Materialbearbeitungssystem und Verfahren zum Transportieren von Materialteilen
Die Erfindung betrifft ein Materialbearbeitungssystem, insbesondere ein Blechbearbeitungssystem, umfassend eine Materialbearbeitungseinrichtung, insbesondere eine Blechbearbeitungseinrichtung, insbesondere eine Laserschneideeinrichtung, und eine Transporteinrichtung zum Beladen und/oder Entladen der Materialbearbeitungseinrichtung mit Materialteilen, wobei die Transporteinrichtung umfasst: einen ersten Primärträger mit einem ersten Primärlinearantrieb, einen zweiten Primärträger mit einem zweiten Primärlinearantrieb, einen Sekundärträger mit einem Sekundärlinearantrieb, einen Tertiärträger mit einem Tertiärantrieb und eine Teileaufnahmeeinrichtung zum Aufnehmen von Blechteilen, wobei der Sekundärträger mit dem ersten Primärlinearantrieb und dem zweiten Primärlinearantrieb jeweils gekoppelt und durch diesen bewegbar ist, wobei der Tertiärträger mit dem Sekundärlinearantrieb gekoppelt und durch diesen bewegbar ist, wobei die Teileaufnahmeeinrichtung mit dem Tertiärantrieb gekoppelt und durch diesen bewegbar ist.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Transportieren von Materialteilen, insbesondere von Blechteilen in einem Materialbearbeitungssystem, insbesondere einem Blechbearbeitungssystem, vorstehend genannter Art.
Laserschneideeinrichtungen bieten die Möglichkeit, Bleche mit hoher Geschwindigkeit und mit hoher Präzision zu schneiden. Aufgrund der hohen Arbeitsgeschwindigkeit moderner Laserschneideeinrichtungen hat sich die Geschwindigkeit des Transports der Blechteile beim Be- und Entladen der Laserschneideeinrichtung zu einem entscheidenden Faktor für die Wirtschaftlichkeit des Produktionsprozesses von Blechteilen entwickelt. Generell hat die Transportgeschwindigkeit in Blechbearbeitungssystemen häufig einen maßgeblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Systems.
Es sind verschiedenartige Blechbearbeitungssysteme mit Transporteinrichtungen bekannt. Meist werden kartesische Roboter eingesetzt, welche verhältnismäßig einfach aufgebaut und zu programmieren sind. Allerdings bilden die bekannten
Transporteinrichtungen häufig das Nadelöhr bezüglich des Durchsatzes im Produktionsprozess.
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, den Transport von Materialteilen in einem Materialbearbeitungssystem eingangs genannter Art zu beschleunigen. Als Material ist dabei insbesondere an Blech zu denken. Im Folgenden wird die Erfindung weitgehend anhand des Materials „Blech“ beschrieben, da die Bearbeitung von Blechen ein besonderer Einsatzfall der Erfindung ist. Wenn also im Folgenden die Rede von Blechen ist, ist das nicht notwendig auf Stahlbleche beschränkt, sondern kann auch andere Materialien betreffen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Materialbearbeitungssystem, insbesondere ein Blechbearbeitungssystem nach Anspruch 1 und insbesondere dadurch, dass die T ransporteinrichtung für wenigstens einen T ransportvorgang, insbesondere für eine Vielzahl von Transportvorgängen, dazu eingerichtet ist, ein Materialteil, insbesondere ein Blechteil hauptsächlich in einer Transportrichtung zu transportieren, welche zumindest im Wesentlichen entlang dem Sekundärlinearantrieb verläuft.
Ein besonderer Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass der Sekundärträger nicht oder nur relativ geringfügig zur Durchführung des Transportvorgangs bewegt werden muss. Denn der Transportvorgang erfolgt vor allem entlang dem Sekundärträger. Da der Sekundärträger typischerweise eine relativ große Masse aufweist, würden für eine schnelle Bewegung des Sekundärträgers sonst äußerst starke Antriebe benötigt. Generell ist die erreichbare Beschleunigung durch die Masse der Sekundärträger und letztlich auch durch die hiermit verbundenen Massen, etwa des Tertiärträgers und der Teileaufnahmeeinrichtung, begrenzt.
Bei den bekannten Lösungen ist es üblich, dass die Transportrichtung bei den Transportvorgängen jeweils hauptsächlich entlang den Primärlinearantrieben verläuft. Dies hat den oben angedeuteten Nachteil, dass der Sekundärträger relativ viel bewegt werden muss. Insbesondere legt der Sekundärträger in den bekannten Lösungen häufig fast die gesamte Wegstrecke des Blechteils zurück.
Durch die weitgehende Vermeidung einer Bewegung des Sekundärträgers bei einem Transportvorgang mit der erfindungsgemäß ausgebildeten Transporteinrichtung lässt sich ein besonders schneller Transport der Blechteile erreichen. Dies gilt insbesondere, aber nicht nur, für kleinere Blecheinzelteile und/oder den Vorgang des Entladens der Blechbearbeitungseinrichtung. Denn bei kleineren Blecheinzelteilen sind meistens deutlich mehr Transportvorgänge nötig. Gleichwohl ergibt sich der Vorteil auch beim Transport von großen Blechen und/oder für den Fall, dass relativ wenige Transportvorgänge nötig sind.
Bei dem Transportvorgang kann es sich insbesondere um einen Entladevorgang oder einen Beladevorgang handeln. Es können auch mehrere und/oder unterschiedliche Transportvorgänge erfindungsgemäß implementiert sein.
Die hauptsächliche Transportrichtung verläuft bevorzugt quer, insbesondere zumindest im Wesentlichen senkrecht zum ersten und/oder zweiten Primärträger und/oder zum ersten und/oder zweiten Primärlinearantrieb.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass mittels der Teilaufnahmeeinrichtung ein jeweiliges Blechteil von einem ersten Bereich oder Aufnahmebereich zu einem zweiten Bereich oder Ablagebereich transportierbar ist. Die Begriffe Aufnahmebereich und Ablagebereich beziehen sich auf einen Transportvorgang und können für unterschiedliche Transportvorgänge unterschiedlich sein. Beispielsweise kann auch ein Aufnahmebereich eines ersten Transportvorgangs, beispielsweise eines Entladevorgangs, mit einem Ablagebereich eines zweiten Transportvorgangs, beispielsweise eines Beladevorgangs, zusammenfallen oder überlappen. Beispielsweise kann ein Ladebereich, Feeding-Tray und/oder Materialzuführbereich für die Blechbearbeitungseinrichtung vorgesehen sein, der sowohl dem Beladen als auch dem Entladen der Blechbearbeitungseinrichtung dient. Es können beispielsweise ein oder mehrere Lagerbereiche vorgesehen sein, in denen jeweils z.B. Blechteile zum Zuführen zur Blechbearbeitungseinrichtung oder von der Blechbearbeitungseinrichtung abgeführte Blechteile gelagert werden können.
Bevorzugt überspannt der Sekundärträger und/oder der Sekundärlinearantrieb in Richtung parallel zum Sekundärträger bzw. Sekundärlinearantrieb sowohl einen Aufnahmebereich als auch einen Ablagebereich wenigstens eines T ransportvorgangs.
Der Sekundärlinearantrieb kann beispielsweise eine Längserstreckung aufweisen, wobei sich ein Aufnahmebereich und ein Ablagebereich wenigstens eines Transportvorgangs in unterschiedlichen Abschnitten in Bezug auf die Längserstreckung befinden.
Zwischen den genannten Einheiten der Transporteinrichtung, insbesondere zwischen der Teileaufnahmeeinrichtung und dem Tertiärantrieb bzw. dem Tertiärträger können grundsätzlich weitere Elemente und/oder Antriebe bzw. Träger vorgesehen sein.
Der erste und/oder der zweite Primärlinearantrieb kann bevorzugt als Linearmotor ausgeführt sein. Alternativ ist z.B. eine Ausführung als Zahnstangenantrieb, Spindeltrieb oder mit einem Schub- und/oder Zugmittel, wie z.B. einem Riemen, einem Seil oder einer Kette, möglich.
Der Sekundärlinearantrieb kann bevorzugt als Linearmotor ausgeführt sein. Alternativ ist z.B. eine Ausführung als Zahnstangenantrieb, Spindeltrieb oder mit einem Schub- und/oder Zugmittel, wie z.B. einem Riemen, einem Seil oder einer Kette, möglich.
Der Tertiärantrieb kann bevorzugt als ein Linearantrieb, insbesondere Linearmotor, ausgeführt sein. Alternativ ist z.B. eine Ausführung als Zahnstangenantrieb, Spindeltrieb oder mit einem Schub- und/oder Zugmittel, wie z.B. einem Riemen, einem Seil oder einer Kette, möglich. Neben einem Linearantrieb ist auch eine Ausführung als Drehantrieb, bevorzugt als Drehmotor, möglich.
Gemäß einer Ausführungsform umfasst die Transporteinrichtung einen zweiten Sekundärlinearantrieb am Sekundärträger, einen zweiten Tertiärträger mit einem
zweiten Tertiärantrieb und eine zweite Teileaufnahmeeinrichtung, wobei die zweite Teileaufnahmeeinrichtung mit dem zweiten Tertiärantrieb gekoppelt und durch diesen bewegbar ist und wobei der zweite Tertiärträger mit dem zweiten Sekundärlinearantrieb gekoppelt und durch diesen bewegbar ist. Durch diese Ausführungsform wird auf einfache Weise ermöglicht, dass mehr Teile pro Zeiteinheit transportiert werden können.
Es können also insbesondere wenigstens zwei Teilaufnahmeeinrichtungen mit zugeordnetem Sekundärlinearantrieb an einem gemeinsamen Sekundärträger vorgesehen sein. Es können auch mehrere derartige, voneinander unabhängig bewegbare Sekundärträger vorgesehen sein. Es können auch mehr als zwei Sekundärlinearantriebe und/oder mehr als zwei Tertiärträger bzw. Teileaufnahmeeinrichtungen an einem Sekundärträger vorgesehen sein.
Der zweite Sekundärlinearantrieb kann grundsätzlich beispielsweise kollinear zum ersten Sekundärlinearantrieb angeordnet sein und beispielweise einen überlappenden Bewegungsbereich ausweisen. Der zweite Sekundärlinearantrieb kann beispielsweise eine gemeinsame Führung und/oder einen gemeinsamen Stator, insbesondere Motorstator, mit dem ersten Sekundärlinearantrieb aufweisen. An dem jeweiligen Tertiärträger kann jeweils ein Läufer, insbesondere Motorläufer, des entsprechenden Sekundärlinearantriebs angeordnet sein.
Generell ist im Rahmen dieser Anmeldung ein Antrieb bzw. Linearantrieb als eine Kombination aus einem festen Teil oder Stator mit einem beweglichen Teil oder Läufer zu verstehen. Es ist grundsätzlich möglich, dass ein und derselbe Stator den Stator für zwei oder mehr Läufer, also für zwei oder mehr Antriebe bzw. Linearantrieb bildet. Insbesondere kann ein Linearmotorstator einen Stator für zwei oder mehrere Linearmotorläufer bilden und diese können mittels des Linearmotorstators unabhängig voneinander bewegbar sein.
Mit besonderem Vorteil kann es vorgesehen sein, dass der zweite Sekundärlinearantrieb parallel aber versetzt zum ersten Sekundärlinearantrieb angeordnet ist. Ebenfalls besonders vorteilhaft ist es, wenn der erste und der zweite Sekundärlinearantrieb auf gegenüberliegenden Seiten eines gemeinsamen
Sekundärträgers angeordnet sind. Durch die versetzte bzw. gegenüberliegende Anordnung der Sekundärlinearantriebe ergibt sich vor allem der Vorteil, dass die jeweils zugeordneten Teileaufnahmeeinrichtungen so ausgerichtet werden können, dass sie sich nicht gegenseitig blockieren. Gerade im Fall von fluchtend angeordneten Sekundärlinearantrieben können ansonsten Teileaufnahmeeinrichtungen typischerweise vor allem im Wesentlichen synchron bewegt werden, wohingegen ein gegenläufiger Betrieb und/oder ein gegenseitiges Passieren problematisch oder unmöglich ist. Insbesondere ist es durch die versetzte bzw. gegenüberliegende Anordnung der Sekundärlinearantriebe auf einfache Weise möglich, die Teilaufnahmeeinrichtungen bzw. Tertiärträger auch zu einem simultanen Transportbetrieb einzurichten, also insbesondere zu ermöglichen, dass eine Teileaufnahmeeinrichtung sich, zum Beispiel mit einem Blechteil, in eine erste Richtung entlang des entsprechenden Sekundärlinearantriebs bewegt, während sich die andere Teilaufnahmeeinrichtung, zum Beispiel ohne ein Blechteil, in eine zweite, der ersten entgegengesetzten Richtung bewegt. Insbesondere kann auch ein gegenseitiges Passieren vorgesehen sein. Der mögliche Durchsatz an transportierten Blechteilen lässt sich somit weiter erhöhen.
Die Transporteinrichtung kann alternativ oder zusätzlich einen dritten und einen vierten Primärlinearantrieb, insbesondere am ersten bzw. zweiten Primärträger, einen zweiten Sekundärträger mit einem zweiten Sekundärlinearantrieb, einen zweiten Tertiärträger mit einem zweiten Tertiärantrieb und eine zweite Teileaufnahmeeinrichtung umfassen. Die zweite Teileaufnahmeeinrichtung kann mit dem zweiten Tertiärantrieb gekoppelt und durch diesen bewegbar sein. Der zweite Tertiärträger kann mit dem zweiten Sekundärlinearantrieb gekoppelt und durch diesen bewegbar sein. Der zweite Sekundärträger kann mit dem dritten und dem vierten Primärlinearantrieb jeweils gekoppelt und durch diesen bewegbar ist. Auch diese Ausführungsform dient einer weiteren Erhöhung des Durchsatzes bzw. der Transportgeschwindigkeit.
Es können also insbesondere auch wenigstens zwei, insbesondere voneinander unabhängige, Sekundärträger vorgesehen sein. Die Sekundärträger können auch
jeweils zwei oder mehr Sekundärlinearantriebe, Tertiärträger, Tertiärantriebe bzw. Teilaufnahmeeinrichtungen aufweisen.
Grundsätzlich kann es sich bei dem ersten und/oder dem zweiten Primärträger beispielsweise um den Fabrikboden oder um einen separaten Träger handeln, wobei ein separater Träger bevorzugt fest mit dem Fabrikboden verbunden sein kann.
Der dritte Primärlinearantrieb kann bevorzugt zumindest im Wesentlichen kollinear zum ersten Primärlinearantrieb ausgeführt sein. Der erste und der dritte Primärlinearantrieb können beispielsweise einen gemeinsamen Linearmotorstator aufweisen. Der dritte Primärlinearantrieb kann beispielsweise eine gemeinsame Führung und/oder einen gemeinsamen Stator mit dem ersten Primärlinearantrieb aufweisen.
Der vierte Primärlinearantrieb kann bevorzugt zumindest im Wesentlichen kollinear zum zweiten Primärlinearantrieb ausgeführt sein. Der zweite und der vierte Primärlinearantrieb können beispielsweise einen gemeinsamen Linearmotorstator aufweisen. Der vierte Primärlinearantrieb kann beispielsweise eine gemeinsame Führung und/oder einen gemeinsamen Stator mit dem zweiten Primärlinearantrieb aufweisen.
Es können grundsätzlich noch ein oder mehr weitere Primärlinearantriebe für entsprechende Sekundärträger vorgesehen sein, wobei die Primärlinearantriebe beispielsweise parallel und/oder versetzt zum ersten, zweiten, dritten und/oder vierten Primärlinearantrieb angeordnet sein können.
Es ist vorteilhaft, wenn der zweite Sekundärlinearantrieb unabhängig vom ersten Sekundärlinearantrieb betreibbar ist. Dies erhöht die Flexibilität des Betriebs der Transporteinrichtung und damit letztlich wiederum die Geschwindigkeit des Transports. Insbesondere kann es somit vorgesehen sein, dass die zweite Teileaufnahmeeinrichtung unabhängig von der ersten Teileaufnahmeeinrichtung entlang des jeweiligen Sekundärlinearantriebs bewegbar ist.
Gemäß einem weiteren Beispiel ist die Transporteinrichtung dazu eingerichtet, dass wenigstens die erste und die zweite Teileaufnahmeeinrichtung zumindest im Wesentlichen gegenläufig in Bezug auf den ersten und/oder den zweiten Sekundärlinearantrieb und/oder in Bezug auf eine hauptsächliche Transportrichtung bewegt werden. Der gegenläufige Betrieb erlaubt einen besonders hohen Durchsatz an transportierten Blechteilen, insbesondere beim Entladen der Blechbearbeitungseinrichtung.
Die Transporteinrichtung kann gemäß einer Ausführungsform dazu eingerichtet sein, dass die erste Teileaufnahmeeinrichtung mit einem aufgenommenen Blechteil von einem Aufnahmebereich zu einem Ablagebereich bewegt wird, während die zweite Teileaufnahmeeinrichtung von dem Ablagebereich zu dem Aufnahmebereich, insbesondere ohne ein Blechteil, bewegt wird. Der beschriebene Ablauf kann auch als „Simultantransport“ beschrieben werden, da eine Teileaufnahmeeinrichtung vom Ablagebereich zurückfahren bzw. wieder zum Aufnahmebereich fahren kann, während die andere Teileaufnahmeeinrichtung mit einem Teil zum Ablageablagebereich fährt. Die Teileaufnahmeeinrichtungen bewegen sich also gewissermaßen „simultan“.
Der Simultantransport wird bevorzugt für den Fall eingesetzt, dass beide Teileaufnahmeeinrichtungen an einem gemeinsamen Sekundärträger angeordnet sind. Ein zweiter und/oder weitere Träger mit zwei Teileaufnahmeeinrichtungen können entsprechend ausgeführt sein. Der Simultantransport kann aber auch mit Teileaufnahmeeinrichtungen durchgeführt werden, die an unterschiedlichen Sekundärträgern angeordnet sind.
Beispielsweise können Teileaufnahmeeinrichtungen auch zusammen verwendet werden, um ein Blechteil zu transportieren, z.B. zum Zuführen eines ganzen Blechs zu der Blechbearbeitungseinrichtung oder zum Transportieren eines Blechteils einer Größe, welche zu groß für eine einzige Teileaufnahmeeinrichtung ist.
Der zweite Primärträger und/oder der zweite Primärlinearantrieb können parallel und/oder versetzt zum ersten Primärlinearantrieb angeordnet sein. Beispielsweise
kann sich der Sekundärlinearantrieb zwischen dem ersten und dem zweiten Primärlinearantrieb erstrecken.
Der erste und der zweite Primärträger können bevorzugt starr miteinander verbunden sein. Sie können beispielsweise auch beide von einem Fabrikboden gebildet sein oder durch einen solchen starr miteinander verbunden sein.
Vorzugsweise können der erste und der zweite Primärlinearantrieb auf gegenüberliegenden Seiten eines Aufnahme- und/oder Ablagebereichs für Blechteile angeordnet sein und/oder alle Aufnahme- und Ablagebereiche der Transporteinrichtung auf gegenüberliegenden Seiten einfassen.
Es können insbesondere auch zwei oder mehr Sekundärträger vorgesehen sein, welche jeweils von zwei, insbesondere gegenüberliegenden, Primärlinearantrieben bewegbar sind.
Der Sekundärträger kann bevorzugt mit dem ersten und dem zweiten Primärlinearantrieb jeweils drehbar gekoppelt und durch diesen bewegbar sein. Es kann beispielsweise ein Drehantrieb zwischen dem jeweilige Primärlinearantrieb und dem Sekundärträger vorgesehen sein.
Ein drehbarer Sekundärträger hat den Vorteil, dass der Sekundärträger nicht translatorisch verfahren werden muss, um eine Bewegung der betreffenden Teilaufnahmeeinrichtung parallel zum jeweiligen Primärlinearantrieb zu realisieren. Auch wenn die hauptsächliche Transportrichtung im Wesentlichen parallel zum Sekundärlinearantrieb verläuft, kann eine gewisse Bewegung des Blechteils parallel zum jeweiligen Primärlinearantrieb gewünscht sein. Durch die Drehung des Sekundärträgers kann Trägheitseffekten entgegengewirkt werden. Bei einer rein translatorischen Bewegung des Sekundärträgers wirkt die gesamte Masse des Trägers bei einer Bewegung auf die Trägheit, wohingegen die Möglichkeit der Drehung es erlaubt, den Sekundärträger günstiger hinsichtlich der Trägheit zu bewegen.
Beispielsweise kann die Transporteinrichtung dazu eingerichtet sein, den Sekundärträger für einen T ransportvorgang zumindest im Wesentlichen um seinen Schwerpunkt herum zu drehen.
Beispielsweise kann die Transporteinrichtung dazu eingerichtet sein, den Träger für einen Transportvorgang um maximal 20°, bevorzugt maximal 10° zu drehen. Generell kann die Drehbarkeit des Sekundärträgers beispielsweise auf maximal 20°, bevorzugt maximal 10°, begrenzt sein.
Gemäß einer Ausführungsform ist der Sekundärträger durch den ersten und den zweiten Primärlinearantrieb unabhängig voneinander bewegbar.
Durch die doppelt drehbare Kopplung bzw. doppelte Drehbarkeit ergibt sich ein technisch besonders vorteilhaftes Antriebskonzept, nämlich ein besonders schneller und flexibler Transport bei gleichzeitig relativ geringen resultierenden Belastungen für die beteiligten Elemente der Transporteinrichtung. Die geringen Belastungen sorgen einerseits dafür, dass die Antriebe nicht sonderlich groß dimensioniert werden müssen und andererseits auch dafür, dass mit den moderat dimensionierten Antrieben hohe Beschleunigungen der Blechteile möglich sind.
Drehkopplungen zwischen Sekundärträger und dem ersten und zweiten Primärlinearantrieb sind bevorzugt voneinander beabstandet, bevorzugt an gegenüberliegenden Enden des Sekundärträgers angeordnet. Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass der Sekundärträger mit dem ersten und dem zweiten Primärlinearantrieb jeweils über eine Drehkopplung gekoppelt ist und die Drehkopplungen unabhängig voneinander mittels des ersten bzw. zweiten Primärlinearantriebs bewegbar sind.
Bei einer Ausführungsform ist ein zweiter Sekundärträger mit einem dritten und einem vierten Primärlinearantrieb jeweils drehbar gekoppelt und durch diese unabhängig voneinander bewegbar.
Der dritte Primärlinearantrieb kann bevorzugt kollinear zum ersten Primärlinearantrieb ausgeführt sein und/oder einen gemeinsamen
Linearmotorstrator und/oder eine gemeinsame Führung aufweisen. Der vierte Primärlinearantrieb kann bevorzugt kollinear zum zweiten Primärlinearantrieb ausgeführt sein und/oder einen gemeinsamen Linearmotorstrator und/oder eine gemeinsame Führung aufweisen.
Es können also insbesondere auch zwei oder grundsätzlich auch mehr als zwei doppelt drehbar aufgehängte Sekundärträger vorgesehen sein, die beispielsweise auch jeweils mehrere Teilaufnahmeeinrichtungen mit jeweils zugeordnetem Sekundärlinearantrieb aufweisen können. Ein jeweiliger T räger kann grundsätzlich ein, zwei oder mehr Sekundärlinearantriebe aufweisen, insbesondere durch welche jeweils ein Tertiärantrieb und eine Teileaufnahmeeinrichtung bewegbar sind.
Beispielsweise können wenigstens zwei Sekundärträger vorgesehen sein, welche mit dem ersten und zweiten bzw. dritten und vierten Primärlinearantrieb drehbar gekoppelt und durch diese unabhängig voneinander bewegbar sind, wobei ein erster der Sekundärträger den ersten Sekundärlinearantrieb trägt und ein zweiter der Sekundärträger einen zweiten Sekundärlinearantrieb trägt, insbesondere wobei jeder der wenigstens zwei Sekundärträger wenigstens zwei Sekundärlinearantriebe aufweist, durch welche jeweils einen Tertiärantrieb und eine Teileaufnahmeeinrichtung bewegbar sind.
Die drehbare Kopplung zwischen dem Sekundärträger und dem ersten Primärlinearantrieb kann schubstarr ausgeführt ist. Die drehbare Kopplung zwischen dem Sekundärträger und dem ersten Primärlinearantrieb kann ein Festlager bilden. Ein Kabelabgang des Sekundärträgers kann bevorzugt über die Kopplung zwischen dem Sekundärträger und dem ersten Primärlinearantrieb, über die schubstarre Kopplung und/oder über das Festlager geführt sein.
Die drehbare Kopplung zwischen dem Sekundärträger und dem zweiten Primärlinearantrieb bzw. die zweite drehbare Kopplung kann bevorzugt verschieblich ausgeführt sein. Die, insbesondere zweite, drehbare Kopplung bzw. die Kopplung zwischen dem Sekundärträger und dem zweiten Primärlinearantrieb kann ein Loslager bilden.
Die drehbare Kopplung zwischen dem Sekundärträger und dem zweiten Primärlinearantrieb bzw. die zweite drehbare Kopplung kann bevorzugt parallel zum Sekundärlinearantrieb und/oder zum Sekundärträger verschieblich ausgeführt sein. Dies ermöglicht eine besonders leicht zu berechnende Bewegung des Sekundärträgers, insbesondere im Vergleich zu einer Verschieblichkeit in einem festen Winkel, insbesondere senkrecht, zum Primärlinearantrieb.
Die Kopplung zwischen dem Sekundärträger und dem ersten Primärlinearantrieb und/oder die Kopplung zwischen dem Sekundärträger und dem zweiten Primärlinearantrieb ist bevorzugt zumindest im Wesentlichen an einem Ende, insbesondere an gegenüberliegenden Enden, des Sekundärträgers und/oder Sekundärlinearantriebs angeordnet. Dies erlaubt eine besonders weitgehende Ausnutzung des Bewegungsspielraums der Sekundärlinearantriebe für den Transport der Blechteile. Anders ausgedrückt können hierdurch Aufnahmebereich und Ablagebereich relativ groß im Vergleich zur Größe der Transporteinrichtung ausgeführt sein. Bei drehbaren Sekundärträgern kommt insbesondere hinzu, dass sich die Aufhängung an den Enden aufgrund der wirksamen Hebel günstig auf die Belastung der Antriebe auswirkt.
Gemäß einer Ausführungsform ist die Transporteinrichtung zu einem Transportvorgang eingerichtet, bei dem ein Blechteil mittels wenigstens zwei Teileaufnahmeeinrichtungen gleichzeitig transportiert wird. So können beispielsweise auch größere Teile mit den vorhandenen Transportmitteln transportiert werden. Die Teileaufnahmeeinrichtungen, welche gleichzeitig zum Transport eingesetzt werden, können z.B. an unterschiedlichen Sekundärträgern angeordnet sein, was die Bewegungsflexibilität erhöht.
In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Blechbearbeitungssystems ist eine Transporteinrichtung vorgesehen, wobei Teileaufnahmeeinrichtungen mit unterschiedlichen Tertiärträgern und/oder unterschiedlichen Tertiärantrieben und/oder mit Tertiärantrieben unterschiedlichen Typs für verschiedene Teileaufnahmeeinrichtungen ausgestattet sind.
Bei einer derartigen Transporteinrichtung für ein Blechbearbeitungssystem kann insbesondere berücksichtigt werden, dass die zu transportierenden Blechteile sehr unterschiedlich sein können. Das ist in der Praxis beispielsweise vor allem dann der Fall, wenn aus einem sehr großen Blechteil kleinere Blechstücke ausgeschnitten werden, dann sowohl diese großen Blechteile mit den entstandenen Ausnehmungen als auch die kleineren, soeben ausgeschnittenen Blechteile in ähnlichen vordefinierten Positionen beziehungsweise Regionen liegen und auf diese Weise besonders zweckmäßig von der Transporteinrichtung aufgenommen werden können. Ein großes Blechteil wird von einer Teileaufnahmeeinrichtung an einem Tertiärträger mit einem entsprechenden kräftigen und belastungsfähigen Tertiärantrieb aufgenommen, während die Kleinteile von anderen Tertiärträgern mit kleineren Tertiärantrieben aufgenommen werden. Dies muss nicht gleichzeitig, sondern kann zeitlich folgend geschehen, wobei auch die Ablage entsprechend dann unterschiedlichen Positionen erfolgen kann.
Dabei können Tertiärantriebe sowohl unterschiedlichen Aufbaus (magnetisch oder mit Unterdrück arbeitend), oder auch mit dem identischen Aufbau, aber unterschiedlichen Belastungsmöglichkeiten eingesetzt werden. Unter einem unterschiedlichen Aufbau ist nicht nur die Aufnahmeart, wie beispielsweise magnetisch oder Unterdrück zu verstehen, sondern insbesondere auch die mechanische Ausgestaltung. So können unterschiedliche Anzahlen von Magneten oder Vakuum-Saugnäpfen pro Greifer installiert sein und auch die Größe und der Abstand zueinander kann variieren.
Eine solche Konstruktion ist in der Lage, auch sehr große und schwere Blechteile zu transportieren, weil stets ein Tertiärantrieb mit ausreichenden Kapazitäten an dem entsprechenden Sekundärträger verfügbar ist. Ein solcher Tertiärantrieb benötigt selbstverständlich aber auch entsprechend viel Energie und ist auch relativ voluminös, was bei einer Handhabung von kleineren Blechteilen nicht erforderlich ist und möglicherweise sogar stört. Der Energiebedarf für den Transport von kleinen Blechteilen richtet sich daher nach den für diese verwendeten deutlich kleineren und platzsparenderen Tertiärantrieben.
Weitere Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Blechbearbeitungssystems zeigen eine modifizierte Form einer Transporteinrichtung, wobei einer oder mehrere der Sekundärträger mit mehreren Tertiärträgern und diesen Tertiärträgern zugeordneten Teileaufnahmeeinrichtungen ausgestattet sind.
Dies kann beispielsweise erfolgen, indem ein Sekundärträger mit vier Tertiärträgern ausgerüstet ist, von denen sich je zwei auf jeder Seite des Sekundärträgers befinden.
Eine derartige Ausführungsform führt zu einem hohen Durchsatz, der durch die größere Zahl an Tertiärträgern und Tertiärantrieben möglich wird, bleibt jedoch durch das Einsparen eines weiteren Sekundärträgers bei einem geringeren mechanischen Aufwand für den Gesamtaufbau. Eine solche Konzeption muss natürlich berücksichtigen, dass bei mehreren Tertiärträgern angeordnet an einem und demselben Sekundärträger diese T ertiärträger nicht aneinander vorbei bewegt werden können, wenn sie sich auf der gleichen Seite des Sekundärträgers befinden. Es muss also auf die Reihenfolge des Abtransportes der Blechteile geachtet werden, wenn eine solche Konzeption eingesetzt wird. Da eine Konzeption jedoch vorausschaubar eingesetzt und voraussichtlich über einen längeren Zeitraum in dieser Funktion bleibt, kann dies vorausschauend geplant werden.
In einer weiteren alternativen Ausführungsform ist eine andere Transporteinrichtung vorgesehen, wobei dritte und gegebenenfalls auch vierte und weitere Sekundärträger mit Sekundärlinearantrieben vorgesehen sind, an denen ein, zwei oder auch mehrere Tertiärträger mit der Tertiärantrieben angeordnet sind.
Hierbei können beispielsweise drei bis vier Sekundärträger vorgesehen werden, welche mit unterschiedlichen Anzahlen von Tertiärträgern kooperieren, vorzugsweise aber mit zweien pro Sekundärträger.
Derartige Ausführungsformen sind gegebenenfalls vom Vorteil, wenn sehr große flächige Blechteile transportiert werden sollen, bei denen mehrere Tertiärträger mit
Tertiärantrieben auf einer Fläche an dem Blechteil angreifen sollen. Dann kann man diese Tertiärträger über mehrere Sekundärträger verteilen und an verschiedenen weit voneinander entfernten Bereichen des zu transportierenden, flächigen Blechteils angreifen.
Dabei bietet sich auch eine Kombination mit der Ausführungsform mit unterschiedlich ausgebildeten Tertiärantrieben an. Gerade bei sehr großen Blechteilen ist es vielfach wünschenswert, die Traglast der zu transportierenden flächigen Teile möglichst gleich zu verteilen und dies zu optimieren, damit das Blech nicht durchhängt oder sich gar verbiegt. Diese Ausführungsform ermöglicht es, dass verschiedene Teileaufnahmeeinrichtungen mit Tertiärantrieben die aufzunehmenden Lasten unter sich aufteilen, wobei es verschiedene Größen und damit Traglasten geben kann.
Eine ganz neuartige Möglichkeit wird durch ein Blechbearbeitungssystem geschaffen, wobei an den Sekundärträgern ein um ein oder mehrere Dreh- oder Schwenkachsen dreh- oder schwenkbar ansteuerbarer Mechanismus als oder zusätzlich zu den Tertiärträgern angeordnet und mittels Tertiärantrieben bewegbar ist.
Mit einer solchen Konzeption kann vorgesehen werden, dass ein durch die Transporteinrichtung aufgenommenes Blechteil nicht nur von einer Position zu einer anderen Position transportiert wird, sondern dass es darüber hinaus auch in einer Zwischenstation oder Endstation dieses Transportes bearbeitet, beispielsweise gebogen wird. Der Roboter, der zusätzlich oder an Stelle des Tertiärträgers eine Funktion übernimmt, kann das Blechteil halten, während andere Werkzeuge an diesem angreifen. Mit einer solchen Konzeption, die naturgemäß den Einsatz eines recht kompliziert aufgebauten Roboters bedingt, kann eine komplette Station der Bearbeitung während des Transportes ersetzt werden. Dies ist mit einem enormen Zeit-, Raum- und Kostenvorteil verbunden.
Das Blechteil kann bei einem Transportvorgang gedreht werden. Dies kann bei einem Transportvorgang mit einer Teileaufnahmeeinrichtung oder auch bei einem Transportvorgang mit zwei oder mehr Teileaufnahmeeinrichtungen der Fall sein.
Einige Ausführungsformen der Erfindung ermöglichen es ferner, dass das Blechteil bei einem Transportvorgang gedreht werden kann. Die Transporteinrichtung kann beispielsweise dazu eingerichtet sein, beim Entladen der Blechbearbeitungseinrichtung Blechteile, insbesondere in einem Ablagebereich und/oder Lagerbereich, zu stapeln und/oder beim Beladen der Blechbearbeitungseinrichtung Blechteile von einem Stapel, der insbesondere in einem Aufnahmebereich und/oder einem Lagerbereich angeordnet ist, zu entnehmen.
Die Transporteinrichtung kann beispielsweise dazu eingerichtet sein, Blechteile beim Entladen der Blechbearbeitungseinrichtung an einer jeweils vordefinierten Position aufzunehmen und/oder an einer jeweils vordefinierten Position abzulegen. Die Teileposition kann also insbesondere vorab bekannt sein. Das Blechbearbeitungssystem kann bevorzugt derart eingerichtet sein, dass die zu transportierenden Blechteile vor und/oder nach einem Transport statisch liegen und/oder dass die Blechteile von einer statischen Position in einem Aufnahmebereich und/oder in eine statische Position in einen Ablagebereich transportiert werden. Ein Vorteil der bekannten bzw. statischen Aufnahme- und/oder Ablagepositionen ist, dass der Weg der Teileaufnahmeeinrichtungen vorab ermittelt werden kann. Da es sich bei der Ermittlung des Weges um eine Form des Problems des Handelsreisenden handelt, ist eine gute Lösung häufig nur mit relativ hohem Rechenaufwand zu finden. Eine Ermittlung des Weges vorab erlaubt also, dass ein deutlich höherer Rechenaufwand in die Ermittlung investiert werden kann, als dies der Fall wäre, wenn die Ermittlung während des Betriebs und ständig neu erfolgen müsste. Damit kann ein deutlich besserer Weg ermittelt werden und somit letztlich die Transportgeschwindigkeit erhöht werden.
Gemäß einer Ausführungsform weist das Blechbearbeitungssystem eine Steuerungseinrichtung zur Steuerung der Transporteinrichtung auf, wobei die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet ist: eine Reihenfolge zu planen, in der
eine vorbestimmte Menge an Blechteilen transportiert wird, und die Reihenfolge bezüglich der für den Transport der Menge an Blechteilen erforderlichen Gesamtzeit mittels eines Optimierungsalgorithmus zu optimieren. Der Optimierungsalgorithmus kann insbesondere von heuristischer Art sein.
Bevorzugt ist das Blechbearbeitungssystem dazu eingerichtet, Blechteile, insbesondere nach der Bearbeitung mittels der Blechbearbeitungseinrichtung, mittels der Transporteinrichtung zu bewegen, wobei die Fläche der Blechteile wenigstens 10 cm2, bevorzugt wenigstens 100 cm2, bevorzugt wenigstens 500 cm2 beträgt und/oder wobei das Gewicht der Blechteile wenigstens 50 g, bevorzugt wenigstens 0,1 kg, bevorzugt wenigstens 0,5 kg, bevorzugt wenigstens 1 kg, beträgt.
Alternativ oder zusätzlich kann das Blechbearbeitungssystem dazu eingerichtet sein, Blechteile, beispielsweise Rohmaterialbleche für eine Laserschneideeinrichtung, mittels der Transporteinrichtung zu bewegen, deren Fläche wenigstens 2 m2, bevorzugt wenigstens 3 m2 beträgt und/oder deren Gewicht wenigstens 1000 kg, bevorzugt wenigstens 2000 kg, beträgt.
Die Primärlinearantriebe können bevorzugt einen Bewegungsspielraum von wenigstens 1 m, bevorzugt wenigstens 2 m aufweisen.
Der Sekundärlinearantrieb und/oder die Sekundärlinearantriebe kann bzw. können bevorzugt einen Bewegungsspielraum von wenigstens 1 m, bevorzugt wenigstens 2 m aufweisen.
Der Tertiärantrieb, insbesondere Linearantrieb, und/oder die Tertiärantriebe, insbesondere Linearantriebe, kann bzw. können bevorzugt einen Bewegungsspielraum von wenigstens 100 mm, bevorzugt wenigstens 300 mm, aufweisen.
Die Transporteinrichtung kann bevorzugt dazu eingerichtet sein, die Blechbearbeitungseinrichtung sowohl zu Beladen als auch zu Entladen.
Die Aufgabe der Erfindung wird auch gelöst durch ein Verfahren zum Transportieren von Blechteilen nach dem hierauf gerichteten Anspruch. Dieses Verfahren dient dem Transport von Blechteilen in einem Blechbearbeitungssystem vorstehend genannter Art. Gemäß dem Verfahren wird bei wenigstens einem Transportvorgang, insbesondere einem Entladen der Blechbearbeitungseinrichtung, wenigstens ein Blechteil zumindest hauptsächlich in einer Transportrichtung transportiert, welche zumindest im Wesentlichen entlang dem Sekundärlinearantrieb und/oder zumindest im Wesentlichen senkrecht zum ersten und/oder dem zweiten Primärlinearantrieb verläuft.
Der Sekundärträger wird bevorzugt durch den ersten und den zweiten, Primärlinearantrieb, insbesondere unabhängig voneinander, bewegt. Die Blechbearbeitungseinrichtung wird bevorzugt mittels der Transporteinrichtung mit Blechteilen beladen und/oder entladen. Der Tertiärträger wird bevorzugt durch den Sekundärlinearantrieb bewegt. Die Teileaufnahmeeinrichtung wird bevorzugt durch den Tertiärantrieb bewegt. Mittels der Teilaufnahmeeinrichtung wird bevorzugt ein jeweiliges Blechteil von einem Aufnahmebereich zu einem Ablagebereich transportiert. Die Antriebe bewirken gemeinsam, dass die Teileaufnahmeeinrichtung in drei unabhängigen Raumrichtungen bewegbar ist.
Die zum Blechbearbeitungssystem beschriebenen Ausführungsformen lassen sich entsprechend auf das beschriebene Verfahren übertragen und umgekehrt. Das Blechbearbeitungssystem kann grundsätzlich mit ein, zwei, drei, mehr als zwei oder mehr als drei Sekundärträgern ausgeführt sein. Einzelne oder jeder dieser Sekundärträger können entsprechend den oben beschriebenen Ausführungsformen eines Sekundärträgers ausgeführt sein.
Weitere bevorzugte Merkmale sind in den Unteransprüchen und in der folgenden Figurenbeschreibung angegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend lediglich beispielhaft anhand der schematischen Zeichnungen erläutert.
Fig. 1 zeigt ein Blechbearbeitungssystem;
Fig. 2 zeigt ein weiteres Blechbearbeitungssystem;
Fig. 3 zeigt ein weiteres Blechbearbeitungssystem;
Fig. 4 zeigt ein weiteres Blechbearbeitungssystem in einer Seitenansicht;
Fig. 5 zeigt ein weiteres Blechbearbeitungssystem in einer schematischen Darstellung; und
Fig. 6 zeigt ein weiteres Blechbearbeitungssystem in einer schematischen Darstellung ähnlich Figur 5.
Auch in der Figurenbeschreibung wird die Erfindung anhand eines Blechbearbeitungssystems 10 beschrieben, welches Blechteile oder Rohbleche bearbeitet und bei dem Transportvorgänge stattfinden. Die Beschreibung lässt sich auch auf andere flächige Materialien beziehen, wird aber zwecks der einfacheren Erläuterung anhand von Blechen beschrieben.
In Fig. 1 ist ein Blechbearbeitungssystem 10 in einer Draufsicht schematisch dargestellt. Das Blechbearbeitungssystem 10 umfasst eine Blechbearbeitungseinrichtung 12, welche einen Ladebereich 14 aufweist. Der Ladebereich 14 dient sowohl dem Beladen als auch dem Entladen der Blechbearbeitungseinrichtung 12. Zum Beladen der Blechbearbeitungseinrichtung 12 wird ein Blechteil oder Rohblech in den Ladebereich 14 gelegt. Dieser Transportvorgang wird unten noch näher erläutert. Die
Blechbearbeitungseinrichtung 12 weist nicht näher dargestellte Mittel auf, mittels denen das Blechteil bzw. Rohblech in die Blechbearbeitungseinrichtung 12 hinein bewegt werden kann. Anschließend wird das Blechteil bzw. Rohblech in der Blechbearbeitungseinrichtung 12 bearbeitet. Zum Beispiel kann es sich bei der Blechbearbeitungseinrichtung 12 um eine Laserschneideeinrichtung handeln und die Bearbeitung kann ein Ausschneiden von Blechteilen aus einem Rohblech umfassen. Anschließend wird das bearbeitete Blechteil bzw. Rohblech oder werden die resultierenden Blechteile mit nicht näher dargestellten Mitteln aus der Blechbearbeitungseinrichtung 12 heraus in den Ladebereich 14 bewegt.
Das Blechbearbeitungssystem 10 der Fig. 1 umfasst eine Transporteinrichtung 16. Die Transporteinrichtung 16 umfasst einen ersten Primärträger 18.1 und einen zweiten Primärträger 18.2.
Der erste Primärträger 18.1 umfasst eine erste Primärlinearführung 20.1. Mit der ersten Primärlinearführung 20.1 sind ein erster Primärläufer 21.1 , ein zweiter Primärläufer 21.2 und ein dritter Primärläufer 21.3 derart gekoppelt, dass ein jeweiliger Primärläufer 21 zusammen mit der Primärlinearführung 20 einen Primärlinearantrieb bildet. Der zweite Primärträger 18.2 umfasst eine zweite Primärlinearführung 20.2 und es sind entsprechende Primärläufer 21.4, 21.5 und 21.6 vorgesehen. Sowohl am ersten Primärträger 18.1 als auch am zweiten Primärträger 18.2 sind also jeweils insgesamt drei Primärlinearantriebe vorgesehen, die allerdings in diesem Beispiel fluchtend und mit einer gemeinsamen Führung ausgeführt sind.
Die Transporteinrichtung 16 umfasst einen ersten Sekundärträger 22.1 , einen zweiten Sekundärträger 22.2 und einen dritten Sekundärträger 22.3. Der erste Sekundärträger 22.1 ist mit dem Primärläufer 21.1 und dem Primärläufer 21.4 verbunden, sodass der erste Sekundärträger 22.1 mittels der Primärlinearantriebe 20.1 , 21.1 und 20.2, 21.4 bewegbar ist. In diesem Beispiel ist der Sekundärträger 22.1 mit dem jeweiligen Läufer 21.1 und 21.4 fest verbunden und der Sekundärträger 22.1 lässt sich entlang den Primärträgern 18.1 und 18.2 bzw. entlang den Primärlinearantrieben 20.1 , 21.1 und 20.2, 21.4 verschieben, wobei
allerdings die Ausrichtung des Sekundärträger 22.1 gleich bleibt. Entsprechendes gilt für die Sekundärträger 22.2 und 22.3.
Der erste Sekundärträger 22.1 umfasst einen ersten Sekundärlinearantrieb 24.1 und einen zweiten Sekundärlinearantrieb 24.2. Auch die Sekundärlinearantriebe 24 umfassen grundsätzlich eine Führung und einen Läufer, wobei diese hier zwecks Übersichtlichkeit nicht gesondert dargestellt und referenziert sind. Der zweite Sekundärträger 22.2 und der dritte Sekundärträger 22.3 umfassen ebenfalls Sekundärlinearantriebe 24, welche zwecks Übersichtlichkeit nicht gesondert referenziert sind.
Am ersten Sekundärträger 22.1 sind eine erste Teileaufnahmeeinrichtung 26.1 und eine zweite Teileaufnahmeeinrichtung 26.2 angeordnet. Die Teileaufnahmeeinrichtungen 26 sind jeweils mit einem in Fig. 1 nicht näher dargestellten Tertiärträger und einem Tertiärantrieb gekoppelt und durch diese insbesondere senkrecht zur Bildebene bewegbar. An den weiteren Sekundärträgern 22.2 und 22.3 sind ebenfalls mehrere Teileaufnahmeeinrichtung 26 angeordnet, die zwecks Übersichtlichkeit nicht gesondert referenziert sind.
Das Blechbearbeitungssystem 10 umfasst außerdem mehrere Lagerbereiche 28, nämlich hier beispielhaft einen ersten Lagerbereich 28.1 , einen zweiten Lagerbereich 28.2, einen dritten Lagerbereich 28.3 und einen vierten Lagerbereich 28.4.
Einer oder mehrere der Lagerbereiche 28, bevorzugt der Lagerbereich 28.1 und/oder der Lagerbereich 28.2, können wie folgt ausgeführt sein: Zum Beispiel kann der Lagerbereich 28 einen Ablagebereich für Blechteile für ein Entladen der Blechbearbeitungseinrichtung 12 bzw. des Ladebereichs 14 bilden. Im Lagerbereich 28 kann beispielsweise eine Palette angeordnet sein, auf der Blechteile abgelegt, insbesondere gestapelt, werden können. Alternativ kann im Lagerbereich 28 beispielsweise ein Fahrzeug eines fahrerlosen Transportsystems positioniert sein und z.B. direkt durch Ablegen der Blechteile auf dem Fahrzeug beladen werden.
Einer oder mehrere der Lagerbereiche 28, bevorzugt der Lagerbereich 28.3, können wie folgt ausgeführt sein: Der Lagerbereich 28 kann zum Beispiel einen Aufnahmebereich für Blechteile oder zum Beispiel für ein Rohblech für ein Beladen der Blechbearbeitungseinrichtung 12 bzw. des Ladebereichs 14 bilden.
Einer oder mehrere der Lagerbereiche 28, bevorzugt der Lagerbereich 28.4, können wie folgt ausgeführt sein: Der Lagerbereich 28 kann zum Beispiel einen Aufnahme- und/oder Ablagebereich für Werkzeuge bilden, welche mit einer Teilaufnahmeeinrichtung 26 verbindbar sind. Als Werkzeuge können zum Beispiel Magneten und/oder Saugnäpfe zum Einsatz kommen. Ein Werkzeug kann beispielsweise auch einen Träger mit mehreren Magneten und/oder Saugnäpfen umfassen.
In Fig. 1 ist ein Koordinatensystem mit einer x-Richtung und einer y-Richtung dargestellt. Die Primärlinearantriebe 20, 21 verlaufen parallel zur x-Richtung. Die Sekundärlinearantriebe 24 sind parallel zur y-Richtung ausgerichtet. Die Sekundärträger 22 können also mittels der Primärlinearantriebe 20, 21 parallel zur x-Richtung bewegt werden. Die T eileaufnahmeeinrichtungen 26 können mittels der Sekundärlinearantriebe 24 entlang dem entsprechenden Sekundärträger 22, im hier dargestellten Fall parallel zur y-Richtung, bewegt werden. Eine jeweilige Teileaufnahmeeinrichtung 26 kann mittels des hier nicht dargestellten Tertiärantriebs in einer z-Richtung bewegt werden, welche senkrecht zur Bildebene der Fig. 1 verläuft. Mittels des zugeordneten Tertiärantriebs kann also die Teileaufnahmeeinrichtung 26 einem Blechteil, welches in einem der Bereiche 14, 28 liegt, zwecks Aufnahme von oben angenähert werden.
Die Transporteinrichtung 16 ist dazu eingerichtet, Blechteile, insbesondere nach einer Bearbeitung durch die Blechbearbeitungseinrichtung 12, zwischen dem Ladebereich 14 und dem Lagerbereich 28.1 zu transportieren. Dabei ist die Transporteinrichtung 16 bei einem jeweiligen derartigen Transportvorgang dazu eingerichtet, ein Blechteil hauptsächlich in einer Transportrichtung zu transportieren, welche zumindest im Wesentlichen entlang dem betreffenden Sekundärlinearantrieb 24 verläuft.
Ein Transportvorgang zwischen dem Ladebereich 14 und dem Lagerbereich 28.3 weist eine Transportrichtung auf, welche hauptsächlich entlang den Primärlinearantrieben 20, 21 verläuft. Die Transporteinrichtung kann beispielsweise zusätzlich zur Durchführung von derartigen Transportvorgängen eingerichtet sein.
Aus Fig. 1 sowie den vorstehenden Erläuterungen ist ersichtlich, dass ein Transportvorgang, der hauptsächlich parallel zu den Primärlinearantrieben 20, 21 verläuft, erfordert, dass der oder die betreffenden Sekundärträger 22 relativ stark bewegt werden müssen. Im Gegensatz hierzu erfordert ein Transportvorgang, der zumindest hauptsächlich entlang einem Sekundärträger 22 verläuft, insbesondere ein Transportvorgang zwischen den Bereichen 14 und 28.1 , eine vergleichsweise geringe oder mitunter sogar gar keine Bewegung des betreffenden Sekundärträgers 22.
Die Teileaufnahmeeinrichtungen 26.1 und 26.2 sind unabhängig voneinander entlang dem jeweiligen Sekundärlinearantrieb 24.1 und 24.2 bewegbar und unabhängig voneinander ansteuerbar. Sie können insbesondere auch gegenläufig bewegt werden. Da die Sekundärlinearantriebe 24.1 und 24.2 bzw. die Teileaufnahmeeinrichtungen 26.1 und 26.2 auf gegenüberliegenden Seiten des Sekundärträger 22.1 angeordnet sind, können die Teileaufnahmeeinrichtungen 26.1 und 26.2 aneinander vorbei bewegt werden, ohne zu kollidieren. Die Transporteinrichtung 16 kann dazu eingerichtet sein, die Teileaufnahmeeinrichtung 26.1 in einer ersten Richtung entlang dem Sekundärträger 22.1 , insbesondere mit einem zu transportierenden Blechteil, zu bewegen, während die Teileaufnahmeeinrichtung 26.2 in einer zweiten, der ersten entgegengesetzten Richtung entlang dem Sekundärträger 22.1 bewegt wird, insbesondere ohne ein Blechteil. Mit anderen Worten kann also die Teileaufnahmeeinrichtung 26.1 einen Transportvorgang durchführen, während die Teileaufnahmeeinrichtung 26.2 eine leere Rückfahrt durchführen kann.
Am dritten Sekundärträger 22.3 sind anders als an den anderen Sekundärträgern 22.1 und 22.2 vier Teileaufnahmeeinrichtungen 26 vorgesehen, welche zwecks Übersichtlichkeit nicht gesondert referenziert sind. Damit sind am dritten
Sekundärträger vier Sekundärlinearantriebe vorgesehen. Jeweils zwei von den Sekundärlinearantrieben können bevorzugt fluchtend und mit einer gemeinsamen Führung ausgeführt sein. Die Teileaufnahmeeinrichtungen 26 auf der gleichen Seite des Sekundärträgers 22.3 können insbesondere unabhängig voneinander bewegbar sein. Grundsätzlich können an einem Sekundärträger 22 unterschiedliche Zahlen von Teileaufnahmeeinrichtungen 26 angeordnet sein.
In Fig. 2 ist ein Blechbearbeitungssystem 10 gezeigt, welches grundsätzlich ähnlich zu dem Blechbearbeitungssystem der Fig. 1 aufgebaut ist. Insbesondere sind die Primärträger 18 und die Bereiche 14, 28 hier ähnlich angeordnet. Die Transporteinrichtung 16 des Blechbearbeitungssystems 10 der Fig. 2 umfasst zwei Sekundärträger 22.1 und 22.2 mit jeweiligen Sekundärlinearantrieben 24 und Teileaufnahmeeinrichtungen 26. Im vorliegenden Beispiel weisen beide Sekundärträger 22 jeweils zwei Teileaufnahmeeinrichtungen 26 auf, wobei auch eine andere Anzahl und eine andere Anordnung möglich wären. Der zweite Sekundärträger 22.2 ist in diesem Beispiel entsprechend zum ersten Sekundärträger 22.1 aufgebaut und im weiteren wird lediglich auf den ersten Sekundärträger 22.1 Bezug genommen, wobei die Ausführungen entsprechend gelten.
Der erste Sekundärträger 22.1 ist mit dem ersten Primärlinearantrieb 20.1 , 21.1 drehbar gekoppelt, nämlich über eine Drehkopplung 30.1 an einem seiner Enden. Am gegenüberliegenden Ende des Sekundärträgers 22.1 ist der Sekundärträger 22.1 über eine Drehkopplung 30.2 mit dem zweiten Primärlinearantrieb 20.2, 21.3 drehbar gekoppelt.
Über die jeweilige Drehkopplung 30 ist also der Sekundärträger 22.1 relativ zum entsprechenden Primärläufer 21 drehbar gelagert. Wenn sich der Primärläufer 21 entlang der Primärlinearführung 20 bewegt, bewegt sich der Drehpunkt der Drehkopplung 30 entsprechend. Die Primärläufer 21.1 und 21.3 sind unabhängig voneinander bewegbar.
An einem Ende des Sekundärträgers 22.1 ist die Kopplung mit dem Primärlinearantrieb 21 , 20, hier die Drehkopplung 30.2, verschieblich ausgeführt.
Zu diesem Zweck weist die Drehkopplung 30.2 ein Führungselement 32 auf. Hierdurch lassen sich unterschiedliche Winkel des Sekundärlinearantriebs 22.1 ausgleichen.
Der Sekundärträger 22.1 ist parallel zu seinen Sekundärlinearantrieben 24 bzw. parallel zu seiner Erstreckungsrichtung verschieblich relativ zum Primärlinearantrieb 21.3, 20.2 gelagert. Bei dieser Konstruktion ist die Kinematik des Sekundärträgers 22.1 bzw. der Teileaufnahmeeinrichtungen 26 besonders einfach durch eine hier nicht dargestellte Steuerungseinrichtung des Blechbearbeitungssystems bzw. der Transporteinrichtung berechenbar.
Ein Kabelabgang der Sekundärlinearantriebe 22 und/oder der hier nicht dargestellten Tertiärantriebe und/oder der Teileaufnahmeeinrichtungen 26 ist bevorzugt über das schubstarr gelagerte Ende des Sekundärträger 22.1 , also hier über die Drehkopplung 30.1 geführt.
Ähnlich wie bei dem Blechbearbeitungssystem 10 der Fig. 1 lassen sich im Blechbearbeitungssystem 10 der Fig. 2 Blechteile insbesondere zwischen dem Ladebereich 14 und dem Lagerbereich 28.1 besonders schnell transportieren, da der Sekundärträger 22.1 zu diesem Zweck nur relativ geringfügig bewegt werden muss. Ein jeweiliger Transportvorgang erfolgt dabei hauptsächlich entlang dem Sekundärträger 22.1 bzw. seiner Sekundärlinearantriebe 24 mittels der entsprechenden Teileaufnahmeeinrichtung 26.
Als eine Besonderheit im Vergleich zu Fig. 1 tritt hier hinzu, dass der Primärläufer 21.1 und der Primärläufer 21.3 bzw. die gegenüberliegenden Enden des Sekundärträgers 22.1 unabhängig voneinander und damit grundsätzlich auch gegenläufig bewegbar sind. Dadurch lässt sich der Sekundärträger 22.1 grundsätzlich auch drehen, nämlich um einen Drehpunkt der zwischen den beiden Enden des Sekundärträger 22.1 liegt. Der Drehpunkt muss nicht notwendigerweise genau in der Mitte liegen und kann sich grundsätzlich auch bewegen. Letztlich sind sehr komplexe Bewegungsabläufe möglich.
Grundsätzlich bewirkt die Drehbarkeit des Sekundärträger, insbesondere wenn der Drehpunkt relativ nah an der Mitte des Sekundärträger 22.1 liegt, dass eine Bewegung einer Teileaufnahmeeinrichtung 26 in x-Richtung ermöglicht wird, wobei der Sekundärträger 22.1 nicht oder nur geringfügig translatorisch bewegt werden muss, sodass die Trägheit des Sekundärträger 42.1 sich entsprechend gering auswirkt.
Zwar weist der Sekundärträger 22.1 grundsätzlich auch eine Trägheit gegenüber einer Rotation auf. Es ist aber besonders vorteilhaft, dass die Winkel, um die der Sekundärträger 22.1 bewegt wird, relativ klein sein können. Im Ergebnis lässt sich also die Trägheitswirkung des Sekundärträger 22.1 durch die drehbare, insbesondere doppelt drehbare Aufhängung und Ansteuerung weiter reduzieren. Dadurch lässt sich die Transportgeschwindigkeit, insbesondere für den Fall, dass auch eine gewisse Bewegung des jeweiligen Blechteils in x-Richtung nötig ist, weiter erhöhen.
Außerdem verbessert die Drehbarkeit des Sekundärträgers in Verbindung mit einem Simultantransport den möglichen Durchsatz erheblich.
In Fig. 3 ist ein weiteres Blechbearbeitungssystem beispielhaft dargestellt. Die Kinematik der Transporteinrichtung 16 ist ähnlich zu derjenigen des Blechbearbeitungssystem 10 der Fig. 2. Insbesondere sind die Sekundärträger 22.1 und 22.2 beide doppelt drehbar aufgehängt und ansteuerbar.
Im Blechbearbeitungssystem 10 der Fig. 3 sind der Ladebereich 14 und zwei Lagerbereiche 28.1 und 28.2 in einer Reihe angeordnet, die im Wesentlichen entlang den Sekundärträgern 22 verläuft. Bei dieser Anordnung ist es möglich, dass alle Transportvorgänge zwischen den Bereichen 14, 28.1 und 28.2 hauptsächlich entlang den Sekundärlinearantrieben 24 und/oder hauptsächlich in y-Richtung ablaufen.
In Fig. 4 ist ein Blechbearbeitungssystem 10 in einer Seitenansicht gezeigt, welches insbesondere demjenigen der Fig. 1 ähnelt. Es ist ein Sekundärträger 22 sichtbar, welcher mittels eines ersten Primärlinearantriebs 20.1 , 21.1 und mittels
eines zweiten Primärlinearantrieb 20.2, 21 .2 senkrecht zur Bildebene, also in einer x-Richtung bewegbar ist. Der Sekundärträger 22 kann - ähnlich zu den Blechbearbeitungssystemen 10 der Fig. 2 und 3 - drehbar mit den Primärlinearantrieben 20, 21 gekoppelt sein, was in Fig. 4 allerdings nicht dargestellt ist.
Auf der dem Betrachter von Fig. 4 zugewandten Seite weist der Sekundärträger 22 einen Sekundärlinearantrieb 24 auf. Dieser umfasst eine Sekundärlinearführung, welche fest mit dem Sekundärträger 22 verbunden ist, und einen Sekundärläufer, welcher fest mit einem Tertiärträger 34.1 verbunden ist. Der Tertiärträger 34.1 umfasst eine Tertiärlinearführung. Ein Tertiärläufer ist mit einer Teileaufnahmeeinrichtung 26.1 fest verbunden. Der Tertiärläufer und die Tertiärlinearführung bilden zusammen einen Tertiärlinearantrieb 36. Auf der dem Betrachter von Fig. 4 abgewandten Seite des Sekundärträger 22 ist eine weitere Teileaufnahmeeinrichtung 26.2 vorgesehen, die mit einem weiteren Tertiärträger 34.2 gekoppelt und entsprechend der Teileaufnahmeeinrichtung 26.1 mit dem Sekundärträger 22 gekoppelt und bewegbar ist.
Die Teileaufnahmeeinrichtung 26.1 trägt in der Darstellung der Fig. 4 ein Blechteil 38 und ist im Begriff, dieses Blechteil 38 auf einem Stapel 40 von Blechteilen abzulegen. Der Stapel 40 befindet sich in einem Lagerbereich 28, zum Beispiel auf einer Palette. Im Ladebereich 14 der hier nicht dargestellten Blechbearbeitungseinrichtung befinden sich noch weitere Blechteile 38, die noch zu transportieren sind, beispielsweise zu dem Lagerbereich 28. Zu diesem Zweck kann beispielsweise die Teileaufnahmeeinrichtung 26.2 dazu angesteuert werden, eines der Blechteile 38 aufzunehmen und in den Lagerbereich 28 zu transportieren.
Durch den Tertiärlinearantrieb 36 ist die jeweilige Teileaufnahmeeinrichtung 26 in z-Richtung, also in vertikaler Richtung bewegbar. Somit kann die Teileaufnahmeeinrichtung 26 einem jeweiligen Blechteil 38 vertikal angenähert werden, um dieses aufzunehmen. Die Verbindung zum Blechteil 38 kann beispielsweise durch einen Magneten und/oder einen Saugnapf realisiert sein. Das Blechteil 38 bzw. die Teileaufnahmeeinrichtung 26.1 kann dann beispielsweise
mittels des Tertiärlinearantriebs 36 angehoben werden und mittels des Sekundärlinearantriebs 24 in y-Richtung sowie mittels der Primärlinearantriebe 20, 21 in x-Richtung transportiert werden. Die x-Richtung verläuft in Fig. 4 senkrecht zur Bildebene.
Die Blechbearbeitungssysteme 10 bzw. Transporteinrichtungen 16 der vorstehend beschriebenen Figuren ermöglichen einen besonders schnellen Transport von Blechteilen, insbesondere mit Transportvorgängen, die hauptsächlich entlang dem jeweiligen Sekundärträger 22 bzw. hauptsächlich in y-Richtung verlaufen. Hierdurch ist ein besonders hoher Durchsatz im Bearbeitungsbetrieb des Blechbearbeitungssystems möglich.
In der Fig. 5 wird in einer schematisch vereinfachten Darstellung eine weitere Ausführungsform gezeigt. Zwei Primärträger 18.1 und 18.2 sind in der Blattebene parallel zueinander von oben nach unten verlaufend gezeigt. Senkrecht zu ihnen, aber ebenfalls in der Blattebene (nur in dieser Darstellung senkrecht, grundsätzlich aber doppelt rotativ drehbar aufgehängt), befindet sich ein Sekundärträger 22. Dieser Sekundärträger 22 kann verfahren werden. In der Blattebene, in der Realität aber unterhalb der Primärträger 18 und Sekundärträger 22 befindet sich eine Region mit darauf liegenden Blechteilen verschiedener Größe, die als Blechteil 38.1 bzw. 38.2 gekennzeichnet sind. In dem dargestellten Beispiel handelt es sich jeweils um Kreisformen, der Unterschied der Blechteile 38 in ihrer Größenabmessung kann aber auch deutlich größer sein.
Eine Region mit Blechteilen 38 ist benachbart zum ersten Primärträger 18.1 und eine Region mit Blechteilen 38 ist benachbart zum zweiten Primärträger 18.2 zu sehen.
An dem Sekundärträger 22 sind zwei Tertiärträger 34 dargestellt. Diese befinden sich auf unterschiedlichen Seiten des Sekundärträgers 22 und sind unabhängig voneinander verfahrbar. Rein schematisch ist durch eine unterschiedliche Wahl der Größe angedeutet, dass die beiden Tertiärträger 34.1 und 34.2 entweder unterschiedliche Abmessungen oder Größenverhältnisse besitzen oder vielleicht
auch von einem ganz anderen Typ sind, also etwa mit Magnetismus oder mit Unterdrück arbeiten.
Das Blechbearbeitungssystem 10 kann also so eingestellt sein, dass die Tertiärträger 34.1 direkt und gezielt Bleichteile 38.1 mit kleinerer Abmessung ansteuern, diese aufnehmen und dann parallel zum Sekundärträger 22 auch auf die andere Seite verbringen. Die Tertiärträger 34.2 mit wesentlich größeren Kräften können dann auch die größeren Bleichteile 38.2 aufnehmen, diese verbringen und wie in der Figur angedeutet auch als Stapel 40 aufeinander abstapeln.
Rechts oben in Bild Figur 5 ist angedeutet, wie die X-, Y- und Z-Achse in der Praxis angeordnet sind. Dazu wird auch eine Drehbarkeit um die Z-Achse mittels eines Radius Rz angedeutet.
In der Fig. 6 ist in ähnlicher Form - wie in der Figur 5 - eine weitere Ausführungsform dargestellt, die gleich mehrere Merkmale veranschaulicht.
Man sieht wiederum ganz links und ganz rechts je einen Primärträger 18. Senkrecht zu dem Primärträger 18 verlaufen hier drei Sekundärträger 22.1 , 22.2 und 22.3. Alle drei Sekundärträger 22 sind in Richtung parallel zum Primärträger 18 beweglich, was durch Pfeile angedeutet ist.
Unterhalb der Sekundärträger 22 sind zwei Transportförderbänder zu erkennen, auf denen sich links in ungeordnetem Zustand und rechts im geordneten Zustand nach einer Transportierung Blechteile 38 befinden. Die Blechteile 38 sind hier zur Vereinfachung alle gleich groß, dafür aber länglich oval dargestellt. Selbstverständlich kommen hier auch ganz andere Relativgrößen und Formen in Betracht. An jedem der drei Sekundärträger 22.1 , 22.2 und 22.3 befinden sich ein oder mehrere Tertiärträger 34 mit Tertiärlinearantrieben 36. Diese Tertiärträger 34 sind senkrecht zur Blattebene beziehungsweise üblicherweise aufwärts und abwärts beweglich. Man sieht deutlich, dass der Tertiärträger 34 an dem mittleren Sekundärträger 22.2 größer dargestellt ist, was einen kräftigeren Aufbau oder eine andere Funktionsweise veranschaulichen soll.
Die Teileaufnahmeeinrichtungen 26 an den Tertiärträgern 34 nehmen auf dem linken Förderband herantransportierte Blechteile 38 auf, fahren aus dem Zugriffsbereich des Förderbandes nach oben und dann insgesamt längs des Sekundärträgers 22 nach rechts, während der Sekundärträger 22 relativ zu den Förderbändern bewegt wird.
Auf dem rechts dargestellten Förderband werden die Blechteile 38 dann geordnet abgelegt und stehen für eine weitere Bearbeitung in der Blechbearbeitungseinrichtung 12 zur Verfügung. Die beiden Förderbänder können parallel oder an die parallel, konstant oder auch unterschiedlich schnell bewegt werden.
Zur Veranschaulichung sieht man auch hier rechts oben die Bewegungsachsen X, Y und Z sowie eine Drehrichtung Rz.
Bezugszeichenliste
10 Blech bearbeitungssystem
12 Blech bearbeitungseinrichtung
14 Ladebereich
16 T ransporteinrichtung
18 Primärträger
20 Primärlinearführung
21 Primärläufer
22 Sekundärträger
24 Sekundärlinearantrieb
26 T eileaufnahmeeinrichtung
28 Lagerbereich
30 Drehkopplung
32 Führungselement
34 Tertiärträger
36 Tertiärlinearantrieb
38 Blechteil
40 Stapel