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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Beschichten einer Verpackungsschale mit einer Beschichtungsfolie mittels einer Schalenbeschichtungsstation, eine Schalenbeschichtungsstation oder eine Verpackungsmaschine aufweisend eine Schalenbeschichtungsstation.
Stand der Technik
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Aus dem Stand der Technik sind Verfahren und Vorrichtungen zum Beschichten von Verpackungsschalen mit einer Folie bekannt. Üblicherweise wird dabei die Folie stoffschlüssig auf die Verpackungsschale gesiegelt.
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Der Nachteil dieser Anwendungen besteht darin, dass die Folie nach dem Beschichten irreversibel mit der Verpackungsschale verbunden ist. Dies ist insbesondere von Nachteil, wenn die Folie wieder von der Verpackungsschale getrennt werden soll, zum Beispiel um die Verpackungsschale zu recyceln. Dies ist bei einer mit einem herkömmlichen Verfahren beschichteten Verpackungsschale nicht möglich.
Aufgabe
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Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik besteht die zu lösende technische Aufgabe darin, ein Verfahren und/oder eine Vorrichtung anzugeben, die ein einfaches und zuverlässiges Beschichten einer Verpackungsschale mit einer Folie ermöglichen. Im Idealfall soll die Folie nach dem Beschichten einfach wieder von der Verpackungsschale getrennt werden können, um zumindest die Verpackungsschale zu recyceln.
Lösung
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Beschichten einer Verpackungsschale mit einer Beschichtungsfolie mittels einer Schalenbeschichtungsstation gemäß dem Anspruch 1, eine Schalenbeschichtungsstation zum Beschichten einer Verpackungsschale mit einer Beschichtungsfolie gemäß dem Anspruch 11 oder eine Verpackungsmaschine, vorzugsweise Schalenverschließmaschine, aufweisend eine Schalenbeschichtungsstation zum Beschichten einer Verpackungsschale mit einer Beschichtungsfolie gemäß dem Anspruch 15 gelöst.
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Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen erfasst.
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Ein Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten einer Verpackungsschale mit einer Beschichtungsfolie mittels einer Schalenbeschichtungsstation. Die Schalenbeschichtungsstation umfasst eine Verpackungsschalenaufnahme zum Aufnehmen der Verpackungsschale, ein Werkzeugoberteil und ein Werkzeugunterteil. Am Werkzeugoberteil ist ein bewegbarer Dom angebracht. Am Werkzeugunterteil ist ein Presseinsatz angebracht. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
- Klemmen von einem äußeren Klemmbereich der Beschichtungsfolie zwischen dem Werkzeugoberteil und dem Werkzeugunterteil,
- Klemmen eines inneren Klemmbereichs der Beschichtungsfolie mittels des Doms an die Verpackungsschale, wobei sich der innere Klemmbereich innerhalb des äußeren Klemmbereichs befindet,
- Formen eines Überstandsbereichs der Beschichtungsfolie derart an die Verpackungsschale, dass sich der Überstandsbereich unter einen Rand der Verpackungsschale wölbt, wobei sich der Überstandsbereich zwischen dem äußeren Klemmbereich und dem inneren Klemmbereich befindet,
- Pressen des gewölbten Überstandsbereichs mittels des Presseinsatzes an den Rand der Verpackungsschale derart, dass ein Doppelfalz gebildet wird, und
- Trennen der Beschichtungsfolie in einem Trennbereich, wobei sich der Trennbereich zwischen dem Doppelfalz und dem äußeren Klemmbereich befindet.
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Das Verfahren bietet die Möglichkeit, die Beschichtungsfolie und die Verpackungsschale reversibel miteinander zu verbinden. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn die Beschichtungsfolie wieder von der Verpackungsschale getrennt werden soll, zum Beispiel um die Verpackungsschale und/oder die Beschichtungsfolie zu recyceln.
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Die Verpackungsschale kann flach ausgebildet sein und einen umlaufenden Rand aufweisen. Optional kann die Verpackungsschale zumindest abschnittsweise eine Kontur, insbesondere eine Vertiefung, mit dem umlaufenden Rand aufweisen. Der Rand kann eine erste Seite und eine zweite Seite aufweisen, insbesondere wobei die zweite Seite der ersten Seite gegenüberliegt. Die zweite Seite kann einen inneren und einen äußeren Abschnitt aufweisen, insbesondere wobei sich der innere Abschnitt zwischen dem äußeren Abschnitt befindet. Die Verpackungsschalenaufnahme kann zum Aufnehmen der Verpackungsschale den inneren Abschnitt des Rands der Verpackungsschale und optional einen dazwischenliegenden Abschnitt der Verpackungsschale kontaktieren. Die Verpackungsschalenaufnahme kann den äußeren Abschnitt des Rands der Verpackungsschale nicht kontaktieren.
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Der äußere Klemmbereich und/oder der innere Klemmbereich kann umlaufend geschlossen sein. Optional können mehrere Klemmbereiche, insbesondere einander gegenüberliegende Klemmebereiche, vorgesehen sein.
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Eine Klemmung der Beschichtungsfolie zwischen dem Werkzeugoberteil und dem Werkzeugunterteil kann grundsätzlich räumlich verstanden werden, also sowohl eine unmittelbare als auch eine mittelbare Klemmung darstellen. Der äußere Klemmbereich kann unmittelbar über das Werkzeugoberteil, insbesondere eine Werkzeugoberteilklemmfläche, und das Werkzeugunterteil, insbesondere eine Werkzeugunterteilklemmfläche, geklemmt werden. Optional kann der äußere Klemmbereich mittelbar über einen Klemmrahmen, insbesondere eine Klemmrahmenfläche, an dem Werkzeugoberteil geklemmt werden. Der Klemmrahmen kann an dem Werkzeugoberteil bewegbar montiert sein. Dazu kann der Klemmrahmen zumindest einen, insbesondere pneumatischen, Antrieb aufweisen. Der Antrieb kann zwischen dem Werkzeugoberteil und dem Klemmrahmen montiert sein, insbesondere außerhalb eines Bereichs in dem die Beschichtungsfolie angeordnet wird. Der Klemmrahmen kann in Richtung des Werkzeugoberteils bewegt werden, sodass der äußere Klemmbereich der Beschichtungsfolie dazwischen eingeklemmt wird. Der Klemmrahmen kann abhängig von der Beschichtungsfolie, insbesondere deren Dicke, und/oder einer erforderlichen Klemmkraft zum Klemmen der Beschichtungsfolie unterschiedlich weit an das Werkzeugoberteil bewegt werden. Die Klemmkraft kann zwischen dem Werkzeugoberteil und dem Klemmrahmen erzeugt werden. Zwischen dem Klemmrahmen und dem Werkzeugoberteil kann ein Spalt bestehen, während der äußere Klemmbereich der Beschichtungsfolie zwischen dem Werkzeugoberteil und dem Klemmrahmen geklemmt ist. Der Klemmrahmen kann beispielsweise plattenförmig ausgebildet sein. Der Klemmrahmen kann räumlich zwischen dem Werkzeugoberteil und dem Werkzeugunterteil angeordnet sein. Das Werkzeugoberteil und der Klemmrahmen können gemeinsam in Richtung des Werkzeugunterteils bewegt, insbesondere dagegen gedrückt, werden. Optional kann das Werkzeugunterteil in Richtung des Werkzeugoberteils, insbesondere des Klemmrahmens, bewegt, insbesondere dagegen gedrückt, werden. Dadurch kann der Spalt zwischen dem Klemmrahmen und dem Werkzeugoberteil geschlossen werden. Es kann die Klemmung der zwischen dem Werkzeugoberteil und dem Klemmrahmen angeordneten Beschichtungsfolie, insbesondere die auf die Beschichtungsfolie wirkende Klemmkraft, erhöht werden. Die Klemmkraft kann zwischen dem Werkzeugoberteil und dem Werkzeugunterteil erzeugt werden. Um die Schalenbeschichtungsstation zu schließen, kann also das Werkzeugoberteil in Richtung des Werkzeugunterteils bewegt, insbesondere daran gepresst, werden oder umgekehrt. Optional kann das Werkzeugunterteil in Richtung des Klemmrahmens bewegt, insbesondere daran gepresst, werden. Optional kann das Werkzeugoberteil gemeinsam mit dem Klemmrahmen und dem geklemmten äußeren Klemmbereich gegenüber dem Werkzeugunterteil, insbesondere in Richtung des Werkzeugunterteils, bewegt, insbesondere daran gepresst, werden.
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Der Dom kann zum Klemmen des inneren Klemmbereichs in Richtung des Werkzeugunterteils oder der Verpackungsschalenaufnahme bewegt werden. Um den Dom zu bewegen, kann dieser über eine, insbesondere elektrische, pneumatische oder hydraulische, Antriebsvorrichtung angetrieben werden. Der Dom, insbesondere eine Domklemmfläche, kann an die Verpackungsschale, insbesondere die erste Seite des Rands der Verpackungsschale, an der Verpackungsschalenaufnahme gedrückt werden, um den inneren Klemmbereich zu klemmen.
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Der Überstandsbereich kann sich zwischen dem äußeren Klemmbereich und dem inneren Klemmbereich befinden. Zum Wölben des Überstandsbereichs kann dieser, insbesondere mit einer Saug- und/oder Gebläsevorrichtung, unter den Rand der Verpackungsschale, insbesondere die zweite Seite des Rands, insbesondere den äußeren Abschnitt davon, gesaugt oder mittels Druckluft gedrückt werden. Der Überstandsbereich kann unter den Rand, insbesondere den äußeren Abschnitt des Rands, gewölbt werden. Vor dem Wölben des Überstandsbereichs kann, insbesondere in einer Seitenansicht, ein erster Abstand der Domklemmfläche in Bezug auf einen Boden des Werkzeugunterteils größer als ein zweiter Abstand der Werkzeugoberteilklemmfläche in Bezug auf den Boden des Werkzeugunterteils sein. Dadurch kann erreicht werden, dass der Überstandsbereich einfach unter den Rand der Verpackungsschale gewölbt werden kann. Das Werkzeugoberteil und/oder das Werkzeugunterteil kann je wenigstens eine Öffnung zum Einleiten von Luft in die geschlossene Schalenbeschichtungsstation und zum Ausleiten daraus aufweisen. Vor dem Wölben kann der Überstandsbereich durch den beheizten Dom so weit erwärmt werden, dass der Überstandsbereich dehnbar ist.
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Der Doppelfalz kann an dem äußeren Abschnitt des Rands gebildet werden. Um den Doppelfalz zu formen, kann der gewölbte Überstandsbereich mittels des Presseinsatzes, insbesondere einer Presseinsatzfläche, an die Verpackungsschale gepresst werden. Dazu kann der Presseinsatz zum Beispiel an dem Werkzeugunterteil oder der Verpackungsschalenaufnahme montiert und in Richtung des Rands der Verpackungsschale bewegt werden. Die Presseinsatzfläche kann so groß wie oder kleiner als der äußere Abschnitt, insbesondere dessen Fläche, der zweiten Seite des Rands sein. Der Presseinsatz, insbesondere die Presseinsatzfläche kann mittels einer, insbesondere elektrischen, Heizvorrichtung beheizt werden. Eine Temperatur des Presseinsatzes kann von der Beschichtungsfolie, insbesondere deren Material und/oder deren Dicke, abhängen. Die Temperatur des Presseinsatzes kann niedriger als eine Schmelztemperatur der Beschichtungsfolie sein. Die Temperatur des Presseinsatzes kann so groß sein, dass die Beschichtungsfolie dehnbar ist. Die Temperatur des Presseinsatzes kann größer als 80 °C, vorzugsweise größer als 100 °C, vorzugsweise größer als 120 °C, sein. Die Temperatur des Presseinsatzes kann kleiner als 250 °C, insbesondere kleiner als 200 °C, vorzugsweise kleiner als 180 °C, sein. Während der Doppelfalz geformt wird, kann Luft durch die Öffnung im Werkzeugoberteil und/oder durch eine Öffnung im Dom in die Schalenbeschichtungsstation geblasen werden. Optional kann Luft durch die Öffnung im Werkzeugunterteil aus der Schalenbeschichtungsstation gesaugt werden. Dadurch kann die Beschichtungsfolie an die Verpackungsschale gedrückt werden, um ein Ablösen dieser von der Verpackungsschale zu verhindern.
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Vorzugsweise ist der Doppelfalz mit der Verpackungsschale formschlüssig, und insbesondere nicht stoffschlüssig, verbunden. Dadurch können die Verpackungsschale und die Beschichtungsfolie vollständig wieder voneinander getrennt werden. Dies kann insbesondere vorteilhaft sein, um die Verpackungsschale und/oder die Beschichtungsfolie zu recyceln. Indem keine stoffschlüssige Verbindung, z.B. durch Aufschmelzen der Verpackungsschale und/oder der Beschichtungsfolie oder durch Verkleben der Verpackungsschale und der Beschichtungsfolie mittels eines Klebstoffs, erzeugt wird, wird im Idealfall das Verfahren und/oder der Aufbau der Schalenbeschichtungsstation vereinfacht. Es kann auf eine Heizvorrichtung und Heizenergie zum Siegeln der Beschichtungsfolie an die Verpackungsschale verzichtet werden. Es kann auf eine Einheit zum Aufbringen des Klebstoffs verzichtet werden. Im Idealfall können ein Bauraum verkleinert, ein Wartungsaufwand reduziert und/oder Betriebs- und Herstellungskosten gesenkt werden.
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Vorzugsweise umfasst die Verpackungsschale Fasermaterial, insbesondere Papier oder Karton. Dadurch kann die Verpackungsschale umweltfreundlich hergestellt und/oder recycelbar sein. Grundsätzlich kann die Verpackungsschale und/oder die Beschichtungsfolie recycelbares Material umfassen.
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Vorzugsweise ist die Beschichtungsfolie eine Monofolie, insbesondere bestehend aus amorphem Polyethylenterephthalat (APET). Dadurch kann eine Recycelbarkeit der Beschichtungsfolie verbessert werden. Optional kann eine Haltbarkeit der Beschichtungsfolie verbessert und/oder deren Gewicht reduziert werden. Im Idealfall können Herstellungskosten zum Beschichten der Verpackungsschale reduziert werden. Optional kann die Beschichtungsfolie amorphes Polyethylenterephthalat (APET) umfassen. Die Beschichtungsfolie kann Kunststoff umfassen. Eine Dicke der Beschichtungsfolie kann, insbesondere in ungeformtem Zustand, kleiner als 150 µm, vorzugsweise kleiner als 100 µm, insbesondere kleiner als 90 µm, sein. Die Dicke der Beschichtungsfolie kann, insbesondere in ungeformtem Zustand, größer als 60 µm, vorzugsweise größer als 70 µm, insbesondere größer als 80 µm, sein. Die Dicke der Beschichtungsfolie kann, insbesondere in ungeformtem Zustand, konstant sein. Optional kann die Beschichtungsfolie mehrere Folienschichten umfassen. Die Folienschichten können gleich oder unterschiedlich sein.
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Vorzugsweise wird der innere Klemmbereich an die erste Seite des Rands geklemmt und der Doppelfalz wird an der zweiten Seite des Rands, die der ersten Seite gegenüberliegt, gebildet. Dadurch kann die Beschichtungsfolie einfach und zuverlässig an der Verpackungsschale befestigt werden. Die erste Seite des Rands kann dem Werkzeugoberteil, insbesondere dem Dom, insbesondere der Domklemmfläche, zugewandt sein. Die zweite Seite des Rands kann dem Werkzeugunterteil, insbesondere der Verpackungsschalenaufnahme, zugewandt sein.
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Vorzugsweise umfasst der Doppelfalz eine erste Lage und eine zweite Lage, wobei die erste Lage an der zweiten Seite des Rands der Verpackungsschale anliegt und wobei die zweite Lage an der ersten Lage anliegt. Insbesondere kann die erste Lage mit der zweiten Lage stoffschlüssig verbunden sein. Dadurch kann, insbesondere im Gegensatz zu einem einfachen Falz, eine sichere Befestigung der Beschichtungsfolie an der Verpackungsschale erzeugt und damit eine sichere Beschichtung ermöglicht werden. Um die Beschichtungsfolie an der Verpackungsschale zu befestigen, muss keine stoffschlüssige Verbindung der ersten und zweiten Lage des Doppelfalzes erzeugt werden. Jedoch können durch die stoffschlüssige Verbindung der ersten und zweiten Lage der Doppelfalz und die Beschichtung besonders stabil und sicher ausgebildet werden. Für die Herstellung der stoffschlüssigen Verbindung kann die zweite Lage, insbesondere durch den Wärmeeinfluss des beheizten Doms und/oder beim Kontakt mit dem beheizten Presseinsatz, so weit erwärmt werden, dass sie, zumindest abschnittsweise, schmilzt. Die aufgeschmolzene zweite Lage kann durch Pressen an die erste Lage mit dieser stoffschlüssig verbunden werden. Dazu kann der beheizte Presseinsatz auf eine Temperatur oberhalb der Schmelztemperatur der Beschichtungsfolie beheizt werden. Die Temperatur des Presseinsatzes kann mindestens so groß wie die Schmelztemperatur sein.
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Die Größe der ersten Lage und/oder der zweiten Lage kann vom Rand der Verpackungsschale, insbesondere dem äußeren Abschnitt der zweiten Seite des Rands, und/oder dem Presseinsatz, insbesondere der Presseinsatzfläche, und/oder der Art des Trennens der Beschichtungsfolie abhängen. Die erste Lage und die zweite Lage, insbesondere deren Flächen, können im Wesentlichen gleich groß sein. Optional kann die zweite Lage, insbesondere nach dem Trennen, kleiner als die erste Lage sein. Die zweite Lage kann, insbesondere beim Trennen mit einem Messer, die erste Lage vollständig bedecken. Insbesondere beim Trennen ohne Messer kann die zweite Lage die erste Lage teilweise bedecken.
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Vorzugsweise erfolgt das Trennen der Beschichtungsfolie während der innere Klemmbereich und die Verpackungsschale geklemmt und während der Doppelfalz und die Verpackungsschale geklemmt sind. Dadurch kann ein sicheres und gezieltes Trennen ermöglicht werden. Es kann vermieden werden, dass der Doppelfalz durch beim Trennen einwirkende Kräfte beschädigt oder gar die Beschichtungsfolie von der Verpackungsschale gelöst wird.
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Vorzugsweise wird die Beschichtungsfolie, insbesondere mit einem Messer, zerschnitten oder, insbesondere mittels Druckluft und/oder Zugkraft, zerrissen. Dadurch kann die Beschichtungsfolie einfach und zuverlässig getrennt werden. Die Beschichtungsfolie kann, insbesondere im Trennbereich, beim Kontakt mit dem Messer geschnitten werden. Dazu kann die Beschichtungsfolie, insbesondere der Trennbereich, relativ zum Messer bewegt werden oder andersherum. Zum Beispiel kann das Messer fest an dem Werkzeugunterteil montiert sein. Die Verpackungsschalenaufnahme kann, insbesondere über wenigstens eine mit dem Werkzeugunterteil und der Verpackungsschalenaufnahme verbundene (Druck-)Feder, an dem Werkzeugunterteil bewegbar montiert sein. Die Verpackungsschalenaufnahme kann gemeinsam mit der geklemmten Beschichtungsfolie in Richtung des Werkzeugunterteils und des Messers bewegt werden. Sobald das Messer die Beschichtungsfolie kontaktiert, kann diese getrennt werden. Optional kann das Messer bewegbar an dem Werkzeugunterteil, insbesondere der Verpackungsschalenaufnahme, montiert sein. Um das Messer zu bewegen, kann dieses über eine, insbesondere elektrische, pneumatische oder hydraulische, Antriebseinheit angetrieben werden. Das Messer kann in Richtung des Werkzeugoberteils bewegt werden, um die Beschichtungsfolie zu trennen. Das Messer kann räumlich außerhalb der Verpackungsschalenaufnahme, insbesondere des Presseinsatzes, angeordnet sein, insbesondere derart, dass das Messer sich außerhalb der Verpackungsschalenaufnahme, insbesondere des Presseinsatzes, bewegen kann. Insbesondere wenn das Messer in Richtung des Werkzeugoberteils bewegt wird, kann es sich an dem Rand der Verpackungsschale vorbeibewegen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Beschichtungsfolie im Trennbereich getrennt wird..
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Vorzugsweise wird eine Zugspannung des Trennbereichs auf mindestens eine Zugfestigkeit der Beschichtungsfolie erhöht, um die Beschichtungsfolie im Trennbereich zu trennen. Dadurch kann die Beschichtungsfolie einfach und zuverlässig getrennt, insbesondere zerrissen, werden. Die Zugspannung kann mittels der Saug- und/oder Gebläsevorrichtung erzeugt werden, insbesondere indem diese Luft aus der geschlossenen Schalenbeschichtungsstation saugt oder hineinbläst. Wenn die Zugspannung der Beschichtungsfolie mindestens der Zugfestigkeit der Beschichtungsfolie entspricht, kann diese reißen. Die Zugfestigkeit der Beschichtungsfolie kann im Kontext der Erfindung eine Reißfestigkeit der Beschichtungsfolie sein. Sie kann die maximale mechanische Zugspannung angeben, mit der die Beschichtungsfolie belastet werden kann, bis sie reißt. Die zum Trennen der Beschichtungsfolie erforderliche Zugspannung kann von einer Temperatur des Presseinsatzes und/oder des nachfolgend beschriebenen beheizten Doms abhängen. Indem die Beschichtungsfolie, wie nachfolgend beschrieben, erwärmt wird, kann lokal ihre Reißfestigkeit abgesenkt werden. Vorzugsweise kann die Erwärmung mittels des beheizten Presseinsatzes und/oder mittels eines beheizten Doms und/oder Außendoms derart erfolgen, dass der Trennbereich der Beschichtungsfolie einen zum inneren Klemmbereich und/oder gewölbten Überstandsbereich und/oder Doppelfalz ansteigenden Temperaturgradienten erhält. Der Temperaturgradient kann die Zugfestigkeit des erwärmten Trennbereichs, insbesondere gegenüber einem kalten Zustand, d.h. bei Raumtemperatur, zumindest abschnittsweise, insbesondere an einem wärmsten Abschnitt, insbesondere um 4 - 15 N/mm2, senken. Beispielsweise kann die Reißfestigkeit der Beschichtungsfolie in einem kalten Zustand ungefähr 20 N/mm2 betragen. Beispielsweise kann der wärmste Abschnitt der Beschichtungsfolie auf eine Temperatur erwärmt werden, bei der die Reißfestigkeit nur noch ungefähr 10 N/mm2 bis 16 N/mm2 beträgt. Die Temperatur an dem wärmsten Abschnitt des Trennbereichs kann gleich der oder kleiner als die Temperatur des Presseinsatzes, des Doms und/oder des Außendoms sein. Der Temperaturgradient am Trennbereich kann kleiner als 90 °C, insbesondere kleiner als 70 °C, sein. Der Temperaturgradient am Trennbereich kann größer als 40 °C, insbesondere größer als 50 °C, sein. Vorzugsweise kann die Beschichtungsfolie am wärmsten Abschnitt getrennt werden. Der wärmste Abschnitt kann, insbesondere unmittelbar, an den Doppelfalz, insbesondere dessen insbesondere zweite Lage, angrenzen.
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Vorzugsweise werden der Dom, die Verpackungsschalenaufnahme und der Presseinsatz, insbesondere gemeinsam mit der geklemmten Beschichtungsfolie, relativ zum Werkzeugunterteil bewegt oder umgekehrt, um eine Zugspannung des Trennbereichs zu erhöhen. Dies hat den Vorteil, dass kein zusätzliches Bauteil benötigt wird, um die Beschichtungsfolie zu spannen. Der Dom, die Verpackungsschalenaufnahme und der Presseinsatz können also je eine Doppelfunktion ausführen, nämlich einerseits den inneren Klemmbereich der Beschichtungsfolie an die Verpackungsschale klemmen, die Verpackungsschale aufnehmen oder den Doppelfalz pressen und andererseits die Zugspannung im Trennbereich der Beschichtungsfolie erzeugen bzw. erhöhen. Die Antriebsvorrichtung des Doms kann derart ausgebildet sein, dass sie aktiv den Dom und passiv die Verpackungsschalenaufnahme und den Presseinsatz bewegen kann. Das heißt, wenn sich der Dom bewegt, können die Verpackungsschalenaufnahme und der Presseinsatz ohne einen zusätzlichen Antrieb mitbewegt werden. Dadurch können ein Bauraum verkleinert, ein Wartungsaufwand reduziert und Kosten für die Schalenbeschichtungsstation und das Verfahren gesenkt werden. Alternativ oder zusätzlich kann die Verpackungsschalenaufnahme über einen, insbesondere elektrischen, pneumatischen oder hydraulischen, Antrieb relativ zu dem Werkzeugunterteil bewegbar sein. Die Relativbewegung kann insbesondere erfolgen, wenn der innere Klemmbereich und die Verpackungsschale geklemmt sind und wenn der Doppelfalz und die Verpackungsschale geklemmt sind. Soll die Beschichtungsfolie gespannt aber nicht zerrissen werden, kann die Relativbewegung höchstens so groß sein, dass die Zugspannung der Beschichtungsfolie nicht bis zur Zugfestigkeit erhöht wird. Insbesondere wenn die Beschichtungsfolie mit dem Messer zerschnitten werden soll, kann es vorteilhaft sein, dass die Beschichtungsfolie vor und während des Trennens gespannt wird. Dies kann einen besonders präzisen Schnitt ermöglichen. Soll die Beschichtungsfolie zerrissen werden, kann die Relativbewegung höchstens so groß sein, dass die Zugspannung der Beschichtungsfolie mindestens bis zur Zugfestigkeit erhöht wird. Das Maß der Relativbewegung zum Spannen und/oder Zerreißen kann von einer Verformbarkeit und/oder Reißfestigkeit der Beschichtungsfolie abhängen. Die Relativbewegung kann durch einen Anschlag begrenzt werden. Im einfachsten Fall kann das Werkzeugunterteil oder das Werkzeugoberteil die Bewegung begrenzen.
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Vorzugsweise wird, insbesondere nach dem Klemmen des äußeren Klemmbereichs, ein Bereich der Beschichtungsfolie zwischen dem äußeren Klemmbereich an eine, insbesondere beheizbare, Innenfläche des Doms gesaugt oder mittels Druckluft gedrückt, um den Bereich der Beschichtungsfolie zu dehnen. Dadurch kann die Beschichtungsfolie an eine Größe der Verpackungsschale angepasst werden. Die Beschichtungsfolie kann mittels der Saug- und/oder Gebläsevorrichtung an die Innenfläche gesaugt/gedrückt werden. Dazu kann der Dom eine Öffnung zum Ein- oder Ausbringen von Luft aufweisen. Der Bereich der Beschichtungsfolie zwischen dem äußeren Klemmbereich kann den Überstandsbereich, den inneren Klemmbereich, einen Innenbereich zwischen dem inneren Klemmbereich und optional den Trennbereich umfassen. Der Dom kann die Domklemmfläche und eine dazwischen angeordnete Innenfläche aufweisen. Die Domklemmfläche kann umlaufend geschlossen sein oder Aussparungen aufweisen. Der Dom kann flach ausgebildet sein. Zum Beispiel kann der Dom eine flache Domklemmfläche und eine flache Innenfläche aufweisen. Oder der Dom kann zumindest eine Konkavität aufweisen. Zum Beispiel kann der Dom eine flache Domklemmfläche und eine konkave Innenfläche aufweisen. Der Dom, insbesondere die Domklemmfläche und die Innenfläche kann mittels einer, insbesondere elektrischen, Heizvorrichtung beheizt werden. Dadurch kann die Beschichtungsfolie erwärmt werden. Dies kann die Dehnbarkeit der Beschichtungsfolie verbessern, insbesondere erhöhen. Eine Temperatur des Doms kann von der Beschichtungsfolie, insbesondere deren Material und/oder deren Dicke, abhängen. Die Temperatur des Doms kann niedriger als eine Schmelztemperatur der Beschichtungsfolie sein. Die Temperatur des Doms kann so groß sein, dass die Beschichtungsfolie dehnbar ist. Die Temperatur des Doms kann z.B. größer als 50 °C, vorzugsweise größer als 70 °C, vorzugsweise größer als 100 °C, sein. Die Temperatur des Doms kann kleiner als 160 °C, vorzugsweise kleiner als 140 °C, vorzugsweise kleiner als 120 °C, sein. Während des Dehnens der Beschichtungsfolie kann die Schalenbeschichtungsstation evakuiert werden. Vorzugsweise umfasst die Schalenbeschichtungsstation einen, insbesondere beheizbaren, Außendom, wobei insbesondere nach dem Klemmen des äußeren Klemmbereichs, der Bereich der Beschichtungsfolie zwischen dem äußeren Klemmbereich an den Außendom gesaugt oder mittels Druckluft gedrückt wird, um den Bereich der Beschichtungsfolie zu dehnen. Die Beschichtungsfolie kann somit an eine größere Kontaktfläche, die von dem Dom und dem Außendom gebildet wird, gesaugt/gedrückt werden. Dadurch kann die Beschichtungsfolie besonders gut an eine Größe der Verpackungsschale angepasst werden. Der Dom kann sich zwischen dem Außendom befinden. Während des Dehnens der Beschichtungsfolie können die Domklemmfläche und eine Außendomfläche, die die Beschichtungsfolie kontaktieren kann, vorzugsweise nahezu, auf einer Ebene liegen. Dadurch kann die Beschichtungsfolie einfach und gleichmäßig gedehnt werden, insbesondere ohne sie zu verletzen. Der Außendom, insbesondere die Außendomfläche, kann mittels der Heizvorrichtung für den Dom beheizt werden. Optional können der Dom und der Außendom über separate Heizvorrichtungen beheizt werden. Der Außendom kann im Wesentlichen auf dieselbe Temperatur beheizt werden wie der Dom.
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Vorzugsweise wird nach oder während des Klemmens des inneren Klemmbereichs der Innenbereich der Beschichtungsfolie an die Verpackungsschale, insbesondere die erste Seite der Verpackungsschale, geformt. Dadurch kann die erwärmte, gedehnte Beschichtungsfolie einfach an die Form der Verpackungsschale geformt werden. Der Innenbereich kann dazu, insbesondere mittels der Saug- und/oder Gebläsevorrichtung, an die Verpackungsschale gesaugt oder mittels Druckluft gedrückt werden. Der Innenbereich der Beschichtungsfolie kann beim Anliegen an der Verpackungsschale entsprechend der Kontur der Verpackungsschale abkühlen und aushärten. Um das Abkühlen zu beschleunigen, kann die Verpackungsschalenaufnahme gekühlt werden, insbesondere auf weniger als 25 °C, vorzugsweise auf weniger als 20 °C, vorzugsweise auf weniger als 10 °C.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Schalenbeschichtungsstation zum Beschichten einer Verpackungsschale mit einer Beschichtungsfolie, wobei die Schalenbeschichtungsstation aufweist: ein Werkzeugoberteil und ein Werkzeugunterteil zum Klemmen eines äußeren Klemmbereichs der Beschichtungsfolie, eine Verpackungsschalenaufnahme zum Aufnehmen der Verpackungsschale, einen Dom zum Klemmen eines inneren Klemmbereichs der Beschichtungsfolie an die Verpackungsschale, wobei der Dom am Werkzeugoberteil bewegbar angeordnet ist, wobei sich der innere Klemmbereich innerhalb des äußeren Klemmbereichs befindet, eine Saug- und/oder Gebläsevorrichtung zum Formen eines Überstandsbereichs der Beschichtungsfolie derart an die Verpackungsschale, dass sich der Überstandsbereich unter einen Rand der Verpackungsschale wölbt, wobei sich der Überstandsbereich zwischen dem äußeren Klemmbereich und dem inneren Klemmbereich befindet, und einen beheizten Presseinsatz zum Pressen des gewölbten Überstandsbereichs an den Rand der Verpackungsschale derart, dass ein Doppelfalz gebildet wird, wobei der Presseinsatz relativ zur Verpackungsschalenaufnahme bewegbar ist, und ein Trennmittel zum Trennen der Beschichtungsfolie in einem Trennbereich, wobei sich der Trennbereich zwischen dem Doppelfalz und dem äußeren Klemmbereich befindet.
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Vorzugsweise ist das Trennmittel ein Messer, und/oder ist das Trennmittel durch die Saug- und/oder Gebläsevorrichtung gebildet, wobei die Saug- und/oder Gebläsevorrichtung dazu ausgebildet ist, eine Zugspannung des Trennbereichs, insbesondere auf mindestens eine Zugfestigkeit der Beschichtungsfolie, zu erhöhen, und/oder ist das Trennmittel durch den Dom, die Verpackungsschalenaufnahme und den Presseinsatz gebildet, wobei der Dom, die Verpackungsschalenaufnahme und der Presseinsatz gegenüber dem Werkzeugunterteil bewegbar sind, um die Zugspannung des Trennbereichs, insbesondere auf mindestens die Zugfestigkeit, zu erhöhen.
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Vorzugsweise umfasst das Werkzeugoberteil einen, insbesondere relativ zu diesem bewegbaren, Klemmrahmen, wobei der äußere Klemmbereich über den Klemmrahmen mittelbar zwischen Werkzeugoberteil und dem Werkzeugunterteil klemmbar ist.
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Vorzugsweise ist der Presseinsatz an dem Werkzeugunterteil, insbesondere der Verpackungsschalenaufnahme, bewegbar montiert und/oder ist die Verpackungsschalenaufnahme an dem Werkzeugunterteil bewegbar montiert.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Verpackungsmaschine, vorzugsweise Schalenverschließmaschine, umfassend eine Schalenbeschichtungsstation, die dazu ausgebildet ist, das Verfahren in wenigstens einer der in diesem Schutzrechtrecht offenbarten Varianten auszuführen. Die Schalenbeschichtungsstation kann in wenigstens einer der in diesem Schutzrechtrecht offenbarten Varianten vorliegen.
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Die von einem der Aspekte (Verfahren, Schalenbeschichtungsstation oder Verpackungsmaschine) beschriebenen Merkmale oder Erläuterungen können einzeln oder in Kombination auf die anderen Aspekte übertragen und mit diesen kombiniert werden.
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Im Folgenden wird die Erfindung anhand von beispielhaften Ausführungsformen erläutert. Es zeigen:
- Figur 1 eine schematische Seitenansicht einer Verpackungsmaschine gemäß einer ersten Ausführungsform;
- Figur 2 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß einer ersten Ausführungsform zu einem ersten Betriebszustand;
- Figur 3 eine schematische ausschnittsweise Seitenansicht einer Verpackungsschale;
- Figur 4 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß der ersten Ausführungsform zu einem zweiten Betriebszustand;
- Figur 5 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß der ersten Ausführungsform zu einem dritten Betriebszustand;
- Figur 6 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß der ersten Ausführungsform zu einem vierten Betriebszustand;
- Figur 7 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß der ersten Ausführungsform zu einem fünften Betriebszustand;
- Figur 8 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß der ersten Ausführungsform zu einem sechsten Betriebszustand;
- Figur 9 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß der ersten Ausführungsform zu einem siebten Betriebszustand;
- Figur 10 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß einer zweiten Ausführungsform zu einem siebten Betriebszustand;
- Figur 11 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß einer dritten Ausführungsform zu einem sechsten Betriebszustand;
- Figur 12 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß der dritten Ausführungsform zu einem siebten Betriebszustand;
- Figur 13 eine schematische ausschnittsweise Seitenansicht einer beschichteten Verpackungsschale nach dem Zerreißen einer Beschichtungsfolie;
- Figur 14 eine schematische ausschnittsweise Seitenansicht der beschichteten Verpackungsschale nach dem Zerschneiden der Beschichtungsfolie; und
- Figur 15 eine schematische Seitenansicht einer Schalenbeschichtungsstation gemäß der dritten Ausführungsform zu einem zweiten Betriebszustand.
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Figur 1 zeigt eine schematische Seitenansicht einer Verpackungsmaschine 1 gemäß einer Ausführungsform. Sie kann ein Gestell 2 umfassen. Die Verpackungsmaschine 1 kann des Weiteren ein Zuführband 3 aufweisen. Sie kann außerdem eine Schalenbeschichtungsstation 4 aufweisen, die später noch näher beschrieben werden wird. Durch das Zuführband 3 können leere Verpackungsschalen 5 zur Schalenbeschichtungsstation 4 befördert werden. Die Verpackungsschalen 5 können mit einer Greifereinrichtung 6 in die Schalenbeschichtungsstation 4 umgesetzt werden und dort mit einer Beschichtungsfolie 7 reversibel beschichtet werden. Nach dem Beschichten können den Verpackungen bzw. Verpackungsverbünden entsprechende Bereiche aus der Bahn der Beschichtungsfolie 7 ausgeschnitten werden. Es verbleibt ein Folienrestgitter 8 der Beschichtungsfolie 7, welches mit einer Vorrichtung 9 zum Aufwickeln des Folienrestgitters 8 aufgewickelt wird. Die derart beschichteten Verpackungen können über die Greifereinrichtung 6 aus der Schalenbeschichtungsstation 4 auf ein Abführband 10 umgesetzt werden. Von dort kann es zum Beispiel zu einer nicht dargestellten Befüllstation weitergeleitet werden, um mit einem Produkt befüllt zu werden.
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In den Figuren 2 sowie 4 bis 9 ist die Schalenbeschichtungsstation 4 in einer schematischen Schnittansicht in unterschiedlichen Phasen des Beschichtungsvorgangs dargestellt. Gemäß Figur 2 umfasst die Schalenbeschichtungsstation 4 eine Verpackungsschalenaufnahme 13. An der Verpackungsschalenaufnahme 13 ist eine einzelne Verpackungsschale 5 angeordnet.
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Die Verpackungsschale 5 ist im Detail in Figur 3 dargestellt. Die Verpackungsschale 5 umfasst im vorliegenden Ausführungsbeispiel Karton. Dadurch kann die Verpackungsschale 5 umweltfreundlich hergestellt werden. Auch kann die nach dem beschriebenen Verfahren beschichtete Verpackungsschale 5 einfach wieder von der Beschichtungsfolie 7 getrennt werden und ist damit einfach recycelbar. Figur 3 zeigt lediglich einen Ausschnitt der Verpackungsschale 5 in dem Zustand, in dem sie von der Verpackungsschalenaufnahme 13 gehalten wird. Der Ausschnitt zeigt die rechte Seite der Verpackungsschale 5, d.h. der Ausschnitt kann am linken Bildrand gespiegelt werden, um die vollständige Schnittansicht darzustellen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weist die Verpackungsschale 5 eine Vertiefung 14 mit dem umlaufenden Rand 15 auf. Der Rand 15 weist eine erste Seite 16 und eine der ersten Seite 16 gegenüberliegende zweite Seite 17 auf. Die verpackungsschale 5 ist in der Schalenbeschichtungsstation 4 derart angeordnet, dass die erste Seite 16 dem Werkzeugoberteil 11 und die zweite Seite 17 dem Werkzeugunterteil 12 zugewandt ist (siehe Figur 2). Die zweite Seite 17 weist einen inneren Abschnitt 18 und einen äußeren Abschnitt 19 auf, wobei sich der innere Abschnitt 18 zwischen dem äußeren Abschnitt 19 befindet. Die Verpackungsschalenaufnahme 13 kontaktiert den inneren Abschnitt 18 der Verpackungsschale 5 sowie zwischen dem Rand 15 liegende Seitenwände 20 der Verpackungsschale 5. Die Verpackungsschalenaufnahme 13 kontaktiert nicht den äußeren Abschnitt 19 des Rands 15 der Verpackungsschale 5. Dies ist insbesondere erforderlich, damit das Beschichtungsverfahren, wie im Folgenden detailliert dargelegt wird, durchgeführt werden kann.
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Wie aus Figur 2 ersichtlich, umfasst die Schalenbeschichtungsstation 4 ferner ein Werkzeugoberteil 11, ein Werkzeugunterteil 12 und einen Klemmrahmen 21. Diese dienen dazu, einen umlaufend geschlossenen äußeren Klemmbereichs 22 der Beschichtungsfolie 7 zu klemmen (siehe Figur 4). Dazu wird die Beschichtungsfolie 7 zwischen dem Klemmrahmen 21 und dem Werkzeugoberteil 11 platziert und der Klemmrahmen 21 nach oben an eine Werkzeugoberteilklemmfläche 23 des Werkzeugoberteils 11 bewegt und daran gedrückt (siehe Figur 4). Zum Bewegen des Klemmrahmens 21 ist dieser an dem Werkzeugoberteil 11 bewegbar montiert und wird über einen nicht dargestellten pneumatischen Antrieb angetrieben. Die Beschichtungsfolie 7 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Monofolie bestehend aus amorphem Polyethylenterephthalat (APET) mit einer (in ungeformtem Zustand) konstanten Dicke von etwa 80 µm. Dadurch wird eine Haltbarkeit der Beschichtungsfolie 7 verbessert und deren Gewicht reduziert.
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Nachdem der äußere Klemmbereichs 22 der Beschichtungsfolie 7 geklemmt ist (siehe Figur 4), wird die Beschichtungsfolie 7, wie in Figur 5 gezeigt, erwärmt und gedehnt. Dazu ist an der Schalenbeschichtungsstation 4 ein Dom 26 mit einer beheizten konkaven Innenfläche 27 vorgesehen. Ein Bereich 25 der Beschichtungsfolie 7, der sich zwischen dem äußeren Klemmbereich 22 befindet, wird mittels einer nicht dargestellten Saugvorrichtung an die beheizte Innenfläche 27 gesaugt. Dazu ist in dem Dom 26 eine Öffnung 24 zum Absaugen von Luft vorgesehen. Beim Ansaugen der Beschichtungsfolie 7 dehnt sich diese. Die gedehnte Beschichtungsfolie 7 kann so in einem nachfolgenden Schritt (siehe Figur 7) einfach an eine Größe der Verpackungsschale 5 angepasst und daran angeformt werden. Der gedehnte Bereich 25 der Beschichtungsfolie 7 umfasst einen nachfolgend detaillierter beschriebenen Überstandsbereich 28, einen umlaufend geschlossenen inneren Klemmbereich 29, einen Innenbereich 30 zwischen dem inneren Klemmbereich 29 und einen Trennbereich 31 (siehe Figuren 6, 7, 9, 10, 12). Der Dom 26 umfasst neben der beheizten konkaven Innenfläche 27 eine ebenfalls beheizte flache Domklemmfläche 32, die die Innenfläche 27 umgibt. Der Dom 26 wird mittels einer nicht dargestellten elektrischen Heizvorrichtung auf eine Temperatur unterhalb der Schmelztemperatur der Beschichtungsfolie 7, im vorliegenden Fall auf etwa 60 °C, beheizt. Beim Kontakt mit dem Dom 26 wird die Beschichtungsfolie 7 so weit erwärmt, dass sie leichter und weiter gedehnt werden kann. Außerdem wird durch den Kontakt mit dem beheizten Dom 26 auch der Überstandsbereich 28 der Beschichtungsfolie 7, der sich zwischen dem äußeren Klemmbereich 22 und dem inneren Klemmbereich 29 befindet, so weit erwärmt, dass dieser dehnbar ist.
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Während die Beschichtungsfolie 7 an den Dom 26 gesaugt wird, wird, wie in Figur 6 gezeigt, die Schalenbeschichtungsstation 4 geschlossen. Dazu wird das Werkzeugunterteil 12nach oben in Richtung des Werkzeugoberteils 11 und des Klemmrahmens 21 bewegt und daran gedrückt. In der vorliegenden Ausführungsform ist also die Beschichtungsfolie 7 über den Klemmrahmen 21 mittelbar zwischen dem Werkzeugoberteil 11 und dem Werkzeugunterteil 12 geklemmt. Durch das Schließen der Schalenbeschichtungsstation 4 wird außerdem die Klemmung des äußeren Klemmbereichs 22 der Beschichtungsfolie 7 weiter verstärkt, sodass die nachfolgenden Schritte des Beschichtungsverfahrens ausgeführt werden können.
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Wie aus Figur 6 weiter hervorgeht, wird, wenn das Werkzeugunterteil 12 in Richtung des Werkzeugoberteils 11 und des Klemmrahmens 21 bewegt wird, die Verpackungsschalenaufnahme 13 mit der daran gelagerten Verpackungsschale 5 mitbewegt. Zugleich bewegt sich der Dom 26 in Richtung des Werkzeugunterteils 12. Der Dom 26 sowie das Werkzeugunterteil 12 und die Verpackungsschalenaufnahme 13 werden so weit bewegt, dass die Beschichtungsfolie 7 am inneren Klemmbereich 29 eine Domklemmfläche 32 des Doms 26 kontaktiert und den inneren Klemmbereich 29 somit an die erste Seite 16 des Rands 15 der Verpackungsschale 5 klemmt. Wie Figur 6 veranschaulicht, befindet sich der innere Klemmbereich 29 innerhalb des äußeren Klemmbereichs 22.
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Während der innere Klemmbereich 29 an die erste Seite 16 des Rands 15 der Verpackungsschale 5 geklemmt wird, wird zusätzlich zu der Absaugung von Luft durch die Öffnung 24 im Dom 26 Luft durch eine Öffnung 38 in dem Werkzeugoberteil 11 aus der Schalenbeschichtungsstation 4 gesaugt. Dazu ist an dem Werkzeugoberteil 11 eine Saug- und Gebläsevorrichtung (nicht dargestellt) angeordnet. Die Saugwirkung verhindert, dass die Beschichtungsfolie 7 beim Klemmen des inneren Klemmbereichs 29 verrutscht oder gar beschädigt wird. Außerdem wird Luft mittels einer an dem Werkzeugunterteil 12 angeordneten Saug- und Gebläsevorrichtung (nicht dargestellt) in Richtung des Werkzeugunterteils 12 gesaugt. Dazu ist an dem Werkzeugunterteil 12 eine Öffnung 48 vorgesehen. Aufgrund dieser Saugwirkungen wird im Inneren der Schalenbeschichtungsstation 4 befindliche Luft nahezu vollständig herausgesaugt, d.h. die Schalenbeschichtungsstation 4 evakuiert.
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Wie aus Figur 7 hervorgeht, wird, nachdem der innere Klemmbereich 29 an die erste Seite 16 des Rands 15 der Verpackungsschale 5 geklemmt wurde und der äußere Klemmbereich 22 zwischen dem Werkzeugoberteil 11 und dem Werkzeugunterteil 12 geklemmt wurde, die Beschichtungsfolie 7 nicht mehr an eine beheizte Innenfläche 27 gesaugt. Anstatt dass Luft nach oben durch die Öffnung 24 im Dom 26 und die Öffnung 38 im Werkzeugoberteil 11 gesaugt wird, wird Luft durch diese beiden Öffnungen in die Schalenbeschichtungsstation 4 geblasen. Außerdem wird Luft durch die Öffnung 48 in Richtung des Werkzeugunterteils 12 gesaugt. Aufgrund der Saugwirkung wird zum einen der Innenbereich 30 der Beschichtungsfolie 7 an die Verpackungsschale 5 geformt, insbesondere an der Vertiefung 14 zugewandte Flächen der Seitenwände 20 und einer Basis 33 der Verpackungsschale 5 gedrückt. Da die Schalenbeschichtungsstation 4 im vorhergehenden Verfahrensschritt evakuiert wurde, ist es möglich, die Beschichtungsfolie 7 besonders schnell und ohne Faltenbildung an die Verpackungsschale 5 zu saugen. Außerdem trägt das im vorhergehenden Schritt durchgeführte Erwärmen und Dehnen der Beschichtungsfolie 7 dazu bei, dass die Beschichtungsfolie 7 einfach an die Form der Verpackungsschale 5 geformt werden kann ohne beschädigt zu werden. Beim Anliegen an der Verpackungsschale 5 kühlt die Beschichtungsfolie 7 ab und härtet entsprechend der Kontur der Verpackungsschale 5 aus. Zum anderen wird durch die Saugwirkung der erwärmte Überstandsbereich 28 an die Verpackungsschale 5 geformt und zwar derart, dass sich der Überstandsbereich 28 unter den Rand 15 der Verpackungsschale 5 wölbt. Wie aus Figur 7 hervorgeht, wird der Überstandsbereich 28 so gewölbt, dass er in den Bereich des äußeren Abschnitts 19 der zweiten Seite 17 des Rands 15 gewölbt wird. Das Wölben wird dadurch begünstigt, dass ein erster Abstand 34 der Domklemmfläche 32 in Bezug auf einen Boden 35 des Werkzeugunterteils 12 größer als ein zweiter Abstand 36 der Werkzeugoberteilklemmfläche 23 in Bezug auf den Boden 35 ist.
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Als nächstes wird, wie in Figur 8 dargestellt, der gewölbte Überstandsbereich 28 zu einem Doppelfalz 37 geformt. Während dieses Verfahrensschritts wird vorzugsweise weiterhin Luft durch die Öffnungen 24 und 38 in die Schalenbeschichtungsstation 4 geblasen, um die Beschichtungsfolie 7 an die Verpackungsschale 5 zu drücken. Zum Formen des Doppelfalzes 37 ist an der Verpackungsschalenaufnahme 13 ein beheizter Presseinsatz 39 bewegbar montiert. Eine Presseinsatzfläche 40 des Presseinsatzes 39 wird mittels einer nicht dargestellten elektrischen Heizvorrichtung auf eine Temperatur unterhalb der Schmelztemperatur der Beschichtungsfolie 7, im vorliegenden Ausführungsbeispiel auf etwa 60 °C, beheizt. Um den Doppelfalz 37 zu formen, wird der Presseinsatz 39 nach oben in Richtung der Verpackungsschale 5 bewegt und presst mit seiner warmen Presseinsatzfläche 40 den gewölbten Überstandsbereich 28 an den äußeren Abschnitt 19 des Rands 15 die Verpackungsschale 5 (siehe auch Figur 13). Der so gebildete Doppelfalz 37 weist zwei Lagen auf. Eine erste Lage 41 liegt unmittelbar an der der zweiten Seite 17 des Rands 15 der Verpackungsschale 5 an. Eine zweite Lage 42 liegt unmittelbar an der ersten Lage 41 an. Der Doppelfalz 37 ermöglicht, insbesondere im Gegensatz zu einem einfachen Falz, eine besonders sichere Befestigung der Beschichtungsfolie 7 an der Verpackungsschale 5 und damit eine besonders sichere Beschichtung.
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Am Ende des in Figur 8 veranschaulichten Verfahrensschritts ist der innere Klemmbereich 29 der Beschichtungsfolie 7 an die erste Seite 16 des Rands 15 geklemmt und der Doppelfalz 37 an der zweiten Seite 17 des Rands 15, die der ersten Seite 16 gegenüberliegt, gebildet. Zwischen der Beschichtungsfolie 7 und der Verpackungsschale 5 besteht keine stoffschlüssige, sondern eine rein formschlüssige Verbindung. Dadurch ist es möglich die Beschichtungsfolie 7 einfach und zuverlässig an der Verpackungsschale 5 zu befestigen. Andererseits können die Verpackungsschale 5 und die Beschichtungsfolie 7 vollständig wieder voneinander getrennt werden. Dies ist insbesondere vorteilhaft, um die Verpackungsschale 5 und/oder die Beschichtungsfolie 7 zu recyceln. Auch werden das Beschichtungsverfahren und der Aufbau der Schalenbeschichtungsstation 4 vereinfacht, indem zum Beispiel auf einen Klebstoff und eine Vorrichtung zum Aufbringen desselben auf die Beschichtungsfolie 7 oder die Verpackungsschale 5, verzichtet werden kann. Im Idealfall wird der Bauraum der Schalenbeschichtungsstation 4 verkleinert, ein Wartungsaufwand reduziert und/oder Betriebs- und Herstellungskosten gesenkt.
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Während der innere Klemmbereich 29 und die Verpackungsschale 5 geklemmt sind und der Doppelfalz 37 und die Verpackungsschale 5 geklemmt sind, werden außerdem der Dom 26, die Verpackungsschalenaufnahme 13 und der Presseinsatz 39 gemeinsam mit der geklemmten Beschichtungsfolie 7 relativ zum Werkzeugunterteil 12 abgesenkt, um eine Zugspannung des Trennbereichs 31 zu erhöhen. Der Trennbereich 31 befindet sich zwischen dem Doppelfalz 37 und dem äußeren Klemmbereich 22. Damit die Verpackungsschalenaufnahme 13 bewegt werden kann, ist diese an dem Werkzeugunterteil 12 über eine mit dem Werkzeugunterteil 12 und der Verpackungsschalenaufnahme 13 verbundene (nicht dargestellte) (Druck-)Feder an dem Werkzeugunterteil 12 bewegbar montiert. Die beschriebene Relativbewegung hat den Vorteil, dass kein zusätzliches Bauteil benötigt wird, um die Beschichtungsfolie 7 zu spannen. Der Dom 26, die Verpackungsschalenaufnahme 13 und der Presseinsatz 39 führen also je eine Doppelfunktion aus, nämlich einerseits den inneren Klemmbereich 29 der Beschichtungsfolie 7 an die Verpackungsschale 5 klemmen, die Verpackungsschale 5 aufnehmen oder den Doppelfalz 37 pressen und andererseits die Zugspannung im Trennbereich 31 der Beschichtungsfolie 7 erzeugen bzw. erhöhen. Für diese Abwärtsbewegung wird der Dom 26 aktiv über eine nicht dargestellte elektrische Antriebsvorrichtung angetrieben. Die Verpackungsschalenaufnahme 13 und der Presseinsatz 39 werden passiv vom Dom 26 mitbewegt. Das heißt, es ist nur eine Antriebsvorrichtung erforderlich, wodurch Bauraum gespart und ein Aufwand und Kosten für den Betrieb und die Wartung der Schalenbeschichtungsstation 4 gesenkt werden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel erfolgt die beschriebene Bewegung so weit, dass die Beschichtungsfolie 7 gespannt aber nicht zerrissen wird. Das heißt, in diesem Verfahrensschritt wird die Zugspannung so weit erhöht, dass nicht die Zugfestigkeit der Beschichtungsfolie 7 erreicht wird. Die Zugfestigkeit der Beschichtungsfolie gibt im Kontext der Erfindung eine Reißfestigkeit der Beschichtungsfolie 7. Sie gibt die maximale mechanische Zugspannung an, mit der die Beschichtungsfolie 7 belastet werden kann, bis sie reißt. Das Spannen des Trennbereichs 31 ist für das nachfolgend beschriebene Trennen der Beschichtungsfolie 7 besonders vorteilhaft.
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Das Trennen der Beschichtungsfolie 7 erfolgt während der innere Klemmbereich 29 und die Verpackungsschale 5 geklemmt sind und der Doppelfalz 37 und die Verpackungsschale 5 geklemmt sind. Dadurch wird ein sicheres und gezieltes Trennen ermöglicht. Es wird ferner vermieden, dass der Doppelfalz 37 durch beim Trennen einwirkende Kräfte beschädigt oder gar die Beschichtungsfolie 7 von der Verpackungsschale 5 gelöst wird. Um die Beschichtungsfolie 7 zu trennen, wird gemäß der ersten Ausführungsform, ähnlich wie in dem in Figur 7 dargestellten Verfahrensschritt, Luft mittels des an dem Werkzeugoberteil 11 angeordneten Saug- und Gebläsevorrichtung und der an dem Werkzeugunterteil 12 angeordneten Saug- und Gebläsevorrichtung in Richtung des Werkzeugunterteils 12 gesaugt und gedrückt (siehe Figur 9). Dadurch erhöht sich die Zugspannung im Trennbereich 31 weiter bis zur Zugfestigkeit, sodass die Beschichtungsfolie 7 im Trennbereich 31 reißt. Gemäß der ersten Ausführungsform bilden also die Saug- und Gebläsevorrichtungen ein Trennmittel 47 zum Trennen der Beschichtungsfolie 7. Ist die Beschichtungsfolie 7 bereits vorgespannt, ist eine schwächere Saugwirkung ausreichend, um die Beschichtungsfolie 7 zu trennen. Die zum Trennen der Beschichtungsfolie 7 erforderliche Zugspannung wird ferner durch den Wärmeeinfluss des Presseinsatzes 39 und des beheizten Doms 26 auf den Trennbereich 31 reduziert bzw. die Reißfestigkeit der Beschichtungsfolie 7 wird dadurch abgesenkt. Der Presseinsatz 39 und der Dom 26 erwärmen die Beschichtungsfolie 7 am inneren Klemmbereich 29 und am Doppelfalz 37 (siehe Figuren 5 bis 8), sodass der Trennbereich 31 einen zum inneren Klemmbereich 29 und Doppelfalz 37 ansteigenden Temperaturgradienten erhält. Der Temperaturgradient senkt die Zugfestigkeit des erwärmten Trennbereichs 31, insbesondere gegenüber einem kalten Zustand (d.h. bei Raumtemperatur) zumindest abschnittsweise, insbesondere an einem wärmsten Abschnitt 43, insbesondere um etwa 10 N/mm2. Die Temperatur am wärmsten Abschnitt 43 des Trennbereichs 31 beträgt etwa 80% der Temperatur des Presseinsatzes 39 bzw. des Doms 26. Durch das Einwirken von Temperatur, Zugspannung und Luftdruck reißt die Beschichtungsfolie 7 am wärmsten Abschnitt 43 des Trennbereichs 31, der unmittelbar an die zweite Lage 42 des Doppelfalzes 37 angrenzt (siehe Figur 13).
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Figur 10 zeigt eine alternative Form des Trennens der Beschichtungsfolie 7 mittels der vorgehend beschriebenen Schalenbeschichtungsstation 4. Die in den Figuren 2 und 4 bis 8 gezeigten Verfahrensschritte werden bei dieser zweiten Ausführungsform identisch angewendet. Anstelle des in Figur 9 veranschaulichten Trennens mittels der Saug- und Gebläsevorrichtungen bilden aber der Dom 26, die Verpackungsschalenaufnahme 13 und der Presseinsatz 39 das Trennmittel 47. Ausgehend von der abgesenkten Position des Doms 26, der Verpackungsschalenaufnahme 13 und des Presseinsatzes 39 in Figur 8 werden der Dom 26, die Verpackungsschalenaufnahme 13 und der Presseinsatz 39 gemeinsam mit der geklemmten Beschichtungsfolie 7 relativ zum Werkzeugunterteil 12 noch weiter abgesenkt, um die Zugspannung des Trennbereichs 31 auf mindestens deren Zugfestigkeit zu erhöhen. Beim Erreichen der Zugfestigkeit reißt die Beschichtungsfolie 7. Dies ermöglicht ebenso ein besonders einfaches und zuverlässiges Trennen der Beschichtungsfolie 7. Das Maß der dafür erforderlichen Relativbewegung hängt von der Verformbarkeit und/oder Reißfestigkeit der Beschichtungsfolie 7 ab. In diesem Zusammenhang bildet das Werkzeugunterteil 12 einen Anschlag für die Verpackungsschalenaufnahme 13 aus und begrenzt die Relativbewegung.
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Die Figuren 11, 12 und 14 zeigen eine Schalenbeschichtungsstation 4 gemäß einer weiteren Ausführungsform in einer schematischen Schnittansicht in unterschiedlichen Phasen des Beschichtungsvorgangs, insbesondere beim Pressen des Doppelfalzes 37 (Figur 11) und beim Trennen der Beschichtungsfolie 7 (Figur 12). Die in den Figuren 2 und 4 bis 8 gezeigten Verfahrensschritte werden bei dieser dritten Ausführungsform nahezu identisch angewendet. Gemäß der dritten Ausführungsform umfasst die Schalenbeschichtungsstation 4 neben dem Dom 26 zusätzlich einen den Dom 26 umschließenden Außendom 44. Der Außendom 44, insbesondere eine Außendomfläche 45, ist beheizbar und an dem Werkzeugoberteil 11 bewegbar montiert. Nachdem der äußere Klemmbereichs 22 der Beschichtungsfolie 7 geklemmt ist, wird die Beschichtungsfolie 7, wie in Figur 15 gezeigt, gedehnt. Dazu wird der Bereich 25 der Beschichtungsfolie 7, der sich zwischen dem äußeren Klemmbereich 22 befindet, sowohl an den beheizten Dom 26 als auch an den beheizten Außendom 44 gesaugt. Somit ergibt steht eine größere Kontaktfläche zum Dehnen der Beschichtungsfolie 7 zur Verfügung und die Beschichtungsfolie 7 kann besonders gut an die Größe der Verpackungsschale 7 angepasst werden. Der Dom 26 und der Außendom 44 werden mittels der gleichen Heizvorrichtung auf etwa die gleiche Temperatur erwärmt. Während des Dehnens der Beschichtungsfolie 7 befinden sich die Domklemmfläche 32 und die Außendomfläche 45, die je die Beschichtungsfolie 7 kontaktieren, nahezu, auf einer Ebene, d.h. gleich weit vom Boden 35 des Werkzeugunterteils 12 entfernt. Dadurch wird die Beschichtungsfolie 7 einfach und gleichmäßig gedehnt, insbesondere ohne sie zu verletzen.
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Anstelle des in Figur 9 veranschaulichten Trennens durch Saugwirkung bzw. des in Figur 10 veranschaulichten Trennens durch Relativbewegung wird die Beschichtungsfolie 7 gemäß der dritten Ausführungsform mit einem Messer 46 als Trennmittel 47 zerschnitten. Das Messer 46 ist fest am Werkzeugunterteil 12 montiert. Räumlich ist das Messer 46 außerhalb der Verpackungsschalenaufnahme 13, insbesondere des Presseinsatzes 39, angeordnet und zwar derart, dass die Verpackungsschalenaufnahme 13 und die Verpackungsschale 5 sich innerhalb des Messers 46 an diesem vorbeibewegen können (siehe Figur 12). Gelangt der Trennbereich 31 mit dem Messer 46 in Kontakt, wird er zerschnitten. Dazu wird die Verpackungsschalenaufnahme 13 gemeinsam mit der geklemmten Beschichtungsfolie 7 in Richtung des Werkzeugunterteils 12 und des Messers 46 bewegt. Die zum Zerschneiden erforderliche Relativbewegung ist höchstens so groß, dass die Zugspannung der Beschichtungsfolie 7 mindestens bis zur Zugfestigkeit erhöht wird. Das Maß der dafür erforderlichen Relativbewegung hängt von der Verformbarkeit und/oder Reißfestigkeit der Beschichtungsfolie 7 ab. In diesem Zusammenhang bildet das Werkzeugunterteil 12 einen Anschlag für die Verpackungsschalenaufnahme 13 aus und begrenzt die Relativbewegung.
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Insbesondere wenn die Beschichtungsfolie 7 mit dem Messer 46 zerschnitten wird, ist es vorteilhaft, dass die Beschichtungsfolie 7 vor und während des Zerschneidens, wie in Figur 8 beschrieben (Abwärtsbewegung des Doms 26, der Verpackungsschalenaufnahme 13 und des Presseinsatzes 39 gemeinsam mit der geklemmten Beschichtungsfolie 7 relativ zum Werkzeugunterteil 12) gespannt wird. Dies ermöglicht einen besonders präzisen Schnitt.
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Figur 13 veranschaulicht die Beschichtungsfolie 7 nach dem Trennen durch Zerrreißen mittels Luftdruck oder mittels der Relativbewegung des Doms 26, der Verpackungsschalenaufnahme 13 und des Presseinsatzes 39). Grundsätzlich ist je nachdem wie groß der äußere Abschnitt 19 der zweiten Seite 17 des Rands 15 der Verpackungsschale 5 ist, wie groß der Presseinsatz 39 ist und welches Trennmittel 47 verwendet wird, der Doppelfalz 37, insbesondere nach dem Trennen, unterschiedlich groß. Insbesondere das Trennmittel 47 beeinflusst die flächenmäßige Größe der zweiten Lage 42 des Doppelfalzes 37 im Vergleich zur ersten Lage 41. Beim Trennen mit der Saug- und Gebläsevorrichtung oder mit dem Dom 26, der Verpackungsschalenaufnahme 13 und dem Presseinsatz 39 als Trennmittel 47 ist die zweite Lage 42 kleiner als die erste Lage 41. Die zweite Lage 42 überlappt die erste Lage 41 nur teilweise. Dies ist der Fall, da die Presseinsatzfläche 40 kleiner als der äußere Abschnitt 19 der zweiten Seite 17 des Rands 15 ist. Die Beschichtungsfolie 7 wird am wärmsten Abschnitt 43 des Trennbereichs 31, der unmittelbar an die zweite Lage 42 des Doppelfalzes 37 angrenzt, zerrissen. Der wärmste Abschnitt 43 befindet sich räumlich außerhalb des Presseinsatzes 39 und noch unterhalb des äußeren Abschnitts 19 der zweiten Seite 17 des Rands 15. Somit ist nach dem Zerreißen der Beschichtungsfolie 7 am wärmsten Abschnitt 43 die zweite Seite 42 des Doppelfalzes 37 kleiner als dessen erste Lage 41.
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Hingegen sind beim Trennen mit dem Messer 46 die erste Lage 41 und die zweite Lage 42 des Doppelfalzes 37 im Wesentlichen gleich groß und die zweite Lage 42 bedeckt die erste Lage 41 vollständig (siehe Figur 14). Dies ist der Fall, da das Messer 46 die Beschichtungsfolie 7 außerhalb des Randes 15 schneidet.