Brennstoffzellenstapel sowie Brennstoffzellensystem mit einem Brennstoffzellenstapel
Die Erfindung betrifft einen Brennstoffzellenstapel mit einer Vielzahl von Einzelzellen, mit einem gemeinsamen Kathodenbereich und einem gemeinsamen Anodenbereich sowie ein Brennstoffzellensystem mit einem Brennstoffzellenstapel. Die Erfindung betrifft insbesondere einen Brennstoffzellenstapel mit einer Vielzahl von Einzelzellen, wobei die Einzelzellen einen gemeinsamen Kathodenbereich und einen von dem gemeinsamen Kathodenbereich getrennten gemeinsamen Anodenbereich aufweisen, sowie ein Brennstoffzellensystem mit einem Brennstoffzellenstapel.
Brennstoffzellenstapel aus einer Vielzahl von Einzelzellen sind soweit aus dem Stand der Technik bekannt. Typischerweise werden die Einzelzellen zwischen zwei Endplatten verspannt und es bildet sich ein gemeinsamer Kathodenbereich und ein gemeinsamer Anodenbereich für alle Einzelzellen des Brennstoffzellenstapels aus. Ein Zu- und Abströmbereich hierfür zieht sich typischerweise über die gesamte Länge des Stapels in Stapelrichtung und wird durch in den Einzelzellen ausgebildete Durchbrüche gebildet, welche alle Zellen des Brennstoffzellenstapels bezüglich der Durchströmung mit den gasförmigen Edukten parallel zueinander verschalten.
In der Praxis ist es nun so, dass derartige Brennstoffzellenstapel in Brennstoffzellensystemen eingesetzt werden. Bei der Ausbildung der Brennstoffzellenstapel mit Einzelzellen in PEM-Technologie, also mit einer protonenleitenden Membran bzw. Polymerelektrolytmembran, ist es dann so, dass bei einem Start des Brennstoffzellensystems die in dem Brennstoffzellensystem befindlichen Gase durch den Brennstoffzellenstapel gespült werden, wenn frisches Gas für den Start zudosiert wird. Insbesondere für den Anodenbereich ist dies kritisch. Hat sich der in dem Anodenbereich befindliche Wasserstoff nach dem Ende des Betriebs des
Brennstoffzellenstapels verflüchtigt oder ist in der Brennstoffzelle durch nachströmenden
Luftsauerstoff aufgebraucht worden, befindet sich meist Luft im Anodenbereich. Wird nun Wasserstoff hinzudosiert, strömt eine Luft/Wasserstofffront parallel über alle Einzelzellen des Brennstoffzellenstapels. Dies führt zusammen mit Luft im Kathodenbereich zu einer kritischen Potentialdifferenz an dieser Front, welche den Katalysator der Brennstoffzelle schädigt. Die Lebensdauer wird durch einen solchen auch als Luft/Luft-Start bezeichneten Start des Brennstoffzellenstapels nachteilig beeinflusst.
Um dem entgegenzuwirken kann nun beispielsweise im Anodenbereich Wasserstoff vorgehalten werden, welcher idealerweise während der gesamten Stillstandszeit des Brennstoffzellenstapels nicht aufgebraucht wird. Einer der Mechanismen hierfür ist es, das Nachströmen von Luft in den Kathodenbereich zu verhindern. In Brennstoffzellensystemen, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt sind, ist es dabei so, dass hier häufig Ventileinrichtungen zum Einsatz kommen, um im Stillstand des Brennstoffzellensystems den Kathodenbereich des Brennstoffzellenstapels abzusperren. Diese auch als Cathode Blocking Valve bezeichneten Bauteile sind häufig große Ventile oder Klappen, welche in der Peripherie des Brennstoffzellenstapels eingesetzt werden. Sie sind schwer, störungsanfällig, anfällig bezüglich der Dichtheit und, zumindest bei ausreichend dichtem Aufbau, relativ kostenintensiv. Darüber hinaus ist es so, dass sie zusammen mit ihrer Steuerungselektronik und einem Aktuator zur Ansteuerung des Ventils relativ viel Bauraum benötigen.
Die Aufgabe der hier vorliegenden Erfindung besteht nun darin, einen Brennstoffzellenstapel gemäß der im Oberbegriff von Anspruch 1 genannten Art weiter zu verbessern, um eine hohe Lebensdauer zu ermöglichen, und ein verbessertes Brennstoffzellensystem mit einem solchen Brennstoffzellenstapel bereitzustellen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Brennstoffzellenstapel mit den Merkmalen im Anspruch 1, und hier insbesondere im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 , sowie durch ein Brennstoffzellensystem mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den hiervon abhängigen Unteransprüchen.
Bei dem erfindungsgemäßen Brennstoffzellenstapel ist es vorgesehen, dass dieser wenigstens eine Ventileinrichtung zum Versperren des Strömungswegs, insbesondere des Strömungswegs von Kathodengas, welches vorzugsweise Luft enthält, in und/oder
aus dem Kathodenbereich, insbesondere in den Kathodenbereich hinein und/oder aus dem Kathodenbereich heraus, integriert aufweist. Diese Integration einer Ventileinrichtung in das Innere des Brennstoffzellenstapels ermöglicht die Einsparung derartiger Ventileinrichtungen im Bereich des Brennstoffzellensystems, insbesondere außerhalb des Brennstoffzellenstapels, was entscheidend zu einer Einsparung von Bauraum, insbesondere für das Brennstoffzellensystem beiträgt. Dabei kann eine einzige Ventileinrichtung den Strömungsweg durch den Kathodenbereich bereits entsprechend blockieren, sodass keine Durchströmung des Kathodenbereichs mehr möglich ist. Bereits dies sorgt für einen sehr positiven Effekt, da so Luft nur noch durch Konvektionsvorgänge von der einen und der anderen Seite des Ventils, insbesondere der Ventileinrichtung, aus in dem Kathodenbereich ausgetauscht werden kann.
Gemäß einer außerordentlich günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellenstapels ist es dabei so, dass die wenigstens eine Ventileinrichtung in wenigstens eine Endplatte integriert ausgeführt ist. Wie oben bereits ausgeführt, werden die Einzelzellen eines Brennstoffzellenstapels häufig zwischen zwei Endplatten miteinander verspannt. Im Bereich dieser Endplatten, welche eine größere Dicke als die jeweiligen Einzelzellen des Brennstoffzellenstapels aufweisen, ist dann typischerweise ausreichend Bauraum vorhanden, um eine Ventileinrichtung in der beschriebenen Art und Weise integrieren zu können. Sie kann beispielsweise in einen Zuluftanschluss und/oder einen Abluftanschluss integriert werden, insbesondere indem sie von der Anschlussseite einer Zuluftleitung und/oder Abluftleitung an den Brennstoffzellenstapel aus in die Endplatte eingeschraubt wird.
Die wenigstens eine Ventileinrichtung kann dabei als im Normalfall geschlossene Ventileinrichtung ausgebildet sein. Eine solche im Normalfall geschlossene Ventileinrichtung stellt ein Abdichten des Strömungswegs durch den Kathodenbereich des Brennstoffzellenstapels ohne aktive Betätigung und ohne dauerhaften Energiebedarf sicher. Die aktive Betätigung zum Öffnen kann beispielsweise durch elektromagnetische Kräfte erfolgen, sodass die Ventileinrichtungen also bewusst geschaltet werden müssen.
Alternativ dazu wäre es auch denkbar, gegen Federdruck und/oder gegen magnetische, insbesondere permanentmagnetische, Kräfte bei einem eingesetzten Permanentmagneten in Kombination mit einem magnetisierbaren Ventilkörper und/oder
Ventilsitz Magnetkräfte bereitzustellen, um den Aufbau frei von der Notwendigkeit einer Ansteuerung auszubilden.
Insbesondere die Magnetkräfte haben dabei einen ganz entscheidenden Vorteil, da durch diese eine passive, magnetisch degressive Ventileinrichtung gebildet werden kann bzw. ist. Magnetisch degressiv bedeutet, dass die Ventileinrichtung im Normalfall durch Magnete geschlossen gehalten wird, wobei die Kraft, mit der sie geschlossen gehalten wird, groß ist, und die Kraft, die es nach der Öffnung wieder schließen will und auch als Schließkraft bezeichnet wird, mit zunehmender Öffnung abnimmt, im Unterschied zu federbelasteten Ventilen, bei denen die Schließkraft mit zunehmender Öffnung zunimmt.
Insbesondere wird im Normalfall ohne eine Anströmung gegen den Ventilsitz mit entsprechendem Druck und/oder entsprechender Strömungsgeschwindigkeit der Ventilkörper in dem Ventilsitz gehalten. In diesem Zustand des Nicht-Betriebs ist der Aufbau dann dicht und kann insbesondere über eine oder mehrere Dichtungen bzw. ein oder mehrere Dichtelemente verfügen, welche vorzugsweise im Windschatten des Ventilkörpers angeordnet ist bzw. sind und einerseits für eine gute Abdichtung und im Falle der Durchströmung nicht für unnötige Druckverluste sorgen.
Hierbei ist im Falle der Verwendung einer passiven, magnetisch degressiven Ventileinrichtung die von der Ventileinrichtung bewirkte Absperrfunktion zum Versperren des Strömungswegs besonders ausgeprägt, da der Ventilkörper der Ventileinrichtung durch die von einem oder mehreren (Permanent-)Magneten in Kombination mit einem oder mehreren anderen (Permanent-)Magneten und/oder magnetisierbaren Bereichen des Ventilkörpers und/oder magnetisierbaren Bereichen des Ventilsitzes besonders stabil und dichtend im Ventilsitz gehalten wird. Dadurch kann die Anzahl schädlicher, die Degradation des Brennstoffzellenstapels fördernder Luft/Luft-Starts reduziert und die Wasserstoffschutzzeit (engl.: „hydrogen protection time“) verlängert werden.
Wrd nun der Kathodenbereich aktiv von Luft bzw. Kathodengas angeströmt, welche über die Zuluftleitung und eine Luftversorgungseinrichtung, wie beispielsweise einen oder mehrere Strömungsverdichter, Kompressoren oder dergleichen, zugeführt wird, dann sorgen der Druck und die Strömungsgeschwindigkeit der zugeführten Luft dafür, dass sich der Ventilkörper entgegen der Federkraft und/oder besonders bevorzugt entgegen der Magnetkraft von dem Ventilsitz abhebt und die entsprechende Ventileinrichtung damit
selbsttätig bei eingeschalteter Luftversorgung die Durchströmung des Kathodenbereichs freigibt. Insbesondere Magnetkräfte eines Permanentmagneten, welcher im Ventilsitz oder beabstandet von dem Ventilsitz angeordnet ist oder sein kann, in Kombination mit einem magnetisierbaren Ventilkörper können dann dafür sorgen, dass bei verschiedenen Strömungsvolumen eine zuverlässige Durchströmung der Ventileinrichtung möglich wird. Der gesamte Aufbau ist leicht, robust und erlaubt durch den Einsatz von Magneten und den bei diesen typischen degressiven Kraft-Wegverhalten eine störungsfreie Durchströmung sowohl bei minimalem Strömungsvolumen, welches gerade so ausreicht, um die Ventileinrichtung zu öffnen, als auch bei maximalem Strömungsvolumen. Durch die für diese Durchströmungsfälle ideale progressive Kraft-Wegkennlinie von Magneten kommt es in beiden Fällen zu einer Durchströmung ohne einen permanenten Wechsel zwischen einem Öffnen und Schließen des Ventils bzw. der Ventileinrichtung, sodass also Druckpulsationen in den Kathodenbereich zuverlässig verhindert werden können, und das Ventil oder die Ventile bzw. die Ventileinrichtung bzw. die Ventileinrichtungen effizient und geräuscharm arbeiten kann bzw. können. Dies wird auch als „chatterfreier“ Betrieb bezeichnet.
Des Weiteren kann durch die Verwendung zumindest einer passiven, magnetisch degressiven Ventileinrichtung der benötigte Bauraum weiter reduziert werden, da für diese kein zusätzlicher Bauraum für eine Verkabelung und/oder eine Steuerung erforderlich ist.
Der Ventilkörper selbst kann vorzugsweise als weichmagnetisches Teil, insbesondere als weichmagnetisches Drehteil ausgebildet sein oder ein weichmagnetisches, insbesondere magnetisierbares Material und/oder einen Permanentmagneten enthalten und vorzugsweise mit einer strömungsoptimierten Formgebung ausgestaltet sein.
Gemäß einer außerordentlich günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellenstapels weist der Ventilkörper ein einem Eingang der wenigstens einen Ventileinrichtung zugewandtes Ende auf, welches eine, in einer Ausführung ringförmige, Vertiefung bzw. Wanne aufweist, wobei in einer Ausführung das Ende des Ventilkörpers bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nach oben weist.
Hierdurch kann in einer Ausführung eventuell aus dem Kathodenbereich austretende Flüssigkeit, wie etwa Wasser, mittels der Vertiefung bzw. Wanne aufgefangen werden.
Gemäß einer außerordentlich günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellenstapels weist die wenigstens eine Ventileinrichtung eine Führungseinrichtung mit einer oder mehreren Führungsflächen auf, die dazu eingerichtet ist bzw. sind, eine Öffnungs- bzw. Schließbewegung des Ventilkörpers zu führen, wobei die Führungseinrichtung einen zylinderförmigen Abschnitt aufweist, der Ventilkörper zumindest einen Vorsprung aufweist, der sich in Richtung eines Ausgangs der wenigstens einen Ventileinrichtung erstreckt, wobei in einer Ausführung ein zentraler Vorsprung des zumindest einen Vorsprungs sich in einen durch den zylinderförmigen Abschnitt der Führungseinrichtung gebildeten Hohlraum erstreckt und/oder ein Vorsprung des zumindest einen Vorsprungs ein dem Eingang der wenigstens einen Ventileinrichtung zugewandtes Ende des zylinderförmigen Abschnitts der Führungseinrichtung umgibt.
Hierdurch kann in einer Ausführung zuverlässig verhindert werden, dass die Bewegung des Ventilkörper beispielsweise durch Verkanten eingeschränkt und/oder blockiert wird.
Gemäß einer außerordentlich günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellenstapels ist ein dem Eingang der wenigstens einen Ventileinrichtung abgewandtes Ende des zylinderförmigen Abschnitts der Führungseinrichtung geschlossen oder weist einen Durchgang auf.
Hierdurch kann in einer Ausführung, in der der zylinderförmige Abschnitt der Führungseinrichtung den Durchgang aufweist, eine eventuell vorhandene Flüssigkeit, wie etwa Wasser, durch den Durchgang hindurch und anschließend durch den Ventilausgang hindurch aus der Ventileinrichtung abfließen.
Gemäß einer außerordentlich günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellenstapels weist die wenigstens eine Ventileinrichtung einen feststehenden, in einer Ausführung an der Führungseinrichtung montierten, Magneten, und einen an dem Ventilkörper montierten, zusammen mit dem Ventilkörper beweglichen Magneten auf, wobei eine Magnetkraft zwischen dem feststehenden Magneten und dem zusammen mit dem Ventilkörper beweglichen Magneten bewirkt, dass sich der feststehende Magnet und der zusammen mit dem Ventilkörper bewegliche Magnet gegenseitig anziehen.
Hierdurch kann in einer Ausführung vorteilhaft erreicht werden, dass die Schließkraft mit zunehmender Öffnung des Kathodenabsperrventils weiter abnimmt.
In den Bereichen, in welchen der Ventilkörper im späteren Betrieb an dem Ventilsitz anliegt oder nur geringe Strömungsquerschnitte zwischen dem Ventilkörper und dem umgebenden Material freigegeben werden, können hydrophobe Oberflächen vorgesehen sein. Diese hydrophoben Oberflächen können beispielsweise durch eine geeignete Oberflächenbearbeitung oder Beschichtung realisiert werden. Sie können vorzugsweise ergänzend mit hydrophilen Oberflächen in der Ventileinrichtung vorgesehen werden, um so die Ansammlung von Wasser in den für die Betätigung der Ventileinrichtung wichtigen Bereichen zu verhindern und gleichzeitig Bereiche zu schaffen, in welchen Wasseransammlungen unkritisch stattfinden können. Damit wird es möglich, dass in dem Kathodenbereich des Brennstoffzellenstapels, und hier insbesondere im Bereich des abströmenden Mediums, nicht zu verhindernde Wasseransammlungen gezielt in Positionen geleitet werden, in welchen sie unkritisch sind, auch wenn das Wasser dort gegebenenfalls einfriert.
Hierbei kann die die wenigstens eine Ventileinrichtung insbesondere Bereiche mit hydrophober Oberfläche aufweisen, wobei in einer Ausführung eine Oberfläche des Ventilsitzes und/oder eines in einem Bereich des Ventilsitzes angeordneten Dichtelements und/oder eine Oberfläche des Ventilkörpers hydrophob ausgebildet ist, wobei die Oberfläche des Ventilsitzes und/oder des Dichtelements der Oberfläche des Ventilkörpers zugewandt sind, und/oder wobei die Führungsfläche der Führungseinrichtung und/oder eine dem Eingang des Ventileinrichtung zugewandte Stirnseite der Führungseinrichtung und/oder der Führungseinrichtung zugewandte Oberflächenabschnitte des Ventilkörpers hydrophob ausgebildet sind.
Hierdurch kann in einer Ausführung die Ansammlung von Flüssigkeit, insbesondere Wasser, an den Bereichen mit hydrophober Oberfläche vorteilhaft zumindest weitgehend verhindert werden.
Weiterhin kann hierbei die wenigstens eine Ventileinrichtung insbesondere Bereiche mit hydrophiler Oberfläche aufweisen, wobei in einer Ausführung eine Oberfläche der Vertiefung und/oder eine in Richtung des Ausgangs der Ventileinrichtung weisende Oberfläche einer Hinterschneidung, welche seitlich des Ventilkörpers in einem Abschnitt
des Brennstoffzellenstapels, in dem die Ventileinrichtung integriert ist, vorgesehen ist, hydrophil ausgebildet ist.
Hierdurch kann in einer Ausführung erreicht werden, dass an diesen Bereichen mit hydrophiler Oberfläche eine gegebenenfalls in dem Kathodengas enthaltene Flüssigkeit, wie etwa Wasser, angesammelt und somit dem Rest des Brennstoffzellenstapels bzw. - systems zumindest zeitweise entzogen wird. Selbst wenn sich durch diese Ansammlung des Wassers aufgrund niedriger Temperaturen an diesen Bereichen Eis bilden sollte, hat dies keinen oder nur einen geringen Einfluss auf den Betrieb der Ventileinrichtung, da hierdurch insbesondere die Beweglichkeit des Ventilkörpers nicht eingeschränkt wird, wie es etwa durch Festfrieren des Ventilkörpers an dem Ventilsitz bzw. dem Dichtelement geschehen könnte.
Gemäß einer außerordentlich günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellenstapels kann es vorgesehen sein, dass jeweils eine Ventileinrichtung zustromseitig und abstromseitig des Kathodenbereichs ausgebildet ist. In dieser besonders günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellenstapels weist dieser also zwei getrennte Ventileinrichtungen auf, welche den Brennstoffzellenstapel zustromseitig und abstromseitig für den Fall des Nicht-Betriebs absperren können, um so sicher und zuverlässig das Nachströmen von Luft, sei es durch Konvektionseffekte, Wndeffekte oder dergleichen zu verhindern.
Gemäß einer weiteren sehr günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellenstapels kann es dabei ferner vorgesehen sein, dass die beiden Ventileinrichtungen als Gleichteile ausgeführt sind. Die beiden Ventileinrichtungen können also dementsprechend als Gleichteile ausgeführt werden, was sie bezogen auf den Gesamtaufbau kostengünstiger macht, da jeder der Ventileinrichtungen in einer höheren Stückzahl hergestellt wird, was zu Skalierungseffekten führt. Sie werden dann innerhalb des Brennstoffzellenstapels mit umgekehrter Einbaulage verbaut, sodass sie eingangsseitig und ausgangsseitig in derselben Richtung durchströmt werden
Das erfindungsgemäße Brennstoffzellensystem weist einen vorstehend beschriebenen Brennstoffzellenstapel auf, wobei der Brennstoffzellenstapel eine stromabwärts eines Ausgangs des Kathodenbereichs angeordnete und in den Brennstoffzellenstapel integrierte Ventileinrichtung, welche in einer Ausführung als eine passive, magnetisch
degressive Ventileinrichtung ausgebildet ist, aufweist, und das Brennstoffzellensystem ferner ein stromaufwärts eines Eingangs des Kathodenbereichs angeordnetes (aktives) Mehrwege-Ventil, und eine Gasstrahlpumpe mit zumindest einem Saugeingang und einem Antriebseingang aufweist, wobei ein Eingang des Mehrwege-Ventils mit einer Zuluftleitung des Kathodenbereichs, ein erster Ausgang des Mehrwege-Ventils mit dem Eingang des Kathodenbereichs, und ein zweiter Ausgang des Mehrwege-Ventils mit dem Antriebseingang der Gasstrahlpumpe verbunden ist, ein Saugeingang des zumindest einen Saugeingangs der Gasstrahlpumpe mit einem Ausgang des Kathodenbereichs, in einer Ausführung stromaufwärts der Ventileinrichtung, schaltbar, in einer Ausführung mittels eines Kathodenabsaugventils, verbunden ist und/oder ein anderer Saugeingang des zumindest einen Saugeingangs der Gasstrahlpumpe mit einem Ausgang des Anodenbereichs, in einer Ausführung über eine mit dem Ausgang des Anodenbereichs verbundene Rezirkulationsleitung, schaltbar, in einer Ausführung mittels eines Purge- /Drainventils, verbunden ist.
Hierdurch lassen sich gegebenenfalls vorhandene Flüssigkeiten wie etwa Wasser, durch bzw. nach Verdampfung bei niedrigem Druck, sowie Gase wie etwa Luft selbst bei niedrigen Temperaturen aus dem Volumen des Anodenbereichs ebenso absaugen wie aus dem Volumen des Kathodenbereichs. Im Idealfall erfolgt die Absaugung dabei relativ gleichmäßig, um zu hohe Druckdifferenzen zwischen dem Kathodenbereich und dem Anodenbereich zu vermeiden und damit die Membranen zu schonen.
Hierbei nimmt man den Nachteil, dass für die Ansteuerung des aktiven Mehrwege-Ventils eine Verkabelung notwendig ist, in Kauf, für den Vorteil, den Brennstoffzellenstapel unter Unterdrück setzen zu können, was mit zwei passiven Ventileinrichtungen an der Eingangs- und Ausgangsseite des Kathodenbereichs nicht möglich wäre, weil eines davon immer aufgedrückt werden würde.
Gemäß einer weiteren sehr günstigen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellensystem ist der zweite Ausgang des Mehrwege-Ventils über eine Kathodenbypassleitung, in welcher die Gasstrahlpumpe angeordnet ist, mit einer Abluftleitung des Kathodenbereichs verbunden.
Gemäß einer weiteren sehr günstigen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellensystem ist das Mehrwege-Ventil in eine Komponente des Brennstoffzellensystems integriert.
Hierdurch kann in einer Ausführung der für das Brennstoffzellensystem benötigte Bauraum reduziert werden.
Gemäß einer weiteren sehr günstigen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Brennstoffzellensystem weist dieses ferner einen Gas/Gas-Befeuchter als die Komponente, welcher stromaufwärts des Eingangs des Kathodenbereichs angeordnet ist, und eine Gas/Gas-Befeuchter-Bypassleitung, welche stromaufwärts des Gas/Gas- Befeuchters mit der Zuluftleitung verbunden ist, und stromaufwärts des Gas/Gas- Befeuchters mit einer Abluftleitung des Kathodenbereichs verbunden ist, auf, wobei das Mehrwege-Ventil in den Gas/Gas-Befeuchter, in einer Ausführung mit einer Befeuchterbypassklappe des Gas/Gas-Befeuchters, integriert ist und/oder die Gasstrahlpumpe derart in der Gas/Gas-Befeuchter-Bypassleitung angeordnet ist, dass der zweite Ausgang des Mehrwege-Ventils mit dem Antriebseingang der Gasstrahlpumpe verbunden ist.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Brennstoffzellenstapels gemäß der Erfindung ergeben sich auch aus dem Ausführungsbeispiel, welches nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren näher dargestellt ist.
Dabei zeigen:
Fig. 1 ein Brennstoffzellensystem in einer Ausführung gemäß dem Stand der Technik,
Fig. 2 einen Brennstoffzellenstapel in einer möglichen Ausführungsform gemäß der Erfindung,
Fig. 3 eine Ventileinrichtung für einen Brennstoffzellenstapel in einer möglichen Ausführungsform gemäß der Erfindung,
Fig. 4 eine Draufsicht auf einen Teil der in Fig. 3 gezeigten Ventileinrichtung in Richtung einer Strömungsrichtung,
Fig. 5 ein Diagramm, welches die Abhängigkeit einer Schließkraft der Ventileinrichtung von einem Öffnungsgrad der Ventileinrichtung veranschaulicht, und
Fig. 6 eine schematische Ansicht eines Teils eines Brennstoffzellensystems in einer möglichen Ausführungsform gemäß der Erfindung.
In der Darstellung der Figur 1 ist stark schematisiert angedeutet ein Brennstoffzellensystem 1 zu erkennen, wie es beispielsweise zur Bereitstellung von elektrischer Antriebsleistung in einem Fahrzeug 2 vorgesehen sein kann. Den Kem dieses Brennstoffzellensystems 1 bildet dabei ein Brennstoffzellenstapel 3, welcher häufig auch als Brennstoffzelle oder Brennstoffzellenstack bezeichnet wird. Er besteht typischerweise aus einer Vielzahl von aufgestapelten Einzelzellen 24 (vgl. Figur 2). Rein beispielhaft ist hier ein gemeinsamer Anodenraum 4 bzw. Anodenbereich 4 und ein gemeinsamer Kathodenraum 5 bzw. Kathodenbereich 5 angedeutet, welche über eine protonenleitende Membran 6 getrennt sind. Der Brennstoffzellenstapel 3 ist also ein PEM- Brennstoffzellenstack.
Dem Anodenraum 4 wird Wasserstoff aus einer Wasserstoffquelle 7, beispielsweise einem Druckgasspeicher oder einem Cryospeicher, zugeführt. Über eine Druckregel- und Dosiereinheit 8 gelangt dieser Wasserstoff in den Anodenraum 4 der jeweiligen Einzelzellen. Über eine Rezirkulationsleitung 9 mit einer Rezirkulationsfördereinrichtung 10, hier rein beispielhaft einem Rezirkulationsgebläse, kann nicht verbrauchter Wasserstoff zurückgeführt werden. Von Zeit zu Zeit kann Wasser und der Wasserstoff aus einem Wasserabscheider 11 abgelassen und über ein Purge- und Drainventil 12 abgeführt werden.
Dem Kathodenbereich 5 des Brennstoffzellensystems 1 wird über eine Zuluftleitung 13 Luft als Sauerstofflieferant zugeführt. Die Abluft gelangt über eine Abluftleitung 14 aus dem Brennstoffzellensystem 1. Zum Fördern der benötigten Luft ist hier ein Strömungsverdichter 15 angeordnet. Die nach dem Strömungsverdichter 15 heiße und trockene Luft gelangt über einen Gas/Gas-Befeuchter 16 sowie gegebenenfalls über einen hier nicht dargestellten Ladeluftkühler in den Kathodenbereich 5. Die feuchte Abluft aus dem Kathodenbereich 5 gelangt über die Abluftleitung 14 wiederum durch den Gas/Gas-Befeuchter 16, in dessen Bereich sie Feuchtigkeit an die trockene und heiße Zuluft abgibt und strömt dann in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel über eine Abluftturbine 19 in die Umgebung. Die Abluftturbine 19 und der Strömungsverdichter 15 sind über eine gemeinsame Welle 17 sowie eine elektrische Maschine 18 miteinander verbunden, um so im Bereich der Abluftturbine 19 anfallende Energie zur Unterstützung
des Antriebs der Luftfördereinrichtung 15, und für den Fall, dass diese keine Antriebsleistung benötigt, zum generatorischen Antrieb der elektrischen Maschine 18 zu nutzen.
Das Brennstoffzellensystem 1 gemäß dem Stand der Technik weist nun in der Zuluftleitung 13 ebenso wie in der Abluftleitung 14, hier rein beispielhaft zwischen dem Gas/Gas-Befeuchter und dem Brennstoffzellenstapel 3, zwei Kathodenabsperrventile 20, 21 auf. Diese Kathodenabsperrventile 20, 21 sind typischerweise als aktiv angesteuerte Klappen ausgebildet, welche innerhalb des Brennstoffzellensystems 1 vergleichsweise viel Bauraum benötigen und entsprechend teuer und aufwändig hinsichtlich der Montage und der Ansteuerung sind.
Dennoch ist der Effekt solcher Kathodenabsperrventile 20, 21 auf die Lebensdauer des Brennstoffzellenstapels 3 positiv, da sie das Nachströmen von frischer Luft in den Kathodenbereich 5 verhindern können, was letztlich dazu führt, dass dort im Idealfall nach einem längeren Stillstand des Brennstoffzellensystems 1 nur noch Stickstoff vorliegt und kein Wasserstoff aus dem Anodenbereich 4 über den Brennstoffzellenstapel 3 im Stillstand mehr verbraucht wird. Bei einem Wiederstart des Brennstoffzellensystems 1 bzw. des Brennstoffzellenstapels 3 lässt sich so ein für die Lebensdauer des Brennstoffzellenstapels 3 kritischer Luft/Luft-Start verhindern.
In der Darstellung der Figur 2 ist nun eine schematische Darstellung des Brennstoffzellenstapels 3 in einer möglichen Ausführungsvariante gemäß der Erfindung zu erkennen. Zwischen zwei Endplatten 22, 23 sind dabei eine Vielzahl von Einzelzellen 24 verspannt, von welchen nur einige mit einem Bezugszeichen versehen sind, und welche jeweils einen Kathodenbereich 5 bzw. Kathodenraum 5 und einen Anodenbereich 4 bzw. Anodenraum 4 sowie die Membran 6 aufweisen. Über Durchbrüche in den Einzelzellen 24 sind die einzelnen Anodenbereiche 4 und Kathodenbereiche 5 ebenso wie ein Kühlmedienströmungsbereich, welcher einen Kühlwärmetauscher innerhalb des Brennstoffzellenstapels 3 ausbildet, miteinander verbunden. Über eine Wasserstoffzuleitung 25 wird im Anodenbereich 4 Wasserstoff im Bereich der ersten Endplatte 22 zugeführt und strömt im Bereich der anderen Endplatte 23 in die Rezirkulationsleitung 9 ab. Ferner ist in der Darstellung der Figur 2 eine Kühlmedienzufuhr 26 im Bereich der ersten Endplatte 22 und eine Kühlmedienabfuhr 27 im Bereich der anderen Endplatte 23 zu erkennen.
Die Zuluftleitung 13 ist an die erste Endplatte 22 und die Abluftleitung 14 an die zweite Endplatte 23 angeschlossen. Anstelle von Kathodenabsperrventilen 20, 21 im Bereich des Brennstoffzellensystems 1 sind diese nun in den Brennstoffzellenstapel 3 integriert, vorzugsweise so, wie es hier schematisch angedeutet ist, in die jeweilige Endplatte 22, 23. Die Endplatte 22 trägt also das zuluftseitige Kathodenabsperrventil 20, welches eine Ventileinrichtung im Sinne dieser Anmeldung ist, integriert in sich, die andere Endplatte 23 das abluftseitige Kathodenabsperrventil 21, welches ebenfalls eine Ventileinrichtung im Sinne dieser Anmeldung ist. Idealerweise sind die in die jeweiligen Endplatten 22, 23 des Brennstoffzellenstapels 3 integrierten Kathodenabsperrventile 22, 21 passiv ausgebildet, sind also im Normalfall geschlossen und werden durch die anströmende Zuluft bzw. die anströmende Abluft entsprechend aufgedrückt, sodass sie einfach, effizient und bei minimalem Bedarf an Bauraum innerhalb des Brennstoffzellensystems 1 umgesetzt werden können.
In der Darstellung in Figur 3 ist nun eine schematische Darstellung eines in einen Abschnitt des in Figur 2 gezeigten Brennstoffzellenstapels 3 integrierten Kathodenabsperrventils 20, 21 in einer möglichen Ausführungsvariante gemäß der Erfindung zu erkennen.
Das Kathodenabsperrventil 20, 21 bzw. die Ventileinrichtung 20, 21 weist einen Ventilkörper 101 auf, welcher in einem Hohlraum eines Abschnitts des Brennstoffzellenstapels 3 angeordnet ist. Der Ventilkörper 101 ist zumindest abschnittsweise entlang einer durch einen Pfeil P1 in Figur 3 veranschaulichten, bei bestimmungsgemäßem Gebrauch vorliegenden Strömungsrichtung des in oder aus dem Kathodenbereich 5 strömenden (Kathoden-)Gases bzw. (Kathoden-)Fluids und entgegen der Strömungsrichtung des Kathodengases innerhalb des Hohlraums des Abschnitts des Brennstoffzellenstapels 3 beweglich, insbesondere linear beweglich, angeordnet. Hierbei verjüngt sich ein Querschnitt des Hohlraums des Abschnitts des Brennstoffzellenstapels 3 bzw. des den Hohlraum umgebenden Bereich des Brennstoffzellenstapels 3 in Richtung entgegen der Strömungsrichtung des Kathodengases, so dass die Bewegung des Ventilkörpers 101 in Richtung entgegen der Strömungsrichtung des Kathodengases durch den sich verjüngenden Querschnitt beschränkt wird. Durch den Abschnitt des Brennstoffzellenstapels 3, in dem sich der Querschnitt verjüngt, wird ein Ventilsitz 120 des Kathodenabsperrventils 20, 21 gebildet.
Bei Anliegen des Ventilkörpers 101 an dem Ventilsitz 120, in einer Ausführungsform bei Anliegen des Ventilkörpers 101 an einem in dem Bereich des Ventilsitzes 120 angeordneten, beispielsweise als O-Ring ausgebildeten Dichtelements 102, wie in Figur 3 veranschaulicht, befindet sich das Kathodenabsperrventil 20, 21 in einer Geschlossenstellung, während sich das Kathodenabsperrventil 20, 21 bei Nicht-Anliegen des Ventilkörpers 101 an dem Ventilsitz 120 bzw. bei Nicht-Anliegen des Ventilkörpers 101 an dem Dichtelement 102 in einer Geöffnet-Stellung befindet.
Zur Führung der Bewegung, insbesondere Öffnungs- bzw. Schließbewegung des Ventilkörpers 101 innerhalb des Brennstoffzellenstapels 3 weist das Kathodenabsperrventil 20, 21 ferner eine Führungseinrichtung 112 mit einer oder mehreren Führungsflächen auf, die dazu eingerichtet ist bzw. sind, die Bewegung des Ventilkörpers 101 zu führen, insbesondere indem der Ventilkörper 101 bei seiner Bewegung an dieser bzw. diesen entlanggleitet.
Die Führungseinrichtung 112 ist mittels einem oder mehreren, vorzugsweise drei, Befestigungselementen 106, insbesondere finnenartigen Befestigungselementen 106, an einer Innenseite des den Hohlraum umgebenden Abschnitts des Brennstoffzellenstapels 1 montiert, wodurch die Position der Führungseinrichtung 112 innerhalb des Brennstoffzellenstapels 1 festgelegt ist. In Figur 4 ist eine entsprechende Draufsicht in Richtung der Strömungsrichtung des Kathodengases auf die Führungseinrichtung 112 einschließlich der Befestigungselemente 106 dargestellt.
Die Führungseinrichtung 112 weist einen zylinderförmigen Abschnitt auf, der sich vorzugsweise parallel zu der Strömungsrichtung des Kathodengases erstreckt, wobei ein einem Eingang des Kathodenabsperrventil 20, 21 abgewandtes Ende des zylinderförmigen Abschnitts in einer Ausführungsform geschlossen sein kann, und in einer anderen, in Figur 3 gezeigten Ausführungsform, einen Durchgang 105 aufweisen kann, durch welchen eine eventuell vorhandene Flüssigkeit, wie etwa Wasser, abfließen kann.
Der Ventilkörper 101 weist einen oder mehrere Vorsprünge auf, die sich in Richtung eines Ausgangs des Kathodenabsperrventils 20, 21 erstrecken, wobei sich einer der Vorsprünge, insbesondere ein zentraler Vorsprung, in den durch den zylinderförmigen Abschnitt der Führungseinrichtung 112 gebildeten Hohlraum erstreckt, und ein anderer
der Vorsprünge den dem Eingang des Kathodenabsperrventils 20, 21 zugewandten Ende des zylinderförmigen Abschnitts der Führungseinrichtung 112 umgibt.
Das Kathodenabsperrventil 20, 21 ist als magnetisch degressives Ventil ausgebildet, das im Normalfall, insbesondere wenn der Druckunterschied zwischen dem Druck auf der Eingangsseite des Kathodenabsperrventils 20, 21 und dem Druck auf der Ausgangsseite des Kathodenabsperrventils 20, 21 geringer als ein vorgegebener Schwellenwert ist, durch Magnetkräfte in der Geschlossen-Stellung gehalten wird. Die Kraft, mit der das Kathodenabsperrventil 20, 21 in der Geschlossen-Stellung gehalten wird, ist vergleichsweise groß, wobei eine Schließkraft F zum erneuten Versetzen des Kathodenabsperrventils 20, 21 in die Geschlossen-Stellung nach Öffnung des Kathodenabsperrventils 20, 21 mit zunehmender Öffnung bzw. Entfernung D des Ventilkörpers 101 von dem Ventilsitz 120 bzw. Dichtelement 102 abnimmt, wie in dem Diagramm der Figur 5 veranschaulicht, im Unterschied zu federbelasteten Ventilen, bei denen die Schließkraft mit zunehmender Öffnung abnimmt.
Hierzu weist das Kathodenabsperrventil 20, 21 einen oder mehrere, im Bereich des Ventilsitzes 120 oder beabstandet von dem Ventilsitz 120 angeordnete, vorzugsweise als Permanentmagnete ausgebildete Magnete 104 mit Nord- bzw. Süd-Polen 104-1 , 104-2 auf, wobei der Ventilkörper 101 zumindest abschnittweise, insbesondere in einem oder mehreren dem bzw. den Magneten 104 zugewandten Bereich(en) und/oder in einem oder mehreren dem bzw. den Magneten 104 nahegelegenen, insbesondere nächstgelegenen Bereich(en) 116, ein magnetisierbares Material und/oder einen (Permanent-)Magneten mit gleicher Polung wie die Magnete 104 aufweist. Dadurch wird der Ventilkörper 101 anhand der zwischen den Magneten 104 und dem magnetisierbaren Material und/oder dem (Permanent-)Magneten des Ventilkörpers 101 auftretenden Magnetkräfte in Richtung des Eingangs des Kathodenabsperrventils 20, 21 getrieben.
In einer optionalen Ausführung sind zusätzlich ein feststehender, vorzugsweise an der Führungseinrichtung 112 montierter, (Permanent-)Magnet 108 mit Nord- bzw. Südpolen 108-1 , 108-2 im Inneren des zylinderförmigen Abschnitts der Führungseinrichtung 112 und ein an dem Ventilkörper 101 montierter und zusammen mit diesem bewegbarer (Permanent-)Magnet 107 mit Nord- bzw. Südpolen 107-1 , 107-2 vorgesehen, deren Polung derjenigen des Magneten 104 entspricht, so dass die Anziehung zwischen den
beiden Magneten 107, 108 und somit die Schließkraft mit zunehmender Öffnung des Kathodenabsperrventils 20, 21 weiter abnimmt.
Auf seinem dem Eingang des Kathodenabsperrventils 20, 21 zugewandten Ende weist der Ventilkörper 101 eine, insbesondere ringförmige, Vertiefung bzw. Wanne 110 auf, mit welcher insbesondere in dem Fall, dass das Kathodenabsperrventil 20, 21 ausgangsseitig des Kathodenbereichs 5 integriert ist, eventuell aus dem Kathodenbereich 5 austretende Flüssigkeit, wie etwa Wasser, aufgefangen werden kann. Hierzu ist das Kathodenabsperrventil 20, 21 bzw. der Ventilkörper 101 bevorzugt derart innerhalb des Brennstoffzellenstapels 3 montiert, dass die freiliegende Oberfläche der Wanne 110 bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nach oben weist, so dass mittels der Wanne 110 eine von oben herabfallende und auf den Ventilkörper 101 auftreffende Flüssigkeit in der Wanne 110 gesammelt werden kann.
In einer Ausführung ist die Oberfläche der Wanne 110 hydrophil ausgebildet, wie durch die mit dem Bezugszeichen 103 versehenen gestrichelten Linien in Figur 3 veranschaulicht. In einer Ausführung sind auch in Richtung des Ausgangs des Kathodenabsperrventils 20, 21 weisende Oberflächen von Hinterschneidungen 113, welche seitlich des Ventilkörpers 101 in dem Abschnitt des Brennstoffzellenstapels 3, in dem die Ventileinrichtung 20, 21 integriert ist, vorgesehen sind, hydrophil ausgebildet, wie durch die gestrichelten Linien 114 veranschaulicht.
Durch die hydrophile Ausbildung der Oberfläche der Wanne 110 und/oder der Oberflächen der Hinterschneidungen 113 wird an diesen Stellen eine gegebenenfalls in dem Kathodengas enthaltene Flüssigkeit, wie etwa Wasser, angesammelt und somit dem Rest des Brennstoffzellenstapels 3 bzw. des Brennstoffzellensystems 1 zumindest zeitweise entzogen. Selbst wenn sich durch diese Ansammlung des Wassers aufgrund niedriger Temperaturen an diesen Stellen Eis bilden sollte, hat dies keinen oder nur einen geringen Einfluss auf den Betrieb des Kathodenabsperrventils 20, 21 , da hierdurch insbesondere die Beweglichkeit des Ventilkörpers 101 nicht eingeschränkt wird, wie es etwa durch Festfrieren des Ventilkörpers 101 an dem Ventilsitz 120 bzw. dem Dichtelement 102 geschehen könnte.
Zur weitgehenden Verhinderung des Festfrierens des Ventilkörpers 101 an dem Ventilsitz 120 bzw. dem Dichtelement 102 sind des Weiteren eine Oberfläche des Ventilsitzes 120
und/oder des Dichtelements 102 und/oder eine Oberfläche des Ventilkörpers 101 , wobei die Oberfläche des Ventilsitzes 120 und/oder des Dichtelements 102 der Oberfläche des Ventilkörpers 101 zugewandt sind, wie durch die mit dem Bezugszeichen 111 versehene gestrichelte Linie veranschaulicht, und/oder die Führungsfläche(n) und/oder eine dem Eingang des Kathodenabsperrventils 20, 21 zugewandte Stirnseite der Führungseinrichtung 112 und/oder der Führungseinrichtung 112 zugewandte Abschnitte des Ventilkörpers 101 hydrophob ausgebildet, wie durch die mit den Bezugszeichen 109 versehenen gestrichelten Linien veranschaulicht, wodurch die Ansammlung von Flüssigkeit, insbesondere Wasser an diesen Stellen zumindest weitgehend verhindert werden kann.
Die Hydrophobierung/Hydrophilierung der oben genannten Bereiche bzw. Oberflächen kann beispielsweise durch a) Wahl eines entsprechenden hydrophoben/hydrophilen Materials; b) Polieren der jeweiligen Oberfläche zur Hydrophobierung oder Aufrauen der jeweiligen Oberfläche Hydrophilierung; c) Plasmabehandlung der jeweiligen Oberfläche; d) Hervorrufung von Kapillarkräften durch Formgebung, beispielsweise durch Ausbildung von Lamellen auf der jeweiligen Oberfläche erfolgen.
In der Darstellung in Figur 6 ist nun eine schematische Ansicht eines Teils eines Brennstoffzellensystems in einer möglichen Ausführungsform gemäß der Erfindung zu erkennen.
In dieser Ausführungsform weist das Brennstoffzellensystem 1 lediglich ein in den Brennstoffzellenstapel 3 integriertes Kathodenabsperrventil 20, 21 auf, insbesondere beispielsweise ein in Fig. 3 veranschaulichtes passives, magnetisch degressives Kathodenabsperrventil 21, das nahe des Ausgangs des Kathodenbereichs 5 angeordnet ist.
Auf der Eingangsseite des Kathodenbereichs 5, vorzugsweise in der Zuluftleitung 13 angeordnet oder integriert in eine andere Komponente des Brennstoffzellensystems 1 , ist hingegen ein aktives bzw. aktiv ansteuerbares, als Kathodenabsperrventil fungierendes Mehrwege-Ventil 204, insbesondere 3/2-Wege-Ventil, angeordnet.
In einer nicht gezeigten Ausführung ist das Mehrwege-Ventil 204 in eine Luftaufbereitungseinheit (LAE) bzw. Befeuchtereinheit wie etwa dem Gas-Gas- Befeuchter
16 integriert und dort ferner mit bzw. in einer üblicherweise vorgesehenen Befeuchterbypassklappe bzw. -Steuerfunktion integriert.
Der Eingang des Mehrwege-Ventils 204 ist mit der Zuluftleitung 13 verbunden. Ein erster Ausgang des Mehrwege-Ventils 204 ist mit dem Eingang des Kathodenbereichs 5 verbunden, wobei durch Sperren des ersten Ausgangs des Mehrwege-Ventils 204 der Strömungsweg in den Kathodenbereich versperrt wird. Ein zweiter Ausgang des Mehrwege-Ventils 204 ist über eine Kathodenbypassleitung 208, in welcher optional, wie in Fig. 6 veranschaulicht, ein Katalysator 206 vorgesehen sein kann, mit der Abluftleitung 14 des Kathodenbereichs 5 stromabwärts des Kathodenabsperrventils 21 verbunden.
Das in den Brennstoffzellenstapel 3 integrierte Kathodenabsperrventil 21 und das Mehrwege-Ventil 204 sind insbesondere über eine Gasstrahl- bzw. Saugstrahlpumpe bzw. Strahlpumpe 203, welche beispielsweise eine Venturi-Düse enthalten kann oder aus dieser gebildet ist und von dem durch die Kathodenbypassleitung 208 strömenden Kathodengas als Treibstrahl, welcher in einen Antriebseingang der Gasstrahlpumpe 203 strömt, angetrieben wird, miteinander verbunden. Hierbei ist eine mit der Rezirkulatonsleitung 9, insbesondere mit einem Ausgang eines in der Rezirkulatonsleitung 9 angeordneten Wasserabscheiders 205, verbundene Abblasleitung 209 über ein Abblasventil oder Purgeventil 202 bzw. Purge-/Drainventil 202 mit einem Saugeingang der Gasstrahlpumpe 203 verbunden. Weiterhin ist eine mit dem Ausgang des Kathodenbereichs 5 stromaufwärts des Kathodenabsperrventils 21 verbundene Kathodenstichleitung 207 über ein Kathodenabsaugventil 201 mit einem anderen Saugeingang der Gasstrahlpumpe 203 verbunden.
Auf diese Weise können durch Schaltung des Mehrwege-Ventils 204 auf den zweiten Ausgang zur Verbindung der Zuluftleitung 13 mit der Abluftleitung 14 über die Gasstrahlpumpe 203 und Schaltung des Kathodenabsaugventils 201 in eine Geöffnet- Stellung einerseits der Kathodenbereich 5, und durch Schaltung des Mehrwege-Ventils 204 auf den zweiten Ausgang zur Verbindung der Zuluftleitung 13 mit der Abluftleitung 14 über die Gasstrahlpumpe 203 und Schaltung des Purge-/Drainventils 202 in eine Geöffnet-Stellung andererseits der Anodenbereich 4 unter Unterdrück gesetzt werden.
Somit lassen sich gegebenenfalls vorhandene Flüssigkeiten wie etwa Wasser, durch bzw. nach Verdampfung bei niedrigem Druck, sowie Gase wie etwa Luft selbst bei niedrigen
Temperaturen aus dem Volumen des Anodenbereichs 4 oder dem Anodenkreislauf ebenso absaugen wie aus dem Volumen des Kathodenbereichs 5. Im Idealfall erfolgt die Absaugung dabei relativ gleichmäßig, um zu hohe Druckdifferenzen zwischen dem Kathodenbereich 5 und dem Anodenbereich 4 zu vermeiden und damit die Membranen zu schonen. In einem Brennstoffzellensystem 1 mit zwei passiven Kathodenabsperrventilen 20, 21 an der Eingangs- bzw. Ausgangsseite des Kathodenbereichs 5 wäre diese (Absaug- und Verdampfungs-)Funktion nicht verfügbar, weil sich eines der Kathodenabsperrventil 20, 21 , insbesondere das eingangsseitige Kathodenabsperrventil 20, immer wieder durch Saugen öffnen würde.
In einer nicht gezeigten Ausführung kann die Gasstrahlpumpe 203 alternativ zu, vorzugsweise zusammen mit dem Mehrwege-Ventil 204, in einem Bypass der Luftaufbereitungseinheit (LAE) bzw. Befeuchtereinheit wie etwa dem Gas-Gas- Befeuchter 16 integriert sein und dort ferner mit bzw. in einer üblicherweise vorgesehenen Befeuchterbypassklappe bzw. -Steuerfunktion integriert sein. Hierbei kann die Gasstrahlpumpe 203 von dem durch den Bypass strömenden Gas als Treibstrahl angetrieben werden, und die Gasstrahlpumpe 203 saugseitig über ein Kathodenabsaugventil 201 bzw. ein Purge-/Drainventil 202 und entsprechender Leitungen mit dem Kathodenbereich 5 bzw. dem Anodenbereich 4 schaltbar verbunden sein, um diese absaugen und entleeren zu können.