP4709970A2 - Rotor für eine turbomaschine, turbomaschine, und verfahren zum auswuchten eines rotors einer turbomaschine - Google Patents
Rotor für eine turbomaschine, turbomaschine, und verfahren zum auswuchten eines rotors einer turbomaschineInfo
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- EP4709970A2 EP4709970A2 EP24723897.5A EP24723897A EP4709970A2 EP 4709970 A2 EP4709970 A2 EP 4709970A2 EP 24723897 A EP24723897 A EP 24723897A EP 4709970 A2 EP4709970 A2 EP 4709970A2
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Rotor (10) für eine Turbomaschine. Der Rotor umfasst eine Rotornase (11) mit einer integral ausgeführten Wuchtgeometrie (12) für einen Materialabtrag zum Auswuchten. Die Wuchtgeometrie (12) weist einen ersten Wuchtabschnitt (121) mit einem ersten Massenschwerpunkt (S1) und eine zweite Wuchtabschnitt (122) mit einem zweiten Massenschwerpunkt (S2) aufweist, wobei der erste Massenschwerpunkt (S1) und der zweite Massenschwerpunkt (S2) axial voneinander beabstandet sind. Ferner betrifft die Erfindung eine Turbomaschine mit einem derartigen Rotor sowie ein Verfahren zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit einem Rotor. Gemäß einer alternativen Ausführungsform weist die Wuchtgeometrie eine außen liegende Oberfläche für einen ersten Materialabtrag und eine innen liegende Oberfläche für einen zweiten Materialabtrag zum Auswuchten auf. Die außen liegende Oberfläche hat einen größeren radialen Abstand von einer Rotationsachse des Rotors hat als die innen liegende Oberfläche.
Description
ROTOR FÜR EINE TURBOMASCHINE, TURBOMASCHINE, UND VERFAHREN ZUM AUSWUCHTEN EINES LAUFZEUGS EINER TURBOMASCHINE
TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Turbomaschinen, insbesondere der Rotoren für Turbomaschinen, sowie auf das Gebiet des Auswuchtens, insbesondere des Auswuchtens von Rotoren und Laufzeugen von Turbomaschinen.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] Für die Leistungssteigerung einer Brennkraftmaschine werden heutzutage standardmäßig Abgasturbolader eingesetzt, mit einer Turbine im Abgastrakt der Verbrennungskraftmaschine und mit einem der Verbrennungskraftmaschine vorgelagerten Verdichter. Die Abgase der Brennkraftmaschine werden dabei in der Turbine entspannt. Die dabei gewonnene Arbeit wird mittels einer Welle auf den Verdichter übertragen, welcher die der Brennkraftmaschine zugeführte Luft verdichtet. Durch die Verwendung der Energie der Abgase zur Verdichtung der dem Verbrennungsprozess in der Brennkraftmaschine zugeführten Luft, können der Verbrennungsprozess und der Wirkungsgrad der Brennkraftmaschine optimiert werden.
[0003] Abgasturbolader bestehen im Wesentlichen aus einem Turbinen- und einem Verdichterrad, wobei das Turbinenrad an eine Welle angeschweißt wird, worauf das Verdichterrad auf der gegenüberliegenden Seite befestigt wird.
[0004] Aufgrund der in den Herstellprozessen unvermeidlich auftretenden Form- und Materialgefügeabweichungen resultieren im Bezug zur Rotorachse Masseabweichungen, welche im Allgemeinen als Kombination einer statischen
Unwucht und einer Momentenunwucht, als dynamische Unwucht bezeichnet werden. Im weiteren Montageprozess des Turbinenläufers und bei der Rumpfgruppenmontage entstehen weiteren Unwuchten aufgrund der zusätzlich aufgefädelten unwuchtbehafteten Einzelteilen, den Form-, Lage- und Passungstoleranzen, als auch durch etwaige Plastifizierungen im Wellenverband- und Wellengewinde.
[0005] Im Betriebsfall, also bei Rotation des Rotors, führen diese Unwuchten zu umlaufenden Fliehkräften, die im Idealfall für Rotoren mit starrem Verhalten quadratisch mit der Drehzahl steigen. Für Rotoren mit wellenelastischem Verhalten kann eine Anregung der biegekritischen Eigenform zur Folge sein, was wiederrum zu hohen Kräften führt, die das Lagersystem belasten. Um unter allen Betriebsbedingungen eine Überschreitung der maximalen Lagertragfähigkeit zu vermeiden und so die anvisierte Lebensdauer der Turbolader sicherzustellen, werden diese in einem meist mehrstufigen Prozess auf Unwucht geprüft und im falls nötig ein Massenausgleich durchgeführt, bis die vorab festgelegten Grenzen erfüllt sind.
[0006] Der Wuchtprozess gestaltet sich für Verdichterräder einfacher als für Turbinenräder, da diese bedingt durch einen einfacheren Fertigungsprozess weniger unwuchtbehaftet sind und sich das Material mit geringem Werkzeugverschleiß bearbeiten lässt. Gegebenenfalls können Verdichterräder auch ohne separate Einzelteilwuchtung am Turbolader verbaut werden.
[0007] Bei den Turbinenläufem resultiert die Unwucht nahezu vollständig vom angeschweißtem Turbinenrad, wodurch wegen der hohen Maßabweichungen der Rohteile eine Wuchtung unvermeidlich ist. Zur Reduzierung der Eingangsunwuchten werden häufig auch Wuchtzentrierverfahren bei der Turbinenradbearbeitung angewendet, um Aufwände beim Läuferwuchten zu reduzieren, als auch um den geometrischen Wuchtvorhalt in Grenzen zu halten.
[0008] Zur Kompensation dynamischer Unwuchten werden im Allgemeinen zwei Ausgleichsebenen mit ausreichendem axialem Abstand zueinander benötigt.
Hierzu werden die sogenannten Nasenebenen in Kombination zur jeweiligen Radscheiben- bzw. Radrückenebene verwendet. Das Laufzeug wird anschließend, entweder vor oder nach der Rumpfgruppen-Montage auf Unwucht geprüft und der Materi al ab trag, sofern erforderlich, an mindestens einer aber höchstens zwei zusätzlichen Ausgleichsebene(n) durchgeführt.
[0009] In Summe können für einen Turbolader bzw. für das Laufzeug eines Turboladers bis zu sechs Ausgleichsebenen erforderlich sein, welche im Design des Turboladers berücksichtigt werden müssen. Dies erfordert in der Auslegungsphase eines Turboladers einer entsprechenden Beachtung, was die Bereiche der Rotordynamik, Thermodynamik, Radfestigkeit sowie Industrialisierung tangiert, um nur wenige zu nennen.
[0010] Im off-road Nutzfahrzeugbereich als auch für Anwendungen stationärer Strömungsmaschinen, Kraftwerksgeneratoren oder Motoren der Schifffahrtsbranche werden Turbolader aufgrund ihrer Größe und Masse, sowie den geringeren Stückzahlen in manuellen Prozessen gewuchtet. Hierzu wurden u.a. Verdichterräder entwickelt, welche an der Nasengeometrie ringförmig um den Mittelpunkt mehrere Gewindebohrungen vorgesehen haben, in denen je nach Größe der Unwucht, ein oder mehrere Ausgleichsgewichte, gleicher oder unterschiedlicher Länge bzw. Masse verschraubt werden können.
[0011] Bei der geometrischen Auslegung der Räder müssen aus Gründen der Hersteilbarkeit zusätzlich zu den Bereichen des Wuchtausgleichs - unabhängig der Art der Unwuchtkompensation - Flächen zur Arretierung und Möglichkeiten der Drehmomentübertragung vorgehalten werden. Da bei Turbolader Turbinen- und Verdichterrad über die Welle miteinander verbunden sind, ist ein relatives Verschieben oder gar ein rotatorisches Verdrehen zueinander unter allen Umständen zu verhindern, um sowohl Wellentorsion als auch Unwuchtveränderungen zu verhindern. Dies hat dazu geführt, dass Verdichterräder entweder als gebohrte Variante über eine Wellenmutter oder als geschraubte Variante über das Rad selbst auf der Welle gesichert sind. Weiterhin werden hierbei im Wellenverbund zusätzliche Kleinteile, wie bspw. Lagerbund,
Ölabweisring und Dichtungsbuchse, fixiert.
[0012] Die Geometrien der Radnasen müssen somit meist mindestens eine dieser Doppelfunktion erfüllen, was kein Problem dargestellt, solange diese zueinander abgestimmt sind oder fertigungstechnisch nacheinander abgeschlossen werden ohne dass eine rückwärtige Beeinträchtigung erfolgt. Sofern es allerdings vorgesehen ist an den ein und derselben Ebene bzw. axialen Position am Rad oder Laufzeug in einem aufeinanderfolgenden Wuchtprozess Material bzw. Masse zu kompensieren, gestaltet sich dies deutlich schwieriger, da die diese nicht mehr unabhängig voneinander bearbeitet werden können.
[0013] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher einem Rotor und ein Auswuchtverfahren bereitzustellen, mit welchen ein oder mehrere der aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile teilweise oder vollständig überwunden werden können.
KURZE DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0014] Zur Lösung der obengenannten Aufgabe werden ein Rotor, eine Turbomaschine und ein Verfahren zum Auswuchten eines Laufzeugs gemäß den unabhängigen Ansprüchen bereitgestellt. Weitere Aspekte, Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung sind den abhängigen Patentansprüchen, der Beschreibung und den beiliegenden Figuren zu entnehmen.
[0015] Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ein Rotor für eine Turbomaschine bereitgestellt. Der Rotor umfasst eine Rotomase mit einer integral ausgeführten Wuchtgeometrie für einen Materi al ab trag zum Auswuchten. Die Wuchtgeometrie weist einen ersten Wuchtabschnitt mit einem ersten Massenschwerpunkt und einen zweiten Wuchtabschnitt mit einem zweiten Massenschwerpunkt auf. Der erste Massenschwerpunkt und der zweite Massenschwerpunkt sind axial voneinander beabstandet. Eine maximale radiale Ausdehnung des ersten Wuchtabschnitts ist geringer als eine maximale radiale
Ausdehnung des zweiten Wuchtabschnitts. Der erste Wuchtabschnitt weist eine stimseitige, axiale Oberfläche für einen axialen Materi al ab trag zum Auswuchten des Rotors als Einzelteil auf. Der zweite Wuchtabschnitt weist eine stirnseitige, axiale Oberfläche für einen axialen Materi al ab trag zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit dem Rotor auf.
[0001] Somit wird vorteilhafterweise ein Rotor bereitgestellt der hinsichtlich der Auswuchtung gegenüber dem Stand der Technik verbessert ist. Insbesondere ermöglicht ein Rotor mit einer Wuchtgeometrie gemäß den hierin beschriebenen Ausführungsformen vorteilhafterweise ein Auswuchten des Rotors als Einzelteil und im Laufzeugverbund mittels Materi al ab trag an der Wuchtgeometrie, so dass ein Wuchtabtrag an der Radscheibe oder in der Nabenkontur zwischen den Schaufeln nicht mehr notwendig ist. Ein weiterer Vorteil des Rotors mit einer Wuchtgeometrie mit einer Wuchtgeometrie gemäß den hierin beschriebenen Ausführungsformen ist, dass einfache Bohrwerkzeuge und Vorrichtungen eingesetzt werden können, die ein präzises Zustellen ermöglichen und somit manuelle Ungenauigkeiten und die Anzahl der erforderlichen Iterationsschritten signifikant reduziert werden können. Dies generiert in Summe einen Kostenvorteil bei der Turboladerherstellung und erhöht die Qualität der Unwuchtkompensation.
[0002] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Rotor für eine Turbomaschine bereitgestellt. Der Rotor umfasst eine Rotomase mit einer integral ausgeführten Wuchtgeometrie für einen Materi al ab trag zum Auswuchten. Die Wuchtgeometrie weist eine außen liegende Oberfläche für einen ersten Materi al ab trag zum Auswuchten auf, insbesondere zum Auswuchten des Rotors als Einzelteil. Ferner weist die Wuchtgeometrie eine innen liegende Oberfläche für einen zweiten Materi al ab trag zum Auswuchten auf, insbesondere zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit dem Rotor. Die außen liegende Oberfläche hat einen größeren radialen Abstand von einer Rotationsachse des Rotors hat als die innen liegende Oberfläche.
[0003] Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird eine Turbomaschine,
insbesondere ein Turbolader, mit einem Rotor gemäß einem der hierin beschriebenen Ausführungsformen bereitgestellt.
[0004] Gemäß einem vierten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit einem Rotor bereitgestellt. Das Verfahren umfasst ein Messen einer Unwucht des Rotors als Einzelteil. Der Rotor weist eine Wuchtgeometrie auf, welche ein integraler Bestandteil einer Rotomase des Rotors ist. Die Wuchtgeometrie weist einen ersten Wuchtabschnitt mit einem ersten Massenschwerpunkt auf. Des Weiteren weist die Wuchtgeometrie einen zweiten Wuchtabschnitt mit einem zweiten Massenschwerpunkt auf. Der erste Massenschwerpunkt und der zweite Massenschwerpunkt sind axial voneinander beabstandet. Eine maximale radiale Ausdehnung des ersten Wuchtabschnitts ist geringer ist als eine maximale radiale Ausdehnung des zweiten Wuchtabschnitts. Ferner umfasst das Verfahren ein Auswuchten des Rotors als Einzelteil durch ein erstes Abtragen von Material an einer ersten Stelle des ersten Wuchtabschnitts. Alternativ kann das Verfahren ein Auswuchten des Rotors als Einzelteil durch ein erstes Abtragen von Material an einer ersten Stelle des zweiten Wuchtabschnitts umfassen. Zusätzlich umfasst das Verfahren ein Zusammenbauen des Laufzeugs mit dem als Einzelteil ausgewuchtetem Rotor. Des Weiteren umfasst das Verfahren ein Messen einer Unwucht des Laufzeugs. Außerdem umfasst das Verfahren ein Auswuchten des Laufzeugs durch ein zweites Abtragen von Material an einer zweiten Stelle des zweiten Wuchtabschnitts, wobei die zweite Stelle des zweiten Wuchtabschnitts von der ersten Stelle axial und/oder radial beabstandet ist. Alternativ kann das Verfahren ein Auswuchten des Laufzeugs durch ein zweites Abtragen von Material an einer zweiten Stelle des ersten Wuchtabschnitts umfassen, wobei die zweite Stelle des ersten Wuchtabschnitts von der ersten Stelle des zweiten Wuchtabschnitts axial und/oder radial beabstandet ist.
[0005] Gemäß einem fünften Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit einem Rotor bereitgestellt. Das Verfahren umfasst ein Messen einer Unwucht des Rotors als Einzelteil. Der
Rotor umfasst eine Rotomase mit einer integral ausgeführten Wuchtgeometrie für einen Materi al ab trag zum Auswuchten. Die Wuchtgeometrie weist eine außen liegende Oberfläche für einen ersten Materi al ab trag zum Auswuchten des Rotors als Einzelteil auf. Ferner weist die Wuchtgeometrie eine innen liegende Oberfläche für einen zweiten Materi al ab trag zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit dem Rotor auf. Die außen liegende Oberfläche hat einen größeren radialen Abstand von einer Rotationsachse des Rotors als die innen liegende Oberfläche. Mit andren Worten, die außen liegende Oberfläche ist typischerweise eine radial außen liegende Oberfläche der Wuchtgeometire. Die innen liegende Oberfläche ist typischerweise eine radial innen liegende Oberfläche der Wuchtgeometire. Ferner umfasst das Verfahren ein Auswuchten des Rotors als Einzelteil durch ein erstes Abtragen von Material an einer ersten Stelle der außen liegende Oberfläche. Alternativ kann das Auswuchten des Rotors als Einzelteil auch durch ein erstes Abtragen von Material an einer ersten Stelle der innen liegende Oberfläche erfolgen. Zusätzlich umfasst das Verfahren ein Zusammenbauen des Laufzeugs mit dem als Einzelteil ausgewuchtetem Rotor. Des Weiteren umfasst das Verfahren ein Messen einer Unwucht des Laufzeugs. Außerdem umfasst das Verfahren ein Auswuchten des Laufzeugs durch ein zweites Abtragen von Material an einer zweiten Stelle der innen liegende Oberfläche, insbesondere wobei die zweite Stelle von der ersten Stelle axial beabstandet ist. Alternativ kann das Auswuchten des Laufzeugs auch durch ein zweites Abtragen von Material an einer zweiten Stelle der außen liegende Oberfläche erfolgen.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0006] Im Weiteren soll die Erfindung anhand von in Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen erläutert werden, aus denen sich weitere Vorteile und Abwandlungen ergeben. Hierbei zeigen:
Figur 1 eine schematische Schnittansicht eines Rotors gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen;
Figur 2 eine schematische perspektivische Ansicht einer Wuchtgeometrie gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen;
Figuren 3 und 4 schematische perspektivische Ansichten von Wuchtgeometrien mit beispielhaften Materi al ab trägen gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen;
Figuren 5A-5C beispielhafte Ausführungsformen für axiale Materi al ab träge mittels ausgeführten Bohrgeometrien;
Figur 6 eine schematische perspektivische Ansicht einer Wuchtgeometrie mit beispielhaften Materialabträgen gemäß einer weiteren hierin beschriebenen Ausführungsformen;
Figur 7 eine schematische Schnittansicht eines Rotors mit einer alternativen Wuchtgeometrie gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen;
Figur 8 eine schematische Schnittansicht eines Laufzeugs eines Turbomaschine gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen; und
Figur 9 ein Blockdiagramm zur Veranschaulichung eines Verfahrens zum Auswuchten eines Turboladerlaufzeugs mit einem Rotor gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0007] Im Folgenden werden verschiedenen Ausführungsformen beschrieben, von denen in jeder Abbildung ein oder mehrere Beispiele dargestellt sind. Jedes Beispiel dient der Erläuterung und ist nicht als Einschränkung zu verstehen. Beispielsweise können Merkmale, die als Teil einer Ausführungsform dargestellt oder beschrieben sind, auf oder in Verbindung mit jeder anderen Ausführungsform verwendet werden, um eine weitere Ausführungsform zu erhalten. Es ist beabsichtigt, dass die vorliegende Offenlegung solche
Modifikationen und Variationen einschließt.
[0008] In der folgenden Beschreibung der Figuren beziehen sich die gleichen Referenznummem auf die gleichen oder ähnlichen Komponenten. Im Allgemeinen werden nur die Unterschiede in Bezug auf die einzelnen Ausführungsformen beschrieben. Sofern nicht anders angegeben ist, kann sich die Beschreibung eines Teils oder Aspekts in einer Ausführungsform auch auf ein entsprechendes Teil oder einen entsprechenden Aspekt in einer anderen Ausführungsform beziehen.
[0009] Mit Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 7 wird ein Rotor 10 gemäß der vorliegenden Offenbarung beschrieben. Beispielsweise kann der Rotor 10 ein Turbinenrad oder ein Verdichterrad sein. Gemäß einer Ausführungsform, die mit anderen hierin beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden kann, umfasst der Rotor 10 eine Rotomase 11 mit einer integral ausgeführten Wuchtgeometrie 12 für einen Materi al ab trag zum Auswuchten. Die Wuchtgeometrie 12 weist einen ersten Wuchtabschnitt 121 mit einem ersten Massenschwerpunkt S1 und einen zweiten Wuchtabschnitt 122 mit einem zweiten Massenschwerpunkt S2 auf. Der erste Massenschwerpunkt S1 und der zweite Massenschwerpunkt S2 sind axial voneinander beabstandet.
[0010] Somit wird vorteilhafterweise ein Rotor mit einer integrierten Wuchtgeometrie bereitgestellt, welche es ermöglicht ein Wuchtung als Einzelteil an zwei Ebenen als auch eine spätere Wuchtung am Laufzeug auf kostengünstiger Weise unter hoher Präzision des Wuchtausgleichs im manuellen oder halbautomatisierten Verfahren zu realisieren. Beispielsweise kann bei der Einzel teil wuchtung der erste Wuchtabschnitt 121 und/oder der zweite Wuchtabschnitt 122 für einen Materi al ab trag verwendet werden und zusätzlich kann für ein weiteren Materialabtrag eine Wuchtebene im Bereich der Rotorrückwand und/oder ein Bereich am Rotoraustritt verwendet werden, so dass die Einzelteilwuchtung typischerweise an zwei Ebenen erfolgt.
[0011] Es sei angemerkt, dass der erste Massenschwerpunkt S1 und der zweite
Massenschwerpunkt S2 zusätzlich radial voneinander beabstandet sein können, beispielsweise aufgrund von Fertigungstoleranzen. Beispielhaft ist in Figur 1 die axiale Richtung x, die radiale Richtung r und der axiale Abstand Ax zwischen dem ersten Massenschwerpunkt S1 und dem zweiten Massenschwerpunkt S2 eingezeichnet. Nach einem Auswuchtmaterialabtrag an dem ersten Wuchtabschnitt 121 und/oder dem zweiten Wuchtabschnitt 122 kann der erste Massenschwerpunkt S1 und der zweite Massenschwerpunkt S2 axial und radial voneinander beabstandet sein.
[0012] In der vorliegenden Offenbarung kann unter einer „Wuchtgeometrie“ eine spezifische Geometrie eines Rotorbereichs, insbesondere der Rotornase, verstanden werden, die es ermöglicht, den Rotor durch Materi al ab trag an bestimmten Stellen der Wuchtgeometrie auszuwuchten. Es handelt sich also um eine speziell für den Zweck des Auswuchtens konzipierte Geometire die Teil des Rotors ist.
[0013] Unter einer „Rotornase“ kann in der vorliegenden Offenbarung der vordere Teil des Rotors verstanden werden. Im Kontext eines Turbolader-Rotors, wie beispielsweise einem Verdichterrad oder Turbinenrad, bezieht sich die Rotomase auf den vorderen Teil des Rotors, der sich am nächsten zum Einlassoder Auslassbereich des Turboladers befindet.
[0014] In der vorliegenden Offenbarung kann unter einem „Wuchtabschnitt“ ein Bereich der Wuchtgeometrie verstanden werden, an dem Material abgetragen wird, um den Rotor oder ein Laufzeug mit dem Rotor auszuwuchten. Es handelt sich um einen spezifischen Teil der Wuchtgeometrie, der entsprechend den Anforderungen der Auswuchtung ausgelegt ist und an dem Material entfernt wird, um eine einheitliche Verteilung der Massen und eine korrekte Rotation des Rotors bzw. Laufzeugs zu gewährleisten. Die Begriffe „erster Wuchtabschnitt“ und „zweiter Wuchtabschnitt“ können als separate Wuchtabschnitte verstanden werden. Mit anderen Worten, typischerweise gibt es keine Überschneidung des ersten Wuchtabschnitts mit dem zweiten Wuchtabschnitt.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform, die mit anderen hierin beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden kann, ist eine maximale radiale Ausdehnung Rimax des ersten Wuchtabschnitts 121 geringer ist als eine maximale radiale Ausdehnung R2max des zweiten Wuchtabschnitts 122.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform, die mit anderen hierin beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden kann, weist der erste Wuchtabschnitt 121 eine stimseitige axiale Oberfläche 121 A für einen axialen Materialabtrag zum Auswuchten auf. Alternativ oder zusätzlich kann der erste Wuchtabschnitt 121 eine radiale Oberfläche 121R für einen radialen Materi al ab trag zum Auswuchten aufweisen.
[0017] In der vorliegenden Offenbarung kann unter einer „axialen Oberfläche“ eine Oberfläche verstanden werden, welche eine Flächennormale in im Wesentlichen axialer Richtung aufweist. Unter einer „im Wesentlichen axialen Richtung“ kann eine Richtung verstanden werden, die innerhalb eines Toleranzbereichs von der exakten axialen Richtung abweichen kann. Beispielsweise kann die im Wesentlichen axiale Richtung eine Richtung sein, die innerhalb eines Toleranzbereichs von weniger als ± 40°, insbesondere weniger als ± 25° und noch spezieller weniger als ± 15°, von der exakten axialen Richtung x abweicht. Unter einer „radialen Oberfläche“ kann eine Oberfläche verstanden werden, welche eine Flächennormale in im Wesentlichen radialer Richtung aufweist. Unter einer „im Wesentlichen radialen Richtung“ kann eine Richtung verstanden werden, die innerhalb eines Toleranzbereichs von der exakten radialen Richtung abweichen kann. Beispielsweise kann die im Wesentlichen radiale Richtung eine Richtung sein, die innerhalb eines Toleranzbereichs von weniger als ± 40°, insbesondere weniger als ± 25° und noch spezieller weniger als ± 15°, von der exakten radialen Richtung x abweicht.
[0018] Gemäß einer Ausführungsform, die mit anderen hierin beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden kann, weist der zweite Wuchtabschnitt 122 eine stirnseitige axiale Oberfläche 122A für einen axialen Materi al ab trag zum Auswuchten auf. Alternativ oder zusätzlich kann der zweite
Wuchtabschnitt 122 eine radiale Oberfläche 122R für einen radialen Materi al ab trag zum Auswuchten aufweisen.
[0019] Gemäß einer Ausführungsform, die mit anderen hierin beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden kann, weist der erste Wuchtabschnitt 121 eine für ein Montagewerkzeug angepasste Außenkontur 1211 auf, wie es beispielhaft in Figur 2 dargestellt ist. Alternativ kann der erste Wuchtabschnitt 121 eine für ein Montagewerkzeug angepasste Innenkontur 1212 aufweisen, wie es beispielhaft in Figur 6 dargestellt ist.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform, die mit anderen hierin beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden kann, weist eine Rotorrückseite 13 ein zentral angeordnetes Verbindungselement 14 zur Verbindung mit einer Welle 20 auf, wie es beispielhaft in den Figuren 1 und 8 dargestellt ist. Insbesondere kann das zentral angeordnete Verbindungselement 14 ein Sackloch mit einem Innengewinde, beispielsweise einem dreigängigen Innengewinde, sein. Alternativ kann das zentral angeordnete Verbindungselement ein Stutzen sein, beispielsweise ein Stutzen mit einem Außengewinde, insbesondere einem dreigängigen Außengewinde. Alternativ kann das Verbindungselement 14 gewindefrei sein und mittles einer Schweißverbindung, insbesondere einer Reib Schweißverbindung, mit der Welle verbunden werden.
[0021] Mit Bezugnahme auf Figur 7 wird eine Rotor 10 mit einer weiteren Variante der Wuchtgeometrie 20 beschrieben. Gemäß einer Ausführungsform, die mit anderen hierin beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden kann, umfasst der Rotor 10 eine Rotomase 11 mit einer integral ausgeführten Wuchtgeometrie 12 für einen Materi al ab trag zum Auswuchten. Wie beispielhaft in Figur 7 dargestellt ist, weist die Wuchtgeometrie 12 eine außen liegende Oberfläche 123 für einen ersten Materi al ab trag zum Auswuchten auf. Zusätzlich weist die Wuchtgeometrie 12 eine innen liegende Oberfläche 124 für einen zweiten Materi al ab trag zum Auswuchten auf. Wie in Figur 7 gezeigt ist, hat die außen liegende Oberfläche 123 einen größeren radialen Abstand von einer Rotationsachse 111 des Rotors 10 als die innen liegende Oberfläche 124.
[0022] In der vorliegenden Offenbarung kann unter einer "außen liegende Oberfläche" die äußere Fläche der Wuchtgeometrie verstanden werden. Insbesondere ist die außen liegende Oberfläche, diejenige Oberfläche die nach außen zeigt. Unter einer "innen liegende Oberfläche" kann eine nach innen gerichtet Oberfläche der Wuchtgeometrie verstanden werden. Typischerweise ist die innen liegende Oberfläche der Wuchtgeometrie von außen bei einer seitlichen Ansicht nicht sichtbar, da sie sich im Inneren der Wuchtgeometrie befindet.
[0023] Wie es in Figur 7 beispielhaft dargestellt ist umfasst die außen liegende Oberfläche 123 der Wuchtgeometrie 12 typischerweise eine nach außen gerichtete axiale Oberfläche 123A und eine nach außen gerichtete radiale Oberfläche 123R. Die innen liegende Oberfläche 124 der Wuchtgeometrie 12 umfasst typischerweise eine nach innen gerichtete radiale Oberfläche 124R und eine im Inneren der Wuchtgeometrie angeordnete axiale Oberfläche 124A.
[0024] Es versteht sich, dass durch Verwendung eines Rotors 10 gemäß einer der hierein beschriebenen Ausführungsformen in einer Turbomaschine, beispielsweise in einem Turbolader, eine verbesserte Turbomaschine, insbesondere ein verbesserter Turbolader bereitgestellt werden kann.
[0025] Demnach umfasst die Turbomaschine typischerweise einen Rotor mit einer Wuchtgeometrie 12, die mindestens einen Materialabtrag aufweist. Insbesondere kann der Materialabtrag an einer oder mehreren der folgenden Flächen erfolgt sein: einer stimseitigen axialen Oberfläche 121A des ersten Wuchtabschnitts 121, einer radialen Oberfläche 121R des ersten Wuchtabschnitts
121, einer stimseitigen axialen Oberfläche 122A des zweiten Wuchtabschnitts
122, einer radialen Oberfläche 122R des zweiten Wuchtabschnitts 122, einer radialen Oberfläche 123R einer außen liegenden Oberfläche 123, einer axialen Oberfläche 123A einer außen liegenden Oberfläche 123, einer axialen Oberfläche 124 A einer innen liegenden Oberfläche 124, und einer radialen Oberfläche 124R einer innen liegenden Oberfläche 124 aufweist.
[0026] Mit Bezugnahme auf das Blockdiagramm in Figur 9 wird ein
Verfahren 30 zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit einem Rotor 10 gemäß der vorliegenden Offenbarung beschrieben. Figur 8 zeigt eine schematische Schnittansicht eines Laufzeugs eines Turboladers, wobei der Rotor 10 ein Verdichterrad ist der mittels einer Welle 20 mit einem Turbinenrad 21 verbunden ist.
[0027] Gemäß einer Ausführungsform, die mit anderen hierin beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden kann, umfasst das Verfahren 30 ein Messen (schematisch dargestellt durch Block 31 in Figur 9) einer Unwucht des Rotors 10 als Einzelteil. Ferner umfasst das Verfahren ein Auswuchten (schematisch dargestellt durch Block 32 in Figur 9) des Rotors als Einzelteil durch ein erstes Abtragen von Material an einer ersten Stelle einer Wuchtgeometrie, welche ein integraler Bestandteil einer Rotomase des Rotors ist. Zusätzlich umfasst das Verfahren ein Zusammenbauen (schematisch dargestellt durch Block
33 in Figur 9) des Laufzeugs mit dem als Einzelteil ausgewuchtetem Rotor. Des Weiteren umfasst das Verfahren ein Messen (schematisch dargestellt durch Block
34 in Figur 9) einer Unwucht des Laufzeugs. Außerdem umfasst das Verfahren ein Auswuchten (schematisch dargestellt durch Block 35 in Figur 9) des Laufzeugs durch ein zweites Abtragen von Material an einer zweiten Stelle der Wuchtgeometrie, wobei die zweite Stelle von der ersten Stelle axial und/oder radial beabstandet ist.
[0028] Gemäß einer Ausführungsform, die mit anderen hierin beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden kann, ist der Rotor in dem Verfahren 30 ein Rotor gemäß einer der hierin beschriebenen Ausführungsformen. Die erste Stelle zum Abtragen von Material für das Auswuchten des Rotors 10 als Einzelteil kann sich an dem zweiten Wuchtabschnitt 122 und die zweite Stelle zum Abtragen von Material für das Auswuchten des Laufzeugs kann sich an dem ersten Wuchtabschnitt 121 befinden. Alternativ kann sich die erste Stelle zum Abtragen von Material für das Auswuchten des Rotors 10 als Einzelteil an dem ersten Wuchtabschnitt 121 und die zweite Stelle zum Abtragen von Material für das Auswuchten des Laufzeugs an dem zweiten Wuchtabschnitt 122 befinden.
[0029] In Zusammenhang mit der in Figur 7 dargestellten alternativen Variante sei angemerkt, dass sich die erste Stelle zum Abtragen von Material für das Auswuchten des Rotors 10 als Einzelteil an der außen liegende Oberfläche 123 und sich die zweite Stelle zum Abtragen von Material für das Auswuchten des Laufzeugs an der innen liegende Oberfläche 124 befinden kann. Alternativ kann sich die erste Stelle zum Abtragen von Material für das Auswuchten des Rotors 10 als Einzelteil an der innen liegenden Oberfläche 124 und die zweite Stelle zum Abtragen von Material für das Auswuchten des Laufzeugs an der außen liegenden Oberfläche 123 befinden.
[0030] Gemäß einer Ausführungsform, die mit anderen hierin beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden kann das Abtragen von Material für das Auswuchten des Rotors als Einzelteil an einer radialen Oberfläche 122R und/oder axialen Oberfläche 122A des zweiten Wuchtabschnitts 122 erfolgen. Das Abtragen von Material für das Auswuchten des Laufzeugs kann an einer stimseitigen axialen Oberfläche 121Aund/oder an einer radialen Oberfläche 121R des ersten Wuchtabschnitts 121 erfolgen. Alternativ kann das Abtragen von Material für das Auswuchten des Rotors als Einzelteil an einer stirnseitigen axialen Oberfläche 121A und/oder an einer radialen Oberfläche 121R des ersten Wuchtabschnitts 121 erfolgen. Ebenso kann alternativ das Abtragen von Material für das Auswuchten des Laufzeugs an einer radialen Oberfläche 122R und/oder axialen Oberfläche 122A des zweiten Wuchtabschnitts 122 erfolgen.
[0031] In Zusammenhang mit der in Figur 7 dargestellten alternativen Variante sei angemerkt, dass das Abtragen von Material für das Auswuchten des Rotors als Einzelteil an der radialen Oberfläche 123R und/oder der axialen Oberfläche 123 A der außen liegenden Oberfläche 123 erfolgen kann. Das Abtragen von Material für das Auswuchten des Laufzeugs kann an einer axialen Oberfläche 124 A und/oder an einer radialen Oberfläche 124R der innen liegenden Oberfläche 124 erfolgen. Alternativ kann das Abtragen von Material für das Auswuchten des Rotors als Einzelteil an der radialen Oberfläche 124R und/oder der axialen Oberfläche 124 A der innen liegenden Oberfläche 124 erfolgen. Ebenso kann
alternativ das Abtragen von Material für das Auswuchten des Laufzeugs an der radialen Oberfläche 123R und/oder der axialen Oberfläche 123A der außen liegenden Oberfläche 123 erfolgen.
[0032] Das Abtragen von Material an der stirnseitigen axialen Oberfläche 121 A und/oder der radialen Oberfläche 121R des ersten Wuchtabschnitts 121 kann durch Ausführung mindestens einer Bohrgeometrie 15 erfolgen. Ebenso kann das Ab tragen von Material an einer radialen Oberfläche 122R und/oder axialen Oberfläche 122A des zweiten Wuchtabschnitts 122 durch Ausführung mindestens einer Bohrgeometrie erfolgen. Beispielhaft ist in Figur 3 eine Bohrgeometrie 15 in der stirnseitigen axialen Oberfläche 121 A dargestellt. Figur 4 zeigt ein Beispiel mit einer ersten Bohrgeometrie 151 und einer zweiten Bohrgeometrie, die jeweils in der stirnseitigen axialen Oberfläche 121 A ausgeführt wurden. Ferner sind in den Figuren 3, 4 und 6 radiale Materi al ab träge 16 beispielhaft dargestellt. Das Abtragen von Material kann beispielsweise durch Bohren, Fräsen oder andere mechanische Materialabtragungsverfahren erfolgen.
[0033] In Zusammenhang mit der in Figur 7 dargestellten alternativen Variante sei angemerkt, dass das Abtragen von Material an der axialen Oberfläche 123A und/oder der radialen Oberfläche 123R der außen liegenden Fläche 123 durch Ausführung mindestens einer Bohrgeometrie 15 erfolgen. Ebenso kann das Ab tragen von Material an einer radialen Oberfläche 124R und/oder axialen Oberfläche 124 A der innen liegenden Fläche 124 durch Ausführung mindestens einer Bohrgeometrie erfolgen. Fermer sei angemerkt, dass das Abtragen von Material an der axialen Oberfläche 123A und/oder der radialen Oberfläche 123R der außen liegenden Fläche 123 durch Fräsen erfolgen kann. Ebenso kann das Ab tragen von Material an einer radialen Oberfläche 124R und/oder axialen Oberfläche 124A der innen liegenden Fläche 124 durch Fräsen erfolgen.
[0034] Die Bohrgeometrie kann beispielsweise zylindrisch (nicht explizit dargestellt) oder konisch (siehe Figur 5A) ausgeführt werden. Ferner kann die Bohrgeometrie mit einer zylindrischen (siehe Figur 5C) oder konischen Senkung (siehe Figur 5B) ausgeführt werden. Es versteht sich, dass das die Bohrgeometrie
auch andere Konturen und aufweisen kann.
[0035] Wie aus den hierin beschriebenen Ausführungsformen hervorgeht, werden gemäß der Erfindung vorteilhafterweise ein Rotor und ein Auswuchtverfahren bereitgestellt, welche gegenüber dem Stand der Technik verbessert sind. Durch den Einsatz eines Rotors mit einer Wuchtgeometrie gemäß den beschriebenen Ausführungsformen kann der Rotor effektiver ausgewuchtet werden, sowohl als Einzelteil als auch im Laufzeuggesamtsystem, indem Material von der Wuchtgeometrie abgetragen wird. Dadurch entfällt die Notwendigkeit eines Wuchtabtrags an der Radscheibe oder in der Nabenkontur zwischen den Schaufeln. Ein weiterer Vorteil dieser Wuchtgeometrie besteht darin, dass einfache Bohrwerkzeuge und Vorrichtungen verwendet werden können, um eine präzise Zustellung zu ermöglichen. Ferner können Auswuchtbohrgeometrien konisch ausgestaltet werden, was das Risiko unerwünschter Materialansammlungen reduziert und im Bedarfsfall einen erneuten Wuchtabtrag an einer gleichen oder benachbarter Stelle erleichtert. Dies reduziert manuelle Ungenauigkeiten und die Anzahl der erforderlichen Iterationsschritte erheblich, was zu Kosteneinsparungen bei der Herstellung von Turboladern führt und die Qualität der Unwuchtkompensation verbessert.
BEZUGSZEICHENLISTE
10 Rotor
11 Rotornase
111 Rotationsachse
112 Schaufel
12 Wuchtgeometrie
121 erster Wuchtab schnitt
121 A stirnseitige axiale Oberfläche des ersten Wuchtabschnitts für axialen
Materi al ab trag
121R radiale Oberfläche des ersten Wuchtabschnitts für radialen
Materi al ab trag
1211 für Montagewerkzeug angepasste Außenkontur der erste
Wuchtgeometrie
1212 für Montagewerkzeug angepasste Innenkontur des ersten Wuchtabschnitt
122 zweiter Wuchtabschnitt
122 A stirnseitige axialen Oberfläche
122R radiale Oberfläche des zweiten Wuchtabschnitt für radialen
Materi al ab trag
123 außen liegende Oberfläche der Wuchtgeometrie
123A axiale Oberfläche der außen liegenden Oberfläche
123R radiale Oberfläche der außen liegenden Oberfläche
124 innen liegende Oberfläche der Wuchtgeometrie
124 A axiale Oberfläche der innen liegenden Oberfläche
124R radiale Oberfläche der innen liegenden Oberfläche
13 Rotorrückseite
14 Verbindungselement
15 Bohrgeometrie
151 erste Bohrgeometrie
152 zweite Bohrgeometrie
16 radialer Materialabtrag 0 Welle 1 Turbinenrad
erster Massenschwerpunkt zweiter Massenschwerpunkt Verfahren zum Auswuchten eines Laufzeugs mit einem Rotor-35 Blöcke des Blockdiagrams zur Veranschaulichung von Verfahrensschritten des Verfahrens zum Auswuchten
Claims
ANSPRÜCHE
1. Rotor (10) für eine Turbomaschine, umfassend eine Rotornase (11) mit einer integral ausgeführten Wuchtgeometrie (12) für einen Materi al ab trag zum Auswuchten, wobei die Wuchtgeometrie (12) einen ersten Wuchtabschnitt (121) mit einem ersten Massenschwerpunkt (Sl) und einen zweiten Wuchtabschnitt (122) mit einem zweiten Massenschwerpunkt (S2) aufweist, wobei der erste Massenschwerpunkt (Sl) und der zweite Massenschwerpunkt (S2) axial voneinander beabstandet sind, wobei eine maximale radiale Ausdehnung (Rimax) des ersten Wuchtabschnitts (121) geringer ist als eine maximale radiale Ausdehnung (R2max) des zweiten Wuchtabschnitts (122), wobei der erste Wuchtabschnitt (121) eine stirnseitige axialen Oberfläche (121 A) für einen axialen Materialabtrag zum Auswuchten des Rotors (10) als Einzelteil aufweist, und wobei der zweite Wuchtabschnitt (122) eine stirnseitige axiale Oberfläche (122A) für einen axialen Materialabtrag zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit dem Rotor (10) aufweist.
2. Rotor (10) gemäß Anspruch 1, wobei der erste Wuchtabschnitt (121) ferner eine radiale Oberfläche (121R) für einen radialen Materi al ab trag zum Auswuchten aufweist.
3. Rotor (10) gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei der zweite Wuchtabschnitt (122) ferner eine radiale Oberfläche (122R) für einen radialen Materi al ab trag zum Auswuchten aufweist.
4. Rotor (10) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der erste Wuchtabschnitt (121) eine für ein Montagewerkzeug angepasste Außenkontur (1211) oder Innenkontur (1212) aufweist.
5. Rotor (10) gemäß Anspruch 1 bis 4, wobei eine Rotorrückseite (13) ein zentral angeordnetes Verbindungselement (14) zur Verbindung mit einer Welle (20) aufweist, insbesondere wobei das zentral angeordnete Verbindungselement (14) ein Sackloch mit einem Innengewinde, insbesondere einem dreigängigen Gewinde, ist, oder insbesondere wobei das zentral angeordnete Verbindungselement ein Stutzen ist, insbesondere mit einem Außengewinde.
6. Rotor gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Rotor ein Verdichterrad oder ein Turbinenrad ist.
7. Rotor (10) für eine Turbomaschine, umfassend eine Rotornase (11) mit einer integral ausgeführten Wuchtgeometrie (12) für einen Materi al ab trag zum Auswuchten, wobei die Wuchtgeometrie (12) eine außen liegende Oberfläche (123) für einen ersten Materialabtrag zum Auswuchten aufweist, und wobei die Wuchtgeometrie (12) eine innen liegende Oberfläche (124) für einen zweiten Materi al ab trag zum Auswuchten aufweist, wobei die außen liegende Oberfläche (123) einen größeren radialen Abstand von einer Rotationsachse
(111) des Rotors hat als die innen liegende Oberfläche (124).
8. Turbomaschine, insbesondere Turbolader, mit einem Rotor (10) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7.
9. Turbomaschine gemäß Anspruch 8, wobei die Wuchtgeometrie (12) mindestens einen Materialabtrag an einer oder mehreren Flächen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einer stirnseitigen axialen Oberfläche (121A) des ersten Wuchtabschnitts (121), einer radialen Oberfläche (121R) des ersten Wuchtabschnitts (121), einer stimseitigen axialen Oberfläche (122A) des zweiten Wuchtabschnitts (122), einer radialen Oberfläche (122R) des zweiten Wuchtabschnitts (122), einer radialen Oberfläche (123R) einer außen liegenden Oberfläche (123), einer axialen Oberfläche (123 A) einer außen liegenden Oberfläche (123), einer axialen Oberfläche (124A) einer innen liegenden
Oberfläche (124), und einer radialen Oberfläche (124R) einer innen liegenden Oberfläche (124) aufweist.
10. Verfahren (30) zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit einem Rotor (10), umfassend:
- Messen (31) einer Unwucht des Rotors (10) als Einzelteil, wobei der Rotor eine Wuchtgeometrie (12) aufweist, welche ein integraler Bestandteil einer Rotornase (11) des Rotors (10) ist, wobei die Wuchtgeometrie (12) einen ersten Wuchtabschnitt (121) mit einem ersten Massenschwerpunkt (Sl) und einen zweiten Wuchtabschnitt (122) mit einem zweiten Massenschwerpunkt (S2) aufweist, wobei der erste Massenschwerpunkt (Sl) und der zweite Massenschwerpunkt (S2) axial voneinander beabstandet sind, wobei eine maximale radiale Ausdehnung (Rimax) des ersten Wuchtabschnitts (121) geringer ist als eine maximale radiale Ausdehnung (R2max) des zweiten Wuchtabschnitts (122),
- Auswuchten (32) des Rotors (10) als Einzelteil durch ein erstes Abtragen von Material an einer ersten Stelle des ersten Wuchtabschnitts (121),
- Zusammenbauen (33) des Laufzeugs mit dem als Einzelteil ausgewuchtetem Rotor (10);
- Messen (34) einer Unwucht des Laufzeugs, und
- Auswuchten (35) des Laufzeugs durch ein zweites Abtragen von Material an einer zweiten Stelle des zweiten Wuchtabschnitts (122), wobei die zweite Stelle von der ersten Stelle axial und/oder radial beabstandet ist.
11. Verfahren (30) gemäß Anspruch 10, wobei der Rotor (10) ein Rotor gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 ist, wobei sich die erste Stelle zum Abtragen von Material für das Auswuchten des Rotors (10) als Einzelteil an dem zweiten Wuchtabschnitt (122) befindet, und wobei sich die zweite Stelle zum Abtragen von Material für das Auswuchten des Laufzeugs an dem ersten Wuchtabschnitt (121) befindet, oder umgekehrt.
12. Verfahren (30) gemäß Anspruch 11, wobei das Abtragen von Material für das Auswuchten des Rotors (10) als Einzelteil an einer radialen Oberfläche (122R) und/oder axialen Oberfläche (122A) des zweiten
Wuchtabschnitts (122) erfolgt, und wobei das Abtragen von Material für das Auswuchten des Laufzeugs an einer stirnseitigen axialen Oberfläche (121A) und/oder an einer radialen Oberfläche (121R) des ersten Wuchtabschnitts (121) erfolgt, oder umgekehrt.
13. Verfahren (30) gemäß Anspruch 12, wobei das Abtragen von Material an der stirnseitigen axialen Oberfläche (121 A) und/oder einer radialen Oberfläche (121R) des ersten Wuchtabschnitts (121) durch Ausführung mindestens einer Bohrgeometrie (15) erfolgt.
14. Verfahren gemäß Anspruch 13, wobei die mindestens eine Bohrgeometrie (15) zylindrisch oder konisch ausgeführt wird, und insbesondere wobei die die mindestens eine Bohrgeometrie mit einer zylindrischen oder konischen Senkung ausgeführt wird.
15. Verfahren (30) zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit einem Rotor (10), umfassend:
- Messen einer Unwucht des Rotors (10) als Einzelteil, wobei der Rotor (10) eine Rotornase mit einer integral ausgeführten Wuchtgeometrie für einen Materi al ab trag zum Auswuchten umfasst, wobei die Wuchtgeometrie eine außen liegende Oberfläche für einen ersten Materi al ab trag zum Auswuchten des Rotors als Einzelteil aufweist, wobei die Wuchtgeometrie ferner eine innen liegende Oberfläche für einen zweiten Materi al ab trag zum Auswuchten eines Laufzeugs einer Turbomaschine mit dem Rotor aufweist, wobei die außen liegende Oberfläche einen größeren radialen Abstand von einer Rotationsachse des Rotors hat als die innen liegende Oberfläche,
- Auswuchten des Rotors als Einzelteil durch ein erstes Abtragen von Material an einer ersten Stelle der außen liegende Oberfläche,
- Zusammenbauen des Laufzeugs mit dem als Einzelteil ausgewuchtetem Rotor,
- Messen einer Unwucht des Laufzeugs, und
- Auswuchten des Laufzeugs durch ein zweites Abtragen von Material an einer zweiten Stelle der innen liegende Oberfläche, insbesondere wobei die zweite Stelle von der ersten Stelle axial beabstandet ist, und insbesondere wobei der Rotor ein Rotor gemäß Anspruch 7 ist.
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