Einzelpunktschweiß orrichtung
Die Erfindung betri f ft eine Einzelpunktschweißvorrichtung mit einem Schweißstößel , wobei der Schweißstößel eine Schweißelektrode aufweist und wobei der Schweißstößel taktweise aus einer Ausgangsposition zu einem Schweißgut bewegbar ist . Die Erfindung betri f ft ebenso ein Verfahren zum Durchführen einer Schweißung sowie ein Drahtgitter .
Einzelpunktschweißvorrichtungen sind u . a . in Drahtgitterschweißautomaten in Verwendung, in denen eine Viel zahl parallel wirkender Vorrichtungen taktweise automatisch zugeführte Querdrähte und Längsdrähte verschweißen . Im Stand der Technik erfolgt die Kraftaufbringung auf den Schweißpunkt mittels einer Schweißelektrode zur Durchführung eines Widerstand- Schweißprozesses entweder mechanisch ( z . B . durch Schraubenfedern) , pneumatisch oder hydraulisch . Diese Verfahren sind hinsichtlich der gewünschten Kraftgröße schwierig einzustellen und verursachen bei hydraulischen Anwendungen Ölverschmutzungen der Schweißanlagen . Es wird daher angestrebt , eine elektrische Kraftaufbringung zu entwickeln, welche diese Nachteile verhindert und die für die notwendige Pressung (Kraft pro Fläche ) erforderlichen Einstellwerte exakt reproduzierbar liefert . So werden bisher aber Schweißpunkte von Betonbewehrungselementen oder auch Einzelschweißpunkte ausschließlich an Anlagen mit den beschriebenen nachteiligen Druckaufbringungen erzeugt .
Da es sich bei automatisierten Schweißanlagen um mit sehr hoher Schweißtakt zahl produzierende Maschinen handelt , werden bei bisherigen Kraftaufbringungssystemen die Kraftaufbringungselemente zeitgesteuert in Bewegung gesetzt . Hier spricht
man von gesteuerten Systemen, bei welchen die Lage des Kraftelementes und in Folge auch der genaue Aufsetzpunkt des zu verschweißenden Gutes aber nicht genau bekannt ist .
Die Hochleistungsschweißmaschinen bestehen aus mehreren Kraftaufbringungselementen, deren Gleichlauf mit pneumatischen und hydraulischen Komponenten sehr schwer zu erreichen ist . In der Praxis muss auf das langsamste Element gewartet werden, was zu einer Einschränkung der Maschinengeschwindigkeit führt .
Die DE 102014004102 Al die CN 105127574 A beschreiben elektrisch angetriebene Schweiß zangen und Schweißelektroden im Karosseriebau . Hierbei werden dünne Bleche in kurzen Schweißzeiten für j eden Punkt mit bekannten Auf set zpunkten geschweißt . Die Steuerungen dieser Lehren gehen von einem optimierbaren Schweißkraftsystem aus , in welchem Messwerte aus Dehnmessstrei fen oder Piezoelementen verwendet werden . Für Schweißungen von Drähten variierender Durchmesser, Qualität und gerippten Oberflächen sind diese Systeme nicht übertragbar .
Die Erfindung soll die Nachteile des Standes der Technik überwinden und eine hohe Zahl gleichzeitig zu erzeugender Schweißpunkte in einer kurzen Taktung erzielen . Die Qualität der Schweißpunkte einer Gittermatte soll angehoben und angeglichen werden . Das Ergebnis soll kostengünstig zu erreichen und wartungs freundlich sein .
Die erfindungsgemäße Einzelpunktschweißvorrichtung erreicht dies dadurch, dass ein elektrischer Antrieb vorgesehen ist , durch welchen der Schweißstößel zum Schweißpunkt bewegbar und durch welchen die Kraft auf den Schweißpunkt aufbringbar ist .
In einer weiteren Aus führungs form ist der elektrische Antrieb ein Linearmotor .
In einer Alternative ist der elektrische Antrieb ein Servomotor, der mit dem Schweißstößel mittels Spindel oder einer Zahnstange verbunden ist , um die Bewegung des Schweißstößels aus zuführen .
In einer weiteren Alternative weist die Einzelpunktschweißvor- richtung ein Mittel zur Positionsrückführung auf , um den Schweißstößel taktweise in eine Ausgangs- und Zielposition zu bringen .
Zudem kann alternativ der elektrische Antrieb ein Servomotor sein, der mit dem Schweißstößel mittels Nocke verbunden ist , wobei der Schweißstößel als Federstößel ausgebildet ist .
In einer weiteren Aus führungs form ist zwischen elektrischem Antrieb und stromführendem Teil der Einzelpunktschweißvorrich- tung ein mechanisches Dämpfungselement vorgesehen . Das Dämpfungselement kann eine Feder sein .
Weiters kann in einer Alternative das Verhältnis von Fremdmasse zu Motormasse kleiner 1 sein .
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Durchführen einer Schweißung umfasst die Schritte :
Heranfahren eines Schweißstößels einer Einzelpunktschweiß- vorrichtung aus einer Ausgangsposition heraus durch einen elektrischen Antrieb zu einem Schweißgut ,
Pressen des Schweißstößels vor und/oder während der Schweißung auf das Schweißgut mithil fe eines elektrischen Antriebs und
Zurückfahren des Schweißstößels in die Ausgangsposition .
In einer Aus führungs form des Verfahrens erfolgt der Schritt : Erhöhung der Schweißkraft während der Schweißung durch Kraftaufbringung des Schweißstößels mithil fe des elektrischen Antriebs .
Alternativ erfolgt der Schritt des Heranfahrens des Schweißstößels in den Teilschritten :
Heranfahren des Schweißstößels in Richtung Schweißpunkt mit einer maximalen Geschwindigkeit , Anfahren einer Endlage des Schweißstößels mit reduzierter Geschwindigkeit und
Beenden des Anfahrens der Endlage vor Erreichen der Endlage .
In einer weiteren Aus führungs form ist eine elektrische Steuerung vorgesehen, die den elektrischen Antrieb steuert und die Positionen des Schweißstößels überwacht .
Alternativ sind zusätzlich die beiden Schritte vorgesehen : Vergleich der Soll- und I st-Werte der Position des Schweißstößels und Berechnen eines Verschleißes aus den Soll- und I st-Werten .
Ebenfalls kann in einer Aus führungs form der Schritt enthalten sein : Berechnen eines Verschleißes mindestens eines der Schweißstößel aus dem Auslesen der Drehmomentkennlinie , oder der Schweißkraf tkennlinie .
In einer weiteren Aus führungs form wird die Qualität von Schweißknoten aus den Bewegungsdaten der Schweißstößel im Vergleich zu vorberechneten Werten berechnet .
Um die Nachteile des Standes der Technik erfindungsgemäß zu beseitigen und die aufgrund der Marktanforderungen in Bezug auf Energieef fi zienz und Qualitätssicherung geforderten Weiterentwicklungen abdecken zu können, bringt der Einsatz einer elektrischen Schweißkraftaufbringung überraschende Vorteile und löst die vorhandenen Probleme .
Die interne Entwicklung der zu verwendenden elektrischen Komponenten ist schon so weit fortgeschritten, dass die erforderliche Dynamik und auch die zu erwarteten Kosten einen Einsatz recht fertigen können .
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Aus führungsbeispiels näher erläutert . Es zeigen : Fig . 1 eine perspektivische Ansicht einer Gruppe von sechs Einzelpunktschweißvorrichtungen, Fig . 2 eine Seitenansicht der Einzelpunktschweißvorrichtung aus Fig . 1 , Fig . 3 eine perspektivische Ansicht einer Einzelpunktschweißvorrichtung und Fig . 4 eine Seitenansicht der Einzelpunktschweißvorrichtung aus Fig . 3 .
Gemäß Fig . 1 und Fig . 2 heben und senken sich obere Schweißelektroden 3 j eder Einzelpunktschweißvorrichtung 1 taktweise auf die Kreuzpunkte eingebrachter Längsdrähte LD und Querdrähte QD als Schweißgut , um die j eweiligen Schweißungen zu bewirken . Die Schweißelektroden 3 sind über Schweißstößel 2 und ein Dämpfungselement 10 mit einem Antrieb 8 , wie etwa einem Servomotor 5 , verbunden . In der praktischen Anwendung können zwi-
sehen 20 und 100 Einzelpunktschweißvorrichtungen 1 nebeneinander zum Einsatz kommen.
Der Antrieb 8 wird über einen Frequenzumrichter 11 betrieben und überträgt mittels Zahnstange 7 die Drehbewegung des Motors in eine lineare Bewegung. Eine elektronische Steuerung betreibt den Antrieb 8 und überwacht die Position des Schweißstößels 2. Die unteren Schweißelektroden 3 können unbeweglich bleiben .
Die Schweißelektroden 3 werden wie üblich über einen Abwärtstransformator 12 betrieben. Zwischen Schweißelektroden 3 und dem Antrieb 8 ist eine elektrische Isolierung geschaltet.
Gemäß Fig. 3 und 4 kann der Antrieb 8 als Servomotor 5 ausgebildet sein, der den Schweißstößel 2 über eine Spindel 6 bewegt .
Die erfindungsgemäße elektrische Kraftaufbringung kann z.B. in den folgenden drei Alternativen durchgeführt werden: direkt über einen Linearmotor (nicht gezeigt) mit Posi- tionsrückführung, über einen Servomotor mit Lineareinheit 5 (z.B. Spindel 6, Fig. 3 und 4, oder Zahnstange 7, Fig. 1 und 2) und Posi- tionsrückführung, mittels Standardmotor (z.B. Standardservomotor) mit Kraftübertragung (z.B. Nocke) auf einen Federstößel (nicht gezeigt) .
Einsatzkriterien und Vorteile der Einzelpunktschweißvorrich- tung 1 :
Es können glatte , verzinkte und gerippte Drähte mit verschiedenen Durchmessern, insbesondere auch in Kombinationen, in denen der Aufsetzpunkt der Schweißelektroden und der Endpunkt einer Schweißung nicht bekannt sind, verschweißt werden;
Dynamik : Es können Standardzyklus zeiten für einen Stößel- hub von ca . 40 Millisekunden erreicht werden;
Auf tref f Impuls : dämpfende Elemente zwischen Antrieb 8 und stromführendem Teil sind vorgesehen oder eine extreme Reduzierung der Geschwindigkeit und bewegter Masse ; es kann eine hohe Schutzklasse ( gegen Metallstaub und Wasser ) der elektrischen Komponenten erreicht werden; es ist eine rasche Schweißkrafterhöhung im Schweißprozess notwendig und erreichbar, und zwar durch Vergrößerung der Schweiß linse ; es ist eine Lebensdauer von mindestens 100 Mio . Schweißhüben ohne Wartung erreichbar .
Es ist also das elektrische Schweißkraftaufbringungselement für den Einsatz zum Verschweißen von Bewehrungselementen (vorzugsweise Bewehrungsmatten aus Längsdrähten LD und Querdrähten QD) , bestehend aus einem Frequenzumrichter 11 , einem elektrischen Servomotor 5 mit Positionsrückführung ( z . B . Resolver ) , einem mechanischen Getriebe zum Umsetzen der rotierenden in eine Linearbewegung und einer elektrischen I solierung zum stromführenden Element , ausgeführt . Ein Resolver oder eine andere Aus führungs form der schnellen und genauen Positionsrückführung ist ebenso bei Linearmotoren als Antrieb 8 vorgesehen .
Die Schweißkraft ist folgendermaßen einstellbar . Der Stößelweg wird so gewählt , dass das Ende der Bewegung aus der Summe Längs- und Querdrahtdurchmesser minus der Einschweißtief e ist , wobei das Ende nicht erreicht werden kann; der Zufahrweg zum
Querdraht QD erfolgt mit maximaler Geschwindigkeit , wobei die nicht erreichbare Endlage in reduzierter Geschwindigkeit angefahren wird; da der Schweißstößel 2 die Endlage nicht erreichen kann, stellt sich im Steuerprogramm ein Schleppfehler ein ( Soll/ I st-Abgleich nicht möglich) ; das Drehmoment zum Nachfahren auf die Sollposition wird so eingestellt , dass dieses der Schweißkraft entspricht ( auch während der Schweißung wird die theoretische Endlage nicht erreicht ) .
Mit dieser Art der Regelung kann auch der Schweißelektrodenverschleiß erkannt werden, da sich dann beim theoretischen Auftref fen kein erhöhter Drehmomentbedarf ergibt .
Zudem kennt man den Start- bzw . Endpunkt einer Schweißung bei geripptem Draht nicht . Es wird beim theoretischen Auf setzen, d . h . dem errechneten Wert aus den Drahtdurchmessern, auf den gerippten Draht das Drehmoment des Antriebs 8 so eingestellt , dass er der Schweißkraft entspricht . Gibt es vom Antriebssystem an die Steuerung keine Rückmeldung, dass es das eingestellte Drehmoment benötigt , erfolgt noch keine Schweißung . Dies kann nicht nur bei geripptem Draht , sondern z . B . auch bei Elektrodenverschleiß der Fall sein . Erst wenn die Rückmeldung über das erforderliche Drehmoment zum Erreichen des theoretischen Endpunktes eintrif ft , wird die Schweißung ausgelöst . Für eine vorbekannte Dauer wird dann die Schweißung durchgeführt ( Größenordnung von Millisekunden) .
Dabei werden die beweglichen Elektroden 3 während der Schweißung nachgesetzt , was in einer Größenordnung von Millimetern liegen kann und in einer Genauigkeit von mindestens Zehntelmillimetern ausgeführt wird .
Während der Schweißung kann das Motormoment und damit auch die Schweißkraft noch erhöht werden, da sich die zu verschweißende Fläche durch Auf schmel zen vergrößert . Das System wird - anders als bei Schweiß zangen an Robotern aus dem Stand der Technik - als starr angenommen .
Im Gegensatz zu bisherigen hydraulischen und pneumatischen Systemen muss zum Starten der Schweißung nicht auf die langsamste Schweißkraftaufbringungseinheit gewartet werden, die abhängig von der Druckverteilung, von einzelnen Reibungsverhältnissen und anderem wäre . Das erfindungsgemäße elektromechanische System aus einer Serie parallel wirkender Einzelpunktschweißvorrichtungen 1 arbeitet stabiler und gleichmäßiger, was die Wartezeit verkürzt und somit kürzere Taktungen ermöglicht .
Die Dynamik des Servomotors 5 stellt sich so dar, dass ein Hochlauf des Servomotors 5 auf 2000 U/min mit Nennmoment unter 40 Millisekunden gewährleistet ist , um hohe Taktzahlen zu erreichen .
Das Verhältnis von Fremdmasse zu Motormasse ist kleiner 1 , um eine sehr gute Regelbarkeit zu erreichen . Die Fremdmasse setzt sich aus allen in einem Taktzyklus bewegten Teilen der Einzelpunktschweißvorrichtung 1 mit Ausnahme des Antriebs 8 zusammen . Bei der Motormasse handelt es sich tatsächlich nur um den Motor innerhalb des Antriebs 8 . Durch das erzielte Massenverhältnis kann das Antriebselement dem Vorgabewert der Steuerung ( Sollwert ) genauer folgen . Dadurch wiederum kann der Schweißstößel 2 sehr rasch positioniert werden .
Der Lageabgleich des Schweißstößels 2 wird durch die Steuerung mit einer hohen Frequenz durchgeführt , um eine genaue Überwachung und Steuerung der Schweißungen zu ermöglichen .
Das elektrische Schweißkraftaufbringungssystem kann vorteilhafterweise in der Schutz klasse IP 54 ( Industrienorm) ausgeführt sein .
Da der Schweißstößel 2 die Endlage nicht erreichen kann, stellt sich im Steuerprogramm ein intentionaler Schleppfehler ein ( Soll/ I st-Abgleich nicht möglich) .
Das Drehmoment zum Nachfahren auf die Sollposition ist so eingestellt , dass dieses der Schweiß kraft entspricht ( auch während der Schweißung wird die theoretische Endlage nicht erreicht ) .
Da mit dieser Art der Regelung der Weg und die Kraftübertragung während des Schweißens bekannt wird, kann eine neue Art Schweißknoten-Qualitätssicherung durchgeführt werden . Dabei werden die j eweils ermittelten Werte mit vorberechneten Werten verglichen und während der Mattenproduktion all fällige Qualitätsunterschreitungen identi fi ziert und gemeldet .
Das Dämpfungselement 10 zwischen Antrieb 8 und Schweißkopf dient dazu, den Antrieb 8 beim Aufprall des Schweißkopfes auf das Schweißgut zu schützen . Dies ist deswegen vorgesehen, weil Versuche ergeben haben, dass elektrische Antriebe 8 empfindlich auf Stoßbelastung der Größenordnung und Häufigkeit wie im vorliegenden technischen Zusammenhang sind . Alternativ oder zusätzlich zum Dämpfungselement 10 kann die Schweißelektrode 3
positionsgenau vor dem Aufsetzen auf das Schweißgut motorisch abgebremst werden .
Drahtgittermatten, die mit erfindungsgemäßen Einzelpunkt- Schweißvorrichtungen 1 oder mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt sind, sind nicht nur schneller produzierbar ; sie weisen auch Schweißpunkte von einer höheren Qualität als bisherige Drahtgittermatten auf . Zudem ist die Qualität der Schweißpunkte untereinander von höherer Konstanz .
Bezugs zeichenliste
1 Einzelpunkschweißvorrichtung
2 Schweißstößel 3 Schweißelektrode
5 Servomotor
6 Spindel
7 Zahnstange
8 Antrieb 10 Dämpfungselement
11 Frequenzumrichter
12 Abwärtstrans formator
LD Längsdrähte
QD Querdrähte