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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kaltwalzen eines Bandes in einer Reversierwalzanlage mittels einer Vorwärtssteuerung sowie mittels einer Onlinesteuerung eines Kühlbalkens. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Ermittlung einer Sensitivität eines Kühlbalkens an einer Reversierwalzanlage zum Kaltwalzen von Bändern.
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Eine Reversierwalzanlage zum Kaltwalzen von flachem, metallischem Walzgut umfasst eine Gruppe von ein oder mehreren Walzgerüsten, die von dem Walzgut zum Zwecke der Dickenreduktion oder der Oberflächenbehandlung (Dressieren) ein- oder mehrmals in abwechselnder Richtung durchlaufen werden. Der Walzvorgang selber findet in einer derartigen Reversierwalzanlage bei höchstens 150°C bis 160°C statt. Walzgut, das an einer solchen Reversierwalzanlage gewalzt wird, besteht in der Regel aus Stahl und wird im Folgenden als 'kaltgewalztes Metallband' oder - im Rahmen der Erfindung - als 'Band' bezeichnet. Im Gegensatz dazu erfolgt Warmwalzen bei wesentlich höheren Temperaturen in einem Bereich von 600°C bis 1000°C.
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Im Folgenden beziehen sich die Ausdrücke 'einlaufseitig' und 'auslaufseitig' bei einer Reversierwalzanlage auf die Bandlaufrichtung in einem aktuell betrachteten Walzstich, sodass zwischen zwei aufeinanderfolgenden Walzstichen die Zuschreibung eines Gewerks zwischen 'einlaufseitig' und 'auslaufseitig' vertauscht wird.
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Eine im Rahmen der Erfindung betrachtete Reversierwalzanlage weist zwei Haspelvorrichtungen auf, wobei das Band in jedem Durchlauf von einem der beiden Zughaspel abgewickelt und auf den anderen Zughaspel aufgewickelt wird. Weiterhin weist eine derartige Reversierwalzanlage Kühl- und Schmierbalken auf, mittels derer die Arbeitswalzen der Reversierwalzanlage und/oder das Band durch Abgabe einer Emulsion direkt gekühlt und geschmiert werden können, um den Prozess der Dickenreduktion des Bandes zu unterstützen und die dabei entstehende Umformungswärme abzuleiten. Bei dem Kühl- und Schmierstoff handelt es sich in der Regel um eine Schmieremulsion, beispielsweise um Wasser mit einem Anteil von bis zu 5% reinem Schmierstoff.
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Die Aufbringung der Emulsion erfolgt dabei in Walzrichtung gesehen immer einlaufseitig vor dem Durchgang durch ein betreffendes Gerüst der Reversierwalzanlage, da ein auslaufseitiges Aufbringen der Emulsion nach dem Durchlaufen durch ein Walzgerüst ein Ausschleppen dieser Emulsion zu einem nachfolgenden Walzgerüst bzw. zum jeweiligen Haspel hin bewirken würde. Dieser Verzicht auf ein auslaufseitiges Aufbringen von Emulsion bewirkt jedoch, dass die Umform- und Reibungswärme, welche im Band generiert wird, nach dem Durchgang durch das Walzgerüst oftmals nicht hinreichend abgeführt wird. Das Aufwickeln des Bandes nach jedem Durchgang bewirkt - im Gegensatz zu einer Tandemwalzstraße, wo das Band ohne zwischenzeitliches Aufwickeln alle Gerüste nacheinander passiert und erst danach zu einem Bund gewickelt wird - zusätzlich, dass diese Wärme besonders gut konserviert wird.
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Weiterhin wird eine im Rahmen der Erfindung betrachtete Reversierwalzanlage von einem sogenannten Offlinemodell angesteuert, das Setupwerte für die Reversierwalzanlage bestimmt. Bei Setupwerten handelt es sich generell um Vorgabewerte für die einzelnen Gewerke der Reversierwalzanlage zum Walzen eines bestimmten Bandes. Konkret können von dem Offlinemodell eine Anzahl an Durchläufen durch die Gruppe von Walzgerüsten der Reversierwalzanlage, die auch als 'Walzstiche' bezeichnet werden, vorgegeben werden. Weiterhin können Vorgabewerte z.B. in Form von Durchflussraten für Kühl- und Schmierbalken, mittels derer eine Schmierung und Kühlung der Arbeitswalzen bzw. des Walzspaltes erfolgt, sowie Vorgaben für die Walzgerüste bzw. deren Antriebe in Bezug auf die Dickenreduktion und eine Walzgeschwindigkeit in den einzelnen Walzstichen umfassen.
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Dabei sind die einlaufseitige und die auslaufseitige Walzgeschwindigkeit eines Bandes vor und hinter einem Walzgerüst miteinander über die Kontinuitätsbedingung verknüpft, siehe dazu z.B. Gleichung (3.9) auf
Seite 112 in H. Hoffmann, R. Neugebauer und G. Spur (Hrsg.), "Handbuch Umformen", 2. Auflage, Carl Hanser Verlag, 2012, ISBN 978-3-446-42778-5).
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Derartige Offlinemodelle sind aus dem Stand der Technik bekannt und arbeiten bei der Bestimmung der Walzstiche und der Setupwerte durchsatzoptimiert unter Berücksichtigung von vorgegebenen Produktionsparametern wie beispielsweise einer Bandplanheit, einer zulässigen Dickentoleranz des Bandes oder einer maximal zulässigen Walzentemperatur. Dabei sind einem solchen Offlinemodell die technologischen Grenzen der jeweiligen Reversierwalzanlage, wie z.B. maximal mögliche Walzkräfte, Bandgeschwindigkeiten, Durchflussraten durch die Kühl- und Schmierbalken etc. bekannt. Eine Temperatur bzw. eine Temperaturänderung des Bandes, beispielsweise aufgrund von dessen Kühlung und Umformung in der Reversierwalzanlage, wird dabei von derartigen Offlinemodellen jedoch nicht ermittelt. Offlinemodelle werden beispielsweise auf einer separaten Berechnungseinheit implementiert, die die von einem Offlinemodell ermittelten Setupwerte an die Steuereinheit der Reversierwalzanlage übermittelt.
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Zusammenfassend betrifft die Erfindung eine Reversierwalzanlage mit einer Gruppe von einem oder mehreren Walzgerüsten zum Kaltwalzen des Bandes in einem oder mehreren Walzstichen i und zumindest einer Haspelvorrichtung zum Auf- und Abwickeln des Bandes auf jeder Seite auf jeder Seite der Gruppe von Walzgerüsten vor und nach den einzelnen Walzstichen. Weiterhin umfasst die Reversierwalzanlage zumindest einem Kühl- und Schmierbalken zum einlaufseitigen Aufbringen eines Kühl- und Schmierstoffes auf jeder Seite jedes einzelnen Walzgerüsts. Weiterhin umfasst die Reversierwalzanlage zumindest einen Kühlbalken auf zumindest einer Seite zwischen der Gruppe von Walzgerüsten und der Haspelvorrichtung. Der bzw. die Kühlbalken sind zum Beaufschlagen einer Unterseite des Bandes mit Kühlmittel, das von dem bzw. den Kühlbalken mit einer Durchflussrate Φ abgegeben wird, eingerichtet, wenn das Band aus der Gruppe von Walzgerüsten ausläuft, und sind daher unterhalb einer Transportebene des Bandes angeordnet. Die Beaufschlagung der Unterseite des Bandes dient der Erzielung einer Temperaturänderung ΔT in dem Band.
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Der Ausdruck 'Seite' bezieht sich hierbei auf eine vertikale Ebene durch ein Walzgerüst, wobei das Band beim Walzen im Wesentlichen horizontal durch das Walzgerüst durchläuft. Die Gruppe von Walzgerüsten kann lediglich ein Walzgerüst umfassen, sie kann stattdessen jedoch auch zwei Walzgerüste (Doppelreversiergerüst) oder noch mehr Walzgerüste aufweisen. Wesentlich ist der Umstand, dass das Band die Gruppe der Walzgerüste als Ganzes in abwechselnder (horizontaler) Richtung durchläuft, sodass in zwei aufeinanderfolgenden Walzstichen die Ein- und Auslaufrichtung des Bandes in Bezug auf die einzelnen Walzgerüste vertauscht sind.
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Die genannten Umstände führen dazu, dass Bänder, welche in einer beschriebenen Reversieranlage gewalzt werden, deutlich heißer werden, als wenn sie bei gleichem Umformungsgrad in einer Tandemstraße gewalzt würden. Insbesondere Bandtemperaturen von über 160°C sind unerwünscht, da dies negative Auswirkungen auf die Qualität des Bandes haben kann sowie besondere Anforderungen an das eingesetzte Equipment stellt. Beispielsweise verbrennt das Öl aus der eingesetzten Emulsion auf einer zu heißen Bandoberfläche und hinterlässt dabei Flecken. Auch die Walzspaltschmierung wird negativ beeinflusst, da das Öl der Emulsion an Viskosität verliert. Eine Planheitskontrolle wird bei zu heißem Band schwierig. Die entsprechenden Bundablagen leiden unter hohen Bundtemperaturen und verschleißen schneller. Schließlich müssen zu heiße Bunde abkühlen, bevor sie weiterverarbeitet werden können, was den Durchsatz der betreffenden Reversierwalzanlage herabsetzt.
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Als Konsequenz daraus können an der Reversierwalzanlage zwar Maßnahmen gesetzt werden, welche die Bandtemperatur indirekt herabsetzen und limitieren, wie z.B. eine Reduktion der Walzgeschwindigkeit oder geringere Dickenabnahmen pro Walzstich, was weniger Umformenergie produziert. Diese Maßnahmen können jedoch ebenfalls negativen Einfluss auf den Durchsatz oder Produkteigenschaften haben.
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Zwar sind im Weiteren aus dem Stand der Technik Vorrichtungen zur aktiven Kühlung eines Bandes in einer Kaltwalzanlage bekannt. So zeigt beispielsweise die
WO 2014/167138 A1 eine Kühlvorrichtung für eine Unterseite eines Bandes während des Walzens in einer Kaltwalzanlage, wobei die Bandunterseite einer Niederdruck-Turbulenzkühlung unterzogen wird. Auch aus der
JP S61 242715(A ) ist eine Kühlbox für ein Band in einer Kaltwalzanlage bekannt, wobei das Band durch die Kühlbox durchgeführt wird und dabei an seiner Ober- und Unterseite mittels Kühlwasser gekühlt wird. Die Kühlbox bildet an der Bandober- und Bandunterfläche jeweils einen engen Strömungskanal für das Kühlwasser aus und weist entsprechende Dichtrollen auf, die die Kühlbox gegen den Austritt von Kühlwasser abdichten.
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Die
WO 2014/095268 A1 schlägt zur Verbesserung des Wärmeüberganges zwischen einem bandförmigen Walzgut und einem auf dieses aufgebrachten Kühlmedium eine Kühlvorrichtung mit einer sich in Bandlaufrichtung erstreckende Kühlkammer vor, durch die die Einwirkzeit des Kühlmediums verlängert wird. Die Zufuhr des Kühlmediums kann dabei abhängig von unterschiedlichen Parametern, wie z.B. der Temperatur des Walzgutes oder des auf dem Walzgut verbleibenden Restkühlmediums nach dem Durchlaufen der Kühlvorrichtung, regelbar erfolgen.
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Gemeinsames Merkmal der von der
WO 2014/167138 A1 , der
JP S61 242715(A ) und der
WO 2014/095268 A1 vorgeschlagenen Lösungen ist jeweils eine kammerartige Struktur, in welcher das das Kaltwalzband kontaktierende Kühlmedium geführt wird. Daraus resultiert jedoch erstens ein erhöhter Platzbedarf sowie zweitens eine schlechte Regelbarkeit, weil zeitliche Änderungen der Kühlwirkung aufgrund des großen Flüssigkeitsvolumens der jeweiligen kammerartigen Struktur nur wesentlich langsamer durchgeführt werden können, als dies beispielsweise mit Hilfe von Kühlbalken möglich ist.
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Weiterhin ist aus der
WO 2021/048038 A1 bekannt, einem Walzgut beim Kaltwalzen in einer Walzstraße mit mehreren Walzgerüsten ein Temperaturfenster vorzugeben und durch verschiedene Steuer- bzw. Regelungsmaßnahmen sicherzustellen, dass die Walzguttemperatur während des Walzens innerhalb des Temperaturfensters verbleibt. Die Maßnahmen umfassen ein Erwärmen des Walzguts vor einem Walzstich, das Kühlen und Schmieren von Arbeitswalzen bzw. des Walzguts selber mittels entsprechender Kühl- und Schmierbalken, das Erstellen einer entsprechenden Stichplanverteilung zur Berücksichtigung der beim Walzen entstehenden Umformungswärme sowie das Steuern und Regeln einer Walzgeschwindigkeit zur Berücksichtigung der in einem Walzgerüst entstehenden Reibungsverlustleistung. Die Wirkung dieser Steuer- und Regelungsmaßnahmen auf die Walzguttemperatur können dabei entweder auf Basis von Erfahrungswerten in Form eines empirischen Modells oder mittels eines physikalischen Modells vorab, d.h. vor dem eigentlichen Walzprozess, simuliert und die Setupwerte für die jeweiligen Gewerke der Kaltwalzanlage entsprechend eingestellt werden. Zudem kann während des Walzens eine Temperatur des Walzguts messtechnisch erfasst und eine Steuer- oder Regelungsmaßnahme online angepasst werden.
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In der
WO 2021/048038 A1 wird jedoch nicht speziell auf die oben beschriebene Problematik der besonders starken Erhitzung von Bändern in Reversierwalzanlagen eingegangen. Auch kann die Vorabbestimmung der korrekten Setupwerte mehrere Iterationen, enthaltend jeweils eine oder mehrere physikalische Modellierungen, erfordern, was einen hohen rechentechnischen und zeitlichen Aufwand bedeutet, da sämtliche Gewerke der Kaltwalzanlage in ihrer Gesamtheit berücksichtigt werden müssen.
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Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, unerwünscht hohe Temperaturen beim Walzen eines Bandes in einer Reversierwalzanlage mit konstruktiv und regeltechnisch einfachen Mitteln zu verhindern, ohne den Durchsatz negativ zu beeinflussen. Zudem soll die Bestimmung von Vorgabewerten zur Einhaltung einer vorgegebenen Maximaltemperatur für das zu walzende Band vereinfacht werden.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand der abhängigen Verfahrensansprüche.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Kaltwalzen eines Bandes in einer voranstehend beschriebenen Reversierwalzanlage in einem oder mehreren Walzstichen i wird, in Form einer Vorwärtssteuerung des Kühlbalkens, vor zumindest einem, bevorzugt vor allen Walzstichen i, zunächst für das Band eine Maximaltemperatur Tmax vorgegeben und es wird ein erster Setupwert φi für eine Durchflussrate Φ an Kühlmittel für alle Kühlbalken auf einen Wert 0 gesetzt. Danach wird eine charakteristische Temperatur Tc des Bandes ermittelt, bei der es sich um einen Temperaturwert einer Bandoberfläche, insbesondere einer Unterseite oder einer Oberseite des Bandes, handeln kann, und es wird überprüft, ob die charakteristische Temperatur Tc die Maximaltemperatur Tmax überschreitet: falls dies der Fall ist, wird der erste Setupwert φi für den bzw. die auslaufseitigen Kühlbalken anhand einer Sensitivität σ ermittelt. Die Sensitivität σ beschreibt die Temperaturänderung ΔT, die in dem Band aufgrund der Beaufschlagung mit dem Kühlmittel erzielt wird, und ist als funktionaler Zusammenhang mit zumindest der Durchflussrate Φ und einer Bandgeschwindigkeit vB bekannt. Abschließend erfolgt der Walzstich i unter Vorgabe des ermittelten ersten Setupwertes φi für den auslaufseitigen Kühlbalken.
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Konkret bedeutet dies, dass, wenn eine Überschreitung der Maximaltemperatur Tmax durch die für das Band charakteristische Temperatur Tc festgestellt wird, anhand einer Sensitivität σ erster Setupwert φi größer Null für eine Durchflussrate Φ an Kühlmittel für den bzw. die auslaufseitigen Kühlbalken ermittelt wird und beim Walzstich i der bzw. die auslaufseitigen Kühlbalken mit dem ermittelten Setupwert φi beaufschlagt werden; andernfalls bleiben der bzw. die auslaufseitigen Kühlbalken inaktiv, d.h. es wird von dem Kühlbalken kein Kühlmittel auf das Band abgegeben. Der bzw. die zu der Gruppe an Walzgerüsten einlaufseitig gelegenen Kühlbalken bleiben in jedem Walzstich i stets inaktiv. Die Maximaltemperatur Tmax kann beispielsweise auf Erfahrungswerten in Bezug auf Bandrisse beim Walzen beruhen und in Abhängigkeit von der Materialzusammensetzung des Bandes gewählt werden und liegt bevorzugt in einem Bereich von 120°C bis 160°C.
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Physikalisch hat die Sensitivität σ die Bedeutung einer Temperaturdifferenz, die von dem bzw. den aktivierten, auslaufseitigen Kühlbalken in Abhängigkeit von zumindest dessen bzw. deren Durchflussrate Φ in dem Band hervorgerufen wird. Erfindungsgemäß wird die Sensitivität σ als vorab bekannter funktionaler Zusammenhang der in dem Band induzierten Tempertaturänderung ΔT mit zumindest der Durchflussrate Φ und einer Bandgeschwindigkeit vB vorausgesetzt. Die Bandgeschwindigkeit vB kann für den Walzstich i ebenfalls als bekannt vorausgesetzt werden, da sie beispielsweise im Rahmen der Stichplanerstellung von einem Offlinemodell vorab ermittelt werden. Bei der Bandgeschwindigkeit vB kann es sich um eine Bandeinlaufgeschwindigkeit vi,in oder um eine Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex des im betreffenden Walzstich i gewalzten Bandes handeln.
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Bei dem funktionalen Zusammenhang kann es sich beispielsweise um einen empirisch ermittelten Zusammenhang zwischen der in dem betreffenden Band hervorgerufenen Temperaturänderung ΔT und der eingestellten Durchflussrate Φ und der Bandgeschwindigkeit vB handeln. Die Sensitivität σ kann jedoch auch auf Basis eines physikalischen Modells als Funktion zwischen der induzierten Temperaturänderung ΔT und der eingestellten Durchflussrate Φ und der Bandgeschwindigkeit vB sein.
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Wenn der funktionale Zusammenhang mit Hinreichender Genauigkeit bekannt ist, kann der Setupwert φi beispielsweise derart ermittelt werden, dass das Band von dem aktivierten Kühlbalken genau auf die Maximaltemperatur Tmax heruntergekühlt wird, d.h. dass die charakteristische Temperatur Tc des Bandes nach dessen Passieren des Kühlbalkens genau der Maximaltemperatur Tmax entspricht. Der Setupwert φi kann jedoch auch insbesondere im Falle eines nur grob bekannten funktionalen Zusammenhanges zwischen der Temperaturänderung ΔT einerseits und der Durchflussrate Φ sowie der Bandgeschwindigkeit vB andererseits so gewählt werden, dass die charakteristische Temperatur Tc des Bandes nach dessen Passieren des Kühlbalkens die Maximaltemperatur Tmax jedenfalls unterschreitet.
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Mathematische Verfahren zum Aufsuchen eines bestimmten Variablenwertes einer Funktion bzw. eines funktionalen Zusammenhanges einer Ausgangsgröße mit mehreren Eingangsgrößen für die der Funktionswert bzw. die Ausgangsgröße vorgegeben ist, sind allgemein bekannt und nicht Gegenstand der Erfindung. Dadurch bietet die Verwendung einer bekannten Sensitivität σ den Vorteil, dass zur Ermittlung des Setupwerts φi lediglich die voranstehende Gleichung (1) nach dem gesuchten Wert für φi aufgelöst werden muss, was mit begrenztem Rechenaufwand beispielsweise mittels einer Steuereinheit der Reversierwalzanlage innerhalb von weniger als 10ms erfolgen kann.
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Die Vorgabe des ersten Setupwerts φi erfolgt beispielsweise durch Übertragung von einer separaten Berechnungseinheit an eine Steuereinheit der Reversierwalzanlage, die deren einzelne Gewerke (wie z.B. die Walzgerüste, die Haspelvorrichtungen, die Kühl- und Schmierbalken sowie den bzw. die Kühlbalken) ansteuert.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden lediglich die Setupwerte für die auslaufseitig gelegenen Kühlbalken in einem betreffenden Walzstich i geändert, nicht jedoch die sonstigen Setup- bzw. Vorgabewerte für die restlichen Gewerke der Reversierwalzanlage; insbesondere bleibt ein Stichplan für das Band unverändert. Der bzw. die auslaufseitigen Kühlbalken wirken somit lediglich als zusätzlicher Aktuator, weswegen sich das erfindungsgemäße Verfahren besonders gut als Nachrüstlösung für eine bestehende Reversierwalzanlage eignet: eine solche kann beispielsweise nachträglich mit relativ geringem Investitionsaufwand mit zusätzlichen Kühlbalken für die Kühlung eines auslaufenden Bandes ausgestattet werden, wobei ein bestehendes Offlinemodell, das bereits an die technologischen Gegebenheiten der Anlage angepasst ist, dabei jedoch nicht geändert werden muss.
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Zudem wird lediglich bei Überschreiten der Maximaltemperatur Tmax der bzw. die betreffenden auslaufseitigen Kühlbalken aktiviert, weswegen das erfindungsgemäße Verfahren einen minimalen, unabhängigen steuerungstechnischen Eingriff in den Betrieb der Reversierwalzanlage darstellt, was vorteilhaft die Komplexität der Anlagensteuerung nur minimal erhöht.
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Die Aufbringung von Kühlmittel auf die Bandunterseite eines aus der Gruppe der Walzgerüste auslaufenden Bandes stellt zudem vorteilhaft eine technisch einfache Möglichkeit der Bandkühlung dar, weil das Kühlmittel größtenteils aufgrund der Schwerkraftwirkung automatisch nach unten abfließt und allfällige verbleibende Reste durch eine üblicherweise vorhandene Umlenkrolle vor dem nachfolgenden Haspel abgequetscht werden, wobei eine in der Regel an den Walzgerüsten ohnehin vorhandene Sammeleinrichtung für den Kühl- und Schmierstoff mitbenutzt werden kann, sodass keine zusätzlichen Auffangvorrichtungen für die Kühlbalken vorgesehen werden müssen.
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Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Sensitivität σ - neben der Durchflussrate Φ und der Bandgeschwindigkeit vB- zusätzlich als funktionaler Zusammenhang mit einer Banddicke dB bekannt, sodass die in dem Band induzierte Temperaturänderung ΔT gemäß dem Zusammenhang darstellbar ist. Die Banddicke dB kann wiederum - analog zur Bandgeschwindigkeit vB - für den Walzstich i als bekannt vorausgesetzt werden, wobei es sich bei der Banddicke dB um eine Bandeinlaufdicke di,in oder um eine Bandauslaufdicke di,ex in Bezug auf eines der Walzgerüste der Reversierwalzanlage handeln kann. Somit wird in dieser Ausgestaltung der Setupwert φi derart ermittelt, dass die Sensitivität σ der Temperaturänderung ΔT im Band gemäß Gleichung (1) entspricht.
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In dieser Ausgestaltung kann die Bandgeschwindigkeit vB und die Banddicke dB des im betreffenden Walzstich i gewalzten Bandes berücksichtigt werden, sodass die Temperaturänderung ΔT vorteilhaft sehr genau eingestellt werden kann. Beispielsweise kann eine Kühlung des Bandes besonders energieeffizient erfolgen, indem das Band durch entsprechende Bestimmung des Setupwerts φi nur so stark gekühlt wird, dass die Temperaturänderung ΔT im Wesentlichen der Differenz aus charakteristischer Temperatur Tc und Maximaltemperatur Tmax entspricht, sodass durch die Kühlung lediglich die Überschreitung der vorgegebenen Maximaltemperatur Tmax ausgeglichen wird.
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Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die charakteristische Temperatur Tc auf Basis eines empirischen Modells oder eines physikalischen Modells ermittelt. Vorteilhaft kann bei einem empirischen Modell die charakteristische Temperatur Tc beispielsweise aus Eingangsparametern, umfassend Materialeigenschaften, Parameter des Stichplans sowie Produktionsparameter (diese umfassend beispielsweise eine Bandeinlaufgeschwindigkeit vi,in und/oder eine Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex und/oder eine Walzkraft im Walzstich i) eines betreffenden Bandes rasch ermittelt bzw. interpoliert werden, wenn für jeweilige Bereiche der genannten Eingangsparameter entsprechende Werte für die charakteristische Temperatur Tc beispielsweise in Form von vorab ermittelten Berechnungswerten oder in Form von Erfahrungswerten bzw. Bedienereingaben vorliegen.
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Mit Hilfe eines physikalischen Modells kann eine charakteristische Temperatur T
c vorteilhaft besonders genau ebenfalls auf Basis von denselben bzw. gleichartigen Eingangsparametern direkt errechnet werden; in diesem Zusammenhang offenbart beispielsweise die
WO 2021/048038 A1 , vor dem eigentlichen Walzvorgang eine Auslauftemperatur eines Walzguts hinter einem Walzgerüst auf Basis von der Einlauftemperatur des Walzguts in Verbindung mit modellierbaren physikalischen Wärmeströmen zu ermitteln.
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Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vor der Ermittlung der charakteristischen Temperatur Tc mittels eines physikalischen Modells unter der Annahme, dass die Durchflussrate Φ gleich Null ist, anhand einer vorgegebenen Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex und einer vorgegebenen Bandauslaufdicke di,ex für das Band und anhand zweiter Setupwerte Σi für den zumindest einen Kühl- und Schmierbalken, ausgehend von einer Anfangstemperatur T0 des Bandes, eine Temperaturverteilung τ des Bandes durch Lösen einer Wärmeleitungsgleichung des physikalischen Modells in einem Bereich B, der zumindest einen Abschnitt des Bandes umfasst, ermittelt. Danach wird die charakteristische Temperatur Tc aus der Temperaturverteilung τ abgeleitet bzw. ermittelt. Durch das Lösen einer Wärmeleitungsgleichung kann die charakteristische Temperatur Tc, die das Band nach erfolgtem Walzstich bei deaktiviertem auslaufseitigem Kühlbalken aufweist bzw. aufweisen würde, vorteilhaft besonders präzise vorhergesagt werden, sodass eine allfällig notwendige Beaufschlagung des Bandes mit Kühlmittel besonders gezielt und eingestellt werden kann.
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Bei der charakteristische Temperatur Tc kann es sich beispielsweise um einen über die Funktionskoordinaten der Temperaturverteilungs τ gemittelten Temperaturwert des Bandes oder um einen Temperaturwert an einer Bandoberfläche handeln. Die Temperaturverteilung τ ist eine Funktion der Temperatur innerhalb des Bandes als Funktion der räumlichen Koordinaten. Im Rahmen der erfindungsgemäßen Vorwärtssteuerung wird ein thermisch stationärer Zustand des Bandes im Reversierwalzwerk angenommen, d.h. es wird in einer Näherung vorausgesetzt, dass die Temperaturen und Temperaturänderungen des Bandes während des Walzvorganges über seine gesamte Länge gleich verlaufen. Daher kann der Bereich B, der zu jedem in der Wärmeleitungsgleichung betrachteten Zeitpunkt einen bestimmten Abschnitt des Bandes umfasst, räumlich feststehend in Bezug auf die Walzgerüste angesetzt werden. Dadurch ist das Koordinatensystem der Wärmeleitungsgleichung nicht feststehend in Bezug auf das Band selber, welches im Walzstich i durch die Walzgerüste durchbewegt wird. Die Walzgeschwindigkeiten relativ zu den einzelnen Walzgerüsten gehen lediglich als Parameter in die Wärmeleitungsgleichung bzw. in die Randbedingungen des Bereiches B ein. Die Wärmeleitungsgleichung kann daher im betrachteten Bereich B mit entsprechenden Anfangs- und Randbedingungen für das Band gelöst werden.
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Für die Anfangstemperatur T0 kann für den ersten Walzstich beispielsweise ein Wert entsprechend der Umgebungstemperatur angesetzt werden, da die betreffenden Bänder vor dem Walzen in der Reversierwalzanlage in der Regel längere Zeit gelagert werden. Zudem kann eine konstante Temperaturverteilung des Bandes beim Eintritt in den betrachteten Bereich B angenommen werden, da sich bei den Wickelvorgängen zwischen den Walzstichen die Temperatur in Banddickenrichtung rasch vergleichmäßigt. Für weitere Walzstiche kann als Anfangstemperatur T0 beispielsweise der für den unmittelbar vorangegangenen Walzstich ermittelte charakteristische Temperaturwert Tc angesetzt werden, da das Band an der Reversierwalzanlage unmittelbar nach jedem Walzstich zu einem Coil aufgewickelt wird und in diesem Zustand während der Zeitspanne zwischen zwei Walzstichen vernachlässigbar wenig Wärme an die Umgebung abgegeben wird. Alternativ dazu kann für weitere Walzstiche nach dem ersten Walzstich die Anfangstemperatur T0 auch basierend auf Erfahrungswerten angesetzt werden, da sich die durchschnittliche Bandtemperatur in der Regel bereits nach wenigen Walzstichen einer oberen Sättigungstemperatur annähert: daher kann eine Anfangstemperatur T0 für weitere Walzstiche mit guter Näherung beispielsweise aus der Temperaturmessung eines Bandes mit vergleichbarer Enddicke unmittelbar nach dessen Walzen an der Reversierwalzanlage gewonnen werden.
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Der beim Walzen von dem zumindest einen Kühl- und Schmierbalken aufgebrachte Kühl- und Schmierstoff leitet Wärme aus den Arbeitswalten bzw. aus dem Band ab und geht in die Wärmeleitungsgleichung über entsprechende Wärmeübergangskoeffizienten als Randbedingung ein. Weiterhin müssen die Erwärmung aufgrund der plastischen Umformung des Bandes sowie die Reibung zwischen dem Band und den Arbeitswalzen im Walzspalt in Form sogenannter Quellterme berücksichtigt werden. Die Berücksichtigung derartiger Randbedingungen und Quellterme ist beispielsweise aus der
WO 2021/048038 A1 oder aus
F. Hell: Grundlagen der Wärmeübertragung, VDI-Verlag 1982, ISBN-Nummer 978-3-18-400529-0, Kapitel 2.2 und 2.3, Formeln (81) bis (83) in Verbindung mit Bild 25 und Tabellen VI und VII bekannt.
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Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erstreckt sich der Bereich B, in dem die Wärmeleitungsgleichung gelöst wird, in Bandlaufrichtung gesehen zumindest vom Beginn eines ersten Wirkbereiches W des ersten einlaufseitigen Kühl- und Schmierbalkens bis zumindest zum Ende eines zweiten Wirkbereichs W' des letzten auslaufseitigen Kühlbalkens. Die ersten und zweiten Wirkbereiche W, W' umfassen daher im Wesentlichen jene Bereiche, in denen der Kühl- und Schmierstoff bzw. das Kühlmittel mit der Oberfläche des Bandes in Kontakt kommt. Beide Bereiche sind räumlich begrenzt, weil die Balken nur eine begrenzte Sprühbreite in Bandlaufrichtung aufweisen, weil der Kühl- und Schmierstoff nur einlaufseitig aufgebracht wird daher von dem Band nur bis zu den Walzgerüsten transportiert wird, von wo es seitlich ausgeleitet wird, und weil das Kühlmittel nur auf die Bandunterseite aufgebracht wird, wo aufgrund der Schwerkraftwirkung der Kontakt mit der Bandoberfläche in diesem Bereich ebenfalls räumlich begrenzt ist.
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Somit umfasst der von der Wärmeleitungsgleichung berücksichtigte Bereich B zwar nicht die Haspelvorrichtungen und die Strecke zwischen diesen und den Walzgerüsten, jedoch können diese Einflüsse auf die Bandtemperatur vernachlässigt werden. Andererseits werden vom Bereich B alle Gewerke der Reversierwalzanlage umfasst, die aktiv auf das Band einwirken und entsprechende Wärmequellen in dem Band (z.B. durch die plastische Verformung in den Walzgerüsten) und Wärmeströme in das Band bzw. aus dem Band (Reibung zwischen Bandoberfläche und Arbeitswalzen im Walzspalt, Einwirkung der Kühl- und Schmierbalken bzw. der Kühlbalken) hervorrufen. Vorteilhaft wird durch die gewählte Erstreckung des Bereiches B einerseits eine realitätsnahe Ermittlung der Bandtemperatur in den einzelnen Walzstichen ermöglicht und andererseits der dafür benötigte Rechenaufwand begrenzt.
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Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden in die Wärmeleitungsgleichung auch Arbeitswalzen der Walzgerüste mit einbezogen. Dies bedeutet, dass neben dem im Bereich B betrachteten Volumen des Bandes auch ein Volumen der Arbeitswalzen selber bzw. deren Erwärmung berücksichtigt wird. Dies gestattet vorteilhaft eine genauere Bestimmung der Temperaturverteilung τ des Bandes, weil zusätzlich zur Reibungswärme zwischen dem Band und den Arbeitswalzen auch die unmittelbaren Wärmeströme zwischen dem Band und den Arbeitswalzen berücksichtigt werden.
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In einer weiteren bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Wärmeleitungsgleichung als eindimensionale Differentialgleichung angesetzt und die Temperaturverteilung τ wird in Dickenrichtung des Bandes ermittelt. Da die Dicke d eines an der betreffenden Reversierwalzanlage gewalzten Bandes in der Regel (zwischen 0.1mm und 7mm beträgt und damit wesentlich geringer als seine Breite (mindestens 600mm) und seine Abmessung entlang des betrachteten Bereichs B (mehrere Meter) ist, können Wärmeflüsse in Bandlängs- und Bandbreitenrichtung in guter Näherung vernachlässigt werden. Vorteilhaft kann bei einer derartigen eindimensionalen Wärmeleitungsgleichung der Rechenaufwand zur Ermittlung der Temperaturverteilung τ gering gehalten werden.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Kaltwalzen eines Bandes in einer voranstehend beschriebenen Reversierwalzanlage in einem oder mehreren Walzstichen i betreffend eine Onlinesteuerung eines Kühlbalkens wird vor zumindest einem der Walzstiche i eine Maximaltemperatur Tmax für das Band vorgegeben. Zudem wird während des zumindest einen Walzstiches i zyklisch, d.h. wiederholend in jeweiligen Zeitintervallen Δt, jeweils mittels einer Temperaturerfassungseinrichtung eine momentane Auslauftemperatur Ti,ex" des Bandes erfasst. In dem Fall, dass die Auslauftemperatur Ti,ex" die Maximaltemperatur Tmax überschreitet, wird im jeweiligen Zeitintervall Δt ein erster Setupwert φi für den bzw. die auslaufseitigen Kühlbalken anhand einer bereits vorgenannten Sensitivität σ ermittelt, die wiederum als Funktion von zumindest der Durchflussrate Φ und einer für den Walzstich i bekannten Bandgeschwindigkeit vB bekannt ist. Bei der Bandgeschwindigkeit vB kann es sich wiederum um eine vorab - beispielsweise im Rahmen der Stichplanerstellung ermittelte Bandgeschwindigkeit handeln. Bevorzugt kann in manchen, besonders bevorzugt in allen Zeitintervallen Δt jedoch auch jeweils eine momentane Bandgeschwindigkeit vB" als bekannte Bandgeschwindigkeit vB - beispielsweise durch das Auslesen eines entsprechenden momentanen Geschwindigkeitssignals einer Arbeitswalze eines der Walzgerüste - erfasst werden. Anschließend wird im jeweiligen Zeitintervall Δt der erste Setupwert φi dem bzw. den auslaufseitigen Kühlbalken vorgegeben, d.h. die Durchflussrate Φ an Kühlmittel durch den bzw. die Kühlbalken wird auf den ermittelten Setupwert φi eingestellt. Bei der Temperaturerfassungseinrichtung kann es sich beispielsweise um ein Pyrometer handeln.
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Insbesondere wenn für die Ermittlung von φi eine momentane Bandgeschwindigkeit vB" herangezogen wird, kann die Durchflussrate Φ des Kühlbalkens vorteilhaft besonders genau an die aktuelle Walzsituation angepasst werden. Die Abweichung der momentanen Bandgeschwindigkeit vB" von einem fest vorgegebenen Setupwert stellt eine häufig vorkommende Situation an einer Reversierwalzanlage dar, beispielsweise weil der Setupwert nachträglich von einer Basisautomation der Reversierwalzanlage oder von einem Bediener auf einen geänderten Wert vB" eingestellt wird.
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Durch dieses erfindungsgemäßen Verfahren wird vorteilhaft eine noch genauere Einstellung einer auslaufseitigen Bandtemperatur ermöglicht, weil anstatt eines rechnerisch ermittelten Temperaturwertes ein momentaner - d.h. ein für den betreffenden Moment ermittelter oder erfasster - Temperaturwert Ti,ex" zur Ermittlung der Durchflussrate Φ herangezogen wird. Weil auch die Erfassung der Auslauftemperatur und entsprechende Einstellung der Durchflussmenge des bzw. der auslaufseitigen Kühlbalkens periodisch in Zeitintervallen Δt erfolgt, können auch allfällige Änderungen der Walzbedingungen, wie z.B. eine veränderliche Bandeinlauftemperatur bzw. eine unregelmäßige Schmier- und Kühlwirkung des bzw. der Kühl- und Schmierbalken über die Bandlänge unmittelbar ausgesteuert werden. Die Zeitintervalle Δt weisen bevorzugt eine Intervalldauer von maximal 10ms auf, wodurch die Anpassung der Durchflussrate Φ an die momentane Auslauftemperatur Ti,ex" vorteilhaft besonders zeitnah erfolgt.
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In einer weiteren bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens betreffend eine Onlinesteuerung des auslaufseitigen Kühlbalkens ist die Sensitivität σ zusätzlich als funktionaler Zusammenhang mit einer Banddicke dB bekannt. Die Banddicke dB kann wiederum - analog zum erfindungsgemäßen Verfahren betreffend eine Vorwärtssteuerung eines Kühlbalkens - für den Walzstich i als bekannt vorausgesetzt werden. Entsprechend wird in dieser Ausgestaltung der erste Setupwert φi derart ermittelt, dass die Sensitivität σ der Temperaturänderung ΔT im Band gemäß Gleichung (1) entspricht. und kann daher vorteilhaft sehr genau eingestellt werden.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Temperaturerfassungseinrichtung in Bandlaufrichtung gesehen in einem Abstand a hinter dem Ende eines zweiten Wirkbereiches W' des auslaufseitigen Kühlbalkens angeordnet. Die Anordnung in einem Abstand a bewirkt, dass die Kühlwirkung auf das Band korrekt erfasst wird, da sich die Temperaturverteilung in dem auslaufenden Band während des Durchlaufend des Abstandes a bis zur Messung durch die Temperaturerfassungseinrichtung vergleichmäßigt ('Durchkühlung' in Banddickenrichtung). Der Abstand a beträgt beispielsweise 0.5m bis 1.5m, bevorzugt 0.8m bis 1.0m. Insgesamt ist an der Reversierwalzanlage somit beidseitig der Gruppe von Walzgerüsten jeweils eine Temperaturerfassungseinrichtung angeordnet.
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Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile der Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der Beschreibung des folgenden Ausführungsbeispiels der Erfindung, das im Zusammenhang mit den Figuren näher erläutert wird. Gleiche Teile und Gewerke in den Figuren sind jeweils mit denselben Bezeichnern versehen. Es zeigen:
- Figur 1 (FIG 1) einen Querschnitt durch eine Reversierwalzanlage, auf die die erfindungsgemäßen Verfahren anwendbar sind;
- Figur 2A (FIG 2A) ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens mit Hilfe einer Vorwärtssteuerung;
- Figur 2B (FIG 2B) ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens mit Hilfe einer Onlinesteuerung;
- Figur 3A (FIG 3A) ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels betreffend eine Vorwärtssteuerung;
- Figur 3B (FIG 3B) ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels betreffend eine Vorwärtssteuerung mit einem physikalischen Modell;
- Figur 3C (FIG 3C) ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels betreffend eine Onlinesteuerung; und
- Figur 4 (FIG 4) ein Detail aus einer Reversierwalzanlage betreffend ein physikalisches Modell für eine Vorwärtssteuerung.
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Generell gilt, dass die in FIG 2A, FIG 2B und FIG 4 dargestellte Kaltwalzanlage 1 jeweils wie in FIG 1 ausgestaltet sein kann, davon abweichend jedoch - ohne Auswirkung auf das mit Bezug auf die jeweiligen Figur beschriebene Verfahren - auch eine andere Anzahl von Walzgerüsten 10, 11, Haspelvorrichtungen 30, 31, 32, Kühlbalken 20, 21 bzw. Kühl- und Schmierbalken 13, 14, 13', 14' aufweisen kann.
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FIG 1 zeigt einen Querschnitt durch eine Reversierwalzanlage 1, die als Doppelreversierwalzanlage ausgebildet ist und eine Gruppe aus zwei Walzgerüsten 10 und 11 umfasst, die jeweils eine obere Arbeitswalze 12 und eine untere Arbeitswalze 12' sowie eine obere und eine untere Stützwalze 18 bzw. 18' aufweisen. Die obere und untere Arbeitswalze 12 und 12' der Walzgerüste 10 und 11 bilden jeweils einen Walzspalt aus, durch den das Band 2 zum Zwecke der Dickenreduktion in einem oder mehreren Walzstichen entlang einer sogenannten Passlinie 4 hindurchgeführt wird. Links der Gruppe der Walzgerüste 10 und 11 weist die Reversierwalzanlage 1 eine Haspelvorrichtung 30 auf. Rechts der Walzgerüste 10 und 11 sind zwei weitere Haspelvorrichtungen 31 und 32 der Reversierwalzanlage 1 angeordnet.
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In jedem Walzstich des in FIG 1 dargestellten Ausführungsbeispiels passiert das Band 2 jeweils beide Walzgerüste 10 und 11 der Gruppe in abwechselnder Richtung, wobei die momentane Bandlaufrichtung 5 in FIG 1 durch einen von rechts nach links verlaufenden, horizontalen Pfeil und die Drehrichtungen der als Abhaspel- bzw. als Aufhaspelvorrichtung fungierenden Haspelvorrichtungen 31 bzw. 30 ebenfalls durch entsprechende Pfeile dargestellt sind. Auf der Haspelvorrichtung 32 ist ein weiteres Band 2' aufgewickelt, welches nach dem Band 2 an der Reversierwalzanlage 1 gewalzt werden kann, während sich das Band 2 nach seinem letzten Walzstich noch auf der Haspelvorrichtung 31 befindet.
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Beidseits (bezogen auf eine Bandlaufrichtung 5) der Gruppe der Walzgerüste 10 und 11 sind jeweils obere und untere Kühl- und Schmierbalken 13 und 13' angeordnet, die zum Aufbringen eines Kühl- und Schmierstoffes 16 (siehe FIG 2A) in den Walzspalt eingerichtet sind. Zudem sind beidseits der Walzgerüste 10 und 11 jeweils obere und untere Kühl- und Schmierbalken 14 und 14' zum Aufbringen eines Kühl- und Schmierstoffes 16 auf die jeweilige Arbeitswalze 12 bzw. 12' angeordnet. In der Regel sind in einem betreffenden Walzstich nur die jeweils einlaufseitig gelegenen Kühl- und Schmierbalken 13, 13', 14, 14' aktiv und geben Kühl- und Schmierstoff 16 auf die Arbeitswalzen 12, 12' bzw. in Richtung des Walzspalts ab: dies ist in FIG 2A und FIG 2B näher dargestellt.
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Weiterhin ist unterhalb des Bandes und in Bandlaufrichtung 5 gesehen jeweils vor und hinter den Walzgerüsten 10 und 11 ein Kühlbalken 20 bzw. 21 zur Ausgabe eines Kühlmittels 22 auf eine Unterseite 2' des Bandes 2 angeordnet. In FIG 1 ist beispielhaft der momentan auslaufseitige Kühlbalken 20 aktiv, wobei prinzipiell der Kontaktbereich zwischen dem von dem Kühlbalken 20 bzw. 21 abgegebenen Kühlmittel 22 und der Unterseite 2' des Bandes 2 einen zweiten Wirkbereich W' des jeweiligen Kühlbalkens 20, 21 ausbildet. Zusätzlich ist in Bandlaufrichtung 5 in einem Abstand a hinter dem Ende des zweiten Wirkbereichs W' des jeweiligen Kühlbalkens 20, 21 oberhalb des Bandes 2 eine jeweilige Temperaturerfassungseinrichtung 40 bzw. 41 angeordnet. Durch die Anordnung der Temperaturerfassungseinrichtungen 40, 41 oberhalb und der Kühlbalken 20, 21 unterhalb des Bandes 2 wird vermieden, dass Restkühlmittel auf einer Oberseite 2" des Bandes verbleibt, sodass eine Erfassung einer Temperatur des Bandes 2 mittels der Temperaturerfassungseinrichtungen 40, 41 weitestgehend ohne Störeinflüsse erfolgen kann.
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Weiterhin ist auf jeder Seite der Gruppe von Walzgerüsten 10, 11 in Bandlaufrichtung 5 gesehen hinter dem Kühlbalken 20 bzw. 21 jeweils eine Umlenkrolle 35 unterhalb der Passlinie 4 angeordnet. Beim Aufwickeln wird das Band 2 von der jeweiligen Umlenkrolle 35 nach unten in Richtung der entsprechenden Haspelvorrichtung 30, 31, 32 gelenkt, wodurch allfällig anhaftende Reste von mittels des Kühlbalkens 20 bzw. 21 auf das Band aufgebrachtem Kühlmittel 22 abgestreift werden.
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FIG 2A zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens betreffend eine Vorwärtssteuerung an einer Reversierwalzanlage 1 gemäß FIG 1; aus Gründen der Übersichtlichkeit sind daher nur die wichtigsten Gewerke mit Bezeichnern versehen. Im Unterschied zu FIG 1 verläuft die Bandlaufrichtung 5 in dem in FIG 2A dargestellten Walzstich i von links nach rechts: das Band 2 wird von der Haspelvorrichtung 30 mit einer Banddicke dB, die ident zu einer Bandeinlaufdicke di,in ist, abgewickelt, tritt mit einer Bandeinlaufgeschwindigkeit vi,in in die Gruppe der Walzgerüste 10, 11 ein bzw. mit einer Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex und einer Bandauslaufdicke di,ex aus dieser wieder aus und wird auf der nähergelegenen Haspelvorrichtung 31 aufgewickelt; die jeweiligen Drehrichtungen der Haspelvorrichtungen 30 und 31 sind dabei durch entsprechende Pfeile angedeutet. Die Haspelvorrichtung 32 ist an dem in FIG 2A dargestellten Walzstich nicht beteiligt, kann jedoch beispielsweise bereits mit einem nachfolgend zu walzenden Band 3 beladen werden.
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In einer separaten Berechnungseinheit 60 ist ein Offlinemodell 100 implementiert, welches für zumindest einen Walzstich i (dies ist durch geschwungene Klammern symbolisiert) zweite Setupwerte Σi für die einzelnen Gewerke der Reversierwalzanlage 1 ermittelt. Die zweiten Setupwerte Σi werden an eine Steuereinheit 50 der Reversierwalzanlage 1 übermittelt und umfassen unter anderem Vorgabewerte für die Abgabe von Kühl- und Schmierstoff 16 auf die Arbeitswalzen 12, 12' bzw. in den Walzspalt sowie für die Bandeinlaufgeschwindigkeit vi,in und/oder die Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex sowie für die Bandeinlaufdicke di,in und/oder die Bandauslaufdicke di,ex im Walzstich i. Die Steuereinheit 50 steuert die einzelnen Gewerke der Reversierwalzanlage 1 im dargestellten Walzstich i entsprechend den zweiten Setupwerte Σi an, was in FIG 2A durch entsprechende nach oben weisende Pfeile dargestellt ist. Unter 'Ansteuern' wird in diesem Zusammenhang das Übermitteln von Steuersignalen oder Steuerbefehlen an das jeweilige Gewerk sowohl ohne als auch mit Rückkoppelung verstanden, wobei eine Rückkoppelung in Fig 2A durch einen nach unten gerichteten Pfeil symbolisiert ist.
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Weiterhin ist in FIG 2A dargestellt, dass die Berechnungseinheit 60 vorab, d.h. bevor das Band 2 tatsächlich an der Reversierwalzanlage 1 gewalzt wird, für zumindest einen Walzstich i einen ersten Setupwert φi für die Kühlbalken 20 bzw 21 ermittelt und diese an die Steuereinheit 50 überträgt. Dabei ist in dem konkret in FIG 2A dargestellten Walzstich der Vorgabewert für den einlaufseitigen Kühlbalken 20 zu 0 bestimmt, während der Setupwert φi für eine Durchflussrate Φ an Kühlmittel 22 durch den auslaufseitigen Kühlbalken 21 größer 0 ist: mithin wird von dem einlaufseitig gelegenen Kühlbalken 20 (strichliert dargestellt) im Gegensatz zum auslaufseitigen Kühlbalken 21 im dargestellten Walzstich i kein Kühlmittel auf die Unterseite 2' des Bandes 2 abgegeben. Falls der Berechnungseinheit 60 von dem Offlinemodell 100 nur die Bandeinlaufgeschwindigkeit vi,in und die Bandeinlaufdicke di,in bekannt sind, kann die Berechnungseinheit 60 beispielsweise über die Stichabnahme im betreffenden Walzstich i die dazu korrespondierende Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex und Bandauslaufdicke di,ex selbsttätig ermitteln. Der Setupwert φi für den auslaufseitigen Kühlbalken 21 wird dabei mit Hilfe einer Sensitivität σ bestimmt, wobei erfindungsgemäß eine charakteristische Temperatur Tc des Bandes 2 ermittelt worden ist, die eine Maximaltemperatur Tmax übersteigt.
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FIG 2B zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens betreffend eine Onlinesteuerung an einer Reversierwalzanlage 1 gemäß FIG 1; aus Gründen der Übersichtlichkeit sind wiederum nur die wichtigsten Gewerke mit Bezeichnern versehen. Zudem werden folgend nur die Unterschiede zu dem in Fig 2A dargestellten Verfahren beschrieben.
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Wiederum ist auf einer separaten Berechnungseinheit 60 ein Offlinemodell 100 implementiert, welches für zumindest einen Walzstich i (wiederum durch geschwungene Klammern symbolisiert) zweite Setupwerte Σi - wiederum umfassend eine Bandeinlaufgeschwindigkeit vi,in und/oder eine Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex sowie eine Bandeinlaufdicke di,in und/oder eine Bandauslaufdicke di,ex im Walzstich i - für die einzelnen Gewerke der Reversierwalzanlage 1 ermittelt und diese an eine Steuereinheit 50 der Reversierwalzanlage 1 übermittelt. Ebenso ist eine Maximaltemperatur Tmax für die Bänder vorgegeben.
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Im Gegensatz zu FIG 2A wird vorab kein erster Setupwert φi für die Kühlbalken 20 und 21 ermittelt, sondern es wird stattdessen im betrachteten Walzstich i zyklisch in Zeitintervallen Δt jeweils mittels einer Temperaturerfassungseinrichtung 40, 41 eine momentane Auslauftemperatur Ti,ex" des Bandes 2 erfasst und an die Steuereinheit 50 übermittelt: in dem in FIG 2B dargestellten Walzstich i würde die Temperaturerfassungseinrichtung 40 eine einlaufseitige Temperatur des Bandes 2 messen, die jedoch im konkreten Fall nicht weiter verwendet wird, weswegen der entsprechende Verbindungspfeil zur Steuereinheit 50 strichliert dargestellt ist.
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In jedem Zeitintervall Δt wird weiterhin die momentane Auslauftemperatur Ti,ex" mit einer vorgegebenen Maximaltemperatur Tmax verglichen: falls die momentane Auslauftemperatur Ti,ex" größer als die Maximaltemperatur Tmax ist (was für den in FIG 2B dargestellten Fall zutrifft), wird ein Vorgabewert φi für eine Durchflussrate Φ an Kühlmittel 22 durch den auslaufseitig gelegenen Kühlbalken 21 anhand einer Sensitivität σ, die als ein funktionaler Zusammenhang der in dem Band 2 durch den aktivierten Kühlbalken 21 hervorgerufenen Temperaturänderung ΔT mit der am Kühlbalken 21 eingestellten Durchflussrate Φ, der Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex und Bandauslaufdicke di,ex bekannt ist, ermittelt.
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Wiederum kann aus der Bandeinlaufgeschwindigkeit vi,in und der Bandeinlaufdicke di,in beispielsweise über die Stichabnahme im betreffenden Walzstich i die dazu korrespondierende Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex und Bandauslaufdicke di,ex ermittelt werden. Die wiederholte, zyklische Ermittlung des Vorgabewertes φi in jedem Zeitintervall Δt ist in FIG 2B durch ein entsprechendes rundes Pfeilsymbol innerhalb der Steuereinheit 50 angedeutet.
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Anschließend wird von der Steuereinheit 50 die Durchflussrate Φ an Kühlmittel 22 durch den auslaufseitigen Kühlbalken 21 auf den ermittelten Vorgabewert φi eingestellt, während der einlaufseitige Kühlbalken 20 während des gesamten Walzstiches i deaktiviert bleibt und deswegen in FIG 2B strichliert dargestellt ist. Alternativ zu der vom Offlinemodell 100 ermittelte Bandeinlaufgeschwindigkeit vi,in oder Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex kann auch eine momentane Bandauslaufgeschwindigkeit vi,in" oder momentane Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex" für die Ermittlung des Vorgabewertes φi verwendet werden, was in FIG 2B durch in geschwungene Klammern gesetzte Symbole angedeutet ist.
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FIG 3A zeigt ein Ablaufdiagramm für ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens betreffend eine Vorwärtssteuerung. Voraussetzungsgemäß werden vor der Durchführung zumindest eines Walzstiches i zweite Setupwerte Σi von einem Offlinemodell 100 für die einzelnen Gewerke der Reversierwalzanlage 1 - ausgenommen der Kühlbalken 20, 21 - bestimmt. Weiterhin ist voraussetzungsgemäß eine Sensitivität σ bekannt, die die Auswirkung des Kühlbalkens 20, 21 des betrachteten Walzstiches in der Reversierwalzanlage 1 auf eine Temperaturänderung ΔT des darin kaltgewalzten Bandes 2 aufgrund der Wirkung des auslaufseitigen Kühlbalkens 20, 21 beschreibt, bekannt.
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Die Sensitivität σ hängt zumindest von einer auf die Unterseite 2' des Bandes 2 aufgebrachten Durchflussrate Φ an Kühlmittel 22, die zu dem zu ermittelnden Vorgabewert φi für den jeweiligen Kühlbalken 20, 21 korrespondiert, und einer Bandgeschwindigkeit vB - konkret von der Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex, mit der das Band 2 an dem bzw. den betreffenden auslaufseitigen Kühlbalken 20, 21 nach dem Durchgang durch die Gruppe von Walzgerüsten 10, 11 vorbeiläuft, ab. Zusätzlich wird in dem in FIG 3A dargestellten Ausführungsbeispiel eine funktionale Abhängigkeit der Sensitivität von einer Banddicke dB - konkret von der Bandauslaufdicke di,ex, - angenommen, die ebenfalls als bekannt vorausgesetzt wird.
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Für zumindest einen Walzstich i, bevorzugt für alle Walzstiche i werden bei Vorliegen der entsprechenden zweiten Setupwerte Σi (jedoch noch vor dem eigentlichen Walzstich i selber) folgende Schritte durchgeführt:
Zunächst wird für einen betrachteten Walzstich i eine Maximaltemperatur Tmax vorgegeben und es wird ein erster Setupwert φi für eine Durchflussrate Φ an Kühlmittel 22 durch den zumindest einen auslaufseitigen Kühlbalken 20, 21 zunächst auf einen Wert 0 gesetzt: der auslaufseitige Kühlbalken 20, 21 wird somit vorerst als inaktiv angenommen.
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Danach wird eine charakteristische Temperatur Tc des Bandes 2 - z.B. eine Temperatur an der Unterseite 2' oder an der Oberseite 2" des Bandes 2 - auf Basis eines empirischen Modells 110 ermittelt. Anders ausgedrückt wird die Auswirkung auf die Temperatur des Bandes im Walzstich i bei deaktivierten (auslaufseitigen) Kühlbalken auf Basis von empirischen Werten simuliert. In dem Fall, dass die charakteristische Temperatur Tc größer als die Maximaltemperatur Tmax ist, wird der erste Setupwert φi für den auslaufseitigen Kühlbalken 20, 21 im betrachteten Walzstich i anhand der Sensitivität σ derart bestimmt, dass die Sensitivität σ der in dem Band 2 hervorgerufene Temperaturänderung ΔT entspricht, welche im konkreten Ausführungsbeispiel als Differenz aus der charakteristischen Temperatur Tc und der Maximaltemperatur Tmax angenommen wird. Alternativ kann auch ein größerer Wert für die Temperaturänderung ΔT gewählt werden, was eine stärkere Kühlung des Bandes 2 unter die Maximaltemperatur Tmax bewirken würde.
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Der ermittelte erste Setupwert φi für den bzw. die auslaufseitigen Kühlbalken 20, 21 werden zusammen mit den zweiten Setupwerten Σi beispielsweise an eine Anlagensteuerung 50 übermittelt, sobald der Walzstich i durchgeführt wird. Die Übermittlung von Daten ist in FIG 3A durch dünne Pfeile symbolisiert. Das optionale Ausführen des letzten Schrittes in Abhängigkeit von der Überschreitung der Maximaltemperatur Tmax ist in FIG 3A durch entsprechende gestrichelte Pfeile dargestellt.
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Zusammenfassend wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren betreffend eine Vorsteuerung ein auslaufseitiger Kühlbalken 20, 21 nur dann aktiviert (und in der Folge das Band 2 mit Kühlmittel 22 beaufschlagt), wenn ein vorab ermittelter charakteristischer Temperatur Tc die vorgegebene Maximaltemperatur Tmax überschreitet; alle anderen Einstellungen für die Reversierwalzanlage korrespondierend zu den zweiten Setupwerten Σi bleiben unverändert.
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FIG 3B zeigt ein Ablaufdiagramm für ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens betreffend eine Vorwärtssteuerung die anhand eines ein physikalischen Modells 120 eine charakteristische Temperatur Tc ermittelt. Im Folgenden wird nur auf die Unterschiede zu FIG 3A eingegangen.
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Zusätzlich zur Maximaltemperatur Tmax wird eine Anfangstemperatur T0 angenommen, die das Band 2 im betrachteten Walzstich i unmittelbar vor dem Eintritt in die Gruppe von Walzgerüsten 10, 11 aufweist. Danach wird, ausgehend von der angenommenen Anfangstemperatur T0 des Bandes 2, anhand der zweiten Setupwerte Σi eine Temperaturverteilung τ (im Sinne einer räumlichen Temperaturverteilung) des Bandes 2 ermittelt: dies erfolgt wiederum unter der Voraussetzung eines inaktiven auslaufseitigen Kühlbalkens 20, 21 (korrespondierend dazu, dass der erste Setupwert φi zunächst auf den Wert 0 gesetzt wird).
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Im konkreten Ausführungsbeispiel umfasst das physikalische Modell 120 eine Wärmeleitungsgleichung für eine Temperaturverteilung τ des Bandes 2, wobei die Wärmeleitungsgleichung in einem Bereich B gelöst wird, für den geeignete physikalische Randbedingungen für den betrachteten Walzstich i angesetzt werden. Derartigen Randbedingungen werden im Rahmen von FIG 4 näher beschrieben. Aus der Temperaturverteilung τ wird schließlich eine charakteristische Temperatur Tc des Bandes 2 - z.B. eine Temperatur an der Unterseite 2' oder an der Oberseite 2" des Bandes 2 - abgeleitet.
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FIG 3C zeigt ein Ablaufdiagramm für ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens betreffend eine Onlinesteuerung. Wiederum wird im Folgenden wird nur auf die Unterschiede zu FIG 3A eingegangen.
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Die von einem Offlinemodell ermittelter zweiten Setupwerte Σi werden einmal vor Beginn des Walzstichs i an die Steuereinheit 50 übermittelt. Während des Walzstiches i wird zyklisch, d.h. wiederholend in Zeitintervallen Δt mittels einer Temperaturerfassungseinrichtung 40, 41 eine Auslauftemperatur Ti,ex" des Bandes 2 erfasst. Falls die erfasste Auslauftemperatur Ti,ex" die vorgegebene Maximaltemperatur Tmax überschreitet, wird ein erster Setupwert φi für die Durchflussrate Φ an Kühlmittel 22 durch den bzw. die im betrachteten Walzstich i auslaufseitigen Kühlbalken 20, 21 anhand einer vorbekannten Sensitivität σ ermittelt, andernfalls wird der erster Setupwert φi auf den Wert 0 gesetzt. Der derart ermittelte Wert φi wird in jedem Zeitintervall Δt wiederum an die Steuereinheit 50 übermittelt und es erfolgt die erneute Erfassung der Auslauftemperatur Ti,ex" im nachfolgenden Zeitintervall.
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In konkreten Ausführungsbeispiel von FIG 3C wird der erste Setupwert φi anhand der Sensitivität σ derart bestimmt, dass die Sensitivität σ der Temperaturdifferenz aus erfasster Auslauftemperatur Ti,ex" und der vorgegebenen Maximaltemperatur entspricht. Wiederum kann alternativ auch eine größerer Wert für diese Temperaturdifferenz gewählt werden, was eine stärkeren Kühlung des Bandes 2 unter die Maximaltemperatur Tmax bewirken würde. Weiterhin ist im konkreten Ausführungsbeispiel von FIG 3C die Sensitivität σ als funktionaler Zusammenhang zwischen der Durchflussrate Φ an Kühlmittel 22 durch den Kühlbalken 20, 21, einer Bandgeschwindigkeit vB (konkret der Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex) und zusätzlich der Bandauslaufdicke di,ex bekannt.
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Die Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex und die Bandauslaufdicke di,ex sind für den Walzstich i beispielsweise von dem Offlinemodell 100 bestimmt und somit bekannt. Zumindest für die Bandauslaufgeschwindigkeit vi,ex kann jedoch auch ein direkt in dem betreffenden Zeitintervall Δt erfasster Momentanwert vi,ex" als Argumentwert der Sensitivität σ verwendet werden (in FIG 3C durch geschwungene Klammern symbolisiert), was eine besonders genaue Bestimmung des ersten Setupwerts φi erlaubt.
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FIG 4 zeigt einen Ausschnitt einer Reversierwalzanlage 1, auf die das erfindungsgemäßen Verfahren betreffend eine Vorwärtssteuerung anwendbar ist und die nur ein Walzgerüst 10 mit zwei Arbeitswalzen 12, 12' und zwei Stützwalzen 18, 18' umfasst. Aus Übersichtsgründen sind weiterhin nur die aktiven einlaufseitigen Kühl- und Schmierbalken 13, 13', 14, 14' dargestellt, da die entsprechenden auslaufseitigen Kühl- und Schmierbalken wie in FIG 1 voraussetzungsgemäß keinen Kühl- und Schmierstoff abgeben. Speziell werden im Folgenden die Randbedingungen des erfindungsgemäßen Verfahrens betreffend eine Vorwärtssteuerung erläutert, die die charakteristische Temperatur Tc mit Hilfe eines physikalischen Modells 120 ermittelt. Diese Randbedingungen sind jedoch für den Fachmann ohne Weiteres auch auf eine mehrgerüstige Reversierwalzanlage übertragbar.
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Von den einlaufseitigen Kühl- und Schmierbalken 13, 13', 14, 14' wird jeweils Kühl- und Schmierstoff 16 entsprechend zweien Setupwerten Σi auf die Arbeitswalzen 12, 12' bzw. in Richtung des Walzspalts ausgegeben. Der von den oberen Kühl- und Schmierbalken 13, 14 auf die obere Arbeitswalze 12 bzw. in den Walzspalt aufgebrachte Kühl- und Schmierstoff 16 bildet auf der Oberseite 2" des Bandes 2 ein rückgestautes Flüssigkeitsvolumen aus, das in Querrichtung von dem Band 2 abgeleitet wird und sich in Bandlaufrichtung über einen ersten Wirkbereich W erstreckt. Das von dem unteren Kühl- und Schmierbalken 13' in Richtung des Walzspalts abgegebene Kühl- und Schmiermittel kommt mit der Unterseite 2' des Bandes 2 aufgrund der Schwerkraftwirkung nur relativ kurzzeitig in Kontakt und bildet dort einen dritten Wirkbereich W" aus.
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Speziell ist in FIG 4 mittels eines strichlierten Rechtecks der Bereich B angedeutet, in welchem eine Wärmeleitungsgleichung des physikalischen Modells 120 gelöst wird. Der Bereich B umfasst neben einem Längsabschnitt des Bandes 2 zusätzlich jene Bereiche der Arbeitswalzen 12, 12', die beim Lösen der Wärmeleitungsgleichung berücksichtigt werden. Das Band 2 tritt in Bandlaufrichtung 5 von rechts kommend mit einer Bandeinlaufdicke di,in in das Walzgerüst 10 ein und wird in diesem auf eine Bandauslaufdicke di,ex gewalzt. Durch Lösen der Wärmeleitungsgleichung wird eine Temperaturverteilung τ des Bandes 2 in Dickenrichtung dB ermittelt, welches links oben in FIG 4 angedeutet ist.
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Die Wärmeleitungsgleichung umfasst jenen Abschnitt des Bandes 2, der in Bandlaufrichtung 3 vor den einlaufseitigen Kühl- und Schmierbalken 13, 13', 14, 14' beginnt und auslaufseitig hinter dem zweiten Wirkungsbereich W' des auslaufseitigen Kühlbalkens 20 endet, wobei der Kühlbalken 20 für die Lösung der Wärmeleitugsgleichung voraussetzungsgemäß nicht aktiv ist. Zudem umfasst der Bereich B die dick umrandet dargestellten Zonen der oberen und unteren Arbeitswalze 12 und 12', die nur einen ringsegmentförmigen Bereich der Arbeitswalzen 12, 12' umschreiben.
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Beim Eintritt in den Bereich B wird für das Band 2 als Anfangswert und Randbedingung in der Wärmeleitungsgleichung eine konstante Temperatur T0 angenommen, was in Fig 4 auch mit dem Bezeichner 90 dargestellt ist. Jene Oberflächenbereiche des Bandes 2 und der Arbeitswalzen 12, 12', die unmittelbar mit der Umgebungsluft in Kontakt stehen (darunter auch die gesamte auslaufseitige Unterseite 2' des Bandes 2, da der Kühlbalken 20 für die Lösung der Wärmeleitugsgleichung als inaktiv angenommen wird), sind in FIG 4 mit dem Bezeichner 91 gekennzeichnet: für diese Bereiche kann eine jeweilige entsprechende Randbedingung in Form eines Wärmeübergangskoeffizienten α bzw. α' korrespondierend zu einer laminaren bzw. turbulenten Grenzschicht aus Luft als fluidem Medium angesetzt werden. Weiterhin sind die einlaufseitig mit Kühl- und Schmierstoff 16 beaufschlagten Oberflächen der Arbeitswalzen 12, 12' sowie der dritte Wirkbereich W" auf der Unterseite des Bandes in FIG 4 mit dem Bezeichner 92 gekennzeichnet: dort bildet der Kühl- und Schmierstoff 16 lediglich einen dünnen Flüssigkeitsfilm auf der jeweiligen Oberfläche aus, sodass als Randbedingung in der Wärmeleitungsgleichung ein Wärmeübergangskoeffizient α entsprechend einer laminaren Grenzschicht aus Kühl- und Schmierstoff 16 angesetzt werden kann. Gleichermaßen wird für die Kontaktzone zwischen dem rückgestauten Flüssigkeitsvolumen aus Kühl- und Schmierstoff 16 und der oberen Arbeitswalze 12 bzw. der Oberseite 2" des Bandes 2 entlang des ersten Wirkbereichs W (Bezeichner 93) ein Wärmeübergangskoeffizienten α' entsprechend einer turbulenten Grenzschicht aus Kühl- und Schmierstoff 16 angesetzt. Wärmeübergangskoeffizienten α, α' für derartige Konfigurationen sind beispielsweise aus den Formeln (81) bis (83) des vorgenannten Buches von F. Hell (Grundlagen der Wärmeübertragung) bekannt.
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Für die Kontaktflächen zwischen den Arbeitswalzen 12, 12' und dem Band 2 wird (neben Quelltermen aufgrund von Reibung) die Konstanz der Wärmeströme zwischen den Arbeitswalzen 12, 12' und dem Band 2 angenommen, was in FIG 4 mit dem Bezeichner 95 gekennzeichnet ist. Weiterhin wird als Randbedingung für den innenliegenden - hypothetischen - Rand der Arbeitswalzen 12, 12' eine konstante Temperatur TW angesetzt: dies entspricht einer realistischen Näherung, weil die Temperatur TW der mittleren Betriebstemperatur einer Arbeitswalze beim Walzen in der Reversierwalzanlage entspricht und in guter Näherung einige Minuten nach einem Walzenwechsel unmittelbar nach einem Walzvorgang durch Messung der Oberflächentemperatur der betreffenden Arbeitswalze ermittelt werden kann.
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Schließlich wird für die radial verlaufenden Abschnitte der ringsegmentförmigen Bereiche der Arbeitswalzen 12, 12' sowie für die aus dem Bereich B austretende Grenzfläche des Bandes 2 als Randbedingung jeweils eine thermische Isolierung angesetzt (in FIG 4 mit 94 bezeichnet). Durch die beschriebenen Anfangswert- und Randbedingungen 90 bis 95 ist die Wärmeleitungsgleichung eindeutig bestimmt und es kann in dem Bereich B eine Temperaturverteilung τ des Bandes, insbesondere in Richtung der Banddicke dB, ermittelt werden.
Bezugszeichenliste
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- 1
- Reversierwalzanlage
- 2
- Band
- 2', 2"
- Unterseite, Oberseite
- 3
- Band
- 4
- Passlinie
- 5
- Bandlaufrichtung
- 10, 11
- Walzgerüst
- 12, 12'
- Arbeitswalze
- 13, 13'
- Kühl- und Schmierbalken
- 14, 14'
- Kühl- und Schmierbalken
- 16
- Kühl- und Schmierstoff
- 18, 18'
- Stützwalze
- 20, 21
- Kühlbalken
- 22
- Kühlmittel
- 30, 31, 32
- Haspelvorrichtung
- 35
- Umlenkrolle
- 40, 41
- Temperaturerfassungseinrichtung
- 50
- Steuereinheit
- 51
- Datenleitungen
- 60
- Berechnungseinheit
- 90,...,95
- Randbedingung
- 100
- Offlinemodell
- 110
- empirisches Modell
- 120
- physikalisches Modell
- a
- Abstand
- B
- Bereich
- i, i'
- Walzstich
- dB
- Banddicke
- di,in
- Bandeinlaufdicke
- di,ex
- Bandauslaufdicke
- T0
- Anfangstemperatur
- Tc
- charakteristische Temperatur
- Ti,ex"
- momentane Auslauftemperatur
- Tmax
- Maximaltemperatur
- TW
- Walzentemperatur innen
- vB
- Bandgeschwindigkeit
- vB"
- momentane Bandgeschwindigkeit
- vi,in
- Bandeinlaufgeschwindigkeit
- vi,in"
- momentane Bandeinlaufgeschwindigkeit
- vi,ex
- Bandauslaufgeschwindigkeit
- vi,ex"
- momentane Bandauslaufgeschwindigkeit
- W, W', W"
- Wirkbereich
- α, α'
- Wärmeübergangskoeffizient
- Δt
- Zeitintervall
- ΔT
- Temperaturänderung
- Φ
- Durchflussrate
- φi
- erster Setupwert, Vorgabewert Durchflussrate
- σ
- Sensitivität
- Σi
- zweite Setupwerte
- τ
- Temperaturverteilung