202222301 1 Beschreibung Steuerung einer Weiterleitung von Konfigurationsinformationen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Ether- net-Netzwerks, ein Ethernet-Netzwerk sowie ein Computerpro- gramm und ein computerlesbares Medium. Rechnernetzwerke werden häufig zum Zwecke eines Austausches von Daten als Ethernet-Netzwerk aufgebaut. Auf diese Weise ist sowohl die physikalische Schicht des OSI-Schichtmodells (Ebene 1) als auch die Data-Link-Schicht des OSI- Schichtmodells (Ebene 2) festgelegt. Solche Rechnernetzwerke weisen eine Vielzahl an Netzwerkbrücken auf, welche eine Vielzahl an möglichen Pfaden zum Zwecke einer Übertragung von Datenpaketen bereitstellen. Um dabei sicherzustellen, dass zwischen zwei Kommunikationsteilnehmern des Rechnernetzwerks Daten eine eindeutige Kommunikationsverbindung bereitgestellt werden kann, besteht eine wesentliche Aufgabe darin, eine Netzwerktopologie frei von Mehrfachwegen und Schleifen zu halten. Zu diesem Zweck ist bereits das Spannbaumprotokoll (STP – „spanning tree protocol“) oder darauf basierende Wei- terbildungen, wie das RSTP („rapid spanning tree protocol“) oder das MSTP („multiple spanning tree protocol“) bekannt. Eine Netzwerktopologie, bei welcher Mehrfachwege bestehen, wird mittels der vorgenannten Protokolle in eine Baumtopolo- gie überführt. Auf diese Weise werden Mehrfachwege vermieden. Ein wesentlicher Aspekt des Spannbaumprotokolls besteht da- rin, aus den vorgenannten Netzwerkbrücken eine sogenannte Wurzel-Netzwerkbrücke („root-bridge“) auszuwählen, durch wel- che alle Datenpakete übermittelt werden. Gemäß dem Spannbaum- protokoll erfolgt die Auswahl derart, dass diejenige Netz- werkbrücke, welcher die höchste Priorität zugeordnet ist, als Wurzel-Netzwerkbrücke ausgewählt wird. Befinden sich zwei Netzwerkbrücken derselben Priorität in Konkurrenz um die Aus- wahl als Wurzel-Netzwerkbrücke, so wird diejenige Netzwerk-
202222301 2 brücke als Wurzel-Netzwerkbrücke ausgewählt, welche die kleinste MAC-Adresse aufweist. Im Falle, dass eine derart ausgewählte Wurzel-Netzwerkbrücke ausfällt, wird unter den verbleibenden Netzwerkbrücken gemäß der vorgenannten Krite- rien eine neue Wurzel-Netzwerkbrücke gewählt. Das Verfahren zur Auswahl einer neuen Wurzel-Netzwerkbrücke ist jedoch in Abhängigkeit einer Netzwerktopologie mit hohem Zeitaufwand verbunden. Während einer Suche nach einer neuen Wurzel- Netzwerkbrücke kann jedoch keine Kommunikation mittels des Ethernet-Netzwerks stattfinden. Ein Ausfall einer Wurzel- Netzwerkbrücke hat damit einen Ausfall einer Datenübertragung zur Folge. Insbesondere bei zeitkritischen Anwendungen stellt dies ein erhebliches Risiko im Hinblick auf eine Verfügbar- keit dar. Um dieses Risiko zu senken, ist bereits bekannt, mittels vorbestimmter Netzwerktopologien, wie beispielsweise einer Ring-Topologie, ein rasches Auffinden einer neuen Wur- zel-Netzwerkbrücke zu realisieren. Für gemischte Netzwerkto- pologien hingegen, wie beispielsweise eine H-Topologie oder eine Leitertopologie, existiert bislang jedoch kein Verfah- ren, mittels welchem ein ausreichend schnelles Auffinden ei- ner neuen Wurzel-Netzwerkbrücke realisierbar ist. Insbesonde- re führen gemischte Netzwerktopologien beim vorgenannten RSTP zu einer erheblichen Verzögerung eines Auffindens einer neuen Wurzel-Netzwerkbrücke. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verfügbarkeit und eine Zuverlässigkeit eines Rechnernetzwerks zu verbes- sern. Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß den Merk- malen des Anspruchs 1. Des Weiteren ist es Aufgabe der Erfindung, ein Ethernet- Netzwerk bereitzustellen, mittels welchem das erfindungsgemä- ße Verfahren durchführbar ist. Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Ethernet-Netzwerk gemäß den Merkmalen des nebengeordneten Vorrichtungsanspruchs.
202222301 3 Ferner liegen der Erfindung die Aufgaben zugrunde, ein Compu- terprogramm sowie ein computerlesbares Medium bereitzustel- len. Diese Aufgaben werden gelöst durch ein Computerprogramm gemäß den Merkmalen des nebengeordneten Computerprogrammanspruchs sowie mit einem computerlesbaren Medium gemäß den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs 15. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind jeweils Ge- genstand abhängiger Unteransprüche. Das erfindungsgemäße Verfahren betrifft einen Betrieb eines Ethernet-Netzwerks. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Weiterleitung von Konfigurationsinformationen betreffend ein Betrieb von Netzwerkbrücken des Ethernet-Netzwerks ge- steuert. Bei den Konfigurationsinformationen handelt es sich insbesondere um sogenannte „bridge protocol data units“ eines Spannbaumprotokolls. Diese „bridge protocol data units“ wer- den üblicherweise mittels des Akronyms „BPDU“ abgekürzt. Un- ter den Netzwerkbrücken sollen im vorliegenden Zusammenhang Verbindungselemente des Netzwerks verstanden werden, mittels welchen Daten auf der zweiten Ebene des OSI-Standardmodells übertragen werden. Insbesondere sind die Netzwerkbrücken als sogenannte MAC-Brücken ausgebildet. Zweckmäßigerweise weisen die Netzwerkbrücken einen Mikrocontroller, einen Prozessor oder eine andere programmierbare Hardwarekomponente auf, wel- che dazu eingerichtet sind, Daten einzulesen, zu schreiben, zu übertragen und/oder zu verwalten. Bei dem genannten Spannbaumprotokoll handelt es sich um ein Netzwerkprotokoll, welches in Fachkreisen unter dem englisch- sprachigen Begriff „spanning tree protocol“ bekannt ist. Im vorliegenden Zusammenhang sollen unter dem Spannbaumprotokoll sowohl das „spanning tree protocol“ als auch darauf basieren- de Weiterbildungen verstanden werden, wie das „rapid spanning tree protocol (RSTP)“ oder das „multiple spanning tree proto-
202222301 4 col (MSTP)“. Der Zweck des Spannbaumprotokolls ist es, eine Schleifenfreiheit einer beliebigen Netzwerktopologie zu rea- lisieren. Unter einer Netzwerktopologie soll vorliegend eine Signal- Topologie eines Ethernet-Netzwerks bezogen auf die erste Ebe- ne des OSI-Standardmodells verstanden werden. Beispiele für Netzwerktopologien sind Ring-, Stern- oder H-Topologien sowie Kombinationen daraus. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es, eine Netzwerk- kommunikation auf Basis einer Ergänzung oder Modifikation ei- nes Spannbaumprotokolls aufwandsgünstig zu verbessern. So können Ausfallzeiten im Falle von gemischten Netzwerktopolo- gien bereits mittels einer geringfügigen Modifikation des Spannbaumprotokolls signifikant verkürzt werden. Des Weiteren kann auf eine Erstellung alternativer Protokolle und eine da- mit einhergehende Umstellung bestehender Netzwerke verzichtet werden. Dies ermöglicht eine hohe Kompatibilität mit bereits bestehenden Netzwerken. Eine vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass eine Weiter- leitung einer Konfigurationsinformation auf Basis einer In- formation betreffend eine Priorität des Absenders der Konfi- gurationsinformation gesteuert wird. Üblicherweise weist da- bei eine Netzwerkbrücke, welcher ein hoher Bezugswert zuge- ordnet ist eine geringere Priorität auf als eine Netzwerkbrü- cke, welcher ein vergleichsweise kleinerer Bezugswert zuge- ordnet ist. Bereits standardmäßig in einer Konfigurationsin- formation enthaltene Informationen betreffend eine Priorität des Absenders können einfach zum Zwecke der Steuerung der Weiterleitung genutzt werden. So kann ein erhöhter Datenan- fall und damit eine erhöhte Belastung eines Netzwerks mit zu- sätzlichen Datenmengen verhindert werden. In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung wird vorgese- hen, dass eine Weiterleitung einer Konfigurationsinformation auf Basis eines vorgegebenen Prioritätsschwellwerts gesteuert
202222301 5 wird. Konfigurationsinformation, deren Absender eine Priori- tät aufweisen, welche kleiner ist als der Prioritätsschwell- wert, können so einfach von einer Weiterleitung ausgeschlos- sen werden. Eine Menge an weiterzuleitenden Konfigurationsin- formationen kann so aufwandsgünstig und bedarfsgerecht redu- ziert werden. Des Weiteren sieht eine vorteilhafte Weiterbildung vor, dass eine Weiterleitung einer Konfigurationsinformation auf Basis einer Information betreffend eine Änderung der Netzwerktopo- logie gesteuert wird. Eine Änderung der Netzwerktopologie kann durch ein Hinzufügen oder eine Herausnahme von Netzwerk- teilnehmern aus dem Ethernet-Netzwerk verursacht werden. Des Weiteren kann es beispielsweise zu einer Änderung der Netz- werktopologie kommen, sobald ein Netzwerkteilnehmer unvorher- gesehen ausfällt. Zu einer besonders umfangreichen Änderung der Netzwerktopologie kommt es dann, wenn eine Wurzel- Netzwerkbrücke ausfällt. Ein vom Standardverfahren gemäß dem Spannbaumprotokoll abweichendes Verfahren kann so auf Fälle beschränkt werden, bei denen Änderungen in der Netzwerktopo- logie vorliegen. So kann eine Effizienz des Verfahrens zur Steuerung einer Weiterleitung aufwandsgünstig gesteigert wer- den. In einer vorteilhaften Ausführungsvariante wird vorgesehen, dass eine Weiterleitung einer Konfigurationsinformation auf Basis einer Information betreffend einen Ausfall einer Wur- zel-Netzwerkbrücke gesteuert wird. Dies ermöglicht es, vom Standardverfahren gemäß dem Spannbaumprotokoll nur dann abzu- weichen, wenn eine grundlegende und erhebliche Änderung in der Netzwerktopologie vorliegt. Des Weiteren wird es so er- möglicht, eine Weiterleitung von Konfigurationsinformationen, welche von der ausgefallenen Wurzel-Netzwerkbrücke stammen, nach deren Ausfall einfach zu unterbinden. Im Falle eines Ausfalls der Wurzel-Netzwerkbrücke kann so besonders rasch eine neue Wurzel-Netzwerkbrücke ausgewählt werden. Ferner können Fehlinterpretationen betreffend von der ausgefallenen
202222301 6 Wurzel-Netzwerkbrücke stammende Konfigurationsinformationen einfach verhindert werden. Darüber hinaus sieht eine weitere vorteilhafte Weiterbildung vor, dass im Falle eines Ausfalls einer Wurzel-Netzwerkbrücke mittels weiterer Netzwerkbrücken des Ethernet-Netzwerks eine Information betreffend den Ausfall der Wurzel-Netzwerkbrücke weitergeleitet wird. Dabei wird eine Netzwerkbrücke, welche die Information betreffend den Ausfall der Wurzel- Netzwerkbrücke erhält, in einen gesonderten Betriebszustand versetzt. Auf Basis des gesonderten Betriebszustands können auf einfache Weise Filter zum Zwecke eines beschleunigten Auffindens einer neuen Wurzel-Netzwerkbrücke implementiert werden. Ausfallzeiten des Kommunikationsnetzwerks können so einfach reduziert werden. In einer vorteilhaften Ausführungsvariante wird vorgesehen, dass mittels einer Netzwerkbrücke in dem gesonderten Be- triebszustand nur diejenigen Konfigurationsinformationen wei- tergeleitet werden, deren Absender eine Priorität zugeordnet ist, welche größer ist als Prioritäten von Absendern bereits während des gesonderten Betriebszustands durch die Netzwerk- brücke empfangener Konfigurationsinformationen. Zweckmäßiger- weise speichert die Netzwerkbrücke in dem gesonderten Be- triebszustand Prioritäten der Absender bereits empfangener Konfigurationsinformationen. Dadurch kann eine Menge an durch nachfolgende Netzwerkbrücken zu verarbeitende Konfigurati- onsinformationen einfach und effektiv reduziert werden. Dies verkürzt eine Bearbeitungszeit und kann so das Auffinden ei- ner neuen Wurzel-Netzwerkbrücke beschleunigen. Eine weitere vorteilhafte Ausführungsvariante sieht vor, dass mittels einer Netzwerkbrücke in dem gesonderten Betriebszu- stand nur solche Konfigurationsinformationen weitergeleitet werden, deren Absender eine Priorität zugeordnet ist, welche kleiner ist als eine der ausgefallenen Wurzel-Netzwerkbrücke zugeordnete Priorität. Von der ausgefallenen Wurzel- Netzwerkbrücke stammende Konfigurationsinformationen, welche
202222301 7 nach einem Ausfall dieser Wurzel-Netzwerkbrücke weiterhin in- nerhalb des Ethernet-Netzwerks weitergeleitet werden, können so einfach ignoriert werden. Eine fehlerhafte Konfiguration einzelner Netzwerkbrücken aufgrund der bestimmungsgemäß hohen Priorität der Wurzel-Netzwerkbrücke kann so einfach verhin- dert werden. Des Weiteren betrifft eine vorteilhafte Ausführungsvariante den Fall, dass Konfigurationsinformationen empfangen werden, deren Absender dieselbe Priorität zugeordnet ist wie einem Absender einer bereits empfangenen und weitergeleiteten Kon- figurationsinformation. In diesem Fall wird vorgeschlagen, dass eine Weiterleitung auf Basis einer Information betref- fend zugehörige Pfadkosten erfolgt. Dabei werden die weiter- zuleitenden Konfigurationsinformationen vorzugsweise nur dann weitergeleitet, wenn diesen geringere Pfadkosten zugeordnet sind, als der bereits weitergeleiteten Konfigurationsinforma- tion zugeordnet sind. Eine Effizienz des Verfahrens kann so weiter gesteigert werden. Eine andere vorteilhafte Ausführungsvariante sieht vor, dass eine Netzwerkbrücke ab dem Zeitpunkt des Empfangs der Infor- mation betreffend den Ausfall der Wurzel-Netzwerkbrücke für einen vorbestimmten Zeitraum in den gesonderten Betriebszu- stand versetzt wird. Ein Eingriff in einen Programmcode be- reits implementierter Protokolle kann so klein gehalten wer- den. Des Weiteren kann so ein besonders rasches und zeiteffi- zientes Verfahren zum Zwecke einer Wiederaufnahme einer Kom- munikation mittels des Ethernet-Netzwerks realisiert werden. In einer vorteilhaften Ausführungsform wird die Netzwerkbrü- cke ab dem Zeitpunkt des Empfangs der Information betreffend den Ausfall der Wurzel-Netzwerkbrücke für einen Zeitraum von höchstens 10 Sekunden, vorzugsweise höchstens 8 Sekunden und besonders bevorzugt höchstens 4 Sekunden in den gesonderten Betriebszustand versetzt.
202222301 8 Ferner sieht eine vorteilhafte Weiterbildung vor, dass eine Weiterleitung von Konfigurationsinformationen auf Basis einer Information betreffend eine Position einer ausgefallenen Wur- zel-Netzwerkbrücke in dem Ethernet-Netzwerk gesteuert wird. Unter der Voraussetzung einer Kenntnis einer Netzwerk- topologie können auf einfache Weise im Falle eines Ausfalls der genannten Wurzel-Netzwerkbrücke von dieser stammende Kon- figurationsinformationen herausgefiltert werden. Eine Weiter- leitung der von der ausgefallenen Wurzel-Netzwerkbrücke stam- menden Konfigurationsinformationen kann so einfach und effi- zient verhindert werden. Beispielhaft können hierzu Laufzei- ten oder Pfadkosten zum Zwecke einer Steuerung der Weiterlei- tung von Konfigurationsinformation herangezogen werden. Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass eine Weiterleitung von Konfigurationsinformationen auf Basis einer Information betreffend eine Herkunftsrichtung der Konfigura- tionsinformation gesteuert wird. Eine Kenntnis des Aufbaus einer vorliegenden Netzwerktopologie kann dazu genutzt wer- den, um von einer ausgefallenen Wurzel-Netzwerkbrücke stam- mende und nach einem Ausfall innerhalb des Ethernet-Netzwerks dennoch weitergeleitete Konfigurationsinformationen unberück- sichtigt zu lassen. Von Netzwerkbrücken nach einem Ausfall einer Wurzel-Netzwerkbrücke weitergeleitete Konfigurationsin- formationen sind so leicht aufgrund einer Herkunftsrichtung identifizierbar. Das Auffinden einer neuen Wurzel- Netzwerkbrücke kann daher erheblich beschleunigt werden. Des Weiteren kann so wirkungsvoll verhindert werden, dass Konfi- gurationsinformationen der ausgefallenen Wurzel- Netzwerkbrücke fälschlicherweise durch einzelne Netzwerkbrü- cken Beachtung finden. Des Weiteren handelt es sich bei dem erfindungsgemäßen Ver- fahren bevorzugt um ein computerimplementiertes Verfahren zum Zwecke eines Betriebs eines Ethernet- Netzwerks. Mittels des erfindungsgemäßen Ethernet-Netzwerks ist das er- findungsgemäße Verfahren durchführbar.
202222301 9 Das erfindungsgemäße Ethernet-Netzwerk weist mehrere Netz- werkbrücken auf, welche dazu eingerichtet sind, dass erfin- dungsgemäßen Verfahren durchzuführen. Auf diese Weise kann ein Netzwerk zum Zwecke eines Betriebs zeitkritischer Anwendungen aufwandsgünstig realisiert werden. Ausfallzeiten des Netzwerks können auf diese Weise erheblich reduziert werden. Des Weiteren können bereits bestehende Netzwerke einfach ergänzt und verbessert werden. Ferner sieht die Erfindung ein Computerprogramm vor, welches bei dessen Ausführung das erfindungsgemäße Ethernet-Netzwerk dazu veranlasst, das erfindungsgemäße Verfahren durchzufüh- ren. Zudem sieht die vorliegende Erfindung ein computerlesbares Medium vor. Dieses weist Instruktionen auf, welche das erfin- dungsgemäße Ethernet-Netzwerk dazu veranlasst, dass erfin- dungsgemäße Verfahren durchzuführen. Bei dem computerlesbaren Medium kann es sich beispielsweise um eine CD-ROM, eine DVD, einen USB- oder Flash-Speicher oder um ein nicht körperliches Medium, wie ein Datenstrom und/oder ein Datenträgersignal handeln. Die voranstehend beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile der Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden im Zusammenhang mit den Figuren in der folgenden Beschreibung der Ausführungen der Erfindung näher erläutert. Soweit zweckdienlich, werden in den Figuren dieselben Bezugszeichen für dieselben oder einander entsprechende Elemente der Erfindung verwendet. Das folgende Ausführungsbeispiel sowie beschriebene Variationen davon dienen der Erläuterung der Erfindung und beschränken die Erfindung nicht auf die darin angegebenen Kombinationen von Merkmalen, auch nicht in Bezug auf funktionale Merkmale. Zudem können alle in dem Ausführungsbeispiel angegebenen
202222301 10 Merkmale isoliert betrachtet und in geeigneter Weise mit den Merkmalen eines beliebigen Anspruchs kombiniert werden. Es zeigen: FIG 1 illustriert ein erstes Beispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer schematischen Darstellung; FIG 2 illustriert ein zweites Beispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer schematischen Darstellung; FIG 3 illustriert ein drittes Beispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer schematischen Darstellung; FIG 4 ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Ethernet-Netzwerks, welches dazu eingerichtet ist, das erfindungsgemäße Verfahren durchzuführen. FIG 1 illustriert ein erstes Beispiel eines Verfahrens 100a zum Betrieb eines Ethernet-Netzwerks 10. Mittels des Bei- spiels des Verfahrens 100a wird das bereits bekannte Spann- baumprotokoll dahingehend modifiziert, dass eine Weiterlei- tung 102 von Konfigurationsinformationen betreffend einen Be- trieb von Netzwerkbrücken 12, 14, 16 des Ethernet- Netzwerks 10 gesteuert wird 104. Beispielhaft handelt es sich bei den Konfigurationsinformati- onen um sogenannte „Bridge Protocol Data Units“ eines Spann- baumprotokolls. Im Folgenden wird der Übersichtlichkeit hal- ber das zugehörige Akronym „BPDU“ anstelle des englischspra- chigen Begriffs „Bridge Protocol Data Units“ verwendet. Das erste Beispiel des Verfahrens 100a sieht vor, dass Netzwerk- brücken 14, 16 des Ethernet-Netzwerks 10 jeweils ein Priori- tätsschwellwert vorgegeben wird. Ergänzend zu einem mittels
202222301 11 des Spannbaumprotokolls vorgegebenen Verfahrens wird auf Ba- sis des vorgegebenen Prioritätsschwellwerts die empfange- nen 112 BPDU dahingehend überprüft, ob eine Priorität eines Absenders der BPDU den Prioritätsschwellwert überschreitet 104. Wird der vorgegebene Prioritätsschwellwert überschrit- ten, so erfolgt eine Weiterleitung 102 der empfangenen BPDU gemäß den Vorgaben des Spannbaumprotokolls. Wird der Priori- tätsschwellwert hingegen nicht überschritten, so wird über- prüft, ob eine Information betreffend eine Änderung der Netz- werktopologie vorliegt 106. Im vorliegend beschriebenen ers- ten Beispiel des Verfahrens 100a ist vorgesehen, dass eine Änderung der Netzwerktopologie zumindest dann vorliegt, so- bald eine Wurzel-Netzwerkbrücke 12 ausfällt. Für den Fall, dass die Wurzel-Netzwerkbrücke 12 ausfällt, sieht das erste Beispiel des Verfahrens 100a vor, dass inner- halb des Ethernet-Netzwerks 10 eine Information betreffend den Ausfall der Wurzel-Netzwerkbrücke 12 weitergeleitet wird 108. Im Falle, dass die genannte Information betreffend den Ausfall der Wurzel-Netzwerkbrücke 12 durch eine Netzwerk- brücke 14, 16 empfangen wird 112, so speichert diese die ge- nannte Information. Beispielhaft wird die genannte Informati- on mittels eines Statusindikators gespeichert. Liegt einer Netzwerkbrücke 14, 16 die Information vor, dass die Wurzel-Netzwerkbrücke 12 ausgefallen ist, so werden auch solche BPDU weitergeleitet 102, deren Absender eine Priorität zugeordnet ist, welche den vorgegebenen Prioritätsschwellwert unterschreiten. Liegt einer Netzwerkbrücke 14, 16 hingegen keine Information betreffend einen vorliegenden Ausfall der Wurzel-Netzwerkbrücke 12 vor, so werden BPDU, welche von ei- nem Absender stammen, dem eine Priorität zugeordnet ist, wel- che den vorgegebenen Prioritätsschwellwert unterschreitet, entgegen der standardmäßigen Vorgaben des Spannbaumprotokolls nicht weitergeleitet 102. Gemäß des ersten Beispiels des Verfahrens 100a wird daher ei- ne Weiterleitung 102 von BPDU auf Basis einer Priorität eines
202222301 12 Absenders sowie auf Basis einer Änderung einer Netzwerktopo- logie gesteuert 104, 106. FIG 2 illustriert ein zweites Beispiel eines Verfahrens 100b zum Betrieb eines Ethernet-Netzwerks 10. Das im Zusammenhang mit FIG 2 illustrierte zweite Beispiel des Verfahrens 100b stellt eine Weiterbildung des im Zusammenhang mit FIG 1 be- schriebenen ersten Beispiels des Verfahrens 100a dar. Im Un- terschied zu dem ersten Beispiel des Verfahrens 100a wird den Netzwerkbrücken 14, 16 dabei kein Prioritätsschwellwert vor- gegeben. Stattdessen wird eine Netzwerkbrücke 14, 16 im Falle eines Empfangs 112 einer Information betreffend einen Ausfall der Wurzel-Netzwerkbrücke 12 in einen gesonderten Betriebszu- stand versetzt 110. Beispielhaft wird eine betroffene Netz- werkbrücke 14, 16 für eine begrenzte Zeitdauer von 10 Sekun- den in den gesonderten Betriebszustand versetzt 110. Dabei ist im zweiten Beispiel des Verfahrens 100b vorgesehen, dass mittels der Netzwerkbrücken 14, 16 in dem gesonderten Be- triebszustand 110 nur diejenigen BPDU weitergeleitet wer- den 102, deren Absender eine Priorität zugeordnet ist, welche größer ist als Prioritäten von Absendern bereits während des gesonderten Betriebszustands 110 durch die Netzwerkbrücke 14, 16 empfangener 112 BPDU. Auf diese Weise kann auf einen festen Prioritätsschwellwert verzichtet werden. Anstelle des vorgegebenen Prioritätsschwellwerts wird daher die Weiterlei- tung 102 von BPDU auf Basis eines gleitenden Prioritäts- schwellwerts gesteuert 104. Dieser gleitende Prioritäts- schwellwert ist abhängig von Prioritäten der Absender bereits empfangener 112 BPDU. Zudem sieht das zweite Beispiel des Verfahrens 100b vor, dass mittels Netzwerkbrücken 14, 16 in dem gesonderten Betriebszustand 110 nur solche BPDU weiterge- leitet werden 102, deren Absender eine Priorität zugeordnet ist, welche kleiner ist als eine der ausgefallenen Wurzel- Netzwerkbrücke 12 zugeordnete Priorität. Im besonderen Falle, dass während des gesonderten Betriebszu- stands 110 durch eine Netzwerkbrücke 14, 16 BPDU empfangen werden 112, bei welchen die Absender dieselbe Prioritätswer-
202222301 13 tigkeit aufweisen, so wird die betroffene BPDU auf Basis ei- ner Information betreffend zugehörige Pfadkosten weitergelei- tet 102. Wurden beispielsweise bereits BPDU empfangen 112, deren Absender dieselbe Priorität zugeordnet ist, wie einer gegenwärtig empfangenen 112 BPDU, so werden die Pfadkosten der bereits weitergeleiteten 102 BPDU sowie die Pfadkosten der gegenwärtig empfangenen 112 BPDU verglichen. Im Falle, dass die gegenwärtig empfangenen 112 BPDU geringere Pfadkos- ten aufweisen als die bereits weitergeleiteten 102 BPDU, so werden die gegenwärtig empfangenen 112 BPDU weitergelei- tet 102. Weisen dahingegen die gegenwärtig empfangenen 112 BPDU größere Pfadkosten auf als eine bereits weitergeleitete 102 BPDU, so wird auf eine Weiterleitung 102 der gegenwärtig empfangenen 112 BPDU verzichtet. FIG 3 illustriert ein drittes Beispiel eines Verfahrens 100c zum Betrieb eines Ethernet-Netzwerks 10. Das im Zusammenhang mit FIG 3 illustrierte dritte Beispiel des Verfahrens 100c ist alternativ oder zusätzlich zu dem vorhergehend im Zusam- menhang mit FIG 1 beschriebenen ersten Beispiel des Verfah- rens 100a und/oder zu dem vorhergehend im Zusammenhang mit FIG 2 beschriebenen zweiten Beispiel des Verfahrens 100b an- wendbar. Das dritte Beispiel des Verfahrens 100c basiert auf der Kenntnis einer Netzwerktopologie des Ethernet-Netzwerks 10. Aufgrund dieser Kenntnis ist eine Position der Wurzel- Netzwerkbrücke 12 sowie eine Position der übrigen Netzwerk- brücken 14, 16 bekannt. Auf Basis der Kenntnis der relativen Position der Netzwerkbrücken 12, 14, 16 zueinander wird im vorliegend beschriebenen dritten Beispiel des Verfahrens 100c eine Weiterleitung 102 von BPDU gesteuert 114. Beispielhaft wird eine Kenntnis betreffend die Position der Netzwerkbrücken 12, 14, 16 in dem Ethernet-Netzwerk 10 ausge- nutzt, indem auf Basis einer Information betreffend eine Her- kunftsrichtung der BPDU eine Weiterleitung der BPDU 102 ge- steuert wird 116. Bevorzugt wird hierzu die Netzwerktopologie
202222301 14 des Ethernet-Netzwerks 10 derart konfiguriert, dass auf einer vorbestimmten Seite der Netzwerktopologie eine Wurzel- Netzwerkbrücke 12 sowie unmittelbar benachbart zu dieser eine weitere Netzwerkbrücke 14 angeordnet sind. Dabei handelt es sich bei der weiteren Netzwerkbrücke 14 um eine Netzwerkbrü- cke, welcher eine Priorität zugeordnet ist, aufgrund derer diese weitere Netzwerkbrücke 14 im Falle eines Ausfalls der Wurzel-Netzwerkbrücke 12 zur neuen Wurzel-Netzwerkbrücke 14 gewählt wird. Grundsätzlich werden gemäß dem Spannbaumprotokoll die von der Wurzel-Netzwerkbrücke 12 stammende BPDU durch übrige Netz- werkbrücken 14, 16 des Ethernet-Netzwerks 10 weitergelei- tet 102. Auf diese Weise findet in vermaschten Netzwerken ei- ne Vervielfältigung von einzelnen BPDU statt. Daher können BPDU desselben Absenders und desselben Inhalts aus verschie- denen Richtungen von einer Netzwerkbrücke 12, 14, 16 empfan- gen werden 112. Mithilfe der Kenntnis von Positionen der Netzwerkbrücken 12, 14, 16 relativ zueinander wird es vorlie- gend ermöglicht, auf Basis einer Herkunftsrichtung der BPDU eine Weiterleitung von BPDU zu steuern 116. Zum Zwecke einer weiteren Illustration des dritten Beispiels des Verfahrens 100c ist ein Ausführungsbeispiel eines Ether- net-Netzwerks 10 schematisch in FIG 4 dargestellt. Beispiel- haft weist das Ethernet-Netzwerk 10 mehrere Netzwerkbrü- cken 12, 14, 16 auf. Dabei sind die Netzwerkbrücken 12, 14, 16 vorliegend in Form einer H-Topologie angeordnet. Auf einer linken Seite der schematischen Darstellung sind bei- spielhaft die Wurzel-Netzwerkbrücke 12 sowie die vorgenannte weitere Netzwerkbrücke 14 positioniert. Gemäß dem im Zusammenhang mit FIG 3 beschriebenen dritten Beispiel des Verfahrens 100c wird beispielhaft eine Weiter- leitung 102 von BPDU der Wurzel-Netzwerkbrücke 12 verhin- dert 116, sobald diese von einer Netzwerkbrücke 14, 16 aus einer Richtung von einer rechten Seite der schematischen Dar- stellung aus FIG 4 her empfangen werden 112. Dahingegen wer-
202222301 15 den solche BPDU gemäß den standardmäßigen Vorgaben des Stamm- baumprotokolls weitergeleitet 102, welche von einer anderen als der genannten rechten Seite der Darstellung in FIG 4 her empfangen werden 112. Auf diese Weise wird die Weiterlei- tung 102 von BPDU in dem beispielhaft in FIG 4 dargestellten Ethernet-Netzwerk 10 auf Basis einer Position der Netzwerk- brücken 12, 14, 16 sowie auf Basis einer Herkunftsrichtung einer BPDU gesteuert 114, 116. Dabei ist es denkbar, dass die vorgenannte Steuerung 114, 116 lediglich auf solche Fälle be- schränkt wird, bei welchen die Wurzel-Netzwerkbrücke 12 aus- gefallen ist. Bevorzugt wird eine Steuerung 114, 116 der Wei- terleitung 102 auf Basis einer Position der Netzwerkbrü- cken 12, 14, 16 sowie auf Basis einer Herkunftsrichtung, je- doch unabhängig von einem Ausfall der Wurzel- Netzwerkbrücke 12 implementiert. Das in FIG 4 schematisch dargestellte Ethernet-Netzwerk 10 ist des Weiteren dazu eingerichtet, beispielhaft das im Zu- sammenhang mit FIG 1 beschriebene erste Beispiel des Verfah- rens 100a sowie das im Zusammenhang mit FIG 2 beschriebene zweite Beispiel des Verfahrens 100b durchzuführen. Denkbar sind zudem Kombinationen aus dem ersten Beispiel des Verfah- rens 100a oder dem zweiten Beispiel des Verfahrens 100b mit dem dritten Beispiel des Verfahrens 100c. Je nach Konstella- tion ist das Ethernet-Netzwerk 10 beispielhaft dazu einge- richtet, die beschriebenen Verfahren 100a, 100b, 100c allein oder in Kombination durchzuführen. Daher handelt es sich bei den gezeigten Netzwerkbrücken 12, 14, 16 insbesondere um die im Zusammenhang mit FIG 1, FIG 2 und/oder FIG 3 beschriebenen Netzwerkbrücken 12, 14, 16. Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausfüh- rungen näher illustriert und beschrieben wurde, ist die Er- findung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
202222301 16 Unabhängig vom grammatikalischen Geschlecht eines bestimmten Begriffes sind Personen mit männlicher, weiblicher oder ande- rer Geschlechteridentität mit umfasst.