Beschreibung
Verfahren zur Steuerung eines Fahrzeugs, Steuervorrichtung, Computerprogrammprodukt und Fahrzeug
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Fahrzeugs sowie Steuereinrichtung, ein Computerprogrammprodukt sowie ein Fahrzeug mit einer solchen Steuereinrichtung.
Moderne Fahrzeuge sind bei Ihrer Bewegung im Straßenverkehr oder im Schienenverkehr einer Vielzahl von Regelungen unterworfen. Beispielsweise gibt es streckenweise Beschränkungen einer maximalen Geschwindigkeit. All dies muss eine Person die das Fahrzeug oder - im Falle eines autonom-fahrenden Fahrzeugs - eine Fahrzeugsteuerung beachten.
Obgleich es schon Fahrzeugsteuerungen (hier als Steuereinrichtung bezeichnet) gibt, welche anhand einer Verkehrszeichenerkennung einen Hinweis an die Person gibt, die das Fahrzeug führt, sind diese Lösungen meist Insellösungen für einzelne Bereiche wie die Verkehrszeichenerkennung.
Die Aufgabe der Erfindung ist es demnach, eine universal anwendbare Lösung zur Unterstützung der Steuerung eines Fahrzeugs bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Weiter wird die Aufgabe durch eine Steuereinrichtung nach Anspruch 10, durch ein Computerprogrammprodukt gemäß Anspruch 14 sowie durch ein Fahrzeug mit einer solchen Steuereinrichtung gelöst.
Vorteilhafte Weiterentwicklungen der Erfindung sind jeweils Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Das Verfahren dient zur Steuerung eines Fahrzeugs, vorteilhaft eines Kraftfahrzeugs oder eines Schienenfahrzeugs, wobei das Fahrzeug zumindest einen Sensor und zumindest einen Aktor und eine Steuereinrichtung sowie eine Recheneinheit aufweist,
- wobei der jeweilige Sensor Sensorwerte an die Steuereinrichtung bereitstellt,
- wobei eine Eingabevorrichtung ein Eingabesignal an die Steuereinrichtung bereitstellt,
- wobei die Steuereinrichtung zumindest ein Ausgangssignal an den Aktor bereitstellt,
- wobei das Ausgangssignal anhand dem Eingangssignal und dem zumindest einen Sensorsignal unter Berücksichtigung einer Ontologie ermittelt und bereitgestellt wird,
- wobei anhand der Ontologie entschieden wird, ob eine Ausgangssignal oder an welchen Aktor das Ausgangssignal bereitgestellt wird und
- wobei die Ontologie auf Regelungen des Verkehrs basiert.
Die Ontologie ist vorteilhaft als Entscheidungslogik ausgebildet. Bei einem Eingabesignal wird vorteilhaft anhand der Ontologie entscheiden, ob
- ob dem entsprechende Aktor (überhaupt) ein Ausgangssignal bereitgestellt wird oder
- welchem Aktor ein Ausgangssignal bereitgestellt wird.
Optional kann auf Grundlage der Ontologie entscheiden werden, ob ein Warnsignal an den Fahrer des Fahrzeugs ausgegeben wird.
Die Ontologie umfasst vorteilhaft Regelungen, welche eine Entscheidungslogik beeinflusst.
Die Ontologie ist vorteilhaft in einem Speicher hinterlegt und von dort aus abfragbar. Vorteilhaft ist der Speicher in der Steuereinrichtung integriert. Die Steuereinrichtung weist vorteilhaft die Recheneinheit auf, wobei die Recheneinheit zur Ausführung des Computerprogrammproduktes eingerichtet ist, wobei das Computerprogrammprodukt
die Ontologie umfasst. Vorteilhaft ist die Ontologie als Teils Computerprogrammprodukt auf einer Recheneinheit des Fahrzeugs installiert und ablauffähig.
Die Ontologie kann als neuronales Netzwerk oder ein sonstiger lernfähiger Algorithmus ausgebildet sein, wobei beim Anlernen und/oder dem Training die jeweiligen Verkehrsregeln wie die Straßenverkehrsordnung oder das Straßenverkehrsgesetz integriert sind.
Regelungen des Verkehrs sind vorzugsweise entsprechende Beschränkungen, Erlaubnistatbestände oder Verbotstatbestände der jeweiligen Verkehrsgesetze oder Verkehrsordnungen. Die Regelungen des Verkehrs sind vorteilhaft derart ausgestaltet, dass eine Verknüpfung von einem oder mehreren Sensorwerte und eines Eingabesignals als Statthaft, nicht statthaft oder bedingt statthaft ausgebildet ist.
Vorteilhaft kann auf Grundlage der Ontologie ein weitere Sensorwert ermittelt werden, um eine Entscheidung für das entsprechende Ausgangssignal bereitzustellen.
Vorteilhaft ist das Fahrzeug Teilnehmer des Verkehrs, welcher durch die Regelungen des Verkehrs geregelt ist. Beispielhaft können bei einem Schienenfahrzeug auch die Regelungen zum Schienenverkehr als Regelung des Verkehrs vorgesehen sein.
Vorteilhaft berücksichtigt die Ontologie die jeweilige Position des Fahrzeugs und/oder die Geschwindigkeit des Fahrzeugs.
Zu einem verbesserten Verständnis der Erfindung soll ein erstes Beispiel dienen:
Im Falle einer Betätigung der Eingabevorrichtung, beispielhaft eines Fernlicht- Schalters, wird das Eingangssignal an die Steuereinrichtung bereitgestellt. Die Steuereinrichtung prüft mit Hilfe der Ontologie die Erlaubnis einer Aktivierung eines Fernlichtes durch den Aktor, hier der Lichtsteuerung oder des Frontscheinwerfers. Die Prüfung erfolgt anhand der Regelungen des Verkehrs. Gemäß der Ontologie, welche vor-
teilhaft auf den derzeit gültigen Verkehrsregeln basiert, erfolgt die Maßgabe an die Steuereinrichtung, dass eine Aktivierung des Fernlichtes außerhalb von geschlossenen Ortschaften statthaft ist. Die Position wird nur mit Hilfe eines Sensors, beispielhaft eines GPS-Empfängers festgestellt und ermittelt, ob das Fahrzeug sich in einer geschlossenen Ortschaft befindet. Alternativ oder zusätzlich kann mit Hilfe einer Fahrzugskamera oder einem Radarmodul festgestellt werden, ob sich das Fahrzeug in einer Ortschaft befindet. Befindet sich das Fahrzeug in einer geschlossenen Ortschaft, ist eine Möglichkeit im Rahmen der Erfindung, das die Aktivierung des Fernlichtes nicht erfolgt oder zunächst ein Warnhinweis ausgegeben wird.
Im Falle einer Ausgabe des Warnhinweises kann dieser als Signal an den Fahrzeugführer erfolgen.
Durch die Erfindung kann die Einhaltung der Verkehrsregeln durch das Fahrzeug gesichert werden und so die Verkehrssicherheit erheblich erhöht werden.
Vorteilhaft ist das Verfahren derart erweiterbar, dass bei einem negativen Entscheid durch die Ontologie eine Aktivierung des Aktors unterbleibt und/oder ein entsprechendes Warnsignal ausgegeben wird.
Die Steuereinrichtung ist vorteilhaft die Steuerung des Fahrzeugs. Die Steuereinrichtung ist vorzugsweise als Mikrocomputer ausgebildet, wobei die Ontologie auf einem Speicher hinterlegbar ist. Bevorzugt ist die Ontologie an derzeit gültige Verkehrsregeln anpassbar.
Eine Ontologie ist vorteilhaft als if-then-Entscheidungscharakteristik ausgebildet. Im Falle einer solchen Entscheidungscharakteristik erfolgt bei einem Eingabesignal (if) auf Grundlage der Ontologie die Ausgabe (then). Vorzugsweise erfolgen die Eingabe und die Ausgabe mit Hilfe der Steuereinrichtung.
Die Ontologie ist vorteilhaft in einer formalen Sprache wie einer UML (Unified Mo- delling Language) darstellbar, installierbar oder ausführbar ausgeführt.
Vorteilhaft ist die Ontologie durch Updates an mögliche Änderungen der Verkehrsregeln anpassbar.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Ontologie in einem Speicher in dem Fahrzeug hinterlegbar.
Die Ontologie ist vorteilhaft in als Entscheidungslogik mit einer optionalen Prüflogik ausgebildet. Die Ontologie ist vorteilhaft als Datenstruktur auf dem Speicher hinterlegt. Vorteilhaft ist die Ontologie als Teil eines Computerprogrammproduktes in dem Speicher hinterlegt.
Der Speicher ist vorteilhaft in der Steuereinrichtung integriert. Alternativ oder zusätzlich ist der Speicher als ein zentraler Speicher des Fahrzeugs ausgebildet.
Durch eine Hinterlegung der Ontologie in einem Speicher des Fahrzeugs kann das hier beschriebene Verfahren auch dann erfolgen, insofern keine Datenverbindung aus dem Fahrzeug heraus besteht.
Bei einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Ontologie zumindest teilweise auf einem dezentralen Server hinterlegt, wobei die Steuereinrichtung mit dem zentralen Server zumindest zeitweise datentechnisch verbunden ist.
Die datentechnische Verbindung erfolgt vorteilhaft durch eine technische Datenverbindung.
Hier kann eine Datenverbindung von dem Fahrzeug und dem dezentralen Server durch eine Mobilfunkverbindung oder durch eine andere technische Datenverbindung
wie WIFI oder eine kabelverbundene Datenverbindung ausgebildet sein. Der dezentrale Server kann als eine Daten-Cloud oder ein Server im Internet ausgebildet sein.
Vorteilhaft kann so eine besonders einfache Anpassung der jeweiligen Ontologie auf neue Verkehrsregeln erfolgen.
Bei einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Ontologie die Straßenverkehrsregeln.
Die Ontologie umfasst vorteilhaft die Verkehrsregeln desjenigen Landes, in welchem sich das Fahrzeug sich gerade befindet. Bei einem Übertritt des Fahrzeuges in ein anderes Land kann dies beispielsweise mit Hilfe von GPS-Daten ermittelt werden und die entsprechende Ontologie wird in einem solchen Fall für die Steuereinrichtung bereitgestellt.
Eine Vereinfachung bei der Anpassung der Ontologie kann dadurch erfolgen, dass Verkehrsregeln, die zumindest im Wesentlichen gleich sind, nicht ausgetauscht werden.
Alternativ oder zusätzlich kann eine Mehrzahl von Ontologien auf einem Speicher in dem Fahrzeug hinterlegbar sein, wobei die jeweilige Ontologie für ein entsprechendes Land vorgesehen ist. Die jeweilige Ontologie dient zur Unterstützung der Steuereinrichtung des Fahrzeugs in dem Land, indem sich das Fahrzeug befindet. Alternativ können Verkehrsregeln für eine Mehrzahl von Ländern von einer Ontologie umfasst oder berücksichtigt sein.
Vorteilhaft werden - für die jeweiligen Länder verfügbaren - Ontologien in einer kombinierten Ontologie verwendet, welche die Ausgangssignale entsprechend der Position des Fahrzeugs bereitstellt.
Durch diese Ausgestaltung kann sichergestellt werden, dass die Ontologie die jeweils gültigen Verkehrsregeln beim Betrieb des Fahrzeugs beachtet werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst oder basiert die Ontologie jeweils die / auf den Straßenverkehrsregeln einer jeweiligen Region oder eines Landes, insbesondere eines Landes oder eines Staates, in Kraft sind. Vorteilhaft erfolgt eine Auswahl der jeweiligen Straßenverkehrsregeln anhand der jeweiligen Position des Fahrzeugs.
Optional kann zur Auswahl der Ontologie oder eines Teils einer kombinierten Ontologie ein Bild der Umgebung des Fahrzeugs herangezogen werden. Durch ein Erkennen von Landes-typischen Verkehrsschilder kann die Position des Fahrzeugs ermittelt werden oder die GPS-Sensordaten überprüft werden.
Insbesondere der Einsatz eines GPS-Sensors zur Auswahl der jeweiligen Ontologie über eine Bestimmung der Position des Fahrzeugs ist eine sehr sichere Methode. Durch eine jeweilige Beachtung der im jeweiligen Land gültige Ontologie erfolgt vorteilhaft eine Verbesserund der Verkehrssicherheit nach einem Grenzübertritt des Fahrzeugs.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird anhand der Ontologie entschieden, ob mit Hilfe der Steuereinrichtung der jeweilige Aktor eine Aktion ausführt oder nicht.
Ein mögliches Beispiel für eine solche Ausgestaltung entspricht dem oben ausgeführten Beispiel.
Insofern eine Aktion nicht ausgeführt wird, kann ein Warnsignal ausgegeben werden. Optional kann nach dem Warnsignal durch ein erneutes Betätigen der Eingabevorrichtung die Aktion durch den entsprechenden Aktor dennoch ausgeführt werden und die Ontologie in ihrer Wirkungsweise übergangen werden.
Ein solches Warnsignal kann das Aufblinken einer Warnlampe oder ein akustisches Signal sein, das den Fahrer des Fahrzeugs von seiner/ihrer Aktion, die gegen eine Verkehrsregel verstößt, sein.
Durch eine solche Ausgestaltung kann ein unachtsamer Fahrer vorteilhaft auf seinen Fehler hingewiesen werden und so weiter zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beigetragen werden. Überdies kann der Fahrer bezüglich der jeweils gültigen Verkehrsregeln vorteilhaft unterrichtet und somit geschult werden.
Insofern jedoch gemäß den Fahrer eine Einhaltung der jeweiligen Regelungen des Verkehrs nicht geboten sind, kann der Fahrer die Ontologie vorteilhaft übergehen.
Bei einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird anhand der Ontologie entscheiden, ob anhand einer Eingabesignals ein Ausgangssignal für einen ersten Aktor und/oder ein Ausgangssignal für einen zweiten Aktor bereitgestellt wird.
Eine Entscheidung, welcher Aktor welche Aktion durchführt, ist vorteilhaft in der Ontologie hinterlegt. Beispielhaft wird bei einer Aktivierung des Gaspedals und somit einer vorgesehenen Beschleunigung bei einem stockenden Verkehrsfluss anstelle der Beschleunigung ein Spurwechsel als Aktion instruiert.
Als weiteres Beispiel kann bei Aktivierung einer Nebelschlussleuchte bei fehlendem Nebel lediglich eine Erhöhung der Lichtstärke des Rücklichtes erfolgen, sofern eine Fahrzeugkamera keinen erheblichen Nebel feststellt.
Durch die Durchführung einer anderen Aktion als durch den Fahrer des Fahrzeugs können anhand von Sensorsignalen ein verbesserte Verkehrsführung gewährleistet werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist ein Sensor zur Bereitstellung von GPS-Daten an die Steuereinrichtung ausgebildet.
Ein solcher Sensor wird auch als GPS-Sensor bezeichnet und stellt die Position des Fahrzeugs, vorteilhaft als Funktion der Zeit, an die Steuereinrichtung bereit.
Anhand der Position des Fahrzeugs kann beispielsweise die maximal zulässige Geschwindigkeit innerhalb oder außerhalb einer Ortschaft anhand der Ontologie ermittelt werden. Durch einen Vergleich der zulässigen Geschwindigkeit mit der Geschwindigkeit des Fahrzeugs kann beispielshaft mit Hilfe eines Aktors eine Reduktion der Geschwindigkeit des Fahrzeugs erfolgen.
Durch die Feststellung der Position des Fahrzeugs kann beispielsweise eine maximale Geschwindigkeit oder eine Vorfahrtsregel an der Position mit Hilfe der Steuereinrichtung berücksichtigt werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung liegt die Ontologie in Form einer Entscheidungslogik, oder einer formalen Sprache, beispielhaft UML-Code, vor.
Vorteilhaft ist die Ontologie als Entscheidungslogik, insbesondere als If-Then- Entscheidungslogik, ausgebildet. Mit Hilfe einer formalen Sprache ist eine solche Entscheidungslogik ist die Ontologie besonders einfach programmierbar und kann auf eine einfache Art und Weise die Regeln des Verkehrs abbilden.
Die Steuereinrichtung, insbesondere zur Steuerung eines Fahrzeugs, umfasst:
- zumindest einen Eingang für zumindest Sensorsignal eines Sensors,
- zumindest einem Eingang für zumindest ein Eingabesignal einer Eingabevorrichtung,
- zumindest einen Ausgang für zumindest ein Ausgangssignal für einen Aktor,
- eine Recheneinheit zur Hinterlegung der Ontologie,
wobei die Recheneinheit zu einer Prüfung des Eingabesignals anhand einer Ontologie ausgebildet ist, wobei die Prüfung anhand zumindest eines Sensorsignals vorgesehen ist, wobei die Steuereinrichtung zu einer Bereitstellung eines Ausgangssignals an den jeweiligen Aktor vorgesehen ist, wobei das Ausgangssignal aufgrund der Prüfung des Eingabesignals mit Hilfe der Ontologie unter Berücksichtigung des zumindest einen Sensorsignals bereitstellbar ist.
Vorteilhaft ist die Steuereinrichtung als zentrale Steuereinrichtung des Fahrzeugs ausgebildet. Mit Vorteil ist die Ontologie teil eines neuronalen Netzes, wobei das neuronale Netz zur Steuerung des Fahrzeugs ausgebildet und vorgesehen ist.
Die Prüfung erfolgt vorteilhaft anhand der Vorgaben durch die Regelungen des Verkehrs, wobei die jeweilige Regelung des Verkehrs angibt, ob eine Aktion des jeweiligen Aktors erlaubt, geboten oder untersagt ist. In einem ersten Fall ist die Aktion des jeweiligen Aktors gemäß den Regelungen des Verkehrs zulässig oder erlaubt. In dem ersten Fall stellt die Steuereinrichtung ein Ausgangssignal an den entsprechenden Aktor bereit.
In einem zweiten Fall ist die Aktion des jeweiligen Aktors gemäß den Regelungen des Verkehrs nicht zulässig oder untersagt. In dem Fall stellt die Steuereinrichtung vorteilhaft kein Ausgangssignal an den jeweiligen/entsprechenden Aktor bereit.
Vorteilhaft ist die Steuereinrichtung als Mikrocomputer oder als Mikrokontroller ausgebildet, wobei die Ontologie vorteilhaft in einem Speicher der Steuereinrichtung hinterlegt ist.
Mit Vorteil weist die Steuereinrichtung Eingänge zur Verbindung mit den jeweiligen Sensoren auf. Weiter vorteilhaft umfasst die Steuereinrichtung zumindest einen Ausgang für zumindest einen Aktor auf, wobei der Aktor vorteilhaft zur Steuerung des Fahrzeugs selbst vorgesehen ist.
Durch die Ausgestaltung der Erfindung in Form einer Steuereinrichtung kann auch ein bereits bestehendes Fahrzeug leicht mit einer neuen Steuereinrichtung und somit mit den vorstehend beschriebenen neuen Funktionen ausgestattet werden.
Bei einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Ontologie Verkehrsregeln, insbesondere die Straßenverkehrsordnung oder das Straßenverkehrsgesetz.
Die Ontologie kann die Verkehrsregeln in Form von If-Then-Regeln oder anderen Erlaubnis- oder nicht-Erlaubnis-Tatbeständen ausgebildet sein.
Vorteilhaft ist die jeweilige Ontologie zumindest als Teil eines neuronalen Netzes ausgebildet, wobei das neuronale Netz unter Berücksichtigung der Verkehrsregeln trainiert oder angelernt worden ist.
Durch die Hinterlegung der Verkehrsregeln in einer Ontologie kann bei der Steuerung eines Fahrzeugs ein besonders sicheres Fahrzeugführen im Verkehrsgeschehen gewährleistet werden.
Bei einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Recheneinheit einen Speicher, wobei der Speicher zur zumindest teilweisen Hinterlegung der Ontologie ausgebildet ist.
Vorteilhaft erfolgt Hinterlegung der Ontologie in einem Speicher der Recheneinrichtung und/oder dem Speicher der Steuereinrichtung des Fahrzeugs. Durch eine Hinterlegung in einem derartigen Speicher kann ein schneller und sicherer Zugriff der Recheneinheit und/oder der Steuereinrichtung erfolgen.
Bei einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Steuereinrichtung weiter eine technische Datenverbindung zu einem dezentralen Server, wobei
die Steuereinrichtung oder der dezentralen Server dazu eingerichtet ist, eine Ontologie bereitzustellen.
Durch eine, vorzugsweise regelmäßig erfolgenden, Hiterlegung der Ontologie in dem jeweiligen Fahrzeug ist vorteilhaft können auch Änderungen bei den Verkehrsregeln in der Ontologie berücksichtigt werden.
Die technische Datenverbindung ist vorteilhaft als kabellose technische Datenverbindung wie das 3G, 4G, oder 5G-Datenverbindung ausgebildet. Alternativ kann bei einem elektrisch betriebenen Fahrzeug eine Übertragung von Daten mit Hilfe Ladesäule erfolgen, wobei die Ladesäule die Ontologie für das jeweilige Fahrzeug bereitstellt. Eine Übertragung der jeweiligen Ontologie kann durch eine Netzwerkverbindung oder durch eine Modulation des Ladestroms mit einem Datensignal erfolgen.
Das Computerprogrammprodukt ist zur Installation und Ausführung auf einer Recheneinheit ausgebildet, wobei das Computerprogrammprodukt zur Durchführung eines Verfahrens nach vorangehender Beschreibung geeignet und vorgesehen ist.
Das Computerprogrammprodukt ist vorteilhaft auf der Recheneinheit und/oder der Steuereinrichtung installiert und ablauffähig. Das Computerprogrammprodukt ist vorteilhaft in einem Arbeitsspeicher der Recheneinheit oder der Steuereinrichtung übertragbar und von dort aus ausführbar. Bei der Ausführung des Computerprogrammprodukt kann die Steuereinrichtung das Verfahren gemäß vorstehender Beschreibung ausgeführt werden.
Das Computerprogrammprodukt umfasst voreilhaft die Ontologie, wobei die Ontologie beispielhaft als Modul zur Entscheidung bei Verknüpfung von Eingangssignalen und Ausgangssignalen ausgebildet ist.
Weiter weist das Computerprogrammprodukt zumindest eine Eingangsschnittstelle für das jeweilige Sensorsignal und/oder für das jeweilige Eingangssignal auf. Weiter vor-
teilhaft umfasst das Computerprogrammprodukt zumindest eine Schnittstelle zur Bereitstellung der Ausgangssignale. Die Ausgangssignale dienen vorteilhaft zur Ansteuerung des jeweiligen Aktors.
Vorteilhaft ist das Computerprogramm derart ausgebildet, so dass es auf der Recheneinheit der Steuereinrichtung des Fahrzeugs installierbar und dort ablauffähig ist.
Vorteilhaft wird das Computerprogrammprodukt zur Durchführung des Verfahrens in einen Arbeitsspeicher der Recheneinheit geladen und von dort aus ausgeführt.
Durch die Ausgestaltung der Erfindung als Computerprogrammprodukt kann eine Integration der Erfindung auf eine besonders einfache Art und Weise erfolgen.
Das Fahrzeug, insbesondere Kraftfahrzeug oder Schienenfahrzeug, umfassend eine Steuereinrichtung gemäß der vorstehenden Beschreibung.
Vorteilhaft handelt es sich bei dem Fahrzeug um ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug oder zumindest zeitweise elektrisch angetriebenes Fahrzeug.
Darüber hinaus ist das Fahrzeug vorteilhaft abschnittsweise als selbstfahrendes Fahrzeug (im Sinne des autonomen Fahrens) ausgebildet.
Im Folgenden wird die Erfindung weiter durch Figuren näher beschrieben und erläutert. Die in den Figuren gezeigten Ausgestaltungen sind lediglich beispielhaft und schränken die Erfindung keinesfalls ein.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Fahrzeug mit einer beispielhaften Steuereinrichtung; Fig. 2 eine beispielhafte Wirkungsweise einer Ontologie; Fig. 3 eine weitere beispielhafte Wirkungsweise einer Ontologie sowie
Fig. 4 eine Steuereinrichtung mit einem dezentralen Server.
Fig. 1 zeigt ein Fahrzeug 1 mit einer beispielhaften Steuereinrichtung SE. Die Steuereinrichtung SE umfasst eine Recheneinheit RE und eine Ontologie. Die Ontologie ON ist vorzugsweise einem Speicher 9, welcher der Recheneinheit RE zugeordnet ist, hinterlegt. Die Steuereinrichtung SE weist einen Eingang für eine Eingabesignal I einer Eingabevorrichtung EV auf. Weiter weist die Steuereinrichtung SE Eingänge für Sensorsignale S1, S2, S3 auf, wobei die Sensorsignale S1, S2, S3 von jeweils mit der Steuereinrichtung verbundenen Sensoren 3a, 3b, 3c bereitgestellt werden.
Die Steuereinrichtung weist weiter Ausgänge für Ausgangssignale A1 , A2 auf, wobei die Ausgangssignale A1 , A2 an Aktoren 5a, 5b bereitstellbar sind. Die Steuereinrichtung SE kann als Mikrokontroller ausgebildet sein. Als Eingänge oder Ausgänge dienen vorteilhaft Anschlüsse des jeweiligen Fahrzeugbus, beispielhaft ein CAN-BUS.
Fig. 2 zeigt eine beispielhafte Wirkungsweise der Ontologie ON. Der Ontologie ON werden ein Eingabesignal I sowie zumindest ein Sensorsignal S1 (hier beispielhaft von einem ersten Sensor 3a) bereitgestellt. Die Ontologie ON ist dazu eingerichtet, anhand des Eingangssignals I und vorteilhaft nach Maßgabe des zumindest einen Sensorsignals S1 zu entscheiden, für welchen Aktor 5a ein Ausgangssignal A1 bereitgestellt wird. Mit anderen Worten dient die Ontologie ON dazu, zu entscheiden, welcher Aktor 5a (beispielhaft könnte auch ein anderer/weiterer Aktor 5b, 5c gewählt werden) bei dem jeweiligen Eingabesignal I eine Aktion ausführen soll. Vorteilhaft entscheidet die Ontologie ON auf Grundlage der Sensorsignal S1 und der hinterlegten Regelungen des Verkehrs.
Die Regeln des Verkehrs können als dem Fahrzeug zugeordnete Verkehrsregeln ausgebildet sein. Die Regeln des Verkehrs sind bei einem Straßenfahrzeug vorteilhaft als Straßenverkehrsgesetz und/oder als Straßenverkehrsordnung in der Ontologie ON hinterlegt. Die Ontologie ON kann auch als lernfähiger Algorithmus ausgebildet sein, wobei der lernfähige Algorithmus unter Beachtung der jeweils gültigen Regelungen
des Verkehrs angelernt worden ist. Ein lernfähiger Algorithmus ist vorzugsweise als Entscheidungslogik oder als neuronales Netz ausgebildet.
Fig. 3 zeigt eine weitere beispielhafte Wirkungsweise einer Ontologie NO. Wie schon vorstehend ausgeführt, dient die Ontologie ON zu einer Entscheidung zu einer Bereitstellung eines Ausgangssignals A1 für einen Aktor 5a auf Grundlage eines Eingabesignals I und optional eines Eingangssignals S1. Bei der in Fig. 3 gezeigten Wirkungsweise handelt es sich um die Entscheidung der Ontologie ON, ob ein Ausgangssignal A1 für einen Aktor 5a bereitgestellt wird (oder nicht). Die Entscheidung wird durch das Fragezeichen symbolisiert. Auch hier entscheidet die Ontologie ON vorteilhaft anhand der vorliegenden Regelungen des Verkehrs, ob nach der Maßgabe der Regelungen, insbesondere gemäß der Straßenverkehrsordnung, eine Aktion des jeweiligen Aktors statthaft/erlaubt ist.
Insofern die Aktion erlaubt ist, wird das Ausgangssignal A1 , A2 nach Maßgabe der Ontologie ON bereitgestellt. Insofern die Aktion nach der Ontologie ON nicht erlaubt oder nicht statthaft ist, so kann ein Warnsignal durch die Steuereinrichtung SE bereitgestellt werden (nicht in der Fig. gezeigt). Der Fahrer kann in einem solchen Fall beispielhaft durch ein erneutes Betätigen der Eingabevorrichtung die Ontologie ON „überstimmen“ und die Aktion wird von dem jeweiligen Aktor 5a, 5b trotz der, in der Ontologie ON hinterlegten oder berücksichtigten, Regelungen des Verkehrs ausgeführt.
Fig. 4 zeigt eine Steuereinrichtung SE mit einem dezentralen Server 11 . Der dezentrale Server 11 ist beispielhaft durch eine Daten-Cloud oder ein Rechner im Internet ausgebildet. Der dezentrale Server 11 stellt vorteilhaft eine Ontologie ON an die Steuereinrichtung SE bereit. Die Steuereinrichtung SE ist über eine technische Datenverbindung 13 mit dem dezentralen Server 11 verbunden. Die technische Datenverbindung kann durch ein Mobilfunknetz gemäß dem Standard 4G, 5G oder in Zukunft 6G ausgebildet sein.
Vorteilhaft kann die Steuereinrichtung SE auf die Ontologie ON auf dem dezentralen Server 11 zugreifen. Vorteilhaft kann die Ontologie ON von dem dezentralen Server 11 in den Speicher 9 des Fahrzeugs 1 , insbesondere in den Speicher 9 der Steuereinrichtung SE übertragen oder kopiert werden.
Die technische Datenverbindung 13 kann auch durch ein Kabel ausgebildet sein, insbesondere durch ein Ladekabel eines elektrisch angetriebenen Fahrzeugs. Besonders vorteilhaft ist die technische Datenverbindung 13 als kabellose technische Datenverbindung 13, beispielhaft als W-LAN oder als Mobilfunknetzwerk ausgebildet. So kann der dezentrale Server 11 vorteilhaft mit einer Ladesäule kommunizieren und mit Hilfe der Ladesäule die Daten für den Speicher 9 des Fahrzeugs 1 oder der Steuereinrichtung SE bereitstellen.