SINTERPASTE UND DEREN VERWENDUNG ZUM VERBINDEN VON BAUELEMENTEN
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sinterpaste und ein Verfahren zum Verbinden von Bauelementen, bei dem diese Sinterpaste eingesetzt wird.
Wie später noch erläutert wird, handelt es sich bei Sinterpasten um nicht mit Leitklebern zu verwechselnde Produkte. Leitkleber können zwar auch zum Verbinden von Bauelementen verwendet werden, wobei mechanisch feste und elektrisch leitfähige Verbindungen erzeugt werden; jedoch sind die Verbindungen aufgrund ihres vergleichsweise geringen Metallanteils naturgemäß nicht so wärmeleitfähig wie aus Sinterpasten hergestellte Verbindungen.
Der hierin verwendete Begriff „Bauelement“ bezeichnet insbesondere Bauteile, die in der Elektronik verwendet werden, kurz gesagt, elektronische Bauelemente. Beispiele dafür umfassen Dioden, LEDs (light emitting diodes, lichtemittierende Dioden), Dies, IGBTs (insulated-gate bipolar transistors, Bipolartransistoren mit isolierter Gate-Elektrode), MOSFETs (Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistoren), ICs (integrated circuits, integrierte Schaltungen), Sensoren, Kühlkörper, Widerstände, Kondensatoren, Spulen, Verbindungselemente (z. B. Clips), Bodenplatten, Antennen, Leadframes, PCBs (printed circuit boards, gedruckte Leiterplatten), flexible Elektronik, Keramiksubstrate, Metallkeramiksubstrate wie beispielsweise DCB-Substrate (direct copper bonded-Substrate), IMS (isoliertes Metallsubstrat) und dergleichen.
Im Bereich der Leistungs- und Konsumerelektronik stellt das Sinterverbinden elektronischer Bauelemente ein gängiges Verfahren dar. Als Verbindungsmaterial wird dabei häufig Metallsinterpaste verwendet, deren Hauptbestandteile dispergierte sinterfähige Metallpartikel sind. Prominente Beispiele für solche Sinterpasten umfassen dem Fachmann bekannte Silbersinterpasten. Die Sinterverbindungstechnik stellt ein sehr einfaches Verfahren zum stabilen Verbinden von Bauelementen dar, wobei die zu verbindenden Bauelemente mit ihren zu verbindenden Kontaktflächen zueinander gewandt in eine Sandwichanordnung überführt werden mit dazwischen appliziertem Sinterverbindungsmaterial, beispielsweise Sinterpaste. Die unter Verwendung von Sinterpaste geschaffene Sandwichanordnung wird anschließend einem Trocknungs- und Sinterschritt unterworfen, in dessen Verlauf die mechanisch feste, elektrisch und wärmeleitfähige Verbindung zwischen den Bauelementen ausgebildet wird. Das mechanisch feste Verbinden zweier Bauelemente ist also ein Befestigen des einen Bauelements an bzw. auf dem zweiten Bauelement über deren jeweilige Kontaktflächen.
Aufgabe der Erfindung war die Bereitstellung einer insbesondere in Hinblick auf ihre Trocknungseigenschaften verbesserten Sinterpaste. Insbesondere sollte die zu findende Sinterpaste die Ausbildung von Sinterverbindungen zwischen Bauelementen erlauben, die keine oder zumindest akzeptable (tolerierbar geringfügige) trocknungsbedingte Fehlstellen in der aus der Sinterpaste applizierten und getrockneten, die Bauelemente verbindenden Schicht aufweisen. Trocknungsbedingte Fehlstellen sind insbesondere sogenannte Trocknungskanäle. Derartige Fehlstellen können nicht nur die mechanische Festigkeit der finalen Sinterverbindungen schwächen, sondern auch eine Verminderung der Wärme- und der elektrischen Leitfähigkeit bedingen.
Überraschenderweise kann die Aufgabe gelöst werden durch Bereitstellung einer Sinterpaste bestehend aus:
(A) 30 bis 40 Gew.-% (Gewichts-%) Silberflakes (Silberplättchen) mit einer durchschnittlichen Teilchengröße im Bereich von 1 bis 20 pm,
(B) 8 bis 20 Gew.-% Silberpartikel mit einer durchschnittlichen Teilchengröße im Bereich von 20 bis 100 nm,
(C) 30 bis 45 Gew.-% Silber(l)oxidpartikel,
(D) 12 bis 20 Gew.-% mindestens eines organischen Lösemittels,
(E) 0 bis 1 Gew.-% mindestens eines polymeren Bindemittels, und
(F) 0 bis 0,5 Gew.-% mindestens eines von den Bestandteilen (A) bis (E) verschiedenen Additivs.
Der hierin im Zusammenhang mit den Silberflakes (A) verwendete Begriff „durchschnittliche Teilchengröße“ bedeutet den mittels statischer automatisierter Analyse mikroskopischer Bilder bestimmbaren volumenmittleren Primärteilchendurchmesser (D50). Als Maß für den Teilchendurchmesser kann dabei zweckmäßig der sogenannte Equivalent Circular Area Diameter (ECAD) verwendet werden (vgl. RENLIANG XU ET AL: "Comparison of sizing small particles using different technologies", POWDER TECHNOLOGY, ELSEVIER, BASEL (CH), Bd. 132, Nr. 2-3, 24. Juni 2003 (2003-06-24), Seiten 145-153). Die statische automatisierte Analyse der mikroskopischen Bilder kann beispielsweise mit dem Messsystem Morphologi 4 von Malvern Instruments nach der Trockenbestimmungsmethode durchgeführt werden.
Der hierin im Zusammenhang mit den Silberpartikeln (B) verwendete Begriff „durchschnittliche Teilchengröße“ bedeutet den mittels Laserbeugung bestimmbaren volumenmittleren
Primärteilchendurchmesser (D50). Als Maß für den Teilchendurchmesser kann dabei zweckmäßig der sogenannte Equivalent Circular Area Diameter (ECAD) verwendet werden (vgl. RENLIANG XII ET AL: "Comparison of sizing small particles using different technologies", POWDER TECHNOLOGY, ELSEVIER, BASEL (CH), Bd. 132, Nr. 2-3, 24. Juni 2003 (2003-06- 24), Seiten 145-153). Laserbeugungsmessungen können mit einem entsprechenden Teilchengrößenmessgerät, beispielsweise einem Mastersizer 3000 oder einem Mastersizer 2000 von Malvern Instruments nach der Nassbestimmungsmethode durchgeführt werden. Bei der Nassbestimmungsmethode können im Rahmen der Probenvorbereitung beispielsweise 1 g Silberpartikel (B) in 200 ml Ethanol mittels Ultraschall dispergiert werden.
Die erfindungsgemäße Sinterpaste enthält als Bestandteil (A) 30 bis 40 Gew.-% bevorzugt 32 bis 37 Gew.-% Silberflakes mit einer durchschnittlichen Teilchengröße im Bereich von 1 bis 20 pm, bevorzugt 1 bis 10 pm. Das Aspektverhältnis der Silberflakes kann beispielsweise bei > 5 : 1 bis mehrere Hundert : 1 liegen.
Das Aspektverhältnis von Teilchen beschreibt den Quotienten aus größter und kleinster Längenausdehnung derselben und damit deren Form; nur um Missverständnissen vorzubeugen, im Falle von Teilchen in Form von Flakes oder Plättchen ist der Quotient aus größter und kleinster Längenausdehnung der Quotient aus größter Längenausdehnung und der Plättchendicke. Es kann durch Rasterelektronenmikroskopie und Auswertung der elektronenmikroskopischen Bilder durch Bestimmung der Abmessungen einer statistisch bedeutsamen Anzahl von einzelnen Teilchen bestimmt werden.
Die Silberflakes sind üblicherweise gecoatet (beschichtet). Die hier gemachten Gewichtsangaben schließen dann das Gewicht des Coatings (Beschichtung) auf den Silberflakes mit ein.
Die Silberflakes können Flakes aus reinem Silber (Reinheit des Silbers von wenigstens 99,9 Gew.-%) und/oder solche aus Silberlegierungen mit bis zu 10 Gew.-% wenigstens eines anderen Legierungsmetalls umfassen. Beispiele für geeignete Legierungsmetalle sind Kupfer, Gold, Nickel, Palladium, Platin und Aluminium. Bevorzugt sind Silberflakes aus reinem Silber.
Das vorerwähnte Coating kann eine festhaftende Schicht auf der Oberfläche der Silberflakes sein. Üblicherweise handelt es sich um ein organisches Coating. Der Anteil des organischen Coatings kann beispielsweise im Bereich von 0,5 bis 1 ,5 Gew.-%, bezogen auf Silber respektive
Silberlegierung, liegen. Im Allgemeinen kann ein solches organisches Coating 90 bis 100 Gew.- % einer oder mehrerer Fettsäuren und/oder Fettsäurederivate umfassen. Beispiele für Fettsäurederivate umfassen insbesondere Fettsäuresalze und Fettsäureester. Beispiele für Fettsäuren umfassen Caprylsäure (Octansäure), Caprinsäure (Decansäure), Laurinsäure (Dodecansäure), Myristinsäure (Tetradecansäure), Palmitinsäure (Hexadecansäure), Margarinsäure (Heptadecansäure), Stearinsäure (Octadecansäure), Ölsäure (9-Octadecensäure), Arachinsäure (Eicosansäure/Icosansäure), Behensäure (Docosansäure), Lignocerinsäure (T etracosansäure).
Die Silberflakes sind kommerziell erhältlich. Beispiele umfassen LIA8320, P6908 von Metalor, SF30L von Ames Goldsmith sowie die Produkte Silflake 40-592 und Silflake 40-50 von Technic.
Die erfindungsgemäße Sinterpaste enthält als Bestandteil (B) 8 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 10 bis 16 Gew.-% Silberpartikel mit einer durchschnittlichen Teilchengröße im Bereich von 20 bis 100 nm.
Die Silberpartikel sind üblicherweise gecoatet. Die hier gemachten Gewichtsangaben schließen dann das Gewicht des Coatings auf den Silberpartikeln mit ein.
Die Silberpartikel sind keine Silberflakes, ihr Aspektverhältnis ist deutlich kleiner als das von Flakes, es liegt beispielsweise im Bereich von 1 : 1 bis 5 : 1. Ideal kugelförmige Partikel haben ein Aspektverhältnis von 1 : 1. Das Aspektverhältnis der Silberpartikel im Bereich von 1 : 1 bis 5 : 1 bedeutet, dass die Silberpartikel beispielsweise eine sphärische, eine im Wesentlichen sphärische, eine elliptische, eine eiförmige oder eine unregelmäßige Form aufweisen, keinesfalls jedoch die Form von Flakes.
Die Silberpartikel können Partikel aus reinem Silber (Reinheit des Silbers von wenigstens 99,9 Gew.-%) und/oder solche aus Silberlegierungen mit bis zu 10 Gew.-% wenigstens eines anderen Legierungsmetalls umfassen. Beispiele für geeignete Legierungsmetalle sind Kupfer, Gold, Nickel, Palladium, Platin und Aluminium. Bevorzugt sind Silberpartikel aus reinem Silber.
Das vorerwähnte Coating kann eine festhaftende Schicht auf der Oberfläche der Silberpartikel sein. Üblicherweise handelt es sich um ein organisches Coating. Der Anteil des organischen Coatings kann beispielsweise im Bereich von 0,5 bis 1 ,5 Gew.-%, bezogen auf Silber respektive Silberlegierung, liegen. Im Allgemeinen kann ein solches organisches Coating 90 bis 100 Gew.-
% einer oder mehrerer Fettsäuren und/oder Fettsäurederivate umfassen. Beispiele für Fettsäurederivate umfassen insbesondere Fettsäuresalze und Fettsäureester. Beispiele für Fettsäuren umfassen Caprylsäure (Octansäure), Caprinsäure (Decansäure), Laurinsäure (Dodecansäure), Myristinsäure (Tetradecansäure), Palmitinsäure (Hexadecansäure), Margarinsäure (Heptadecansäure), Stearinsäure (Octadecansäure), Ölsäure (9-Octadecensäure), Arachinsäure (Eicosansäure/Icosansäure), Behensäure (Docosansäure), Lignocerinsäure (Tetracosansäure).
Die Silberpartikel sind kommerziell erhältlich. Beispiele umfassen 18060-NM2 von Arnes Goldsmith sowie die Produkte SIL 41-193, SIL 40-277, SIL 40-147 und SIL40-050-0720-2 von Technic.
Zumindest ein Teil der Silberpartikel kann an zumindest einen Teil der Silberflakes angehaftet sein.
Die erfindungsgemäße Sinterpaste enthält als Bestandteil (C) 30 bis 45 Gew.-%, bevorzugt 32 bis 40 Gew.-% Silber(l)oxidpartikel. Die Silber(l)oxidpartikel dienen als Silberprecursor, woraus im Wege einer thermischen Zersetzung metallisches Silber gebildet werden kann.
Die Silber(l)oxidpartikel können eine durchschnittliche Teilchengröße beispielsweise im Bereich von 0,4 bis 4 pm aufweisen.
Der hierin im Zusammenhang mit den Silber(l)oxidpartikeln (C) verwendete Begriff „durchschnittliche Teilchengröße“ bedeutet den mittels Laserbeugung bestimmbaren volumenmittleren Primärteilchendurchmesser (D50). Als Maß für den Teilchendurchmesser kann dabei zweckmäßig der sogenannte Equivalent Circular Area Diameter (ECAD) verwendet werden (vgl. RENLIANG XU ET AL: "Comparison of sizing small particles using different technologies", POWDER TECHNOLOGY, ELSEVIER, BASEL (CH), Bd. 132, Nr. 2-3, 24. Juni 2003 (2003-06-24), Seiten 145-153). Laserbeugungsmessungen können mit einem entsprechenden Teilchengrößenmessgerät, beispielsweise einem Mastersizer 3000 oder einem Mastersizer 2000 von Malvern Instruments nach der Nassbestimmungsmethode durchgeführt werden. Bei der Nassbestimmungsmethode können im Rahmen der Probenvorbereitung beispielsweise 1 g Silber(l)oxidpartikel (C) in 200 ml Ethanol mittels Ultraschall dispergiert werden.
Die Silber(l)oxidpartikel können gecoatet sein. Bevorzugt sind die Silber(l)oxidpartikel ungecoatet.
Im Falle gecoateter Silber(l)oxidpartikel schließen die hier gemachten Gewichtsangaben das Gewicht des Coatings auf den Silber(l)oxidpartikeln mit ein. Das Coating kann eine festhaftende Schicht auf der Oberfläche der Silber(l)oxidpartikel sein. Üblicherweise handelt es sich um ein organisches Coating. Der Anteil des organischen Coatings kann beispielsweise im Bereich von 0,5 bis 1 ,5 Gew.-%, bezogen auf das Silber(l)oxid, liegen. Im Allgemeinen kann ein solches organisches Coating 90 bis 100 Gew.-% einer oder mehrerer Fettsäuren und/oder Fettsäurederivate umfassen. Beispiele für Fettsäurederivate umfassen insbesondere Fettsäuresalze und Fettsäureester. Beispiele für Fettsäuren umfassen Caprylsäure (Octansäure), Caprinsäure (Decansäure), Laurinsäure (Dodecansäure), Myristinsäure (Tetradecansäure), Palmitinsäure (Hexadecansäure), Margarinsäure (Heptadecansäure), Stearinsäure (Octadecansäure), Ölsäure (9-Octadecensäure), Arachinsäure (Eicosansäure/Icosansäure), Behensäure (Docosansäure), Lignocerinsäure (Tetracosansäure).
Die erfindungsgemäße Sinterpaste enthält als Bestandteil (D) 12 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 14 bis 16 Gew.-% mindestens eines organischen Lösemittels. Beispiele für geeignete organische Lösemittel umfassen Terpineole, N-Methyl-2-pyrrolidon, Ethylenglykol, Dimethylacetamid, 1- Tridecanol, 2-Tridecanol, 3-Tridecanol, 4-Tridecanol, 5-Tridecanol, 6-Tridecanol, Isotridecanol, dibasische Ester (vorzugsweise Dimethylester der Glutar-, Adipin- oder Bernsteinsäure oder Mischungen davon), Glycerin, Diethylenglykol, Triethylenglykol und aliphatische, insbesondere gesättigte aliphatische Kohlenwasserstoffe mit 5 bis 32 C-Atomen, mehr bevorzugt 10 bis 25 C- Atomen und noch mehr bevorzugt 16 bis 20 C-Atomen. Solche aliphatischen Kohlenwasserstoffe werden beispielsweise von Exxon Mobil unter der Marke Exxsol™ D140 oder unter der Marke Isopar M™ vertrieben. Besonders bevorzugt als Bestandteil (D) sind Kombinationen mindestens eines Terpineols mit mindestens einem dibasischen Ester.
Die erfindungsgemäße Sinterpaste kann als Bestandteil (E) 0 bis 1 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 0,7 Gew.-% mindestens eines polymeren Bindemittels enthalten. Das mindestens eine polymere Bindemittel umfasst dabei weder selbstvernetzbare Polymere noch kovalent vernetzbare Bindemittel/Härter-Kombinationen. Beispiele für geeignete polymere Bindemittel umfassen insbesondere Cellulosederivate, beispielsweise Methylcellulose, Ethylcellulose, Ethylmethylcellulose, Carboxycellulose, Hydroxypropylcellulose, Hydroxyethylcellulose, Hydroxymethyl cellulose.
Die erfindungsgemäße Sinterpaste kann als Bestandteil (F) 0 bis 0,5 Gew.-%, bevorzugt 0 bis 0,3 Gew.-% mindestens eines von den Bestandteilen (A) bis (E) verschiedenen Additivs enthalten. Beispiele umfassen Tenside, Entschäumer, Benetzungsmittel und Antikorrosionsadditive. Bestandteil (F) umfasst bevorzugt keine Glaspartikel (Glasfritte).
Bei der erfindungsgemäßen Sinterpaste handelt es sich um eine Silbersinterpaste.
Die Summe der Gew.-% der Bestandteile (A) bis (F) beträgt 100 Gew.-%, bezogen auf die erfindungsgemäße Sinterpaste, d.h. vor ihrer Applikation. Dementsprechend kann die Herstellung der erfindungsgemäßen Sinterpaste durch Vermischen der Bestandteile (A) bis (D) sowie gegebenenfalls (E) und gegebenenfalls (F) erfolgen. Dabei können übliche dem Fachmann bekannte Vorrichtungen verwendet werden, beispielsweise Rührwerke, Dreiwalzwerke, Leitstrahlmischer und/oder Dispermixer. Es kann zweckmäßig sein, die Silberflakes und die Silberpartikel zunächst miteinander vorzuvermischen, beispielsweise mittels eines Flügelrührers, einer Kugelmühle, eines Taumelmischers oder Gasstrahlmischers. Durch ein solches Vorvermischen der Silberflakes und der Silberpartikel kann zumindest ein Teil der Silberpartikel an zumindest einen Teil der Silberflakes angehaftet werden. Die Anhaftung der Silberpartikel an die Silberflakes kann durch Bestimmung der Teilchengrößenverteilung im Anschluss an das Vorvermischen nachvollzogen werden. Als Bestimmungsmethode kann die schon vorerwähnte Laserbeugungsmessung angewendet werden. Vor dem Vorvermischen zeigt sich zunächst eine bimodale Teilchengrößenverteilung, welche sich mit fortschreitendem Vorvermischen mehr und mehr in Richtung einer monomodalen Teilchengrößenverteilung verschiebt. Nach praktisch vollständigem Vorvermischen zeigt sich eine im Wesentlichen oder vollständig monomodale Teilchengrößenverteilung als Endzustand. In dem Zusammenhang bedeutet „im Wesentlichen monomodal“, dass mindestens einer von mehreren Peaks einer Teilchengrößenverteilungskurve mindestens 90 % der Fläche unter der
Teilchengrößenverteilungskurve ausmacht. Die Anhaftung der Silberpartikel an die Silberflakes kann einer Agglomeration in der erfindungsgemäßen Sinterpaste vorbeugen oder eine solche verhindern; sie kann somit eine homogene Verteilung sowohl der Silberpartikel als auch der Silberflakes in der erfindungsgemäßen Sinterpaste fördern oder bewirken.
Die erfindungsgemäße Sinterpaste kann in einem Sinterverfahren, beispielsweise in einem Sinterverfahren wie vorstehend erläutert, eingesetzt werden. Unter Sintern wird das Verbinden
von zwei oder mehr Bauelementen durch Erhitzen unter Vermeidung dessen, dass die Silberflakes und die Silberpartikel die flüssige Phase erreichen, verstanden. Die dabei gebildete feste mechanische Verbindung ist zugleich elektrisch und thermisch leitfähig; sie besteht zu > 95 Gew.-%, beispielsweise zu 95 bis 100 Gew.-%, aus Silber und ist daher nicht mit einer aus einem üblichen Silberleitkleber erzeugten Verbindung zwischen solcherlei Bauelementen vergleichbar. Eine aus einem üblichen Silberleitkleber erzeugte Verbindung umfasst üblicherweise einen Silberanteil von < 90 Gew.-%, beispielsweise im Bereich von 40 bis 90 Gew.-%, wobei der zu 100 Gew.-% fehlende Anteil üblicherweise einen Polymeranteil umfasst und gegebenenfalls einen Füllstoffanteil umfassen kann. Die Erfindung betrifft insofern auch ein Verfahren zum Verbinden von Bauelementen, bei dem man (1) eine Sandwichanordnung bereitstellt, die wenigstens zwei Bauelemente und eine zwischen den Bauelementen befindliche erfindungsgemäße Sinterpaste aufweist, (2) optional, jedoch bevorzugt die Sinterpaste trocknet und (3) die Sandwichanordnung sintert. Unter Trocknen wird das Entfernen von organischem Lösemittel aus der applizierten erfindungsgemäßen Sinterpaste verstanden. Die Schritte (1), (2) und (3) bilden eine Schrittfolge vom Typ (1)-(2)-(3) mit Schritt (2) als optionalem Schritt. In einer Ausführungsform des Verfahrens kann Schritt (1) schon ein Trocknen umfassen und Schritt (2) kann somit entfallen. In einer anderen Ausführungsform umfasst Schritt (1) das Trocknen nicht oder nur teilweise und der optionale Schritt (2) kann entfallen oder bevorzugt stattfinden; falls Schritt (2) hier entfällt, kann er im Zuge von Schritt (3) stattfinden bzw. damit überlappen.
Die Bauelemente können - soweit sie nicht ohnehin aus Metall bestehen - wenigstens eine Metallkontaktfläche, beispielsweise in Form einer Metallisierungsschicht, umfassen, worüber die schon erwähnte Sandwichanordnung im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt. Selbst Bauelemente aus Aluminium, Aluminiumlegierungen (Aluminiumanteil >90 Gew.%) oder mit Aluminiumkontaktfläche oder Aluminium-basierter Kontaktfläche jeweils mit dem für Aluminium starken Wärmeausdehnungsverhalten können im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens mit Erfolg verwendet werden; mit anderen Worten, sie lassen sich mit der erfindungsgemäßen Sinterpaste erfolgreich Sinterverbinden.
In Schritt (1) werden zunächst die zwei oder mehr Bauelemente miteinander in Kontakt gebracht. Das Kontaktieren erfolgt dabei über die erfindungsgemäße Sinterpaste. Zu diesem Zweck wird eine Sandwichanordnung bereitgestellt, bei der sich zwischen jeweils zwei der wenigstens zwei Bauelemente erfindungsgemäße Sinterpaste befindet. Unter Sandwichanordnung ist eine Anordnung zu verstehen, bei der sich zwei Bauelemente
übereinander befinden und die Bauelemente im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind.
Die Sandwichanordnung kann nach einem aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren hergestellt werden. Dabei wird die betreffende Metallkontaktfläche eines der Bauelemente mit der erfindungsgemäßen Sinterpaste versehen. Anschließend wird das andere Bauelement mit seiner Metallkontaktfläche auf die Sinterpaste, die auf die Metallkontaktfläche des einen Bauelements aufgetragen und gegebenenfalls auch schon getrocknet worden ist, aufgesetzt.
Die Auftragung der erfindungsgemäßen Sinterpaste auf die betreffende Metallkontaktfläche des einen Bauelements kann mittels herkömmlicher Verfahren erfolgen, beispielsweise mittels Druckverfahren wie Siebdruck oder Schablonendruck. Andererseits kann die Auftragung der erfindungsgemäßen Sinterpaste auch mittels Dispenstechnik, Jetten, mittels Pintransfer oder durch Dippen erfolgen. Die erfindungsgemäße Sinterpaste eignet sich besonders für die Applikation mittels einer Auftragungstechnik, bei welcher eine wiederholte Scherbelastung auf die Sinterpaste einwirkt. Beispielsweise bei der Applikation mittels Dispenstechnik kann es zu einer solchen wiederholten Scherbelastung aufgrund wiederholter Druckwechsel im Sinterpasten-Vorratsbehälter kommen. Die erfindungsgemäße Sinterpaste zeigt thixotropes Verhalten und kehrt bei nachlassender Scherbelastung oder ohne Scherbelastung (in Ruhe) jeweils bemerkenswert schnell wieder nahe zur oder gänzlich zur Ausgangsviskosität zurück.
Das Viskositätsverhalten kann beispielsweise mittels Rotationsviskosimetrie untersucht werden, beispielsweise bei 20°C unter Verwendung des Platte-Kegel-Messprinzips bei einem Kegeldurchmesser von 25 mm und einem Kegelwinkel von 2° mit einem Messspalt von 0,05 mm und beispielsweise mit einer innerhalb von 15 Minuten gleichmäßig über den Bereich von 0,05 bis 30 s'1 ansteigenden Scherrate. Die sogenannte Erholungsrate nach Scherbelastung kann beispielsweise so bestimmt werden wie in Beispiel 2.2. nachstehend erläutert.
Die Nassschichtdicke der Sinterpaste liegt vorzugsweise im Bereich von 20 bis 400 pm. Die bevorzugte Nassschichtdicke ist beispielsweise abhängig vom gewählten Auftragungsverfahren für die Sinterpaste. Wird die Sinterpaste beispielsweise mittels Siebdruckverfahren aufgetragen, dann kann eine Nassschichtdicke von beispielsweise 20 bis 60 pm bevorzugt sein. Erfolgt die Auftragung der Sinterpaste beispielsweise mittels Schablonendruck, dann kann die bevorzugte Nassschichtdicke beispielsweise im Bereich von 20 bis 400 pm liegen. Beispielsweise bei der Dispenstechnik kann die bevorzugte Nassschichtdicke beispielsweise im Bereich von 20 bis 400 pm liegen je nach verwendetem Auftragungswerkzeug, beispielsweise bei Verwendung
einer Hohlnadel im Bereich von 20 bis 100 pm oder beispielsweise bei Verwendung einer zugleich als Rakel fungierenden Breitschlitzdüse im Bereich von 50 bis 400 pm.
Im Anschluss an die Auftragung der erfindungsgemäßen Sinterpaste auf die Metallkontaktfläche des einen Bauelements wird die mit der gegebenenfalls schon teilweise oder vollständig getrockneten Sinterpaste versehene Metallkontaktfläche dieses Bauelements mit der entsprechenden Metallkontaktfläche des damit zu verbindenden Bauelements über die Sinterpaste in Kontakt gebracht. Somit befindet sich zwischen den zu verbindenden Bauelementen eine Schicht nicht, teilweise oder vollständig getrocknete erfindungsgemäße Sinterpaste im Sinne der Bildung der Sandwichanordnung.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform liegt der Anteil an organischem Lösemittel in der Sinterpaste nach der Trocknung beispielsweise bei 0 bis 5 Gew.-%, bezogen auf den ursprünglichen Anteil an organischem Lösemittel in der erfindungsgemäßen Sinterpaste. Mit anderen Worten, bei der Trocknung gemäß dieser bevorzugten Ausführungsform werden beispielsweise 95 bis 100 Gew.-% des oder der ursprünglich in der erfindungsgemäßen Sinterpaste enthaltenen organischen Lösemittel entfernt.
Die Trocknungstemperatur in einem stattfindenden Schritt (2) liegt vorzugsweise im Bereich von 100 bis 150 °C. Übliche Trocknungszeiten liegen beispielsweise im Bereich von 5 bis 45 Minuten. Zur Verkürzung der Trocknungszeit kann unterstützend ein Vakuum verwendet werden, beispielsweise ein Druck im Bereich von 100 bis 300 mbar.
Die erfindungsgemäße Sinterpaste zeichnet sich dadurch aus, dass die Bildung sogenannter Trocknungskanäle innerhalb der zwischen den Bauelementen befindlichen Schicht aus Sinterpaste weitgehend oder sogar vollständig vermieden werden kann. Dies ist insofern überraschend, als zu erwarten gewesen wäre, dass die vergleichsweise kleinen Silberpartikel (B) die Hohlräume zwischen den größeren Silberflakes (A) innerhalb der Schicht aus Sinterpaste ausfüllen. Bei einer so erwarteten dichteren Anordnung von Silberflakes (A) und Silberpartikeln (B) sollte jedoch ein Entweichen des organischen Lösemittels erschwert sein, so dass eine vermehrte Bildung trocknungsbedingter Fehlstellen und Trocknungskanäle zu erwarten gewesen wäre.
Die Neigung zur Bildung von Trocknungskanälen kann der Fachmann experimentell prüfen, indem er die vorerwähnten Schritte (1) und (2) durchführt und dabei anstelle des zweiten
Bauelements eine Glasplatte oder eine Keramikplatte verwendet. Als erstes Bauelement kann dabei beispielsweise ein Keramiksubstrat verwendet werden. Während bzw. nach Beendigung der Trocknung entsprechend Schritt (2) kann er so beobachten oder visuell bewerten, inwieweit sich trocknungsbedingte Fehlstellen oder Trocknungskanäle in der Sinterpastenschicht ausbilden, während flüchtiges organisches Lösemittel randseitig die Sinterpastenschicht der Sandwichanordnung verlässt. Die erfindungsgemäße Sinterpaste zeichnet sich durch ein günstiges Trocknungsverhalten aus mit geringer oder ohne Neigung zur Bildung von Trocknungskanälen. Das Trocknungsverhalten kann beispielsweise so evaluiert werden wie in Beispiel 2.1. nachstehend erläutert.
Nach Beendigung von Schritt (1) respektive Schritt (2) wird die Sandwichanordnung schließlich einem Sinterprozess unterworfen. Dieser Sinterschritt (3) des erfindungsgemäßen Verfahrens kann unter Druckanwendung oder drucklos durchgeführt werden. Drucklose Durchführung bedeutet, dass trotz Verzichts auf die Anwendung von mechanischem Druck eine hinreichend feste Verbindung zwischen den Bauelementen erzielt werden kann.
Das eigentliche Sintern erfolgt bei einer Temperatur von beispielsweise 200 bis 280 °C und dabei wie gesagt entweder als druckloser Prozess oder als Drucksintern.
Beim Drucksintern liegt der Prozessdruck vorzugsweise unter 30 MPa und mehr bevorzugt unter 15 MPa. Beispielsweise liegt der Prozessdruck im Bereich von 1 bis 30 MPa und mehr bevorzugt im Bereich von 5 bis 15 MPa.
Die Sinterzeit liegt beispielsweise im Bereich von 2 bis 90 Minuten, beim Drucksintern beispielsweise im Bereich von 2 bis 5 Minuten, beim Drucklossintern beispielsweise im Bereich von 30 bis 75 Minuten.
Der Sinterprozess kann in einer Atmosphäre erfolgen, die keinen besonderen Beschränkungen unterliegt. So kann das Sintern einerseits in einer Atmosphäre durchgeführt werden, die Sauerstoff enthält. Andererseits ist es auch möglich, das Sintern in sauerstofffreier Atmosphäre oder im Vakuum durchzuführen. Unter sauerstofffreier Atmosphäre ist im Rahmen der Erfindung eine Atmosphäre zu verstehen, deren Sauerstoffgehalt nicht mehr als 300 Gew.-ppm (Gewichts-ppm), vorzugsweise nicht mehr als 100 Gew.-ppm und noch mehr bevorzugt nicht mehr als 50 Gew.-ppm beträgt.
Das Sintern wird in einer herkömmlichen, zum Sintern geeigneten Vorrichtung durchgeführt, in der sich die vorstehend beschriebenen Prozessparameter einstellen lassen.
Beispiele
1. Herstellung von Sinterpasten:
Die Zusammensetzungen der erfindungsgemäßen Sinterpasten 1 , 2 und 3 sowie der Vergleichspasten V1 , V2 und V3 in Gew.-% sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Bei Sinterpaste 1 wurden die Silberflakes und die Silberpartikel in einem Taumelmischer für 120 min vorgemischt und anschließend zu den in der Tabelle 1 aufgeführten weiteren Pastenbestandteilen gegeben. Bei den Sinterpasten 2 und 3 sowie bei den Vergleichspasten V1, V2 und V3 wurden die Silberflakes und die Silberpartikel hingegen nicht vorgemischt, sondern nacheinander direkt zu den weiteren Pastenbestandteilen gegeben.
Tabelle 1 : Zusammensetzung erfindungsgemäßer Sinterpasten 1 , 2 und 3 sowie der
Vergleichspasten V1, V2 und V3
Silberflakes: D50: 3 pm, gecoatet mit 0,7 Gew.-% eines 1 :1 -Gemischs aus Stearin- und Laurinsäure
** Silberpartikel: D50: 50 nm, gecoatet mit 1 ,5 Gew.-% Ölsäure
***Silber(l)oxid: D50: 1.7 pm, ungecoatet
2. Evaluierung der Sinterpasten:
Die erfindungsgemäßen Sinterpasten 1 , 2 und 3 sowie die Vergleichspasten V1 , V2 und V3 wurden hinsichtlich ihres Trocknungsverhaltens, ihres Erholungsvermögens nach Scherbelastung sowie ihres Sintervermögens auf Aluminium- und Kupferoberflächen untersucht.
2.1. Evaluierung des Trocknungsverhaltens:
Zur Evaluierung des Trocknungsverhaltens wurden die Pasten jeweils zunächst mittels Schablonendruck quadratisch (5 cm x 5 cm) in einer Nassschichtdicke von 300 pm auf die Oberfläche eines Aluminiumblechs aufgebracht. Anschließend wurden die Oberflächen der nassen nicht getrockneten Pasten jeweils vollständig mit einem 1 mm dicken Glasplättchen
abgedeckt, so dass nur die Außenränder der Pasten frei lagen. Anschließend wurden diese Testaufbauten auf eine Wärmeplatte gelegt und die mit den Glasplättchen abgedeckten Pastenschichten bei 130°C für 15 min getrocknet. Die Entstehung etwaiger Trocknungskanäle oder Fehlstellen wurde mit Hilfe eines optischen Mikroskops untersucht und, wie in Tabelle 2 angegeben, bewertet.
2.2. Evaluierung der Erholungsrate nach Scherbelastung:
Die Erholungsrate nach Scherbelastung wurde für die verschiedenen Sinterpasten mittels Rotationsviskosimetrie unter Verwendung des Platte-Kegel-Messprinzips bei einem Kegeldurchmesser von 25 mm und einem Kegelwinkel von 2° mit einem Messspalt von 0,05 mm bei veränderlicher Scherrate bestimmt. Hierzu wurde ein Messdurchlauf gewählt, bei dem angefangen mit einer 30 Sekunden dauernden niedrigen Scherrate von 30 s-1 ein sprunghafter Wechsel zu einer 30 Sekunden dauernden hohen Scherrate von 100 s-1 stattfand. Dieser Messdurchlauf wurde in direkter Folge insgesamt zwölf Mal wiederholt. Die Erholungsrate wurde als prozentuale Veränderung der Endviskosität im Vergleich zur Anfangsviskosität bestimmt [(Quotient aus Endviskosität und Anfangsviskosität) x 100%]. Die Anfangsviskosität ist dabei als letzter Messpunkt bei niedriger Scherrate beim ersten Messdurchlauf und die Endviskosität als letzter Messpunkt bei niedriger Scherrate beim zwölften Messdurchlauf definiert.
2.3. Bestimmung der Scherfestigkeit:
Zur Bestimmung des Sintervermögens auf Aluminium und Kupfer wurden die Scherfestigkeiten des jeweiligen Sinterverbindungsmaterials auf Aluminium bzw. Kupfer bestimmt. Hierzu wurden die erfindungsgemäßen Sinterpasten sowie die Vergleichspasten mittels Schablonendruck auf ein Aluminiumblech von 5 mm Dicke bzw. auf die 300 pm dicke Kupferoberfläche eines DCB- Substrats in einer Nassschichtdicke von 50 pm appliziert. Anschließend wurden die applizierten Sinterpasten bei 140 °C für 10 min vorgetrocknet und danach mit einem Siliziumchip mit Silberkontaktfläche (4 mm x 4 mm) vollflächig in Kontakt gebracht. Das anschließende Drucksintern erfolgte unter Stickstoffatmosphäre (<100 ppm Sauerstoff) in einer Heißpresse bei 230 °C und 12 MPa für 5 Minuten. Zwecks Bestimmung der Scherfestigkeit wurden die Bauelemente mit einem Schermeißel bei einer Geschwindigkeit von 0,3 mm/s bei 20°C abgeschert. Die Kraft wurde mittels einer Kraftmessdose aufgenommen (Gerät DAGE 2000 der Firma DAGE, Deutschland).
Tabelle 2: Evaluierung der erfindungsgemäßen Sinterpasten 1 , 2 und 3 sowie der Vergleichspasten V1, V2 und V3 hinsichtlich Trocknungsverhalten, Erholungsrate direkt nach Scherbelastung sowie der Scherfestigkeit auf Aluminium- und Kupferoberflächen