Redox-Flow-Batterie-System und Betriebsverfahren
Die Erfindung betrifft ein Vanadium Redox-Flow-Batterie-System und ein Verfahren zum Betrieb eines solchen Systems. Die Erfindung betrifft insbesondere Redox-Flow- Batterie-Systeme mit einer hohen Ausgangsspannung. Das Betriebsverfahren betrifft hauptsächlich die Konditionierung des Batterie-Systems.
Um eine hohe Ausgangsspannung bei Redox-Flow-Batterie-Systemen zu erhalten, werden gewöhnlich mehrere Zellen elektrisch in Serie geschaltet. Diese Anordnung wird Stack genannt. Dies lässt sich jedoch nicht beliebig fortsetzen, da sonst der durch den Elektrolyt verursachte Nebenschlussstrom intolerabel hoch werden würde. Die Ausgangsspannung kann jedoch weiter erhöht werden, wenn mehrere Stacks in Serie geschaltet werden, wobei jeder Stack über eine separate Tankeinheit verfügt. Eine solche Einheit aus Stack und zugehöriger separater Tankeinheit wird Batteriemodul genannt. Die Reihenschaltung von mehreren Batteriemodulen wird herkömmlicherweise als String bezeichnet. Die Erfindung betrifft also ein Batterie- System, welches mehrere Batteriemodule umfasst, wobei das Batterie-System so ausgebildet ist, dass während dem Laden und Entladen des Systems die Batteriemodule in Serie geschaltet sind, d.h. einen String bilden.
Aus dem Stand der Technik sind Verfahren zum Konditionieren von Vanadium Redox- Flow Batteriemodulen bekannt. Die WO 2012/020277 A1 offenbart auf Seite 5 ein solches Verfahren. Bei der erstmaligen Inbetriebnahme eines solchen Batteriemoduls werden beide Tanks (d.h. der Tank für negativen Elektrolyt und der Tank für positiven Elektrolyt) mit einer Lösung befüllt, welche V3+ und V4+ Ionen im Verhältnis von ungefähr 1 :1 enthält. Die Lösungen aus den beiden Tanks werden durch die entsprechenden Kammern der Zellen zirkuliert, wobei gleichzeitig ein elektrischer Strom durch die Zellen geleitet wird. Dadurch wird die chemische Homogenität der Lösung dergestalt gestört, dass in der Lösung, welche durch die Kammer mit der positiven Elektrode fließt, alle V3+ Ionen zu V4+ Ionen oxidiert werden, und dass in der Lösung, welche durch die Kammer mit der negativen Elektrode fließt, alle V4+ Ionen zu V3+ Ionen reduziert werden. Am Ende der Konditionierungsphase wird daher der
negative Elektrolyt nur trivalentes Vanadium und der positive Elektrolyt nur tetravalentes Vanadium enthalten.
Der Erfinder hat sich die Aufgabe gestellt, ein Betriebsverfahren, d.h. in der Hauptsache ein Konditionierungsverfahren, für ein Batterie-System mit mehreren Batteriemodulen, welche in Serie geschaltet werden können, anzugeben. Ferner hat sich der Erfinder die Aufgabe gestellt, Batterie-Systeme anzugeben, welche so ausgebildet sind, dass sich das erfindungsgemäße Betriebsverfahren vorteilhaft ausführen lässt.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Ausführung entsprechend dem unabhängigen Anspruch gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung finden sich in den Unteransprüchen.
Die erfindungsgemäßen Lösungen werden im Folgenden anhand von Figuren erläutert. Die Figuren zeigen im Einzelnen:
Fig.1 Batteriemodul
Fig.2 Batterie-System
Fig.3 Batterie-System in einer weiteren Ausführungsform Fig.4 Batterie-System in einer weiteren Ausführungsform Fig.5 Batteriemodul in einer weiteren Ausführungsform
Figur 1 zeigt auf der linken Seite in schematischer Darstellung ein Batteriemodul. Das Batteriemodul ist mit 1 bezeichnet. Das Batteriemodul umfasst eine Zellanordnung, welche mit 2 bezeichnet ist, und eine Tankeinrichtung, welche mit 3 bezeichnet ist. Bei der Zellanordnung 2 handelt es sich um eine Anordnung von einer Vielzahl von Redox- Flow-Zellen, welche beliebig angeordnet sein können. Beispielsweise könnte es sich um einen einzelnen Zell-Stack, eine Serienschaltung von mehreren Stacks, eine Parallelschaltung von mehreren Stacks, oder um eine Kombination von Serien- und Parallelschaltung von mehreren Stacks handeln. In jeden Fall tragen alle Zellen der Zellanordnung 2 dazu bei, elektrische Energie beim Laden im Batteriemodul 1 zu speichern, bzw. elektrische Energie beim Entladen des Batteriemoduls 1 zu liefern. Die Tankeinrichtung 3 dient zum Speichern des Elektrolyten und zur Versorgung der
Zellanordnung 2 mit Elektrolyt. Dazu umfasst die Tankeinrichtung 3 wenigstens zwei Tanks, ein Rohrsystem zur Verbindung der Tanks mit der Zellanordnung 2 und Pumpen zum Fördern des Elektrolyten. Figur 1 zeigt dabei zwei separate Pumpen. Genauso gut könnte der Elektrolyt mit einer Doppelkopfpumpe gefördert werden, d.h. mit zwei Pumpen, welche über einen gemeinsamen Motor angetrieben werden. Die Tankeinrichtung 3 ist dabei so ausgebildet, dass sie alle Zellen der Zellanordnung 2 mit Elektrolyt versorgen kann. Fördern die Pumpen also den Elektrolyten, so werden alle Zellen der Zellanordnung 2 von demselben durchströmt. Es tragen daher immer alle Zellen der Zellanordnung 2 zum Laden des Elektrolyten der Tankeinrichtung 3, bzw. immer alle Zellen der Zellanordnung 2 zum Entladen des Elektrolyten der Tankeinrichtung 3 bei, wenn das Batteriemodul 1 geladen bzw. entladen wird.
Das in Figur 1 dargestellt Batteriemodul 1 umfasst zwei Messeinrichtungen, welche mit 4 und 5 bezeichnet sind. Dabei handelt es sich bei der Messeinrichtung, welche mit 4 bezeichnet ist, um eine Messeinrichtung zur Bereitstellung der sogenannte Leerlaufspannung (open circuit voltage - OCV). Der OCV-Wert ist ein Maß für den Ladezustand des Batteriemoduls (SoC). Die Messeinrichtung, welche mit 5 bezeichnet ist, ist eine Messeinrichtung zur Bereitstellung der Klemmenspannung der Zellanordnung 2 und damit auch des Batteriemoduls 1 . Beim Laden bzw. Entladen des Batteriemoduls 1 unterscheidet sich die Klemmenspannung von der Leerlaufspannung um die Spannung, die über dem Innenwiderstand der Zellanordnung 3 abfällt.
Auf der rechten Seite von Figur 1 ist eine symbolhafte Darstellungsweise des Batteriemoduls 1 gezeigt. Diese symbolhafte Darstellungsweise wird im Folgenden verwendet.
Figur 2 zeigt in schematischer Darstellung ein Batterie-System in einer ersten Ausführungsform. Das Batterie-System umfasst wenigstens zwei Batteriemodule, von denen eines mit 1 bezeichnet ist, einen bidirektionalen Umrichter (engl. bidirectional power conversion system - PCS), welcher mit 6 bezeichnet ist, und eine Steuereinrichtung, welche mit 8 bezeichnet ist. Die Batteriemodule 1 sind in Serie geschaltet und mit dem Umrichter 6 verbunden. In Figur 2 sind vier Batteriemodule dargestellt, wobei die gestrichelten Linien in der Serien-Schaltung eine beliebige
Anzahl von weiteren Modulen andeuten sollen. Der Umrichter 6 übernimmt die Anbindung des Batterie-Systems an das Netz oder an ein übergeordnetes elektrisches System. Das Batterie-System umfasst ferner für jedes Batteriemodul 1 einen ersten Schalter, von denen einer mit 9 bezeichnet ist, und einen zweiten Schalter, von denen einer mit 10 bezeichnet ist. Die ersten Schalter 9 sind jeweils in Serie zu den Batteriemodulen 1 angeordnet, wobei es natürlich unerheblich ist, auf welcher Seite des jeweiligen Batteriemoduls der zugehörige Schalter 9 angeordnet ist. Die zweiten Schalter 10 sind jeweils in einer Umgehungsleitung (Bypass) um jeweils ein Batteriemodul 1 und den zugehörigen ersten Schalter 9 angeordnet. In Figur 2 sind alle Schalter 9 und 10 in geöffnetem Zustand dargestellt. Dieser Betriebszustand, d.h. dass von einem Schalterpaar 9 und 10 beide Schalter gleichzeitig geöffnet sind, kann im erfindungsgemäßen Verfahren in der zur Figur 3 gehörigen Ausführungsform eingenommen werden. In den meisten anderen Betriebszuständen werden die Schalter durch die Steuereinrichtung 8 jedoch so angesteuert, dass von jedem Schalterpaar eines ersten und zweiten Schalters genau ein Schalter geschlossen und ein Schalter geöffnet ist (wechselweise geöffnet und geschlossen). D.h. ein Schalterpaar hat dabei genau zwei Schaltstellungen, wobei in der ersten Schaltstellung (erster Schalter 9 geschlossen und zweiter Schalter 10 geöffnet) das zugehörige Batteriemodul 1 sich in der Serienschaltung des Batterie-Systems befindet, und in der zweiten Schalterstellung (erster Schalter 9 geöffnet und zweiter Schalter 10 geschlossen) das zugehörige Batteriemodul 1 durch die Umgehungsleitung von der Serienschaltung des Batterie- Systems getrennt ist. Das Öffnen vom ersten Schalter 9 bei geschlossenen Schalter 10 verhindert dabei die Entladung des Moduls über die Umgehungsleitung. Die Steuereinrichtung 8 ist mit jedem Batteriemodul so verbunden, dass sie die Messwerte der Messeinrichtungen 4 bzw. 5 erfassen kann. Außerdem ist die Steuereinrichtung 8 mit jedem der Schalter 9 und 10 so verbunden, dass dieselbe die jeweilige Schalterstellung bestimmen kann, um die Batteriemodule 1 in die Sehen-Schaltung hinein- oder aus der Senen-Schaltung herauszuschalten. Diese Verbindungen können auch drahtlos erfolgen.
Die in Figur 2 gezeigte Anordnung stellt die Minimalkonfiguration zur Ausführung des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens dar. Dabei sei erwähnt, dass bei der Ausführung des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens in seiner allgemeinsten Form
lediglich die Klemmenspannung der Batteriemodule 1 gemessen werden muss. D.h. es ist dazu nicht erforderlich, dass die Batteriemodule 1 auch eine Messvorrichtung zur Erfassung der OCV umfassen.
Im Folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren in einer ersten Ausführungsform anhand der Konfiguration von Figur 2 beschrieben. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zum Konditionieren aller Batteriemodule 1 des Batterie-Systems. Dieses Verfahren wird also auf jeden Fall bei der erstmaligen Inbetriebnahme eines solchen Batterie-Systems ausgeführt. Es kann aber auch sein, dass nach längerem Betrieb eines Batterie-Systems dieses Verfahren ausgeführt wird, wenn beispielsweise das Batterie-System regeneriert werden soll, weil sich unerwünschte Ungleichgewichte oder Kapazitätsverluste eingestellt haben. Es wird dabei also davon ausgegangen, dass sich in allen Tanks der Batteriemodule 1 Elektrolyt befindet, der aus einer Mischung von V3+ und V4+ Ionen besteht, welche zu ungefähr gleichen Anteilen enthalten sind. Dies kann durch externes Befüllen oder Mischen der vorhandenen Tankinhalte realisiert werden. Außerdem wird davon ausgegangen, dass alle Zellen einer Zellanordnung 2 eines jeden Batteriemoduls 1 vollständig mit Elektrolyt gefüllt sind, bevor das entsprechende Batteriemodul 1 von einem Strom durchflossen wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst folgende Schritte:
S1 : Ansteuerung der ersten und zweiten Schalter 9 und 10 so, dass genau ein Batteriemodul 1 mit dem Umrichter 6 verbunden ist;
S2: Einspeisung eines Stroms in das Batteriemodul 1 , welches im Schritt S1 mit dem Umrichter 6 verbunden worden ist, so lange bis der in den Zellen der Zellanordnung 2 desselben Batteriemoduls 1 befindliche Elektrolyt einen Ladezustand erreicht, der wenigstens so hoch wie ein vordefinierter Schwellwert ist;
S3: Ansteuerung der Schalter 9 und 10 so, dass sich alle Batteriemodule 1 in einer Serienschaltung befinden, welche mit dem Umrichter 6 verbunden ist;
S4: Einspeisung eines Stroms in die Serienschaltung aus Schritt S3; wobei die Schritte S1 und S2 so lange sukzessive in dieser Reihenfolge wiederholt werden, wobei bei der jeweiligen Ausführung des Schritts S1 immer ein anderes Batteriemodul 1 mit dem Umrichter 6 verbunden und bei der darauffolgenden
Ausführung von S2 mit einem Strom gespeist wird, bis alle Batteriemodule 1 die in der Definition von Schritt S2 genannte Bedingung erfüllen, worauf sich dann die Ausführung der Schritte S3 und S4 in dieser Reihenfolge anschließt.
Während der Ausführung der Schritte S2 hat das jeweils betreffende Batteriemodul 1 zunächst keine Gegenspannung und eine sehr hohen Innenwiderstand. Es ist klar, dass der den Strom speisende Umrichter 6 mit dieser Situation umgehen können muss. Während der Ausführung der Schritte S2 kann der eingespeiste Strom im Vergleich mit dem Strom reduziert sein, welcher im Schritt S4 eingespeist wird. Die Richtung, mit der der Strom im Schritt S2 eingespeist wird, ist im Prinzip beliebig. Da die Richtung, mit der der Strom im Schritt S2 eingespeist wird, die Ladestrom richtung festlegt, müssen natürlich alle Batteriemodule im Schritt S2 mit der gleichen Stromrichtung gespeist werden. In der Praxis gibt es jedoch eine konstruktionsbedingte Vorzugsrichtung für den Ladestrom in den Batteriemodulen und damit für den Strom in Schritt S2.
Damit die in Schritt S2 genannte Bedingung in einem hinreichend kurzem Zeitintervall erfüllt werden kann, darf die Rate, mit der während dem Schritt S2 Elektrolyt gefördert wird, nicht zu hoch sein. Die dafür relevante Grenze ist die sogenannte stöchiometrische Förder- bzw. Flussrate („stoichiometric flow rate“). Nähere Angaben dazu finden sich beispielsweise in dem Dokument „Model-based Design and Optimization of Vanadium Redox Flow Batteries“ - DISSERTATION von Dipl.-Ing. Sebastian König an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie in Kapitel 8 „Flow rate optimization“. Würde man im Schritt S2 eine Förderrate einstellen, die die stöchiometrische Flussrate übersteigt, so würde der Schritt S2 wenigstens so lange dauern, bis der in der Tankeinrichtung enthaltene Elektrolyt einmal komplett umgewälzt worden ist. Der Erfinder hat erkannt, dass der erfindungsgemäße Prozess in der oben beschriebenen Ausführungsform besonders vorteilhaft, d.h. in kurzer Zeit, ausgeführt werden kann, wenn die Förderrate in den Schritten S2 kleiner als die stöchiometrische Förderrate eingestellt wird. In anderen weiter unten beschriebenen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht diese Einschränkung jedoch nicht, so dass das entsprechende Verfahren auch dann in vorteilhaft kurzer Zeit ausgeführt werden kann, wenn die Förderrate großer als die stöchiometrischen Förderrate ist.
Bezüglich des in Schritt S2 genannten Schwellwertes für den in der Zellanordnung befindlichen Elektrolyten ergibt sich Folgendes. Der Erfinder hat erkannt, dass das erfindungsgemäße Verfahren vorteilhaft ausgeführt werden kann, wenn der Schwellwert in einem Bereich von 2-8% liegt. Besonders vorteilhaft wird der Schwellwert in einem Bereich von 3-7% bzw. in einen Bereich von 4-6% gewählt.
Dabei ist zur Bestimmung des Ladezustands des in den Zellen befindlichen Elektrolyten Folgendes zu bemerken: Der Ladezustand kann indirekt über die Klemmenspannung bestimmt werden. D.h. das Abbruchkriterium des Schrittes S2 besteht in der Praxis darin, dass die Zellanordnung des betreffenden Batteriemoduls in Schritt S2 so lange mit Strom gespeist wird, bis die Klemmenspannung einen vordefinierten Schwellwert überschreitet. Der Schwellwert für die Klemmenspannung, welcher dem Schwellwert für den Ladezustand entspricht, hängt dabei von diversen Gegebenheiten der Zellanordnung und der Stromstärke des Speisestroms ab, sowie des Spannungsabfalls am Innenwiderstand der Zellanordnung. Diese Zusammenhänge sind dem Fachmann jedoch vollständig bekannt, so dass er durch die vorliegende Anmeldung instruiert den erforderlichen Schwellwert für die Klemmenspannung problemlos festlegen kann.
Der Schritt S4 wird so lange ausgeführt, bis das gesamte Volumen aller Tanks konditioniert ist. In der Praxis geht der Schritt S4 nahtlos in einen konventionellen Ladevorgang des Batterie-Systems über. Dabei kann es vorkommen, dass die unterschiedlichen Batteriemodule unterschiedliche OCV Werte und damit unterschiedliche SoC Werte aufweisen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn es zwischen den einzelnen Modulen Abweichungen in der Zusammensetzung des eingefüllten Elektrolyts gegeben hat, d.h. wenn die zugehörigen Vanadium-Fraktionen unterschiedlich waren. Zum Ausgleichen (dem sogenannten „Balancing“) solcher SoC- Variationen der Batteriemodule können alle bekannten Methoden verwendet werden. Dabei kann bereits gegen Ende des Schritts S4 mit dem Balancing begonnen werden (siehe auch unten).
Figur 3 zeigt ein erfindungsgemäßes Batterie-System in einer weiteren Ausführungsform. Das Batterie-System umfasst einen weiteren Umrichter, welcher mit 7 bezeichnet und an das Netz oder an ein übergeordnetes elektrisches System angebunden ist. Außerdem umfasst das Batterie-System für jedes Batteriemodul zusätzlich einen dritten und vierten Schalter, welche mit 1 1 und 12 bezeichnet sind, und Leitungen, wobei die zusätzlichen Schalter und die Leitungen so miteinander und den Batteriemodulen verbunden sind, dass jedes Batteriemodul 1 separat mit dem weiteren Umrichter 7 verbunden werden kann. Wie aus Figur 3 hervorgeht, können alle Batteriemodule 1 jedoch auch simultan mit dem weiteren Umrichter 7 verbunden werden, indem alle Schalter 11 und 12 geschlossen werden. In diesem Fall ergibt sich eine Parallelschaltung der Batteriemodule und dem weiteren Umrichter 7. Dazu müssen natürlich wenigstens alle ersten Schalter 9 geöffnet werden. In gleicher weise lassen sich mit Hilfe der Schaler 11 , 12 und 9 Parallelschaltungen von beliebig vielen der Batteriemodule 1 und dem weiteren Umrichter 7 realisieren. Auch die zusätzlichen Schalter 11 und 12 werden dabei von der Steuereinrichtung betätigt, welche in Figur 3 aus Platzgründen nicht dargestellt ist. Figur 3 zeigt auch noch weitere Schalter mit denen die Umrichter 6 und 7 jeweils von der restlichen Anordnung elektrisch getrennt werden können. Dies kann von Vorteil sein. Gegebenenfalls kann auch pro Umrichter nur ein Trennschalter verwendet werden. Solche Schalter können bei allen anderen Ausführungsformen ebenfalls zum Einsatz kommen.
Mit Hilfe der in Figur 3 gezeigten Anordnung kann das erfindungsgemäße Verfahren folgendermaßen abgewandelt werden: In den Schritten S2 werden die Batteriemodule 1 nicht durch den Umrichter 6 sondern durch den Umrichter 7 gespeist. Im Schritt S4 bleibt es jedoch wie oben beschrieben dabei, dass die Speisung der Batteriemodule 1 durch den Umrichter 6 erfolgt. Dadurch ergeben sich folgende Vorteile. Der bidirektionale Umrichter muss nicht mehr für die genannten widrigen Umstände (Gegenspannung Null) ausgelegt sein, welche im Schritt S2 obwalten. Da der weitere Umrichter 7 anderseits nicht wie der bidirektionale Umrichter 6 für den normalen Lade und Entladevorgang ausgelegt sein muss, ergibt sich aus der Verwendung zweiter Umrichter, welche jeweils nur spezifische Aufgaben erledigen müssen, insgesamt eine Kostenersparnis. Außerdem müssen nun die Schritte S2 für alle Batteriemodule 1 nicht mehr einzeln sukzessiv ausgeführt werden. Im Prinzip könnte mit Hilfe der oben
beschrieben Parallelschaltung nur ein Schritt S2 simultan für alle Batteriemodule 1 ausgeführt werden. Damit sich dadurch eine Zeitersparnis ergibt, muss der weitere Umrichter 7 natürlich einen entsprechend hohen Speisestrom liefern können. Je nachdem welche kostengünstigen Umrichter auf dem Markt zur Verfügung stehen, ermöglicht die Anordnung gemäß Figur 3 die separate Durchführung des Schrittes S2 für einzelne Batteriemodule 1 oder die simultane Durchführung des Schritts S2 für zwei, drei oder mehr Batteriemodule 1. Zur Speisung der Batteriemodule im Schritt S2 braucht der weitere Umrichter 7 nur unidirektional ausgeführt sein.
Eine weitere Ausführungsform ergibt sich aus der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform, indem der Umrichter 7 fortgelassen wird, und der bidirektionale Umrichter 6 sowohl in die Serienschaltung als auch in die Parallelschaltung eingeschaltet werden kann. Die Speisung im Schritt S2 kann dann in der Parallelschaltung für mehr als ein Batteriemodul erfolgen, so dass sich eine Zeitersparnis gegenüber dem erfindungsgemäßen Verfahren ergibt, welches im Zusammenhang mit der Anordnung von Figur 2 beschrieben wurde.
Eine weitere Ausführungsform ergibt sich aus der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform, indem für jedes Batteriemodul 1 je ein weiterer Umrichter 7, so dass jedes Batteriemodul 1 im Schritt S1 mit dem ihm zugehörigen weiteren Umrichter 7 verbunden und im Schritt S2 mit demselben gespeist wird. In dieser Ausführungsform ergibt sich die maximal mögliche Zeitersparnis, da der Schritt S2 parallel für alle Batteriemodule ausgeführt werden kann. Allerdings ist diese Anordnung natürlich entsprechend kostenintensiver im Vergleich zu der Anordnung in Figur 2, bei der nur ein weiterer Umrichter 7 vorgesehen ist. Eine kleine Einsparung ergibt sich jedoch dadurch, dass pro Batteriemodul 1 auf einen der beiden Schalter 11 oder 12 verzichtet werden kann, wenn pro Batteriemodul 1 ein separater weiterer Umrichter 7 vorgesehen ist.
Unter Berücksichtigung von dem im Zusammenhang mit Figur 3 Gesagten umfasst das erfindungsgemäße Verfahren im allgemeinen folgenden Schritte:
S1 : Verbinden wenigstens eines Batteriemoduls 1 mit einem Umrichter (6 oder 7);
S2: Einspeisung eines Stroms in das wenigstens eine Batteriemodul 1 , welches im Schritt S1 mit dem Umrichter (6 oder 7) verbunden worden ist, so lange bis der in den Zellen der Zellanordnung 2 befindliche Elektrolyt einen Ladezustand erreicht, der wenigstens so hoch wie ein vordefinierter Schwellwert ist;
S3: Ansteuerung der Schalter 9 und 10 so, dass sich alle Batteriemodule 1 in einer Serienschaltung befinden, welche mit dem Umrichter 6 verbunden ist;
S4: Einspeisung eines Stroms in die Serienschaltung aus Schritt S3, wobei in allen Batteriemodulen 1 Elektrolyt gefördert wird; wobei im Schritt S1 in dem Fall, dass mehr als ein Batteriemodul 1 mit dem Umrichter (6 oder 7) verbunden wird, diese Batteriemodule 1 parallel zueinander geschaltet werden, und wobei die Schritte S1 und S2 so lange sukzessive in dieser Reihenfolge wiederholt werden, bis alle Batteriemodule 1 die in der Definition von Schritt S2 genannte Bedingung erfüllen, worauf sich dann die Ausführung der Schritte S3 und S4 in dieser Reihenfolge anschließt.
Die Anordnung gemäß Figur 3 ermöglicht jedoch noch einen zusätzlichen Vorteil. Der weitere Umrichter 7 kann während dem Schritt S4 und beim Laden des Batterie- Systems zum Balancing verwendet werden. Wenn sich also für ein Batteriemodul eine Abweichung der SoC Wertes gegenüber dem mittleren SoC Wert der übrigen Batteriemodule ergibt, dann kann der abweichende SoC Wert dadurch angeglichen werden, dass das betreffende Batteriemodul aus der Serienschaltung des Strings herausgenommen und mit dem weiteren Umrichter 7 verbunden wird, welcher dann die Speisung des betreffenden Batteriemoduls übernimmt. Dazu werden die Schalter 9, 10, 11 und 12 des betreffenden Batteriemoduls folgendermaßen geschaltet: Schalter 9 offen, Schalter 10, 11 und 12 geschlossen. Wenn der SoC Wert des betreffenden Batteriemoduls kleiner als der Mittelwert der übrigen Batteriemodule ist, dann speist der weitere Umrichter 7 das betreffende Batteriemodul so lange mit einem Strom, welcher größer als der durch die übrigen Batteriemodule fließende Strom ist, bis der SoC Wert des betreffenden Batteriemoduls dem mittleren SoC Wert entspricht. Wenn der SoC Wert des betreffenden Batteriemoduls zu hoch ist, dann genügt es offensichtlich, das betreffende Batteriemodul für einige Zeit aus der Serienschaltung des Strings herauszunehmen, d.h. die Schalter 9, 10, 11 und 12 des betreffenden
Batteriemoduls sind während dieser Zeit folgendermaßen geschaltet: Schalter 9, 11 und 12 offen, Schalter 10 geschlossen. Wenn der weitere Umrichter 7 bidirektional ausgeführt wird, dann kann derselbe auch beim Entladen des Batterie-Systems für das Balancing verwendet werden, indem das betreffende Batteriemodul schneller als der restliche String über den weiteren Umrichter 7 entladen wird.
Bei der im vorangehenden Abschnitt beschriebenen Verwendung des weiteren Umrichters 7 ergibt sich vor allem bei Strings mit sehr vielen Batteriemodulen das Problem, dass das Potential zur Erde, unter welchem der weitere Umrichter 7 in dieser Verwendung steht, sehr hoch sein kann. Das genannte Potential zur Erde hängt dabei jeweils davon ab, mit welchem Modul in der Serienschaltung der weitere Umrichter 7 jeweils verbunden wird. Da eine entsprechende Auslegung des Umrichters 7 denselben teurer macht, hat der Erfinder erkannt, dass es von Vorteil ist, dieses Problem zu verringern. Erfindungsgemäß kann dies durch eine Anordnung gemäß Figur 4 geschehen. Im Unterschied zu Figur 3 umfasst das Batterie-System zwei Widerstände, von denen in Figur 4 einer mit 13 bezeichnet ist. Die zwei Widerstände 13 verbinden die beiden Anschlüsse des weiteren Umrichters 7 mit der Erde. Dadurch wird das Potential zur Erde für den weiteren Umrichter 7 in etwa halbiert. Die beschriebene Lösung setzt voraus, dass der weitere Umrichter 7 potentialgetrennt ausgeführt ist. Für herkömmliche Batterie-Systeme sollten die Widerstände 13 in der Größenordnung von 100 kO liegen. Es ist von Vorteil, wenn die Widerstände 13 mittels zusätzlicher Schalter je nach Bedarf zugeschaltet oder von der restlichen Schaltung getrennt werden können. Außerdem kann jeder der in Figur 4 gezeigten Widerstände 13 aus einer Parallelschaltung von zwei schaltbaren Widerständen bestehen. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass unterschiedlich hohe Widerstände verwendet werden können, wobei die niederohmigen Widerstände, dazu verwendet werden können, ein oder mehrere Batteriemodule 1 über dieselben zu entladen. Dieser Vorgang kann zum Balancing verwendet werden.
Während dem Betrieb eines Batterie-Systems über längere Zeit kann es vorkommen, dass ein einzelnes Batteriemodul konditioniert werden muss. Das kann beispielsweise dann notwendig sein, wenn ein Batteriemodul getauscht werden muss, oder wenn ein
einzelnes Batteriemodul regeneriert werden soll. Es ist klar, dass dazu der weitere Umrichter ? sehr vorteilhaft verwendet werden kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst dann folgende Schritte:
S1 : Verbinden eines Batteriemoduls 1 mit einem weiteren Umrichter 7;
S2: Einspeisung eines Stroms in das Batteriemodul 1 , welches im Schritt S1 mit dem weiteren Umrichter 7 verbunden worden ist, so lange bis der Elektrolyt dieses Batteriemoduls 1 einen Ladezustand erreicht, der wenigstens so hoch wie ein vordefinierter Schwellwert ist;
S3: Ansteuerung der Schalter 9 und 10 so, dass sich alle Batteriemodule 1 in einer Serienschaltung befinden, welche mit dem Umrichter 6 verbunden ist;
S4: Einspeisung eines Stroms in die Serienschaltung aus Schritt S3, wobei in allen Batteriemodulen 1 Elektrolyt gefördert wird.
Dabei handelt es sich in Schritt S2 um den gesamten zu dem betreffenden Batteriemodul 1 gehörigen Elektrolyten, wobei das Wort „gesamt“ hier nicht zu eng zu fassen ist, da es immer lokale Variationen des Ladezustandes im Elektrolyten eines solchen Batteriemoduls geben kann. Jedenfalls kann der Ladezustand desselben in herkömmlicher Weise über die in Figur 1 gezeigte Messeinrichtung zur Bereitstellung der Leerlaufspannung (OCV) bestimmt werden. Bei dem vordefinierten Schwellwert handelt es sich um den Mittelwert der Ladezustände der restlichen Batteriemodule des Batterie-Systems. Außerdem wir im Schritt S2 in dem betreffenden Batteriemodul 1 der Elektrolyt mit einer Rate gefördert, die über der stöchiometrischen Förderrate liegt.
Bei der Regeneration von einzelnen oder allen Batteriemodulen werden in der Regel bei jedem zu regenerierenden Batteriemodul zunächst die Inhalte der beiden Tanks des jeweiligen Batteriemodules durchmischt. Figur 5 zeigt ein Batteriemodul, welches mit Leitungen und einem Ventil ausgestattet ist, welches die Durchmischung der Tanks ermöglicht. Eine dieser Leitungen ist mit 14 bezeichnet. Die Leitung 14 zweigt dabei von einer Leitung ab, welche die Zellanordnung mit einem der Tanks verbindet, und mündet in den Tank, welcher zum anderen Elektrolytkreislauf gehört. Das Ventil, welches mit 15 bezeichnet ist, ist so angeordnet und ausgebildet, dass es den
Elektrolytfluss so umlenken kann, dass der Inhalt des linken Tanks über die Leitung 14 in den anderen Tank gefördert. Zwischen den oberen Bereichen der Tanks ist eine Verbindungsleitung angeordnet. Dadurch kann Elektrolyt vom rechten Tank in den linken Tank gelangen, wenn der rechte Tank mehr Elektrolyt enthält als der rechte Tank. Dabei stellt die in Figur 5 gezeigte Anordnung nur eine von vielen Möglichkeiten dar, um den genannten Zweck zu erreichen, d.h. um die Inhalte der beiden Tanks zu durchmischen.
Aus einer Zusammenschau aller oben beschriebenen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens, umfasst das erfindungsgemäße Verfahren im Allgemeinen als gemeinsame Merkmale folgende Schritte:
S1 : Verbinden wenigstens eines Batteriemoduls 1 mit einem Umrichter (6 oder 7);
S2: Einspeisung eines Stroms in das wenigstens eine Batteriemodul 1 , welches im Schritt S1 mit dem Umrichter (6 oder 7) verbunden worden ist, so lange bis wenigstens ein Teil des zu diesem Batteriemoduls 1 gehörigen Elektrolyten einen Ladezustand erreicht, der wenigstens so hoch wie ein vordefinierter Schwellwert ist;
S3: Ansteuerung der Schalter 9 und 10 so, dass sich alle Batteriemodule 1 in einer Serienschaltung befinden, welche mit dem Umrichter 6 verbunden ist;
S4: Einspeisung eines Stroms in die Serienschaltung aus Schritt S3, wobei in allen Batteriemodulen 1 Elektrolyt gefördert wird.
Wenn das erfindungsgemäße Verfahren mit einem weiteren Umrichter 7 ausgeführt wird, dann kann die zur Konditionierung benötigte Energie aus dem übergeordneten elektrischen System entnommen werden, mit dem der Umrichter 7 verbunden ist. Genauso gut könnte die Energie aus einem weiteren Batterie-System entnommen werden, welches parallel zu dem betreffenden Batterie-System betrieben wird. Entsprechendes gilt für den Fall, dass der weitere Umrichter 7 zum Balancing verwendet wird, und dabei elektrische Energie aus dem betreffenden Batterie-System abführt.
Abschließend bleibt zu erwähnen, dass die Steuereinrichtung so ausgebildet ist, dass dieselbe die Elektrolyt-Förderrate in den einzelnen Batteriemodulen einstellen kann.
Bezugszeichenliste
1 Batteriemodul
2 Zellanordnung 3 Tankeinrichtung
4 Messeinrichtung zur Bestimmung der OCV
5 Messeinrichtung zur Bestimmung der Klemmenspannung
6 Bidirektionaler Umrichter (PCS)
7 Weiterer Umrichter 8 Steuereinrichtung
9 Erster Schalter
10 Zweiter Schalter
11 Dritter Schalter
12 Vierter Schalter 13 Widerstand
14 Verrohrung zur Durchmischung der Tanks
15 Ventil