Gebiet der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft einen Verbund auf Papierbasis als Lebensmittelverpackungsmaterial mit Barrierefunktion sowie die Herstellung und die Verwendung des Verbundes.
Stand der Technik
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Es besteht ein großer Bedarf an flexiblen Verpackungsmaterialien, die kostengünstig sind und deren Herstellung wenig Material verbraucht. Aus Gründen der Nachhaltigkeit werden zunehmend Substrate auf Basis von fossil basierten Polymeren durch Papier ersetzt. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Verwendung von Papiermaterialien aus dem Altpapierkreislauf.
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Die Barriereleistung kann für polymere Substratfolien durch das Aufbringen von z. B. Metalloxiden durch physikalische Gasphasenabscheidung (PVD) erhöht werden. Die PVD-Beschichtung ist auch bei Papiersubstraten weit verbreitet, wird dort aber hauptsächlich zu dekorativen Zwecken eingesetzt. Ein Grund dafür ist, dass solche Beschichtungen die Barriereleistung nur erhöhen können, solange die Beschichtungen praktisch fehlerfrei sind. Da Papier aber eine sehr raue Oberfläche aufweist, enthalten anorganische Beschichtungen immer einige Defekte, die das Durchdringen kleiner Mengen von Gas ermöglichen. Die Rauheit des Papiers kann durch Vorbeschichtungen verringert werden.
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Eine Hybridpolymerschicht aus anorganisch-organischen Polymeren auf Basis von Silanen kann als glatte Planarisierungsschicht dienen. Durch die niedrige Viskosität der Lacke und die Effekte beim Trocknen entstehen sehr glatte Oberflächen, die sich sehr gut für die anschließend aufgebrachten anorganischen Beschichtungen eignen.
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Ein weiterer kritischer Faktor ist die Hygroexpansion des Papiers. Die PVD-Beschichtung findet unter trockenen Bedingungen statt, bei denen das Papier schrumpft. Nach dem Beschichtungsprozess nimmt das Papier Feuchtigkeit auf und dehnt sich dadurch aus, was zu einer Spannung in der anorganischen Schicht und daher zu Defekten durch Risse führen kann. Darüber hinaus muss die Metalloxidschicht sehr dünn sein, um die Bildung von Rissen und Abplatzungen zu vermeiden.
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Von größter Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Barriereleistung des beschichteten Papiers ist daher seine Flexibilität bei mechanischer Beanspruchung durch den Produktionsprozess, den Transport oder im Gebrauch.
Durch die Erfindung zu lösende Aufgaben
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Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Papierverpackung bereitzustellen, die auch bei mechanischer Einwirkung eine sehr hohe Barriereleistung besitzt und beibehält.
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Zudem ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Beschichtung für Papiersubstrate bereitzustellen, die gleichzeitig umweltfreundlich und flexibel ist und zusammen mit den bekannten Barriereschichten eine höhere Barriereleistung ermöglicht.
Zusammenfassende Darstellung der Erfindung
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Die Aufgabe wurde durch Bereitstellen des erfindungsgemäßen Verbundes gelöst, der direkt auf dem Papiersubstrat einen Vorstrich auf Basis einer wässrigen Polymerdispersion aufweist.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind insbesondere folgende bevorzugte Aspekte:
- [1] Ein Verbund als Lebensmittelverpackungsmaterial, enthaltend ein Substrat, das aus einem Papierträger und einem Vorstrich auf Basis einer wässrigen Polymerdispersion besteht, und eine Barriereschicht, die eine Metalloxidschicht und/oder eine Hybridpolymerschicht aus einem organisch modifizierten Kieselsäure(hetero)polykondensat aufweist.
- [1-1] Der Verbund nach Aspekt [1], der zum Falten geeignet ist.
- [1-2] Der Verbund nach Aspekt [1] oder [1-1], der zum Einwickeln von Lebensmitteln geeignet ist.
- [1-3] Der Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte, der gefaltet und geknickt werden kann.
- [1-4] Der Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte, der ohne Rissbildung im Papiersubstrat, im Vorstrich und der Barriereschicht unter Bildung einer Faltkante gefaltet werden kann.
- [1-5] Der Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte, dessen Barriereschicht die Lebensmittel beim Verpacken und Lagern berühren kann.
Für die Aspekte [1-1] bis [1 -5] muss der Verbund ausreichend flexibel sein. - [2] Der Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte, wobei die mit dem Vorstrich überzogene Oberfläche des Papiersubstrats einen Mittenrauwert von weniger als 2 µm aufweist.
- [3] Der Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte, wobei der Vorstrich eine Dicke von 1 µm bis 10 µm aufweist.
- [4] Der Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte, wobei die wässrige Polymerdispersion eine wässrige Polymerdispersion eines Ethylenacrylsäure-Copolymers, Propylen-Copolymers oder Polyvinylalkohols ist.
- [5] Der Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte, der das Papiersubstrat, den Vorstrich, die Metalloxidschicht und die Hybridpolymerschicht in dieser Reihenfolge enthält oder daraus besteht; oder der das Papiersubstrat, den Vorstrich, die Hybridpolymerschicht und die Metalloxidschicht in dieser Reihenfolge enthält oder daraus besteht. Wenn der Verbund aus den genannten vier Komponenten besteht, befindet sich zwischen ihnen keine weitere Schicht, Klebemittel oder dergleichen.
- [6] Der Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte, wobei die Metalloxidschicht eine SiOx-Schicht ist.
- [6-1] Der Verbund nach Aspekt [6], wobei die Metalloxidschicht eine im Vakuum aufgebrachte per Elektronenstrahl aufgetragene SiOx-Schicht ist.
- [6-2] Der Verbund nach Aspekt [6], wobei die Metalloxidschicht eine im Vakuumper Sputterprozess aufgetragene SiOx-Schicht ist.
- [6-3] Der Verbund nach Aspekt [6], wobei die Metalloxidschicht eine flammenpyrolytisch aufgetragene SiOx-Schicht ist.
- [7] Der Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte, wobei das organisch modifizierte Kieselsäure(hetero)polykondensat in der Hybridpolymerschicht biobasiert und/oder biologisch abbaubar ist.
- [7-1] Vorzugsweise ist das Hybridpolymer in dem Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte organisch polymerisiert. Das Hybridpolymer ist dann sowohl anorganisch polymerisiert als auch organisch vernetzt.
- [7-2] Der Verbund nach einem der vorstehenden Aspekte, wobei die Dicke des Papiersubstrats 10 µm bis 1000 µm, vorzugsweise 10 µm bis 200 µm, des Vorstrichs 1 µm bis 10 µm, der Metalloxidschicht 5 nm bis 200 nm und/oder der Hybridpolymerschicht 500 nm bis 30 µm ist, die Metalloxidschicht eine SiOx-Schicht ist und das Papiersubstrat einen Mittenrauwert von weniger als 5 µm, vorzugsweise weniger als 2 µm aufweist.
- [8] Ein Verfahren zum Herstellen eines Verbundes nach einem der vorstehenden Aspekte, das die folgenden Schritte umfasst:
- (a) das Bereitstellen eines Papiersubstrats;
- (b) das Auftragen eines Vorstrichs auf Basis einer wässrigen Polymerdispersion auf eine Oberfläche des Papiersubstrats;
- (c) das Trocknen des mit dem Vorstrich beschichteten Papiersubstrats; und
- (d) das Auftragen einer Barriereschicht aus einer Schicht, ausgewählt unter einer Metalloxidschicht und einer Hybridpolymerschicht aus einem organisch modifizierten Kieselsäure(hetero)polykondensat, oder aus den beiden Schichten in beliebiger Reihenfolge auf den getrockneten Vorstrich.
- [8-1] Das Verfahren nach Aspekt [8], wobei der Vorstrich ein Präpolymer enthält, das mit dem oder nach dem Trocknen in Schritt (c) zum Polymer verlängert wird. Dieser Härtungsschritt kann eine thermische Polymerisation oder Photopolymerisation sein.
- [8-2] Das Verfahren nach Aspekt [8] oder [8-1], wobei das Hybridpolymer in Schritt (d) organisch vernetzt wird. Dieser Härtungsschritt kann eine thermische Polymerisation oder Photopolymerisation sein.
- [9] Das Verfahren nach Aspekt [8], [8-1] oder [8-3], wobei das Verfahren zwischen den Schritten (a) und (b) einen Schritt (a') des Glättens einer Oberfläche des Papiersubstrats umfasst und in Schritt (b) der Vorstrich auf die in Schritt (a') geglättete Oberfläche des Papiersubstrats aufgetragen wird.
- [10] Das Verfahren nach einem der Aspekte [8] bis [9], wobei das Glätten einer Oberfläche in Schritt (a') ein mechanisches Glätten und/oder ein Beschichten umfasst.
- [10-1] Das Verfahren nach Aspekt [10], wobei das Glätten ein Kalandrieren ist.
- [11] Das Verfahren nach einem der Aspekte [8] bis [10-1], wobei die Oberfläche des Papiersubstrats, die in Schritt (b) mit dem Vorstrich überzogen wird, einen Mittenrauwert von 0,05 bis 2 µm aufweist.
- [12] Ein Verbund, erhältlich durch das Verfahren nach einem der Aspekte [8] bis [11].
- [13] Die Verwendung eines Verbundes nach einem der Aspekte [1] bis [7] und [12] zum Verpacken eines Lebensmittels.
- [14] Die Verwendung nach Aspekt [13], wobei die Barriereschicht des Verbundes oder eine auf der Barriereschicht liegende Siegelschicht das Lebensmittel berührt.
- [15] Die Verwendung nach Aspekt [13] oder [14], wobei das Verpacken eines Lebensmittels das Einsiegeln oder Verkleben des Papierverbundes oder das Falten des Verbundes umfasst.
Vorteile der Erfindung
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Durch den Einsatz eines Vorstrichs auf Basis einer wässrigen Polymerdispersion werden die Barriereleistungen von bekannten Barriereschichten auf Papiersubstraten verbessert.
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Als Vorstrichlacke können im Stand der Technik bekannte Primer- oder auch Siegellacke auf Basis einer wässrigen Polymerdispersion eingesetzt werden.
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Der erfindungsgemäße Verbund ist flexibel, so dass die Barriereleistungen bei mechanischer Beanspruchung weitgehend erhalten bleiben.
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Durch die Verwendung einer wässrigen Polymerdispersion lassen sich deren Eigenschaften einstellen. Beispielsweise kann die Viskosität eingestellt werden, indem der Wassergehalt der wässrigen Polymerdispersion variiert wird. Die wässrigen Polymerdispersionen erfordern keine reaktiven Verdünnungsmittel, die die mechanischen Eigenschaften von Polymeren nachteilig beeinflussen. Der Verzicht auf reaktive Verdünnungsmittel macht die wässrige Polymerdispersion umweltfreundlicher und führt zu einem weniger klebrigen Vorstrich.
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Durch die hervorragende Barriereleistung dieser kombinierten Schichten muss das Substrat als solches keine Barriereleistung haben, so dass hinsichtlich der Zusammensetzungen und Eigenschaften des Substrats keine besonderen Einschränkungen bestehen. Daher können als Substrate sowohl originäre Papiersubstrate als auch Rezyklate oder andere Faser-basierten Materialien (Faservergussmassen) eingesetzt werden.
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Aufgrund dieser Eigenschaften ist der erfindungsgemäße Verbund hervorragend geeignet als Lebensmittelverpackungsmaterial.
Ausführungsformen der Erfindung
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Der erfindungsgemäße Verbund enthält ein Papiersubstrat, einen darauf aufgebrachten Vorstrich auf Basis einer wässrigen Polymerdispersion sowie eine Barriereschicht auf dem Vorstrich. Die Barriereschicht ist eine Metalloxidschicht und/oder eine Hybridpolymerschicht.
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Der erfindungsgemäße Verbund kann nachfolgend einfach als "der Verbund" bezeichnet werden. Der Vorstrich auf Basis einer wässrigen Polymerdispersion kann einfach als "der Vorstrich" bezeichnet werden. Die Barriereschicht aus Metalloxidschicht und/oder Hybridpolymerschicht kann einfach als "die Barriereschicht" bezeichnet werden.
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Der Verbund ist ein Flächengebilde mit einer bevorzugten Dicke von 1 mm oder weniger, stärker bevorzugt weniger als 300 µm. Der Verbund ist vorzugsweise so flexibel, dass er ohne Rissbildung gefaltet und umgeknickt werden kann und somit zum Einpacken und Einwickeln von Gegenständen, insbesondere Lebensmitteln, geeignet ist. Vorzugsweise kann der Verbund unter Bildung einer Faltkante gefaltet werden, wobei im Papiersubstrat, im Vorstrich und in der Barriereschicht keine Risse entstehen.
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In dem Verbund sind nicht nur das Papiersubstrat und der Vorstrich, sondern vorzugsweise alle Komponenten, also auch die eine oder die mehreren Schichten der Barriereschicht unmittelbar aufeinander, d. h. ohne Zwischenschicht oder Klebemittel oder dergleichen, angeordnet.
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Die Schichtenfolge kann von dem Trocknungsprozess einer Schicht auf einer darunterliegenden Schicht abhängen. Die erhöhte Temperatur beim Trocknen kann zu einer Ausdehnung, Schrumpfung oder Viskositätsänderung der Schicht führen. Durch Anpassung des Trocknungsprozess einer Schicht kann die Fehlerdichte verringert werden.
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Der eingesetzte Vorstrich kann auch als Siegelschicht in der entstehenden Verpackung sowie als Abschlussschicht zum Schutz der darunterliegenden Metalloxidschicht verwendet werden.
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Der erfindungsgemäße Verbund bietet nicht nur eine Barriere gegen Wasserdampf und Sauerstoff, sondern auch gegenüber anderen migrierfähigen Molekülen wie z.B. Aromen aus dem verpackten Lebensmittel oder unerwünschte Fremdgerüche von außen. Außerdem besteht eine gewisse Barriere gegen andere Stoffe wie Fremdstoffanteile, die in bedruckten Verpackungsmaterialien oder recycelten Materialien enthalten sind.
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Die Metalloxidschicht und die Hybridpolymerschicht können unabhängig voneinander die jeweils darunterliegenden Schichten ganz oder teilweise bedecken. Die jeweiligen Dicken der Schichten sind nicht besonders eingeschränkt. Sie können in Abhängigkeit des Auftragungsverfahrens der Hybridpolymerschicht, der Beschaffenheit der Oberfläche des Substrats und der Verwendung der Beschichtung variieren und flexibel angepasst werden.
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Aufgrund der sehr spröden Metalloxidschicht und der steifen Hybridpolymerschicht geht die Barriereleistung in herkömmlichen Produkten beim Falten verloren.
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Überraschenderweise wird dieser Nachteil im erfindungsgemäßen Verbund überwunden, insbesondere dann, wenn er eine Kombination enthält, die aus einer Vorbeschichtung, einer Metalloxidschicht und einer Hybridpolymerschicht in dieser Reihenfolge besteht. In dieser Kombination ergibt sich eine gute Adhäsion zwischen der Vorbeschichtung und der Metalloxidschicht und eine gute Adhäsion zwischen der Metalloxidschicht und den anorganischen Gruppen des Hybridpolymers. Eine mögliche Erklärung für die Beständigkeit gegenüber Faltbeanspruchungen könnte die Laminattheorie sein. Die Laminattheorie erklärt die Kräfte, die auf ein Laminat wirken, wenn es gebogen wird. Auf die äußere Schicht wirkt eine Zugspannung, auf die innere eine Druckspannung. Die zerbrechliche Schicht ist die spröde Metalloxidschicht. Sie sollte in der Mitte liegen, also in der neutralen Ebene, wo die beim Biegen auftretenden Dehnungen und Spannungen den geringsten Einfluss haben. Hier spielen sowohl die Substratdicke als auch die Schichtdicke eine wichtige Rolle, da diese Faktoren die Lage des spröden Metalloxids bestimmen. Darüber hinaus wirken die Vorbeschichtung und die Hybridpolymerschicht wie Pufferschichten, welche die Brucheigenschaften des spröden Films verbessern. Eine Pufferschicht mit einer höheren Steifigkeit als das Substrat, wie z. B. eine Hybridpolymerschicht, kann die Rissfestigkeit verbessern. Die flexiblere Vorbeschichtung und die steifere Hybridpolymerschicht wirken als optimale Pufferschichten. Eine Änderung der Reihenfolge der Schichten ist ebenfalls möglich und kann gewisse Vorteile haben. Wenn die Metalloxidschicht direkt auf den Vorstrich und die Hybridpolymerschicht als Deckschicht aufgetragen werden, können aufgrund der geringen Viskosität und der kovalenten Bindung von Hybridpolymerschichten an Metalloxidschichten Defekte (z.B. Pinholes) in der Metalloxidschicht durch das Hybridpolymer geschlossen werden. Hybridpolymerschichten sind chemisch inert und auch sehr abriebfest und können die spröde und empfindliche Metalloxidstruktur schützen. Wenn das Metalloxid auf die Hybridpolymerschicht aufgebracht wird, kann die sehr ebene Oberfläche der Hybridpolymerschicht die Anzahl der Defekte im Metalloxid reduzieren.
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Das Papiersubstrat ist auf einer seiner Flächenseiten mit dem Vorstrich versehen. Die andere Flächenseite kann frei von einer Beschichtung sein oder eine Beschichtung aufweisen, z.B. ebenfalls den Vorstrich oder eine Planarisierungschicht oder eine Barriereschicht. Wird ein Rezyklat als Papiersubstrat eingesetzt, muss es zum Lebensmittel hin, also auf der Innenseite, abgedichtet werden, so dass keine unerwünschten Stoffe in das Lebensmittel migrieren. Auf der Außenseite kann das Basissubstrat mit einer Planarisierungsschicht beschichtet sein, um seine Oberfläche zu glätten, so dass diese beispielsweise bedruckt werden kann. Eine Planarisierungsschicht kann auch eingesetzt werden, wenn eine Barriereschicht beispielsweise aus Metalloxidschicht und/oder Hybridpolymerschicht vorgesehen ist.
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Der erfindungsgemäße Verbund ist zum Einsatz als Lebensmittelverpackungsmaterial geeignet. Er ist jedoch nicht darauf beschränkt. Mit den hierin gezeigten Eigenschaften eignet sich ein erfindungsgemäßer Verbund für zahlreiche Anwendungen, bei denen flexible, papierbasierte Verpackungen mit hohen Barriereleistungen benötigt werden. Beispiele solcher Anwendungen sind Kosmetikartikel wie einzeln verpackte Pflegeprodukte oder Desinfektionstücher, aber auch Reinigungsmittel wie Waschmittel in Tab- oder Pulverform. Darüber hinaus eignet sich der Verbund für den Kontakt mit Lebensmitteln, beispielsweise für pulverisierte Nahrungsergänzungsmittel, Instantkaffee, portioniertes Ketchup oder Teebeutel. Der erfindungsgemäße Verbund kann also auch folgendermaßen bezeichnet werden: "Verbund als Verpackungsmaterial, insbesondere für Lebensmittel, Kosmetika oder Reinigungsmittel."
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In der vorliegenden Beschreibung werden Schichten, Verbindungen, Komponenten und dergleichen im Allgemeinen im Singular beschrieben, z. B. "eine" Komponente oder "enthält eine" Komponente. Es wird betont, dass diese Formulierungen, sofern nicht anders angegeben, keineswegs das Vorhandensein von mehr als einer der angegebenen Schichten, Komponenten, Verbindungen oder dergleichen ausschließen soll.
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Hierin beziehen sich Prozentangaben (%) auf Massenprozent, sofern nichts anderes angegeben ist.
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Hierin beziehen sich die genannten Standards und Normen, sofern nicht anders angegeben, auf die zum Zeitpunkt der Einreichung dieser Anmeldung neueste verfügbare Version.
Papiersubstrat
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Der erfindungsgemäße Verbund basiert auf einem Papiersubstrat. Das Papiersubstrat ist als Basismaterial für das Lebensmittelverpackungsmaterial mit Barrierefunktion geeignet.
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Papier ist ein cellulosebasiertes Flächengebilde. In der vorliegenden Erfindung soll der Ausdruck "Papier" bzw. "Papiersubstrat" alle cellulosebasierten Flächengebilde umfassen, also auch dickere Papiere wie Karton oder Pappe. Das Papier kann ein dünnes Flächengebilde mit einer flächenbezogenen Masse von weniger als 150 g/m2, aber auch ein Karton im Bereich 150 g/m2 bis 600 g/m2 sein. Pappe kann noch schwerer als Karton sein. Bevorzugt ist ein Papier, z. B. ein kalandriertes Papier, vorgestrichenes Papier, Trennpapier oder ähnliches, mit einem Flächengewicht von 20-120 g/m2, vorzugsweise 35-90 g/m2 und stärker bevorzugt 50-70 g/m2. Die Dicke des Papiersubstrats ist vorzugsweise mehr als 10 µm, beispielsweise 10 µm
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bis 10 mm. Stärker bevorzugt ist das Papiersubstrat ein dünnes Flächengebilde mit einer Dicke von 10 µm bis 1 mm, noch stärker bevorzugt 10 µm bis 200 µm.
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Das Papiersubstrat ist vorzugsweise flexibel. Die mit dem Vorstrich überzogene Oberfläche des Papiersubstrats ist vorzugsweise glatt. Diese Oberfläche weist vorzugsweise einen Mittenrauwert Ra von weniger als 2 µm oder von 0.1 bis 10 µm auf. Zudem weist sie vorzugsweise eine Rauheit Rq von 1 bis 10 µm und Rz von 5 bis 20 µm auf. Der Mittenrauwert des mit dem Vorstrich überzogenen Papiersubstrats kann z.B. mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM), Laserscanningmikroskopie (LSM) oder Rasterkraftmikroskop (AFM) ermittelt werden.
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Eine glatte Oberfläche kann durch mechanisches Behandeln, beispielsweise Kalandrieren, und/oder Beschichten erhalten werden. Beispiele für glattes Papier sind superkalandriertes Kraftpapier (supercalendered kraft, SCK) wie Pergamin, tonbeschichtetes Papier (clay coated kraft, CCK), PE-beschichtetes Papier (polyethylene coated kraft, PCK), einseitig glattes Papier (machine glazed, MG), Faserform, Release Liner oder ähnliches.
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Das Papiersubstrat kann beispielsweise ein originäres Papier oder ein Rezyklat, also Altpapier sein. Ein originäres Papier enthält keine oder nur geringe Mengen an Verunreinigungen. In einem Rezyklat auf Papierbasis können unerwünschte kurzkettige Zuckerketten, Farbe oder Druckerschwärze als Verunreinigungen enthalten sein, die für die gewünschte Funktion des Verbundes nicht erforderlich sind oder sogar nachteilig sein können. Ein Beispiel von Verunreinigungen ist ein Gehalt von mindestens 5 % an niedermolekularen Substanzen mit einem Molekulargewicht von weniger als 1000 Da.
Vorstrich
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Das Papiersubstrat ist auf mindestens einer seiner Flächenseiten mit einem Vorstrich auf Basis einer wässrigen Polymerdispersion versehen. Hierin ist eine wässrige Polymerdispersion eine Zusammensetzung, die Wasser als Hauptphase und ein Polymer als Nebenphase enthält, und umfasst Dispersionen einer Flüssigkeit in einer damit nicht mischbaren anderen Flüssigkeit sowie kolloidale Lösungen von Polymerteilchen in Wasser. Die wässrige Polymerdispersion wird als Vorstrichlack bezeichnet und ist vorzugsweise hochflexibel. Ein Vorstrichlack ist beispielsweise eine wässrige Polymerdispersion eines hochmolekularen Propylen-Copolymers, eines modifizierten Polyvinylalkohols oder eines modifizierten Vinylacetat-Copolymers. Bevorzugt ist eine wässrige Polymerdispersion eines Ethylen-Acrylsäure(EAA)-Copolymers. Generell können Siegelschichten für Verpackungssysteme als Vorstrichlacke verwendet werden.
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Der Vorstrichlack wird direkt auf das Papiersubstrat aufgetragen, so dass der Vorstrich und das Papiersubstrat im Verbund unmittelbar übereinander liegen.
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Der Vorstrich reduziert die Oberflächenrauhigkeit, dient als Wasserdampfbarriere, erhöht die Oberflächenenergie und versiegelt die Oberfläche, so dass später aufgetragene Schichten nicht in die Papierstruktur eindringen können. Der Vorstrich bewirkt eine stärkere Haftung zwischen dem Papiersubstrat und dem Metalloxid und damit eine höhere Widerstandsfähigkeit des Metalloxids während des Biegens oder Faltens, so dass weniger Risse entstehen. Eine besonders starke Haftung entsteht, wenn im Vorstrichmaterial Acrylsäure enthalten ist, die zu einer guten Haftung an die Hydroxygruppen des Papiers und des Hybridpolymers führt. Das Metalloxid SiOx kann über C-O-Si und/oder C-Si kovalent an Polymere gebunden werden. Der Alkylgehalt beeinflusst die Eigenschaften des Vorstrichs. Ein höherer Alkylgehalt führt zu einer besseren Haftung zwischen Substrat und Polymerharz, höherer Gesamtsteifigkeit, einer niedrigeren Schmelztemperatur und mehr Flexibilität, was für die Siegelbarkeit wichtig ist.
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Der Vorstrich kann die raue Oberfläche des Papiersubstrats glätten. Er ist also vorzugsweise mindestens so dick, dass alle Oberflächenrauigkeiten des Papiersubstrats abgedeckt werden. Es entsteht vorzugsweise eine Oberfläche, die ausschließlich aus Vorstrichmaterial besteht.
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Der Vorstrichlack kann durch Umkehrtiefdruck, Blade Coating, Curtain Coating oder Slot Die Coating aufgetragen werden. Zusätzlich kann das Papiersubstrat Corona-behandelt werden. Der Vorstrichlack wird vorzugsweise in einer Dicke von 1-30 g/m2 oder 3-10 g/m2, bevorzugt 4-8 g/m2, stärker bevorzugt 5-7 g/m2 aufgetragen und wird bei 80-110° C getrocknet und ggf. gehärtet. Die mittlere Dicke des Vorstrichs ist vorzugsweise 1 µm bis 20 µm, stärker bevorzugt 2 µm bis 10 µm. Die Dicke der Schicht wird mittels Rasterelektronenmikroskopie ermittelt.
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Bei der Herstellung des Verbundes wird der Vorstrichlack auf das Papiersubstrat aufgetragen. Der wässrige Vorstrichlack dringt teilweise in das Papiersubstrat ein, was zu einer innigen Verbindung zwischen den beiden Komponenten führt. Nach dem Trocknen des Vorstrichs ergibt sich dadurch eine starke Haftung zwischen dem Papiersubstrat und dem Vorstrich.
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Durch den Einsatz eines Vorstrichs kann bereits eine sehr dünne Metalloxidschicht mit einer Dicke von beispielsweise 20 bis 60 nm eine hohe Barriereleistung haben. Der Vorstrich macht den Barriereschichtaufbau unabhängig von der Beschaffenheit des zu beschichtenden Papier-Fasersubstrats. Dadurch können auch Rezyklate als Papiersubstrate eingesetzt werden, weil eine mögliche Migration von Monomeren oder Reststoffen (MOSH/MOAH) aus dem Papier verhindert werden kann und durch die Beschichtung definierte Oberflächen entstehen.
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Die wässrige Polymerdispersion enthält ein Polymer. Hierin umfasst der Ausdruck "Polymer" sowohl ein vollständig polymerisiertes Polymer als auch ein Präpolymer, das nach dem Auftragen auf das Papiersubstrat zum Polymer verlängert wird. Das Präpolymer kann ein Oligomer oder Polymer mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht Mw von mindestens 2000 g/mol oder sogar mehr als 5000 g/mol sein. Ein niedrigeres Mw führt zu einer niedrigeren Viskosität.
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Der Vorstrich wird unter Verwendung einer wässrigen Dispersion eines Polymers als Ausgangsmaterial hergestellt. Die Dispergierbarkeit des Polymers in Wasser erfordert hydrophile Komponenten, z. B. saure oder ionische Reste im Molekül des Polymers. Hydrophile Komponenten würden in nichtwässrigen, z.B. rein organischen Zusammensetzungen, stören und sind somit nicht in Polymeren solcher Zusammensetzungen enthalten. Daher unterscheidet sich die erfindungsgemäße eingesetzte wässrige Polymerdispersion von herkömmlichen nichtwässrigen Vorstrichlacken. Folglich unterscheiden sich auch die daraus erhaltenen Vorstriche.
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Die wässrige Polymerdispersion enthält vorzugsweise 10 bis 90 % Wasser und 90 bis 10 % Polymer, stärker bevorzugt 40 bis 80 % Wasser und 20 bis 60 % Polymer. Vorzugsweise macht die Gesamtheit des Wassergehalts und des Polymergehalts 80 bis 100 % der wässrigen Polymerdispersion aus.
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Die Dispersion ist wässrig, d. h. sie basiert auf Wasser. Sie ist vorzugsweise lösemittelfrei, also frei von anderen Lösungsmitteln als Wasser. In einigen Ausführungsformen kann eine kleine Menge Lösungsmittel, z. B. 0.01 % bis 10 % oder 0,1 % bis 5 % in der wässrigen Polymerdispersion enthalten sein. Nach dem Auftragen auf das Papiersubstrat wird die wässrige Polymerdispersion getrocknet. Das Wasser in der wässrigen Polymerdispersion kann durch Erhitzen und/oder Luftkonvektion entfernt werden. Hierin umfasst der Begriff "Trocknen" ein Verfahren zum teilweisen oder vollständigen Entfernen von Wasser. Eine getrocknete Dispersion kann kleine Mengen Wasser oder kein Wasser enthalten, z. B. 0 bis 5 % oder 0,1 bis 5 %, vorzugsweise 0 bis 2 % Wasser.
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Die Dispersion kann andere Komponenten wie ein reaktives Verdünnungsmittel, Färbemittel oder einen Photoinitiator enthalten.
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Der Photoinitiator kann aus der Gruppe von Thioxanthonen, Ketosulfonen, (Alkyl)benzoylphenylphosphinoxiden, 1-Hydroxyalkylphenylketonen oder 2,2-Dimethoxy-1,2-diphenylethan-1-on ausgewählt werden. Der Photoinitiator kann in einer Menge von 0,1 % bis 10 %, insbesondere 0,5 % bis 5 % auf Trockenmassenbasis enthalten sein. Hierin bedeutet ein Prozentsatz auf einer "Trockenmassenbasis" den Prozentsatz basierend auf dem Gehalt der Feststoffe, d. h. ohne Wasser und ggf. vorhandene andere Lösungsmittel.
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Die Viskosität der wässrigen Polymerdispersion kann durch Variation des Gehalts an Wasser und/oder Reaktivverdünner eingestellt werden. Die Dispersion hat vorzugsweise eine Viskosität von 0,01 bis 10 Pa·s, besonders bevorzugt 10 bis 3000 mPa·s. Eine Viskosität innerhalb dieses Bereichs führt zu einer guten Fließfähigkeit der wässrigen Polymerdispersion und einer gleichmäßigen Beschichtung der Substratoberfläche. Da die Viskosität der wässrigen Polymerdispersion von ihrem Wassergehalt abhängt, erhöht sich die Viskosität beim Trocknen. In der vorliegenden Erfindung wird die Viskosität bei 23°C gemäß DIN EN ISO 2555 (Brookfield-Verfahren) gemessen.
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Ein Reaktivverdünner ist reaktiv, da er polymerisierbar ist und Teil des Moleküls der gehärteten Polymerstruktur wird, und er ist ein Verdünnungsmittel, da er die Viskosität der Dispersion verringert. Der Reaktivverdünner weist vorzugsweise ein gewichtsmittleres Molekulargewicht Mw von weniger als 500 g/mol auf und unterscheidet sich somit von dem Präpolymer mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht Mw von mehr als 2000 g/mol. Der Reaktivverdünner kann unter aliphatischen (Meth)acrylaten oder Polyether(meth)acrylaten ausgewählt sein. Da die Viskosität durch Variation des Wassergehalts eingestellt werden kann, ist ein Reaktivverdünner nicht erforderlich. Daher enthält die wässrige Polymerdispersion vorzugsweise keinen Reaktivverdünner. Es kann jedoch ein Reaktivverdünner enthalten sein. Die Dispersion kann 0 bis weniger als 2 %, vorzugsweise weniger als 0,1 %, stärker bevorzugt 0 % eines Reaktivverdünners auf Trockenmassenbasis enthalten.
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In einer Ausführungsform enthält die wässrige Polymerdispersion ein wasserdispergierbares Präpolymer, das beispielsweise mindestens eine polymerisierbare Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung aufweist. Es kann gehärtet, d. h. polymerisiert werden, was zu einem gehärteten Polymer führt. Die wässrige Polymerdispersion kann das Präpolymer als die einzige polymerisierbare Komponente enthalten. Alternativ kann die wässrige Polymerdispersion das Präpolymer und andere copolymerisierbare Komponenten enthalten, z. B. ein Kettenverlängerer, der monomer sein kann. In diesem Fall entsteht das fertige Polymer z. B. durch Kettenverlängerung und durch Härten der polymerisierbaren C-C-Doppelbindungen. In jedem Fall sind vorzugsweise alle zur Herstellung des Polymers notwendigen Komponenten in der wässrigen Polymerdispersion enthalten und es muss keine Komponente zur Durchführung der Polymerisation zugegeben werden. Mit anderen Worten ist der Vorstrich vorzugsweise in einem Verfahren erhältlich, das aus dem Reduzieren des Wassergehalts der wässrigen Polymerdispersion, z. B. durch Erwärmen, und dem Härten der getrockneten Dispersion besteht. Das Präpolymer ist durch Erhitzen oder Bestrahlung härtbar, d. h. Behandeln mit UV-Licht oder Elektronenstrahlen. Vorzugsweise ist das Präpolymer UVhärtbar. Die radikalische Polymerisation kann durch den Photoinitiator initiiert werden.
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Das Präpolymer mit einer polymerisierbaren C-C-Doppelbindung kann aus der aus Acrylaten, Methacrylaten, Vinylethern, Allylethern, Propenylethern, Alkenen, Dienen, ungesättigten Estern, Allyltriazinen, Allylisocyanaten und N-Vinylamiden bestehenden Gruppe ausgewählt sein. Hierin ist der Begriff "Acrylat" oder "Acryl" so zu verstehen, dass er "(Meth)acrylat" bzw. "(Meth)acryl" umfasst.
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Das in der wässrigen Polymerdispersion enthaltene Polymer ist in einem wässrigen Medium, vorzugsweise Wasser, dispergierbar. Zu diesem Zweck weist es einen gewissen Grad an Hydrophilie auf. Es enthält bevorzugt hydrophile Reste, die sich von entsprechenden hydrophilen Verbindungen ableiten und in der Lage sind, das Polymer entweder direkt oder nach der Umsetzung mit einem Neutralisationsmittel zu einem Salz in wässrigem Medium dispergierbar zu machen. Die hydrophilen Verbindungen werden im Allgemeinen aus Polyolen ausgewählt. Sie können eine ionische oder nichtionische hydrophile Gruppe enthalten. Es kann ein Polyol bevorzugt sein, das eine oder mehrere anionische Salzgruppen, wie etwa Carboxylat- und Sulfonatsalzgruppen, oder Säuregruppen enthält, die in eine anionische Salzgruppe umgewandelt werden können, wie etwa Carbonsäure- oder Sulfonsäuregruppen. Beispiele sind Hydroxycarbonsäuren der Formel (HO)xR(COOH)y, worin R einen geradkettigen oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen darstellt und x und y unabhängig voneinander ganze Zahlen von 1 bis 3 sind. Üblicherweise erfordert die wässrige Polymerdispersion die Neutralisation der hydrophilen Reste in Salze. Dies erfolgt in der Regel durch Zugabe eines organischen oder anorganischen Neutralisationsmittels oder Mischungen davon zu dem Polymer oder dem Wasser.
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Die mechanischen Eigenschaften des resultierenden Vorstrichs werden neben der chemischen Zusammensetzung des Polymers oder des härtbaren Präpolymers auch von der jeweiligen Vernetzungsdichte beeinflusst. Eine höhere Vernetzungsdichte führt normalerweise zu einem härteren und spröderen Material, während eine niedrigere Vernetzungsdichte zu einem weicheren und anpassungsfähigeren Material führt.
Hybridpolymerschicht
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Der erfindungsgemäße Verbund kann eine "Hybridpolymerschicht aus einem organisch modifizierten Kieselsäure(hetero)polykondensat" enthalten. Dieser Ausdruck bedeutet, dass die Hybridpolymerschicht aus dem organisch modifizierten Kieselsäure(hetero)polykondensat besteht oder zu mindestens 50 % daraus besteht. Das anorganische Kieselsäure(hetero)polykondensat ist mit organischen Gruppen modifiziert, die vorzugsweise organisch polymerisiert sind, und wird hierin manchmal einfach als "Hybridpolymer" bezeichnet. Vorzugsweise ist das Hybridpolymer sowohl anorganisch als auch organisch vernetzt. Wenn nichts anderes angegeben ist, umfasst der Ausdruck "Hybridpolymer" auch Polymere mit biobasierten und/oder biologisch abbaubaren Komponenten. Ein Beispiel eines Hybridpolymers ist ORMOCER® bzw. bioORMOCER® (Markenname der Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., München).
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Die anorganische Komponente des Hybridpolymers besteht aus Siliziumkationen, gegebenenfalls in Kombination mit weiteren Kationen wie Aluminium, Zirkonium, Titan oder Bor sowie Kombinationen davon, die über Sauerstoffbrücken miteinander verknüpft sind und dabei ein Netzwerk bilden. Damit handelt es sich um ein organisch modifizierte Kieselsäureionen oder, im Falle der Anwesenheit weiterer Metallionen, um ein organisch modifiziertes Kieselsäureheteropolykondensat. Ein Beispiel für ein solches Heteropolykondensat ist ein Kondensat, das Silizium und Aluminium enthält. Als gemeinschaftlicher Begriff für die reinen Kieselsäurepolykondensate und die Heteroatome enthaltenden Polykondensate wird der Begriff Kieselsäure(hetero)polykondensat verwendet.
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Das Hybridpolymer wird in der Regel durch hydrolytische Kondensation von Silanen, ggf. in Kombination mit co-kondensierbaren Verbindungen anderer Metallionen, erzeugt. Diese Silane können hydrolysierbare Gruppen wie Alkoxide oder Hydroxidgruppe tragen. Sie können aber auch über Kohlenstoff unmittelbar an Silizium gebundene organische Gruppen tragen. Diese Gruppen bleiben bei der hydrolytischen Kondensation an die jeweiligen Siliziumatome gebunden, so dass das Polykondensat mit den organischen Gruppen modifiziert ist.
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Die organischen Gruppen können Derivate einer oder mehrerer Arten von natürlichen oder synthetischen organischen Polymeren sein. Die organischen Gruppen können zumindest teilweise über Si-C-Bindungen in das Kondensat eingebunden vorliegen. Die über Si-C-Bindungen in das Kondensat eingebundene organische Gruppen können thermisch oder photochemisch organisch polymerisierbare Gruppen sein, insbesondere Epoxygruppen. Die organischen Gruppen können aber auch über Sauerstoff an Silizium gebunden sein. Sie können biologisch abbaubar sein.
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Die Hybridpolymerschicht ist vorzugsweise biologisch abbaubar. Hybridpolymere mit guter biologischer Abbaubarkeit werden gebildet, indem nicht biologisch abbaubare organische Komponenten durch biologisch degradierbare Anteile ausgetauscht werden. Die Si-O-Si-Bindungen sind in der Regel säurestabil, aber basenlabil, so dass die Barriereschicht abgebaut werden kann. Die Basenlabilität kann auch bei der Rezyklierung eines erfindungsgemäßen Verbundes ausgenutzt werden, indem das Hybridpolymer durch alkalisches Waschen von dem Substrat abgelöst wird. Auch durch eine Verringerung der Vernetzungsgrade, speziell des anorganischen Vernetzungsgrades (also der Si-O-Si- bzw. Si-O-Metall-Bindungen) kann die Bioabbaubarkeit eingestellt werden. Für die biologische Abbaubarkeit der Beschichtung ist es notwendig, dass ein möglichst großer Anteil, vorzugsweise mindestens 10 %, der organischen Gruppen, die in das anorganische Netzwerk des Hybridmaterials eingebunden sind, biologisch abbaubar sind. Daher weist vorzugsweise zumindest ein Teil der organischen Gruppen eine Kohlenwasserstoffkette mit 2 bis 8, vorzugsweise mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen auf, die sich zwischen zwei unter Ether-, Ester-, Amid-, und Urethangruppen ausgewählten Gruppen befindet. Insbesondere kann zumindest ein Teil der organischen Gruppen mindestens zwei Kohlenwasserstoffketten mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen aufweisen, die verzweigtkettig zueinander vorliegen. Besonders bevorzugt weist zumindest ein Teil der anorganischen, biologisch abbaubaren Gruppen die Komponente [O-(CH2)m-C(O)-O]n auf, worin m eine ganze Zahl zwischen 2 und 8 ist, n 0, 1, 2 oder 3 oder größer 3 ist und, sofern die genannte Komponente in der organischen, biologisch abbaubaren Gruppe mehrfach vorhanden ist, unterschiedliche Werte annehmen kann, mit der Maßgabe, dass n in der einzigen oder in mindestens einer der genannten Komponenten 1 oder größer 1 ist. Die organischen Gruppen können auch aus der Gruppe ausgewählt sein, die aus Polycaprolactontriol (fossilen Ursprungs aber biologisch abbaubar), Chitosan, Cellulose, Cellulosederivaten; Hemicellulosen und Cellulosebausteinen und weitere bioorganische Ressourcen besteht. Um eine Einbindung der verwendeten abbaubaren Komponenten in das hybridpolymere Netzwerk zu ermöglichen, werden diese teilweise chemisch modifiziert. Durch die Variation des Biopolymer-Gehalts kann darüber hinaus eine Anpassung der Abbauraten erzielt werden. Dies und die Wahl des Biopolymers selbst eröffnen eine Möglichkeit, den Abbau bezüglich seiner Geschwindigkeit zu steuern.
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Durch den Einsatz der Materialklasse auf Basis der Hybridpolymere und der biobasierten und bioabbaubaren Hybridpolymere können bei gleichzeitiger Kompostierbarkeit ausgezeichnete Barriereverbesserungen erreicht werden.
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Die Hybridpolymerschicht wird erzeugt, indem ein entsprechender Beschichtungslack auf das gewünschte Substrat aufgetragen wird. Enthält er Lösungsmittel, kann dieses bei Bedarf entfernt werden. Alternativ oder kumulativ ist eine thermische Nachbehandlung oder eine Bestrahlung mit Licht/UV möglich. Konkret kann die Hybridpolymerschicht mit einem Verfahren hergestellt werden, welches das Auftragen einer Zusammensetzung, die optional in einem Verdünnungs- und/oder Lösungsmittel vorliegt und Hybridpolymer enthält, auf eine Metalloxidschicht, beispielsweise durch Sprühen, Schlitzdüse, Gravurwalze und das Trocknen und/oder das Aushärten der Zusammensetzung umfasst. Der Beschichtungslack wird vorzugsweise in einer Dicke von 1-30 g/m2 oder 2-9 g/m2, vorzugsweise 3-8 g/m2, stärker bevorzugt 4-5 g/m2 aufgetragen und bei 80-120° C thermisch gehärtet. Die mittlere Dicke der Hybridpolymerschicht ist vorzugsweise 500 nm bis 30 µm, stärker bevorzugt 1,0 bis 10 µm, noch stärker bevorzugt 1,0 bis 5,0 µm. Die Dicke der Schicht wird z.B. mittels Rasterelektronenmikroskopie ermittelt.
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Die Hybridpolymerschicht kann neben den Hybridpolymeren andere Polymere und/oder Füllstoffe enthalten. Die Füllstoffe sind vorzugsweise inert und nicht chemisch reaktiv. Sie können aber auch eine aktive Funktion einnehmen (z.B. antimikrobielle Funktion, aktive Barrierefunktion). Sie sollten im hybriden Sol lösbar bzw. dispergierbar und nicht hygroskopisch sein und eine Partikelgröße haben, welche das optische Erscheinungsbild der Beschichtung nicht beeinflusst. Typische Füllstoffe sind Stärke, chemisch modifizierte Stärke, Dextrin, mikrokristalline Cellulose, unlösliche Cellulosederivate, sowie anorganische Verbindungen (z.B. Talk, TiOz, SiOz, Silikate, Tonmaterialien, unlösliche Carbonate und Phosphate). Der Anteil des Füllstoffes (vorzugsweise in einer Menge von 1 - 25 % der Beschichtung) ist abhängig vom Material. Stärke oder Dextrin verbessern die mechanischen Eigenschaften und erleichtern die Verarbeitbarkeit. Anorganische Füllstoffe wie Silikate, Aerosile, Stöberpartikel verbessern die Feuchtebarriere und können bis zu einem Anteil von 50 % eingearbeitet werden.
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Aufgrund reaktiver funktioneller Gruppen haftet das Hybridpolymer sehr gut an den benachbarten Grenzflächen. Vorzugsweise überwiegt der organische Anteil in den Beschichtungen, so dass die Flexibilität auch in der ausgehärteten Beschichtung erhöht wird. Außerdem wird durch die Verwendung längerer Abstandshalter (drei oder mehr Kettenatome) zwischen der Alkoxysilangruppe und der organischen Funktionalität die Flexibilität unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Barriereleistung weiter maximiert. Zudem kann die Flexibilität erhöht werden, indem die Synthese bei pH-Werten unter 7 durchgeführt wird, wodurch vorzugsweise ein lineareres Netzwerk erhalten werden kann.
Metalloxidschicht
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Der Ausdruck "Metalloxidschicht" bedeutet, dass die Metalloxidschicht aus dem abgeschiedenen Metalloxid besteht oder zu mindestens 50 % daraus besteht. Metalloxide können SiOz, SiO, MgO, CaO, TiOz, ZnO, AlOxoder MnO oder Gemische davon sein. Bevorzugt ist Siliziumoxid SiOx, das Siliziummonoxid (SiO) und Siliziumdioxid (SiOz) enthält, so dass "x" also 1,0 bis 2,0 ist. Es sind auch Werte von über 2,0 möglich. Je höher die mittels XPS gemessene Dichte der Hydroxyfunktionalitäten der abgeschiedenen SiOx-Teilchen ist, desto größer ist "x". In einer Ausführungsform ist "x" größer als 2,0, vorzugsweise größer als 2,2, noch stärker bevorzugt größer als 2,5.
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Die Metalloxidschicht bietet eine Permeationsbarriere sowohl gegen Wasserdampf als auch gegen Sauerstoff. Die mittlere Dicke der Metalloxidschicht ist vorzugsweise 5 nm bis 200 nm, stärker bevorzugt 10 nm bis 100 nm oder 20 nm bis 100 nm. Die Schicht muss aus Stabilitätsgründen eine gewisse Mindestdicke aufweisen. Zu dicke Schichten sind jedoch spröder.
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Für leistungsfähige Barrierestrukturen ist eine Kombination von einer im Vakuum aufgedampften Barriereschicht mit einer Hybridpolymerschicht möglich. Die im Vakuum stattfindende Applikation der anorganischen bzw. metallischen Schicht erfolgt als physikalische Abscheidung aus der Gasphase (PVD) oder durch chemische Abscheidung aus der Gasphase (vacuum chemical vapour deposition, VCVD). Neben dem Vakuumverfahren zum Aufbringen von anorganischen bzw. metallischen Barriereschichten gibt es die Möglichkeit, Metalloxide wie SiOx flammenpyrolytisch auf Oberflächen aufzubringen. Das Verfahren der Flammenpyrolyse oder CCVD (combustion chemical vapor deposition) gehört zur Gruppe der chemischen Gasphasenabscheidung oder CVD (chemical vapor deposition) und ermöglicht die Abscheidung funktioneller dünner Schichten bei Atmosphärendruck, wobei beispielsweise bei Verwendung von SiOx als Metalloxid der Gehalt an Silanolgruppen an der Grenzfläche, den inneren Grenzflächen und Oberflächen und im Bulk der Metalloxidschicht höher ist.
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Die Metalloxidschicht kann die darunterliegende Schicht ganz oder teilweise bedecken. Die Dicke der Schicht ist nicht besonders eingeschränkt. Sie kann in Abhängigkeit des Auftragungsverfahrens, der Beschaffenheit der Oberfläche des Substrats und der Verwendung der Beschichtung variieren.
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Das Metalloxid wird beispielsweise durch die CCVD modifiziert, wobei unter anderem Hydroxygruppen entstehen, die sich unter anderem auf der Oberfläche der abgeschiedenen Metalloxidteilchen befinden. Diese können kovalente Bindungen mit den Hybridpolymeren der benachbarten Schichten eingehen, so dass beispielsweise im Fall der Verwendung von SiOx als das Metalloxid zusätzliche -Si-O-Si-Bindungen gebildet werden. Die entstehende Schicht aus modifiziertem Metalloxid wird in der vorliegenden Erfindung einfach als Metalloxidschicht bezeichnet. Die durch CCVD hergestellte Metalloxidschicht ist sehr reich an oberflächlichen OH-Gruppen, die als chemische Anker für Haftgruppen anderer Substanzen dienen. Damit ist eine einfache, großflächige und kontinuierliche Beschichtung des Vorstrichs auf dem Papiersubstrat möglich. Das flammenpyrolytische Verfahren ermöglicht die Kombination von zwei bzw. drei chemisch verwandten Schichten, nämlich Metalloxidschicht (insbesondere bei Verwendung von Siliziumoxid), Hybridpolymerschicht und Vorstrich auf Basis von hydrophilen Polymeren. Durch die kovalenten Bindungen an den Grenzflächen der Schichten ergeben sich Synergieeffekte für maximale Barriereleistung. Durch Synergieeffekte an der Grenzfläche der beiden Schichten erfolgt die Ausbildung von kovalenten Bindungen, (z.B. Si-O-Si), welche zur Kompensation der Defekte und/oder Porositäten in den anorganischen Schichten und stabile Verzahnung der Schichten führen. Durch ausgezeichnete Benetzungseigenschaften und die kovalenten Anbindungen können auch die bei der Applikation durch CCVD entstehenden mikroskopischen Löcher (Pinholes, Cracks) in den Metalloxidschichten verschlossen werden. Weiterhin kann über angepasste Prozesstechnik auch die Metalloxidbeschichtung von sehr temperaturempfindlichen Substraten ohne Eigenschaftsverluste realisiert werden. Dadurch können Substrate für Verpackungszwecke einfach und kostengünstig ohne Vakuumtechnik und Vermeidung von Batchprozessen hergestellt werden.
Beispiele
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Die angegebene Wasserdampfpermeabilität (WVTR) wird nach DIN 53 122-1 (23°C, 85% r. h., relative Feuchtigkeit) bestimmt.
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Die quantitative Charakterisierung der Papierbeschichtungen wurde folgendermaßen durchgeführt: Die Beschädigung der Barriere, die durch Spannungen an der Verpackungsmaschine, durch Falten, durch den Abrieb der Produktverpackung und das Durchstechen durch scharfe Kanten der Verpackung hervorgerufen werden, wurden in einem FlexCrack-Beständigkeitstest simuliert. Dazu wird das beschichtete Substrat in Maschinenlaufrichtung (MD) und in Querrichtung (CD) um 180° nach innen gefaltet. Der Falz wird durch einen 2 kg schweren Metallzylinder erzeugt. Die so behandelten Proben werden nach dem Falten als "gefaltet" bezeichnet.
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Es wurden folgende Lacke verwendet:
- Vorstrichlack (A): Eine wässrige Polymerdispersion eines EAA-Copolymers; Feststoffgehalt: 20%; pH-Wert: 8 bis 9.
- Vorstrichlack (B): Eine wässrige Polymerdispersion eines Propylen-Copolymers mit hohem Molekulargewicht; Feststoffgehalt: 55 %; pH-Wert: 10.
- Barrierelack (C): Ein Hybridpolymer auf Silanbasis mit thermisch härtbaren organischen Gruppen; Feststoffgehalt: zwischen 30 und 45 %; pH-Wert: zwischen 3 und 5; Viskosität: 10 bis 20 mPas.
- Als Substrat wurde glattes Papier verwendet.
- Beispiel 1: Der Lack (A) wurde im Umkehrtiefdruckverfahren auf ein Release Liner Papier aufgetragen und mit einem Heißlufttrockner bei 100° C ausgehärtet. Der Vorstrich wurde mittels PVD mit einer SiOx-Schicht beschichtet.
- Beispiel 2: Anstelle von Lack (A) wurde Lack (B) verwendet und mit Wasser auf einen Feststoffgehalt von 25 % verdünnt. Die Beschichtung erfolgte wie in Beispiel 1.
- Beispiel 3: Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei aber die SiOx-Schicht zwischen Lack (A) und Lack (C) aufgetragen wurde.
- Beispiel 4: Die Beschichtung erfolgte wie in Beispiel 3, wobei jedoch der Lack (A) in zwei Schichten in einer Gesamtdicke wie in Beispiel 1 aufgetragen wurde.
- Beispiel 5: Die Beschichtung erfolgte wie in Beispiel 3, wobei jedoch der Lack (C) zwischen der SiOx-Schicht und Lack (A) aufgetragen wurde.
- Tabelle 1 zeigt die Ergebnisse der Beispiele.
Tabelle 1 | | Schichtstruktur | WVTR [g/m2d] bei 23 °C/50 % Ungefaltet | WVTR [g/m2d] bei 23 °C/50 % Gefaltet |
| Vergleichsbeispiel | Lack A | 13 | |
| Beispiel 1 | Lack A/SiOx | 1,2 | 4,5 |
| Beispiel 2 | Lack B/SiOx | 4,5 | 6,6 |
| Beispiel 3 | Lack A/SiOx/Lack C | 0,2 | 0,6 |
| Beispiel 4 | 2x Lack A/SiOx/Lack C | 0,8 | 0,9 |
| Beispiel 5 | Lack A/Lack C/SiOx | 0,4 | 0,8 |
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In weiteren Beispielen wurde gezeigt, dass Verbunde aus (i) Papiersubstrat/Vorstrich/SiOx-Schicht/Hybridpolymerschicht eine sehr geringe WVTR unter 3 g/m2d aufwiesen und dass die WVTR durch das Falten um bis zu Faktor 2 erhöht wurde. Verbunde aus (ii) Papiersubstrat/Vorstrich/Hybridpolymerschicht/SiOx-Schicht zeigten eine ähnliche WVTR wie Verbunde (i), wobei die WVTR durch das Falten stärker als in Verbunden (i) erhöht wurde.
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Die doppelte Auftragung des Vorstrichlacks erhöhte die Beständigkeit der Wasserdampfbarrierewirkung gegen Falten in allen Verbunden deutlich.
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Alle Verbunde zeigten hervorragende Barrierewirkung gegen Wasserdampf in beide Richtungen, also sowohl von der Seite des Papiersubstrats zu der Seite der Barriereschicht als auch von der Seite der Barriereschicht zu der Seite des Papiersubstrats.