System mit handgehaltener Pipettiervorrichtung
Die Erfindung bezieht sich auf ein System mit mindestens einer handgehaltenen Pipettier vorrichtung, und ein Verfahren zu dessen Verwendung.
Solche handgehaltenen Pipettiervorrichtungen werden üblicherweise in medizinischen, bi ologischen, biochemischen, chemischen und anderen Laboratorien verwendet. Sie dienen im Labor zum Transport und Übertragen von fluiden Proben mit kleinen Volumina, insbe sondere zur präzisen Dosierung der Proben. Zwei bekannten Klassen solcher handgehal tenen Pipettiervorrichtungen unterscheiden sich durch das jeweilige physikalische Prinzip der Flüssigkeitsaufnahme bzw. -abgabe. Entweder erfolgt die Dosierung der Flüssigkeit durch das Luftpolsterprinzip oder es kommt das Prinzip der Direktverdrängung zum Ein satz. Die erste Klasse von Geräten wird als Luftpolsterpipetten bezeichnet, die zweite Klasse als Direktverdränger.
Luftpolsterpipetten verwenden ein Kolben-Zylinder-System, mit dem die eigentliche Ab messung erfolgt. Ein Luftpolster trennt die in eine Kunststoffspitze aufgesaugte Probe vom Kolben im Inneren der Pipette. Beim Heraufgleiten des Kolbens entsteht ein Unterdrück in der Spitze, der das Aufsteigen der Flüssigkeit in die Spitze bewirkt. Das durch den Kolben bewegte Luftpolster wirkt wie eine elastische Feder, an der das Flüssigkeitsvolumen in der Spitze hängt. Bei handgehaltenen Pipettiervorrichtungen, die nach dem Prinzip der Direkt verdrängung arbeiten, kommen als Transferbehälter Spitzen mit einem integrierten Kolben zum Einsatz, der mit der Kolbenstange des Dosiergeräts während des Pipettiervorgangs gekoppelt ist und den eigentlichen Dosiervorgang übernimmt. Da der Kolben in diesem Fall das gesamte Innenvolumen der Spitze verdrängen kann, bildet sich zwischen aufge saugter Probe und Kolbenende im Wesentlichen kein Luftpolster. Beide Klassen von hand gehaltenen Pipettiervorrichtungen, die Luftpolsterpipetten und die Direktverdränger, wer den jeweils auch unter den Begriff Kolbenhubpipette gefasst.
Es gibt handgehaltene Pipettiervorrichtungen, deren Kolbensystem manuell angetrieben wird, und solche mit elektrischem Antrieb. Eine elektrisch angetriebene, handgehaltene
Kolbenhubpipette ist oftmals durch mindestens ein Pipettierprogramm steuerbar, um min destens eine Art von Pipettiervorgang automatisiert oder teilautomatisiert durchzuführen.
Handgehaltene Pipetten sind für die einhändige Benutzung durch menschliche Nutzer ausgebildet. Es gibt aber auch Laborautomaten mit roboterisierten Greifarmen, deren Greifwerkzeuge die T ätigkeiten einer menschlichen Hand zur Bedienung einer handgehal tenen Pipette nachbilden und die zum Hantieren und Betreiben einer handgehaltenen Pi pette eingerichtet sind.
Bei einer Pipettiervorrichtung kann die durch eine einzelne Betätigung abgegebene Pro benmenge der in das Gerät aufgesaugten Probenmenge entsprechen. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass eine mehreren Abgabemengen entsprechende aufgenommene Probenmenge schrittweise wieder abgegeben wird. Zudem wird zwischen Einkanal-Pipet- tiervorrichtungen und Mehrkanal-Pipettiervorrichtungen unterschieden, wobei Einkanal- Pipettiervorrichtungen nur einen einzigen Abgabe-/Aufnahmekanal enthalten und Mehrka- nal-Pipettiervorrichtungen mehrere Abgabe-/Aufnahmekanäle enthalten, die insbeson dere das parallele Abgeben oder Aufnehmen mehrerer Proben erlauben.
Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung beschriebenen handgehaltenen Pipettiervor richtungen sind vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, handgehaltene, computergesteu erte Kolbenhubpipetten mit elektrischem Kolbenantrieb, auch bezeichnet als handgehal tene, elektrische Pipettiervorrichtungen oder handgehaltene, elektrische Kolbenhubpipet ten.
Ein Beispiel für eine handgehaltene, elektronische Luftpolsterpipette des Stands der Tech nik ist die Eppendorf Xplorer® und Xplorer® plus der Eppendorf AG, Deutschland, Ham burg; Beispiele für handgehaltene, elektronische Dispenser sind die Multipette® E3 und Multipette® E3x der Eppendorf AG, Deutschland, Hamburg.
Elektrische Pipettiervorrichtungen bieten zahlreiche Vorteile gegenüber nicht-elektrischen Pipettiervorrichtungen, da eine Vielzahl von Funktionen in einfacher weise implementiert
werden kann. Insbesondere lässt sich bei elektrischen Pipettiervorrichtungen die Durch führung von bestimmten, programmgesteuerten Pipettiervorgängen vereinfachen, indem diese automatisiert oder teilautomatisiert werden. Typische Pipettierparameter zum Steu ern solcher Pipettiervorgänge mittels entsprechender Pipettierprogramme betreffen das Volumen beim Ansaugen oder Abgeben von Flüssigkeit, deren Reihenfolge und Wieder holungen, und gegebenenfalls deren zeitliche Parameter bei der zeitlichen Verteilung die ser Vorgänge. Eine elektrische Pipettiervorrichtung kann dazu ausgebildet sein, in einem Betriebsmodus oder mehreren Betriebsmodi betrieben zu werden. Ein Betriebsmodus kann vorsehen, dass ein Satz mit einem oder mehreren Pipettierparametern der Pipettier vorrichtung, die einen Pipettiervorgang der Pipettiervorrichtung beeinflussen oder steuern, automatisch abgefragt, eingestellt und/oder angewandt wird.
Es sind handgehaltene Pipettiervorrichtungen bekannt, bei denen ein berührungsempfind licher Bildschirm verwendet wird, um dem Benutzer die Eingabe von Pipettierparametern zu erlauben, anhand derer ein Pipettiervorgang von der handgehaltenen Pipettiervorrich tung zumindest teilweise automatisiert durchführbar ist.
Ein komfortables Pipettiersystem wird unter der Bezeichnung „VisioNize® pipette mana- ger“ bzw. „Connected Pipettes“ von der Eppendorf AG, Hamburg, Deutschland vertrieben. Eine produktive und effiziente Arbeitsumgebung wird dabei erzeugt, indem einerseits handgehaltene Pipettiervorrichtungen und zudem ein drahtlos mit diesen kommunizieren der portabler PC in einem Geräteverbund agieren. Mittels des portablen PCs sind die Pi pettiervorrichtungen konfigurierbar, insbesondere sind Pipettierparameter eines oder meh rerer Pipettiervorgänge festlegbar. Der portable PC ist ein Bedienmodul mit Touchscreen. Im Zentrum der Funktionalität steht eine Software, bezeichnet als „VisioNize® pipette ma- nager“, welche die Konfiguration einer oder mehrerer handgehaltener Pipettiervorrichtun gen per drahtloser Datenverbindung erlaubt. Bei diesem System lassen sich mehrere Pi pettiervorrichtungen desselben Typs oder unterschiedlicher Art ansteuern.
Ein wichtiger Aspekt bei der effizienten Ausübung von Laborarbeit ist die Reproduzierbar keit von in Experimenten durchgeführten Pipettiermethoden, die eine Abfolge von an La-
borproben durchgeführten Pipettiervorgängen beinhalten. Bei dem genannten Pipettier system wurde eine Dokumentationsfunktion eingeführt, die der vorliegenden Erfindung zu grunde liegt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein System zur Aufzeichnung von Pipettiervorgängen in benutzerdefinierten Experimenten bereitzustellen.
Die Erfindung löst diese Aufgabe insbesondere mittels der Gegenstände der unabhängi gen Ansprüche. Bevorzugte Ausgestaltungen sind Gegenstände der Unteransprüche und sind zudem der Beschreibung zu entnehmen.
Die Erfindung betrifft ein System zur Aufzeichnung von Pipettiervorgängen in benutzerde finierten Experimenten, bei denen mindestens eine handgehaltene Pipettiervorrichtung zum Pipettieren mindestens einer Probe verwendet wird. Ein Experiment beinhaltet eine Methode, die durch eine Abfolge von Pipettiervorgängen definiert wird. Ein Parametersatz von Pipettierparametern definiert einen Pipettiervorgang. Ein Pipettiervorgang ist eine Ab folge von Schritten, die von einer Pipettiervorrichtung automatisch bzw. teilautomatisch - oft sind ein oder mehrere Triggereingaben des Benutzers erforderlich- ausgeführt werden und die insbesondere die elektronisch/software-gesteuerte oder manuell gesteuerte Be wegung eines Bewegungselements, insbesondere Kolbens, beinhalten, durch die eine oder mehrere flüssige Laborproben pipettiert werden. „Pipettieren“ beinhaltet in diesem Kontext: das Ansaugen mindestens einer flüssigen Probe in mindestens einen Pipettier behälter, insbesondere eine Pipettenspitze oder Dispenserspritze; ein nachfolgendes Hal ten der Probe in dem mindestens einen Pipettierbehälter; und die Probenabgabe aus dem mindestens einen Pipettierbehälter in einen oder mehrere Zielbehälter. Der durch die Pi pettierparameter definierte Pipettiervorgang kann einem Betriebsmodus der Pipettiervor richtung zugeordnet sein. Eine Pipettiervorrichtung kann eine Vielzahl von Betriebsmodi anbieten, die den Benutzer bei einer Vielzahl von Anwendungsszenarien unterstützen. Diese werden nachfolgend noch erläutert.
In Laboren durchgeführte Tätigkeiten, bei denen Pipettiervorgänge eingesetzt werden, fol gen einem Ablauf, der letztlich von jedem Benutzer individuell vorgebbar oder zumindest
beeinflussbar ist. Die Summe der Tätigkeiten eines Benutzers, die dieser vornimmt, um eine oder mehrere flüssige Proben ausgehend von einem Anfangszustand bis zu einem Endzustand zu bearbeiten, wird als Experiment bezeichnet. Typischerweise werden nicht nur eine Anzahl von Proben verwendet, sondern auch eine Vielzahl von unterschiedlichen Pipettiervorrichtungen und dazu kompatiblen Pipettierbehältern, die insbesondere unter schiedliche Nennvolumina aufweisen können. In einem Experiment wird die Effizienz durch eine Protokollierfunktion erheblich verbessert, wenn die einzelnen Pipettiervorgänge nicht manuell vom Benutzer in einem Laborbuch aufgezeichnet werden müssen sondern elektronisch/softwaregesteuert erfasst werden.
Die Methode wird vorzugsweise nicht vorab definiert (festgelegt). Das Besondere ist, dass individuell entstehende Methoden aufgezeichnet werden können. Dadurch ist die Verwen dung des erfindungsgemäßen Systems bzw. des erfindungsgemäßen Verfahrens funktio nell und flexibel. Dies gilt insbesondere im Vergleich mit Systemen des Stands der Tech nik, bei denen ein Experiment stets einem vorgegebenen Protokoll folgen muss. Bei der vorliegenden Erfindung kann die Methodenaufzeichnung selber zur Definition der Methode verwendet werden, die dann für nachfolgende erneute Benutzung bzw. andere Benutzer verfügbar gemacht werden kann. Dies geht über die reine Eignung der Methodenaufzeich nung als Dokumentationsinstrument hinaus.
Die Methode wird vorzugsweise erst durch deren Ausführung und Aufzeichnung vom aus führenden Benutzer definiert. Sie wird insbesondere nicht vorher festgelegt und wird ins besondere nicht gemäß einem vorgegebenen Plan ausgeführt. Der Benutzer legt durch sein Handeln, also durch Wahl und Ausführung von Pipettiervorgängen, die Methode fest. Die Methode ist insofern nicht vorbekannt. Sie ist insbesondere nicht durch eine vorpro grammierte Definition und/oder Abfolge von Pipettiervorgängen vordefiniert.
Ein Experiment beinhaltet eine Methode, die durch eine Abfolge von Pipettiervorgängen definiert wird. Solange die Methode noch definiert wird, gilt diese vorzugsweise als noch nicht definiert. Die Methode ist dann definiert, wenn die zur Reproduktion der Methode erforderlichen Parameter in einer Datenspeichereinrichung des Systems gespeichert sind,
insbesondere die zur Definition der Pipettiervorgänge der Methode erforderlichen Pipet tierparameter und die Abfolge der Pipettiervorgänge, insbesondere die Reihenfolge von deren Durchführung und/oder eine zeitliche Planung der Abfolge. Die Methode ist dann fertig definiert, wenn der die Methode ausführende Benutzer die Methode durch Eingabe an der Benutzerschnittstelleneinrichtung beendet, wodurch die Methodenaufzeichnung beendet wird und die Methode abschließend bekannt und festgelegt ist. Ein Experiment beinhaltet insbesondere eine nicht vorbekannte Methode, die erst durch Ausführen einer Abfolge von Pipettiervorgängen definiert wird.
Die Methode ist vorzugsweise benutzerdefiniert und insbesondere nicht vordefiniert.
In einer allgemeineren Ausführung des erfindungsgemäßen Systems und des erfindungs gemäßen Verfahrens kommt es nicht darauf an, ob ein bestimmter Benutzer oder wech selnde Benutzer oder Benutzer mit gleichen oder unterschiedlichen Benutzerrollen, also hinsichtlich ihrer von der Datenverarbeitungseinrichtung optional unterschiedlich oder identisch vergebenen Benutzerrechten, die Methode und/oder deren Methodenaufzeich nung definiert und/oder ausführt. Dabei ist es möglich, dass keine Benutzerauthentifizie- rung implementiert ist, oder alternativ, dass eine Benutzerauthentifizierung implementiert ist. Vorzugsweise ist das System bzw. die Datenverarbeitungseinrichtung dazu program miert, dass eine Methode, insbesondere die erste und/oder zweite Methode, unabhängig von einer Identität des Benutzers definiert und/oder ausgeführt werden kann. Vorzugs weise ist das System bzw. die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert, dass die Ausführung der Methode in Form der Methodenaufzeichnung unabhängig von der Identität des Benutzers dokumentiert werden kann. Durch diese Maßnahmen ist ein ent sprechend gestaltetes System besonders flexibel verwendbar, da insbesondere jeder An wender des Systems ein Experiment konzipieren und die zugehörige Methode festlegen, aufzeichnen, pausieren und fortsetzen bzw. beenden kann.
Es ist aber auch möglich und bevorzugt, dass eine Benutzerauthentifizierung implemen tiert ist und dass das System bzw. die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert ist, dass eine Methode, insbesondere die erste und/oder zweite Methode, abhängig von einer Identität des Benutzers definiert und ausgeführt werden kann. Vorzugsweise ist das
System bzw. die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert, dass die Ausführung der Methode in Form der Methodenaufzeichnung abhängig von der Identität des Benut zers dokumentiert werden kann. Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise dazu programmiert, Nutzer des Systems zu unterscheiden, insbesondere durch ein Authentifi- zierungsverfahren. Ein Nutzer kann nutzergruppenspezifische Rechte haben kann; insbe sondere kann dieser Nutzer ein Administrator-Nutzer sein, oder auch ein Anwender-Nut zer sein, wobei diesen beiden Rollen unterschiedliche Benutzerrechte zugeschrieben sind, gemäß einer Zuordnungsliste, die in einer Datenspeichereinrichtung des Systems gespei chert ist. In der Zuordnungsliste sind vorzugsweise in Bezug auf jede Benutzerrolle die entsprechenden Benutzerrechte hinsichtlich des Lesens und Schreibens von Dateien und/oder der Zugriff auf Funktionen des Systems verzeichnet.
Die Methode beinhaltet vorzugsweise eine benutzerdefinierte Abfolge von Pipettiervorgän gen, deren Reihenfolge und/oder Pipettierparameter von einem Benutzer (insbesondere synonym zum Begriff „Benutzer“ kann der Begriff „Nutzer“ verwendet werden) festlegbar ist. Der die Abfolge von Pipettiervorgängen einer Methode definierende Benutzer ist ins besondere jener Benutzer, der auch die Methode ausführt, indem er beispielsweise die Pipettiervorgänge der Methode durch Betätigen eines Betätigungselements einer Pipet tiervorrichtung des Systems initiiert bzw. startet, der auch die Durchführung der ersten Methodenaufzeichnung mittels der Eingabe an der Benutzerschnittstelleneinrichtung pau siert, und/oder der auch die pausierte, erste Methodenaufzeichnung durch eine Eingabe an der Benutzerschnittstelleneinrichtung fortsetzt, oder die pausierte, erste Methodenauf zeichnung durch eine Eingabe an der Benutzerschnittstelleneinrichtung beendet. Dabei kann, wie ausgeführt, das System bzw. die Datenverarbeitungseinrichtung dazu program miert sein, dass eine Benutzerauthentifizierung implementiert ist, oder alternativ, dass keine Benutzerauthentifizierung implementiert ist.
Der die Abfolge von Pipettiervorgängen einer Methode definierende Benutzer ist insbe sondere ein Benutzer, der auch die Methode ausführt, indem er beispielsweise die Pipet tiervorgänge der Methode durch Betätigen eines Betätigungselements einer Pipettiervor richtung des Systems initiiert bzw. startet. Der die Abfolge von Pipettiervorgängen einer
Methode definierende Benutzer ist insbesondere jener Benutzer, der auch die Durchfüh rung der ersten Methodenaufzeichnung mittels der Eingabe an der Benutzerschnittstellen einrichtung pausiert. Der Benutzer ist insbesondere jener Benutzer, der auch die Durch führung der ersten Methodenaufzeichnung mittels der Eingabe an der Benutzerschnittstel leneinrichtung pausiert. Der Benutzer ist insbesondere jener Benutzer, der auch die pau sierte, erste Methodenaufzeichnung durch eine Eingabe an der Benutzerschnittstellenein richtung fortsetzt, oder die pausierte, erste Methodenaufzeichnung durch eine Eingabe an der Benutzerschnittstelleneinrichtung beendet.
Das erfindungsgemäße System ist ein System zur Aufzeichnung von Pipettiervorgängen in einem benutzerdefinierten Experiment, das insbesondere eine nicht vorbekannte Me thode enthält und insofern erst vom ausführenden Benutzer definiert wird.
Grundsätzlich ist es abr auch möglich und bevorzugt, dass bei einem erfindungsgemäßen System eine Methode durch einen Methodenparameterdatensatz festgelegt ist, der in ei ner Datenspeichereinrichtung des Systems gespeichert ist und der von der Datenspei chereinrichtung gelesen wird, damit der Benutzer die im Methodenparameterdatensatz festgelegte Abfolge von vorgegebenen Pipettiervorgängen ausführt. Dabei verliert man zwar den Vorteil, dass der ausführende Benutzer eine Methode durch deren Ausführung selber definieren kann, es bleib aber der Vorteil der Dokumentation durch die Methoden aufzeichnung erhalten. In dieser Methodenaufzeichnung können vorzugsweise eine Reihe von Daten mitgespeichert sein, die insbesondere im Methodenparameterdatensatz nicht enthalten sind, z.B. zeitliche Parameter, die individuell vom ausführenden Benutzer der vordefinierten Methode gewählt wurden, und/oder vorzugsweise Sensordaten, z.B. ein Neigungswinkel der Pipettiervorrichtung, und/oder Beschleunigungsdaten, und/oder Um weltparameterdaten (z.B. Temperatur, Luftfeuchte), die aus der Sensoreinrichtung einer Pipettiervorrichtung oder des Systems stammen können.
Typisch für elektrische Pipettiervorrichtungen ist, dass vom Benutzer die erforderlichen Pipettierparameter vor Durchführung festgelegt werden. Zu diesem Zweck ist eine Daten verarbeitungseinrichtung dazu programmiert, mittels einer Benutzerschnittstelleneinrich tung, z.B. eines Touchscreens, Parameterwerte benutzerdefinierbarer Pipettierparameter
mindestens eines Parametersatzes zu erfassen, die den mindestens einen, mittels der mindestens einen handgehaltenen Pipettiervorrichtung durchzuführenden, Pipettiervor gang definieren.
Eine Pipettiervorrichtung weist vorzugsweise mindestens ein Betätigungselement auf, mit dem der Benutzer Eingaben an der Pipettiervorrichtung vornehmen kann, insbesondere einen dann automatisch durchgeführten Pipettiervorgang -und/oder dessen Teilvorgänge starten kann. Die Betätigungen des mindestens einen Betätigungselements im Verlauf ei nes Pipettiervorgangs und/oder die Summe der Ereignisse im Verlauf eines oder mehrerer Pipettiervorgänge einer Methode können durch die Datenverarbeitungseinrichtung ebenso in Aufzeichnungsdaten aufgezeichnet werden wie, vorzugsweise jeweils optional, Infor mationen über mindestens eines der folgenden: einen verwendeten Betriebsmodus, die beim Pipettiervorgang angewandten Pipettierparameter, Anfangs- und/oder Endzeit der Pipettiervorgänge oder deren Teilschritte, Identifikationsdaten -z.B. Seriennummern- der eingesetzten individuellen Pipettiervorrichtungen, Identifikationsdaten des -gegebenen falls zuvor authentifizierten oder ausgewählten- Benutzers, der in der Regel der ausfüh rende Verantwortliche eines Experiments sein wird, sowie andere Daten, die von anderen am Experiment beteiligten Geräten und/oder Sensoren eines Labors bereitgestellt sein können.
Die Dokumentierfunktion wird im System implementiert, indem als Systemmerkmal eine Methodenaufzeichnung vorgesehen ist, die mittels einer entsprechend programmierten Datenverarbeitungseinrichtung umgesetzt ist. Wenn diese Methodenaufzeichnung als „erste Methodenaufzeichnung“ bezeichnet wird, dient dies lediglich einer Namensgebung, die den Rückbezug auf dieses Systemmerkmal erlaubt. Systemintern ist die erste Metho denaufzeichnung über „erste Methoden-Identifikationsdaten“ referenzierbar. Die Begriffe „erste“ und „zweite“, etwa auch „dritte“ usw., die im Rahmen dieser Beschreibung zur Be zeichnung von Gegenständen verwendet werden, sollen typischerweise als Namensge bung verstanden werden, und dienen in der Regel nicht zur Bezeichnung einer Reihen folge oder Benennung einer Anzahl, es sei denn dies ergibt sich im jeweiligen Kontext als zutreffend. Insbesondere bedeutet die Nennung „erste Methodenaufzeichnung“ und
„zweite Methodenaufzeichnung“ nicht, dass keine dritte und weitere Methodenaufzeich nung möglich wäre, die Bezeichnung „erste“ und „zweite“ dienen in diesem Kontext vor allem der Unterscheidung der Methodenaufzeichnungen.
Die Erfindung sieht ausdrücklich vor, dass auch eine Mehrzahl von Methodenaufzeichnun gen parallel zueinander durchgeführt werden können. Die Datenverarbeitungseinrichtung kann programmiert sein, Parameterwerte von mehreren im Wesentlichen parallel stattfin denden Pipettiervorgängen zu verarbeiten und insbesondere in derselben Methodenauf zeichnung oder in unterschiedlichen Methodenaufzeichnungen zu speichern. Beispiels weise könnte, in einem Ausnahmefall, ein Benutzer jeweils mit einer Hand eine bestimmte Pipettiervorrichtung zeitgleich bedienen, und deren Parameterwerte könnten im Wesentli chen parallel zur ersten Kommunikationseinrichtung übertragen werden, um in derselben Methodenaufzeichnung oder in unterschiedlichen Methodenaufzeichnungen gespeichert zu werden. Diese Art der parallelen Aufzeichnung ist nicht zu verwechseln mit der ver schachtelten Aufzeichnung, die durch das erfindungsgemäße System ermöglicht wird.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise dazu programmiert, mindestens eine Pipettiervorrichtung zur Verwendung mit der ersten Methode zu registrieren, indem insbe sondere die Identifikationsdaten, insbesondere eine Seriennummer der Pipettiervorrich tung, insbesondere gemeinsam mit den ersten Methoden-Identifikationsdaten im ersten Methodendatensatz, gespeichert werden.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise dazu programmiert, bei der Regist rierung einer Pipettiervorrichtung zur Verwendung mit der ersten Methode anhand der Identifikationsdaten der Pipettiervorrichtung zu prüfen, ob die Pipettiervorrichtung bereits in einer anderen laufenden -also gestarteten und noch nicht beendeten, Methodenauf zeichnung registriert ist, und insbesondere, falls dies der Fall ist, die erste Pipettiervorrich tung nicht zur Verwendung mit der ersten Methode zu registrieren. Auf diese Weise wird eine Pipettiervorrichtung nur genau einer laufenden Methodenaufzeichnung zugeordnet sein, was Verwechslungen seitens des Nutzers verhindert und die Sicherheit der Arbeit mit dem System verbessert.
Das Pausieren einer Methodenaufzeichnung erlaubt einerseits ein undokumentiertes Ar beiten, also Durchführen von Pipettiervorgängen mit mindestens einer Pipettiervorrich tung, die -zumindest vor der Aufzeichnungspause- zur Verwendung mit der ersten Me thode registriert ist bzw. war. Andererseits lässt sich diese mindestens eine Pipettiervor richtung einer anderen, während der Aufzeichnungspause gestarteten oder laufenden, Methodenaufzeichnung per Registrierung zuordnen, was eine effizientere Nutzung vor handener Pipettiervorrichtungen unter im Wesentlichen kontinuierlicher Nutzung einer Do kumentationsfunktion ermöglicht. Diese Art der Verschachtelung von Methodenaufzeich nungen ist deshalb eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung.
Während der ersten Methodenaufzeichnung wird in der Datenspeichereinrichtung insbe sondere eine erste Abfolge von Parametersätzen aufgezeichnet, welche einer mittels der mindestens einen handgehaltenen Pipettiervorrichtung durchgeführten ersten Abfolge von Pipettiervorgängen entspricht, die bei einem ersten Experiment verwendet werden. In ei nem ersten Aufzeichnungsabschnitt der ersten Methodenaufzeichnung wird insbesondere eine erste Untermenge der ersten Abfolge von Pipettiervorgängen im ersten Methodenda tensatz gespeichert. In einem zweiten Aufzeichnungsabschnitt der ersten Methodenauf zeichnung wird insbesondere eine zweite Untermenge der ersten Abfolge von Pipettier vorgängen im ersten Methodendatensatz gespeichert. In einem dritten (i-ten, i eine natür liche Zahl) Aufzeichnungsabschnitt der ersten Methodenaufzeichnung wird insbesondere eine dritte (i-te) Untermenge der ersten Abfolge von Pipettiervorgängen im ersten Metho dendatensatz gespeichert. Zwischen den Aufzeichnungsabschnitten liegt insbesondere jeweils eine Aufzeichnungspause. Die Pipettiervorgänge einer Methodenaufzeichnung werden also, insbesondere durch eine oder mehrere Pausen, unterbrochen, sukzessive im ersten Methodendatensatz gesammelt und gespeichert. Die Pausendauer ist zeitlich nicht beschränkt und hängt vom Benutzervorgehen ab.
Das erfindungsgemäße System bzw. die Dokumentierfunktion ist vorzugsweise dadurch gekennzeichnet, dass die Methodenaufzeichnung pausiert werden kann. Damit ist nicht ausschließlich gemeint, dass zwischen den Zeitintervallen der Aufzeichnung von Aufzeich nungsabschnitten einer Methodenaufzeichnung ein zeitlicher Versatz existiert. Vielmehr
ist vorzugsweise vorgesehen, dass ein Benutzer die Methodenaufzeichnung durch manu elle Eingabe am System, insbesondere an der Benutzerschnittstelleneinrichtung, aktiv pausiert, nämlich in Abhängigkeit von einer Benutzereingabe am System, insbesondere an der Benutzerschnittstelleneinrichtung. Dadurch kann der Benutzer insbesondere einen oder mehrere Pipettiervorgänge durchführen oder sonstige Ereignisse -z.B. Konfiguratio nen- können an den Pipettiervorrichtungen des Systems, bzw. an den zur Verwendung mit einer Methode registrierten Pipettiervorrichtungen ausgeführt werden, die dann nicht in der Methodenaufzeichnung aufgezeichnet werden. Nach der Pause kann wahlweise die Methodenaufzeichnung fortgesetzt oder auch beendet werden. Die Datenverarbeitungs einrichtung ist vorzugsweise dazu programmiert, dass im Status der Pausierung -für den Benutzer wahlweise- ein Fortsetzen der ersten Methodenaufzeichnung oder deren Been den möglich ist.
Die Formulierung "in Abhängigkeit von einer Benutzereingabe" bedeutet, dass eine über die Benutzerschnittstelleneinrichtung erfolgende Benutzereingabe erfasst wird, und optio nal, dass deren Inhalt ausgewertet wird, und bedeutet, dass, wenn diese Benutzereingabe erfasst wird, die Methodenaufzeichnung begonnen, pausiert oder fortgesetzt wird -je nach Kontext der Formulierung „in Abhängigkeit von einer Benutzereingabe“.
Die Pausierung (auch bezeichnet als: das Anhalten) ist nicht gleichbedeutend mit dem Beenden der Methodenaufzeichnung. Die Pausierungsoption verleiht dem System eine zuvor nicht bekannte Flexibilität bei der Durchführung von Experimenten und deren Pro tokollierung in Laboren. Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise dazu pro grammiert, dass einer Methodenaufzeichnung, die durch Beendigung den Status „been det“ erhalten hat, keine weiteren Aufzeichnungsdaten, insbesondere keine Parameter werte, durch Speichern im ersten Methodendatensatz hinzugefügt werden können. Bei spielsweise kann dem ersten Methodendatensatz aber nach Beendigung der ersten Me thodenaufzeichnung ein Verifikationswert zugeordnet werden, um eine unentdeckte Ma nipulation des ersten Methodendatensatzes nach Beendigung der ersten Methodenauf zeichnung auszuschließen.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise dazu programmiert:
a) in Abhängigkeit von einer Benutzereingabe die Aufzeichnung eines ersten Auf zeichnungsabschnitts der ersten Methodenaufzeichnung zu starten, bei dem eine erste Untermenge der ersten Abfolge von Parametersätzen des ersten Experi mentabschnitts aufgezeichnet und als erster Methodendatensatz in der Daten speichereinrichtung gespeichert wird, b) in Abhängigkeit von einer Benutzereingabe die erste Methodenaufzeichnung zu pausieren.
Vorzugsweise ist dann vorgesehen: c) in Abhängigkeit von einer Benutzereingabe und in Abhängigkeit von den ersten Methoden-Identifikationsdaten den gespei cherten ersten Methodendatensatz auszuwählen und die das erste Experiment aufzeichnende erste Methodenaufzeichnung zu beenden oder fortzusetzen, in dem im Falle der Fortsetzung die Aufzeichnung eines zweiten Aufzeichnungsab schnitts der ersten Methodenaufzeichnung gestartet wird, bei dem die zweite Un termenge der ersten Abfolge von Parametersätzen des zweiten Experimentab schnitts aufgezeichnet wird. Im Falle des Beendens der ersten Methodenauf zeichnung ist die Datenverarbeitungseinrichtung vorzugsweise dazu program miert, dass eine weitere Fortsetzung der ersten Methodenaufzeichnung und/oder insbesondere deren nachträgliche Änderung nicht möglich ist.
Durch die Fortsetzbarkeit der ersten Methodenaufzeichnung ergeben sich zahlreiche vor teilhafte Anwendungsszenarien der Protokollierung: Es können eine Anzahl N>1 an Me thoden verschachtelt, parallel ausgeführt und auch aufgezeichnet werden. Dazu kann die erste Methodenaufzeichnung pausiert werden, eine zweite Methodenaufzeichnung fortge setzt oder gestartet werden, die zweite Methodenaufzeichnung pausiert werden, eine dritte Methodenaufzeichnung fortgesetzt oder gestartet werden, die dritte Methodenauf zeichnung pausiert werden usw.
Ein Verfahren zur Verwendung des Systems kann insbesondere folgende sukzessive Ar beitsweise vorsehen, die insbesondere folgende sukzessiv auszuführenden Schritte bein haltet, die Bestandteile eines Aufzeichnungsabschnitts sein können: a1) Konfigurieren mindestens einer Pipettiervorrichtung durch mindestens einen ersten
Parametersatz, der vom Benutzer an der Benutzerschnittstelleneinrichtung vorgegeben wird; a2) Durchführen mindestens eines Pipettiervorgangs gemäß der Konfiguration der min destens einen Pipettiervorrichtung durch den mindestens einen ersten Parametersatz; a3) Aufzeichnen der Parameterwerte des ersten Parametersatzes im ersten Methodenda tensatz; a4) Konfigurieren mindestens einer Pipettiervorrichtung durch mindestens einen zweiten Parametersatz, der vom Benutzer an der Benutzerschnittstelleneinrichtung vorgegeben wird; a5) Durchführen mindestens eines Pipettiervorgangs gemäß der Konfiguration der min destens einen Pipettiervorrichtung durch den mindestens einen zweiten Parametersatz; a6) Aufzeichnen der Parameterwerte des ersten Parametersatzes im ersten Methodenda tensatz; insbesondere kann entsprechend allgemein die folgende Sequenz mehrfach bzw. beliebig oft -und für jede beliebige Methodenaufzeichnung- wiederholt werden (j=1... n; n eine na türliche Zahl): aj) Konfigurieren mindestens einer Pipettiervorrichtung durch mindestens einen j-ten Pa rametersatz, der vom Benutzer an der Benutzerschnittstelleneinrichtung vorgegeben wird; aji) Durchführen mindestens eines Pipettiervorgangs gemäß der Konfiguration der min destens einen Pipettiervorrichtung durch den mindestens einen j-ten Parametersatz ajii) Aufzeichnen der Parameterwerte des j-ten Parametersatzes im ersten Methodenda tensatz.
Alternativ zu einer sukzessiven Konfiguration der Pipettiervorgänge könnte die Datenver arbeitungseinrichtung dazu programmiert sein, eine vom Benutzer an der Benutzerschnitt stelleneinrichtung definierte Sequenz von Parametersätzen zu ermitteln, mittels derer min destens eine Pipettiervorrichtung für mehrere sukzessive Pipettiervorgänge konfiguriert wird, wobei die entsprechenden Aufzeichnungsdaten sukzessive -z.B. nach Beendigung eines jeweiligen, durch einen Parametersatz definierten Pipettiervorgangs- an die erste Kommunikationseinrichtung zum Zwecke der Aufzeichnung übertragen werden können,
oder wobei die Aufzeichnungsdaten nicht sukzessive, sondern kontinuierlich, beispiels weise am Ende einer Methode oder eines Aufzeichnungsabschnitts, an die erste Kommu nikationseinrichtung zum Zwecke der Aufzeichnung übertragen werden können.
Die Methodenaufzeichnung(en) kann/können ein und demselben Benutzer zugeordnet sein oder unterschiedlichen Benutzern. Da die Methodenaufzeichnungen zeitlich ver schachtelt sind, ermöglicht dies die Nutzung ein und derselben Pipettiervorrichtung -z-B. durch deren Identifikationsdaten identifiziert- in mehreren der zeitlich verschachtelten Me thodenaufzeichnungen.
In einem typischen Anwendungsszenario führt ein Benutzer in einem ersten Experiment an ersten Proben eine erste Methode durch -z.B. Aufteilen einer Stammlösung -z.B. einer Zellsuspension- auf Einzelbehälter, Verteilen der Teile auf Einzelröhrchen, Hinzupipettie ren von einzumischender Flüssigkeit in jedes Einzelröhrchen. Dann kann das Zentrifugie ren der Proben in den Einzelröhrchen erforderlich sein. Dabei entsteht eine Wartezeit in nerhalb des ersten Experiments. Durch Pausieren der ersten Methodenaufzeichnung kann der Benutzer ein zweites, ebenfalls aufgezeichnetes Experiment beginnen, insbesondere unter Verwendung derselben Pipettiervorrichtungen, die bereits bei der ersten Methode verwendet wurden und dieser, insbesondere per Registrierung, zugeordnet sind, ohne eine unproduktive Arbeitspause einlegen zu müssen. Im Prinzip ist die Anzahl N der ver schachtelt aufzeichenbaren Methoden nicht begrenzt, insbesondere N>5, N>10 und ins besondere N zwischen 1 und 100.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise dazu programmiert, ein Authentifizie- rungsverfahren durchzuführen, bei dem ein Benutzer in einer Sitzung (session) angemel det wird und in Abhängigkeit von diesem Benutzer Benutzeridentifikationsdaten bestimmt werden, insbesondere durch Auswahl aus einer Sammlung bestehender Benutzeridentifi kationsdaten oder durch Zuordnung neu bestimmter, individueller Benutzeridentifikations daten. Die Methodenaufzeichnung erfolgt insbesondere in Abhängigkeit von Benutzeri dentifikationsdaten, insbesondere werden Benutzeridentifikationsdaten mit der Methoden aufzeichnung in der Datenspeichereinrichtung gespeichert.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise dazu programmiert, Nutzer des Sys tems zu unterscheiden, insbesondere durch ein Authentifizierungsverfahren. Dieses Vor gehen wird als Bestandteil eines optionalen, insbesondere von einem Nutzer aktivierbaren und/oder deaktivierbaren, Nutzermanagement angesehen, wobei dieser Nutzer nutzer gruppenspezifische Rechte haben kann; insbesondere kann dieser Nutzer ein Administ rator-Nutzer sein, der gegenüber einem Standardnutzer das Recht zum Aktivieren und/oder Deaktivieren des Nutzermanagements haben kann. Wenn das Nutzermanage ment aktiviert ist, kann nur der jeweilige Nutzer auf eine ihm zugeordnete Methode zugrei fen und diese fortsetzen. Wenn das Nutzermanagement deaktiviert ist, können verschie dene Nutzer auf eine Methode zugreifen (und diese damit auch fortsetzen). Bsp.: Labor mitarbeiter 1 startet Methode am Vormittag, Labormitarbeiter 2 führt die Methode am Nachmitttag fort.
Eine handgehaltene Pipettiervorrichtung zum Pipettieren mindestens einer flüssigen Probe kann eine nach dem Luftpolsterprinzip arbeitende Kolbenhubpipette sein oder eine nach dem Direktverdrängerprinzip arbeitende Repettierpipette, auch als Dispenser be zeichnet. Die handgehaltene Pipettiervorrichtung weist insbesondere auf:
* einen Verbindungsabschnitt zum Verbinden mindestens eines Pipettierbehälters ;
* ein elektrisch gesteuertes Bewegungselement zum Ansaugen mindestens einer Probe in mit den mindestens einen Pipettierbehälter, Halten der Probe in dem mindestens einen Pipettierbehälter und Probenabgabe aus dem mindestens einen Pipettierbehälter bei der Durchführung eines Pipettiervorgangs; und
* eine elektrische Steuereinrichtung, die zur Steuerung des Bewegungselements in Ab hängigkeit von dem mindestens einen Pipettierparameter eingerichtet ist;
Vorzugsweise: * eine Kommunikationseinrichtung zum Empfangen der Parameterwerte der benutzerdefinierbaren Pipettierparameter von einem entfernt von der Pipettiervorrich tung angeordneten Computergerät, insbesondere einem portablen PC, insbesondere ei nem Tablet-PC.
Das, insbesondere portable, Computergerät weist, jeweils vorzugsweise auf:
• diese Benutzerschnittstelleneinrichtung mit dem Display,
• diese Datenverarbeitungseinrichtung,
• optional : die erste Kommunikationseinrichtung zum Senden der Parameterwerte der benutzerdefinierbaren Pipettierparameter an die mindestens eine zweite Kom munikationseinrichtung der mindestens einen handgehaltenen Pipettiervorrich tung, und
• optional: diese Datenspeichereinrichtung,
• ein Gehäuse, in und/oder an dem die genannten Bestandteile angeordnet sind, und das insbesondere von einem Benutzer einhändig gehalten und das Computergerät insbesondere einhändig bedient werden kann.
Durch die Portabilität der Komponenten ist das System besonders flexibel und einfach im Labor verwendbar.
Anstelle eines portablen Computergeräts kann auch ein nicht-portables Computergerät, z.B. ein stationärer PC, bei ansonsten gleicher Funktionalität verwendet werden. Die Be nutzerschnittstelleneinrichtung mit dem Display kann prinzipiell auch Bestandteil einer Pi pettiervorrichtung sein.
Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert, um, nach dem Pausieren der ersten Methodenaufzeichnung in Schritt b), mittels der Benutzerschnittstel leneinrichtung mindestens einen weiteren Parametersatz mindestens eines weiteren Pi pettiervorgangs zu erfassen, der keinen Bestandteil der ersten Abfolge von Pipettiervor gängen bildet, und wobei insbesondere die Steuereinrichtung dazu eingerichtet ist, nach dem Pausieren der ersten Methodenaufzeichnung in Schritt b), das Bewegungselement in Abhängigkeit von dem mindestens einen weiteren Parametersatz zu steuern. Durch diesen Schritt wird der Vorteil umgesetzt, dass ein Pausieren der Methodenaufzeichnung auch das Pausieren eines protokollierten Experiments ermöglicht, wobei während der Pause in Form des Weiteren Pipettiervorgangs produktiv weitergearbeitet werden kann, der zumindest vom Benutzer konfiguriert oder auch vom Benutzer tatsächlich ausgeführt werden kann.
Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert, um nach dem
Pausieren der ersten Methodenaufzeichnung in Schritt b) und vor dem Start der Aufzeich nung des zweiten Aufzeichnungsabschnitts der ersten Methodenaufzeichnung in Schritt c), eine zweite Methodenaufzeichnung durchzuführen, der zweite (von den ersten Metho- den-ldentifikationsdaten verschiedene) Methoden-Identifikationsdaten zugeordnet sind und die in der Datenspeichereinrichtung eine zweite Abfolge von Parametersätzen auf zeichnet, welche einer mittels der mindestens einen handgehaltenen Pipettiervorrichtung durchgeführten zweiten Abfolge von Pipettiervorgängen entspricht, die bei einem zweiten Experiment verwendet werden, insbesondere auch Zeitdaten dieser Pipettiervorgänge aufzeichnet. Durch diesen Schritt wird der Vorteil umgesetzt, dass in einer Pause des ers ten Experiments ein zweites Experiment begonnen und auch aufgezeichnet werden kann, ohne die Aufzeichnung des ersten Experiments zu stören, die später fortgesetzt oder be endet werden kann. Ähnlich zu dem Fall, dass ein zweites Experiment (eine zweite Me thode) nach Schritt b) begonnen wird, kann auch ein zweites Experiment fortgesetzt wer den, vorausgesetzt, dass es bereits begonnen wurde, dessen Aufzeichnung bereits ge startet und zwischenzeitlich pausiert wurde. Die Anzahl der verschachtelten Experimente bzw. Methodenaufzeichnungen ist, wie bereits betont, nicht auf eine „erste“ und eine „zweite“ Methodenaufzeichnung beschränkt, es kann eine beliebige Anzahl von Metho den/Experimenten verschachtelt aufgezeichnet werden.
Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert, auf dem Display der Benutzerschnittstelleneinrichtung
* eine Bildschirmseite mit einer Schaltfläche anzuzeigen, deren Betätigen bzw. Be rühren eine Methodenaufzeichnung startet.
Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert, auf dem Display der Benutzerschnittstelleneinrichtung
* mindestens eine Bildschirmseite anzuzeigen, in welcher der Titel mindestens ei ner laufenden Methodenaufzeichnung angezeigt wird, insbesondere in welcher die Titel mehrerer laufender Methodenaufzeichnungen aufgelistet sind,
* mindestens ein Informationsfeld anzuzeigen, das den Status der entsprechenden Methodenaufzeichnung anzeigt, der beinhalten kann: Aufzeichnung ist pausiert oder Auf zeichnung läuft oder Aufzeichnung ist beendet.
Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert, auf dem Display der Benutzerschnittstelleneinrichtung
* eine Bildschirmseite anzuzeigen, in welcher der Titel mindestens einer laufenden Methodenaufzeichnung angezeigt wird, insbesondere in welcher die Titel mehrerer lau fender Methodenaufzeichnungen aufgelistet sind,
* mindestens eine Schaltfläche anzuzeigen, deren Betätigen bzw. Berühren die mindestens eine, mit der Schaltfläche assoziierte, zuvor pausierte Methodenaufzeich nung auswählt;
* und eine Schaltfläche anzuzeigen, deren Betätigen bzw. Berühren die ausge wählte pausierte Methodenaufzeichnung fortsetzt, insbesondere während mindestens eine andere Methodenaufzeichnung pausiert ist.
Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert, auf dem Display der Benutzerschnittstelleneinrichtung
* eine Bildschirmseite anzuzeigen, in welcher der Titel mindestens einer laufenden Methodenaufzeichnung angezeigt wird, insbesondere in welcher die Titel mehrerer lau fender Methodenaufzeichnungen aufgelistet sind,
* mindestens eine Schaltfläche anzuzeigen, deren Betätigen bzw. Berühren die mindestens eine, mit der Schaltfläche assoziierte, zuvor pausierte Methodenaufzeich nung auswählt;
* und eine Schaltfläche anzuzeigen, deren Betätigen bzw. Berühren die ausge wählte pausierte Methodenaufzeichnung fortsetzt.
Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert, mindestens ei nen Methodendatensatz mindestens einer beendeten Methodenaufzeichnung als Datei bereitzustellen, die auf ein externes Datenverarbeitungsgerät übertragbar ist, oder deren Inhalt ausgebbar ist durch Drucken, Anzeige auf dem Bildschirm, oder Übertragen zu ei nem externen Datenverarbeitungsgerät des Systems oder einem Server, der nicht Be standteil des Systems ist.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise dazu programmiert, während der
Durchführung einer Methodenaufzeichnung eine oder mehrere über die Benutzerschnitt stelleneinrichtung vom Benutzer durchgeführte Notizeingabe(n) zu erfassen und als Be standteile) des entsprechenden Methodendatensatzes mit diesem Methodendatensatz zu speichern. Die Notizeingabe beinhaltet vorzugsweise einen Text, der vom Benutzer indi viduell eingegeben wurde, insbesondere durch eine virtuelle Tastatur - oder alternativ durch eine tatsächlich dem, insbesondere portablen, Computergerät zugeordneten (Hard- ware-)Tastatur. Die Notizeingabe kann aber auch -alternativ oder zusätzlich- beinhalten, dass dem Benutzer am Bildschirm eine vordefinierte Auswahlliste möglicher Notiztexte vorgegeben wird, aus der der Benutzer dann den passenden Notiztext auswählen kann. Der Inhalt solcher Notiztexte kann häufig vorkommende typische Situationen betreffen, z.B. einen vom Benutzer beim Pipettiervorgang beobachteten technischen oder einen be nutzerverursachten Fehler oder anderen Einflussfaktor, z.B. Umweltfaktor: Temperatur, Luftfeuchte, oder Probenzustand, der als ungewünschter oder gewünschter Faktor insbe sondere die Ergebnisse des Experiments beeinträchtigen könnte.
Die eine oder mehrere Notizeingaben können jeweils vorzugsweise mit einem Zeitstempel gespeichert werden, was insbesondere eine nachträgliche Zuordnung der einen oder mehreren Nootizeingaben zu anderen Teilschritten der Pipettiervorgänge der Methode oder generell, einem anderen aufgezeichneten Ereignis (event) der Methodenaufzeich nung ermöglicht und/oder die zeitliche Einordnung der Notiz ermöglicht. Die eine oder mehrere Notizeingaben können jeweils vorzugsweise auch ohne eigenen Zeitstempel ge speichert werden; vorzugsweise wird eine Notizeingabe so gespeichert, dass auch eine Zuordnung der Notizeingabe zu einem anderen, in dem Methodendatensatz enthaltenen Ereignis oder die Zuordnung zu einer Gruppe von Ereignissen des Methodendatensatzes gespeichert wird. In diesem Fall weist dieses andere Ereignis bzw. die Gruppte von Ereig nissen vorzugsweise mindestens einen Zeitstempel auf. Auch dadurch ist eine zeitliche Einordnung der Notizeingabe möglich.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise dazu programmiert, die Ereignishis torie, auch bezeichnet als „Eventlog“, eines Methodendatensatzes, also die Abfolge der die Methodenaufzeichnung bildenden Ereignisse, in einem Bildschirm -insbesondere der
Benutzerschnittstelleneinrichtung- auszugeben, insbesondere als Liste bzw. Sequenz die ser Ereignisse auszugeben, wobei dabei vorzugsweise jedes Ereignis mit einem entspre chenden Beschreibungstext und/oder einem grafischen Symbol dargestellt wird. Das Eventlog kann als Protokoll des durchgeführten Experiments bzw. der Methodenaufzeich nung verwendet werden.
Wenn von automatisierten Pipettiervorgängen gesprochen wird, sind stets auch teilauto matisierte Pipettiervorgänge gemeint, es sei denn, der jeweilige Kontext widerspricht dem. Zum Durchführen eines automatisierten Pipettiervorgangs gehört immer auch mindestens eine Benutzertätigkeit, die zumindest den automatisierten Pipettiervorgang auslöst, in der Regel durch das Betätigen eines Bedienelements der Pipettiervorrichtung. Teilautomati sierte Pipettiervorgänge bestimmter Anwendungsszenarien können beispielsweise erfor dern, dass ein Benutzer, zusätzlich zum Starten eines in Teilvorgänge gegliederten Pipet tiervorgangs, zumindest auch das Auslösen eines Teilvorgangs durch Betätigung eines Bedienelements startet. Die automatisierten Pipettiervorgänge eines bestimmten Anwen dungsszenarios können bei bestimmten Ausführungsformen der Pipettiervorrichtung durch einen Satz von Pipettierparametern definiert sein, die der Benutzer vor dem Start eines automatisierten Pipettiervorgangs mittels der Bedieneinrichtung einer Benutzer schnittstelleneinrichtung der Pipettiervorrichtung einstellt, und/oder aus Default-Einstellun gen übernimmt und/oder aus einem Speicher lädt. Typischerweise weist die Benutzer schnittstelle von solchen Ausführungsformen der Pipettiervorrichtung eine Auswahloption auf, zum Beispiel ein Bedienrad oder eine Liste von auswählbaren Feldern auf einem Touchscreen, mittels dem ein so genannter „Betriebsmodus“ auswählbar ist, der das spe zifische Anwendungsszenario repräsentiert bzw. in dem der ganze Satz von Pipettierpa rametern ausgewählt ist, die zu diesem spezifischen Anwendungsszenario gehören und die der Benutzer vor dem Start des zugeordneten automatisierten Pipettiervorgangs ein stellen kann. Der automatisierte Pipettiervorgang läuft dann gemäß einem als Betriebs programm vorgegebenen Pipettierprogramm dieses Betriebsmodus ab.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das System, insbesondere die Pipettiervorrich tung bzw. Datenverarbeitungseinrichtung, dazu programmiert, dass der Benutzer einen
automatisierten Pipettiervorgang durch Auswählen von Pipettierparametern manuell defi niert, und so insbesondere einen Satz von Pipettierparametern (Pipettierparametersatz) eines benutzerdefinierten Pipettiervorgangs definiert. Dieser Pipettierparametersatz kann einem vorgegebenen Pipettierparametersatz eines Betriebsmodus teilweise oder vollstän dig entsprechen. Pipettierparameter eines Pipettiervorgangs betreffen bzw. quantifizieren vorzugsweise das zu pipettierende Volumen beim Schritt des Ansaugens der Probe in einen mit der Kolbenhubpipette verbundenen Pipettierbehälter oder beim Schritt des Ab gebens der Probe aus diesem Pipettierbehälter, gegebenenfalls die Reihenfolge und Wie derholungen dieser Schritte, und gegebenenfalls zeitliche Parameter bei der zeitlichen Verteilung dieser Vorgänge, insbesondere auch die zeitliche Veränderung solcher Vor gänge, insbesondere die Geschwindigkeit und/oder Beschleunigung des Ansaugens oder Abgebens der Probe. Der automatisierte Pipettiervorgang läuft in dieser Ausführungsform gemäß eines Pipettierprogramms ab, das gemäß diesen benutzerdefinierten Pipettierpa rametern vollständig definiert ist.
Die erfindungsgemäße handgehaltene Pipettiervorrichtung ist vorzugsweise dazu ausge bildet, zur Durchführung mindestens eines Pipettiervorgangs gemäß mindestens einem Parametersatz von mindestens einem, oder mindestens zwei, oder mindestens drei Pipet tierparametern verwendet zu werden, insbesondere in mindestens einem vorbestimmten Betriebsmodus gemäß einem vorbestimmten Parametersatz der Pipettiervorrichtung oder in einem benutzerdefinierten Parametersatz verwendet zu werden. In einem Betriebsmo dus ist vorzugsweise jeweils ein Parametersatz von Pipettierparametern (Pipettierparame tersatz) vorgesehen, dessen Pipettierparameter optional vom Benutzer nicht auswählbar sind oder optional vom Benutzer zumindest teilweise abwählbar und um weitere Pipettier parameter ergänzbar sind.
Ein Pipettiervorgang sieht typischer Weise vor, dass gemäß einem Pipettierprogramm eine bestimmte Probenmenge aus einem Startbehälter in einen mit der Kolbenhubpipette verbundenen Pipettierbehälter, insbesondere Pipettenspitze, aufgenommen wird und/oder in einen Zielbehälter abgegeben wird, insbesondere dosiert abgegeben wird. Ein Pipet tiervorgang lässt sich vorzugsweise durch mindestens einen, zwei, drei oder vorzugsweise mehrere Pipettierparameter steuern, mit dem der genannte Pipettiervorgang, oder eine
Funktion bzw. Bestandteil desselben in der gewünschten Weise beeinflussbar oder defi nierbar ist.
Pipettierparameter zum Steuern eines Pipettiervorgangs betreffen bzw. quantifizieren vor zugsweise das zu pipettierende Volumen, beim Schritt des Ansaugens der Probe in einen mit der Kolbenhubpipette verbundenen Pipettierbehälter oder beim Schritt des Abgebens der Probe aus diesem Pipettierbehälter, gegebenenfalls die Reihenfolge und Wiederho lungen dieser Schritte, und gegebenenfalls zeitliche Parameter bei der zeitlichen Vertei lung dieser Vorgänge, insbesondere auch die zeitliche Veränderung solcher Vorgänge, insbesondere die Geschwindigkeit und/oder Beschleunigung des Ansaugens oder Abge bens der Probe, oder die Anzahl von Vorbenetzungsschritten und optional das dabei je weils angesaugte und abgegebene Volumen.
Diese Pipettierparameter werden vorzugsweise zumindest teilweise und vorzugsweise vollständig vom Benutzer ausgewählt und/oder eingegeben, insbesondere über das min destens eine Bedienelement der Benutzerschnittstelleneinrichtung einer Kolbenhubpi pette oder eines externen Datenverarbeitungsgeräts.
Der Pipettiervorgang ist vorzugsweise durch den Pipettierparametersatz eindeutig festleg bar bzw. festgelegt. Dieser Pipettierparametersatz wird vorzugsweise zumindest teilweise und vorzugsweise vollständig vom Benutzer ausgewählt und/oder eingegeben, insbeson dere über die Bedieneinrichtung der Pipettiervorrichtung oder des externen Datenverar beitungsgeräts.
Es ist jedoch möglich, dass ein Pipettiervorgang durch den Pipettierparametersatz nicht eindeutig festgelegt ist; in diesem Fall ist die Pipettiervorrichtung insbesondere dazu ein gerichtet bzw. die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert, den Pipettierpara metersatz durch mindestens einen weiteren Pipettierparameter automatisch zu ergänzen, insbesondere in Abhängigkeit von den (gewählten) Pipettierparametern. Es ist möglich und bevorzugt, dass mindestens ein Pipettierparameter nicht vom Benutzer festgelegt wird, sondern z.B. von der Pipettiervorrichtung vorgegeben wird, indem erdort z.B. vorbe kannt in einem Datenspeicher gespeichert ist oder automatisch ermittelt wird.
Vorzugsweise ist mindestens ein Pipettierparameter vorgesehen, mit dem die Zahl von unmittelbar aufeinander folgenden oder mittelbar aufeinander folgenden Pipettiervolumina festgelegt wird, vorzugsweise mindestens ein Pipettierparameter, mit dem die Zahl der Ansaugschritte und/oder der Abgabeschritte und jeweils vorzugsweise auch die jeweils zugehörigen Pipettiervolumina, die jeweils zugehörigen Pipettiergeschwindigkeiten und/oder -beschleunigungen, und/oder die jeweils zugehörigen Zeitabstände zwischen den Schritten festgelegt wird.
Typische Pipettierparameter, die zur manuellen Definition von benutzerdefinierten Pipet tiervorgängen herangezogen werden können, lassen sich aus der nachfolgenden Be schreibung typischer Anwendungsszenarien von automatisierten Pipettiervorgängen ent nehmen. Jedes Anwendungsszenario kann durch einen entsprechend bezeichneten Pi pettiermodus voreingestellt sein. Einem Pipettiermodus kann eine Pipettiermodus-ID zu geordnet sein. Die Pipettierparameter eines Pipettiermodus können an der Benutzer schnittstelleneinrichtung- einer entsprechend gestalteten GUI, siehe Figuren- vom Benut zer eingestellt werden, die Pipettiervorrichtung kann die Pipettierparameter optional ge meinsam mit der Pipettiermodus-ID empfangen und den Pipettiermodus dementspre chend an der Pipettiervorrichtung einstellen.
Ein typisches Anwendungsszenario, das bei Pipettiervorrichtungen als teilautomatisierter Vorgang vorgesehen ist, ist das Dispensieren (kurz bezeichnet als „DIS“) eines in den Pipettierbehälter (Pipettenspitze oder Dispenserspitze) aufgenommenen Volumens. Jede Teilabgabe, z.B. das Dispensieren einer Gesamtprobe von 1 ml aus einem Pipettierbehäl ter in insgesamt zehn getrennte Zielbehälter einer Mikrotiterplatte erfordert es, dass der Benutzer die Pipettiervorrichtung oberhalb eines Vorratsbehälters mit zu verteilender Pro benflüssigkeit positioniert, die Spitze des Pipettierbehälters in die Vorratsflüssigkeit ein taucht, durch Betätigung eines Bedienelements ein Startvolumen aufnimmt, durch Betäti gung eines Bedienelements oder automatisiert einen Umkehrhub auslöst, wodurch das System in eine definierte Ausgangsposition gebracht wird, oberhalb des ersten Zielbehäl ters positioniert, die elektrisch getriebene Abgabe eines dosierten Teilvolumens von 0,1 ml durch Betätigung eines Bedienelements startet, die Pipettiervorrichtung oberhalb des
nächsten Zielbehälters der Mikrotiterplatte bewegt und positioniert, erneut die elektrisch getriebene Abgabe eines dosierten Teilvolumens von 0,1 ml durch Betätigung eines Be dienelements startet, und diese manuell durchgeführten Teilvorgänge (Positionieren, Aus lösen), gefolgt vom automatisierten T eilvorgang der elektrisch getriebenen T eilabgabe von 0,1 ml Probe (von insgesamt 10 Schritten der Teilabgabe) noch acht weitere Male wieder holt. Die dosierte Abgabe der Teilmengen erfolgt nach Vorgabe von Pipettierparametern beinhaltend einen, mehrere oder alle der folgenden Pipettierparameter: das Gesamtvolu men der zu verteilenden Probe, die Teilvolumina der zu verteilenden Probe und/oder die Anzahl von Abgabeschritten zur Abgabe gleicher Teilvolumina, die Probenaufnahmege schwindigkeit und/oder eine eventuell davon abweichende Probenabgabegeschwindig keit, das Volumens eines Umkehrhubs, das Volumen eines Überhubs, ggf. das Volumen und die Wiederholungen von Vorbenetzungsschritten der Pipettierbehälter, insbesondere Pipettenspitzen. Die Dispensierfunktion eignet sich insbesondere zum schnellen Befüllen einer Mikrotiterplatte mit einer Reagenzflüssigkeit und kann z.B. zur Durchführung eines ELISA verwendet werden.
Vorzugsweise betrifft ein Anwendungsszenario das „Automatische Dispensieren“ (ADS) einer Probe. Zugeordnete Betriebsparameter sind jeweils vorzugsweise: das Volumen der Einzelprobe, betreffend das Pipettiervolumen während eines von mehreren Abgabeschrit ten; die Anzahl der Abgabeschritte; die Dauer des Zeitintervalls, gemäß dem die Abgabe schritte automatisch in konstanten Zeitabständen nacheinander durchgeführt werden - das Zeitintervall kann diese Zeitabstände festlegen oder z.B. die Verzögerung zwischen Ende und Beginn aufeinanderfolgender Abgabeschritte; die Geschwindigkeit bei der Auf nahme der Probe(n); die Geschwindigkeit bei der Abgabe der Probe(n). Diese Dispensier funktion eignet sich noch komfortabler zum Befüllen einer Mikrotiterplatte, da der Anwen der nicht immer wieder einen Abgabeschritt durch Betätigung, z.B. Tastendruck, auslösen muss, sondern die Abgabe nach dem Starten des automatischen Dispensierens zeitge steuert erfolgt. Die Ausführung des zu einem solchen Pipettierparametersatzes gehören den Betriebsprogramms kann das automatische Dispensieren unter der Bedingung erfol gen, dass das entsprechende Programm zumindest bei ununterbrochener Betätigung ei nes Betätigungselementes erfolgt, z.B. bei ununterbrochen gedrückt gehaltener Taste. Dies ist zum Beispiel bei langen Dispensierserien oder Reaktionen, bei denen eine genaue
Beachtung eines Zeitfensters erforderlich ist, vorteilhaft. Die automatische Dispensierfunk tion eignet sich noch komfortabler zum Befüllen einer Mikrotiterplatte, da der Benutzer einen einzelnen Abgabeschritt hier nicht selbst auslösen muss, sondern dies automatisch erfolgt, was z.B. zur Durchführung eines ELISA verwendet werden kann.
Vorzugsweise betrifft ein Anwendungsszenario das „Pipettieren“ (Pip) einer Probe. Zuge ordnete Pipettierparameter sind insbesondere: das Volumen der zu pipettierenden Probe; die Geschwindigkeit bei der Aufnahme der Probe; die Geschwindigkeit bei der Abgabe der Probe.
Vorzugsweise betrifft ein Anwendungsszenario das „Pipettieren mit anschließendem Mi schen“ (P/Mix) einer Probe. Zugeordnete Pipettierparameter sind jeweils vorzugsweise: das Volumen der anzusaugenden und/oder der abzugebenden Probe; das Mischvolumen; die Anzahl der Mischzyklen; die Geschwindigkeit bei der Aufnahme der Probe; die Ge schwindigkeit bei der Abgabe der Probe. Die Funktion „Pipettieren mit anschließendem Mischen“ empfiehlt sich beispielsweise für das Pipettieren von sehr kleinen Volumina. Wird ein Dosiervolumen < 10 m L gewählt, empfiehlt es sich, dieses in die jeweilige Reaktions flüssigkeit einzuspülen. Dies ist möglich durch das automatische Starten einer Mischbe wegung nach Abgabe der Flüssigkeit. Das Mischvolumen sowie die Mischzyklen werden zuvor definiert. Eine Anwendung für diesen Betriebsmodus ist z.B. die Abgabe einer auf grund ihrer physikalischen Eigenschaften schwerer als Wasser zu dosierenden Flüssig keit, deren Reste im Pipettierbehälter, insbesondere der Pipettenspitze, dann mithilfe der bereits vorgelegten Flüssigkeit aus dem Pipettierbehälter, bzw. der Pipettenspitze, gespült wird. Eine weitere Anwendung wäre das sofortige Mischen der abgegebenen Flüssigkeit mit der vorgelegten Flüssigkeit. Vorteilhaft ist dieser Betriebsmodus z.B. beim Zugeben von DNA zu einer PCR-Mischlösung.
Vorzugsweise betrifft ein Anwendungsszenario die „Mehrfachaufnahme“ einer Probe, auch bezeichnet als „Umgekehrtes Dispensieren“ oder als „ASP“ für Aspiration. Zugeord nete Pipettierparameter sind jeweils vorzugsweise: das Volumen der anzusaugenden Probe(n); die Anzahl der Proben; die Geschwindigkeit bei Aufnahme; die Geschwindigkeit
bei Abgabe. Die Funktion dient der Mehrfachaufnahme einer Flüssigkeitsmenge und Ab gabe der Gesamtmenge. Hierbei ist eine Mehrfachbefüllung des Pipettierbehälters in ei nem Vorgang nicht vorgesehen. Die Geschwindigkeit ist für alle Proben gleich. In der Aus führung geschieht vorzugsweise folgendes: Ausgehend von der Grundposition nimmt die Pipettiervorrichtung durch Betätigen erster Art der Bedieneinrichtung jeweils ein Teilvolu men auf. Nach Aufnahme des letzten Teilvolumens gibt die Pipettiervorrichtung vorzugs weise eine Warnmeldung aus, die vorzugsweise durch ein Betätigen zweiter Art der Be dieneinrichtung durch den Anwender bestätigt werden muss. Bei der nächsten Betätigung zweiter Art der Bedieneinrichtung wird das Gesamtvolumen wieder abgegeben. Zur Betä tigung erster oder zweiter Art weist die Bedieneinrichtung vorzugsweise mindestens zwei Bedienelemente auf, einen zum Eingeben eines Bedienungssignals „erster Art“ an die Steuereinrichtung, und einen zum Eingeben eines Bedienungssignals „zweiter Art“ an die Steuereinrichtung. Die Bedieneinrichtung kann insbesondere eine Wippe aufweisen, die insbesondere um eine Achse senkrecht zur Längsachse der Pipettiervorrichtung schwenk bar ist, zwischen einer ersten Signal-Auslöse-Position („Wppe up“) zur Betätigung erster Art und einer zweiten Signal-Auslöse-Position („Wppe down“) zur Betätigung zweiter Art.
Vorzugsweise betrifft ein Anwendungsszenario das „Diluting“ (Dil) einer Probe, auch be zeichnet als „Verdünnung“. Zugeordnete Pipettierparameter sind jeweils vorzugsweise: das Probenvolumen; das Luftblasenvolumen; das Diluentvolumen; die Geschwindigkeit der Aufnahme; die Geschwindigkeit der Abgabe. Das maximale Diluentvolumen = Nenn volumen - (Probe + Luftblase)). Diese Funktion dient der Aufnahme einer Probe und eines Diluents mit Trennung durch eine Luftblase und Abgabe der Gesamtmenge. Die Ge schwindigkeit ist für alle Teilvolumina gleich. In der Ausführung geschieht vorzugsweise folgendes: Ausgehend von der Grundposition nimmt die Pipettiervorrichtung zuerst das Diluentvolumen, dann die Luftblase und zum Schluss die Probe auf. Jede Aufnahme wird vorzugsweise separat durch eine Betätigung der Bedieneinrichtung erster Art ausgelöst. Danach wird die Gesamtmenge in Einem abgegeben.
Vorzugsweise betrifft ein Anwendungsszenario das „Sequenzielle Dispensieren“ (SeqD) von Proben. Zugeordnete Pipettierparameter sind jeweils vorzugsweise: Anzahl der Pro-
ben (vorzugsweise bis zu einer fest vorgegebenen Maximalanzahl Nmax von vorzugs weise 5 <= Nmax <= 16, vorzugsweise Nmax = 10); Einzelvolumen der Einzelproben; Geschwindigkeit der Aufnahme; Geschwindigkeit der Abgabe. Diese Funktion dient dem sequenziellen Dispensieren von Nmax frei wählbaren Volumina, hierbei ist vorzugsweise eine mehrfache Befüllung des Pipettierbehälters nicht vorgesehen. Die Geschwindigkeit ist für alle Proben gleich. Die Anzahl der Proben ist vorzugsweise der führende Parameter für die Eingabe der Einzelvolumen. Die Pipettiervorrichtung muss vorzugsweise bei Ein gabe der Volumina immer überprüfen, ob das Maximalvolumen der Pipettiervorrichtungen nicht überschritten wird, ggf. wird eine Warnmeldung ausgegeben. Nach Eingabe aller Parameter nimmt die Pipettiervorrichtung nach Betätigen erster Art der Bedieneinrichtung das Gesamtvolumen auf und nach Betätigen zweiter Art der Bedieneinrichtung jeweils ein Einzelvolumen ab. Alle weiteren Abläufe verhalten sich vorzugsweise wie das normale Dispensieren.
Vorzugsweise betrifft ein Anwendungsszenario das „Sequenzielle Pipettieren“ (SeqP) von Proben. Zugeordnete Pipettierparameter sind jeweils vorzugsweise: Anzahl der Proben (vorzugsweise bis zu einer fest vorgegebenen Maximalanzahl Nmax von vorzugsweise 5 <= Nmax <= 15, vorzugsweise Nmax = 10); Einzelvolumen der Einzelproben; Geschwin digkeit der Aufnahme; Geschwindigkeit der Abgabe. Diese Funktion dient dem Pipettieren von maximal Nmax frei wählbaren Volumina, die vor dem Start programmiert werden und in Ihrer Abfolge feststehen. Die Geschwindigkeit ist für alle Proben vorzugsweise gleich. Die Geschwindigkeit kann aber auch unterschiedlich einstellbar sein. Der Ablauf der Funk tion entspricht dem Ablauf des Pipettierens. Es werden die vorher eingegebenen Volumina in der programmierten Reihenfolge abgearbeitet. Nach Abgabe wird über die Betätigung eines Bedienelementes, z.B. Tastendruck, entschieden, ob die nächste Probe aufgenom men werden soll oder vor der nächsten erst ein „Blowout“, also ein vollständiges, sicheres Ausblasen der im Pipettierbehälter noch enthaltenen Probe mittels Überhub, und/oder ob ein Wechsel des Pipettierbehälters erfolgen soll.
Vorzugsweise betrifft ein Anwendungsszenario das „Reverse Pipettieren“ (rPip) von Pro ben. Zugeordnete Pipettierparameter sind jeweils vorzugsweise: das Volumen der Einzel probe; die Geschwindigkeit der Aufnahme; die Geschwindigkeit der Abgabe; Aktivierung
des Counters. Bei dieser Funktion „rPip“ wird mehr als das zu dosierende Volumen aufge nommen. Dies wird erreicht, indem der Kolben vor der Flüssigkeitsaufnahme, nämlich durch Betätigung zweiter Art, d.h., z.B. mittels Tastendruck oder „Wippe nach unten“, nach unten gefahren wird, bis in die untere Position eines Blowouts, also eines Überhubs des Kolbens, der über die Stellung des Kolbens bei einem Pipettierhub hinausgeht. Bei Start der Volumenaufnahme nimmt die Pipettiervorrichtung das Volumen des Blowout's und das eingestellte Volumen auf. Um das Spiel im Antrieb in Abgaberichtung heraus zu neh men, vollzieht die Pipettiervorrichtung einen zusätzlichen Hub, der sofort wieder abgege ben wird. Dies ist dem Dispensieren ähnlich, erfolgt jedoch vorzugsweise unter automati scher Abgabe des Verwerfhubes mit maximaler Geschwindigkeit.
In der Ausführung des Anwendungsszenarios „rPip“ geschieht vorzugsweise Folgendes: Erstens der Kolben der Pipettiervorrichtung (oder der Dispenserspitze) fährt automatisch zum Blowout und bleibt in der unteren Position stehen. Zweitens erfolgt eine Betätigung erster Art der Bedieneinrichtung: Kolben fährt um die Blowout-Strecke und um den Hub für das Pipettiervolumen nach oben. Drittens erfolgt eine Betätigung zweiter Art der Be dieneinrichtung: Kolben fährt den Hub für das Pipettiervolumen nach unten und bleibt vor dem Blowout stehen. Viertens erfolgen zwei Betätigungen zweiter Art der Bedieneinrich tung: Kolben führt den Blowout aus und bleibt in der unteren Position stehen. Alternativ zu „viertens“ erfolgt eine Betätigung erster Art der Bedieneinrichtung: Kolben fährt den Pipet tierhub nach oben. Der Modus „rPip“ eignet sich insbesondere zum Pipettieren von Plasma, Seren und anderen Flüssigkeiten mit hohem Proteingehalt. Für wässrige Lösun gen eignet sich insbesondere der Modus „Pipettieren“. Der Modus „rPip“ eignet sich ins besondere für netzmittelhaltige Lösungen, um die Schaumbildung bei der Abgabe in das Zielgefäß zu minimieren. Die Flüssigkeit wird insbesondere mit Überhub (Blowout-Volu- men) aufgenommen. Der Überhub gehört hierbei typischerweise nicht zum Abgabevolu men und wird vorzugsweise nicht in das Zielgefäß abgegeben. Insbesondere wenn die selbe Probe erneut verwendet wird, kann der Überhub in der Spitze verbleiben. Wenn eine andere Flüssigkeit verwendet wird, wird vorzugsweise der Überhub und/oder vorzugs weise der Pipettierbehälter verworfen.
Durch einen Pipettierparametersatz wird vorzugsweise ein Betriebsprogramm, insbeson dere ein Steuerprogramm, zur Durchführung des gewünschten Pipettiervorgangs gesteu ert. Das Steuerprogramm kann jeweils in Form von elektrischen Schaltkreisen der Steu ereinrichtung ausgebildet sein, und/oder durch einen ausführbaren Programmcode aus gebildet sein, der geeignet ist zum Steuern einer Steuereinrichtung, die programmcode steuerbar ist und vorzugsweise programmierbar ist.
Das System, die Pipettiervorrichtung, ein portables Computergerät oder ein externes Da tenverarbeitungsgerät ist vorzugsweise dazu ausgebildet, die vom Benutzer eingegebe nen Werte der Pipettierparameter (Pipettierparameterwerte) automatisch zu überprüfen und mit einem erlaubten Bereich des jeweiligen Pipettierparameters zu vergleichen. Liegt der vom Benutzer eingegebene Pipettierparameterwert außerhalb des zulässigen Be reichs, wird die Eingabe entweder nicht akzeptiert, auf dem Bildschirm und/oder akustisch eine Warnung ausgegeben, oder auf eine Default-Wert gesetzt, der z.B. der Minimalwert oder der Maximalwert oder der zuletzt zulässig eingegebene Wert sein kann, oder ein automatisch korrigierter Wert verwendet.
Vorzugsweise weist die Benutzerschnittstelleneinrichtung mindestens einen berührungs empfindlichen oder nicht berührungsempfindlichen Bildschirm auf und/oder vorzugsweise eine Anzahl von zumindest teilweise vordefinierten und in der Pipettiervorrichtung in Form von Anzeigeseitendaten gespeicherten Anzeigeseiten (auch bezeichnet als „Bildschirm seiten“), die in einem, oder verteilt auf mehrere Bildschirme, vorzugsweise bildschirmfül lend angezeigt werden können. Vorzugsweise ist die Bildschirmfläche im Wesentlichen rechteckförmig, möglich auch quadratisch.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise zur Anzeige einer graphischen Be nutzeroberfläche (graphical user interface - kurz GUI) in dem Bildschirm (synonym: Dis play) der Benutzerschnittstelleneinrichtung programmiert. Bei der Beschreibung der GUI wird nachfolgend teilweise die Formulierung „die Datenverarbeitungseinrichtung ist dazu programmiert, dass“ weggelassen und nur die GUI und deren Funktionsweise beschrie ben, wobei immer gemeint ist, dass die Datenverarbeitungseinrichtung dazu programmiert
ist, die entsprechende GUI und deren Funktionsweise zu implementieren. Diese Imple mentierung ist für den Fachmann eine Routinetätigkeit.
Die GUI beinhaltet zumindest vorzugsweise die Anzeige einer Bildschirmseite (insbeson dere: „Homescreen“) in dem Bildschirm, in der Pipettierparameter eines Parametersatzes von Pipettierparametern angezeigt werden. Die Datenverarbeitungseinrichtung ist dem nach dazu programmiert, dass in dem Bildschirm eine Bildschirmseite angezeigt wird, in der Pipettierparameter eines Parametersatzes von Pipettierparametern angezeigt werden. Der Ausdruck „es wird im Bildschirm ein Pipettierparameter angezeigt“ bedeutet, dass im Bildschirm der aktuell eingestellte Wert des Pipettierparameters angezeigt wird. Zudem kann eine Beschreibung des Pipettierparameters angezeigt werden, insbesondere eine Textbeschreibung, ein charakteristisches Piktogramm, odereine physikalische Einheit der durch den Pipettierparameter beschriebenen Größe, falls der Pipettierparameter eine sol che betrifft, z.B. „pL“ für ein Volumen. Der Fachmann kann aber auch aus dem Kontext wissen oder lernen, welchem Pipettierparameter ein angezeigter Wert zugeordnet ist, auch wenn eine Beschreibung im Bildschirm fehlt.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist insbesondere dazu programmiert, dass die Bild schirmseite einen Startbildschirm, synonym auch als Homescreen (analog: Homepage bei Internetbrowsern) bezeichnet, anzeigt. Es ist bevorzugt, dass eine Mehrzahl oder Vielzahl von Nutzereingaben an der GUI zu diesem Homescreen zurückführen. Dieser Homescreen kann vorteilhaft dazu benutzt werden, den gesamten Parametersatz eines benutzerdefinierten -oder aus einem vorgespeicherten Anwendungsszenario übernomme nen- Pipettiervorgangs anzuzeigen und Einstellungen der zugehörigen Pipettierparameter zu ermöglichen. Der Homescreen wird insbesondere nach dem Einschalten der Benut zerschnittstelleneinrichtung, insbesondere des portablen Computergeräts, angezeigt, ins besondere unmittelbar nach dem Einschalten, wobei möglich ist, dass zeitlich vor dem Homescreen noch rein informative Seiten eingeblendet werden, z.B. ein Firmenlogo, Ge räteinformationen etc.. Das Einschalten kann über eine Benutzerbedienung des Displays oder eines Betätigungselementes des portablen Computergeräts bewirkbar sein, oder kann durch die Messung eines Sensors bewirkt sein, z.B. eines Beschleunigungssensors, Bewegungssensors, Annäherungssensors etc. Ein solcher Homescreen hat sich als für
die Anwender intuitiv erfassbares Zentrum des Bedienkonzepts der Pipettiervorrichtung erwiesen.
Die Pipettiervorrichtung oder ein dazu externes Datenverarbeitungsgerät, insbesondere das Computergerät, weisen vorzugsweise eine Datenspeichereinrichtung auf. Diese weist vorzugsweise mindestens einen Datenspeicherauf, insbesondere einen Hardware-Daten speicher, insbesondere nicht-flüchtigen Datenspeicher, insbesondere einen EPROM oder FLASH Speicher. Sie kann auch einen flüchtigen Datenspeicher aufweisen. Die genannte Datenspeichereinrichtung kann aber auch in einem anderen externen Datenverarbei tungsgerät enthalten sein, z.B. einem Server, der Bestandteil des Systems sein kann. Die ser Server implementiert dann insbesondere ein Filehosting, also einen Cloud-Service.
Die Datenverarbeitungseinrichtung kann Bestandteil einer elektrischen Steuereinrichtung des Systems sein, insbesondere der Pipettiervorrichtung, des portablen Computergeräts oder eines externen Datenverarbeitungsgeräts. Das portable Computergerät, insbeson dere die elektrische Steuereinrichtung, können jeweils bevorzugt aufweisen: einen Mikro kontroller, eine CPU, Datenspeicher zum Speichern einer Steuersoftware: Die elektrische Steuereinrichtung, auch abgekürzt bezeichnet als Steuerungseinrichtung oder Steuerein richtung, weist vorzugsweise eine Datenverarbeitungseinrichtung auf, die insbesondere mindestens einen Zentralprozessor (CPU) aufweist. Die Datenverarbeitungseinrichtung kann einen Microcontroller beinhalten. Die Steuereinrichtung weist vorzugsweise einen Microcontroller auf. Die Steuereinrichtung weist vorzugsweise mindestens eine Speicher einrichtung bzw. einen Datenspeicher zur Speicherung von Daten, insbesondere von Pi pettierparametern und/oder eines oder mehrerer Computerprogramme bzw. Computer programmcodes auf.
Die Steuereinrichtung beinhaltet vorzugsweise mindestens eine Steuerungssoftware bzw. ein Steuerungsprogramm, welches diesen mindestens einen Pipettierparameter verwen det, um mindestens eine Funktion des Pipettiervorgangs oder einen Teil des Pipettiervor gangs oder den Pipettiervorgang automatisch auszuführen. Die Steuerungssoftware bzw. das Steuerungsprogramm wird insbesondere von der Datenverarbeitungseinrichtung der
Steuereinrichtung ausgeführt, insbesondere von einer CPU der Datenverarbeitungsein richtung. Die Steuerungssoftware bzw. das Steuerungsprogramm ist insbesondere in ei ner Datenspeichereinrichtung des Geräts gespeichert. Diese Datenspeichereinrichtung ist vorzugsweise ein nicht-flüchtiger Speicher.
Das System, insbesondere die Pipettiervorrichtung, ein portables Computergerät oder ein externes Datenverarbeitungsgerät kann eine Sensoreinrichtung aufweisen, z.B. einen Sensor zur Erfassung eines Umgebungsparameters, insbesondere der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit oder des Drucks, der für den Kolbenantrieb der Pipettiervorrichtung ver wendete Motorstrom. Der Motorstrom kann insbesondere zur Bestimmung der Viskosität der pipettierten Flüssigkeit verwendet werden, und somit zur Identifizierung der Flüssig keit. Die Sensoreinrichtung kann auch zur Durchführung einer Messung ausgebildet sein, mit dem ein Parameter, insbesondere Pipettierparameter, insbesondere der Typ eines mit der Pipettiervorrichtung verbundenen Pipettierbehälters, insbesondere das maximale Füll volumen des Pipettierbehälters, insbesondere einer Pipettenspitze, ermittelbar ist. Die Pi pettiervorrichtung oder ein externes Datenverarbeitungsgerät kann dazu ausgebildet sein, mindestens einen Pipettierparameter automatisch in Abhängigkeit vom Messwert der Sen soreinrichtung zu bestimmen. Dadurch lässt sich die Optimierung der für ein präzises Pi pettieren erforderlichen Pipettierparameter verbessern.
Die Pipettiervorrichtung und/oder ein portables Computergerät und/oder ein externes Da tenverarbeitungsgerät wird vorzugsweise netzunabhängig betrieben. Insbesondere kann das jeweilige Gerät mit einer aufladbaren Spannungsquelle versehen sein, beispielsweise einem oder mehreren Akkus. Für diesen Fall kann das Gerät eine mit der aufladbaren Spannungsquelle verbundene Ladeschnittstelle aufweisen.
Eine Kommunikationseinrichtung, insbesondere die erste oder zweite Kommunikations einrichtung, ist vorzugsweise für einen drahtlosen Datenaustausch überein Funknetzwerk eingerichtet. Eine Kommunikationseinrichtung, insbesondere die erste oder zweite Kom munikationseinrichtung, ist vorzugsweise für einen Datenaustausch über WLAN, Blue- tooth und/oder LoRa-WAN ausgebildet. Die Systemkomponenten tauschen insbesondere
mittels derartiger Funktechnologien Daten aus. Die Systemkomponenten -ohne die min destens eine Pipettiervorrichtung- können in unterschiedlichen Geräten, also insbeson dere Gehäusen, angeordnet sein oder können in demselben Gehäuse angeordnet sein, insbesondere dem Gehäuse eines Computergeräts. Die Datenspeichereinrichtung kann insbesondere als Bestandteil eines Servers zur Implementierung eines Filehosting-Ser- vice in das System eingebunden sein.
Pipettierbehälter sind Behälter, die geeignet sind, mit einem Verbindungsabschnitt einer handgehaltenen Pipettiervorrichtung verbunden zu werden, um so das Ansaugen von Flüssigkeit in den Pipettierbehälter, das Halten der Flüssigkeit im Pipettierbehälter und die Abgabe daraus zu ermöglichen. Beispiele für Pipettierbehälter sind Pipettenspitzen und Dispenserspitzen.
Pipettenspitzen sind insbesondere Einwegprodukte und bestehen vorzugsweise aus Kunststoff. Je nach benötigtem maximalem Flüssigkeitsvolumen werden unterschiedliche Pipettenspitzen mit der Kolbenhubpipette verwendet. Typische Nennvolumina von han delsüblichen Pipettenspitzen sind z.B. 10 pL, 20 pl_, 100 mI_, 200 mI_, 300 mI_, 1000 mI_, 1250 mI_, 2500 mI_, 5 ml_, 10 ml_ (mI_: Mikroliter; mL: Milliliter). Eine Pipettenspitze weist in der Regel einen entlang einer Längsachse langgestreckten konusförmigen Behälter auf, der am unteren Ende eine Flüssigkeitsaustauschöffnung aufweist, und der am oberen Ende einen konus- und rohrförmigen, nach oben geöffneten Endabschnitt aufweist, der auf einen als Arbeitskonus ausgebildeten Verbindungsabschnitt der als Luftpolsterpipette ausgebildeten Pipettiervorrichtung insbesondere aufsteckbar ist. Das Einsaugen der Flüs sigkeit in die Pipettenspitze erfolgt über einen Unterdrück im Innenraum der Pipetten spitze, der im Fall der als Luftpolsterpipette ausgebildeten Pipettiervorrichtung durch eine Bewegung des als Kolben ausgebildeten Bewegungselements der Pipettiervorrichtung er zeugt wird, indem im Luftraum oberhalb der Probe in der Pipettenspitze ein Unterdrück erzeugt wird. Der Innenraum der Pipettenspitze ist in einer Pipettierposition, auch als Auf steckposition bezeichnet, in der die Pipettenspitze mit dem Verbindungsabschnitt der Kol benhubpipette verbunden ist, fluidisch mit dem Pipettierkanal der Kolbenhubpipette ver-
bunden, der über einen in einer hohlzylinderförmigen Kolbenkammer elektrisch bewegba ren Zylinderkolben der Kolbenhubpipette mit dem Unterdruck/Überdruck beaufschlagt wird.
Eine Dispenserspitze wird bei Direktverdrängern eingesetzt, bei denen beim Pipettieren zwischen Kolben und flüssiger Probe im Wesentlichen kein Luftpolster vorliegt. Der Kolben ist hier Bestandteil der Dispenserspitze. Diese weist einen als Kolbenzylinder fungieren den Behälterteil mit einer Behältermündung und eine Behälteröffnung auf, in die der Kol ben eingreift, um im Kolbenzylinder verschiebbar angeordnet zu sein und in einer Endpo sition den gesamten aspirierten Flüssigkeitsinhalt verdrängen zu können. Beim Verbinden der Dispenserspitze mit der als Direktverdränger ausgebildeten Pipettiervorrichtung wird der Behälterteil mit dem Verbindungsabschnitt der Pipettiervorrichtung verbunden, insbe sondere durch Aufstecken oder Aufschrauben, und der Kolben koppelt durch eine Kopp lungseinrichtung an das Bewegungselement. Dispenserspitzen sind insbesondere Ein wegprodukte und bestehen vorzugsweise aus Kunststoff. Je nach benötigtem maximalem Flüssigkeitsvolumen werden unterschiedliche Dispenserspitzen mit dem Direktverdränger verwendet. Typische Nennvolumina von handelsüblichen Dispenserspitzen sind z.B. 100 pL, 200 pL, 500 pL, 1 mL, 2,5 mL, 5 mL, 10 mL, 25 mL, 50 mL.
Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung beschriebenen handgehaltenen Pipettiervor richtungen sind vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, handgehaltene computergesteu erte Kolbenhubpipetten mit elektrischem Kolbenantrieb, auch bezeichnet als handgehal tene, elektrische Pipettiervorrichtungen oder handgehaltene, elektrische Kolbenhubpipet ten. Die mit dem erfindungsgemäßen System verwendbaren Pipettiervorrichtungen kön nen aber auch mechanische, insbesondere manuell angetriebene, Pipettiervorrichtungen sein. Eine Möglichkeit, dies zu realisieren, wäre die Durchführung eines automatischen Identifikationsverfahrens zur Identifizierung einer Pipettiervorrichtung, insbesondere durch ein Scannen des Barcode oder QR-Codes, der am Gehäuse einer mechanischen Pipet tiervorrichtung angebracht sein kann und der als Information Identifikationsdaten (eine ID, z.B. Seriennummer). Diese Informationen lassen sich dann im entsprechenden Methoden datensatz hinterlegen, um zu dokumentieren, welche Pipettiervorrichtung(en) benutzt
wurde(n). Die Aufzeichnung der Pipettiervorgänge einer mechanischen Pipettiervorrich tung kann über ein Erfassungssystem, z.B. einen Sensor der Pipettiervorrichtung oder ein Bilderfassungs- und Verarbeitungssystem des Systems, ermöglicht werden.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Anwendung des erfindungsgemäßen Sys tems, aufweisend die Schritte: a) in Abhängigkeit von einer Benutzereingabe die Aufzeichnung eines ersten Aufzeich nungsabschnitts der ersten Methodenaufzeichnung zu starten, bei dem eine erste Unter menge der ersten Abfolge von Parametersätzen des ersten Experimentabschnitts aufge zeichnet und als erster Methodendatensatz in der Datenspeichereinrichtung gespeichert wird, b) in Abhängigkeit von einer Benutzereingabe die erste Methodenaufzeichnung zu pau sieren; und vorzugsweise: c) in Abhängigkeit von einer Benutzereingabe und den ersten Methoden identifikationsdaten den gespeicherten, ersten Methodendatensatz auszuwählen und die das erste Experiment aufzeichnende erste Methodenaufzeichnung zu beenden oder fort zusetzen, wobei im Falle des Fortsetzens die Aufzeichnung eines zweiten Aufzeichnungs abschnitts der ersten Methodenaufzeichnung gestartet wird, bei dem die zweite Unter menge der ersten Abfolge von Parametersätzen des zweiten Experimentabschnitts aufge zeichnet wird.
Weitere bevorzugte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens und des Sys tems ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele in Zu sammenhang mit den Figuren und deren Beschreibung. Gleiche Bauteile der Ausfüh rungsbeispiele werden im Wesentlichen durch gleiche Bezugszeichen gekennzeichnet, falls dies nicht anders beschrieben wird oder sich nicht anders aus dem Kontext ergibt. Es zeigen:
Fig. 1a zeigt in einer schematischen Seitenansicht ein Ausführungsbeispiel einer Pipettiervorrichtung, die mit einem erfindungsgemäßen System der Fig. 1b ver wendbar ist.
Fig. 1b zeigt ein erfindungsgemäßes System, mit dem die Pipettiervorrichtung der Fig. 1a verwendbar ist und auf dessen Benutzerschnittstellendisplay die in den Fi guren 2a bis 2p und 3a bis 3j gezeigten Bildschirmseiten als Bestandteile einer GUI ausgegeben werden.
Fig. 2a bis 2p zeigen jeweils eine Bildschirmseite, die auf dem portablen Computer gerät ausgegeben werden können, das einen Bestandteil des erfindungsgemäßen Systems in Fig. 2 bildet.
Fig. 3a bis 3j zeigen jeweils eine Bildschirmseite, die auf dem portablen Computer gerät ausgegeben werden können, das einen Bestandteil des erfindungsgemäßen Systems in Fig. 2 bildet.
Fig. 4 zeigt die Sequenz von Benutzerinteraktionen, die in einer Anwendung des erfindungsgemäßen Systems in dessen beispiehafter Ausgestaltung während ei nes bzw. mehrerer Experimente mit verschachtelten Aufzeichnungen durchgeführt werden können, bzw. die in einem beispielhaften erfindungsgemäßen Verfahren ausgeführt werden.
Fig. 5a bis 5e zeigen jeweils eine Bildschirmseite, die auf dem portablen Computer gerät ausgegeben werden können, das einen Bestandteil des erfindungsgemäßen Systems in Fig. 2 bildet.
Fig. 1a zeigt eine handgehaltene Pipettiervorrichtung 1 zum Pipettieren mindestens einer flüssigen Probe, hier eine Luftpolsterpipette 1 , die, neben optional weiteren ähnlichen Pi pettiervorrichtungen, im erfindungsgemäßen System 100 der Figur 1b ersetzbar ist. Der Pipettiervorrichtung 1 ist eine Seriennummer zugeordnet, die der eindeutigen Identifizie rung im System dient. Diese Identifikationsdaten sind im Datenspeicher der Pipette ge speichert und vom System lesbar. Diese Pipettiervorrichtung 1 weist auf: einen Verbin dungsabschnitt 2 (Arbeitskonus) zum Verbinden mindestens eines Pipettierbehälters 19
aus Fig. 1a, hier einer Pipettenspitze, ein von der Steuereinrichtung 5 elektrisch gesteuer tes Bewegungselement, hier der Kolben 3 -bei elektrischen Dispensern ist das Bewe gungselement ein motorisiert bewegtes Bauteil des Dispensers, das mit dem Kolben einer Dispenserspritze verbunden wird-, zum Ansaugen der mindestens einen Probe in den min destens einen Pipettierbehälter 19, Halten der Probe in dem mindestens einen Pipettier behälter und Probenabgabe aus dem mindestens einen Pipettierbehälter bei der Durch führung eines Pipettiervorgangs, einen berührungsempfindlichen Bildschirm 4 auf der Frontfläche 14 A des Kopfabschnitts 14 der Pipettiervorrichtung, zur Eingabe der Parameterwerte von benutzerdefinierbaren Pipettierparametern, wobei ein Parametersatz von Pipettierparametern den Pipettiervor gang vollständig definiert, wobei die elektrische Steuereinrichtung 5 eine Datenverarbeitungseinrichtung 6 aufweist, die zur Steuerung des Bewegungselements 3 in Abhängigkeit von dem mindestens einen Pipettierparameter programmiert ist, sowie einen Datenspeicher 7 und eine Kommunika tionseinheit 8 zur drahtlosen Kommunikation mit einem externen datenverarbeitenden Ge rät -insbesondere dem portablen Computergerät 50 aufweist, mit zwei Bedienelementen (synonym: Betätigungselementen) 9a und 9b, die mittels einer Bedienwippe 10 vom Benutzer betätigbar sind. Mittels eines Betätigungselements kann insbesondere ein Pipettiervorgang vom Benutzer gestartet werden.
Die Kommunikationseinheit 8 ist als „zweite Kommunikationseinrichtung“ im Sinne des Anspruchs zu verstehen und insbesondere dazu eingerichtet, mit der entsprechenden (ersten) Kommunikationseinrichtung 58 des portablen Computergeräts 50 Daten auszu tauschen. Insbesondere werden von der Pipette 1 von dem portablen Computergerät Kon figurationsdaten empfangen, um die Pipette 1 in einem am Computergerät 50 ausgewähl ten Betriebsmodus zu betreiben, insbesondere mit den Pipettierparametern, welche die Pipette ebenfalls vom Computergerät 50 erhält, wo die Pipettierparameter zuvor vom Be nutzer festgelegt wurden. Insbesondere können die ausgetauschten Daten Informationen darüber beinhalten: einen an der Pipette 1 eingestellten Betriebsmodus, die beim Pipet tiervorgang angewandten Pipettierparameter, Anfangs- und/oder Endzeit der Pipettiervor gänge oder deren T eilschritte, Identifikationsdaten -z.B. Seriennummern- der eingesetzten
individuellen Pipettiervorrichtungen, Identifikationsdaten des -gegebenenfalls zuvor au thentifizierten oder ausgewählten- Benutzers, der in der Regel der ausführende Verant wortliche eines Experiments sein wird, sowie andere Daten, die von anderen am Experi ment beteiligten Geräten und/oder Sensoren eines Labors bereitgestellt sein können. Diese Daten können dann als Daten des Methodendatensatzes gespeichert werden.
Die Pipettiervorrichtung weist einen Elektromotor 18 auf, der von einem Akkumulator 17 gespeist wird und der die Kolbenstange bzw. den Kolben 3 innerhalb des Zylinderkolbens 12 bewegt, so dass im Pipettierkanal 13 ein Ansaugdruck oder ein Abgabedruck die Folge ist. Durch die elektronische Steuerung kann präzise dosiert werden. Es ist ein Abwurfknopf 15 vorgesehen, der den Abwurf der Pipettenspitze 19 vom Verbindungsabschnitt 2 mittels einer Abwurfhülse der Pipettiervorrichtung erlaubt. Die Datenverarbeitungseinrichtung ist insbesondere dazu programmiert, im Falle der Aktuierung des Abwurfknopfs 15 einen lau fenden Pipettiervorgang abzubrechen.
Ebenfalls in Fig. 1b zu sehen sind weitere externe Geräte 60, die stellvertretend fürTablet- PCs oder Smartphones stehen, mit denen optional die am Computergerät 50 eingestellten Parameter, insbesondere Pipettierparameter, eingestellt oder ausgelesen werden können.
Die Auswahl der Pipettierparameter eines Parametersatzes, der den gewünschten teilau tomatisierten Pipettiervorgang definiert, und die Einstellung der Werte dieser Pipettierpa rameter erfolgt mittels einer GUI am Computergerät 50, wie in Fig. 1 b zu sehen. Das Com putergerät 50 weist ein Gehäuse 51 auf, in das ein Touchscreen 52 integriert ist. Dieser dient als Benutzerschnittstelleneinrichtung 52 des Systems. Die Datenverarbeitungsein richtung 56 des Computergeräts 50 ist dazu programmiert, die Methodenaufzeichnung(en) des Systems zu steuern. Die Datenverarbeitungseinrichtung 56 des Computergeräts 50 ist dazu programmiert, im Touchscreen 52 Bildschirmseiten der GUI anzuzeigen, mittels der das System vom Benutzer gesteuert wird. Die entsprechende Steuersoftware ist eine modifizierte Version der Steuersoftware „VisioNize® pipette manager“. Solche Bildschirm seiten sind in den Figuren 2a bis 2p und 3a bis 3j dargestellt. Die damit implementierte Funktion der Protokollierung mittels pausierbarer, insbesondere verschachtelbarer, Me thodenaufzeichnung wird nachfolgend erläutert.
Innerhalb der Methodenaufzeichnungen wird die Funktion [Process/Run] Records für den VisioNize® pipette manager erweitert. Übereinen Bildschirm „Ongoing Recordings“ ("Lau fende Aufzeichnungen") kann der Benutzer eine Aufzeichnung (auch als Aufnahme be zeichnet) starten, um einen Zeitrahmen zu erstellen, der den Zeitpunkt der Aufzeichnung definiert, sowie von einer speziellen Seite, die über die untere Leiste zugänglichen Seite eine neue Aufzeichnung starten, pausierte Aufzeichnungen bearbeiten oder eine Auf zeichnung speichern.
Die Aufzeichnungen können exportiert werden und ergeben entsprechend den eingestell ten Filtern ein PDF.
Eine Methodenaufzeichnung ist (sofern kein Ausnahmefall eintritt) ein Einzelbenutzersze nario.
In einem Homescreen der GUI (gezeigt in Fig. 2a) lassen sich der Betriebsmodus einer verbundenen und einer Methode -identifizierbar über Methodenidentifikationsdaten- zuge ordneten Pipette 1 und damit assoziierte Pipttierparameter einstellen, an die Pipette 1 (oder sogar mehrere gleichartige Pipetten 1 oder andere Pipetten) übertragen und diese dadurch konfigurieren.
Die Methodenaufzeichnung ist als Funktion zum Pausieren einer Aufzeichnung auf dem Homescreen verfügbar, vom Bildschirm „Ongoing Recordings“ („laufende Aufzeichnun gen“), um eine Aufzeichnung fortzusetzen / zu pausieren / zu speichern / eine neue Auf zeichnung zu starten und aus dem Menü, um die Funktion aufzurufen. Die Bildschirmseite „Menü“ zeigt die Schaltfläche „Method Records“ („Methodenaufzeichnungen"). Bei Berüh rung hat der Benutzer Zugriff auf alle gespeicherten und abgeschlossenen Aufzeichnun gen.
Zu Beginn der Laborarbeit kann ein Benutzer beschließen, die nachfolgenden Interaktio nen dokumentieren zu wollen. Dies ist vor allem vorteilhaft, um sicherzustellen, dass ein Audit, das möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet, erfolgreich bestanden werden kann. Die Funktion der Methodenaufzeichnung unterstützt diese Anforderung. Die Hauptinteraktionen werden vom Startbildschirm aus navigiert.
Auf dem Startbildschirm, der in Fig. 2a gezeigt ist, wird die Information, ob eine Aufzeich nung läuft, in der Statusleiste angezeigt. In der Statusleiste kann einer von drei Stati an gezeigt werden:
• Aufzeichnung
• Keine Aufzeichnung
• Pausiert
Die untere Leiste weist eine der Methodenaufzeichnung zugeordnete Schaltfläche auf. Sie zeigt „Ongoing Recordings“ mit einem Wiedergabe- /Pausensymbol. Es verhält sich wie das Menü in der unteren Leiste.
Die „Ongoing Recordings“ (laufenden Aufnahmen), siehe Bildschirm in Fig. 2b, können über die Schaltfläche „Ongoing Recordings“ in der unteren Leiste (sog. „Bottom Bar“) auf gerufen werden. Der oberste Listeneintrag ist derjenige, der gerade aufgezeichnet wird. Er ist hervorgehoben und zeigt ein Haus-Symbol - in Anlehnung an "in Gebrauch" auf dem Startbildschirm. Das Datum am Ende des Listeneintrags zeigt das Datum der Erstellung (Jahr/Monat/Datum, Std: Min). Die Listenelemente sind durch eine Trennlinie getrennt.
Die Liste ist dynamisch und verbraucht nur so viel Platz wie benötigt - wenn mehr Auf zeichnungen laufen, als in einen Bildschirm passen, wird eine Bildlaufleiste angezeigt. Die Schaltflächen auf der rechten Seite ermöglichen dem Benutzer, mit den Aufnahmen zu interagieren. Die Schaltflächen sind deaktiviert, solange kein Methodensatz aus der linken Liste ausgewählt ist. „New Recording“ („Neue Aufnahme“) ist immer aktiviert und beginnt eine neue Aufzeichnung. Die erste Schaltfläche ist kontextabhängig. Sie kann entweder "Pause Recording" oder "Continue Selected" ("Aufzeichnung pausieren" oder "ausge wählte fortsetzen") bedeuten: Die Schaltfläche "Aufzeichnung pausieren" wird nur ange zeigt, wenn die aktive Aufnahme markiert ist. Durch Drücken wird die Aufnahme angehal ten (pausiert). Die Schaltfläche "Continue Recording" ("Aufzeichnung fortsetzen") wird nur angezeigt und aktiviert, wenn eine andere Aufnahme als die oberste Aufnahme ausge wählt ist (sie ist deaktiviert, wenn keine Aufnahme ausgewählt ist). "Save Recording"“ ("Aufnahme speichern") ermöglicht dem Benutzer das Speichern der Aufnahme. Danach kann sie nicht mehr bearbeitet werden. "Info" zeigt dem Benutzer Informationen über die
ausgewählte Aufnahme. Hier kann der Benutzer die Informationen auch bearbeiten (z. B. Titel).
Fig. 2c: Für jede Methodenaufzeichnung (Methodendatensatz) wird ein Start- und Ende- Datum (mit Datum & Uhrzeit) angezeigt. Der Titel der Aufzeichnung wird ebenso angezeigt wie der Status der Aufzeichnung. Der Status einer Aufzeichnung kann einer der folgenden sein:
• „running“ („läuft“) ... — > zeigt an, dass eine Aufzeichnung gerade durchgeführt wird (mehrere Aufnahmen können als „running“ ("laufend") angezeigt werden, z.B. wenn mehrere Benutzer über verschiedene Geräte aufzeichnen - und später können mehrere Aufzeichnungen laufen, wenn ein Benutzer zwischen verschiedenen Auf zeichnungen wechselt, indem er eine Aufzeichnung pausiert und via „continue“ eine andere Aufzeichnung fortsetzt oder eine neue Aufzeichnung startet, und wäh rend eine Aufnahme läuft, wird die Aktivitätanzeige angezeigt.
• „finished“(„abgeschlossen“) — > eine Aufzeichnung, die beendet und dann gesperrt wurde, so dass sie nicht mehr bearbeitet werden kann.
Unterhalb des Status kann eines der folgenden Informationselemente angezeigt werden:
• „by user“ („von USER“) — > mit dem Namen des Benutzers oder (wenn deaktivierte Benutzerverwaltung) von „anonymous user“
Es können mehrere Aufzeichnungen in dieser Liste angezeigt werden, wenn die Benut zerverwaltung deaktiviert ist und für den "Unbekannten Benutzer" mehrere Sitzungen aktiv sind, in denen mehrere Aufzeichnungen laufen.
• wenn die Benutzerverwaltung aktiviert ist, wird nur die laufende vom eingeloggten Benutzer auf diesem Gerät angezeigt werden
• wenn die Benutzerverwaltung deaktiviert ist, nachdem Aufzeichnungen bei aktivier ter Benutzerverwaltung durchgeführt wurden, wird hier der Name des Benutzers angezeigt werden.
Fig. 2d, 2e: Durch Anklicken des Drill-Down-Indikators neben einer Aufzeichnung gelangt der Benutzer zu einer Übersicht der Aufzeichnung, die folgende Informationen anzeigt:
• Name der Aufzeichnung in der Breadcrumb bar ("aktiver" Teil des Breadcrumbs in blauer Hintergrundfarbe)
• Aufnahmetitel (als Kopfzeile) und der Aufzeichnungs-Titel
• Zeitspanne (als Kopfzeile) mit der Start- & Endzeit der Aufnahme
• Zugehörige Pipetten (Header) mit einer Nummer o Alle Pipetten, die für die Aufnahme verwendet wurden (wenn die Pipette aktiv vom Benutzer verwendet wurde) und ein Drill-Down-Indikator o nur die Pipetten, die noch Teil der Aufnahme sind, werden für diese Nummer hinzugefügt (Pipetten, die aus der Aufnahme entfernt wurden, sind ausge schlossen) o Entfernte Pipetten werden grau angezeigt am unteren Ende der Liste (mit - falls gegeben- einer Begründung für die Entfernung der Pipette aus der Auf zeichnung)
• Events (Ereignisse)(Kopfzeile) und die Anzahl der Events mit einem Drill-Down- Indikator (die Anzahl erhöht sich, wenn mehr Events auftreten, während eine Auf nahme läuft)
• Notizen (optional — > nur, wenn eine Notiz beim Speichern der Aufnahme hinzuge fügt wurde)
• VisioNize® pipette manager Version (Kopfzeile) mit der installierten Softwarever sion zum Zeitpunkt der Aufnahme
Fig. 2f, 2g: Die Brotkrumenleiste (sog. „Breadcrumb bar“) zeigt auch die aktuelle Ebene, die durch die Drilldown-Interaktion auf dem vorherigen Bildschirm erreicht wurde. Durch Klicken auf die Schaltfläche "RNA Preparation Testcase A245" wird die Seite auf der nächsthöheren Hierarchieebene geöffnet. Oben befinden sich auch die Optionen:
• Exportieren
Die zugehörige Seite "Associated Pipettes" zeigt eine Liste mit allen Pipetten, die während der Aufnahme aktiv verwendet wurden. Die Seite ist strukturiert durch eine Kopfzeile mit den folgenden Elementen:
• Pipettengröße und -typ
• Seriennummer
• Notizen (mit "Untertitel"-! nformationen") o Zusätzliche Informationen
Und eine Liste mit den folgenden Elementen:
• Icon für Pipette (Deutet auf Single- oder Multichannel Pipettentyp hin)
• Volumen-Plakette
• Seriennummer der Pipette
• Zusätzliche Informationen, die bestehen können aus: o „Added on“ ("Hinzugefügt am“) DATUM" o „Removed by“ ("Entfernt durch“) BENUTZER am DATUM + Uhrzeit (opt. Text mit Begründung)" (entfernte Pipetten sind die letzten in der Liste)
Der in diesem Bildschirm ausgelöste Export wird als PDF auf einen USB-Stick exportiert:
• die hier aufgelisteten zugehörigen Pipetten (mit allen angezeigten Informationen) sowie alle gelöschten Pipetten (entsprechend markiert), die Aufzeichnungsnamen, der Benutzer sowie Datum und Uhrzeit der Aufnahme
Die entfernten Pipetten werden in grau dargestellt. Der Volumen-Plakette wird auch in einem deaktivierten Zustand angezeigt.
Fig. 2h, 2i, 2j: Die Ereignisse (Events) gruppieren sich um eine Methodenaufzeichnung und sind Bestandteil eines Methodendatensatzes. Das Ereignisdetail sollte zeigen, was "gemacht" wurde, insbesondere ob eine Pipette zur Aufzeichnung hinzugefügt oder ent fernt wurde. Es sollte auch der gewählte Grund für das Entfernen der Pipette sowie das Datum und die Uhrzeit angegeben sein, wann dies stattgefunden hat. Auch der Nutzer, der diese Aktion ausgelöst hat, ist hier (gerade beim Entfernen einer Pipette) mit anzuge ben.
Fig. 2k, 2I, 2m, 2n, 2o, 2p: Der Benutzer kann im Bildschirm mit den laufenden Aufnahmen die Option "Save Recording" ("Aufnahme speichern") wählen. Dies ist immer aktiviert, so lange eine Aufnahme aus der Liste ausgewählt ist. Es wird ein Drei-Schritte-Assistent an gezeigt. Der Name der Aufzeichnung sowie die Startzeit werden dem Benutzer im Dialog
angezeigt. Sobald eine Aufnahme gespeichert ist, kann sie nicht mehr bearbeitet werden - sie wird "gesperrt" („locked“). Das eingeblendete Overlay umfasst die folgenden Ele mente:
• einen Titel,
• einen Schrittzähler für drei Schritte (in Übereinstimmung mit dem Dialog (Assis tent))
• einen kurzen Erläuterungstext,
• den Namen der Aufnahme (mit Datum),
• eine "Weiter"-Schaltfläche,
• eine Schaltfläche "Schließen" (X).
(Der gegebenenfalls auf der Bildschirmseite dargestellte Fingerabdruck symbolisiert ein Berühren der entsprechenden Schaltfläche durch den Benutzer).
Der Anwender kann durch Tippen auf die Pipette auswählen, welche Pipetten entfernt werden sollen. Die Pipetten werden als ausgewählt hervorgehoben. Sobald (mindestens eine) Pipette ausgewählt ist, kann der Benutzer auf die Dropdown-Box tippen und ein Overlay wird angezeigt. Die Dropdown-Box wird ansonsten als deaktiviert angezeigt in grau. In Schritt 2/3 wird dem Benutzer eine Zusammenfassung der ausgewählten Auf nahme angezeigt. Die Zusammenfassung zeigt:
• Titel (unter dem die Aufnahme gespeichert ist) mit einer Editiermöglichkeit auf dem Bildschirm
• Zeitpunkt der Aufnahme (Beginn)
• Zugehörige Pipetten; ein Rollbalken wird angezeigt, wenn hier zu viele Pipetten aufgelistet sind; die zugehörigen Pipetten werden als Liste dargestellt, vier Pipetten nebeneinander, und listen das Pipettensymbol, die Plakette, die Seriennummer mit einer Löschoption
Die Informationen der Pipetten sind:
• Icon der Pipette nach Typ (Einkanal, Mehrkanal, mechanisch)
• Volumen-Plakette
• Seriennummer
Der Benutzer kann den Titel ändern (auf dem Bildschirm) oder eine Pipette entfernen. Die Löschtaste ermöglicht Folgendes:
• eine Dropdown-Box wird unterhalb der Pipetten angezeigt
• das Bearbeitungssymbol wird blau
• der Benutzer kann durch Antippen Pipetten auswählen, die aus der Liste entfernt werden sollen
In Schritt 2/3 kann der Benutzer den Titel der Aufnahme bearbeiten (vor dem Speichern) und die zugehörigen Pipetten, die angezeigt werden, löschen. Beim Löschen der Pipetten kann (muss aber nicht) ein Grund ausgewählt werden, warum die Pipette aus der Auf nahme entfernt wurde. Wenn ein Grund angegeben wird, wird der Grund in den Export und Aufnahmedetails angezeigt. Der Benutzer kann auch einen persönlichen Grund an geben. Sobald eine Pipette entfernt wurde, wird sie nicht mehr in der Übersicht in Schritt 2/3 angezeigt. Mehrere Pipetten können auf einmal entfernt werden. Nachdem der Benut zer etwas bearbeitet hat, wird der "Warnung" Pop-up-Dialog dem Benutzer angezeigt, wenn der Assistent zum Schließen ausgewählt wird. Dies dient dazu, um versehentlichen Datenverlust zu vermeiden. Als Schritt 3/3 kann der Benutzer optional eine Notiz zu der Aufnahme eingeben. Bei Auswahl von "Speichern Aufnahme" wird ein Overlay eingeblen det, das weist den Benutzer noch einmal darauf hin, dass die Aufzeichnung gespeichert und anschließend gesperrt wird und nicht bearbeitet werden kann. Wenn dies vom Benut zer akzeptiert wird, wird eine Einblendung im Bildschirm "Laufende Aufzeichnungen" an gezeigt, die den Benutzer über das erfolgreiche Speichern der Aufzeichnung informiert. In der Liste, die hier angezeigt wird, fehlt nun die Aufzeichnung, da sie verschoben wurde und nun in den Methodenaufzeichnungen (über das Menü zu erreichen) zu finden ist. Der Grund, Uhrzeit & Datum sowie der Benutzer und welche Pipette (Seriennummer, Typ, Vo lumen), warum eine Pipette aus der Aufnahme entfernt wurde, wird gespeichert und in jedem Bericht aufgeführt, der aus dieser Aufnahme erstellt wird. Die Informationen werden der Übersicht der "Zugehörigen Pipetten" angezeigt aber die Pipette wird nicht mehr zu den "Zugeordneten Pipetten" gezählt (Numerisch in der Übersichtsliste). Es gibt keine Möglichkeit, eine Pipette dauerhaft aus einer Aufnahme zu löschen - es ist lediglich ein
Auslassen aus der Liste, die innerhalb der VisioNize Pipetten-Manager-Software gespei chert ist. Im dritten Schritt ist es möglich, der Aufnahme eine Notiz hinzuzufügen. Das Texteingabefeld vergrößert sich während der Eingabe der Informationen.
Fig. 3a, 3b, 3c: Der Benutzer kann eine Aufnahme pausieren. Es gibt zwei verschiedene Szenarien und Vorgehensweisen in der GUI. Wenn sich der Benutzer im Bildschirm für laufende Aufnahmen befindet und wählt "Pause Recording" ("Aufnahme anhalten"), wird ein Overlay angezeigt, das dem Benutzer mehrere Optionen bietet. Der Benutzer kann sich für "Continue Paused Record" ("Fortsetzen der pausierten Aufzeichnung") entschei den, wodurch die Aufnahme fortgesetzt wird; und "unpause" ("Pause aufheben"). Ande rerseits kann der Benutzer das Overlay mit der „Close“-("Schließen")-Schaltfläche schlie ßen. Durch das Schließen des Overlays wird die Auswahl der Aufzeichnung zurückge nommen und "No ongoing recording" ("Keine laufende Aufzeichnung") wird als oberster Eintrag in dem Bildschirm der laufenden Aufnahmen angezeigt. Die andere Möglichkeit findet sich auf dem Homescreen - hier kann der Benutzer die Aufzeichnung pausieren, indem er auf die Schaltfläche in der unteren Leiste tippt. Wenn diese ausgewählt wird, wird ein Informationspanel eingeblendet, der den Benutzer darüber informiert, dass die Auf zeichnung pausiert ist. In der Statusleiste wird die Aufzeichnung weiterhin angezeigt, je doch mit dem Zusatz "Paused: Title" ("Pausiert: Titel"). Die Schaltfläche in der unteren Leiste lautet nun "Continue Selected" ("Aufnahme fortsetzen") mit einem Abspielsymbol. Dadurch kann der Benutzer die Aufnahme einfach vom Homescreen aus anhalten und fortsetzen.
Fig. 3d, 3e, 3f: Wenn eine Aufnahme als Teil der Liste der laufenden Aufzeichnungen angezeigt wird, hat der Benutzer die Möglichkeit, eine Aufzeichnung auszuwählen, um fortzufahren. Wenn eine Aufzeichnung ausgewählt ist, wird ein Overlay angezeigt und je nachdem, ob -oder nicht- sich eine Aufzeichnung gerade im Homescreen befindet, wird das Overlay in einem von zwei Zuständen angezeigt.
Befindet sich keine Aufzeichnung im „Homescreen-Slot“, zeigt das Overlay für "Ausge wählte fortsetzen" nur die neu ausgewählte Aufzeichnung und die Schaltflächengruppe im
Overlay zeigt nur eine Schaltfläche an. Der Benutzer hat die Möglichkeit, die ausgewählte Aufzeichnung fortzusetzen oder das Overlay über die Schließen-Schaltfläche zu schließen. Wird das Overlay geschlossen, ist die Aufzeichnung weiterhin ausgewählt aber nicht fortgesetzt. Beim Anklicken von "Continue Selected" ("Ausgewähltes fortsetzen") wird der Benutzer auf den Homescreen gebracht, in dem die fortgesetzte Aufzeichnung läuft, und alle -nun folgenden- Interaktio nen sind mit der Aufzeichnung verknüpft.
Befindet sich eine Aufzeichnung im Homescreen-Slot, weist das Overlay unten eine Zwei- Tasten-Gruppe auf und zeigt beide Aufzeichnungen im Overlay an. Die Homescreen Aufzeichnung zeigt das Home-Symbol und wird in blau hervorgehoben - dies dient dazu, die beiden einfach zu unterscheiden und um die gleiche Farbe sowie Icon-Verwendung wiederzuverwenden, wie im Bildschirm für laufende Aufnahmen gezeigt. Wenn der Benut zer die Option "Resume Current Record" ("Aktuelle Aufnahme fortsetzen") auswählt, wird die Aufzeichnung aus dem Homescreen-Slot fortgesetzt. Wenn "Continue Selected Re cord" ("Ausgewählte Aufnahme fortsetzen") wird die neu ausgewählte Aufnahme fortge setzt. In beiden Fällen wird der Benutzer auf den Homescreen gebracht, der Name der Aufzeichnung wird in der Statusleiste angezeigt. Beim Schließen des Overlay mit der Schließen-Schaltfläche wird das Overlay geschlossen und die ausgewählte Aufzeichnung ist weiterhin ausgewählt.
Fig. 3g, 3h, 3i, 3j: Wenn die Benutzerverwaltung deaktiviert ist, werden „sessions“ („Sit zungen“) verwendet, um "verschiedene" Benutzersitzungen richtig identifizieren zu kön nen. Dem Benutzer werden alle aktuell laufenden oder pausierten Aufzeichnungen auf der Seite "Laufende Aufzeichnungen“ angezeigt. Die Aufzeichnungen, die innerhalb dieser Sitzung auf diesem Gerät aktiv sind, werden ohne einen Hinweis angezeigt, dass ein an derer "Benutzer" mit ihnen verbunden ist. Ein Benutzer kann eine andere Aufzeichnung beanspruchen, um weiter daran arbeiten zu können. Die Seite "Laufende Aufnahmen" und die aufgelisteten Aufzeichnungen zeigen überden Benutzerindikator an, ob eine Aufzeich nung mit einer anderen Sitzung verknüpft ist. Ein Benutzer kann die Aufzeichnung "bean spruchen", indem er sie auswählt (sie wird anschließend hervorgehoben angezeigt) und "Auswahl fortsetzen" wählt. Danach wird ein Popup angezeigt, das den Benutzer darüber
informiert, dass diese Aufzeichnung derzeit mit einer anderen Sitzung verbunden ist. Der Name der Aufzeichnung, der Anfangstyp und das Benutzersymbol werden angezeigt. Durch Klicken auf "Beanspruchen" wird die Aufzeichnung zu einer aktiven Aufzeichnung für diese Sitzung, wird in den Homescreen-Slot verschoben und der Benutzer wird zum Homescreen gebracht, auf dem die beanspruchte Aufnahme läuft.
Via einem Sozialprotokoll wird der Benutzer gebeten, zu überprüfen, dass niemand ande res diese Aufzeichnung verwendet, da es keine Möglichkeit gibt, sicherzustellen, dass die Aufnahme tatsächlich frei ist. Ein Datensatz kann nicht zu einem späteren Zeitpunkt zu sammengeführt werden, daher ist es wichtig, dass die Benutzer darüber kommunizieren und informiert werden.
Fig. 4 zeigt die Sequenz von Benutzerinteraktionen (Bl), die in einer Anwendung des er findungsgemäßen Systems in dessen beispiehafter Ausgestaltung während eines bzw. mehrerer Experimente mit verschachtelten Aufzeichnungen durchgeführt werden können, bzw. die in einem beispielhaften erfindungsgemäßen Verfahren ausgeführt werden:
1 : Benutzer wählt Aufnahme aus Liste aus / beginnt eine neue Aufnahme 2: Benutzer folgt Protokoll / Liste usw. (z. B. einem Kit)
3: Pipettiertes Volumen muss in eine Zentrifuge gegeben werden 4: Benutzer pausiert die bisher momentane Aufnahme 5: Benutzer entscheidet sich, eine (neue) Aufnahme zu starten / fortzusetzen 6: Benutzer folgt Protokoll / Liste usw. (z. B. einem Kit)
7: Protokoll ist beendet, Benutzer beendet die Aufnahme 8: Zentrifugation ist beendet, Benutzer entscheidet sich, die Aufzeichnung 9: Benutzer folgt Protokoll / Liste usw. (z. B. einem Kit)
10: Pipettiertes Volumen muss 2 Stunden in Gefrierschrank
11: Benutzer beginnt eine neue Aufnahme (bis Schritt 12: Dies kann recht häufig Vorkom men)
12: Benutzer bereitet Puffer vor
13: Nächster Tag: Benutzer setzt Aufnahme fort
14: Protokoll / Liste usw. (z. B. einem Kit)
15: Protokoll ist beendet, Benutzer beendet die Aufnahme
16: Benutzer wählt einevorhandene Aufnahme aus Liste aus
17: Die Probe aus dem Gefrierschrank wird verarbeitet laut den Anweisungen des Kits 18: Protokoll ist beendet, Benutzer beendet die Aufnahme 19: Nächste Aufnahme, nächste Aufnahme, nächste Schritte ...
Schleife bei Schritt 19: Wiederholt sich endlos
Farblegende zu Fig. 4: türkis: Aufnahme (Aufnahme=Aufzeichnung) "Protein Purification" violett: Aufnahme "PCR" orange: Buffer Prep (keine Aufnahme) grün: Aufnahme "DNA Isolation"
Die vom System 100 durchgeführten Methodenaufzeichnungen verwenden, insbeson dere individuelle, Methoden-Identifikationsdaten, um die verschiedenen Methoden, ins besondere die erste und die zweite Methode und deren jeweilige Methodenaufzeichnun gen zu unterscheiden. Beispielsweise sind in Figur 2b der dort als „Müller - DNA - Case 254“ bezeichneten Methode erste Methoden-Identifikationsdaten zugeordnet, der als „RNA Analysis - Case 12.53“ bezeichneten Methode zweite Methoden-Identifikationsda ten zugeordnet, der als „Müller - DNA - Case 109“ bezeichneten Methode dritte Metho den-Identifikationsdaten zugeordnet, und der als „Eppendorf - Case 09.21“ bezeichneten Methode vierte Methoden-Identifikationsdaten zugeordnet. Die ersten, zweiten, dritten und vierten -und jede weitere zu verwendenden- Methoden-Identifikationsdaten unter scheiden sich dabei eindeutig voneinander. Sie sind insbesondere dazu geeignet, um eine der entsprechend vorhandenen ersten, zweiten, dritten oder vierten Methodenauf zeichnungen eindeutig auswählen zu können, und/oder eindeutig die Methodenaufzeich nung fortzusetzen oder zu beenden. Auf den Inhalt der Methoden-Identifikationsdaten kommt es nicht an, beispielsweise wären die Ziffern 1 , 2, 3, 4 - oder auch deren jewei lige Binärdarstellung- geeignet, um die jeweiligen Methoden-Identifikationsdaten zu bil den.
Die Datenverarbeitungseinrichtung 56 des Computergeräts 50 ist dazu programmiert, die Methodenaufzeichnung(en) des Systems zu steuern, insbesondere die zuvor genannten
Methodenaufzeichnungen der Figur 2b. Die Datenverarbeitungseinrichtung 56 des Com putergeräts 50 ist insbesondere dazu programmiert,
• mittels der ersten Kommunikationseinrichtung 58 nach der Durchführung min destens eines, einer ersten Methode zugeordneten, Pipettiervorgangs von der mindes tens einen zweiten Kommunikationseinrichtung 8 Aufzeichnungsdaten zu empfangen, die die Parameterwerte enthalten, anhand derer der mindestens eine Pipettiervorgang von mindestens einer Pipettiervorrichtung konfiguriert und durchgeführt wurde,
• mittels Speichern der Aufzeichnungsdaten als erstem Methodendatensatz in einer Datenspeichereinrichtung -hier des portablen Computers 50, insbesondere als Be standteil der Datenverarbeitungseinrichtung 56- eine erste Methodenaufzeichnung durchzuführen, der erste Methoden-Identifikationsdaten zugeordnet sind,
• die Durchführung der ersten Methodenaufzeichnung in Abhängigkeit von ei ner an der Benutzerschnittstelleneinrichtung erfolgenden Benutzereingabe zu pausieren, und
• die pausierte Durchführung der ersten Methodenaufzeichnung, also kurz „die pausierte erste Methodenaufzeichnung“, in Abhängigkeit von einer an der Benutzer schnittstelleneinrichtung erfolgenden Benutzereingabe und insbesondere in Abhängigkeit von den ersten Methoden-Identifikationsdaten fortzusetzen, oder die pausierte, erste Me thodenaufzeichnung in Abhängigkeit von einer an der Benutzerschnittstelleneinrichtung erfolgenden Benutzereingabe und insbesondere in Abhängigkeit von den ersten Metho den-Identifikationsdaten zu beenden. Das Beenden erfolgt hier insbesondere dadurch, dass der Benutzer ein mit „Save Recording“ beschriebenes Eingabefeld (siehe Figur 2I) des Touchscreens berührt. Dabei erfasst die Datenverarbeitungseinrichtung 56, dass - hier im Beispiel - die durch erste Methoden-Identifikationsdaten identifizierbare erste Methode (hier mit der Bezeichnung „Müller - DNA - Case 254“) gemeint ist. Ein Fortset zen dieser Methode bzw. Methodenaufzeichnung ist nach dem Speichern dann vorzugs weise nicht mehr möglich (Figur 2p). Das Fortsetzen, insbesondere der ersten Metho denaufzeichnung, erfolgt mittels der GUI wahlweise so, wie anhand der Fig. 3a, 3b, 3c gezeigt ist. Auch dabei erfasst die Datenverarbeitungseinrichtung 56, dass - hier im Bei spiel - die durch erste Methoden-Identifikationsdaten identifizierbare erste Methode (hier mit der Bezeichnung „Müller - DNA - Case 254“) gemeint ist.
Dabei ist die Datenverarbeitungseinrichtung 56 auch dazu programmiert, die erste Me thodenaufzeichnung - z.B. „Müller - DNA - Case 254“ - fortzusetzen, indem
• in Abhängigkeit von der Benutzereingabe und den ersten Methoden-Identifi- kationsdaten der während eines ersten Aufzeichnungsabschnitts der ersten Methoden aufzeichnung gespeicherte, erste Methodendatensatz ausgewählt wird und die Aufzeich nung eines zweiten Aufzeichnungsabschnitts der ersten Methodenaufzeichnung gestar tet wird.
Dabei ist die Datenverarbeitungseinrichtung 56 auch dazu programmiert,
• um, nach dem Pausieren der ersten Methodenaufzeichnung vor dem Start der Auf zeichnung des zweiten Aufzeichnungsabschnitts der ersten Methodenaufzeichnung, eine zweite Methodenaufzeichnung durchzuführen, der zweite, von den ersten Me- thoden-ldentifikationsdaten verschiedene, Methoden-Identifikationsdaten zugeord net sind;
Diese verschachtelte Aufzeichnung von zwei Methoden erfolgt insbesondere dadurch, dass die Datenverarbeitungseinrichtung 56 dazu programmiert ist,
• mittels der ersten Kommunikationseinrichtung 58, nach der Durchführung mindestens eines, einer zweiten Methode zugeordneten, Pipettiervorgangs, von der mindestens einen zweiten Kommunikationseinrichtung 8 Aufzeich nungsdaten zu empfangen, die Parameterwerte enthalten, anhand derer der mindestens eine Pipettiervorgang der zweiten Methode konfiguriert und durchgeführt wurde,
• mittels Speichern dieser Aufzeichnungsdaten als zweitem Methodendaten satz in der Datenspeichereinrichtung die zweite Methodenaufzeichnung durchzuführen, wobei der zweite Methodendatensatz insbesondere zweite Methoden-Identifikationsdaten enthält,
• die Durchführung der zweiten Methodenaufzeichnung in Abhängigkeit von ei ner an der Benutzerschnittstelleneinrichtung erfolgenden Benutzereingabe zu pausieren, und
• die pausierte, zweite Methodenaufzeichnung in Abhängigkeit von einer an der Benutzerschnittstelleneinrichtung erfolgenden Benutzereingabe und insbe- ondere in Abhängigkeit von den zweiten Methoden-Identifikationsdaten fort- zusetzen, oder die pausierte, zweite Methodenaufzeichnung in Abhängigkeit von einer an der Benutzerschnittstelleneinrichtung erfolgenden Benutzerein gabe und insbeondere in Abhängigkeit von den zweiten Methoden-Identifika tionsdaten zu beenden.
Fig. 5a bis 5e zeigen jeweils eine Bildschirmseite, die auf dem portablen Computergerät ausgegeben werden können, das einen Bestandteil des erfindungsgemäßen Systems in Fig. 2 bildet.
Fig. 5a zeigt eine Bildschirmseite, die den „Homescreeen“ eines eingelogten Benutzers bildet, in jenem Fall, dass aktuell keine Methodenaufzeichnung stattfindet. Dies wird dem Benutzer durch Anzeige des mit dem Text „Currently Not Recording“ versehenen Infor mationsfeldes am oberen Rand der Bildschirmseite signalisiert.
Fig. 5b zeigt eine Bildschirmseite, die den „Homescreeen“ eines eingelogten Benutzers bildet, in jenem Fall, dass aktuell eine Methodenaufzeichnung stattfindet. Dies wird dem Benutzer durch Anzeige des mit dem Text „DNA Analysis - Case 45.9 - Mueller“ verse henen Informationsfeldes am oberen Rand der Bildschirmseite signalisiert. Der Text bil det zudem die Bezeichnung der entsprechenden Methodenaufzeichnung.
Die Datenverarbeitungseinrichtung 56 ist gemäß den Figuren 5a bis 5e dazu program miert, während der Durchführung einer Methodenaufzeichnung eine oder mehrere über die Benutzerschnittstelleneinrichtung vom Benutzer durchgeführte Notizeingabe(n) zu er fassen und als Bestandteil(e) des entsprechenden Methodendatensatzes mit diesem Me thodendatensatz zu speichern. Im Homescreen der Fig. 5b wird dazu am oberen Bild schirmrand ein Bedienfeld des Touchscreens angezeigt, das mit „Quick Note“ bezeichnet ist. Das Berühren des Bedienfelds durch den Benutzer öffnet ein Overlayfenster, das eine Auswahlliste vordefinierter Notiztexte, hier betreffend möglicher Fehlerzustände („bubble in tip“ etc.) anzeigt, siehe Figur 5c, die jeweils vom Benutzer individuell ausgewählt werden
können und die dann als Notizeingabe im Methodendatensatz gespeichert werden. Die Auswahl des Eingabefeldes zur freien Texteingabe („own vote“) öffnet eine virtuelle Tas tatur als individuelle T exteingabemöglichkeit (Figur 5d).
Die Notizeingabe beinhaltet einen Text, der vom Benutzer individuell eingegeben wurde, insbesondere durch die virtuelle Tastatur - oder alternativ durch eine tatsächlich dem, insbesondere portablen, Computergerät zugeordneten (Hardware-)T astatur (nicht ge zeigt). Die Notizeingabe beinhaltet hier auch die Option, dass dem Benutzer am Bildschirm eine vordefinierte Auswahlliste möglicher Notiztexte vorgegeben wird, aus der der Benut zer dann den passenden Notiztext auswählen kann. Der Inhalt solcher Notiztexte betrifft hier einen vom Benutzer beim Pipettiervorgang beobachteten technischen Fehler, kann aber auch andere typische Situationen beschreiben, z.B. einen Umweltfaktor wie etwa eine Temperatur, Luftfeuchte, oder einen Probenzustand der bei der Methode pipettierten Probe(n), oder einen anderen ungewünschten oder gewünschten Faktor, der insbeson dere die Ergebnisse des Experiments beeinträchtigen könnte.
Die eine oder mehrere Notizeingaben werden hier mit einem Zeitstempel gespeichert, was insbesondere eine nachträgliche Zuordnung der einen oder mehreren Nootizeingaben zu anderen Teilschritten der Pipettiervorgänge der Methode oder generell, einem anderen aufgezeichneten Ereignis (event) der Methodenaufzeichnung ermöglicht und/oder die zeitliche Einordnung der Notiz ermöglicht. Der Zeitstempel beinhaltet vorzugsweise den Zeitpunkt, zu dem das Eingabefeld „Quick Note“ (siehe Figur 5b) des Touchscreens vom Benutzer berührt wird, und/oder beinhaltet den Zeitpunkt, zu dem die der Notizeingabe zugeordnete T exteingabemöglichkeit, hier das Overlayfenster in Figur 5c oder 5d, ge schlossen wird.
Die Datenverarbeitungseinrichtung 56 ist dazu programmiert, die Ereignishistorie, auch bezeichnet als „Eventlog“, eines Methodendatensatzes, also die Abfolge der die Metho denaufzeichnung bildenden Ereignisse, in einem Bildschirm -insbesondere der Benutzer schnittstelleneinrichtung- auszugeben, insbesondere als Liste bzw. Sequenz dieser Ereig nisse auszugeben, wobei dabei vorzugsweise jedes Ereignis mit einem entsprechenden Beschreibungstext und/odereinem grafischen Symbol dargestellt wird. Das Eventlog kann
als Protokoll des durchgeführten Experiments bzw. der Methodenaufzeichnung verwendet werden. Dies ist in der Figur 5e gezeigt, in der Ereignisse der als Methodenaufzeichnung "Some Other Useful name - TLDR" bezeichneten Methode jeweils mit Zeitstempel verse hen als chronologische, von oben nach unten zeitlich zurückschreitende- Liste angezeigt werden. Die gemäß Fig. 2c erfolgte und mit dem Methodendatensatz gespeicherte Notiz eingabe „Bubble in tip“ ist mit dem Zeitstempeleintrag „2020-09-21 , 15:22:04“ enthalten. Durch die Möglichkeit des komfortablen Speicherns von Notizen ist eine noch weiter ver besserte Methode gefunden, um die Reproduzierbarkeit von Experimenten bzw. ausge führten Methoden zu verbessern. Es lässt sich auf diese Weise eine vom System automa- tisch durchgeführte Protokollierung durch individuell vom Benutzer eingeführte Informati onen verfeinern.