Verfahren zum Betreiben einer Verbrennungskraftmaschine, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, sowie Verbrennungskraftmaschine
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Verbrennungskraftmaschine, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Verbrennungskraftmaschine.
Die DE 10 2012 014 713 A1 offenbart ein Verfahren zum Betreiben eines
Verbrennungsmotors, welcher einen Verdichter zum Einstellen einer Ladungsdichte in einem Saugrohr des Verbrennungsmotors und Einstellmittel zum Einstellen eines Liefergrads umfasst. Des Weiteren ist der DE 102015 110 558 A1 eine Brennkraftmaschine mit einem Vier-Takt-Ottomotor als bekannt zu entnehmen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Betreiben einer Verbrennungskraftmaschine, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, sowie eine solche Verbrennungskraftmaschine zu schaffen, sodass ein besonders vorteilhafter Betrieb der Verbrennungskraftmaschine realisiert werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie durch einen Verbrennungskraftmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs 10 gelöst. Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.
Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer vorzugsweise als Hubkolbenmotor beziehungsweise Hubkolbenmaschine ausgebildeten Verbrennungskraftmaschine, insbesondere eines Kraftfahrzeugs und ganz insbesondere eines beispielsweise als Personenkraftwagen ausgebildeten Kraftwagens. Dies bedeutet, dass die Verbrennungskraftmaschine vorzugsweise ein Bestandteil des genannten Kraftfahrzeugs ist, welches in seinem vollständig hergestellten Zustand mittels der Verbrennungskraftmaschine, insbesondere in deren befeuerten Betrieb, antreibbar ist oder angetrieben wird. Vorzugsweise ist die Verbrennungskraftmaschine als ein Vier- Takt-Motor ausgebildet, sodass ein jeweiliges Arbeitsspiel der
Verbrennungskraftmaschine vorzugsweise genau vier Takte umfasst. Die
Verbrennungskraftmaschine weist beispielsweise eine insbesondere als Kurbelwelle ausgebildete Abtriebswelle auf, über welche die Verbrennungskraftmaschine ein Drehmoment zum Antreiben des Kraftfahrzeugs breitstellen kann. Dabei umfasst das jeweilige Arbeitsspiel genau zwei vollständige Umdrehungen der Abtriebswelle, mithin 720 Grad Kurbelwinkel (°KW). Die Verbrennungskraftmaschine weist außerdem wenigstens einen Brennraum auf, welcher beispielsweise teilweise durch einen Zylinder der Verbrennungskraftmaschine und teilweise durch einen translatorisch bewegbar in dem Zylinder aufgenommenen Kolben begrenzt beziehungsweise gebildet ist. Während des befeuerten Betriebs der Verbrennungskraftmaschine laufen in dem Brennraum Verbrennungsvorgänge ab. Somit wird innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels ein einfach auch als Gemisch bezeichnetes Kraftstoff-Luft-Gemisch in dem Brennraum verbrannt. Hierdurch werden beispielsweise der Kolben und über den Kolben die Abtriebswelle angetrieben, insbesondere dadurch, dass der Kolben über ein Pleuel gelenkig mit der Abtriebswelle verbunden ist. Bei dem Verfahren wird die Verbrennungskraftmaschine in ihrem befeuerten Betrieb betrieben.
Die Verbrennungskraftmaschine weist, insbesondere genau, eine dem Brennraum zugeordnete Einlassventileinrichtung auf, über welche in den Brennraum Frischluft aus einem auch als Einlasstrakt bezeichneten Ansaugtrakt der Verbrennungskraftmaschine einleitbar ist beziehungsweise, insbesondere innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels, eingeleitet wird. Die Frischluft wird einfach auch als Luft bezeichnet, wobei das zuvor genannte Gemisch die Frischluft als Luft und einen vorzugsweise flüssigen Kraftstoff umfasst, welcher innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels in den Brennraum eingebracht, insbesondere direkt eingespritzt, wird. Ferner ist es denkbar, dass der Kraftstoff mittels einer Saugrohr- oder Kanaleinspritzung in den Brennraum eingebracht wird, indem der Kraftstoff stromauf des Brennraums in den Ansaugtrakt und dadurch in die den Ansaugtrakt durchströmende Frischluft eingebracht und mittels der Frischluft in den Brennraum transportiert wird. Der auch als Einlasstrakt bezeichnete Ansaugtrakt der Verbrennungskraftmaschine ist von der Frischluft durchströmbar beziehungsweise wird von der Frischluft durchströmt und führt die Frischluft zu dem und in den Brennraum. Die Einlassventileinrichtung umfasst wenigstens ein Einlassventil. Insbesondere umfasst die Einlassventileinrichtung wenigstens oder genau zwei Einlassventile. Das jeweilige Einlassventil ist zwischen einer Schließstellung und wenigstens einer Offenstellung, insbesondere relativ zu einem Zylinderkopf und/oder translatorisch, bewegbar. Um die Frischluft über die Einlassventileinrichtung in den Brennraum einzuleiten, werden die Ventileinrichtung und somit das jeweilige Einlassventil innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels geöffnet und daraufhin geschlossen.
Beispielsweise wird bei dem Verfahren die Verbrennungskraftmaschine mittels einer auch als Motorsteuerung oder auch als Motorsteuergerät bezeichneten, elektronischen Recheneinrichtung, insbesondere in dem befeuerten Betrieb, betrieben. Bei dem Verfahren wird ein Lastsprung der Verbrennungskraftmaschine durchgeführt. Insbesondere wird der Lastsprung mittels der elektronischen Recheneinrichtung durchgeführt oder bewirkt. Bei dem Lastsprung wird das von der Verbrennungskraftmaschine über deren Abtriebswelle bereitgestellte Drehmoment von einem ersten Wert auf einen gegenüber dem ersten Wert höheren, zweiten Wert erhöht. Mit anderen Worten erfolgt bei dem oder durch den Lastsprung eine Erhöhung des Drehmoments, derart, dass das Drehmoment zunächst den ersten Wert und durch den beziehungsweise nach dem Lastsprung den zweiten Wert aufweist, welcher größer als der erste Wert ist. Das den ersten Wert aufweisende Drehmoment wird auch als erstes Drehmoment bezeichnet, wobei das den zweiten Wert aufweisende Drehmoment auch als zweites Drehmoment bezeichnet wird. Dabei ist das zweite Drehmoment höher als das erste Drehmoment. Das von der Verbrennungskraftmaschine über deren Abtriebswelle bereitgestellte Drehmoment ist oder charakterisiert eine Last der Verbrennungskraftmaschine. Mit anderen Worten steht dem von der Verbrennungskraftmaschine über deren Abtriebswelle bereitgestellten Drehmoment eine Last der Verbrennungskraftmaschine entgegen, wobei beispielsweise dadurch, dass durch den beziehungsweise bei dem Lastsprung das Drehmoment erhöht wird, die Last erhöht wird. Daher wird das Erhöhen des Drehmoments auch als Lasterhöhung oder Lastsprung bezeichnet. Der Lastsprung beziehungsweise das Durchführen des Lastsprungs resultiert insbesondere aus einem auch als Fahreranforderung bezeichneten Fahrerwunsch des Fahrers des Kraftfahrzeugs. Hierunter ist insbesondere folgendes zu verstehen: Beispielsweise betätigt oder bedient der Fahrer ein insbesondere im Innenraum des Kraftfahrzeugs angeordnetes Bedienelement, wodurch der Fahrer eine beziehungsweise die zuvor genannte Erhöhung des Drehmoments, mithin einen beziehungsweise den zuvor beschriebenen Lastsprung anfordert. Das Bedienelement ist beispielsweise ein Fahrpedal, welches der Fahrer mit seinem Fuß bedienen und somit betätigen kann.
Das Bedienelement kann beispielsweise in unterschiedliche Stellungen bewegt werden, in dem das Bedienelement durch den Fahrer bedient und somit betätigt wird. Die jeweilige Stellung korrespondiert mit einem jeweiligen Wert des von der Verbrennungskraftmaschine über deren Abtriebswelle bereitzustellenden Drehmoments. Der Fahrer fordert den Lastsprung somit beispielsweise dadurch an, dass der Fahrer das Bedienelement aus einer ersten der Stellungen in eine von der ersten Stellung
unterschiedliche, zweite der Stellungen bewegt, wobei die erste Stellung mit dem ersten Wert des Drehmoments und die zweite Stellung mit dem zweiten Wert des Drehmoments korrespondiert. Der Fahrerwunsch, das heißt durch den Fahrer beziehungsweise durch das Betätigen des Bedienelements angeforderte beziehungsweise erwünschte Erhöhen des Drehmoments, mithin der gewünschte beziehungsweise angeforderte Lastsprung wird beispielsweise mittels wenigstens eines Sensorelements erfasst. Das Sensorelement stellt beispielsweise ein, insbesondere elektrisches und den Fahrerwunsch charakterisierendes Signal bereit, welches von der elektronischen Recheneinrichtung empfangen wird. In Abhängigkeit von dem empfangenen Signal betreibt, insbesondere regelt oder steuert, die elektronische Recheneinrichtung die Verbrennungskraftmaschine derart, dass der Lastsprung umgesetzt wird, mithin dass die Verbrennungskraftmaschine den Lastsprung, welcher von dem Fahrer angefordert wurde, durchführt. Durch das auch als eine Erhöhung des Drehmoments bezeichnete Erhöhen des Drehmoments, das heißt durch den Lastsprung, kann beispielsweise eine Beschleunigung des Kraftfahrzeugs bewirkt werden.
Um nun einen besonders vorteilhaften Betrieb der Verbrennungskraftmaschine insbesondere dahingehend realisieren zu können, dass die Verbrennungskraftmaschine einerseits besonders kraftstoffverbrauchsarm betrieben und andererseits ein besonders vorteilhaftes Ansprechverhalten der Verbrennungskraftmaschine realisiert werden kann, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass während des Durchführens des Lastsprungs die Einlassventileinrichtung gemäß einem von dem Miller-Verfahren unterschiedlichen Betriebsverfahren betrieben und dadurch, insbesondere innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels, gegenüber dem Miller-Verfahren später geschlossen wird. Des Weiteren ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass nach dem Durchführen des Lastsprungs, das heißt nach Beenden des Lastsprungs und somit dann, wenn das Drehmoment von dem ersten Wert auf den zweiten Wert erhöht wurde, und während die Verbrennungskraftmaschine über ihre Abtriebswelle das den zweiten Wert aufweisende Drehmoment bereitstellt, die Verbrennungskraftmaschine von dem von dem Miller- Verfahren unterschiedlichen Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren umgeschaltet wird, wodurch nach dem Durchführen des Lastsprungs und während die Verbrennungskraftmaschine über ihre Abtriebswelle das den zweiten Wert aufweisende Drehmoment bereitstellt, die Einlassventileinrichtung gemäß dem Miller-Verfahren betrieben und dadurch, insbesondere innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels, gegenüber dem Betriebsverfahren früher geschlossen wird. Dies bedeutet, dass nach dem Durchführen des Lastsprungs und somit nach dessen Ende, das heißt während eines sich zeitlich direkt an den Lastsprung und somit an dessen Ende anschließenden Zeitintervalls
der Verbrennungskraftmaschine von den von dem Miller-Verfahren unterschiedlichen Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren umgeschaltet wird, sodass während des Zeitintervalls die Einlassventileinrichtung gemäß dem Miller-Verfahren betrieben und dadurch gegenüber dem Betriebsverfahren früher geschlossen wird, wobei die Verbrennungskraftmaschine während des Zeitintervalls, insbesondere durchgängig beziehungsweise unterbrechungsfrei, das den zweiten Wert aufweisende Drehmoment über ihrer Abtriebswelle bereitstellt. Das zuvor genannte Zeitintervall wird auch als erstes Zeitintervall bezeichnet. Dabei ist unter dem Miller-Verfahren und dem von dem Miller- Verfahren unterschiedlichen Betriebsverfahren insbesondere Folgendes zu verstehen: Das Miller-Verfahren unterscheidet sich zumindest oder ausschließlich dadurch von dem von dem Miller-Verfahren unterschiedlichen Betriebsverfahren, dass dann, wenn die Verbrennungskraftmaschine und somit die Einlassventileinrichtung gemäß dem Miller- Verfahren betrieben werden, die Einlassventileinrichtung innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels früher geschlossen wird als dann, wenn die Verbrennungskraftmaschine und somit die Einlassventileinrichtung gemäß dem Betriebsverfahren betrieben werden. Wieder mit anderen Worten ausgedrückt, werden die Verbrennungskraftmaschine und somit die Einlassventileinrichtung gemäß dem Miller-Verfahren betrieben, so wird die Einlassventileinrichtung innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels früher geschlossen im Vergleich zu einem Betrieb, während welchem die Verbrennungskraftmaschine und somit die Einlassventileinrichtung gemäß dem Betriebsverfahren betrieben werden.
Ferner kann vorzugsweise vorgesehen sein, dass sich das Miller und das Betriebsverfahren durch einen jeweiligen Ventilhub voneinander unterschieden, wobei die Einlassventileinrichtung beziehungsweise das Einlassventil auf ihrem beziehungsweise seinem Weg aus der Schließstellung in die Offenstellung den auch als Einlasshub oder Hub bezeichneten Ventilhub zurücklegt. Dabei ist es vorzugsweise vorgesehen, dass der Einlasshub des Miller-Verfahren oder bei dem Miller-Verfahren geringer ist als der Einlasshub des Betriebsverfahrens beziehungsweise bei dem Betriebsverfahren. Mit andere Worten ist es vorzugsweise vorgesehen, dass das Miller-Verfahren mit einem gegenüber dem Betriebsverfahren reduzierten Ventilhub der Einlassventileinrichtung durchgeführt wird.
Während des Verfahrens dreht sich die Abtriebswelle mit einer Drehzahl, insbesondere relativ zu einem beispielsweise als Kurbelgehäuse ausgebildeten Gehäuseelement der Verbrennungskraftmaschine. Die Drehzahl der Abtriebswelle wird auch als Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine bezeichnet. Während beziehungsweise innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels nimmt die beispielsweise als Kurbelwelle ausgebildete
Abtriebswelle mehrere, voneinander unterschiedliche Drehstellungen ein, welche auch als Grad Kurbelwinkel bezeichnet werden beziehungsweise durch Grad Kurbelwinkel definiert werden. Werden die Verbrennungskraftmaschine und somit die Einlassventileinrichtung gemäß dem Miller-Verfahren betrieben, so wird die Einlassventileinrichtung innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels bei einer ersten Drehstellung der Abtriebswelle, das heißt bei einem ersten Grad Kurbelwinkel geschlossen. Darunter, dass innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels die Einlassventileinrichtung geschlossen wird ist zu verstehen, dass innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels die Einlassventileinrichtung ihre Schließstellung erreicht beziehungsweise einnimmt. Werden die Verbrennungskraftmaschine und somit die Einlassventileinrichtung gemäß dem Betriebsverfahren betrieben, so wird innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels die Einlassventileinrichtung bei einer zweiten Drehstellung der Abtriebswelle, mithin bei einem zweiten Grad Kurbelwinkel geschlossen, wobei die zweite Drehstellung beziehungsweise der zweite Grad Kurbelwinkel später als die erste Drehstellung beziehungsweise als der erste Grad Kurbelwinkel innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels auftritt, mithin nach der ersten Drehstellung beziehungsweise nach dem ersten Grad Kurbelwinkel liegt. Dies bedeutet, dass innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels der Verbrennungskraftmaschine die Einlassventileinrichtung zu einem jeweiligen, auch als Schließzeitpunkt bezeichneten Zeitpunkt geschlossen wird, das heißt ihre Schließstellung einnimmt, wobei der Schließzeitpunkt innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels mit einer Drehstellung der Abtriebswelle zusammenfällt, die zu dem Schließzeitpunkt innerhalb des Arbeitsspiels die zuvor genannte Drehstellung einnimmt. Die mit dem Schließzeitpunkt zusammenfallende Drehstellung der Abtriebswelle innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels und somit der mit dem Schließzeitpunkt innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels zusammenfallende Grad Kurbelwinkel der Abtriebswelle wird auch als Einlass-Schließt (ES) bezeichnet. Bei dem Miller-Verfahren liegt das Einlass- Schließt früher als bei dem Betriebsverfahren, sodass insbesondere unter dem Merkmal, dass die Verbrennungskraftmaschine von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren umgeschaltet wird, zu verstehen ist, dass das Einlass-Schließt (ES) nach früh verschoben wird. Wird die Verbrennungskraftmaschine beispielsweise, insbesondere durch die elektronische Recheneinrichtung, von dem Miller-Verfahren zu dem Betriebsverfahren umgeschaltet, so wird dadurch das Einlass-Schließt (ES) nach spät verschoben.
Im Rahmen der Erfindung der vorliegenden Offenbarung kann dann, wenn von dem Miller-Verfahren die Rede ist, unter dem Miller-Verfahren genau ein Miller-Verfahren verstanden werden, sodass dann, wenn von dem Miller-Verfahren die Rede ist, stets das gleiche Miller-Verfahren gemeint ist, oder unter dem Miller-Verfahren, das heißt unter dem Begriff „Miller-Verfahren“ kann eine Verfahrensschar oder eine Verfahrensgruppe
mit mehreren, insbesondere voneinander unterschiedlichen Miller-Verfahren verstanden werden, welche sich jedoch allesamt zumindest dadurch von dem Betriebsverfahren unterscheiden, dass bei dem jeweiligen Miller-Verfahren das Einlass-Schließt früher liegt beziehungsweise erfolgt, als bei dem von den beziehungsweise dem Miller-Verfahren unterschiedlichen Betriebsverfahren. Dabei umfasst das Miller-Verfahren insbesondere, dass das Einlass-Schließt (ES) innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels vor dem unteren Totpunkt des Kolbens liegt. Demgegenüber umfasst beispielsweise das von dem Miller- Verfahren unterschiedliche Betriebsverfahren, dass das Einlass-Schließt mit dem unteren Totpunkt des Kolbens zusammenfällt oder aber vorzugsweise nach dem unteren Totpunkt des Kolbens innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels der Verbrennungskraftmaschine liegt.
Bei dem beziehungsweise durch das Miller-Verfahren wird die Einlassventileinrichtung beispielsweise gemäß so genannten Miller-Steuerzeiten betrieben, insbesondere betätigt und somit geöffnet und geschlossen. Insbesondere ist es innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels vorgesehen, dass, um die Frischluft aus dem Ansaugtrakt in den Brennraum einzuleiten, die zunächst geschlossene Einlassventileinrichtung insbesondere zu einem Öffnungszeitpunkt geöffnet wird. Dies bedeutet, dass zu dem Öffnungszeitpunkt ein Öffnen der zunächst geschlossenen Einlassventileinrichtung beginnt, wobei das Öffnen der Einlassventileinrichtung zu dem Schließzeitpunkt, das heißt zu oder bei dem Einlass- Schließt endet. Eine mit dem Öffnungszeitpunkt zusammenfallende Drehstellung der Abtriebswelle beziehungsweise ein mit dem Öffnungszeitpunkt zusammenfallender Grad Kurbelwinkel der Abtriebswelle innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels wird auch als Einlass-Öffnet (EÖ) bezeichnet.
Innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels wird die zunächst geschlossene Einlassventileinrichtung zunächst geöffnet und dann wieder geschlossen, sodass innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels das Einlass-Öffnet vor dem Einlass-Schließt liegt. Dabei ist es denkbar, dass das Einlass-Öffnet bei dem Miller-Verfahren dem Einlass- Öffnet bei dem Betriebsverfahren entspricht. Bei dem Betriebsverfahren wird die Einlassventileinrichtung innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels gemäß von den Miller- Steuerzeiten unterschiedlichen, weiteren Steuerzeiten betätigt, insbesondere geöffnet und geschlossen. Im Vergleich zu den Miller-Steuerzeiten sind beispielsweise die weiteren Steuerzeiten Füllungs- beziehungsweise Ladedruckoptimale Steuerzeiten. Hierunter ist insbesondere zu verstehen, dass die weiteren Steuerzeiten im Vergleich zu den Miller-Steuerzeiten für eine Füllung des Brennraums günstiger, das heißt vorteilhafter
sind, insbesondere dann, wenn gewünscht ist, dass die Verbrennungskraftmaschine über ihre Abtriebswelle ein hohes Drehmoment beziehungsweise eine hohe Last insbesondere bei gleichzeitig schnellstmöglichem Drehmomentenaufbau bereitstellen soll. Jedoch ermöglicht es jedoch beispielsweise das Miller-Verfahren gegenüber dem Betriebsverfahren, dass die Verbrennungskraftmaschine besonders Kraftstoffverbrauchsarm betrieben werden kann. Dabei liegen der Erfindung insbesondere folgende Erkenntnisse und Überlegungen zugrunde: Bei Verwendung des Miller-Verfahrens und somit dann, wenn die Einlassventileinrichtung gemäß den Miller- Steuerzeiten betätigt wird, kann verglichen mit weiteren Steuerzeiten ein höherer, im Ansaugtrakt herrschender und auch als Saugrohrdruck bezeichneter Druck der Frischluft benötigt werden, um die gleiche Masse der Frischluft in den Brennraum und somit in den Zylinder zu bekommen. Dies kann zur Folge haben, dass dann, wenn die Verbrennungskraftmaschine und somit die Einlassventileinrichtung auch während eines Lastsprungs gemäß dem Miller-Verfahren betrieben werden, ein solcher, mit Miller- Steuerzeigen durchgeführte Lastsprung fast immer einen zeitlichen Nachteil gegenüber eine Lastsprung hat, welcher mit den weiteren, ladedruck beziehungsweise füllungsoptimalen Steuerzeiten beziehungsweise Spreizungen durchgeführt wird. Unter dem zeitlichen Nachteil ist zu verstehen, dass der Lastsprung bei Verwendung des Miller- Verfahrens gegenüber einer Verwendung des Betriebsverfahrens länger dauert beziehungsweise zu einem späteren Zeitpunkt abgeschlossen ist. Ein Grund dafür kann sein, dass zur Realisierung, das heißt zum Beginnen, Durchführen und Beenden des Lastsprungs, der Saugrohrdruck beispielsweise mittels eines Verdichters zunächst stark oder stärker erhöht werden muss, wenn das Miller-Verfahren zur Anwendung kommt im Vergleich zur Verwendung des Betriebsverfahrens. Dabei ist unter den ladedruckbeziehungsweise füllungsoptimalen, weiteren Steuerzeiten insbesondere eine Hub- /Spreizungskombination zu verstehen, wobei mittels der weiteren Steuerzeiten bereits mit einem geringen Saugrohrdruck eine solche Füllung des Brennraums realisiert werden kann, die durch das Miller-Verfahren nur mit Hilfe eines wesentlich höheren Saugrohrdrucks erzielt werden kann. Insbesondere kann bei den weiteren Steuerzeiten der Ansaugtrakt beziehungsweise der im Ansaugtrakt angeordnete Verdichter eine hinreichend hohe Luftmasse besonders schnell bereitstellen und insbesondere schneller als im Vergleich zu dem Miller-Verfahren. Die Erfindung kann nun einen variablen, insbesondere vollvariablen, Ventiltrieb nutzen, um vermeintliche Leistungsfähigkeitsnachteile des auch als Miller-Brennverfahren bezeichneten Miller- Verfahrens gegenüber dem Betriebsverfahren zu umgehen, ohne jedoch in von Lastsprüngen unterschiedlichen Betriebssituationen in der Verbrennungskraftmaschine auf das Miller-Verfahren verzichten zu müssen. Somit kann das Umschalten von dem
Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren sowie beispielsweise ein Umschalten von dem Miller-Verfahren zu dem Betriebsverfahren durch einen variablen, insbesondere vollvariablen Ventiltrieb der Verbrennungskraftmaschine realisiert werden, wobei mittels des Ventiltriebs die Einlassventileinrichtung betätigbar ist beziehungsweise betätigt wird, insbesondere geöffnet und geschlossen wird. Da nun erfindungsgemäß während des Lastsprungs das von dem Miller-Verfahren unterschiedliche Betriebsverfahren verwendet und somit die Einlassventileinrichtung gegenüber dem Miller-Verfahren später geschlossen wird, kann der Lastsprung in kurzer Zeit durchgeführt werden, sodass der zuvor beschriebene Fahrerwunsch besonders schnell, insbesondere nach Erfassen des Fahrerwunsches, erfüllt werden kann. Da nach dem Durchführen des Lastsprungs und somit nach dessen Ende von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren umgeschaltet wird, sodass dann insbesondere während des zuvor genannten, ersten Zeitintervalls, die Einlassventileinrichtung gegenüber dem Betriebsverfahren früher geschlossen wird, kann die Verbrennungskraftmaschine besonders kraftstoffverbrauchsarm betrieben werden. Somit kann einerseits ein besonders effizienter und somit kraftstoffverbrauchsarmer Betrieb der Verbrennungskraftmaschine realisiert werden, und andererseits kann ein besonders vorteilhaftes Ansprechverhalten der Verbrennungskraftmaschine realisiert werden, da zwischen dem Erfassen des Fahrerwunsches und dem Erfüllen des Fahrerwunsches, mithin dem Ende des Lastsprungs eine nur kurze Zeit vergeht.
Unter dem Merkmal, dass sich das erste Zeitintervall direkt beziehungsweise unmittelbar an dem Lastsprung beziehungsweise an dessen Ende anschließt, ist zu verstehen, dass zwischen dem Lastsprung und dem ersten Zeitintervall ein weiterer Lastsprung beziehungsweise eine gezielte Veränderung des Drehmoments unterbleibt, wobei insbesondere das Ende des Lastsprungs mit einem Beginn des ersten Zeitintervalls zusammenfällt.
Um einen besonders kraftstoffverbrauchsarmen und somit besonders vorteilhaften Betrieb der Verbrennungskraftmaschine zu realisieren, ist es bei einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass die Einlassventileinrichtung während eines dem Lastsprung zeitlich direkt beziehungsweise unmittelbar vorweggehenden Zeitintervalls gemäß dem Miller-Verfahren betrieben und dadurch gegenüber dem Betriebsverfahren früher geschlossen wird. Unter dem Merkmal, dass das zweite Zeitintervall den Lastsprung und somit dessen Beginn zeitlich direkt beziehungsweise unmittelbar vorweggeht ist insbesondere zu verstehen, dass zwischen dem zweiten Zeitintervall und dem Lastsprung ein weiterer Lastsprung beziehungsweise eine weitere Veränderung des
Drehmoments unterbleibt, sodass beispielsweise der Beginn des Lastsprungs mit einem Ende der zweiten Zeitintervalls zusammenfällt. Hierdurch ist es möglich, die Verbrennungskraftmaschine in besonders großen Bereichen ihres Motorkennfelds gemäß dem Miller-Verfahren zu betreiben, wodurch die Verbrennungskraftmaschine besonders kraftstoffverbrauchsarm betrieben werden kann. Wünscht der Fahrer jedoch einen Lastsprung, sodass ein besonders transienter beziehungsweise dynamischer Betrieb der Verbrennungskraftmaschine vorteilhaft ist, so wird zur Durchführung des Lastsprungs die Verbrennungskraftmaschine von dem Miller-Verfahren zu dem Betriebsverfahren umgeschaltet, sodass der Lastsprung auf Basis des Betriebsverfahrens durchgeführt wird. Nach Durchführung des Lastsprungs, das heißt nach dessen Ende wird die Verbrennungskraftmaschine wieder von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren umgeschaltet, um einen besonders effizienten Betrieb zu realisieren.
Eine weitere Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass zwischen dem Zeitintervall und dem Durchführen des Lastsprungs beziehungsweise dem Beginn des Lastsprungs ein Betrieb der Einlassventileinrichtung gemäß einem von dem Miller- Verfahren und von dem Betriebsverfahren unterschiedlichen, weiteren Betriebsverfahren unterbleibt. Hierdurch kann einerseits ein besonders kraftstoffverbrauchsarmer Betrieb der Verbrennungskraftmaschine gewährleistet werden. Andererseits kann der Lastsprung in kurzer Zeit durchgeführt werden, sodass der Fahrerwunsch besonders zeitgünstig erfüllt werden kann.
Bei einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass nach dem Durchführen des Lastsprungs, das hießt nach dessen Ende und vor dem Umschalten von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren eine gezielt bewirkte Veränderung des Drehmoments unterbleibt. Somit stellt die Verbrennungskraftmaschine über ihre Abtriebswelle nach dem Ende des Lastsprungs sowie bei dem Umschalten und nach dem Umschalten von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren das den zweiten Wert aufweisende und somit zumindest im Wesentlichen konstant bereit, sodass eine besonders vorteilhafte Fahrbarkeit realisiert werden kann.
In weiterer, besonders vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Verbrennungskraftmaschine eine in dem Ansaugtrakt angeordnete Aufladeeinrichtung zum Verdichten der dem Brennraum zuzuführenden Frischluft umfasst. Die Aufladeeinrichtung ist beispielsweise der zuvor genannte Verdichter. Durch Verwendung der Aufladeeinrichtung kann ein besonders effizienter Betrieb der
Verbrennungskraftmaschine gewährleistet werden. Die Aufladeeinrichtung umfasst beispielsweise ein Verdichterrad, mittels welchem die Frischluft durch Antreiben des Verdichterrads zu verdichten ist. Die Aufladeeinrichtung, insbesondere der Verdichter, kann Bestandteil eines Abgasturboladers sein, welcher beispielsweise eine Turbine mit einem Turbinenrad umfasst. Das Turbinenrad ist von Abgas der Verbrennungskraftmaschine antreibbar, deren Abgas aus der Verbrennung des Gemisches resultiert. Das Verdichterrad kann, insbesondere über einen Welle des Abgasturboladers, von dem Turbinenrad angetrieben werden, sodass im Abgas enthaltene Energie zum Verdichten der Frischluft genutzt werden kann.
Dabei hat es sich als besonders vorteilhaft gezeigt, wenn die Verbrennungskraftmaschine durch den Lastsprung von einem saugmotorischen Betrieb, in welchem ein mittels einer in dem Ansaugtrakt angeordneten Einrichtung bewirktes Verdichten der Frischluft, die dem Brennraum zugeführt wird, unterbleibt, in einen aufgeladenen Betrieb umgeschaltet wird, in welchem die Frischluft, die dem Brennraum zugeführt wird, mittels der in dem Ansaugtrakt angeordneten Aufladeeinrichtung verdichtet wird. Somit kann beispielsweise vorgesehen sein, dass die Verbrennungskraftmaschine während des zweiten Zeitintervalls in dem saugmotorischen Betrieb und somit als Saugmotor betrieben wird. In dem sich an den Lastsprung anschließenden, ersten Zeitintervall jedoch und somit infolge des Lastsprungs wird die Verbrennungskraftmaschine in dem aufgeladenen Betrieb und somit als aufgeladene Verbrennungskraftmaschine, insbesondere als Turbomotor betrieben. Dadurch kann einerseits ein besonders kraftstoffverbrauchsarmer Betrieb der Verbrennungskraftmaschine realisiert werden und andererseits kann ein besonders gutes Ansprechverhalten der Verbrennungskraftmaschine gewährleistet werden. Bei dieser Ausführungsform erfolgt somit beispielsweise der Lastsprung aus dem saugmotorischen Betrieb in den aufgeladenen Betrieb mit dem Ladedruck- beziehungsweise füllungsoptimalen Steuerzeiten. Sobald die Aufladeeinrichtung eine für das Bereitstellen des den zweiten Wert aufweisenden Drehmoments nötige Masse der Frischluft aufgebracht beziehungsweise bereitgestellt hat, sodass dann beispielsweise die Verbrennungskraftmaschine über ihre Abtriebswelle das den zweiten Wert aufweisende Drehmoment bereitstellen kann, mithin der Lastsprung abgeschlossen werden kann, erfolgt beispielsweise, insbesondere direkt, eine zeitliche Überblendung von den weiteren Steuerzeiten in die oder zu den Miller-Steuerzeiten. Dies muss jedoch nicht notwendigerweise vorgesehen sein. Man könnte die Überbendung auch nicht linear vollführen. Unter der zeitlichen Verblendung ist somit das Umschalten von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren und somit ein Umschalten von den weiteren Steuerzeiten zu den Miller-Steuerzeiten zu verstehen. Die Überblendung erfolgt
momentneutral, sodass eine gezielte Veränderung des Drehmoments unterbleibt. Insbesondere kann das Umschalten von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren durch einen entsprechenden Betrieb der Aufladeeinrichtung realisiert werden, welche beispielsweise die Frischluft derart bereitstellt beziehungsweise derart stark verdichtet, dass der Lastsprung durchgeführt, mithin das Drehmoment von dem ersten Leerlauf zu dem zweiten Leerlauf erhöht werden kann und das mittels des Miller-Verfahrens die Verbrennungskraftmaschine über ihre Abtriebswelle das den zweiten Drehmoment aufweisende Drehmoment bereitstellt beziehungsweise bereitstellen kann. Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann der auch als Lastaufbau bezeichnete Lastsprung genauso schnell wie bei einer Verbrennungskraftmaschine durchgeführt werden, welche beispielsweise ausschließlich mit ladedruck- beziehungsweise füllungsoptimalen Steuerzeiten betrieben wird.
Bei einer weiteren, alternativen Ausführungsform ist es vorzugsweise vorgesehen, dass die Verbrennungskraftmaschine unmittelbar vor dem Lastsprung, das heißt vor dessen Beginn, während des Lastsprungs und unmittelbar nach dem Lastsprung, das heißt nach dessen Beendigung als aufgeladene Verbrennungskraftmaschine, mithin in einem oder dem aufgeladenen Betrieb betrieben wird, in beziehungsweise während welchem die Frischluft, die innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels dem Brennraum zugeführt, mithin in den Brennraum eingeleitet wird, mittels der Aufladeeinrichtung verdichtet wird. Mit anderen Worten ist es vorzugsweise vorgesehen, dass die Verbrennungskraftmaschine während einer dem Lastsprung zeitlich direkt vorweggehenden, ersten Zeitspanne, die beispielsweise das zuvor genannte zweite Zeitintervall sein kann, während des Lastsprungs und während einer sich zeitlich direkt beziehungsweise unmittelbar an den Lastsprung anschließenden, zweiten Zeitspanne, während welcher die Verbrennungskraftmaschine über ihre Abtriebswelle das den zweiten Wert aufweisende Drehmoment bereitstellt und von dem von dem Miller-Verfahren unterschiedlichen Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren umgeschaltet wird und dadurch die Einlassventileinrichtung gemäß dem Miller-Verfahren betrieben und dadurch gegenüber dem Betriebsverfahren früher geschlossen wird, wobei beispielsweise die zweite Zeitspanne das zuvor genannte, erste Zeitintervall sein kann, in einem beziehungsweise dem aufgeladenen Betrieb betrieben wird, in welchem die Frischluft, welche dem Brennraum zugeführt wird, mittels der Aufladeeinrichtung verdichtet wird. Dies bedeutet, dass der Lastsprung von dem aufgeladenen Betrieb ausgeht beziehungsweise in dem aufgeladenen Betrieb beginnt und bei dem beziehungsweise in dem aufgeladenen Betrieb endet. Wieder mit anderen Worten ausgedrückt, beginnt und endet beispielsweise der Lastsprung in einem Kennfeldbereich, in welchem die
Verbrennungskraftmaschine in dem aufgeladenen Betrieb betrieben wird. Wird hierbei beispielsweise die Verbrennungskraftmaschine während der ersten Zeitspanne gemäß dem Miller-Verfahren (Miller-Brennverfahren) betrieben, so wird sehr schnell in Richtung des beziehungsweise zu dem Betriebsverfahren um- oder zurückgeblendet, sodass von den Miller-Steuerzeiten zu den oder auf die weiteren Steuerzeiten zurück- oder umgeblendet wird. Da dabei vorzugsweise die Verbrennungskraftmaschine bereits während der ersten Zeitspanne in dem aufgeladenen Betrieb betrieben wird, herrscht während der ersten Zeitspanne und somit bei dem Miller-Verfahren in dem Ansaugtrakt ein sehr hoher, auch als Sammlerdruck bezeichneter Saugrohrdruck, der in Kombination mit einem schnellen Öffnen und/oder einem großen Hub der Einlassventileinrichtung und beispielsweise größer werdender Einlassventilspreizung stark füllungserhöhend wirkt, wodurch das auch als Zielmoment bezeichnete, den zweiten Wert aufweisende Drehmoment beziehungsweise der zweite Wert besonders schnell erreicht werden kann. Ist das Zielmoment beziehungsweise der zweite Wert des Drehmoments dann erreicht, erfolgt - wie zuvor beschrieben - eine vorzugsweise momentenneutrale Überblendung zu den oder auf die Miller-Steuerzeiten. Das beispielsweise während der ersten Zeitspanne verwendete Miller-Verfahren spannt somit sozusagen den Saugrohrdruck beziehungsweise einen mittels der Aufladeeinrichtung bewirkten Ladedruck der Frischluft gegen die Einlassventileinrichtung vor, was man sich in der Dynamik zu nutzen machen kann, um das Zielmoment besonders schnell zu erreichen, mithin den Lastsprung besonders schnell durchzuführen. Unter dem Ladedruck ist insbesondere zu verstehen, dass die Frischluft mittels der Aufladeeinrichtung auf den Ladedruck zu verdichten ist beziehungsweise verdichtet wird.
Eine weitere Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass zeitlich zwischen der ersten Zeitspanne und dem Lastsprung, insbesondere dessen Beginn, während des Lastsprungs und zeitlich zwischen dem Lastsprung und der zweiten Zeitspanne ein saugmotorischer Betrieb, in welchem ein mittels einer in dem Ansaugtrakt angeordneten Einrichtung bewirktes Verdichten der Luft, die dem Brennraum zugeführt wird, unterbleibt, unterbleibt. Dies bedeutet, dass die Verbrennungskraftmaschine während der ersten Zeitspanne, während des Durchführens des Lastsprungs und während der zweiten Zeitspanne durchgängig beziehungsweise unterbrechungsfrei als aufgeladene Verbrennungskraftmaschine, mithin in dem aufgeladenen Betrieb betrieben wird. Dadurch können ein besonders schnelles Ansprechverhalten und ein besonders kraftstoffverbrauchsarmer Betrieb der Verbrennungskraftmaschine realisiert werden.
Schließlich hat es sich als besonders vorteilhaft gezeigt, wenn bei dem Umschalten von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren ein durch das mittels der Aufladeeinrichtung bewirkte Verdichten der Frischluft bewirkter Ladedruck der Frischluft, die mittels der Aufladeeinrichtung auf den Ladedruck verdichtet wird, erhöht wird. Dadurch kann ein aus dem Umschalten von den weiteren Steuerzeiten zu den Miller- Steuerzeiten resultierendes verringern des Drehmoments vermieden beziehungsweise kompensiert werden, sodass einerseits die Verbrennungskraftmaschine über ihre Abtriebswelle das den zweiten Wert aufweisende Drehmoment bereitstellen kann und andererseits die Verbrennungskraftmaschine gemäß dem Miller-Verfahren und somit besonders kraftstoffverbrauchsarm betrieben werden kann.
Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft eine Verbrennungskraftmaschine für ein Kraftfahrzeug, wobei die Verbrennungskraftmaschine zum Durchführen eines Verfahrens gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung ausgebildet ist. Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des ersten Aspekts der Erfindung sind als Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des zweiten Aspekts der Erfindung anzusehen und umgekehrt.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels mit den zugehörigen Zeichnungen. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen
Verbrennungskraftmaschine für ein Kraftfahrzeugs, wobei die Verbrennungskraftmaschine zum Durchformen eines erfindungsgemäßen Verfahrens ausgebildet ist;
Fig. 2 ein Diagramm zum Veranschaulichen des Verfahrens; und
Fig. 3 ein weiteres Diagramm zum weiteren Veranschaulichen der
Verbrennungskraftmaschine und des Verfahrens.
Fig. 1 zeigt in einer schematischen Darstellung eine Verbrennungskraftmaschine 1 eines Kraftfahrzeugs, insbesondere eines vorzugsweise als Personenkraftwagen ausgebildeten Kraftwagens. Dies bedeutet, dass das Kraftfahrzeug die Verbrennungskraftmaschine 1 umfasst und mittels der Verbrennungskraftmaschine 1 antreibbar ist. Beispielsweise ist das Kraftfahrzeug als ein Hybridfahrzeug ausgebildet. Die Verbrennungskraftmaschine 1 weist ein beispielsweise als Zylindergehäuse, insbesondere als Zylinderkurbelgehäuse,
ausgebildete Gehäuseelement 2 auf, welches den Zylinder 3 der Verbrennungskraftmaschine 1 bildet beziehungsweise begrenzt. In dem jeweiligen Zylinder 3 ist ein jeweiliger, in den Fig. nicht näher erkennbarer Kolben translatorisch bewegbar aufgenommen. Der jeweiligen Kolben kann sich relativ zu dem Gehäuseelement 2 translatorisch zwischen einem oberen Totpunkt (OT) und einem unteren Totpunkt (UT) bewegen. Der jeweilige Zylinder 3 und der jeweilige, in dem jeweiligen Zylinder 3 angeordnete Kolben bilden beziehungsweise begrenzen jeweils teilweise einen jeweiligen Brennraum 4 der Verbrennungskraftmaschine 1. Die Verbrennungskraftmaschine 1 weist außerdem eine vorzugsweise als Kurbelwelle ausgebildete Abtriebswelle 5 auf. Der jeweilige Kolben ist beispielsweise über ein jeweiliges Pleuel gelenkig mit der Kurbelwelle (Abtriebswelle 5) verbunden, sodass die translatorischen Bewegungen des jeweiligen Kolbens in eine rotatorische Bewegung der Kurbelwelle umwandelbar sind. Somit ist die Kurbelwelle um eine Drehachse relativ zu dem Gehäuseelement 2 drehbar. Über die Abtriebswelle 5 kann die Verbrennungskraftmaschine 1 ein Drehmoment zum Antreiben des Kraftfahrzeugs bereitstellen. Das Drehmoment ist eine beziehungsweise die Last der Verbrennungskraftmaschine 1. Mit anderen Worten steht üblicherweise dem Drehmoment eine Last der Verbrennungskraftmaschine entgegen, wobei das Drehmoment die Last überwindet beziehungsweise der Last entspricht. Daher wird das Drehmoment auch als Last der Verbrennungskraftmaschine 1 bezeichnet. Mit anderen Worten kann das von der Verbrennungskraftmaschine 1 über ihre Abtriebswelle 5 bereitgestellte Drehmoment als ein Maß für eine beziehungsweise die Last der Verbrennungskraftmaschine 1 genutzt werden.
Während eines befeuerten Betriebs der Verbrennungskraftmaschine 1 laufen in den Brennräumen 4 Verbrennungsvorgänge ab, wodurch die Kolben und über diese die Kurbelwelle angetrieben werden. Hierdurch dreht sich die Kurbelwelle mit einer Drehzahl relativ zu dem Gehäuseelement 2 um die Drehachse. Die Drehzahl der Kurbelwelle wird auch als Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine 1 bezeichnet.
Dem jeweiligen Brennraum 4 ist, insbesondere genau, eine Einlassventileinrichtung 10 zugeordnet. Die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 umfasst genau zwei Einlassventile 11 , wobei das Einlassventil 11 , insbesondere translatorisch und/oder relativ zu dem Gehäuseelement 2, zwischen einer jeweiligen Schließstellung und wenigstens einer jeweiligen Offenstellung bewegbar ist. Die Verbrennungskraftmaschine 1 ist ein Vier- Takt-Motor, sodass ein jeweiliges Arbeitsspiel der Verbrennungskraftmaschine 1 genau vier Takte aufweist. Dabei umfasst das jeweilige Arbeitsspiel genau zwei vollständige Umdrehungen der Kurbelwelle, mithin 720 Grad Kurbelwinkel. Innerhalb des jeweiligen
Arbeitsspiels werden die jeweiligen Einlassventile 11 der jeweiligen Einlassventileinrichtung 10 und somit die Einlassventileinrichtung 10 bei einer auch als Öffnungs-Drehstellung bezeichneten, ersten Drehstellung der Kurbelwelle geöffnet und bei einer zweiten, auch als Schließ-Drehstellung bezeichneten Drehstellung der Kurbelwelle geschlossen. Die Öffnungs-Drehstellung fällt mit einem ersten Zeitpunkt zusammen, zu welchem die jeweilige Einlassventileinrichtung innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels geöffnet wird, und die Schließ-Drehstellung fällt innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels mit einem zweiten Zeitpunkt zusammen, zu welchem die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 geschlossen wird, mithin ihre Schließstellung erreicht beziehungsweise einnimmt. Wieder mit anderen Worten ausgedrückt beginnt das Öffnen der zunächst geschlossenen Einlassventileinrichtung 10 zu dem ersten Zeitpunkt, und das Öffnen endet zu dem zweiten Zeitpunkt innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels. Dabei ist beispielsweise die Einlassventileinrichtung 10 während eines sich von dem ersten Zeitpunkt zu dem zweiten Zeitpunkt insbesondere durchgängig erstreckenden Zeitintervalls, insbesondere durchgängig, geöffnet. Die Öffnungs-Drehstellung wird auch als Einlass-Öffnet (EÖ) bezeichnet, wobei die Schließ-Drehstellung auch als Einlass- Schließt (ES) bezeichnet wird. Auf seinem Weg aus der Schließstellung in die Offenstellung legt das jeweilige Einlassventil 11 einen so genannten, auch als Einlasshub bezeichneten Hub zurück.
Insbesondere umfasst die Verbrennungskraftmaschine 1 einen variablen, insbesondere einen vollvariablen, Ventiltrieb, mittels welchem das jeweilige Einlassventil 11 und somit die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 betätigt, das heißt geöffnet oder geschlossen werden kann beziehungsweise innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels geöffnet und geschlossen wird. Der variable Ventiltrieb ist insbesondere dahingehend variabel, dass unterschiedliche Ventilerhebungskurven eingestellt werden können, gemäß welchen das jeweilige Einlassventil 11 innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels betätigt, mithin geöffnet und geschlossen werden kann beziehungsweise wird. Dabei sind die Ventilerhebungskurven wahlweise einstellbar. Beispielsweise unterscheiden sich die unterschiedlichen Ventilerhebungskurven in ihren Hüben des jeweiligen Einlassventils 11 und/oder in dem Einlass-Schließt. Beispielsweise weisen die Ventilerhebungskurven das gleiche Einlass-Öffnet auf.
Die Verbrennungskraftmaschine 1 weist außerdem einen auch als Einlasstrakt bezeichneten Ansaugtrakt 21 auf, welcher von Frischluft durchströmbar ist beziehungsweise durchströmt wird. Über die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 kann innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels und insbesondere dann, solange beziehungsweise
wenn die Einlassventileinrichtung 10 geöffnet ist, die Frischluft aus dem Ansaugtrakt 21 in den jeweiligen Brennraum 4 eingeleitet, mithin dem jeweiligen Brennraum 4 zugeführt werden.
Dem jeweiligen Brennraum 4 ist auch jeweils, insbesondere genau, eine in den Fig. nicht näher dargestellte Auslass-Ventileinrichtung zugeordnet. Die jeweilige Auslass- Ventileinrichtung umfasst beispielsweise wenigstens oder genau zwei Auslassventile, wobei das jeweilige Auslassventil zwischen einer jeweiligen, zweiten Schließstellung und wenigstens oder genau einer jeweiligen, zweiten Offenstellung bewegbar ist beziehungsweise bewegt wird, insbesondere innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels. Ein so genanntes Auslass-Schließt des jeweiligen Auslassventils wird auch mit AS bezeichnet. Das Auslass-Schließt AS ist eine Drehstellung der Kurbelwelle, wobei das jeweilige Auslassventil beziehungsweise die jeweilige Auslassventileinrichtung bei dem Auslass-Schließt geschlossen wird, mithin die zweite Schließstellung erreicht beziehungsweise einnimmt. Bei dem Einlass-Öffnet beginnt das Öffnen des jeweiligen, zunächst geschlossenen Einlassventils 11 und somit der zunächst geschlossenen Einlassventileinrichtung 10, wobei das jeweilige Einlassventil 11 im Rahmen des genannten Öffnens geöffnet und somit aus der ersten Schließstellung in die erste Offenstellung und wieder zurück in die erste Schließstellung bewegt wird. Das Öffnen endet bei dem Einlass-Schließt, sodass bei dem Einlass-Schließt das jeweilige Einlassventil 11 beziehungsweise die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 die erste Schließstellung einnimmt beziehungsweise erreicht.
Im Folgenden wird ein Verfahren zum Betreiben der Verbrennungskraftmaschine 1 beschrieben. Bei dem Verfahren wird die Verbrennungskraftmaschine 1, insbesondere mittels einer auch als Motorsteuerung oder Motorsteuergerät bezeichneten, elektronischen Recheneinrichtung 17, in dem befeuerten Betrieb betrieben, insbesondere gesteuert oder geregelt. Bei dem Verfahren wird, insbesondere mittels der elektronischen Recheneinrichtung 17, ein Lastsprung der Verbrennungskraftmaschine durchgeführt, wobei bei dem Lastsprung das von der Verbrennungskraftmaschine über deren Abtriebswelle 5 bereitgestellte Drehmoment von einem ersten Wert auf einen gegenüber dem ersten Wert höheren, zweiten Wert erhöht wird.
Um nun einerseits den Lastsprung in besonders kurzer Zeit durchführen und somit vollenden und andererseits einen besonders kraftstoffverbrauchsarmen Betrieb der Verbrennungskraftmaschine 1 realisieren zu können, ist es bei dem Verfahren vorgesehen, dass während des Durchführens des Lastsprungs die jeweilige
Einlassventileinrichtung 10 gemäß einem von dem Miller-Verfahren unterschiedlichen Betriebsverfahren betrieben und dadurch gegenüber dem Miller-Verfahren innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels später geschlossen wird. Nach dem Durchführen des Lastsprungs und somit nach dessen Ende und während die Verbrennungskraftmaschine 1 über ihre Abtriebswelle 5 das den zweiten Wert aufweisende Drehmoment bereitstellt, wird die Verbrennungskraftmaschine 1, insbesondere mittels der elektronischen Recheneinrichtung 17, von dem von dem Miller-Verfahren unterschiedlichen Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren umgeschaltet, wodurch die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 nach dem Durchführen des Lastsprungs und während die Verbrennungskraftmaschine 1 über ihre Abtriebswelle 5 das den zweiten Wert aufweisende Drehmoment bereitstellt, gemäß dem Miller-Verfahren betrieben und dadurch gegenüber dem Betriebsverfahren früher geschlossen wird. Dies bedeutet, dass durch das Umschalten der Verbrennungskraftmaschine 1 von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren das Einlass-Schließt nach früh verschoben wird. Nach dem und durch das Umschalten der Verbrennungskraftmaschine 1 von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren wird die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 auf Basis von beziehungsweise gemäß so genannten Miller-Steuerzeiten betätigt, insbesondere geöffnet und geschlossen. Wird die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 gemäß dem Betriebsverfahren betrieben und somit betätigt, so wird die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels gemäß weiteren, von den Miller-Steuerzeiten unterschiedlichen Steuerzeiten betrieben, welche beispielsweise ladedruck- beziehungsweise füllungsoptimal sind, sodass der Lastsprung in besonders kurzer Zeit durchgeführt und insbesondere vollendet werden kann. Die Miller-Steuerzeiten unterscheiden sich zumindest oder ausschließlich dadurch von den weiteren Steuerzeiten, dass innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels das Einlass-Schließt früher ist. Beispielsweise sehen die Miller-Steuerzeiten vor, dass das Einlass-Schließt vor dem unteren Totpunkt des jeweiligen Kolbens liegt. Das Betriebsverfahren beziehungsweise dessen weitere Steuerzeiten sieht beziehungsweise sehen beispielsweise vor, dass das Einlass-Schließt mit dem unteren Totpunkt zusammenfällt oder aber vorzugsweise nach dem unteren Totpunkt des Kolbens liegt, insbesondere innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels.
Fig. 2 zeigt ein Diagramm, auf dessen Abszisse 6 die Zeit aufgetragen ist. Auf der Ordinate 7 des Diagramms ist beispielsweise das Drehmoment beziehungsweise die Last aufgetragen. Mit anderen Worten sind auf der Ordinate 7 Werte des Drehmoments beziehungsweise der Last aufgetragen. Ein Verlauf 8 ist somit ein zeitlicher Verlauf des Drehmoments, wobei es beispielsweise zu dem Verlauf 8 kommen würde, wenn die
Verbrennungskraftmaschine 1 sowohl unmittelbar vor dem Lastsprung als auch während des Lastsprungs und auch unmittelbar nach dem Lastsprung gemäß dem Miller- Verfahren betrieben wird oder würde. Außerdem ist in das in Fig. 2 gezeigte Diagramm ein Verlauf 9 eingetragen, welcher ein zweiter zeitlicher Verlauf des Drehmoments ist. Zu dem Verlauf 9 kommt es durch das beschriebene Verfahren, bei dem die Verbrennungskraftmaschine 1 beziehungsweise die Einlassventileinrichtung 10 während des Lastsprungs gemäß dem Betriebsverfahren betrieben wird, wobei es vorzugsweise vorgesehen ist, dass die Verbrennungskraftmaschine 1 beziehungsweise die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 unmittelbar vor dem Lastsprung und unmittelbar nach dem Lastsprung gemäß dem Miller-Verfahren betrieben wird. Somit wird zur Durchführung des Lastsprungs die Verbrennungskraftmaschine 1 , insbesondere mittels der elektronischen Recheneinrichtung 17, von dem Miller-Verfahren zu dem Betriebsverfahren umgeschaltet, sodass die Verbrennungskraftmaschine 1 während des Lastsprungs gemäß dem Betriebsverfahren betrieben wird. Nach dem Durchführen des Lastsprungs, das heißt nach dessen Ende wird die Verbrennungskraftmaschine 1 , insbesondere mittels der elektronischen Recheneinrichtung 17, wieder von dem Betriebsverfahren zu dem Miller- Verfahren umgeschaltet, sodass die Verbrennungskraftmaschine 1 unmittelbar vor und unmittelbar nach dem Lastsprung gemäß dem Miller-Verfahren und während des Lastsprungs gemäß dem Betriebsverfahren betrieben wird. Der Verlauf 8 veranschaulicht somit einen ersten Fall, in welchem die Verbrennungskraftmaschine sowohl unmittelbar vor als auch unmittelbar nach dem Lastsprung und auch während des Lastsprungs gemäß dem Miller-Verfahren betrieben wird. Demgegenüber veranschaulicht der Verlauf 9 einen zweiten Fall, bei welchem die Verbrennungskraftmaschine 1 unmittelbar vor und unmittelbar nach dem Lastsprung gemäß dem Miller-Verfahren, jedoch während des Lastsprungs gemäß dem Betriebsverfahren betrieben wird. Anhand eines Vergleichs der Verläufe 8 und 9 ist erkennbar, dass in beiden Fällen die Verbrennungskraftmaschine 1 über ihre Abtriebswelle 5 das den zweiten Wert aufweisende Drehmoment, welches dann, wenn es den zweiten Wert aufweist, auch als Zielmoment bezeichnet wird, bereitstellt, jedoch kann in dem zweiten Fall der Lastsprung wesentlich schneller beziehungsweise in kürzerer Zeit als in dem ersten Fall durchgeführt werden, sodass die Verbrennungskraftmaschine 1 über ihre Abtriebswelle 5 in dem zweiten Fall das Zielmoment wesentlich früher bereitstellt als in dem ersten Fall, insbesondere ab einem Startzeitpunkt betrachtet oder gerechnet, zu welchem erfasst wird, dass der Fahrer des Kraftfahrzeugs den Lastsprung, das heißt dessen Beginn anfordert, das heißt wünscht.
In Fig. 2 ist eine dem Lastsprung zeitlich unmittelbar und somit direkt vorweggehende, erste Zeitspanne mit t1 bezeichnet, und eine sich unmittelbar und somit direkt an den
Lastsprung und somit an dessen Ende anschließende, zweite Zeitspanne ist in Fig. 2 mit t2 bezeichnet. Der Lastsprung an sich findet während einer dritten Zeitspanne t3 statt oder dauert die Zeitspanne t3, die zwischen den Zeitspannen t1 und t2 liegt und mit Ende der ersten Zeitspanne t1 beginnt und mit Beginn der zweiten Zeitspanne t2 endet. Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass die Verbrennungskraftmaschine 1 während der Zeitspannen t1 und t2, insbesondere unterbrechungsfrei, gemäß dem Miller-Verfahren betrieben wird. Während der Zeitspanne t3 jedoch wird die Verbrennungskraftmaschine 1 vorzugsweise, insbesondere unterbrechungsfrei, gemäß dem von dem Miller-Verfahren unterschiedlichen Betriebsverfahren betrieben.
Es ist denkbar, dass die Verbrennungskraftmaschine 1 während der Zeitspanne t1 in einem saugmotorischen Betrieb und während der Zeitspanne t2 und somit in Folge des Durchführens des Lastsprungs in einem aufgeladenen Betrieb betrieben wird. In dem saugmotorischen Betrieb unterbleibt ein mittels einer in dem Ansaugtrakt 21 angeordneten Verdichten der Frischluft, die dem jeweiligen Brennraum 4 zugeführt wird. In dem aufgeladenen Betrieb jedoch wird die Frischluft, die dem jeweiligen Brennraum 4 beziehungsweise den Brennräumen 4 zugeführt wird, mittels einer in dem Ansaugtrakt 21 angeordneten Aufladeeinrichtung verdichtet.
In dem befeuerten Betrieb wird innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels die zuvor genannte Frischluft in die Brennräume 4 über die Einlassventileinrichtungen 10 eingeleitet. Außerdem wird innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels in dem befeuerten Betrieb ein insbesondere flüssiger Kraftstoff in den jeweiligen Brennraum 4 eingebracht, insbesondere eingespritzt. Vorzugsweise ist der Kraftstoff ein Ottokraftstoff, sodass die Verbrennungskraftmaschine 1 vorzugsweise als ein Ottomotor ausgebildet ist. Dadurch, dass innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels in den jeweiligen Brennraum 4 die Frischluft eingeleitet und der Kraftstoff eingebracht wird, wird innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels ein jeweiliges, auch als Gemisch bezeichnetes Kraftstoff-Luft-Gemisch gebildet, welches den Kraftstoff und die Frischluft umfasst. Innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels wird in dem befeuerten Betrieb der Verbrennungskraftmaschine 1 das Gemisch gezündet, insbesondere durch Fremdzündung, und dadurch verbrannt. Daraus resultiert Abgas der Verbrennungskraftmaschine 1. Die Verbrennungskraftmaschine 1 weist dabei einen von dem Abgas aus dem jeweiligen Brennraum 4 durchströmbaren Abgastrakt 22 auf, mittels welchem das Abgas von den Brennräumen 4 abgeführt wird. Dabei kann innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels das Abgas aus dem jeweiligen Brennraum 4 über die jeweilige, insbesondere dann geöffnete, Auslassventileinrichtung in den Abgastrakt 22 eingeleitet werden. Dabei umfasst die Verbrennungskraftmaschine 1 einen Abgasturbolader 23,
welcher eine in dem Abgastrakt 22 angeordnete Turbine 24 mit einem Turbinenrad 12 aufweist. Das Turbinenrad 12 ist von dem den Abgastrakt 22 durchströmenden Abgas antreibbar. Der Verdichter 25 umfasst ein Verdichterrad 13, mittels welchem durch Antreiben des Verdichterrads 13 die den Abgastrakt 22 durchströmende Frischluft verdichtet werden kann. Dabei ist das Verdichterrad 13, insbesondere über eine Welle 14 des Abgasturboladers 23, von dem Turbinenrad 12 antreibbar.
Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Verdichter 25 die zuvor genannte Aufladeeinrichtung, mittels welcher in dem aufgeladenen Betrieb die Frischluft verdichtet wird. In dem saugmotorischen Betrieb unterbleibt ein durch die Aufladeeinrichtung bewirktes Verdichten der Frischluft und generell unterbleibt in dem saugmotorischen Betrieb ein durch ein in dem Ansaugtrakt 21 angeordnete Einrichtung bewirktes Verdichten der Frischluft, sodass vorzugsweise die Verbrennungskraftmaschine 1 in dem saugmotorischen Betrieb als, insbesondere reiner, Saugmotor betrieben wird. Somit ist es denkbar, dass die Verbrennungskraftmaschine 1 durch den Lastsprung von dem saugmotorischen Betrieb in den aufgeladenen Betrieb überführt beziehungsweise umgeschaltet wird.
Alternativ ist es denkbar, dass die Verbrennungskraftmaschine sowohl unmittelbar vor als auch unmittelbar nach dem Lastsprung und während des Lastsprungs in dem aufgeladenen Betrieb betrieben wird. Mit anderen Worten ist denkbar, dass die Verbrennungskraftmaschine 1 sowohl während der ersten Zeitspanne t1 als auch während der zweiten Zeitspanne t2 und während der dritten Zeitspanne t3, vorzugsweise jeweils unterbrechungsfrei, in dem aufgeladenen Betrieb und somit als aufgeladene Verbrennungskraftmaschine, mithin als Turbomotor betrieben wird. Durch das auch als Überblendung oder Rückblendung bezeichnete Umschalten der Verbrennungskraftmaschine 1 insbesondere zunächst von dem Miller-Verfahren zu dem Betriebsverfahren und dann von dem Betriebsverfahren zu dem Miller-Verfahren kann ein besonders kraftstoffverbrauchsarmer Betrieb der Verbrennungskraftmaschine 1 realisiert werden. Außerdem kann ein besonders gutes Ansprechverhalten der Verbrennungskraftmaschine 1 realisiert werden, da das Durchführen des Lastsprungs besonders kurz gehalten, das heißt in kurzer Zeit erfolgen kann.
Fig. 3 zeigt ein Diagramm 26 auf dessen Abszisse 27 Grad Kurbelwinkel (°KW) aufgetragen sind. Das Diagramm 26 weist außerdem eine Ordinate 28 auf, auf welcher der Hub aufgetragen ist. Dabei zeigt Fig. 3 mehrere Ventilerhebungskurven 30a-e, gemäß welchen das jeweilige Einlassventil 11 innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels aus
seiner Schließstellung in seine Offenstellung und wieder zurück in die Schließstellung bewegt wird beziehungsweise bewegt werden kann. Insbesondere umfasst die Verbrennungskraftmaschine 1 einen variablen Ventiltrieb, mittels welchen das jeweilige Einlassventil 11 betätigt, das heißt geöffnet und geschlossen werden kann. Der variable Ventiltrieb ist insbesondere dahingehend variabel, dass die unterschiedlichen Ventilerhebungskurven 30a-e, gemäß welchen das jeweilige Einlassventil 11 innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels betätigt, mithin geöffnet oder geschlossen werden kann beziehungsweise wird, wahlweise einstellbar sind beziehungsweise eingestellt werden. Aus Fig. 3 ist insbesondere erkennbar, dass sich die Ventilerhebungskurven 30a-e hinsichtlich des Hubs des jeweiligen Einlassventils 11 voneinander unterscheiden, wobei der jeweilige Hub des Einlassventils 11 das jeweilige Maximum der jeweiligen Ventilerhebungskurve 30a-e ist. Außerdem unterscheiden sich die Ventilerhebungskurven 30a-e dadurch voneinander, dass das jeweilige Maximum, mithin die Offenstellung des jeweiligen Einlassventils 11 zu unterschiedlichen, in einem in Fig. 3 mit B bezeichneten Bereich liegenden Drehstellungen auftritt beziehungsweise erfolgt. Wie ferner aus Fig. 3 erkennbar ist, haben die unterschiedlichen Ventilerhebungskurven 30a-e das gleiche Einlass-Öffnet (EÖ).
Außerdem zeigt Fig. 3 eine weitere Ventilerhebungskurve 29, gemäß welcher das jeweilige Auslassventil innerhalb des jeweiligen Arbeitsspiels betätigt, mithin geöffnet und geschlossen wird. Mit AS ist in Fig. 3 das Auslass-Schließt bezeichnet. Das Auslass- Schließt AS ist eine Drehstellung der Kurbelwelle, wobei das jeweilig Auslassventil beziehungsweise die Auslassventileinrichtung zu oder bei dem Auslass-Schließt AS geschlossen wird, mithin die zweite Schließstellung erreicht beziehungsweise einnimmt. Bei dem Einlass-Öffnet EÖ beginnt ein Öffnen des jeweiligen, zunächst geschlossenen Einlassventils 11 und somit der zunächst geschlossenen Einlassventileinrichtung 10, wobei das jeweilige Einlassventil 11 im Rahmen des genannten Öffnens geöffnet und somit aus der ersten Schließstellung in die erste Offenstellung und wieder zurück in die erste Schließstellung bewegt wird. Das Öffnen des Einlassventils 11 endet bei dem Einlass-Schließt ES, so dass bei dem Einlass-Schließt ES das jeweilige Einlassventil 11 beziehungsweise die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 die erste Schließstellung einnimmt beziehungsweise erreicht.
Beispielsweise wird in oder bei dem Betriebsverfahren die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 gemäß einer der Ventilerhebungskurven 30a-c betätigt, so dass das Betriebs verfahren vorsieht beziehungsweise umfasst, dass das Einlass-Schließt ES nach dem unteren Totpunkt UT liegt. In oder bei dem Miller-Verfahren jedoch wird
beispielsweise die jeweilige Einlassventileinrichtung 10 beziehungsweise das jeweilige Einlassventil 11 gemäß einer der Ventilerhebungskurven 30d-e betätigt, so dass das Miller-Verfahren umfasst beziehungsweise vorsieht, dass das Einlass-Schließt ES früher als bei dem Betriebsverfahren und insbesondere vor dem unteren Totpunkt UT liegt. Aus Fig. 3 ist erkennbar, dass das Betriebsverfahren und das Miller-Verfahren das gleiche Einlass-Öffnet EÖ aufweisen können, so dass sich das Betriebsverfahren und das Miller- Verfahren zumindest dadurch voneinander unterscheiden, dass bei dem Miller-Verfahren das Einlass-Schließt ES früher erfolgt als bei dem Betriebsverfahren. Ein weiterer Unterschied zwischen dem Miller-Verfahren und dem Betriebsverfahren ist vorliegend, dass der auch als Einlasshub oder Einlassventilhub bezeichnete Hub des jeweiligen Einlassventils 11 bei dem Miller-Verfahren geringer als bei dem Betriebsverfahren ist. Ein in Fig. 3 mit 31 bezeichneter Doppelpfeil veranschaulicht eine sogenannte Einlassspreizung, welche sich dadurch auszeichnet, dass die Offenstellung beziehungsweise das Maximum der jeweiligen Ventilerhebungskurve 30a-e zu unterschiedlichen Drehstellungen stattfindet.
Bezugszeichenliste
1 Verbrennungskraftmaschine
2 Gehäuseelement
3 Zylinder
4 Brennraum
5 Abtriebswelle
6 Abszisse
7 Ordinate
8 Verlauf
9 Verlauf
10 Einlassventileinrichtung
11 Einlassventil
12 Turbinenrad
13 Verdichterrad
14 Welle
17 elektronische Recheneinrichtung
21 Ansaugtrakt
22 Abgastrakt
23 Abgasturbolader
24 Turbine
25 Verdichter
26 Diagramm
27 Abszisse
28 Ordinate
29 Ventilerhebungskurve 30a-e Ventilerhebungskurve
31 Doppelpfeil
AS Auslass-Schließt
EÖ Einlass-Öffnet
ES Einlass-Schließt
B Bereich t1, t2, t3 Zeitspanne