Verfahren und Vorrichtung zur Einstellung und Kontrolle von Parametern des Beleuchtungsfeldes ophthalmologischer Geräte
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Ein stellung und Kontrolle von Parametern des Beleuchtungsfeldes ophthalmologi scher Geräte. Als Parameter können hierbei beispielsweise Helligkeit, Farbe/ Farbtemperatur, Feldform, Polarisationszustand o. ä. in Betracht kommen.
Die Kontrolle von Parametern des Beleuchtungsfeldes bei laserbasierten An wendungen erfolgt in der Regel durch Analyse eines auskoppelten, definierten Teils der Strahlung.
Nach dem bekannten Stand der Technik wird in ähnlicher Weise die Form der Wellenfront in optischen Systemen überwacht. Ein definierter, kleiner Teil der zu überwachenden Strahlung wird ausgekoppelt, durch einen dedizierten Sen sor (z.B. Shack-Hartmann-Sensor) aufgenommen und ausgewertet. Auch hier werden die gewonnenen Informationen genutzt, um die Wellenfront gezielt zu beeinflussen.
Im Gegensatz dazu werden Parameter des Beleuchtungsfeldes von ophthalmo- logischen Geräten wie, Spaltlampen, Funduskameras oder dergleichen bisher gar nicht, nicht vollständig oder lediglich indirekt über zu kalibrierende Skalen an den Bedienelementen eingestellt.
Eine Kontrolle der im realen Beleuchtungsfeld auftretenden Lichtverteilung hin sichtlich Helligkeit, Farbe oder auch die Lage, Breite und Höhe eines Spaltes oder dergleichen findet nicht statt.
Da die Lage der Bedienelemente meistens aus ergonomischen Gesichtspunk ten festgelegt werden, befinden sich diese oft nicht in unmittelbarer Nähe der zu beeinflussenden Baugruppen. Die Strecken für die Übertragung der Bedie nungseinstellungen können allerdings fehleranfällig sein, so dass insbesondere
nach längerer Nutzungsdauer des Gerätes, nicht ausgeschlossen werden kann, dass es zu Abweichungen zwischen der Skaleneinstellung und den dadurch er zeugten Lichtverteilungseigenschaften kommt.
Um wiederholte Einstellungen an den Bedienelementen zu ermöglichen, verfü gen manche ophthalmologischen Geräte über einheitenlose Skalen, wodurch zumindest zu verschiedenen Zeitpunkten annähernd gleiche Einstellungen re produzierbar vorgenommen werden können. Nachteilig wirkt sich hierbei aber aus, dass die Einstellungen an den Bedienelementen vorgenommen werden, ohne wirklich zu wissen, welche entsprechenden Parameter des Beleuchtungs feldes real damit eingestellt sind.
In modernen ophthalmologischen Geräten wird es immer wichtiger Informatio nen zu den im Beleuchtungsfeldes genutzten realen Parametern auch in elekt ronischer Form vorliegen zu haben, um diese beispielsweise zu dokumentieren und/oder in einem Regelkreis nutzen zu können. Zudem ermöglicht das Vorlie gen dieser Informationen in elektronischer Form diese dem Nutzer im Okular oder auf einem Display zur Verfügung zu stellen. Dadurch kann sein Workflow erheblich verbessert werden, da er seine Position zum Gerät beibehalten kann und alle relevanten Informationen vorliegen hat.
Weiterhin eröffnet die elektronische Verfügbarkeit solcher Parameterinformatio nen die Möglichkeit, diese als (Meta-)lnformationen bei automatisierten weiter führenden Prozessen, wie z.B. Bildverarbeitung, deep-learning oder andere Verfahren der künstlichen Intelligenz mit heranzuziehen.
Das Vorliegen der real genutzten Parameter des Beleuchtungsfeldes in elektro nischer Form ist insbesondere unter dem Aspekt der aus der Ferne gesteuerten Nutzung ophthalmologischer Diagnosegeräte (auch unter dem Begriff der Tele- medizin bekannt) von besonderer Bedeutung. Hierbei ist der externe Bediener auf eine verlässliche Rückmeldung der aktuellen Gerätekonfiguration und
insbesondere auch der realen Parameter des Beleuchtungsfeldes zwingend an gewiesen.
Hierzu beschreibt die WO 2013/081619 A1 ein System zur ophthalmologischen Bildgebung. Die vorliegende Lösung basiert auf einer ophthalmologischen Vor richtung, die über ein Netzwerk gesteuert wird und stereoskopische oder dreidi mensionale Bilder aufnimmt. Dabei kann das System von einem oder auch mehreren Ärzten aus der Ferne verwendet werden, um jeden Aspekt eines oph thalmologischen Geräts in Echtzeit über das Netzwerk dynamisch zu steuern und verbal mit dem Patienten zu interagieren. Die aufgenommenen dreidimen sionalen Bilder der Augen des Patienten werden in Echtzeit an den Arzt über tragen, der auf diese Weise eine Augenuntersuchung an mindestens einem Teil eines Auges durchführen kann. Da die Steuerung der ophthalmologischen Vor richtung über ein Netzwerk in Echtzeit erfolgt, kann der Arzt die Bilder variieren und verfeinern, um die Untersuchung zu optimieren. Unter Verwendung des vorliegenden Systems können umfassende Augenuntersuchungen aus der Ferne so detailliert und klar durchgeführt werden, als ob der Arzt am selben Ort wie der Patient anwesend wäre.
Aus verschiedenen Literaturquellen des Standes der Technik kann sowohl die Bedeutung als auch der Wunsch zur Nutzung solcher Geräteparameter ent nommen werden, um einen Vorteil oder Mehrwert für den Nutzer erzeugen zu können.
So sind Lösungen bekannt, die die Nutzung verschiedenster Beleuchtungspara meter beschreiben, um diese dem Nutzer als Hilfe für die Bedienung ophthal- mologischer Geräte zur Verfügung zu stellen.
So wird beispielsweise mit einem Spaltlampenmikroskop das Auge mit einer Spaltblende beleuchtet, um eine Vergrößerungsbeobachtung der gesamten vor deren Segmente des Auges, die Hornhaut, die Sklera, die Iris, die Augenlinse, die Bindehaut, die Augenkammer, den Eckwinkel, den Glaskörper und die
Netzhaut durchzuführen. Darüber hinaus existieren verschiedene Beobach tungstechniken, die Spaltlampenmikroskope verwenden. Diese beinhalten so wohl unterschiedliche Beleuchtungs- als auch Bildaufnahmeverfahren. Die Be leuchtung kann beispielsweise diffus, direkt und tangential oder auch als Hinter grundbeleuchtung erfolgen. Bei den Bildaufnahmeverfahren ist das Fotografie ren mit Fluoreszenzfärbung oder das Fotografieren unter Verwendung eines Gonioskops oder einer Befestigungslinse weit verbreitet. Es ist zu beachten, dass bei Untersuchungen unter Verwendung eines Spaltlampenmikroskops Be obachtungsziele und Beobachtungstechniken willkürlich kombiniert und ange wendet werden.
Für Untersuchungen mit einem Spaltlampenmikroskops ist es notwendiger weise erforderlich, in Abhängigkeit der Auswahl von Beobachtungsziel und/oder Beobachtungstechnik die Einstellungen des optischen Systems, zum Beispiel: Bestrahlungswinkel, Menge des Beleuchtungslichts, Beobachtungsvergröße rung, Spaltbreite, Filter, aber auch des Bildaufnahmesystems, wie Lichtempfind lichkeit, Verschlusszeit, Blendenwert usw. entsprechend anzupassen. Nur dann sind optimale Bildaufnahmen und Untersuchungen, bei einer geringen Belas tung von Arzt und Patient möglich.
Allerdings ist es schwierig, die Einstellung des optischen Systems und des Bild aufnahmesystems gemäß den verschiedenen Kombinationen von Beobach tungszielen und/oder Beobachtungstechniken angemessen durchzuführen bzw. zu verändern. Insbesondere treten solche Probleme auf, wenn der Arzt für Un tersuchungen mit einem Spaltlampenmikroskop unerfahren ist.
Hierzu wird in der US 2014/0139807 A1 ein Spaltlampenmikroskop beschrie ben, mit dem die Einstellung des optischen Systems auf einfache Weise den unterschiedlichen Bedingungen angepasst werden können.
Dazu verfügt das Spaltlampenmikroskop über einer Speichereinheit, die konfi guriert ist, um Korrespondenzinformationen zu speichern, die mit jeder von
mehreren Stellen eines Auges Standardeinstellungsbedingungen von Beleuch- tungs- und/oder Beobachtungssystem verknüpfen. Standardeinstellungsbedin gungen sind beispielsweise: der Wert der Beobachtungsvergrößerung, die Spaltbreite, die Lichtmenge, der Bestrahlungswinkels, das Vorhandensein oder Fehlen einer Bestrahlung des Hintergrundbeleuchtungslichts, sowie das Vor handensein oder Fehlen eines Diffusionselements, einer Blende bzw. eines Fil ters im Lichtweg.
Nach Festlegung der zu untersuchenden Stelle des Auges werden aus den Kor respondenzinformationen die Standardeinstellungsbedingungen für diese Stelle gesucht, mit den zuvor erfassten aktuellen Einstellzuständen verglichen und die Einstellungszuständen festgestellt, die sich von den gesuchten Standardeinstel lungsbedingungen unterscheiden. Die sich unterscheidenden Einstellzustände werden dann auf einer Anzeigeeinheit ausgegeben, um diese entsprechend korrigieren zu können. Allerdings scheint es bei der beschriebenen Lösung eher um die Nutzung der Daten in Form der Standardeinstellungsbedingungen zu gehen, denn die Gewinnung der Daten ist nur sehr vage angedeutet.
Nach dem bekannten Stand der Technik werden derartiger Daten mit Hilfe ver schiedener Sensoren gewonnen. Dabei kommen für die Erfassung von rotatori schen oder translatorische Bewegungen besonders oft axial gekoppelte Potenti ometer zum Einsatz. Andere mögliche Sensoren basieren auf der Detektion der Änderung von Eigenschaften von Schwingkreisen, Kapazitäten, Hall-Effekt oder ähnlichem.
Eine besondere Herausforderung stellen die notwendigen Dynamik- und Wer tebereiche für solche Sensors dar. So ist es beispielsweise bei einem Spaltlam penmikroskop erforderlich die Spaltbreite mit einer Genauigkeit von kleiner 25pm bestimmt werden, wenn Spaltbreiten zwischen 100pm und 20mm einge stellt werden sollen.
Um das Vorhandensein oder Fehlen von Diffusionselementen, Blenden bzw. Filtern im Lichtweg zu detektieren, ist deren mechanische Lageveränderung zu bestimmen, was allerdings bei den beengten Bauräumen oft sehr schwierig ist.
Aus platztechnischen Gründen kann es mitunter auch erforderlich sein, dass Sensoren nicht direkt an dem den Leuchtfeldparameter beeinflussenden Bau teil, sondern entlang der Stellkette irgendwo zwischen Aktor (z.B. Drehknopf, Schiebeelement, ...) und Bauteil angeordnet werden. Dies führt zu systemati schen und zufälligen Abweichungen, Hysterese und anderen Fehlern, welche nur teilweise durch Kalibriervorgänge ausgeglichen werden können.
Nachteilig wirkt sich bei den bekannten Systemen aus, dass für die Bestim mung der sehr verschiedenen Parameter des Beleuchtungsfeldes auch ver schiedene Sensoren inklusive Signal- und Versorgungsleitungen und Auswer teelektronik erforderlich sind.
Neben der Lösung von Bauraumproblemen muss auch sichergestellt werden, dass sich die verschiedenen Geber und/oder Sensoren nicht gegenseitig beein flussen bzw. die Änderung eines der Geber wirklich nur von dem zugeordneten Sensor detektiert wird.
Letzteres wird besonders dann problematisch, wenn beispielsweise bei einem Spaltlampenmikroskop manche Baugruppen mit mehreren einzustellenden Pa rametern und damit auch mehreren Gebern, Sensoren, Anschlussleitungen u. ä. relativ zu dem Gehäuse bewegt werden müssen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde die Nachteile der aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen zu beheben und eine Lösung zur Einstellung und Kontrolle einer Vielzahl von Parametern des Beleuchtungs und/oder Beobachtungsfeldes ophthalmologischer Geräte zu entwickeln, die mit möglichst wenigen Sensoren auskommt und dabei deren Störanfälligkeit und gegenseitige Beeinflussung minimiert.
Diese Aufgabe wird mit dem Verfahren zur Einstellung und Kontrolle von Para metern des Beleuchtungsfeldes ophthalmologischer Geräte, bei dem die ge wünschten Beleuchtungsparameter eingestellt, eine Beleuchtungsstrahlung mit den gewünschten Beleuchtungsparametern erzeugt, in eine Lichtverteilung in der Fokusebene umgesetzt, ein Teil der Beleuchtungsstrahlung ausgekoppelt, zur Analyse auf ein Sensorelement geleitet und aus den Sensordaten die realen Beleuchtungsparameter der Beleuchtungsstrahlung bestimmt werden, dadurch gelöst, dass als Sensorelement zur Analyse des auskoppelten Teils der Be leuchtungsstrahlung ein örtlich auflösender Bildsensor Verwendung findet.
Mögliche örtlich auflösende Bildsensoren können dabei beispielsweise auf CMOS- bzw. CCD-Technologie basieren, es sind aber zukünftig auch andere Technologien denkbar.
Einer ersten bevorzugten Ausgestaltung entsprechend spiegelt der ausgekop pelte Teil der Strahlung die reale Lichtverteilung wider und verändert diese möglichst nicht. Der Bildsensor der Digitalkamera nimmt Bilddaten kontinuierlich oder sequenziell auf, wobei die Dynamik des Bildsensors ausgenutzt wird.
Einer zweiten bevorzugten Ausgestaltung entsprechend werden die vom Bildsensor aufgenommenen Bilddaten in einem ersten Schritt auf ihre Validität geprüft werden.
Für die Bestimmung der Parameter aus den aufgenommenen Bilddaten werden Kalibrierwerten verwendet. Im Weiteren werden die ermittelten, realen Beleuch tungsparameter als numerische und/oder bildliche Darstellung dem Nutzer oder einer ihm zur Verfügung stehenden Software zur Verfügung gestellt und auf ei nem Display oder in einen Beobachtungsstrahlengang dargestellt.
Die vorgeschlagene Lösung ist zwar insbesondere zur Einstellung und Kontrolle von Parametern des Beleuchtungsfeldes ophthalmologischer Geräte
vorgesehen, kann allerdings auch auf anderen technischen Gebieten, wie bei spielsweise der Mikroskopie Anwendung finden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher be schrieben. Dazu zeigen:
Figur 1 : eine schematische Darstellung des Ablaufes des erfindungsgemäßen Verfahrens in Form eines Programmablaufplanes und
Figur 2: eine schematische Darstellung der erfinderischen
Anordnung am Beispiel einer Spaltlampe.
Bei dem vorgeschlagenen Verfahren zur Einstellung und Kontrolle von Parame tern des Beleuchtungsfeldes ophthalmologischer Geräte werden die gewünsch ten Beleuchtungsparameter eingestellt, eine Beleuchtungsstrahlung mit den ge wünschten Beleuchtungsparametern erzeugt, in eine Lichtverteilung in der Fo kusebene umgesetzt, ein Teil der Beleuchtungsstrahlung ausgekoppelt, zur Analyse auf ein Sensorelement geleitet und aus den Sensordaten die realen Beleuchtungsparameter der Beleuchtungsstrahlung bestimmt. Erfindungsge mäß findet als Sensorelement zur Analyse des auskoppelten Teils der Beleuch tungsstrahlung ein örtlich auflösender Bildsensor Verwendung. Die geometri sche Auflösung des Sensors kann dabei an die von der Anwendung geforderte Genauigkeit angepasst sein. Dadurch ist für eine geringere Sensorauflösung auch die Nutzung sehr preiswerter Sensoren, vergleichbar z.B. mit denen opti scher Mäuse (Computereingabegerät) möglich.
Besonders bevorzugt wird der örtlich auflösende Bildsensor einer Kamera ver wendet.
Die Beleuchtungsparameter werden dabei vom System oder dem Nutzer in Form von Informationen vorgegeben und so eingestellt, dass in einer/der Fo kusebene eine gewünschte Lichtverteilung erzeugt wird.
Gemäß der vorliegenden Lösung werden für die Erzeugung einer gewünschten Lichtverteilung beispielsweise folgende Beleuchtungsparameter verwendet: Helligkeit, Farbe, Lichtfeldform, Polarisation und ähnliche.
Dabei kann die Helligkeit einer Lichtverteilung durch Veränderung von Strom oder Spannung an der/den Lichtquelle(n) und die Lichtfarbe oder Farbtempera tur mit Hilfe von Filtern oder durch die Kombination verschiedenfarbiger Licht quellen und deren gezielter Verstärkung bzw. Abschwächung einstellen und ge gebenenfalls korrigieren.
Während sich die Feldform der Lichtverteilung durch Blenden, DMD, ELCoS, oder Ähnlichem verändern lässt, sind für die Veränderung deren Polarisation Pola risatoren erforderlich.
Erfindungswesentlich ist, dass der ausgekoppelte Teil der Strahlung die reale Lichtverteilung tatsächlich wiederspiegelt und diese durch die Auskopplung möglichst nicht verändert.
Sollte eine Veränderung des ausgekoppelten Strahles stattfinden ist dies bei der Bestimmung der realen Beleuchtungsparameter der Beleuchtungsstrahlung zwingend zu berücksichtigen. Dazu muss der Einfluss diese Veränderung aller dings bekannt sein. Diese kann man z. B. während des Fertigungsprozesses in Form einer Kalibrierung festgestellt, die bestimmten Parameter im Modul abge speichert und damit für die weitere Verwendung bereitgehalten werden.
Einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens entspre chend, werden vom örtlich auflösender Bildsensor kontinuierlich oder sequenzi ell Bilddaten aufgenommen. Besonders vorteilhaft kann hierbei die Dynamik
des Bildsensors ausgenutzt und als Lichtleistungsdetektor verwendet wird.
Dazu wird besonders darauf geachtet, dass die einzelnen Bildpunkte nicht über steuert sind bzw. die Dynamik der verwendeten Kamera ausgenutzt wird. Dazu werden die Bildpunkte mit der größten Intensität ausgewählt und über einen Al gorithmus (z.B. binäre Suche) Kameraparameter, z.B. Belichtungszeit oder Verstärkung, so eingestellt, dass diese Bildpunkte einen Wert knapp unter halb des oberen Dynamikbereichs annehmen. Dadurch sollte es im gesamten Bild keine über- oder unter steuerten Bildpunkte mehr geben und alle Daten können für weitere Analysen genutzt werden. Diese Kameraeinstellungen kön nen dabei im Weiteren auch als Parameter genutzt werden.
Die vom örtlich auflösenden Bildsensor aufgenommenen Bilddaten werden ana lysiert und daraus mittels angepasster und/oder optimierter Algorithmen die Pa rameter bestimmt. In einem ersten Schritt können die aufgenommenen Bildda ten auf ihre Validität geprüft werden.
Dazu werden die Bilddaten mit einem Algorithmus untersucht, ob es ein oder mehrere Leuchtfelder in dem Kamerabilder gibt. Erwartet wird nur ein einzelnes Leuchtfeld. Falls mehrere gefunden werden, ist es möglich, dass das System nicht optimal eingestellt wurde. Dann sind auch die folgenden Algorithmus- Schritte nicht notwendiger Weise valide. Darauf ist der Nutzer im Idealfall hinzu weisen.
Aus den vom örtlich auflösenden Bildsensor aufgenommenen Bilddaten werden im Anschluss die Parameter mittels angepasster und/oder optimierter Algorith men bestimmt.
Für die Bestimmung der Parameter werden Kalibrierwerten herangezogen, wel che einmalig z.B. die Größen-, Winkel- und Farbdarstellung zwischen dem Bild feld und dem analysierten Ergebnis des Bildsensors abgleicht.
Für die Bestimmung von Breite, Länge und Ausrichtung des Spaltes werden mit Hilfe eines Algorithmus aus den vom Bildsensor aufgenommenen Bilddaten das Leuchtfeld und dessen Kanten detektiert. Hierbei entspricht der Abstand zwi schen den zwei parallelen Kanten der Spaltbreite und der dazu senkrechte Ab stand der Spalthöhe. Die Mittellinie zwischen den beiden detektierten Kanten stellt den Bezug zur Drehwinkelauswertung der Spaltlage dar.
Aus der Intensität der verschiedenfarbigen Teilbilder der vom Bildsensor aufge nommenen Bilddaten kann auf die Farbe des Leuchtfelds geschlossen werden.
Da in ophthalmologischen Geräten meistens nur eine kleine Auswahl an Filtern zum Einsatz kommt, ist die Zuordnung der sensorisch detektierten Lichtvertei lung zu dem im Einsatz befindlichen Filter nicht weiter problematisch. Die ent sprechenden filterabhängigen Histogramme der Lichtverteilung können im Rah men des Justage-/Kalibrierprozesses in dem Sensor hinterlegt werden.
Nachdem mittels Bildverarbeitungsalgorithmen festgestellt wurde, ob ein oder mehrere der gewünschten Parameter richtig eingestellt sind, werden die ermit telten realen Beleuchtungsparameter der Beleuchtungsstrahlung zur Dokumen tation und/oder Reproduktion gespeichert.
Insbesondere können die aus den aufgenommenen Bildern bestimmten Para meter und deren Größe als Meta-Informationen zu dem aufgenommenen Bild abgespeichert oder als Eingangsgröße für einen Regelkreis des Beleuchtungs moduls verwendet werden.
Einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens entsprechend werden die realen Beleuchtungsparameter als numerische und/ oder bildliche Darstellung dem Nutzer zur Verfügung gestellt. Dies erfolgt bei spielsweise auf einem Display oder direkt in den Beobachtungsstrahlengang.
Hierzu zeigt die Figur 1 einen möglichen Ablauf des erfindungsgemäßen Ver fahrens in Form eines Programmablaufplanes.
Nach dem Einstellen der gewünschten Beleuchtungsparameter und dem Erzeu gen einer Beleuchtungsstrahlung mit den entsprechenden Beleuchtungspara metern wird ein Teil der erzeugten Lichtverteilung ausgekoppelt, analysiert und daraus die realen Beleuchtungsparameter der Beleuchtungsstrahlung bestimmt.
Hierzu wird vom örtlich auflösenden Bildsensor ein Bild aufgenommen, auf Vali dität geprüft und bei fehlender Validität wiederholt, wobei die Bildaufnahmepara meter bei Bedarf angepasst werden können. Aus den validen Bilddaten wird das Leuchtfeld detektiert, ebenfalls auf Validität geprüften und bei Nichtvorlie gen wiederholt, wobei der Nutzer eine Rückmeldung darüber erhalten kann.
Aus den validen Leuchtfeldern werden in einem ersten Schritt die Kanten der Spaltabbildung detektiert, deren Abmessungen bestimmt und vorzugsweise für den Nutzer zur Anzeige gebracht. Hierzu können zusätzlich Kalibrierdaten ver wendet werden.
In einem zweiten Schritt wird der Drehwinkel der Spaltabbildung bestimmt und vorzugsweise ebenfalls dem Nutzer zur Anzeige gebracht. Dabei stellt die Mit tellinie zwischen den beiden detektierten langen Kanten den Bezug zur Dreh winkelauswertung dar. Auch hierzu können zusätzlich Kalibrierdaten verwendet werden.
In einem dritten Schritt wird die Intensität bestimmt und aus der Intensität ver schiedenfarbiger Teilbilder auf die Farbe des Leuchtfelds geschlossen.
Gleichzeitig kann, nach einer entsprechenden Kalibrierung, aus der gemesse nen Intensität für eine gegebene Belichtungszeit der Kamera auf die Intensität der Lichtquelle geschlossen werden.
Die vorgeschlagene Anordnung zur Einstellung und Kontrolle von Parametern des Beleuchtungsfeldes ophthalmologischer Geräte besteht aus einer Betäti gungseinheit zum Einstellen der gewünschten Beleuchtungsparameter, einer Beleuchtungseinheit zum Erzeugen einer Beleuchtungsstrahlung mit den ge wünschten Beleuchtungsparametern, einem Auskoppelelement zur Auskopp lung eines Teils der Beleuchtungsstrahlung, einem Sensorelement zur Analyse des auskoppelten Teils der Beleuchtungsstrahlung und einer Auswerteeinheit zur Auswertung der Sensordaten und zur Bestimmung der realen Beleuch tungsparameter der Beleuchtungsstrahlung. Erfindungsgemäß ist das Sensorel ement zur Analyse des auskoppelten Teils der Beleuchtungsstrahlung ein ört lich auflösender Bildsensor, der sowohl Intensitäten als auch Informationen ortsaufgelöst aufzeichnen kann.
Einer ersten vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anordnung entsprechend ist das Sensorelement der örtlich auflösende Bildsensor einer Ka mera.
Um Farbinformationen auswerten zu können muss der Bildsensor über spektral unterschiedlich reagierende verfügen. Dazu ist beispielsweise auch der in vie len Kameras vorhandene BAYER-Matrix-Filter geeignet.
Einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anordnung entspre chend, besteht die Beleuchtungseinheit aus mehreren spektral unterschiedli chen und separat ansteuerbaren Leuchtquellen. Zur Erhöhung des Dynamikbe reiches verfügt die Beleuchtungseinheit zudem über eine variable Blende.
Wie bereits beschrieben, werden für die Erzeugung einer gewünschten Licht verteilung beispielsweise folgende Beleuchtungsparameter verwendet: Hellig keit, Farbe, Lichtfeldform, Polarisation und ähnliche. Dabei kann die Helligkeit einer Lichtverteilung durch Veränderung von Strom oder Spannung an der/den Lichtquelle(n) und die Lichtfarbe oder Farbtemperatur mit Hilfe von Filtern oder durch die Kombination verschiedenfarbiger Lichtquellen und deren gezielter
Verstärkung bzw. Abschwächung einstellen und gegebenenfalls korrigieren. Dabei lässt sich die Feldform der Lichtverteilung durch Blenden, DMD, ELCoS, oder Ähnlichem verändern.
Um die Parameter der realen Lichtverteilung bestimmen zu können, wird ein Teil der Strahlung, der die reale Lichtverteilung tatsächlich wiederspiegelt, aus gekoppelt. Der dafür vorgesehene Strahlteiler leitet diesen Teil der Strahlung zur Analyse auf den als Sensorelement dienenden örtlich auflösenden Bildsensor weiter.
Das Auskoppelelement zur Auskopplung eines Teils der Beleuchtungsstrahlung kann aber auch ein bereits existierendes Element in Form eines Spiegels oder Prismas sein, wobei eine optisch aktive Fläche statt als reflektierende optische Schicht, als teildurchlässige Schicht ausgebildet ist.
Wie bereits beschrieben, ist der örtlich auflösende Bildsensor ausgebildet konti nuierlich oder sequenziell Bilddaten aufzunehmen und an die Auswerteeinheit zu deren Auswertung und zur Bestimmung der realen Beleuchtungsparameter der Beleuchtungsstrahlung zu übermitteln.
Zur Analyse der vom Bildsensor aufgenommenen Bilder und zur Bestimmung der realen Beleuchtungsparameter der Beleuchtungsstrahlung verfügt die Aus werteeinheit über einen Mikroprozessor.
Der Mikroprozessor analysiert, durch den Einsatz angepasster/optimierter Algo rithmen die aufgenommenen Bilddaten und bestimmt die Parameter und deren Größe. Dazu werden vorzugsweise Kalibrierwerte herangezogen, welche ein malig z.B. die Größen-, Winkel- und Farbdarstellung zwischen den eingestell ten, gewünschten Beleuchtungsparametern und dem vom Bildsensor aufge nommenen, die reale Lichtverteilung in der Fokusebene charakterisierenden Bilddaten abgleicht.
Die erfindungsgemäße Anordnung kann über eine Speichereinheit zur Doku mentation und/oder Reproduktion der realen Beleuchtungsparameter der Be leuchtungsstrahlung verfügen. Die ermittelten realen Beleuchtungsparameter der Beleuchtungsstrahlung können dabei als Eingangsgrößen eines Regelkrei ses für die Beleuchtungseinheit oder aber als Meta-Informationen zu den aufge nommenen Bilddaten abgespeichert werden.
Insbesondere kann diese dem Nutzer zur Kenntnis gebracht werden. Dazu kann die Anordnung über ein Element zur numerischen und/oder bildlichen Dar stellung der realen Beleuchtungsparameter verfügen.
Die numerische und/oder bildliche Darstellung kann dabei auf einem Display oder auch direkt im Beobachtungsstrahlengang erfolgen, wofür die Anordnung über ein Element zur Einkopplung in einen Beobachtungsstrahlengang verfügt.
Hierzu zeigt die Figur 2 eine schematische Darstellung der erfinderischen An ordnung am Beispiel einer Spaltlampe. An der Betätigungseinheit 1 werden die beispielhaft gewünschten Beleuchtungsparameter 2 eingestellt, um mit Hilfe der Beleuchtungseinheit 3 und der (vereinfacht dargestellten) Spalterzeugungsein heit 4 die entsprechende Beleuchtungsstrahlungsverteilung in der Fokusebene 5 zu erzeugen.
Vom Strahlteiler 6 wird ein Teil der Beleuchtungsstrahlung ausgekoppelt und zur Analyse der Beleuchtungsstrahlung auf den örtlich auflösenden Bildsensor 7 abgebildet. Der Mikroprozessor 8 wertet die vom örtlich auflösenden Bildsen sor 7 übermittelten Sensordaten aus, verrechnet sie mit eventuell vorhandenen Kalibrierdaten, bestimmt dadurch die realen Beleuchtungsparameter der Be leuchtungsstrahlung und stellt diese auf einem Display 9 dar.
Einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anordnung entsprechend verfügt die Anordnung über ein zusätzliches Sensorelement zur polarisationsabhängigen Analyse des auskoppelten Teils der
Beleuchtungsstrahlung. Nur so ist es möglich polarisationsabhängige Eigen schaften detektieren zu können.
Hierzu könnte beispielsweise ein Stokes-Aufbau verwendet werden, bei dem mindestens 4 verschiedene Polarisationszustände (parallel oder seriell) er zeugt, gemessen und daraus dann der Polarisationszustand der Strahlung zu rückgerechnet wird.
Weitere Ausgestaltungen betreffen, die den örtlich auflösenden Bildsensor bein haltende Kamera.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass eine vorhandene, das eigentli che Bildfeld beobachtende Kamera über spezielle Algorithmen zur Analyse und Auswertung der Beleuchtungsinformationen aus dem Gesamtbild verfügt.
Weiterhin wäre es vorteilhaft, wenn eine vorhandene, zur Aufnahme von Bildin formation genutzte Kamera über spezielle Algorithmen zur Analyse und Aus wertung der Beleuchtungsinformationen aus dem Gesamtbild verfügt.
Mit der erfindungsgemäßen Lösung werden ein Verfahren und eine Anordnung zur Einstellung und Kontrolle von Parametern des Beleuchtungsfeldes ophthal- mologischer Geräte zur Verfügung gestellt, mit denen die Nachteile der aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen behoben werden. Die vorgeschla gene Lösung ermöglicht eine Vielzahl von Parametern des Beleuchtungs und/oder Beobachtungsfeldes ophthalmologischer Geräte einzustellen, zu kon trollieren und dabei die Störanfälligkeit und gegenseitige Beeinflussung der Sensoren zu minimieren.
Als besonders vorteilhaft wirkt sich aus, dass die Lösung mit nur einem Sensor mehrere Parameter gleichzeitig aufnehmen und analysieren kann. Die Verwen dung des Bildsensors einer Kamera bringt weiterhin den Vorteil mit sich, dass sich der gesamte Aufbau erheblich miniaturisieren lässt.