Maskenbelichtungsverfahren., transparente, leitfähige Metallisierung und Pigment
Die Erfindung betrifft ein Maskenbelichtungsverfahren, eine transparente, leitfähige Metallisierung und ein Pigment.
Elektronische Vorrichtungen, insbesondere Halbleiter, Solarzellen oder Elektroden, sind z.B. mittels des auf dem Gebiet der Halbleiterherstellung bekannten Lift-Off- Verfahrens erhältlich. Üblicherweise erfolgt das Strukturieren einer löslichen Beschichtung beim Lift-Off-Verfahren dadurch, dass man die lösliche Beschichtung bereichsweise belichtet und anschließend in einem Entwicklungsschritt strukturiert. In der Literatur sind Methoden zur Feinstrukturierung von aufgedampftem Material bekannt, siehe z.B. die Schrift K. D. M. Rao, C. Hunger, R. Gupta, G. U. Kulkarni, M. Thelakkat: „ A cracked polymer templated metal network as a transparent conducting electrode for ITO-free organic solar cells", Phys. Chem. Chem. Phys., 2014, Band 16, Seiten 15107-15110, und die Schrift S. Kiruthika, R. Gupta, K. D. M. Rao, S. Chakraborty, N. Padmavathy, G. U. Kulkarni: „Large area solution processed transparent conducting electrode based on highly interconnected Cu wire network", J. Mater. Chem. C, 2014, Band 2, Seiten 2089-2094.
Gemäß der obigen Literatur wird zunächst auf eine Folie eine Beschichtung aufgebracht, die beim Trocknen zahlreiche Risse ausbildet. Diese Risse bilden ein dichtmaschiges, zusammenhängendes Netz. Beim nachfolgenden Aufdampfen eines Materials wird das Material sowohl auf (d.h. oberhalb) der Beschichtung, als auch in den Rissen deponiert. Beim Entfernen der Beschichtung, z.B. durch Waschen mit geeigneten Lösungsmitteln, wird auch das oberhalb der Beschichtung aufgedampfte Material entfernt. Übrig bleibt lediglich das in den Riss-Linien vorhandene, auf gedampfte Material.
Alternativen zur Herstellung transparenter Elektroden nennt der Artikel „Towards low-cost transparent conducting electrodes" von Kulkarni et al. in Current opinion in Chemical Engineering, Mai 2015, 8:60-68.
In der WO 2016/192858 A1 wird ein weiterentwickeltes Verfahren für das Herstellen einer elektronischen Vorrichtung beschrieben, dem die Idee zugrunde liegt, die auf dem Gebiet der Sicherheitselement-Herstellung für Wertdokumente bekannten Technologien zur Feinstrukturierung von Metallisierungen für die Bereitstellung elektronischer Vorrichtungen heranzuziehen. Zu den Technologien gehören u.a. die Verwendung eines (Photo-)Resistlacks, der Einsatz eines Ätz-Mediums sowie die Verwendung von Waschfarbe. Gemäß dem in der WO 2016/192858 A1 beschriebenen Verfahren erfolgt das Aufbringen einer Riss-bildenden Beschichtung auf ein Trägersubstrat, das Trocknen der Riss-bildenden Beschichtung, wobei die Beschichtung beim Trocknen zahlreiche Risse in Form eines dichtmaschigen, zusammenhängenden Netzes ausbildet, und das Aufbringen einer Metallisierung auf das Trägersubstrat, sodass metallisches Material innerhalb der Risse der mit Rissen versehenen Beschichtung auf dem Trägersubstrat abgeschieden wird.
Bei der in der WO 2016/192858 A1 beschriebenen Herstellung erfolgt die Riss-Bildung in der vor dem Metallisieren aufgebrachten Riss-bildenden Beschichtung statistisch bzw. zufällig, sodass in Abhängigkeit von der materiellen Beschaffenheit der Riss-bildenden Beschichtung, den Trocknungsparametern und der Schichtdicke der Riss-bildenden Beschichtung metallische Netzstrukturen mit zufälliger Metalllinienführung und mit zufälliger Netzgeometrie erhalten werden. Eine gezielte Metalllinienführung ist bei dem in der WO 2016/192858 A1 beschriebenen Herstellungsverfahren nicht möglich.
Unabhängig von der vorangehend dargelegten Beschreibung zu elektronischen Vorrichtungen sind im Stand der Technik Effektpigmente bekannt. Insbesondere sind sogenannte farbkippende Effektpigmente bekannt, die bei der Änderung des Betrachtungswinkels eine Änderung der Farbe aufweisen. Sie basieren z.B. auf einem Mehrschichtaufbau wie etwa ein Cr/SiO2/ Al/SiO2/ Cr-Mehrschichtaufbau oder ein Al/SiO2/ Al/SiO2/ Al- Mehrschichtaufbau. Die zentrale Al-Schicht wirkt dabei als ein Reflektor, die endständigen metallischen Schichten haben jeweils die Funktion einer Absorberschicht, wobei zwischen dem Reflektor und dem Absorber jeweils eine dielektrische Abstandsschicht vorhanden ist. Die Herstellung solcher Effektpigmente erfolgt in der Regel so, dass der gewünschte Mehrschichtaufbau zunächst großflächig z.B. mittels Bedampfen auf einer Folie erzeugt wird. Der Mehrschichtaufbau wird anschließend von der Folie abgetrennt. Das Abtrennen des Mehrschichtaufbaus kann dadurch erleichtert werden, dass die Folie anfänglich mit einer geeigneten Release- Schicht versehen ist. Der so erhaltene Mehrschichtaufbau wird schließlich zu einzelnen Pigmenten zerkleinert. Die EP 0227423 B1 beispielsweise beschreibt die Herstellung einer optisch variablen Beschichtung mit den Schritten des Bereitstellens einer flexiblen Bahn, auf der eine Release-Schicht aufgebracht ist, des darauffolgenden Aufbringens einer optisch variablen, mehrschichtigen Interferenzbeschichtung, des Ablösens der Interferenzbeschichtung von der flexiblen Bahn mittels eines geeigneten Lösungsmittels und des Aufbrechens der Interferenzbeschichtung in einzelne Pigmente.
Bei der oben beschriebenen Herstellung erfolgt das Ablösen des Mehrschichtaufbaus von der Folie unkontrolliert, was zu Pigmenten mit einer breiten Größenverteilung führt. Des Weiteren führt das Zermahlen des
Mehrschichtaufbaus zu Pigmenten zu frischen, unregelmäßigen
Bruchkanten und zu einem für die Farbbrillanz ungünstigen Feinanteil, der vom restlichen Gemisch abgetrennt werden muss. Zudem wird für den Prozess eine hohe Menge an Lösungsmittel benötigt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, zumindest eines der beiden oben erwähnten, im Stand der Technik bekannten Herstellungsverfahren für elektronische Vorrichtungen oder für (Effekt- pigmente zu verbessern.
Diese Aufgabe wird durch die im unabhängigen Anspruch definierte Merkmalskombination gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Zusammenfassung der Erfindung
1. (Erster Aspekt der Erfindung) Maskenbelichtungsverfahren, umfassend die folgenden Schritte:
- das Bereitstellen eines Trägersubstrats;
- das drucktechnische Aufbringen einer vollflächigen, durch Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht auf das Trägersubstrat;
- das Beaufschlagen der durch Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht in definierten Bereichen mit Strahlung mittels einer Bestrahlungsmaske, sodass die Waschfarbe in den definierten Bereichen ausgehärtet wird;
- das Aufbringen einer vollflächigen Metallisierung;
- das Entfernen der nicht mit Strahlung beaufschlagten Waschfarbe außerhalb der definierten Bereiche zusammen mit dem darauf vorliegenden Metall mittels eines Lösungsmittels, sodass das erhaltene Trägersubstrat so beschaffen ist, dass es lediglich in definierten Bereichen ausgehärtete Waschfarbe mit darauf aufgebrachtem Metall aufweist.
2. (Bevorzugte Ausgestaltung) Maskenbelichtungsverfahren nach Klausel 1, wobei das erhaltene Trägersubstrat, das lediglich in definierten Bereichen ausgehärtete Waschfarbe mit darauf aufgebrachtem Metall aufweist, eine transparente, leitfähige Metallisierung in Form eines regelmäßigen, zusammenhängenden Netzes bildet.
3. (Bevorzugte Ausgestaltung) Maskenbelichtungsverfahren nach Klausel 1 oder 2, wobei die Bestrahlungsmaske auf einem für die Strahlung transparenten Material basiert, das in definierten Bereichen ein für die Strahlung undurchlässiges Material aufweist.
4. (Bevorzugte Ausgestaltung) Maskenbelichtungsverfahren nach Klausel 3, wobei die Bestrahlungsmaske eine zylinderförmige Form auf weist und das für die Strahlung transparente Material insbesondere von Glas oder Quarz gewählt ist.
5. (Bevorzugte Ausgestaltung) Maskenbelichtungsverfahren nach Klausel 4, wobei der Schritt des Beaufschlagens der durch Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht in definierten Bereichen mit Strahlung mittels der zylinderförmigen Bestrahlungsmaske, sodass die Waschfarbe in den definierten Bereichen ausgehärtet wird, so durchgeführt wird, dass die
Bahngeschwindigkeit des in Form einer Substratbahn vorliegenden Träger Substrats mit der Rotationsgeschwindigkeit der rotierenden zylinderförmigen Bestrahlungsmaske übereinstimmt.
6. (Bevorzugte Ausgestaltung) Maskenbelichtungsverfahren nach Klausel 3 mit Rückbezug auf Klausel 2, wobei die Geometrie der im Verfahren erzeugten Metallisierung in Form eines regelmäßigen, zusammenhängenden Netzes durch eine geeignete Wahl der Parameter der geometrischen Struktur des für die Strahlung undurchlässigen Materials der Bestrahlungsmaske und der Beabstandung der Strukturen aus undurchlässigem Material bestimmt wird.
7. (Bevorzugte Ausgestaltung) Maskenbelichtungsverfahren nach einer der Klauseln 1 bis 6, wobei die durch Strahlung vernetzbare Waschfarbenschicht auf einer Zusammensetzung basiert, die einen Photoinitiator, ein Bindemittel und gegebenenfalls einen Reaktivverdünner umfasst.
8. (Bevorzugte Ausgestaltung) Maskenbelichtungsverfahren nach Klausel 7, wobei das Bindemittel ein Polymer ist, das von der Gruppe bestehend aus Hydroxyethylcellulose, Hydroxypropylcellulose, Carboxymethylcellulose, Polyvinylalkohol insbesondere mit niedrigem Molekulargewicht und mit mittlerem Hydrolysegrad, Polyvinylpyrrolidon, Polyethylenglykol und Casein gewählt ist.
9. (Bevorzugte Ausgestaltung) Maskenbelichtungsverfahren nach einer der Klauseln 1 bis 8, wobei nach dem Schritt des Entfernens der nicht mit Strahlung beaufschlagten Waschfarbe außerhalb der definierten Bereiche zusammen mit dem darauf vorliegenden Metall mittels eines Lösungsmittels
der Schritt des Isolierens des entfernten Metalls erfolgt, um auf diese Weise plättchenförmige Pigmente zu erhalten.
10. (Zweiter Aspekt der Erfindung) Transparente, leitfähige Metallisierung in Form eines regelmäßigen, zusammenhängenden Netzes, erhältlich durch das Verfahren nach Klausel 2 oder einer der auf Klausel 2 rückbezogenen Klauseln 3 bis 8.
11. (Dritter Aspekt der Erfindung) Plättchenförmiges Pigment, erhältlich durch das Verfahren nach Klausel 9.
Ausführliche Beschreibung der Erfindung
Der vorliegenden Erfindung liegt die Idee zugrunde, die auf dem Gebiet der Sicherheitselement-Herstellung für Wertdokumente bekannte Technologie des Einsatzes einer Waschfarbe zur Feinstrukturierung von Metallisierungen insbesondere für die Bereitstellung einer transparenten, leitfähigen Metallisierung in Form eines regelmäßigen, zusammenhängenden Netzes sowie für die Bereitstellung von plättchenförmigen Pigmenten, insbesondere Effektpigmente, heranzuziehen. Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältliche transparente, leitfähige Metallisierung in Form eines regelmäßigen, zusammenhängenden Netzes ist insbesondere als eine elektronische Vorrichtung verwendbar.
Sicherheitselemente mit im Durchlicht, und gegebenenfalls auch im Auflicht, visuell erkennbaren Zeichen sind bekannt. Die Zeichen können beliebige Formen haben, wie Zahlen, Buchstaben, Muster, geometrische oder figürliche Darstellungen etc., und werden allgemein unabhängig von ihrer
Form als „Negativschrift" bezeichnet. Die Sicherheitselemente werden z.B. hergestellt, indem ein transparentes Substrat mit einer Beschichtung, im Allgemeinen einer metallischen Beschichtung (bzw. Metallisierung), versehen wird, die dann an bestimmten Stellen wieder entfernt wird. Hält man das Sicherheitselement gegen das Licht, erscheinen die Bereiche mit metallischer oder sonstiger Beschichtung dunkel. Die Bereiche, an denen die Beschichtung entfernt wurde, erscheinen dagegen hell oder zumindest deutlich heller als die beschichteten Bereiche, je nach Transparenz des Substrats. Je transparenter, d.h. je lichtdurchlässiger, ein Substrat ist, desto ausgeprägter ist der Kontrast zwischen beschichteten und beschichtungsfreien Bereichen. Bei sehr transparenten Substraten ist die Negativschrift nicht nur im Durchlicht, sondern auch im Auflicht deutlich erkennbar.
Feinstrukturierte Metallisierungen können z.B. durch ein sogenanntes Waschverfahren erfolgen. In der WO 99/13157 A1 wird ein Waschverfahren beschrieben, bei dem eine Trägerfolie mit einer Druckfarbe mit hohem Pigmentanteil in Form von Zeichen bedruckt, mit einer dünnen Abdeckschicht (z.B. aus Aluminium) beschichtet und anschließend die Druckfarbe mitsamt der darüber befindlichen Abdeckschicht durch Auswaschen mit einer Flüssigkeit entfernt wird, um beschichtungsfreie Bereiche in Form der Zeichen zu erzeugen.
Die WO 92/11142 A1 (entspricht EP 0516790 A1) bzw. deren deutsche Prioritätsanmeldung DE 4041 025 A1 offenbart durch Wärmeeinwirkung aktivierbare Druckfarben, beispielsweise wachshaltige Emulsionen. Bei Erwärmung erweichen diese Emulsionen und verringern dadurch die Haftung zur Trägerfolie, so dass in diesen schlecht haftenden Bereichen, unterstützt durch mechanische Behandlung, wie z.B. Ultraschall, Abbürsten
oder Abreiben, sowohl die erweichte Druckfarbe als auch die darüber liegenden Schichten entfernt werden können. Außerdem werden als aktivierbare Druckfarben Farben mit aufschäumenden Additiven, wie sie bei der Herstellung von Schaumstoffen üblich sind, offenbart. Diese Treibmittel spalten unter Wärmeeinwirkung Gas ab und erzeugen Schaumstrukturen. Dadurch vergrößert sich das Volumen der Druckfarbe, wodurch die Haftung an der Trägerfolie verringert wird und die über der Druckfarbe liegenden Schichten nach außen gewölbt werden, so dass sie einen guten Angriffspunkt für eine mechanische Entfernung bieten.
Die WO 97/23357 A1 nimmt Bezug auf die EP 0516790 A1 und offenbart darüber hinaus aktivierbare Druckfarben, die durch Behandlung mit einem geeigneten Lösungsmittel aktiviert, d.h. ausgewaschen, werden.
Das Maskenbelichtungsverfahren gemäß der vorliegenden Erfindung beinhaltet:
- das Bereitstellen eines Trägersubstrats;
- das drucktechnische Aufbringen einer vollflächigen, durch Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht auf das Trägersubstrat;
- das Beaufschlagen der durch Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht in definierten Bereichen mit Strahlung mittels einer Bestrahlungsmaske, sodass die Waschfarbe in den definierten Bereichen ausgehärtet wird;
- das Aufbringen einer vollflächigen Metallisierung;
- das Entfernen der nicht mit Strahlung beaufschlagten Waschfarbe außerhalb der definierten Bereiche zusammen mit dem darauf vorliegenden Metall mittels eines Lösungsmittels, sodass das erhaltene Trägersubstrat so beschaffen ist, dass es lediglich in definierten Bereichen ausgehärtete Waschfarbe mit darauf aufgebrachtem Metall aufweist.
Im Schritt des Auswaschens macht man sich die Löslichkeit des in der Waschfarbe enthaltenen Bindemittels, insbesondere ein Polymer, im Waschmedium zunutze. Das auf die Waschfarbenbereiche abgeschiedene Metall wird zusammen mit dem Bindemittel und weiteren, ggf. in der Waschfarbe enthaltenen Partikeln im Waschprozess entfernt. Zurück bleibt das Träger substr at, auf dem in den vorher nicht mit Waschfarbe beschichteten Bereichen das aufgedampfte metallische Netz weitgehend unbeschädigt verbleibt.
Die Geometrie der gemäß dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren erzeugten Metallisierung in Form eines regelmäßigen, zusammenhängenden Netzes kann mit Vorteil durch eine geeignete Wahl der Parameter der geometrischen Struktur des für die Strahlung undurchlässigen Materials der Bestrahlungsmaske und der Beabstandung der Strukturen aus undurchlässigem Material bestimmt werden. Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältliche metallische Netzwerk weist keine statistische bzw. zufälllige Netzstruktur auf, sondern eine definierte metallische Netzstruktur mit definierter Metalllinienbreite und definierter Metalllinienstruktur. Auf diese Weise können metallische Netzstrukturen mit frei wählbarer Transparenz und frei wählbarer elektrischer Leitfähigkeit erzeugt werden.
Im Schritt des Beaufschlagens der durch Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht in definierten Bereichen mit Strahlung mittels einer Bestrahlungsmaske, sodass die Waschfarbe in den definierten Bereichen ausgehärtet wird, wird mit Vorteil UV-Strahlung verwendet.
Als Bestrahlungsmaske kann im einfachsten Fall ein Sieb verwendet werden, der in definierten Bereichen opake, für (UV-)Strahlung undurchlässige
Strukturelemente aufweist, die z.B. von einem Metall oder einem Kunststoff gewählt werden können. Im Fall, dass das Trägersubstrat in Form eines rollenförmigen Endlosmaterials vorliegt, ist es zweckmäßig, die Bestrahlungsmaske in Form eines rotierenden, zylinderförmigen Körpers vorzusehen. Der Zylinder kann z.B. auf einem für die (UV-)Strahlung transparenten Material, das insbesondere von Glas oder Quarz gewählt ist, basieren. Die opaken, für (UV-)Strahlung undurchlässigen Strukturelemente können z.B. im transparenten Material eingelassen sein oder auf dem transparenten Material aufgebracht vorliegen. Selbstverständlich kann der Zylinder auch auf einem siebartigen Material basieren, das mit opaken, für (UV-)Strahlung undurchlässigen Strukturelementen versehen ist.
Im Fall, dass der Schritt des Beaufschlagens der durch Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht in definierten Bereichen mit Strahlung mittels einer zylinderförmigen Bestrahlungsmaske erfolgt, ist es zweckmäßig, das Verfahren so durchzuführen, dass die Bahngeschwindigkeit des in Form einer (Endlos-)Substratbahn vorliegenden Trägersubstrats mit der Rotationsgeschwindigkeit der rotierenden zylinderförmigen Bestrahlungsmaske übereinstimmt.
Mit Bezug auf das in der Waschfarbe enthaltene Bindemittel haben sich für das erfindungsgemäße Verfahren sehr vorteilhaft Polymere erwiesen, die sowohl in Wasser, als auch in organischem Lösungsmittel, typischerweise Alkohole und/ oder Ester, eine gute Löslichkeit aufweisen. Beispiele für solche Bindemittel sind Hydroxyethylcellulose, Hydroxypropylcellulose, Carboxymethylcellulose, Polyvinylalkohol insbesondere mit niedrigem Molekulargewicht und mit mittlerem Hydrolysegrad, Polyvinylpyrrolidon, Polyethylenglykol und Casein.
Die am Ende des Herstellungsverfahrens erzielbaren metallischen Linienstärken liegen vorzugsweise im Bereich von 1 μm bis 50 μm, wobei die Linien in der Regel so fein sind, dass sie erst beim Einsatz einer Lupe als Linien erkennbar sind. In der Fläche löst das menschliche Auge die einzelnen Linien nicht auf, man erkennt aber sowohl im Auflicht (bzw. Reflexion), als auch im Durchlicht (bzw. Transmission) einen Unterschied gegenüber dem unbehandelten bzw. bloßen Trägersubstrat. Durch Variation der Insel-Größe kann das Reflexionsvermögen bzw. die Licht- Durchlässigkeit in geeigneter Weise eingestellt werden.
Verglichen mit einer konventionellen, vollflächigen und sehr dünnen Metallschicht (nachfolgend auch „semitransparente Metallisierung" genannt), die eine konstante optische Reflexion und Transmission aufweist, ist die erfindungsgemäße metallisierte Netzstruktur im Hinblick auf die wesentlich höhere chemische Beständigkeit ausgesprochen vorteilhaft. In den Metall-Linien liegt das Metall in der „normalen" Schichtdicke vor, während eine konventionelle semitransparente Metallisierung sehr dünn und damit korrosionsanfällig ist, insbesondere im Falle von Al und Cu.
Die erfindungsgemäße Metallisierung in Form eines regelmäßigen, dichtmaschigen, zusammenhängenden Netzes zeigt eine elektrische Leitfähigkeit sowie eine optische Transmission, die mit einer vollflächigen ITO-Schicht vergleichbar ist. Dabei können die feinen metallischen Linien in Kombination mit üblichen Prägelacken, üblichen Primer- Zusammensetzungen und üblichen Heißsiegellacken eingesetzt werden und dabei als Reflektor fungieren.
Das verwendbare Trägersubstrat ist insbesondere ein Glassubstrat, eine Folie wie etwa eine Polyethylenterephthalat(PET)-Folie oder ein Multilayer- Aufbau.
Das mit einer metallischen Netzstruktur versehene Trägersubstrat kann bei Bedarf in weiteren Bereichen mit einer kontinuierlichen Metallisierung versehen werden, die z.B. der elektrischen Kontaktierung dienen. Auch eine Überbeschichtung mit einem Metall, das eine andere Farbe als das Metall der metallischen Netzstruktur aufweist, könnte erfolgen. Der Betrachter würde in diesem Fall eine Mischfarbe sehen. Im Zuge der weiteren Verarbeitung können zusätzliche Primer-Schichten und/ oder Heißsiegellack-Schichten eingesetzt werden. Auch weitere optische Effekte, z.B. Fluoreszenz, sind durch ein Aufbringen zusätzlicher Effektschichten problemlos möglich, da der eingesetzte Reflektor, d.h. die metallische Netzstruktur, nur teilflächig vorliegt.
Das Verfahren zum Entfernen der Waschfarbe erfolgt mit Vorteil mittels Auflösen mit einem geeigneten Lösungsmittel. Dabei kommen z.B. Wasser, wässrige Lösungen, Mischungen von Lösungsmitteln und Wasser, ggf . mit Tensiden, ggf. mit Entschäumern und sonstigen Additiven zum Einsatz. Die Ablösung bzw. Auflösung kann auch durch Spritzdüsen oder auch mechanisch durch Bürsten, Walzen oder durch Filze unterstützt werden. Die Wahl des Lösungsmittels erfolgt zweckmäßigerweise in Abstimmung auf die Beschichtung. Typischerweise können neben Wasser die folgenden Lösungsmittel verwendet werden: Methylacetat, Ethylacetat, Propylacetat, Butylacetat, Methoxypropylacetat, Aceton, Methylethylketon, Methylisobutylketon, Cyclopentanon, Cyclohexanon, Methylenchlorid, Chloroform, Toluol, Xylol, Methanol, Ethanol, 2-Propanol. Weiterhin können
Acetale oder Gemische der vorstehend genannten Lösungsmittel verwendet werden.
Die Metallisierung der erfindungsgemäßen elektronischen Vorrichtung kann auf einem einzelnen Metall beruhen. Als Metall eignet sich z.B. Aluminium, Silber, Kupfer, Nickel, Eisen, Chrom, Cobalt, Gold, Titan, Zinn, Zink oder eine Legierung eines oder mehrerer der vorstehend genannten Elemente (z.B. eine Eisen-Silizium-Legierung). Darüber hinaus kann die Metallisierung auf einer mehrschichtigen Metallisierung basieren, die z.B. durch sukzessives Aufdampfen erhältlich ist. Eine vorteilhafte mehrschichtige Metallisierung ist z.B. eine Cr-Schicht, gefolgt von einer Al-Schicht. Die Haftung der Al-Schicht auf dem Schichtaufbau wird durch die Cr-Schicht verbessert.
Des Weiteren kann die elektrische Leitfähigkeit der erfindungsgemäßen Metallisierung in Form eines regelmäßigen, dichtmaschigen, zusammenhängenden Netzes durch ein zusätzliches Beschichten mit einem elektrisch leitfähigen Polymer verbessert werden. Als elektrisch leitfähiges Polymer eignet sich z.B. ein elektrisch leitfähiges Polymer auf Thiophenbasis wie etwa Poly-3,4-ethylendioxythiophen (PEDOT bzw. PEDT ). Alternativ können anorganische, transparente und leitfähige Schichten, z.B. Metalloxide wie Titandioxid, Indiumzinnoxid oder Fluor-Zinnoxid, aufgebracht werden. Diese zusätzlichen Schichten können auch dazu dienen, die elektrischen Eigenschaften der erfindungsgemäßen Metallisierung, wie die Austrittsarbeit, kontrolliert zu modifizieren.
Die in dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren erhaltene transparente, leitfähige Metallisierung in Form eines regelmäßigen, dichtmaschigen, zusammenhängenden Netzes kann nachträglich mittels
Laserstrahlung in bestimmten Bereichen entfernt werden (sogenannte Laser- Demetallisierung). Auf diese Weise ist eine Strukturierung der transparenten, leitfähigen Metallisierung möglich, d.h. es können Leerstellen bzw. demetallisierte Bereiche bereitgestellt werden.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung erfolgt nach dem Schritt des Entfernens der nicht mit Strahlung beaufschlagten Waschfarbe außerhalb der definierten Bereiche zusammen mit dem darauf vorliegenden Metall mittels eines Lösungsmittels der Schritt des Isolierens des entfernten Metalls, um auf diese Weise plättchenförmige (Effekt-)Pigmente zu erhalten. Die nach dem Verfahren erhaltenen plättchenförmigen (Effekt-)Pigmente weisen in der Länge z.B. eine Abmessung in einem Bereich von 2 μm bis 150 μm auf.
Die reflektierende Beschichtung der erfindungsgemäß erhaltenen plättchenförmigen Effektpigmente kann im einfachsten Fall auf einer einzelnen Metallisierung beruhen. Als Metall eignen sich Elemente wie etwa Aluminium, Edelstahl, Nichrome, Gold, Silber, Platin und Kupfer.
Plättchenförmige Metallpigmente, die insbesondere zur Erzeugung einer drucktechnisch erhältlichen Reflexionsschicht geeignet sind, sind z.B. aus der WO 2013/186167 A2, der WO 2010/069823 A1, der WO 2005/051675 A2 und der WO 2011/064162 A2 bekannt.
Die reflektierende Beschichtung der erfindungsgemäß erhaltenen plättchenförmigen Effektpigmente kann des Weiteren einen Mehrschichtaufbau aufweisen, z.B. einen Interferenzschichtaufbau, der je nach Betrachtungswinkel einen anderen Farbton annimmt. Ein solcher Interferenzschichtaufbau basiert typischerweise auf einer Reflexionsschicht, einer teildurchlässigen Schicht bzw. Absorberschicht und einer dazwischen liegenden dielektrischen Abstandsschicht. Die dielektrische Abstandsschicht
basiert beispielsweise auf Glimmer, auf SiO2 oder auf Al2O3. Ein bevorzugtes Beispiel ist eine Mehrschichtanordnung mit der Schichtenfolge semitransparente Absorberschicht / dielektrische Abstandsschicht / Reflexionsschicht, z.B. eine Cr/SiO2/Al- Mehrschichtanordnung. Pigmente mit einem Dünnschicht-Interferenzschichtaufbau können auch einen fünfschichtigen Aufbau aufweisen wie etwa die Schichtenfolge semitransparente Absorberschicht / dielektrische Abstandsschicht / Reflexionsschicht / dielektrische Abstandsschicht / semitransparente Absorberschicht, z.B. eine Cr/SiO2/ Al/ SiO2/Cr- Mehrschichtanordnung oder eine Al/SiO2/ Al/ SiO2/ Al- Mehrschichtanordnung, wobei im Falle der Al/SiO2/ Al/ SiO2/Al- Mehrschichtanordnung die zentrale Al-Schicht eine höhere Schichtdicke wie jede der beiden endständigen Al-Schichten aufweist.
Weiterhin kann eine zusätzliche, magnetische Schicht innerhalb der Mehrschichtanordnung erzeugt werden, um auf diese Weise magnetisch orientierbare Pigmente bereitzustellen.
Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren erläutert, bei deren Darstellung auf eine maßstabs- und proportionsgetreue Wiedergabe verzichtet wurde, um die Anschaulichkeit zu erhöhen.
Es zeigen:
Figuren 1 bis 5 die Herstellung einer erfindungsgemäßen, als eine elektronische Vorrichtung dienenden transparenten, leitfähigen Metallisierung;
Figur 6 die erfindungsgemäße transparente, leitfähige
Metallisierung in etwa 25'facher Vergrößerung;
Figuren 7 und 8 die Herstellung eines erfindungsgemäßen (Effekt- pigments; und
Figur 9 ein Beispiel für die Durchführung der erfindungsgemäßen Maskenbelichtung mittels einer zylinderförmigen Bestrahlungsmaske.
Die Figuren 1 bis 5 veranschaulichen die Herstellung einer erfindungsgemäßen, als eine elektronische Vorrichtung dienenden transparenten, leitfähigen Metallisierung gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Gemäß der Figur 1 erfolgt zunächst das Bereitstellen eines Trägersubstrats 1, im Beispiel eine Polyethylenterephthalat(PET)-Folie. Auf dem Trägersubstrat 1 wird drucktechnisch eine vollflächige, durch UV-Strahlung vernetzbare Waschfarbenschicht 2 aufgebracht, die im Beispiel auf dem Bindemittel Polyvinylpyrrolidon basiert, dem 9-fach ethoxyliertes
Trimethylolpropantriacrylat (TMP(EO)9TA) als multifunktioneller Reaktivverdünner und ein Photoinitiator beigemengt ist.
Anschließend erfolgt gemäß der Figur 2 das Beaufschlagen der durch Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht 2 in definierten Bereichen mit Strahlung mittels einer Bestrahlungsmaske 3, sodass die Waschfarbe in den definierten Bereichen ausgehärtet wird.
Die Figur 3 veranschaulicht die mittels UV-Strahlung ausgehärteten Bereiche 4 der durch UV-Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht 2.
Daraufhin erfolgt gemäß der Figur 4 das Aufdampfen einer vollflächigen Metallisierung 5, im Beispiel eine Ag-Schicht.
Anschließend erfolgt das Entfernen der nicht mit UV-Strahlung beaufschlagten Waschfarbe 2 außerhalb der definierten Bereiche zusammen mit dem darauf vorliegenden Metall 5 mittels eines Lösungsmittels, sodass das erhaltene Trägersubstrat 1 so beschaffen ist, dass es lediglich in definierten Bereichen ausgehärtete Waschfarbe 4 mit darauf aufgebrachtem Metall 5 auf weist. Das erhaltene Trägersubstrat 1, das lediglich in definierten Bereichen ausgehärtete Waschfarbe 4 mit darauf aufgebrachtem Metall 5 aufweist, bildet eine transparente, leitfähige Metallisierung in Form eines regelmäßigen, zusammenhängenden Netzes.
Die Figur 6 zeigt die Aufnahme einer erfindungsgemäßen transparenten, leitfähigen Metallisierung in Form eines regelmäßigen, zusammenhängenden Netzes in Draufsicht in etwa 25'facher Vergrößerung. Gut zu erkennen sind kreisförmige Bereiche innerhalb des regelmäßigen, metallischen, zusammenhängenden Netzes 5, die in Form regelmäßiger Inseln vorliegen. Der Durchmesser eines kreisförmigen Bereichs beträgt etwa 125 |im.
Die Figuren 7 und 8 veranschaulichen die Herstellung eines erfindungsgemäßen (Effekt-)Pigments gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Gemäß der Figur 7 wird zunächst ein Trägersubstrat 6, im Beispiel eine Polyethylenterephthalat(PET)-Folie, bereitgestellt. Auf dem Träger substr at 6
ist drucktechnisch eine vollflächige, durch UV-Strahlung vernetzbare Waschfarbenschicht 7 aufgebracht, die im Beispiel auf dem Bindemittel Polyvinylpyrrolidon basiert, dem 9-fach ethoxyliertes Trimethylolpropantriacrylat (TMP(EO)9TA) als multifunktioneller Reaktiv Verdünner und ein Photoinitiator beigemengt ist. Nach dem Beaufschlagen der durch Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht 7 in definierten Bereichen mit UV-Strahlung mittels einer Bestrahlungsmaske liegt die Waschfarbenschicht 7 in definierten Bereichen 8 in ausgehärteter Form vor. Anschließend erfolgt das Aufdampfen eines farbkippenden Dünnschichtelements 9 mit Reflektor/ Dielektrikum/ Absorber- Aufbau, im Beispiel eine Al/SiOa/Cr-Mehrschichtanordnung.
Anschließend erfolgt gemäß der Figur 8 das Entfernen der nicht mit UV- Strahlung beaufschlagten Waschfarbe 7 außerhalb der definierten Bereiche 8 zusammen mit dem darauf vorliegenden Dünnschichtelement 9 durch Auswaschen mit einem geeigneten Lösungsmittel, sodass das erhaltene Trägersubstrat 6 so beschaffen ist, dass es lediglich in definierten Bereichen 8 ausgehärtete Waschfarbe mit darauf aufgebrachtem Dünnschichtelement 9 aufweist (siehe Erzeugnis „ A" in der Figur 8). Die plättchenförmigen Effektpigmente 9 werden daraufhin isoliert (siehe Erzeugnis „B" in der Figur 8).
Die Figur 9 veranschaulicht ein Beispiel für die Durchführung der erfindungsgemäßen Maskenbelichtung mittels einer zylinderförmigen Bestrahlungsmaske 11. Die Bestrahlungsmaske 11 basiert auf einem für UV- Strahlung transparenten Material, im Beispiel Quarz. Die Bestrahlungsmaske 11 weist opake, für UV-Strahlung undurchlässige kreisförmige Strukturelemente 13 auf, die im Beispiel auf einem Metall basieren. Im Zentrum der zylinderförmigen Bestrahlungsmaske 11 befindet sich eine
längliche, stabförmige UV-Lampe 12. Die UV-Lampe 12 ist in ihrer Länge so bemessen, dass das in Form einer Endlosbahn vorliegende Trägersubstrat 10 in der Richtung senkrecht zur Richtung der Endlosbahn vollständig mit UV- Licht beaufschlagt werden kann. Der Schritt des Beaufschlagens der durch Strahlung vernetzbaren Waschfarbenschicht in definierten Bereichen mit UV-Strahlung mittels der zylinderförmigen Bestrahlungsmaske 11 erfolgt so, dass die Bahngeschwindigkeit des in Form einer Endlosbahn vorliegenden Trägersubstrats 10 mit der Rotationsgeschwindigkeit der rotierenden zylinderförmigen Bestrahlungsmaske 11 übereinstimmt.