Gebiet der Technik
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Die Anmeldung betrifft Verfahren und Vorrichtung zur Reduktion von eisenoxidhaltigem Material,
wobei Ammoniak NH3 enthaltendes Reduktionsgas eingesetzt wird.
Stand der Technik
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Es ist bekannt, eisenoxidhaltiges Material - wie beispielsweise Erze - mittels reduzierenden Gases - auch Reduktionsgas genannt - zu reduzieren. So etwa mittels Direktreduktion mit Reduktionsgas in einem Reduktionsaggregat, wie beispielsweise einem Reduktionsschacht; auch im Hochofenverfahren wirkt beispielsweise Kohlenmonoxid CO als reduzierendes Gas im Reduktionsaggregat Hochofen. Bei derzeit großindustriell angewendeten, herkömmlichen Verfahren basiert das reduzierende Gas überwiegend auf Erdgas. Daher fallen dabei große Mengen Kohlendioxid CO2 an, was unter anderem aus umweltpolitischen Gründen unerwünscht ist.
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Zur Verminderung des CO2-Ausstoßes bei der Reduktion von eisenoxidhaltigem Material ist es bekannt, Wasserstoff H2 als reduzierendes Gas zu verwenden. Dabei kann Wasserstoff als einziges Reduktionsgas verwendet werden, oder in Kombination mit anderen Gasen, beispielsweise erdgasbasierten Reduktionsgasen. Je größer der Anteil von CO2 neutralem Wasserstoff H2 im Reduktionsgas ist, desto weniger CO2 wird emittiert.
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Speicherung von Wasserstoff H2 und Transport vom Ort seiner Erzeugung zu Verbrauchern ist jedoch aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften problematisch und mit großem Aufwand verbunden.
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Zur Verminderung des CO2-Ausstoßes bei der Reduktion von eisenoxidhaltigem Material ist es auch bekannt, Ammoniak NH3 als Reduktionsmittel einzusetzen. Ammoniak bietet bezüglich Speicherung und Transport deutliche Vorteile gegenüber Wasserstoff H2.
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Ammoniak kann in Stickstoff und Wasserstoff gespalten werden
2 NH3 → N2 + 3 H2.
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Wasserstoff H2 kann als Reduktionsmittel mit den Metalloxiden, beispielsweise Eisenoxiden, reagieren:
3 Fe2O3 + H2 → 2 Fe3O4 + H2O
Fe3O4 + H2 → 3 FeO + H2O
FeO + H2 → Fe + H2O.
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Ammoniak kann aber auch selbst als Reduktionsmittel wirken:
9 Fe2O3 + 2 NH3 → 6 Fe3O4 + N2 + 3 H2O
3 Fe3O4 + 2 NH3 → 9 FeO + N2 + 3 H2O
3 FeO + 2 NH3 → 3 Fe + N2 + 3 H2O.
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Ammoniak NH3 enthaltendes Reduktionsgas kann aus Ammoniak bestehen, oder eine Mischung von Ammoniak mit einem oder mehreren anderen Gasen - wobei bevorzugt eines oder mehrere auf eisenoxidhaltiges Material reduzierend wirken können - sein. Grundsätzlich kann also unter Nutzung von Ammoniak NH3 erhaltenes Reduktionsgas zur Reduktion von eisenoxidhaltigem Material eingesetzt werden; so ein Reduktionsgas kann beispielsweise Ammoniak NH3 sein, oder eine Mischung von Ammoniak NH3 mit einem oder mehreren anderen Gasen - wobei bevorzugt eines oder mehrere auf eisenoxidhaltiges Material reduzierend wirken können -, was beispielsweise bei einer Mischung von Ammoniak und seinen Spaltungsprodukten Wasserstoff H2 und Stickstoff N2 der Fall wäre, wobei natürlich auch noch andere Gase in der Mischung enthalten sein könnten.
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Es ist bekannt, dass die Gegenwart von Ammoniak NH3 bei der Reduktion von eisenoxidhaltigem Material zur Bildung von Nitriden des Metalls führen kann. Beispielsweise führen die folgenden Reaktionen zu Nitridierungsreaktionen mit metallischen Eisen:
4 Fe + NH3 => Fe4N + 3/2 H2 (5,4 % Gewichtszunahme)
3 Fe + NH3 => Fe3N + 3/2 H2 (7,2 % Gewichtszunahme)
2 Fe + NH3 => Fe2N + 3/2 H2
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Ebenso kann es bei Anwesenheit von Ammoniak NH3 auch bei bereits reduziertem Material zu Reaktionen kommen, die Nitride bilden. Beispielsweise kann sich auf reduzierten DRI-Pellets durch Kontakt mit Ammoniak NH3 an der Oberfläche eine Eisennitrid bzw. Eisennitride umfassende Schicht bilden.
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Wenn Nitride umfassendes Produkt einer Reduktion von eisenoxidhaltigem Material unter Einschmelzen weiterverarbeitet wird, wird die Schmelze entsprechend einen von dem Gehalt an Nitriden im Produkt beeinflussten Stickstoffgehalt aufweisen. Vorhandensein von Stickstoff in der Schmelze kann zu unerwünschten Eigenschaften der Schmelze beziehungsweise der aus der Schmelze durch Weiterverarbeitung gewonnenen Endprodukte führen.
Zusammenfassung der Erfindung
Technische Aufgabe
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Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, bei industrieller Produktion eine Möglichkeit zur Verminderung des Gehalts an Nitriden im Produkt einer Reduktion von eisenoxidhaltigem Material mit ammoniakhaltigem Reduktionsgas vorzustellen.
Technische Lösung
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Die Aufgabe wird gelöst durch ein
- Verfahren zur Reduktion von eisenoxidhaltigem Material, wobei Ammoniak NH3 enthaltendes Reduktionsgas eingesetzt wird,
- wobei das Reduktionsgas einem das eisenoxidhaltige Material in einem Innenraum enthaltenden Reduktionsreaktor zugeführt wird,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- in denjenigen Bereichen des Innenraums, in denen Komponenten des Reduktionsgases reduzieren, ein Unterschreiten der Temperatur 680 °C verhindert wird.
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Das Reduktionsgas kann nur eine Komponente, nämlich Ammoniak NH3, oder es kann mehrere Komponenten umfassen: neben der Komponente Ammoniak sind dann noch eine weitere Komponenten oder mehrere weitere Komponenten vorhanden - beispielsweise: Wasserstoff, Stickstoff, Wasserdampf, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid. Zumindest eine der Komponenten des Reduktionsgases kann auf eisenoxidhaltiges Material reduzierend wirken.
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In denjenigen Bereichen des Innenraums, in denen Komponenten des Reduktionsgases reduzieren - also der Reduktionszone -, wird ein Unterschreiten der Temperatur 680 °C verhindert. Beispielsweise durch das Vorhandensein einer Temperaturregelvorrichtung und/oder einer Temperatursteuervorrichtung am Reduktionsreaktor. Die Temperatur soll also mindestens 680°C betragen.
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Bevorzugt ist es, wenn in denjenigen Bereichen des Innenraums, die eisenoxidhaltiges Material mit einem Metallisierungsgrad von über 30 % aufweisen, und in denen Ammoniak NH3 vorhanden ist, die Temperatur mindestens 680°C beträgt.
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Die Aufgabe wird gelöst durch ein
- Verfahren zur Reduktion von eisenoxidhaltigem Material, wobei Ammoniak NH3 enthaltendes Reduktionsgas eingesetzt wird,
- wobei das Reduktionsgas einem das eisenoxidhaltige Material in einem Innenraum enthaltenden Reduktionsreaktor zugeführt wird,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- in denjenigen Bereichen Innenraums, in denen der Ammoniak-Gehalt in einem Bereich von 0,05 Volums% bis zu 10 Volums% liegt, die Temperatur 680 °C oder mehr beträgt.
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Das Ziel eines Verfahrens zur Reduktion von eisenoxidhaltigem Material ist Entfernung von Sauerstoff beziehungsweise die Herstellung von Material mit vergleichsweise erhöhtem Metallisierungsgrad, vorzugsweise metallischem Eisen.
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Das Verfahren zur Reduktion ist beispielsweise ein Verfahren zur Direktreduktion.
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Das Reduktionsgas kann beispielsweise Ammoniak NH3 sein, oder eine Mischung von Ammoniak NH3 mit einem oder mehreren anderen Gasen - wobei bevorzugt eines oder mehrere auf eisenoxidhaltiges Material reduzierend wirken können -, was beispielsweise bei einer Mischung von Ammoniak und seinen Spaltungsprodukten Wasserstoff H2 und Stickstoff N2 der Fall wäre, wobei natürlich auch noch andere Gase in der Mischung enthalten sein könnten.
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Das Reduktionsgas umfasst also Ammoniak; es kann dabei teilweise oder vollständig aus Ammoniak bestehen.
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Wenn es nur teilweise aus Ammoniak besteht, enthält es weitere Komponenten; ein Aspekt der Nutzung des Ammoniaks ist dann die Vermischung mit den weiteren Komponenten; beispielsweise kann Ammoniak den weiteren Komponenten so zugegeben werden, dass er mehr als 0,5 Vol% des nach seiner Zumischung erhaltenen Gasstromes ausmacht. Als weitere Komponenten sind sowohl solche möglich, die unter den im Reduktionsreaktor herrschenden Bedingungen bezüglich Reaktionen mit dem eisenoxidhaltigen Material inert sind - beispielsweise Stickstoff N2 -, als auch solche, die unter den im Reduktionsreaktor herrschenden Bedingungen mit dem eisenoxidhaltigen Material reagieren. Diesbezüglich sind auf das eisenoxidhaltige Material reduzierend wirkende Komponenten bevorzugt; es kann sich beispielsweise um kohlenwasserstoffhaltige Gase, kohlenstoffhaltige Gase, wasserstoffhaltige Gase, Wasserstoff handeln.
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Reduktionsgas kann auch unter Nutzung von Ammoniak erhalten werden, indem Ammoniak gespalten wird, und das dabei entstehende Gasgemisch aus Stickstoff und Wasserstoff - gegebenenfalls nach einer Anreicherung oder Abreicherung von Stickstoff oder von Wasserstoff - mit weiteren Komponenten des Reduktionsgases vermischt wird.
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Grundsätzlich kommt Ammoniak jeglicher "Farbe" in Frage. Unter "Farbe" ist damit die Farbgebung in Zusammenhang mit der zugrundeliegenden Produktionsart zu verstehen. Oftmals ist die Farbe des Ammoniaks mit der Farbe des bei der Produktion eingesetzten Wasserstoffs verbunden. Der Ammoniak kann beispielsweise grün sein, beispielsweise wenn er mittels grünen Wasserstoffs erzeugt wurde; er kann blau sein, beispielsweise, wenn er mittels unter Sequestrierung von entstehendem Kohlendioxid CO2 gewonnenen Wasserstoffs erzeugt wurde. Der Ammoniak kann auch mittels türkisen Wasserstoffs erzeugt werden, beispielsweise, wenn der Wasserstoff unter Abscheidung von entstehendem Kohlenstoff C erzeugt wird; er kann mittels pinken Wasserstoffs erzeugt werden, beispielsweise, wenn der Wasserstoff unter Verwendung von Atomstrom erzeugt wird. Ebenso in Frage kommt ein Gemisch aus einem oder mehreren dieser "Farben" des Ammoniaks, beziehungsweise ein Gemisch von Farben des dem Ammoniak zugrundeliegenden Wasserstoffs.
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Reduktionsgas wird einem das eisenoxidhaltige Material - beispielsweise Pellets, Stückerz, Oxidfines, Sinter - enthaltenden Reduktionsreaktor zugeführt. Im Reduktionsreaktor erfolgt Reduktion - durch Reaktionen des Reduktionsgases mit eisenoxidhaltigem Material. Aus dem Reduktionsreaktor erfolgt Entnahme eines Produkts. Das Produkt weist einen höheren Metallisierungsgrad auf aus das eisenoxidhaltige Material.
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Das Produkt - beispielsweise der Eisenträger Eisenschwamm (direct reduced iron, DRI), gegebenenfalls mit einem Metallisierungsgrad über 90 Prozent - weist einen höheren Metallisierungsgrad auf als das eingesetzte eisenoxidhaltige Material - bei Eisenschwamm sind das oxidische Eisenträgerpartikel.
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Der Metallisierungsgrad - auch genannt Metallisierung - ist dabei definiert als das Verhältnis der Massenanteile von metallisch vorliegendem Eisen zum gesamten vorhandenen Eisen im Produkt:
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Für metallisches Eisen kann auch FeMet oder FeM, und für gesamtes vorhandenes Eisen der Begriff Gesamteisen oder FeTot oder FeT verwendet werden.
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Beispielsweise kann Information bezüglich Metallisierungsgrad folgendermaßen gewonnen werden auf Basis einer Messung, ähnlich ISO 11258: M ist der Metallisierungsgrad einer vermessenen Menge Produkt - Mess-Menge - in Massenprozent. mFeM ist die Masse von metallisch vorliegendem Eisen in der Mess-Menge. Metallisches Eisen ist nach HOT BRIQUETTED IRON (HBI)QUALITY ASSESSMENT GUIDE, International Iron Metallics Association August 2018, Eisen in nicht-oxidierter Form mit Oxidationszahl 0.
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Elementares Eisen und der Eisenanteil in Verbindungen, in denen das Eisen mit Oxidationszahl 0 vorliegt - mFeT ist die Masse des gesamten in der Mess-Menge enthaltenen Eisens; "total iron", T steht für total. Total iron umfasst nach HOT BRIQUETTED IRON (HBI)QUALITY ASSESSMENT GUIDE, International Iron Metallics Association August 2018, alles Eisen in jeglicher Form, ob frei oder mit anderen Elementen wie beispielsweise Sauerstoff kombiniert. Ein Rechenbeispiel: mFeM = 90 g, mFeT - 100 g → M = 90 %
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Die Definition greift entsprechend auch bei Verwendung von Angaben zu Massenprozenten (m-%) bezüglich der Mess-Menge:
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Rechenbeispiel:
mFeM = 90 m-%, mFeT = 95 m-%: M = 94.7 %.
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Das Reduktionsgas ist das in den Reduktionsreaktor beziehungsweise seinen eisenoxidhaltiges Material enthaltenden Innenraum - in dem die Reduktionsreaktionen stattfinden - eingeleitete Gas mit seiner bei der Einleitung vorliegenden Zusammensetzung und Temperatur. Bevor diese Zusammensetzung und Temperatur gegeben sind, liegt ein Vorläufer des Reduktionsgases vor, auf dessen Basis das Reduktionsgas zubereitet wird. Die Zubereitung kann beispielsweise durch Hinzugabe weiterer Komponenten oder Erhitzung erfolgen. Die Zubereitung kann auch durch im Vorläufer ohne äußeres Zutun ablaufende chemische Reaktionen erfolgen, welche beispielsweise die chemische Zusammensetzung beziehungsweise die Temperatur ändern.
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Bei dem Reduktionsreaktor handelt es sich beispielsweise um einen Reduktionsschacht - zum Beispiel bei Durchführung eines Direktreduktionsverfahrens mit einem ein Festbett von eisenoxidhaltigem Material enthaltenden Reduktionsschacht.
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Ein Reduktionsschacht mit Festbett weist eine Reduktionszone auf, in der das eisenoxidhaltige Material in seinem Innenraum reduziert wird.
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Bei einem ein Festbett enthaltenden Reduktionsreaktor strömt Reduktionsgas vom Bereich seiner Einleitung nach oben durch das Festbett; das eisenoxidhaltige Material durchwandert den Reduktionsreaktor im Verlauf der Reduktion von oben nach unten, Entnahme des Produktes erfolgt unten.
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Durch die Reduktion entsteht aus dem eisenoxidhaltigen Material metallisiertes Material; je weiter die Reduktion fortgeschritten ist, desto höher ist der Metallisierungsgrad des metallisierten Materials, das aus dem eisenoxidhaltigen Material entsteht.
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Der Abschnitt eines Reduktionsschachtes mit Festbett unterhalb des Bereiches der Einleitung des Reduktionsgases wird oft Übergangszone genannt, oder er wird Kühlzone genannt, wenn das reduzierte Material gegenüber der Reduktionszone Temperatur verliert. An die Übergangszone oder Kühlzone schließt sich der Austragsbereich an.
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Bei dem Reduktionsreaktor handelt es sich beispielsweise um einen Fließbettreaktor - zum Beispiel bei Durchführung eines Direktreduktionsverfahrens mit einem ein Fließbett von eisenoxidhaltigem Material enthaltenden Reduktionsreaktor. Der Fließbettreaktor kann dabei auch mehrere einzelne Teilreaktoren umfassen, die beispielweise parallel oder sequenziell geschaltet sind und gemeinsam den Fließbettreaktor bilden.
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Bei dem Reduktionsreaktor handelt es sich beispielsweise um einen Wirbelschichtreaktor - zum Beispiel bei Durchführung eines Direktreduktionsverfahrens mit einem eine Wirbelschicht von eisenoxidhaltigem Material enthaltenden Reduktionsreaktor. Der Wirbelschichtreaktor kann dabei auch mehrere einzelne Teilreaktoren umfassen, die beispielweise parallel oder sequenziell geschaltet sind und gemeinsam den Wirbelschichtbettreaktor bilden.
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Bei dem Reduktionsreaktor kann es sich auch um einen Hochofen handeln, der ein eisenoxidhaltiges Material umfassendes Festbett enthält - beim Betrieb eines Hochofens kann Ammoniak beispielsweise PCI-Kohle oder fossile Reduktionsgase ersetzen.
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In denjenigen Bereichen des Innenraums, in denen der Ammoniak-Gehalt in einem Bereich von 0,05 Volums% bis zu 10 Volums% liegt, beträgt die Temperatur 680 °C oder mehr.
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Bevorzugt liegt die Obergrenze für den Ammoniak-Gehalt bei 7 Volums%, besonders bevorzugt bei 5 Volums%, ganz besonders bevorzugt bei 3 Volums%.
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Bevorzugt liegt die Untergrenze für den Ammoniak-Gehalt bei 0,1 Volums%, besonders bevorzugt 1 Volums%.
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Die Bereiche für Volums% umfassen ihre Grenzen.
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In denjenigen Bereichen Innenraums des Reduktionsreaktors, in denen der Ammoniak-Gehalt in einem Bereich von 0,05 Volums% bis zu 10 Volums% liegt, beträgt die Temperatur 680 °C oder mehr. Vorzugsweise beträgt sie bis zu 1150°C.
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Bereiche des Innenraums des Reduktionsreaktors, in denen die Temperatur weniger als 680°C beträgt, weisen keinen Ammoniak-Gehalt in einem Bereich von 0,05 Volums% bis zu 10 Volums%, auf.
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Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass die Bildung von Nitriden bei der Reduktion von eisenoxidhaltigem Material mit Ammoniak NH3 enthaltendem Reduktionsgas bei einer Temperatur von 680 °C oder höher nur in einem tolerierbaren Ausmaß oder überhaupt nicht erfolgt. Indem die Temperatur in Bereichen des Innenraums des Reduktionsreaktors, in denen der Ammoniak-Gehalt in einem Bereich von 0,05 Volums% bis zu 10 Volums% liegt, auf 680 °C oder mehr gehalten wird, kann das Problem der Nitridbildung also zumindest vermindert oder ganz vermieden werden.
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Um ein Unterschreiten der Temperatur 680°C zu vermeiden, beziehungsweise um eine Temperatur von zumindest 680° sicherzustellen, kommen als Maßnahmen beispielsweise in Frage:
- Einleitung des Reduktionsgases in den Reduktionsreaktor mit einer Temperatur von zumindest 750°C;
- Einstellung der Zusammensetzung des Reduktionsgases bezüglich des Gehaltes an endotherm reagierenden Komponenten und des Gehaltes an exotherm reagierenden Komponenten;
- Begrenzung der über das Reduktionsgas zugegebenen Menge Ammoniak NH3 - das deshalb, weil Ammoniak bei der Reduktion von eisenoxidhaltigem Material endotherm reagiert.
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Zur Realisierung dieser Maßnahmen können Steuer- und/oder Regelvorrichtungen vorhanden sein; dabei können beispielsweise Ergebnisse von Temperaturmessungen verwendet werden.
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Die aufgezählten Maßnahmen können einzeln ergriffen werden, aber es können auch zwei oder mehr der aufgezählten Maßnahmen nebeneinander ergriffen werden.
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Bevorzugt ist es, wenn in denjenigen Bereichen des Innenraums, die eisenoxidhaltiges Material mit einem Metallisierungsgrad von über 30 % aufweisen, und in denen Ammoniak NH3 mit einem Gehalt im Bereich von 0,05 Volums% bis zu 10 Volums% vorhanden ist, die Temperatur mindestens 680°C beträgt.
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Nach einer Ausführungsform hat das Produkt bei der Entnahme eine Temperatur unter 680°C.
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Gegebenenfalls erfolgt im Reduktionsreaktor ein Kühlschritt für das in einem vorgelagerten Reduktionsschritt erhaltene metallisierte Material, dabei wird das Material auf eine Temperatur unter 680°C abgekühlt. Der Kühlschritt ist der Entnahme vorgelagert.
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Die Abkühlung im Kühlschritt kann beispielsweise durch Einleitung eines Kühlgases gefördert werden; bevorzugt hat das Kühlgas einen Ammoniakgehalt von unter 0,05 Volums%, besonders bevorzugt ist das Kühlgas ammoniakfrei, es enthält also keinen Ammoniak.
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Das Kühlgas kann beispielsweise zur Abkühlung beitragen, indem es eine Temperatur unter 680°C hat. Das Kühlgas kann beispielsweise zur Abkühlung beitragen, indem es mit dem im Reduktionsschritt erhaltenen Material endotherm reagiert. Das Kühlgas kann auch zur Abkühlung beitragen durch eine Kombination der beiden voranstehend genannten Aspekte.
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Das Kühlgas kann aus einer Substanz bestehen, oder ein Gemisch mehrerer Substanzen sein; es kann beispielsweise, bevorzugt überwiegend, aus einem oder mehreren Mitgliedern der Gruppe bestehend aus den fünf Mitgliedern Methan CH4, Wasserstoff H2, Argon, Kohlenmonoxid CO, Stickstoff N2 bestehen.
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Bei einem ein Festbett enthaltenden Reduktionsreaktor strömt Reduktionsgas von der Stelle seiner Einleitung nach oben durch das Festbett; das eisenoxidhaltige Material durchwandert den Reduktionsreaktor im Verlauf der Reduktion von oben nach unten, Entnahme des Produktes erfolgt unten. Durch die Reduktion entsteht aus dem eisenoxidhaltigen Material metallisiertes Material; je weiter die Reduktion fortgeschritten ist, desto höher ist der Metallisierungsgrad des metallisierten Materials, das aus dem eisenoxidhaltigen Material entsteht. Da ein Kühlschritt mittels Kühlgases unterhalb der Einleitung von Reduktionsgas erfolgt, also unterhalb der Reduktionszone - es soll ja das in einem vorgelagerten Reduktionsschritt erhaltene Material gekühlt werden -, und weil auch das Kühlgas nach oben strömt, kann Eindringen von Ammoniak NH3 aus der Reduktionszone in die Kühlzone unterbunden werden.
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Nach einer Ausführungsform hat das Produkt bei der Entnahme eine Temperatur über 680°C.
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Nach einer Variante wird das Produkt DRI in diesem heißen Zustand einer Brikettieranlage zur Erzeugung von HBI (heiß brikettieren Eisenschwamm) zugeführt.
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Nach einer anderen Variante wird das DRI in diesem heißen Zustand mittels einer Transporteinrichtung - beispielsweise Heißförderer, pneumatische Transporteinrichtung, Transportbehälter - oder durch Gravitation der Nutzung in einer Schmelzvorrichtung zugeführt.
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Die Schmelzvorrichtung ist beispielsweise ein Mitglied der Gruppe bestehend aus
- Elektrolichtbogenofen electric arc furnace EAF;
- Submerged arc furnace SAF,
- Open slag bath furnace OSBF
- Schmelzaggregat,
- Konvertergefäß.
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Ein Schmelzaggregat schmilzt zumindest teilweise auf Basis elektrischer Energie.
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EAF und SAF und OSBF sind im Rahmen dieser Anmeldung nicht als Schmelzaggregat zu verstehen.
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Unter einem Konvertergefäß ist beispielsweise ein Stahlwerkskonverter zur Stahlherstellung zu verstehen.