Beschreibung
Verfahren und Kontrollsystem zum energieoptimierten Betrieb eines Fahrzeugs
Die vorgestellte Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Kontrollsystem zum energieoptimierten Betrieb eines Fahrzeugs sowie ein Fahrzeug.
Zum Betrieb eines Fahrzeugs werden in der Regel Steuerungsinformationen, wie bspw. Routeninformationen oder Kontrollbefehle zum Kontrollieren von Systemen des Fahrzeugs bereitgestellt, die gemäß einer übergeordneten Handlungsstrategie gewählt werden. Eine solche Handlungsstrategie folgt in der Regel mindestens einem Ziel, wie bspw. eine Fahrtzeit und/oder einen Energieverbrauch zu minimieren.
Unter Vorgabe jeweiliger Ziele und deren Gewichtung kann eine Handlungsstrategie automatisch bestimmt und zum Ermitteln von Handlungsanweisungen verwendet werden. Derartige Handlungsanweisungen können einem Fahrer über eine Ausgabeeinheit ausgegeben werden, um diesen beim Steuern eins Fahrzeugs zu unterstützen. Zusätzlich oder alternativ können Handlungsanweisungen in Kontrollbefehle zum Kontrollieren von Systemen des Fahrzeugs, wie bspw. einer Geschwindigkeitsregelanlage, umgewandelt werden.
Aufgrund von Schwankungen im Verkehrsaufkommen durch bspw. besonders langsam fahrende Fahrzeuge oder schaltende Verkehrsregelanlagen kann es zu Situationen kommen, in denen eine Handlungsstrategie ineffizient wird und ein Fahrzeug suboptimal betrieben wird. Bspw. ist ein Auffahren auf ein Stauende unter Verwendung von Antriebsenergie weder zeitlich noch energetisch sinnvoll, würde jedoch von einem lediglich sensorgestützten Abstandsregelsystem in der Regel durchgeführt werden.
Ferner ergeben sich bei einer Vorgabe unterschiedlicher Ziele, wie bspw. Fahrtzeitminimierung und Kraftstoffoptimierung, Zielkonflikte, die zu einem für jeweilig einzelne Ziele suboptimalen Kompromiss führen können.
Die DE 11 2012 001 799 B4 beschreibt ein System zum Vorgeben einer Geschwindigkeit, die erforderlich ist, um eine Kreuzung in einer Grünphase einer Ampel zu überqueren, bei dem ein Zustand der Ampel ausgewertet und beim Ermitteln der Geschwindigkeit berücksichtigt wird.
Die DE 102017 218222 A1 beschreibt ein System zum Bestimmen eines Haltepunks für ein Fahrzeug an einer Infrastruktureinrichtung, wie bspw. einer Ampel und die Berücksichtigung von Informationen zu einem individuellen Fahrverhalten, Umfelddaten und Daten der Infrastruktureinrichtung beim Bestimmen des Haltepunkts.
Die DE 102009 021 476 A1 beschreibt ein System zur automatischen Längsführung eines Fahrzeugs, bei dem Abstände zu einer Vielzahl vorausfahrender Fahrzeuge ermittelt und beim Führen des Fahrzeugs berücksichtigt werden.
Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorgestellten Erfindung, einen energieoptimierten Betrieb eines Fahrzeugs zu ermöglichen. Insbesondere ist es eine Aufgabe der vorgestellten Erfindung, einen fahrtzeitoptimierten und energieoptimierten Betrieb eines Fahrzeugs zu ermöglichen.
Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit dem Verfahren, dem Kontra II system und dem Fahrzeug beschrieben sind, selbstverständlich auch jeweils umgekehrt, sodass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen wird beziehungsweise Bezug genommen werden kann.
In einem ersten Aspekt betrifft die vorgestellte Erfindung ein Verfahren zum energieoptimierten Betrieb eines Fahrzeugs. Das Verfahren umfasst einen Ermittlungsschritt zum Ermitteln einer Hauptsteuerungsstrategie mit Haupthandlungsanweisungen zum Steuern des Fahrzeugs anhand von Routeninformationen einer vorgegebenen Route und einen Umschaltschritt zum Umschalten von der Hauptsteuerungsstrategie auf eine Nebensteuerungsstrategie für den Fall, dass von dem Fahrzeug Verkehrsinformationen von mindestens einer Verkehrsinformationsquelle empfangen werden, und ein Vergleich der Verkehrsinformationen mit den Routeninformationen durchgeführt wird, und der Vergleich ergibt, dass eine Steuerung des Fahrzeugs gemäß der Hauptsteuerungsstrategie gestört bzw. verhindert ist, wobei die Nebensteuerungsstrategie Nebenhandlungsanweisungen zum Steuern des Fahrzeugs mit einem optimalen Energieverbrauch umfasst, die unter Einbeziehung der Verkehrsinformationen ermittelt werden.
Unter einer Verkehrsinformationsquelle ist im Kontext der vorgestellten Erfindung eine Informationsquelle zu verstehen, die Informationen über eine aktuelle Verkehrslage bereitstellt, insbesondere selbst an einer Verkehrssituation teilnimmt bzw. einen aktuellen Verkehr regelt.
Eine Verkehrsinformationsquelle kann bspw. ein Fahrzeug sein, das über eine sogenannte „Car-to-X“ Schnittstelle Informationen über seine aktuelle Verkehrssituation, wie bspw. seine aktuelle Geschwindigkeit und/oder einen aktuellen Abstand zwischen dem Fahrzeug und weiteren Fahrzeugen und/oder einen aktuellen Abstand zwischen dem Fahrzeug und mindestens einem Verkehrsinfrastrukturelement, insbesondere einer Ampel, bereitstellt. Anhand von durch eine Verkehrsinformationsquelle bereitgestellten Informationen in Relation zu entsprechenden Informationen des Fahrzeugs, wie bspw. seiner aktuellen Geschwindigkeit und/oder seiner aktuellen Position, kann das Fahrzeug den aktuellen Abstand zu einer jeweiligen Verkehrsinformationsquelle berechnen. Insbesondere kann eine Verkehrsinformationsquelle eine Ampel sein, die einen Taktungsplan, also Zeitinformationen über eine aktuelle und in der Zukunft geplante Ampelphasen, bereitstellt.
Es kann vorgesehen sein, dass Verkehrsinformationen, die von einer Verkehrsinformationsquelle bereitgestellt werden, von der Verkehrsinformationsquelle auf einen Server übertragen werden und von dem Server, der selbst als Verkehrsinformationsquelle wirken kann, an ein weiteres System, wie bspw. das erfindungsgemäße Fahrzeug, übertragen werden.
Unter Verkehrsinformationen sind im Kontext der vorgestellten Erfindung Informationen über eine aktuelle und/oder eine in der Zukunft zu erwartende Verkehrslage zu verstehen. Insbesondere können Verkehrsinformationen Daten zu Fahrzeugen und/oder Infrastrukturelementen bzw. deren Zustand auf einer geplanten Route umfassen.
Unter einer Störung einer Hauptsteuerungsstrategie bzw. einer gestörten Hauptsteuerungsstrategie ist im Kontext der vorgestellten Erfindung ein Zustand zu verstehen, bei dem eine gemäß einer Hauptsteuerungsstrategie geplante Haupthandlungsanweisung nicht durchgeführt werden kann, sodass die Hauptsteuerungsstrategie angepasst werden muss.
Das vorgestellte Verfahren basiert auf einem Umschaltvorgang von einer Hauptsteuerungsstrategie, die bspw. für eine minimale Fahrtdauer optimiert ist, auf eine Nebensteuerungsstrategie, die für einen optimalen bzw. minimalen Energieverbrauch optimiert ist. Dabei erfolgt der Umschaltvorgang dann, wenn ein Vergleich von empfangenen Verkehrsinformationen mit vorgegebenen Routeninformationen durchgeführt wird und dieser Vergleich ergibt, dass ein Steuern eines Fahrzeugs gemäß der Hauptsteuerungsstrategie gestört ist. Dies bedeutet, dass dann, wenn eine Hauptsteuerungsstrategie angepasst werden muss bzw. Haupthandlungsanweisungen der Hauptsteuerungsstrategie aufgrund der empfangenen Verkehrsinformationen nicht so wie gemäß der Hauptsteuerungsstrategie vorgesehen umgesetzt werden können, auf eine Nebensteuerungsstrategie umgeschaltet wird,
die Nebenhandlungsanweisungen umfasst, die auf einen Betrieb des Fahrzeugs mit einem optimierten Energieverbrauch, insbesondere einem minimalen Energieverbrauch ausgerichtet ist.
Erfindungsgemäß wird die Nebensteuerungsstrategie unter Einbeziehung von Verkehrsinformationen ermittelt, die von einer Verkehrsinformationsquelle bereitgestellt werden bzw. wurden. Entsprechend wird die Nebensteuerungsstrategie dynamisch bzw. situationsabhängig ermittelt. Dies bedeutet, dass die Nebensteuerungsstrategie eine aktuelle und/oder eine zu erwartende Verkehrslage beim Ermitteln jeweiliger Nebenhandlungsanweisungen berücksichtigt und bspw. vorsieht, ein jeweiliges Fahrzeug beim Auffahren auf ein Stauende unter Verwendung einer in dem Fahrzeug gespeicherten kinetischen Energie ausrollen zu lassen, anstatt, wie bspw. gemäß einer Hauptsteuerungsstrategie vorgesehen, das Fahrzeug unter Verbrauch von Antriebsenergie sich dem Stauende nähern zu lassen und anschließend, bei Unterschreiten eines Mindestabstands zu dem Stauende, aktiv abzubremsen.
Insbesondere ist der erfindungsgemäß vorgesehene Umschaltvorgang in Situationen vorgesehen, in denen durch eine Hauptsteuerungsstrategie kein zeitlicher Mehrwert entsteht und durch eine Nebensteuerungsstrategie ein energetischer Mehrwert entsteht, also ein Einsparen von Energie erfolgt. Insbesondere kann die Nebensteuerungsstrategie ein Ausrollen, wie bspw. ein Schalten eines Getriebes in einen Leerlauf bzw. einen sogenannten „Motorschleppbetrieb“ umfassen.
Insbesondere kann für den erfindungsgemäß vorgesehenen Umschaltvorgang bei einem Empfang aktualisierter Verkehrsinformationen überprüft werden, ob eine Anpassung von Haupthandlungsanweisungen in Reaktion auf die aktualisierten Verkehrsinformationen erforderlich ist, und, wenn eine Anpassung von Haupthandlungsanweisungen erforderlich ist, ein Betrieb des Fahrzeugs gemäß einer Nebensteuerungsstrategie mit einem optimalen bzw. minimalen Energieverbrauch erfolgen kann, ohne dass es zu einem zusätzlichen Zeitaufwand auf einer Gesamtroute kommt. Für den Fall, dass ein Betrieb des Fahrzeugs gemäß einer Nebensteuerungsstrategie mit einem optimalen bzw. minimalen Energieverbrauch erfolgen kann, ohne dass es zu einem zusätzlichen Zeitaufwand auf einer Gesamtroute kommt, kann ein Umschalten auf die Nebensteuerungsstrategie vorgesehen sein.
Es kann vorgesehen sein, dass die Nebensteuerungsstrategie Nebenhandlungsanweisungen umfasst, die bewirken, dass ein Antrieb des Fahrzeugs so lange wie möglich deaktiviert wird, und die Hauptstrategie Haupthandlungsanweisungen umfasst, die bewirken, dass eine Fahrtzeit für die Route minimiert wird.
Mittels Handlungsanweisungen, die bewirken, dass ein Antrieb des Fahrzeugs so lange wie möglich deaktiviert wird, kann ein minimaler Energieverbrauch des Fahrzeugs erreicht werden, indem bspw. das Fahrzeug mittels einer in dem Fahrzeug gespeicherten kinetischen Energie ausrollt. Insbesondere für den Fall, dass Verkehrsinformationen bereitgestellt werden, die umfassen, dass eine vorausliegende Ampel auf eine Rotphase schaltet bzw. die Ampel gemäß der Hauptsteuerungsstrategie nicht mehr regelkonform passiert werden kann, ermöglicht ein Deaktivieren eines Antriebs ein energieeffizientes Ausrollen bis zu einem Haltepunkt vor der Ampel. Bspw. kann die Deaktivierung des Antriebs ein Abschalten eines Elektroantriebs und/oder ein Schalten einer Brennkraftmaschine in einen Standgasbetrieb umfassen.
Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass gemäß der Hauptsteuerungsstrategie die Haupthandlungsanweisungen derart gewählt werden, dass das Fahrzeug einen ausgewählten Routenabschnitt in einem durch Verkehrsinformationen eines Verkehrsleitsystems bedingten Zeitraum befährt, und in Reaktion auf von mindestens einer Verkehrsinformationsquelle übermittelte Verkehrsinformationen, von der Hauptsteuerungsstrategie auf die Nebensteuerungsstrategie umgeschaltet wird, wenn der ausgewählte Routenabschnitt aufgrund der durch die mindestens eine Verkehrsinformationsquelle übermittelten Verkehrsinformationen nicht in dem durch die Verkehrsinformationen des Verkehrsleitsystems bedingten Zeitraum befahren werden kann.
Insbesondere beim Befahren einer Route vor einem schaltbaren Verkehrsleitsystem, wie bspw. einer Ampel, kann es zu Situationen kommen, in denen Haupthandlungsanweisungen nicht umgesetzt werden können, da das Verkehrsleitsystem seinen Zustand ändert und/oder weitere Fahrzeuge, wie bspw. ausrollende Fahrzeuge, einen Betrieb gemäß der Haupthandlungsanweisungen verhindern. Um in einer derartigen Situation einen energetisch optimalen Betrieb zu ermöglichen, eignet sich ein Umschalten auf die Nebensteuerungsstrategie für den Fall, dass die Route vor dem Verkehrsleitsystem nicht in einem durch Verkehrsinformationen des Verkehrsleitsystems bedingten Zeitraum, wie bspw. in einer Grünphase und/oder einer Gelbphase, befahren werden kann.
Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass die Nebensteuerungsstrategie Nebenhandlungsanweisungen umfasst, die bewirken, dass das Fahrzeug während die Nebensteuerungsstrategie aktiviert ist, bei einem minimalen Energieverbrauch so lange wie möglich mit einer Geschwindigkeit fährt, die größer ist als eine vorgegebene Mindestgeschwindigkeit.
llm insbesondere beim Ausrollen eines Fahrzeugs eine Verkehrssicherheit auf einer jeweiligen Route nicht zu gefährden, kann eine Mindestgeschwindigkeit vorgesehen sein, die bspw. beim Deaktivieren eines Antriebs des Fahrzeugs nicht unterschritten werden darf. Entsprechend kann ein Zeitpunkt zum Deaktivieren des Antriebs derart gewählt werden, dass eine in dem Fahrzeug gespeicherte kinetische Energie für eine Bewegung des Fahrzeugs mit einer Geschwindigkeit größer der Mindestgeschwindigkeit bis zu einem Haltepunkt reicht, oder der Antrieb zumindest zeitweise in einen energetisch effizienten Betrieb zum Bereitstellen von Antriebsenergie geschaltet wird, um ein Unterschreiten der Mindestgeschwindigkeit zu vermeiden.
Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass die Nebensteuerungsstrategie Nebenhandlungsanweisungen umfasst, die bewirken, dass das Fahrzeug während die Nebensteuerungsstrategie aktiviert ist bei einer maximalen Energierückgewinnung so lange wie möglich mit einer Geschwindigkeit fährt, die größer ist als eine vorgegebene Mindestgeschwindigkeit.
Für den Fall, dass ein jeweiliges Fahrzeug eine Elektromaschine umfasst, kann diese für einen energetisch optimierten Betrieb als Nebensteuerungsstrategie in einen Rekuperationsbetrieb, d. h. einen Betrieb mit Energierückgewinnung, geschaltet werden, bei dem in dem Fahrzeug gespeicherte kinetische Energie in elektrische Energie umgewandelt und in einer Batterie gespeichert wird. Dabei kann ein Zeitpunkt, zu dem der Rekuperationsbetrieb aktiviert wird, derart gewählt werden, dass eine in dem Fahrzeug gespeicherte kinetische Energie für eine Bewegung des Fahrzeugs mit einer Geschwindigkeit größer der Mindestgeschwindigkeit bis zu einem Haltepunkt reicht, oder der Rekuperationsbetrieb zumindest zeitweise deaktiviert wird, um ein Unterschreiten der Mindestgeschwindigkeit zu vermeiden.
Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass die Nebensteuerungsstrategie Nebenhandlungsanweisungen umfasst, die bewirken, dass das Fahrzeug mit einem minimalen Energieverbrauch zu einem nächstkommenden Verkehrsteilnehmer aufschließt.
Für den Fall, dass ein Verkehrsteilnehmer aufgrund bspw. einer niedrigen Geschwindigkeit, einen Umschaltvorgang zu der erfindungsgemäß vorgesehenen Nebensteuerungsstrategie bedingt, kann ein Aufschließen zu dem Verkehrsteilnehmer mit minimalem Energieverbrauch erfolgen, in dem ein jeweiliges Fahrzeug bspw. in einen Rollbetrieb geschaltet wird, bis das Fahrzeug einen vorgegebenen Abstand zu dem Verkehrsteilnehmer erreicht.
Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass die Haupthandlungsanweisungen oder die Nebenhandlungsanweisungen einem Fahrer auf einer Ausgabeeinheit ausgegeben oder von einem Steuerungssystem in dem Fahrzeug eingestellt werden.
Mittels einer Ausgabeeinheit, wie bspw. einem Display und/oder einem Lautsprecher, kann ein Fahrer durch Ausgabe jeweiliger Haupthandlungsanweisungen oder Nebenhandlungsanweisungen unterstützt werden, sodass der Fahrer ein entsprechendes Fahrzeug energieoptimiert steuern kann.
Durch ein Steuerungssystem können jeweilige Haupthandlungsanweisungen oder Nebenhandlungsanweisungen direkt als Kontrollbefehle zur Kontrolle, also zum Regeln bzw. Steuern eines jeweiligen Fahrzeugs verwendet werden.
Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass die Nebensteuerungsstrategie deaktiviert und die Hauptsteuerungsstrategie reaktiviert wird, wenn ein Steuern des Fahrzeugs gemäß der Hauptsteuerungsstrategie oder einer alternativen Hauptsteuerungsstrategie möglich ist.
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die erfindungsgemäß vorgesehene Nebensteuerungsstrategie deaktiviert wird, wenn eine Hauptsteuerungsstrategie vorliegt, die einen zeitlichen Vorteil, also eine Zeitersparnis auf einer Gesamtroute ermöglicht. Dabei kann ein Schwellenwert für eine Zeitersparnis vorgesehen sein, die zu einer Deaktivierung der Nebensteuerungsstrategie führt.
In einem zweiten Aspekt betrifft die vorgestellte Erfindung, ein Kontra II system für ein Fahrzeug. Das Steuerungssystem umfasst eine Kommunikationsschnittstelle zur Kommunikation mit mindestens einer Verkehrsinformationsquelle und eine Kontrolleinheit, die dazu konfiguriert ist, eine mögliche Ausgestaltung des vorgestellten Verfahrens durchzuführen.
Die Kontrolleinheit des vorgestellten Steuerungssystems kann einen Prozessor, einen ASIC oder jede weitere programmierbare Recheneinheit umfassen, um jeweilige Schritte des vorgestellten Verfahrens auszuführen.
Das Kontrollsystem kann eine Ausgabeeinheit, wie bspw. eine Anzeige und/oder einen Lautsprecher umfassen, die dazu konfiguriert ist, jeweilige Haupthandlungsanweisungen oder jeweilige Nebenhandlungsanweisungen auszugeben.
Die Kontrolleinheit kann dazu konfiguriert sein, mit Systemen eines jeweiligen Fahrzeugs, wie bspw. einem Lenkaktuator und/oder einer Antriebssteuerung zu kommunizieren, um das
Fahrzeug gemäß jeweiliger Haupthandlungsanweisungen oder jeweiliger Nebenhandlungsanweisungen einzustellen.
In einem dritten Aspekt betrifft die vorgestellte Erfindung ein Fahrzeug mit einer möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Steuerungssystems.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung oder den Figuren hervorgehenden Merkmale, einschließlich konstruktiver Einzelheiten und räumlichen Anordnungen, können sowohl für sich als auch in den verschiedenen Kombinationen verwendet sein. Es zeigen schematisch:
Figur 1 eine mögliche Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Figur 2 eine mögliche Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Kontrollsystems,
Figur 3 eine mögliche Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Fahrzeugs, und
Figur 4a, 4b beispielhaft einen Ablauf des Verfahrens.
In Figur 1 ist ein Verfahren 100 dargestellt. Das Verfahren 100 dient zum energieoptimierten Betrieb eines Fahrzeugs und umfasst einen Ermittlungsschritt 101 zum Ermitteln einer Hauptsteuerungsstrategie mit Haupthandlungsanweisungen zum Steuern des Fahrzeugs anhand von Routeninformationen einer vorgegebenen Route und einen Umschaltschritt 103 zum Umschalten von der Hauptsteuerungsstrategie auf eine Nebensteuerungsstrategie für den Fall, dass von dem Fahrzeug Verkehrsinformationen von mindestens einer Verkehrsinformationsquelle empfangen werden, und ein Vergleich der Verkehrsinformationen mit den Routeninformationen durchgeführt wird, und der Vergleich ergibt, dass eine Steuerung des Fahrzeugs gemäß der Hauptsteuerungsstrategie gestört bzw. verhindert ist, wobei die Nebensteuerungsstrategie Nebenhandlungsanweisungen zum Steuern des Fahrzeugs mit einem optimalen Energieverbrauch umfasst, die unter Einbeziehung der Verkehrsinformationen ermittelt werden.
In Figur 2 ist ein Kontrollsystem 200 dargestellt. Das Kontrollsystem 200 umfasst eine Kommunikationsschnittstelle 201 zur Kommunikation mit mindestens einer Verkehrsinformationsquelle 203, wie bspw. einer Ampel oder einem Server eines Verkehrsleitsystems, und eine Kontrolleinheit 205, die dazu konfiguriert ist, eine mögliche Ausgestaltung des vorgestellten Verfahrens, wie bspw. das Verfahren 100 durchzuführen und
Haupthandlungsanweisungen oder Nebenhandlungsanweisungen über eine optionale Ausgabeeinheit 207 auszugeben oder an einem Steuerungssystem einzustellen.
In Figur 3 ist ein Fahrzeug 300 dargestellt. Das Fahrzeug 300 umfasst das Kontrollsystem 200. Das Kontrollsystem ist mit Subsystemen 301 des Fahrzeugs, wie bspw. einem Lenkaktuator oder einem Geschwindigkeitskontrollsystem verbunden, um dieses zu regeln bzw. zu steuern.
In den Figuren 4a und 4b ist ein Ablauf des Verfahrens 100 beispielhaft dargestellt. Zu einem ersten Zeitpunkt t1 ist ein Fahrzeug 300 in einen Standardbetrieb mit einer Hauptsteuerungsstrategie geschaltet. Gemäß der Hauptsteuerungsstrategie fährt das Fahrzeug 300 mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit von bspw. 50 km/h auf einer vorgegebenen Route entlang einer Straße, um einen Verkehrsteilnehmer in Form eines Verkehrsleitsystems, insbesondere einer Ampel 401 in einem vorgegebenen Schaltzustand, nämlich einer Grünphase, zu passieren.
Zu einem zweiten Zeitpunkt t2 biegt ein langsam fahrender Verkehrsteilnehmer in Form eines Lastkraftwagen 403, der sich bspw. mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h bewegt, auf die Straße ein.
Über eine Kommunikationsschnittstelle 405 übermittelt der Lastkraftwagen der Kommunikationsschnittstelle 201 des Fahrzeugs 300 Verkehrsinformationen über seine Geschwindigkeit und seine geplante Route.
Ferner übermittelt dem Fahrzeug 300 die Ampel 401 über eine Kommunikationsschnittstelle 407 dem Fahrzeug Verkehrsinformationen über eine Dauer, in der der vorgegebene Schaltzustand aktiv bleibt. Entsprechend erweitern die Ampel 401 und der Lastkraftwagen 403 einen Datenhorizont des Fahrzeugs 300, also einen Bereich, in dem Verkehrsinformationen verfügbar sind, über eine Reichweite von Sensoren des Fahrzeugs 300 hinaus. Alternativ oder zusätzlich kann der Lastkraftwagen 403 mittels der Kommunikationsschnittstelle 405 als Kommunikationsknoten wirken und dem Fahrzeug 300 Verkehrsinformationen von der Ampel 401 weiterleiten.
Die Kontrolleinheit 205 des Fahrzeugs 300 ist dazu konfiguriert, die von dem Lastkraftwagen 403 und der Ampel 401 übermittelten Verkehrsinformationen mit von einem Routenplanungssystem des Fahrzeugs 300 vorgegebenen Routeninformationen abzugleichen. Bei dem Abgleich ergibt sich vorliegend, dass aufgrund der Geschwindigkeit des Lastkraftwagens 403 ein Passieren der Ampel 401 in dem vorgegebenen Schaltzustand verhindert wird. Entsprechend wird durch die Verkehrsinformationen eine Steuerung des
Fahrzeugs 300 gemäß der Hauptsteuerungsstrategie verhindert, sodass eine alternative Steuerungsstrategie erforderlich wird.
Da durch den Lastkraftwagen 403 ein nicht zu verhindernder Zeitverlust beim Fahren mit der Geschwindigkeit des Lastkraftwagens 403 und beim Warten vor der Ampel 401 eintritt, ist es für eine Fahrtzeit, die zum Befahren der durch das Routenplanungssystem des Fahrzeugs 300 vorgegebenen Route nötig ist, unerheblich, ob das Fahrzeug 300 mit einer gemäß der Hauptstrategie vorgesehenen Geschwindigkeit oder langsamer an der Ampel 401 bzw. einem entsprechenden Haltepunkt ankommt.
Aufgrund der durch den Lastkraftwagen 403 verhinderten Hauptsteuerungsstrategie schaltet die Kontrolleinheit 205 auf eine Nebensteuerungsstrategie um, gemäß der das Fahrzeug 300 energieoptimiert betrieben wird. Entsprechend schaltet das Fahrzeug 300 in einen Rollbetrieb bzw. einen Motorschleppbetrieb, in dem keine Antriebsenergie zum Antreiben des Fahrzeugs 300 verbraucht wird und das Fahrzeug 300 lediglich durch in dem Fahrzeug 300 bereits gespeicherte kinetische Energie auf den Lastkraftwagen 403 aufschließt und bis zu einem Haltepunkt vor der Ampel 401 rollt.
Nachdem die Ampel 401 zu einem dritten Zeitpunkt t3 erneut in eine Grünphase schaltet, ist ein Standardbetrieb gemäß der Hauptsteuerungsstrategie wieder möglich und die Kontrolleinheit 205 schaltet von der Nebensteuerungsstrategie auf die Hauptsteuerungsstrategie um.
Bezugszeichenliste Verfahren Ermittlungsschritt Umschaltschritt Kontrollsystem Kommunikationsschnittstelle Verkehrsinformationsquelle Kontrolleinheit Ausgabeeinheit Fahrzeug Subsystem Ampel Lastkraftwagen Kommunikationsschnittstelle Kommunikationsschnittstelle