Zusätzliche Zonenüberwachung für Gebäudetür
Beschreibung
Die hier beschriebene Technologie betrifft allgemein ein Zugangskontrollsystem für ein Gebäude. Ausführungsbeispiele der Technologie betreffen ausserdem ein Verfahren zum Betreiben des Zugangskontrollsystems.
Zugangskontrollsysteme können auf verschiedenste Art und Weise ausgestaltet sein, um Personen Zugang zu einer zugangsbeschränkten Zone zu gewähren bzw. zu verwehren. Die Ausgestaltung kann beispielsweise die Art betreffen, wie sich Personen (Nutzer) als zugangsberechtigt auszuweisen haben, z. B. mit einem Schlüssel, einer Magnet-, Chip oder RFID Karte oder einem mobilen elektronischen Gerät (z. B. Mobiltelefon). WO 2010/112586 Al beschreibt ein Zugangskontrollsystem, bei dem ein zugangsberechtigter Nutzer auf einem mitgeführten Mobiltelefon einen Zugangscode auf einer Anzeige dargestellt bekommt. Hält der Nutzer das Mobiltelefon an eine Kamera, so dass diese den dargestellten Zugangscode erfassen kann, gewährt das Zugangskontrollsystem bei gültigem Zugangscode dem Nutzer Zugang.
Die Ausgestaltung eines Zugangskontrollsystems kann auch die Art betreffen, wie Personen Zugang gewährt bzw. verwehrt wird, beispielsweise durch Türen, Schleusen oder Barrieren. Es ist beispielsweise bekannt, dass an einer Tür ein elektronisches Schloss angeordnet ist, an dem ein Zugangscode eingegeben werden muss, damit die Tür entriegelt und geöffnet werden kann. Neben dieser Entriegelungsfunktion an einer Tür, ist es bekannt, den Durchgang durch die Tür zu überwachen. WO 2018/069341 Al beschreibt beispielsweise eine Vorrichtung, die sensorisch überwacht, ob und welche Objekte sich durch eine Tür bewegen. Zur Objektüberwachung mittels Infrarotbildaufnahme und Infrarotpulsbeleuchtung hat die Vorrichtung eine aus einer Strahlungsquelle und einer Bildaufnahmeeinrichtung bestehende stereometrische Objekterkennungseinrichtung, die stationär nahe einer Wand oder einem Türrahmen befestigt ist. Die Objekterkennungseinrichtung bestimmt die geometrischen Abmessungen eines Objekts (Mensch, Auto), um zu bestimmen, wie weit die Tür für das Passieren des Objekts zu öffnen ist. Dadurch soll der Komfort und die Sicherheit des passierenden Objekts gewährleistet werden, beispielsweise soll sich eine laufende oder fahrende Person beim Passieren der Tür sicher fühlen.
Die genannten Systeme betreffen unterschiedliche Anforderungen der Zugangskontrolle und diesbezügliche Ausgestaltungen der Zugangskontrollsysteme. Zusätzlich zu diesen bekannten Anforderungen ergeben sich weitere Anforderungen, beispielsweise aufgrund von sich ändernden Lebensgewohnheiten bzw. Lebensumständen (z. B. verdichtetes Wohnen in Apartments in einer Stadt), einschliesslich einem Bedürfnis nach erhöhter Sicherheit und einer zunehmenden Automatisierung von und in Gebäuden. Es besteht daher ein Bedarf an einer Technologie für ein Zugangskontrollsystem, das diese Anforderungen erfüllt, wobei die Zugangskontrolle insbesondere dem Sicherheitsbedürfhis Rechnung zu tragen hat, ohne den Komfort für Nutzer negativ zu beeinflussen.
Ein Aspekt einer solchen Technologie betrifft ein System zur Kontrolle eines Zugangs zu einem Gebäude und/oder einer zugangsbeschränkten Zone im Gebäude. Das System umfasst ein Gebäudetürsystem mit einer Gebäudetür, einer elektronischen Schliesseinrichtung und einer Erkennungseinrichtung zur Erfassung eines Berechtigungsnachweises eines Objekts. Die Gebäudetür ist durch die elektronische Schliesseinrichtung bei einem gültigen Berechtigungsnachweis entriegelbar und von einer geschlossenen Position in eine geöffnete Position bringbar, um dem Objekt an der Gebäudetür Zugang zu gewähren. Das System umfasst auch ein Sensorsystem, das ausgestaltet ist, eine Zugangszone, die einen festgelegten Zugangsbereich zur Gebäudetür umfasst, zu überwachen und eine Person zu detektieren, die sich in der Zugangszone aufhält. Eine Steuereinrichtung des Systems ist mit dem Gebäudetürsystem und dem Sensorsystem kommunikativ verbunden. Das Steuereinrichtung ist ausgestaltet, ein Alarmsignal zu erzeugen, wenn das Gebäudetürsystem dem Objekt Zugang gewährt und das Sensorsystem eine Person in der Zugangszone detektiert, wobei das Gebäudetürsystem bei Empfang des Alarmsignals das Gewähren des Zugangs unterbindet.
Ein anderer Aspekt der Technologie betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Systems zur Kontrolle eines Zugangs zu einem Gebäude und/oder einer zugangsbeschränkten Zone im Gebäude. Das System umfasst ein Gebäudetürsystem, das eine Gebäudetür, eine elektronischen Schliesseinrichtung und eine Erkennungseinrichtung zur Erfassung eines Berechtigungsnachweises eines Objekts aufweist, ein Sensorsystem zur Überwachung
einer Zugangszone, die einen festgelegten Zugangsbereich zur Gebäudetür umfasst, und eine Steuereinrichtung, die mit dem Gebäudetürsystem und dem Sensorsystem kommunikativ verbunden ist. Gemäss dem Verfahren wird ein Berechtigungsnachweis des Objekts mittels der Erkennungseinrichtung erfasst, während sich das Objekt in einer Zugangszone der Gebäudetür befindet. Die Gebäudetür ist bei einem gültigen Berechtigungsnachweis entriegelbar und von einer geschlossenen Position in eine geöffnete Position bringbar, um dem Objekt an der Gebäudetür Zugang zu gewähren. Durch das Sensorsystem wird detektiert, ob sich in der Zugangszone eine Person aufhält. Ein Alarmsignal wird durch die Steuereinrichtung erzeugt, wenn das Gebäudetürsystem dem Objekt an der Gebäudetür Zugang gewährt und das Sensorsystem eine Person in der Zugangszone detektiert. Bei einem Empfang des Alarmsignals durch das Gebäudetürsystem, wird das Gewähren des Zugangs an der Gebäudetür durch das Gebäudetürsy stem unterbunden.
Die hier beschriebene Technologie schafft ein Zugangskontrollsystem, das zusätzliche Sicherheit insbesondere dann bietet, wenn das Objekt autonom und ohne Begleitung einer dazugehörigen Person Zugang an einer Gebäudetür ersucht. Das Objekt kann ein autonom fahrendes Objekt (im Folgenden als Roboter bezeichnet) oder ein Haustier (z. B. ein Hund oder eine Katze) sein. Gemäss der hier beschriebenen Technologie wird dem Objekt nur dann Zugang gewährt, wenn die Zugangszone der Gebäudetür sicher ist. In einem Ausführungsbeispiel ist die Zugangszone dann sicher, wenn das Objekt allein in der Zugangszone ist. Befindet sich dagegen eine für die Gebäudetür "unberechtigte" Person in der Zugangszone, die nicht zum Objekt gehört, es beispielsweise nicht begleitet, gilt die Zugangszone gemäss der hier beschriebenen Technologie als nicht sicher. In diesem Fall wird die Zugangsgewährung unterbunden, um beispielsweise ein unbefugtes Betreten durch die Person zu verhindern.
Das Unterbinden der Zugangsgewährung kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen und insbesondere flexibel an die jeweilige Situation angepasst sein. Das Unterbinden des Gewährens des Zugangs kann in einem Ausführungsbeispiel ein Blockieren der Gebäudetür in der geschlossenen Position umfassen. In diesem Fall wird die unberechtigte Person detektiert, bevor die Gebäudetür für das Objekt geöffnet wird. Mit dem Öffnen der Gebäudetür kann dann beispielsweise gewartet werden, bis sich die unberechtigte Person aus der Zugangszone entfernt hat und diese dann wieder als sicher
gilt. Je nach Ausgestaltung des Systems kann das Objekt dann den Berechtigungsnachweis erneut vorweisen.
Das Unterbinden des Gewährens des Zugangs kann in einem Ausführungsbeispiel ein Blockieren der Gebäudetür in einer teilweise geöffneten Position umfassen. In diesem Fall wird die unberechtigte Person detektiert, wenn die Gebäudetür für das Objekt bereits entriegelt und teilweise geöffnet wird. Die Gebäudetür kann daraufhin blockiert werden, damit sie nicht weiter geöffnet werden kann. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Gebäudetür nur einen Spalt weit geöffnet ist, der zu schmal für eine Person ist. In einem Ausführungsbeispiel kann mit dem weiteren Öffnen der Gebäudetür gewartet werden, bis sich die unberechtigte Person aus der Zugangszone entfernt hat und diese dann wieder als sicher gilt.
Das Unterbinden des Gewährens des Zugangs kann in einem Ausführungsbeispiel ein Schliessen der Gebäudetür von einer ganz oder teilweise geöffneten Position umfassen; die ganz geöffnete Position ist in einem Ausführungsbeispiel für das Objekt festgelegt. Für das Objekt (z. B. ein Roboter oder ein Haustier) kann die Gebäudetür beispielsweise nur so weit geöffnet werden, dass das Objekt hindurchpasst; diese Weite stellt in dieser Situation die ganz geöffnete Position dar. Von dieser ganz oder teilweise geöffneten Position ausgehend, kann ein Schliessen der Gebäudetür veranlasst werden. Wenn sich das Objekt noch nicht im Durchgangsbereich befindet, kann die Gebäudetür wieder geschlossen werden. Befindet sich dagegen das Objekt bereits im Durchgangsbereich, kann die Gebäudetür beispielsweise soweit geschlossen werden, bis sie das Objekt berührt.
In Ausführungsbeispielen der hier beschriebenen Technologie kann das Objekt an der Gebäudetür Zugang bekommen, ohne dass es von einer berechtigten Person begleitet wird und ohne dass sich eine berechtigte Person in der zugangsbeschränkten Zone aufhält. Die hier beschriebene Technologie bietet für eine solche Situation die genannte zusätzliche Sicherheit, weil das Risiko, dass sich eine unberechtigte Person durch die für das Objekt geöffnete Gebäudetür Zugang verschafft, reduziert wird.
In einem Ausführungsbeispiel nutzt die Technologie eine Erkennungseinrichtung, die am Gebäudetürsystem oder in deren Umgebung angeordnet und mit der Steuereinrichtung
kommunikativ verbunden ist. Das Gebäudetürsystem kann somit an die jeweilige Gebäudesituation angepasst werden. In einem Ausführungsbeispiel umfasst das Gebäudetürsystem eine Schiebetür; die Erkennungseinrichtung kann an der Schiebetür angeordnet sein, wodurch der Verkabelungsaufwand reduziert werden kann.
Die Erkennungseinrichtung ist ausgestaltet, einen vom Objekt vorgewiesenen Berechtigungsnachweis zu erfassen. Es ist dabei von Vorteil, dass die Art des Berechtigungsnachweises und entsprechend dazu die Ausgestaltung der Erkennungseinrichtung je nach den Anforderungen im Gebäude gewählt werden können. Die Erkennungseinrichtung kann beispielsweise eine Sende- und Empfangseinrichtung für Funksignale, ein Erfassungsgerät für ein biometrisches Merkmal, ein Erfassungsgerät für einen optischen Code, ein Lesegerät für eine Magnetstreifenkarte oder eine Chipkarte, und/oder eine Tastatur oder einen berührungsempfmdlichen Bildschirm zur manuellen Eingabe eines Kennworts umfassen. In einem Ausführungsbeispiel kann die Erkennungseinrichtung eine Sende- und Empfangseinrichtung für Funksignale und ein Erfassungsgerät (z. B. eine Digitalkamera) für einen optischen Code aufweisen. Die Art des optischen Codes (z. B. Strichcode (Barcode), QR Code und Farbcode) kann ebenfalls gewählt werden.
In einem Ausführungsbeispiel umfasst das Sensorsystem eine Kamera und ist ausgestaltet, ein von der Kamera aufgenommenes Bild auszuwerten, um eine Person zu detektieren, die sich in der Zugangszone aufhält. Hinsichtlich der Art der Kamera besteht Flexibilität. Die Kamera kann beispielsweise eine 2D-Kamera oder eine 3D Kamera sein. Als 3D-Kamera kann beispielsweise eine Time of Flight Kamera gewählt werden.
Bei der hier beschriebenen Technologie ist es zudem ein Vorteil, dass ihre Verwendung nicht auf eine bestimmte Art von Gebäudetürsystem beschränkt ist. In einem Ausführungsbeispiel kann das Gebäudetürsystem eine Schiebetür umfassen, die raumsparend im Gebäude installiert ist. Ein Wandschalenbereich eines Türrahmens nimmt beispielsweise die Schiebetür in der geöffneten Position zumindest teilweise auf. Der Türrahmen hat ausserdem einen Durchgangsbereich. Die Schiebetür hat eine Stirnseite, die in der geöffneten Position in Richtung des Durchgangsbereichs zeigt. In einem Ausführungsbeispiel hat die Schiebetür einen Aktuator, der ausgestaltet ist, Türblätter in der geschlossenen Position der Schiebetür in einer ersten Stellung mit einem
ersten Blattabstand und in der geöffneten Position der Schiebetür in einer zweiten Stellung mit einem zweiten Blattabstand zu positionieren. Der erste Blattabstand ist dabei grösser als der zweite Blattabstand. Eine solches Gebäudetürsystem ist insbesondere für die hier beschriebenen Objekte (insbesondere für einen Roboter) geeignet ist, da diese und das Gebäudetürsystem keinen Türflügelschwenkbereich berücksichtigen müssen. Der Schliessvorgang der Schiebetür kann beispielsweise bereits veranlasst werden, sobald das Objekt eine Fahrbahn der Schiebetür verlässt, d. h. sich ausserhalb des Durchgangsbereich befindet.
In einem Ausführungsbeispiel hat das Schiebetürsystem eine Schnittstelleneinrichtung, die an der Gebäudetür angeordnet und ausgestaltet ist, Daten an ein Gebäudeverwaltungssystem zu senden und/oder von diesem zu empfangen. Das Gebäudeverwaltungssystem kann im Gebäude oder davon räumlich entfernt angeordnet sein.
Der Berechtigungsnachweis ermöglicht die Überprüfung der Zugangsberechtigung des Objekts. In einem Ausführungsbeispiel ermittelt die Steuereinrichtung bei für das Objekt gültigem Berechtigungsnachweis in einer Speichereinrichtung einen Datensatz, in dem der Berechtigungsnachweis einer Zugangsberechtigung zugeordnet ist. Der Datensatz kann von einer für die zugangangsbeschränkte Zone verantwortlichen Person (Mieter, Eigentümer, Gebäudeverwalter etc.) verwaltet werden. In einem Ausführungsbeispiel ist dem Berechtigungsnachweis ausserdem einer Öffhungsweite der Gebäudetür zugeordnet. Die Öffhungsweite ist dabei für das Objekt optimiert.
Im Folgenden sind verschiedene Aspekte der verbesserten Technologie anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Figuren näher erläutert. In den Figuren haben gleiche Elemente gleiche Bezugszeichen. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer beispielhaften Situation in einem Gebäude mit einem Zugangskontrollsystem gemäss einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 2 eine schematische Darstellung eines beispielhaften Schiebetürsystems als ein Ausführungsbeispiel eines Gebäudetürsystems;
Fig. 3A eine schematische Darstellung eines beispielhaften Schiebetürsystems mit einer geschlossenen Schiebetür;
Fig. 3B eine schematische Darstellung des Schiebetürsystems aus Fig. 3A, wobei die Schiebetür in einer Zwischenposition ist;
Fig. 3C eine schematische Darstellung des Schiebetürsystems aus Fig. 3A, wobei die Schiebetür in einer offenen Position ist; und Fig. 4 ein Ablaufdiagram eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Betreiben eines Zugangskontrollsystems.
Fig. 1 ist eine schematische Darstellung einer beispielhaften Situation in einem beispielhaften Gebäude mit einem Zugangskontrollsystem 1 und einem oder mehreren Stockwerken L0, L 1. Unter dem Begriff "Gebäude" sind in dieser Beschreibung beispielsweise Wohn- und/oder Geschäftsgebäude, Hotels, Krankenhäuser und andere Gebäude, in denen sich Personen aufhalten können, zu verstehen. Sind in einem Gebäude mehrere Stockwerke vorhanden, können diese von einer Aufzugsanlage 10 in bekannter Weise bedient werden. Zur Illustration ist die Aufzugsanlage 10 in Fig. 1 mit einer Aufzugskabine 12, Aufzugstüren 14, einer Antriebseinrichtung 16 und einem
Gegengewicht 18 angedeutet.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel hat das Gebäude ein Erdgeschoss L0 und ein oberes Stockwerk LI, die von Personen 4 oder Objekten 20 genutzt werden können. Zur Illustration zeigt Fig. 1 eine Person 4 ausserhalb des Gebäudes vor einer Haustür (2) und eine Person 4 und ein Objekt 20 (z. B. einen autonomen Roboter) auf dem Stockwerk LI. Eine Person 4 oder das Objekt 20 können beispielsweise berechtigt sein, das Gebäude und einen oder mehrere Räume im Gebäude zu betreten; ein dafür vorgesehenes Gebäudetürsystem 2 kann eine Gebäudetür 2a für eine Person 4 oder ein Objekt 20 blockieren oder für diese bei bestehender Zugangsberechtigung freigeben. Zu anderen
Räumen können die Person 4 oder das Objekt 20 jedoch nicht zugangsberechtigt sein; die entsprechenden Gebäudetüren 2 bleiben für sie verriegelt.
Fig. 1 zeigt im oberen Stockwerk LI zwei als Gebäudeinnentüren dienende Gebäudetüren 2a, durch die z. B. Personen 4 oder Objekte 20 dahinterhegende zugangsbeschränkte
Bereiche oder Räume 36 (s. Fig. 2) betreten und verlassen können. Das Gebäude und/oder einzelne zugangangsbeschränkte Bereiche oder Räume können von einer verantwortlichen Person (z. B. Mieter, Eigentümer, Gebäudeverwaltung etc.) verwaltet werden; die dafür jeweils verantwortliche Person kann Zugangsberechtigungen erteilen.
Der Fachmann erkennt, dass das Gebäude im Erdgeschoss L0 ebenfalls eine oder mehrere Gebäudetüren 2a haben kann, beispielsweise eine weitere Haustür und/oder eine oder mehrere Gebäudeinnentüren. Im oberen Stockwerk LI können eine einzige Gebäudetür 2a oder mehr als zwei Gebäudetüren 2a vorhanden sein. Letzteres kann beispielsweise in einem Bürogebäude oder in einem Wohngebäude der Fall sein, in denen von einem gemeinsamen Flur aus, einzelne Büros oder Wohnungen betreten werden können.
Jede der in Fig. 1 gezeigten Gebäudetüren 2a hat eine elektrisch ansteuerbare Schliesseinrichtung 50 (s. Fig. 2), durch die eine Gebäudetür 2a verriegelt und entriegelt werden kann. In einen Ausführungsbeispiel kann die Schliesseinrichtung 50 durch ein elektrisches Steuersignal angesteuert werden. Ist die Gebäudetür 2a für eine Person 4 oder ein Objekt 20 zu öffnen, aktiviert das elektrische Steuersignal die Schliesseinrichtung 50, wodurch die Gebäudetür 2a entriegelt wird. Entsprechend dazu kann in einem Ausführungsbeispiel die Schliesseinrichtung 50 durch ein elektrisches Steuersignal angesteuert werden, um die Gebäudetür 2a zu verriegeln. Ein Ausführungsbeispiel einer Schliesseinrichtung 50 ist an anderer Stelle dieser Beschreibung angegeben.
Fig. 1 zeigt ausserdem ein Gebäudeverwaltungssystem 22 (BM), ein Kommunikationsnetz 28 und ein Sensorsystem 8. Das Kommunikationsnetz 28 erstreckt sich (horizontal) auf den Stockwerken L0, LI und (vertikal) zwischen den Stockwerken L0, LI und verbindet das Sensorsystem 8 mit dem Gebäudeverwaltungssystem 22. Das Sensorsystem 8 umfasst eine Vielzahl von Einzelsystemen, die in Fig. 1 als Kameras dargestellt sind (im Folgenden kann sich das Bezugszeichen 8 auch eine Kamera beziehen). Das Sensorsystem 8 überwacht festgelegte Zonen oder Bereiche im Gebäude und je nach Gebäude und Bedarf auch ausserhalb des Gebäudes. Gemäss der hier beschriebenen Technologie überwacht das Sensorsystem 8 insbesondere in Fig. 1 beispielhaft eingezeichnete Zugangszonen ZI, Z2, Z3 im Bereich der Gebäudetüren 2a. Der Fachmann erkennt, dass die Zugangszonen ZI, Z2, Z3 überlappen können und dass auf einem Stockwerk L0, LI beispielsweise nur eine einzigen Zugangszone ZI, Z2, Z3 festgelegt ist; diese kann sich z. B. über den gesamten Bereich vor der oder den Gebäudetüren 2a auf dem Stockwerk L0, LI erstrecken. Der Fachmann erkennt auch, dass das Sensorsystem 8 an das Gebäude (z. B. bzgl. dessen Grösse, Lage und Art der Nutzung) angepasst werden kann und dass z. B. auch Flure, Gänge, Parkebenen, Garagen
und Treppenhäuser überwacht werden können. Entsprechend dazu können die Anzahl der Kameras 8 und deren Positionierungen im Gebäude gewählt werden.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel betrifft ein Aspekt des Gebäudeverwaltungssystems 22 eine Kontrolle und Überwachung des Zugangs zum Gebäude und zu den einzelnen Bereichen und Räumen innerhalb des Gebäudes. Dieser Aspekt kann in einem Ausführungsbeispiel durch eine Steuereinrichtung (mR) 24 in Verbindung mit dem Gebäudetürsystem 2, dem Sensorsystem 8 und einer Speichereinrichtung 26, in der eine Datenbank gespeichert ist, für das Gebäude implementiert sein; diese Komponenten sind Teil eines Zugangskontrollsystems 1, auf das in der folgenden Beschreibung Bezug genommen wird.
In der in Fig. 1 gezeigten Situation ist die hier beschriebene Technologie in vorteilhafter Weise anwendbar, um das Zugangskontrollsystem 1 mit einem möglichst hohen Mass an Sicherheit zu betreiben. Kurz und beispielhaft zusammengefasst, weist das Zugangskontrollsystem 1 das Gebäudetürsystem 2, das Sensorsystem 8 und die Steuereinrichtung 24 auf. Das Gebäudetürsystem 2 umfasst eine oder mehrere Gebäudetüren 2a mit jeweils einer elektronischen Schliesseinrichtung 50 und einer Erkennungseinrichtung 6 zur Erfassung eines Berechtigungsnachweises der Person 4 oder des Objekts 20, wobei die Gebäudetür 2a durch die elektronische Schliesseinrichtung 50 bei einem gültigen Berechtigungsnachweis entriegelbar und von einer geschlossenen Position in eine geöffnete Position bringbar ist, um der Person 4 oder dem Objekt 20 Zugang zur zugangsbeschränkten Zone 36 zu gewähren. Das Sensorsystem 8 ist ausgestaltet, eine Zugangszone ZI, Z2, Z3, die einen festgelegten Zugangsbereich zur Gebäudetür 2a umfasst, zu überwachen und eine Person 4 zu detektieren, die sich in der Zugangszone ZI, Z2, Z3 aufhält. Die Steuereinrichtung 24 ist mit dem Gebäudetürsystem 2 und dem Sensorsystem 8 kommunikativ verbunden und ausgestaltet, ein Alarmsignal zu erzeugen, wenn das Gebäudetürsystem 2 dem Objekt 20 Zugang gewährt und das Sensorsystem 8 eine Person 4 in der Zugangszone ZI, Z2, Z3 detektiert. Bei Empfang des Alarmsignals durch das Gebäudetürsystem 2 unterbindet das Gebäudetürsystem 2 das Gewähren des Zugangs.
Die Technologie erkennt somit mittels des Sensorsystems 8 beispielsweise das in Fig. 1 gezeigte Objekt 20 in der Zone Z3, das sich z. B. von der Aufzugstür 14 kommend in
Richtung der Gebäudetür 2a in der Zone Z3 zubewegt. Das Objekt 20 kann beispielsweise ein Roboter oder ein Haustier (z. B. ein Hund oder eine Katze) sein. In der folgenden Beschreibung ist das Objekt 20 ein Roboter, der sich in den hinter dieser Gebäudetür 2a liegenden Raum (z. B. zugangsbeschränkte Zone 36 in Fig. 2) bewegen möchte, um dort z. B. einen Auftrag zu erfüllen (z. B. eine Lieferung abgeben oder den Fussboden säubern). Die oben genannte verantwortliche Person, die für diesen Raum zuständig ist, kann beispielsweise mit der Auftragserteilung dem Objekt 20 eine Zugangsberechtigung für das Gebäude und/oder den Raum erteilen. Die Zugangsberechtigung ist in Verbindung mit einem dazugehörigen Berechtigungsnachweis (z. B. ein Zugangscode) im Gebäudeverwaltungssystems 22, insbesondere in der Speichereinrichtung 26, gespeichert.
Befindet sich das Objekt 20 dann an der Gebäudetür 2a und präsentiert einen Nachweis für eine gültige Zugangsberechtigung (Berechtigungsnachweis), kann die Gebäudetür 2a entriegelt werden. Bevor die Gebäudetür 2a geöffnet wird, prüft das Zugangskontrollsystem 1 mittels des Sensorsystems 8, ob die Zugangszone Z3 "sicher" ist. Befindet sich keine Person 4 in der Zugangszone Z3, d. h. das Objekt 20 befindet sich allein vor der Gebäudetür 2a, ist die Zugangszone Z3 sicher und die Gebäudetür 2a kann auf ein Steuersignal hin geöffnet werden, um dem Objekt 20 den Zugang zu ermöglichen. Ist dagegen die Zugangszone Z3 nicht sicher, weil sich ausser dem Objekt 20 noch eine (z. B. an der Gebäudetür 2a nicht zugangsberechtigte) Person 4 in der Zugangszone Z3 aufhält, erzeugt die Steuereinrichtung 24 ein Alarmsignal; das Alarmsignal wird erzeugt, wenn das Gebäudetürsystem 2 dem Objekt 20 Zugang gewährt und das Sensorsystem 8 im Wesentlichen zur gleichen Zeit die Person 4 in der Zugangszone Z3 detektiert. Der Vorgang der Zugangsgewährung kann daraufhin unterbunden werden, beispielsweise kann er solange unterbrochen werden, bis die Zugangszone Z3 wieder sicher. Während dieser Unterbrechung ist die Gebäudetür 2a verriegelt und geschlossen. Alternativ dazu kann der Vorgang, wenn er bereits ausgeführt wird, auch abgebrochen werden; die Gebäudetür 2a befindet sich dabei im verriegelten und/oder geschlossen Zustand. In einem Ausführungsbeispiel kann das Objekt 20 nach einer festgelegten Wartezeit den Berechtigungsnachweis erneut präsentieren; der genannte Vorgang wird daraufhin wiederholt, evtl solange bis die Zugangszone Z3 sicher ist. Die Technologie reduziert somit das Risiko, dass eine unberechtigte Person durch die für den Roboter geöffnete Gebäudetür 2a den Raum betreten kann.
Gemäss der hier beschriebenen Technologie werden mit Hilfe des Sensorsystems 8 Personen 4 detektiert, die sich in den Zugangszonen ZI, Z2, Z3 aufhalten. Das Sensorsystem 8 kann in einem Ausführungsbeispiel optische Sensoren im sichtbaren oder infraroten optischen Spektrum in Verbindung mit einer Auswerteeinrichtung umfassen. In einem anderen Ausführungsbeispiel kann das Sensorsystem 8 Sensoren umfassen, die auf einem anderen physikalischen Prinzip beruhen, beispielsweise Ultraschallsensoren oder Radarsensoren. In einem Ausführungsbeispiel erlaubt die Auswertung von Sensorsignalen, einen Standort der Person 4, deren Bewegungsgeschwindigkeit und Geschwindigkeit zu ermitteln. In der folgenden Beschreibung hat das Sensorsystem 8 Kameras als optische Sensoren in Verbindung mit einer Auswerteeinrichtung für digitale Bildaufnahmen. Eine solche Kamera kann beispielsweise eine 2D- oder 3D-Kamera sein, deren Funktionsweisen dem Fachmann bekannt sind, so dass hier lediglich die Funktionsweise einer 3D-Kamera zusammengefasst ist.
Als 3D-Kamera kann eine Kamera verwendet werden, die auf dem Prinzip der Fichtlaufzeitmessung ("Time ofFlight", TOF Sensor) beruht. Die 3D-Kamera umfasst eine Feuchtdioden- oder Faserdioden-Einheit, die zum Beispiel Ficht im infraroten Bereich aussendet, wobei das Ficht in kurzen Impulsen (z. B. mehrere 10 Nanosekunden lang) emittiert wird. Die 3D-Kamera umfasst zudem eine Sensorgruppe aus einer Anzahl von lichtempfindlichen Elementen. Die Sensorgruppe ist mit einem Verarbeitungschip (z. B. ein CMOS Sensorchip) verbunden, der die Faufzeit des emittierten Fichtes bestimmt. Der Verarbeitungschip misst in wenigen Millisekunden simultan die Distanz zu einer ganzen Anzahl von Zielpunkten im Raum. Die 3D-Kamera kann auch auf einem Messprinzip beruhen, bei dem die Faufzeit von ausgesendetem Ficht über die Phase des Fichts erfasst wird. Dabei wird die Phasenlage beim Senden des Fichtes und beim Empfangen verglichen und daraus die verstrichene Zeit bzw. der Abstand zum reflektierenden Objekt ermittelt. Dazu wird vorzugsweise statt kurzen Fichtimpulsen ein moduliertes Fichtsignal emittiert. Weitere Details zu Messprinzipien sind beispielsweise in folgenden Veröffentlichungen angegeben: "Fast Range Imaging by CMOS Sensor Array Through Multiple Double Short Time Integration (MDSI)", P. Mengel et al., Siemens AG, Corporate Technology Department, München, Deutschland, und "A CMOS Photosensor Array for 3D Imaging Using Pulsed Faser", R. Jeremias et al., 2001 IEEE International Solid-State Circuits Conference, Seite 252.
Die Steuereinrichtung 24 des Zugangskontrollsystem 1 ist mit der Erkennungseinrichtung 6 verbunden. Die Erkennungseinrichtung 6 ist generell dazu ausgestaltet, einen Berechtigungsnachweis zu erfassen, aufgrund dessen das Zugangskontrollsystem 1 die Zugangsberechtigung der Person 4 oder des Objekts 20 ermitteln kann. Der Berechtigungsnachweis kann beispielsweise in Form eines physischen Schlüssels, eines manuell eingegebenen Kennworts (z. B. ein PIN Code), eines biometrischen Merkmals (z. B. Fingerabdruck, Irismuster, Sprach/Stimmcharakteristika oder Gesichtsmerkmale) oder eines von einer Magnet-, Chip- oder RFID Karte oder einem elektronischen Gerät (NFC-, Bluetooth- oder Mobilfunk-basiert) erfassten Zugangsodes erfolgen. Der Berechtigungsnachweis ist zu präsentieren, wenn Zugang zur zugangsbeschränkten Zone 36 gewünscht wird.
Entsprechend den genannten Formen, die der Berechtigungsnachweis haben kann, kann das Vorweisen des Berechtigungsnachweises auf unterschiedliche Art erfolgen, beispielsweise durch eine bewusste manuelle Handlung (z. B. Eingeben eines PIN Codes oder Hinhalten einer RFID Karte) oder durch Zugehen auf die Tür, um in Funkreichweite zur Erkennungseinrichtung 6 zu kommen (z. B. für das Herstellen einer RFID oder Bluetooth Verbindung). Die Erkennungseinrichtung 6 kann an der Gebäudetür 2a oder in deren Umgebung angeordnet sein, sie kann beispielsweise an einer Aussenseite der Gebäudetür 2a angeordnet sein, so dass sie den Berechtigungsnachweis erfassen kann, wenn sich die Person oder das Objekt 20 vor der Gebäudetür 2a befinden.
Die Erkennungseinrichtung 6 ist entsprechend dem im Zugangskontrollsystem 1 vorgesehen Berechtigungsnachweis ausgestaltet. Das heisst, die Erkennungseinrichtung 6 hat beispielsweise einen Türzylinder, ein Erfassungsgerät für ein biometrisches Merkmal, ein Erfassungsgerät für einen optischen Code (z. B. Strichcode (Barcode), QR Code und Farbcode (s. WO2015049186 Al), ein Lesegerät für eine Magnetstreifenkarte oder eine Chipkarte, eine Tastatur oder einen berührungsempfindlichen Bildschirm zur manuellen Eingabe eines Kennworts, eine Sende- und Empfangseinrichtung für Funksignale. Der Fachmann erkennt, dass in einem Ausführungsbeispiel die Erkennungseinrichtung 6 für einen oder mehrere dieser Berechtigungsnachweise ausgestaltet sein kann. In einem Ausführungsbeispiel kann die Erkennungseinrichtung 6 beispielsweise eine Sende- und Empfangseinrichtung für Funksignale und eine Digitalkamera zur Erfassung eines
optischen Codes oder eines Gesichts umfassen. Der optische Code kann sichtbar auf einem Trägermaterial aufgedruckt sein oder auf einem Display eines Mobilfünkgeräts angezeigt werden. In der in Fig. 1 gezeigten Situation ersucht das Objekt 20 Zugang und präsentiert einen Berechtigungsnachweis an der Gebäudetür 2a in der Zugangszone Z3; die Person 4 ist dort nicht zugangsberechtig. An dieser Gebäudetür 2a ist die Erkennungseinrichtung 6 zum Erkennen eines für das Objekt 20 geeigneten Berechtigungsnachweises ausgestaltet. In einem Ausführungsbeispiel wird der Berechtigungsnachweise per Funk, insbesondere einer Bluetooth Technologie, vom Objekt 20 zur Erkennungseinrichtung 6 übermittelt.
Der Fachmann erkennt, dass das Gebäudeverwaltungssystem 22 ganz oder teilweise in eine IT Infrastruktur für das sogenannte Cloud Computing (umgangssprachlich auch als "Cloud" bezeichnet) ausgelagert sein. Darunter ist beispielsweise das Speichern von Daten in einem entfernten Rechenzentrum, aber auch das Ausführen von Programmen, die nicht lokal, sondern entfernt installiert sind, zu verstehen. Je nach Ausgestaltung kann eine bestimmte Funktionalität beispielsweise in der Steuereinrichtung 24 oder über die „Cloud“ zur Verfügung gestellt werden. Dazu kann beispielsweise eine Softwareanwendung oder Programmteile davon in der "Cloud" ausgeführt werden. Die Steuereinrichtung 24 greift dann bei Bedarf auf diese Infrastruktur zu, um die Softwareanwendung auszuführen.
Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines beispielhaften Gebäudetürsystems 2 in Form eines Schiebetürsystems (entsprechend dazu ist das Gebäudetürsystem 2 im Folgenden auch als Schiebetürsystem 2 bezeichnet, das eine Schiebetür 2a hat). Das Schiebetürsystem 2 ist in eine Gebäudewand eingefügt und stellt eine physische Barriere zwischen einer öffentlichen Zone 34 und der zugangsbeschränkten Zone 36 dar. Bezogen auf das in Fig. 2 eingezeichnete x-y-z Koordinatensystem erstreckt sich die Gebäudewand in einer Ebene, die durch die x- und z-Achsen aufgespannt wird. Die zugangsbeschränkte Zone 36 kann z. B. eine Wohnung, ein Geschäftsraum oder eine andere Räumlichkeit im Gebäude sein. Das Schiebetürsystem 2 kann in eine Gebäudeinnenwand (für eine gebäudeinteme Zugangskontrolle, z. B. Zugang zu einer Wohnung) oder in eine Gebäudeaussenwand (für eine Kontrolle des Zugangs zum Gebäude) eingefügt sein. Wie an anderer Stelle dieser Beschreibung detaillierter ausgeführt, öffnet das Schiebetürsystem 2 eine Schiebetür 2a für das zugangsberechtigtes Objekt 20.
Das in Fig. 2 gezeigte Schiebetürsystem 2 umfasst einen Türrahmen 44 (auch als Türzarge bezeichnet) und die Schiebetür 2a. Der Türrahmen 44 hat einen Durchgangsbereich 42 und einen Wandschalenbereich 30, der ausgestaltet ist, die Schiebetür 2a zumindest teilweise aufzunehmen. Der Wandschalenbereich 30 hat dafür eine Struktur, die einen Hohlraum ausbildet, der bemessen ist, die Schiebetür 2a aufzunehmen. Der Durchgangsbereich 42 ist der Bereich in der Gebäudewand, in dem ein Durchgang in Richtung der y-Achse von einer Zone (34, 36) in die andere Zone (34, 36) möglich ist; er besteht zwischen einem vertikalen Rahmenteil (Türpfosten) und dem gegenüberliegenden Wandschalenbereich 30. Je nach Ausgestaltung ist der Wandschalenbereich 30 in einem Hohlraum der Gebäudewand untergebracht, oder der Wandschalenbereich 30 kann, evtl nach einer Verkleidung, als Teil der Gebäudewand aufgefasst werden.
Die Schiebetür 2a ist im Türrahmen 44 zwischen einer in Fig. 3A gezeigten geschlossenen Position und einer in Fig. 3C gezeigten geöffneten Position verschiebbar. Bezogen auf das in Fig. 2 eingezeichnete x-y-z Koordinatensystem erfolgt das Verschieben der Schiebetür 2a entlang der x-Achse. In der geöffneten Position befindet sich die Schiebetür 2a in einem Ausführungsbeispiel im Wesentlichen innerhalb des Wandschalenbereichs 30. Zwischen diesen Maximalpositionen kann die Schiebetür 2a eine in Fig. 2 gezeigte Zwischenposition einnehmen, in der die Schiebetür 2a (und entsprechend dazu der Durchgangsbereich 42) mehr oder weniger weit geöffnet ist, d. h. eine Stirnseite 38 der Schiebetür 2a hat einen variablen Abstand vom Rahmenteil. In Fig. 3B ist dieser variable Abstand als Öffnungsweite W eingezeichnet.
Die Schiebetür 2a hat zwei im Wesentlichen parallele Türblätter 32 (jeweils an einer Innenseite und einer Aussenseite der Schiebetür 2a). Die Türblätter 32 haben zueinander (in y-Richtung) einen Abstand, so dass zwischen den Türblättem 32 ein Innenraum vorhanden ist, in dem Systemkomponenten und Dämmmaterial für Schall- und Brandschutz angeordnet werden können. Die Türblätter 32 sind im Bereich der Stirnseite 38 miteinander verbunden, wie beispielsweise in Fig. 3a gezeigt. Jedes der Türblätter 32 erstreckt sich parallel x-z-Ebene. Weitere Details der Schiebetür 2a sind an anderer Stelle dieser Beschreibung offenbart.
Fig. 2 zeigt ausserdem eine Prozessoreinheit (DC) 54, ein Ausführungsbeispiel der Erkennungseinrichtung 6, eine Schnittstelleneinrichtung 48 und ein Ausführungsbeispiel der Schliesseinrichtung 50 (M), die in einem Ausführungsbeispiel Komponenten des Schiebetürsystems 2 sind. In einem Ausführungsbeispiel ist das Schiebetürsystem 2 mit dem Gebäudeverwaltungssystem 22 (BM) verbunden; im in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel erfolgt diese Verbindung mittels des Kommunikationsnetzes 28, an das das Gebäudeverwaltungssystem 22 und die Schnittstelleneinrichtung 48 gekoppelt sind. Je nach Ausgestaltung kann eine bestimmte Funktionalität beispielsweise in der Prozessoreinheit 54, im Gebäudeverwaltungssystem 22 oder über die „Cloud“ zur Verfügung gestellt werden. Die Prozessoreinheit 54 oder das Gebäudeverwaltungssystem 22 greifen bei Bedarf auf diese Infrastruktur zu, um eine gewünschte Softwareanwendung auszuführen.
Das Kommunikationsnetz 28 kann in einem Ausführungssystem ein elektronisches Bussystem umfassen. In einem Ausführungsbeispiel erfolgt die elektrische Anbindung des Schiebetürsystems 2, einschliesslich dessen Versorgung mit elektrischer Energie, über die Schnittstelleneinrichtung 48. Der Fachmann erkennt, dass im Gebäude mehrere Schiebetürsysteme 2 vorhanden sein können und dass jedes dieser Schiebetürsysteme 2 an das Kommunikationsnetz 28 gekoppelt ist, um mit dem Gebäudeverwaltungssystem 22 zu kommunizieren, beispielsweise in Verbindung mit einer Ermittlung und Überprüfüng von Zugangsberechtigungen, wenn dies zentral durch das Gebäudeverwaltungssystem 22 erfolgt.
Die Prozessoreinheit 54 ist durch eine elektrische Verbindung 58 mit einer Sensoreinheit 40 verbunden. Die Prozessoreinheit 54 ist ausserdem mittels einer elektrischen Verbindung 52 mit der Schliesseinrichtung 50 und der Schnittstelleneinrichtung 48 verbunden. Die elektrischen Verbindungen 52, 58 sind für eine Signal- und/oder Energieübertragung ausgestaltet, sie können dafür jeweils einzelne elektrische Leitungen oder ein elektrisches Bussystem umfassen.
Die Prozessoreinheit 54 ist ausserdem mit der Erkennungseinrichtung 6 verbunden. Im in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel erfasst die Erkennungseinrichtung 6 einen Berechtigungsnachweis, den eine Funkeinrichtung 46 des Objekts 20 oder eine vom Objekt 20 mitgeführte Funkeinrichtung als Funksignal aussendet. Das Funksignal kann
gemäss einem bekannten Standard für Funkkommunikation (z. B. RFID, WLAN/WiFi, NFC, Bluetooth) gesendet werden. Entsprechend dazu ist die Erkennungseinrichtung 6 zum Empfang eines solchen Funksignals ausgestaltet; in Fig. 2 ist dafür eine Sende- /Empfangseinrichtung 56 und eine damit verbundene Antenne dargestellt.
Die Send-/Empfangseinrichtung 56, allein oder in Verbindung mit der Prozessoreinheit 54 und/oder der Steuereinrichtung 24 und der gespeicherten Datenbank (26), ermittelt aus dem empfangenen Funksignal den Berechtigungsnachweis, der anschliessend zur Ermittlung der Zugangsberechtigung verwendet wird. Ist der Berechtigungsnachweis gültig, wird dem Objekt 20 Zugang gewährt; in diesem Fall steuert die Prozessoreinheit 54 die Schliesseinrichtung 50 an, die die Schiebetür 2a in Richtung der geöffneten Position verfährt. Ist der Berechtigungsnachweis nicht gültig, bleibt die Schiebetür 2a geschlossen und verriegelt.
Die Sensoreinheit 40 ist an der Stirnseite der Schiebetür 2a angeordnet, beispielsweise in einem Bereich einer oberen (Eck-)Kante der Schiebetür 2a. Von diesem erhöhten Bereich aus hat die Sensoreinheit 40 ein optimiertes Detektionsfeld in Richtung des Durchgangsbereichs 42 und des Fussbodens. Ein beispielhaftes Detektionsfeld ist in Fig. 2 (vertikal) und in Fig. 3B (horizontal) gezeigt. Zusätzlich ist die Sensoreinheit 40 in diesem Bereich besser vor Verschmutzung und Beschädigungen (z. B. durch Vandalismus) geschützt. Der Fachmann erkennt, dass die Sensoreinheit 40 in einem anderen Ausführungsbeispiel an einen anderen Ort der Schiebetür 2a angeordnet sein kann; die Sensoreinheit 40 kann auch an Türrahmen 44 angeordnet sein.
Gemäss der hier beschriebenen Technologie wird mit Hilfe der Sensoreinheit 40 eine (vertikale) Höhe des Objekts 20 bestimmt. In der vorliegenden Beschreibung wird für die Erstreckung des Objekts 20 in Richtung der z-Achse der Begriff "Höhe" verwendet; dies obwohl das Objekt 20 gemäss der hier beschriebenen Technologie auch eine Person sein kann (für Personen wird üblicherweise deren Grösse angegeben). Die Höhe des Objekts 20 (Mensch, Tier oder Roboter) gibt hier einen Abstand zwischen dem Fussboden und einem obersten Punkt oder Bereich des Objekts 20 an. Zum Zeitpunkt des Bestimmens (Messzeitpunkt) befindet sich das Objekt 20 auf dem Fussboden im Wesentlichem im Durchgangsbereich 42. Die Sensoreinheit 40 hat einen festen und bekannten Abstand vom Fussboden (Bodenabstand). In dieser Situation wird gemäss einem
Ausführungsbeispiel ein Objektabstand zwischen der Sensoreinheit 40 und dem Objekt 20 bestimmt. Die Höhe H des Objekts 20 ergibt sich aus einer Differenz zwischen dem Bodenabstand und dem Objektabstand.
Die Sensoreinheit 40 umfasst in einem Ausführungsbeispiel eine 3D-Kamera. Die Funktionsweise einer 3D-Kamera ist an anderer Stelle dieser Beschreibung in Verbindung mit dem Sensorsystem 8 beschrieben.
Die genannten Komponenten (Prozessoreinheit 54, Erkennungseinrichtung 6, Schnittstelleneinrichtung 48, Schbesseinrichtung 50 sind an der Schiebetür 2a angeordnet und fahren mit der Schiebetür 2a mit. Die Prozessoreinheit 54 ist in einem Ausführungsbeispiel in einem Bereich zwischen den Türblättem 32 angeordnet, beispielsweise im Bereich einer der Stirnseite gegenüberliegenden Rückseite der Schiebetür 2a. Die Rückseite der Schiebetür 2a ist in einem Ausführungsbeispiel von aussen nicht sichtbar, weil die Schiebetür 2a breiter als der Durchgangsbereich 42 sein kann und die Rückseite daher auch in der geschlossenen Position der Schiebetür 2a im Wandschalenbereich 30 verbleibt. Die Schbesseinrichtung 50 und die Schnittstelleneinrichtung 48 können ebenfalls in diesem Bereich angeordnet sein. Die elektrischen Verbindungen 52, 58 sind entsprechend dazu zwischen den Türblättem 32 angeordnet und von aussen nicht sichtbar. Die hier beschriebene Technologie ist jedoch nicht auf diese beispielhaft genannte Anordnung der Komponenten beschränkt.
Die Speichereinrichtung 26 ist mit der Steuereinrichtung 24 elektrisch verbunden. Im gezeigten Ausführungsbeispiel hat die Speichereinrichtung 26 einen Speicherbereich für eine Datenbank (DB) und einen Speicherbereich für ein oder mehrere Computerprogramme (SW) zum Betreiben des Schiebetürsystems 2. In einem Ausführungsbeispiel umfasst das Betreiben des Schiebetürsystems 2 das Öffnen der Schiebetür 2a als Funktion des erkannten Objekts 20 und das Ermitteln einer Höhe H des Objekts 20. Das Computerprogramm kann von der Steuereinrichtung 24 ausgeführt werden.
Die Datenbank speichert für die Personen und das Objekt 20, die zum Zugang in die zugangsbeschränkte Zone 36 berechtigt sind, einen Datensatz. Der gespeicherte Datensatz ist im Folgenden auch als Nutzerprofil bezeichnet. Das Nutzerprofil umfasst Daten, z. B.
Name, Information zum Berechtigungsnachweis (Schlüsselnummer, PIN Code, Zugangscode, einschliesslich biometrischer Daten) und evtl zeitliche Zugangsbeschränkungen (z. B. Zugang von Montag bis Freitag, von 7:00 bis 20:00). Sind mehrere Personen und Objekte zum Zugang in die zugangsbeschränkte Zone 36 berechtigt, speichert die Datenbank für jede Person und jedes Objekt ein Nutzerprofil.
Gemäss der hier beschriebenen Technologie ist in jedem Nutzerprofil zusätzlich angegeben, bis zu welcher Öffnungsweite W (s. Fig. 3B) die Schiebetür 2a zu öffnen ist und welche Höhe H das Objekt 20 hat. Die Höhe H des Objekts 20 kann eine maximale Höhe oder ein Höhenbereich sein, weil beispielsweise eine Katze mit gesenktem oder erhobenem Kopf und/oder mit erhobenem Schwanz durch den Durchgangsbereich 42 gehen kann. In einem Ausführungsbeispiel kann für jedes Objekt 20 zusätzlich dessen Länge (in y-Richtung) angegeben sein. Die Höhe H und die Länge (wenn vorhanden) sind Plausibilitätsparameter, wie an anderer Stelle dieser Beschreibung ausgeführt ist.
Diese Daten können tabellenartig organisiert sein, wie beispielhaft in der folgenden Tabelle gezeigt. Die Tabelle zeigt vier Nutzerprofile für vier Berechtigte (Mensch, Katze, Hund, Roboter). Jedem Berechtigten ist eine Kennung (ID) zugeordnet, die mit der Weite W und der Höhe H verknüpft ist. Erkennt beispielsweise die Erkennungseinrichtung 6 die Kennung ID = 78, wird auf das Nutzerprofil Nr. 4 für einen Roboter zugegriffen. In diesem Fall wird die Schiebetür 2a ca. 50 cm weit geöffnet, und die mit Hilfe der Sensoreinheit 40 ermittelte Höhe wird mit der für den Roboter gespeicherten Höhe H = 50 verglichen. Die ermittelte Höhe muss in einem Höhenbereich liegen, der zur gespeicherten Höhe des Roboters passt, d. h. es muss plausibel sein, dass es sich tatsächlich um den Roboter handelt. Anstatt einer konkreten Höhe H kann in einem Ausführungsbeispiel in der Tabelle für ein oder mehrere (alle) Berechtigte ein Höhenbereich angegeben sein. Der Fachmann erkennt, dass die in der Tabelle angegebenen Werte beispielhaft sind und von realen Situationen abweichen können.
Mit der genannten Plausibilitätsprüfung kann erkannt werden, wenn für ein Haustier beispielsweise anstatt einer erwarteten Höhe H von 50 cm eine Höhe H von 180 cm bestimmt wird, dass nicht nur das Haustier, sondern zusätzlich eine Person durch die geöffnete Schiebetür 2a geht. Es könnte beispielsweise auch sein, dass eine unberechtigte Person einem Haustier dessen Berechtigungsnachweis (z. B. RFID Anhänger) abnimmt, um an dessen Stelle versucht, Zugang zu erhalten. In ähnlicher Weise passt eine erwartete Höhe H von 170 cm nicht zu einer ermittelten Höhe H von 100 cm. Dies kann beispielsweise Vorkommen, wenn ein Kind den Berechtigungsnachweis eines Eltemteils verwendet. Obwohl es sich bei dem Kind um eine zugangsberechtigte Person handelt, kann es von den Eltern u. U. nicht gewünscht sein, dass sich das Kind des Berechtigungsnachweises bedient.
Mit dem Verständnis der oben beschriebenen prinzipiellen Systemkomponenten und deren Funktionalitäten, erfolgt im Folgenden in Verbindung mit Fig. 4 eine Beschreibung eines beispielhaften Verfahrens zum Betreiben des Zugangskontrollsystems 1 ausgehend von den in Fig. 1 und Fig. 2 gezeigten Situationen. Die Beschreibung erfolgt mit Bezug auf das Objekt 20 (Roboter), das sich von der öffentlichen Zone 34 (Fig. 2) kommend in Richtung der Schiebetür 2a bewegt, um in die zugangsbeschränkte Zone 36 zu gelangen. Das Objekt 20 befindet sich dabei in der in Fig. 1 gezeigten Zugangszone Z3. Die Funkeinrichtung 46 des Objekts 20 nutzt beispielsweise eine Bluetooth Technologie und ist aktiviert. Das in Fig. 4 gezeigte Verfahren beginnt in einem Schritt S1 und endet in einem Schritt S9. Der Fachmann erkennt, dass die Aufteilung in diese Schritte beispielhaft ist und dass einer oder mehrere dieser Schritte in einen oder mehrere Teilschritte aufgeteilt oder dass mehrere der Schritte zu einem Schritt zusammengefasst werden können.
In einem Schritt S2 erfasst die Erkennungseinrichtung 6 einen Berechtigungsnachweis des Objekts 20, das sich in der Zugangszone Z3 vor der Schiebetür 2a befindet. Der Berechtigungsnachweis liegt beispielsweise als Zugangscode vor, der mittels der Funkeinrichtung (z. B. per Bluetooth Technologie) übertragen wird. Die Steuereinrichtung 24 prüft in einem Schritt S3, ob für den Berechtigungsnachweis in der Datenbank in der Speichereinrichtung 26 ein Nutzerprofil angelegt ist. Ergibt diese Prüfung, dass das Objekt 20 zugangsberechtigt ist, schreitet das Verfahren entlang des Ja-
Zweiges zu einem Schritt S4. Ist das Objekt 20 dagegen nicht zugangsberechtigt, schreitet das Verfahren entlang des Nein-Zweiges zum Schritt S9 und endet dort; die Gebäudetür 2a bleibt verriegelt und geschlossen.
Im Schritt S4 wird das Sensorsystem 8 aktiviert, insbesondere zur Erzeugung und Auswertung von Bildaufhahmen. Der Fachmann erkennt, dass das Sensorsystem 8 gemäss einem anderen Ausführungsbeispiel bereits aktiviert sein kann. In diesem Fall kann der Schritt S4 u. U. entfallen. Das Sensorsystem 8 kann beispielsweise für allgemeine Überwachungszwecke kontinuierlich aktiviert sein und kann dabei kontinuierlich Bildaufhahmen auswerten. In einem anderen Ausführungsbeispiel kann das Sensorsystem 8 dann aktiviert sein, wenn auf dem Stockwerk F0, Fl beispielsweise eine Bewegung detektiert wird, entweder durch einen externen Bewegungssensor oder durch das Sensorsystem 8 selbst, das Änderungen in Bildaufhahmen als Bewegung erkennt und darauf reagiert.
In einem Schritt S5 kann das Sensorsystem 8 beispielsweise Bildaufhahmen von der Zugangszone Z3 auswerten, um zu ermitteln, ob sich eine Person 4 in der Zugangszone Z3 aufhält. Einrichtungen und Algorithmen zur Auswertung von Bildaufhahmen, beispielsweise um Personen und/oder Gegenstände zu erkennen, zu zählen und u. U. zu identifizieren, sind dem Fachmann bekannt. Ergibt diese Prüfung, dass sich keine Person 4 dort aufhält und die Situation vor der Schiebetür 2a somit als sicher gilt, schreitet das Verfahren entlang des Nein-Zweiges zu einem Schritt S6.
Im Schritt S6 wird dem Objekt 20 Zugang gewährt. Dafür wird die Schliesseinrichtung 50 angesteuert, um die Schiebetür 2a zu entriegeln und zu öffnen. Wie oben ausgeführt, erfolgt das Öffnen automatisch, ohne Zutun des Objekts 20. In einem Ausführungsbeispiel wird die Schiebetür 2a nur so weit geöffnet, wie es im Nutzerprofil für das Objekt 20 (Roboter) festgelegt ist.
Ergibt die Prüfung im Schritt S5, dass sich eine Person 4 in der Zugangszone Z3 aufhält, gilt diese Situation vor der Schiebetür 2a als nicht sicher. Die anwesende Person 4 könnte ein mögliches Risiko darstellen, denn sie könnte durch eine für das Objekt 20 geöffnete Schiebetür 2a unrechtmässig in die zugangsbeschränkte Zone 36 gelangen. Weil sich das Objekt 20 nicht allein vor der Schiebetür 2a befindet, schreitet das Verfahren entlang des
Ja-Zweiges zu einem Schritt S7.
Im Schritt S7 wird ein Alarmsignal erzeugt. Das Alarmsignal wird beispielsweise durch die Steuereinrichtung 24 erzeugt, wenn sowohl die Schiebetür 2a für das zugangsberechtigte Objekt 20 zu öffnen ist als auch eine anwesende Person 4 detektiert wird.
In einem Schritt S8 wird die Zugangsgewährung durch das Schiebetürsystem 2 unterbunden. Das Unterbinden der Zugangsgewährung erfolgt als Reaktion auf das vom Schiebetürsystem 2 empfangenen Alarmsignal. In einem Ausführungsbeispiel bleibt die Schiebetür 2a verriegelt und geschlossen; dies kann der Fall sein, wenn die Person 4 detektiert wird, bevor die Schiebetür 2a für das Objekt 20 geöffnet wird. Es kann auch Vorkommen, dass die Person 4 die Zugangszone Z3 betritt und erst dann detektiert wird, wenn die Schiebetür 2a bereits entriegelt und mehr oder weniger weit geöffnet ist. In einem Ausführungsbeispiel kann in diesem Fall das Öffnen gestoppt werden und die Schiebetür 2a kann gegen ein weiteres Öffnen blockiert werden. Das Unterbinden des Gewährens des Zugangs kann auch ein Schliessen der Schiebetür 2a von einer ganz oder teilweise geöffneten Position umfassen. In einem anderen Ausführungsbeispiel kann die Schiebetür 2a ganz oder teilweise in die geschlossene Position verfahren werden; letzteres insbesondere dann, wenn sich das Objekt 20 bereits im Durchgangsbereich 42 befindet und die Bahn der Schiebetür 2a blockiert. In diesem Fall kann ein Alarm ausgelöst werden.
Im Zugangskontrollsystem 1 kann ein Regelwerk festgelegt sein, das angibt, ob und welche Aktion nach einem solchen Alarm veranlasst werden soll. Diese Aktionen können situationsspezifisch sein, d. h. es kommt darauf an, zu welcher Zeit (tagsüber oder nachts) und an welchem Tag (Werktag oder Wochenende, Urlaubszeit) der Alarm erzeugt wird. Beispielhafte Aktionen können sein: ein akustisch und/oder visuell wahrnehmbarer Alarm (Sirene, Warnlicht), automatische Benachrichtigung von Sicherheitspersonal (Polizei oder privater Sicherheitsdienst) und automatische Benachrichtigung einer für die zugangangsbeschränkte Zone 36 verantwortlichen Person (Mieter, Eigentümer, Gebäudeverwalter etc.). Der Fachmann erkennt, dass diese Aktionen auch kombiniert werden können.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel schreitet das Verfahren vom Schritt S8 weiter zum Schritt S9 und endet dort.
Erneut Bezug nehmend auf die in Fig. 3A-3C gezeigten Positionen der Schiebetür 2a, erfolgt im Folgenden eine Beschreibung eines Ausführungsbeispiels des Schiebetürsystems 2. Fig. 3A-3C zeigen jeweils eine schematische Darstellung einer Draufsicht auf das Schiebetürsystem 2. In jeder dieser Draufsichten sind die von der Schiebetür 2a umfassten Komponenten Sensoreinheit 40 (S), Prozessoreinheit 54 (DC) und Schliesseinrichtung 50 (M) eingezeichnet; aus Darstellungsgründen sind die Schnittstelleneinrichtung 48 und deren Verbindung zum Gebäudeverwaltungssystem 22 nicht gezeigt. Die Schliesseinrichtung 50 und die Prozessoreinheit 54 sind innerhalb der Schiebetür 2a, insbesondere zwischen den Türblättem 32 angeordnet. Der Wandschalenbereich 30 mit der Struktur zur Aufnahme der Schiebetür 2a in der geöffneten Position ist in Fig. 3A-3C ebenfalls dargestellt.
Die Sensoreinheit 40 ist an der Stirnseite angeordnet. Die Anordnung ist so gewählt, dass sich die elektromagnetische Strahlung (Ficht- oder Funkwellen) im Betrieb ungehindert in Richtung des Durchgangsbereichs 42 ausbreiten kann. Die Sensoreinheit 40 kann z. B. in eine Aussparung an der Stirnseite eingesetzt und durch eine strahlungsdurchlässige Abdeckung vor Beschädigung und Schmutz geschützt sein. Die Sensoreinheit 40 kann auch am Türrahmen angeordnet sein. Die elektrische Verbindung 58 (Fig. 2) zwischen der Sensoreinheit 40 und der Prozessoreinheit 54 und die elektrische Verbindung 52 (Fig. 2) verlaufen innerhalb der Schiebetür 2a, beispielsweise zwischen den Türblättem 32.
Das dargestellte Ausführungsbeispiel der Schiebetür 2a basiert auf einem Prinzip, das ähnlich einem aus EP 2876241 Al bekannten Prinzip ist. Darin ist ein Schiebetürsystem beschrieben, in dem zwei gegenüberliegende Türflächen mit einem Aktuator gekoppelt sind, der die Türflächen aufeinander zu oder voneinander wegbewegt. Bezogen auf das Schiebetürsystem 2 gemäss der hier beschriebenen Technologie bedeutet dies, dass die beiden Türblätter 32 in der geschlossenen Position der Schiebetür 2a einen Blattabstand dl haben. In dieser Position ist die Schiebetür 2a verriegelt. Während des Öffnens der Schiebetür 2a werden die beiden Türblätter 32 durch einen Aktuator 31 (Fig. 3A-3C) soweit aufeinander zubewegt, dass sie einen Blattabstand d2 haben, der so bemessen ist, dass die Schiebetür 2a in ihrer ganz oder teilweise geöffneten Position (Fig. 3B und Fig.
3C) eine so geringe Dicke hat, dass sie in die Aufhahmestruktur des Wandschalenbereichs 30 passt. Der Blattabstand dl ist dabei grösser als der Blattabstand d2. In dieser Position ist die Schiebetür 2a entriegelt. Wenn die Schiebetür 2a aus dem Wandschalenbereich 30 herausgeschoben ist, werden die beiden Türblätter 32 voneinander wegbewegt (gespreizt), so dass die Schiebetür 2a im geschlossenen Zustand (Fig. 3A) eine festgelegte Dicke einnimmt. Die Dicke ist so festgelegt, dass die Außenseiten der beiden Türblätter 32 in der geschlossenen Position mit den Außenseiten des Wandschalenbereichs 30, bzw. dessen Verkleidung, im Wesentlichen bündig abschbessen. Dadurch wird auf beiden Wandseiten im Türbereich ein im Wesentlichen glattflächiger Abschluss erreicht.
In einem Ausführungsbeispiel hat das Schiebetürsystem 2 an einem Türquerträger eine Führungseinrichtung, die die Schiebetür 2a trägt und auf ihrem Weg zwischen der geschlossenen Position und der geöffneten Position entlang einer Fahrbahn führt. Die Schiebetür 2a hat dazu an ihrer oberen Kante eine komplementäre Vorrichtung. Die Führungseinrichtung und die komplementäre Vorrichtung wirken zusammen, wenn die Schliesseinrichtung 50 mittels einer Antriebseinheit das Verfahren der Schiebetür 2a veranlasst und auf die komplementäre Vorrichtung einwirkt; sie können beispielsweise ein System mit einem Teleskopauszug bilden. Die Antriebseinheit kann beispielsweise einen motorischen oder pneumatischen Schiebeantrieb umfassen, der auf den Teleskopauszug einwirkt.
Die beiden Türblätter 32 werden in einem Ausführungsbeispiel durch den Aktuator 31 aufeinander zu oder voneinander wegbewegt. Der Aktuator 31 kann eine Spreizeinrichtung umfassen, die mechanisch, elektrisch oder elektromechanisch aktiviert wird. Die Spreizeinrichtung ist ausgestaltet, die Türblätter 32 aufeinander zuzubewegen, wenn die Schiebetür 2a zu öffnen ist, und diese voneinander wegzubewegen, wenn die Schiebetür 2a zu schliessen ist. Der Fachmann erkennt, dass stattdessen auch andere Spreizeinrichtungen vorgesehen werden können, beispielsweise druckmittelbetätigte Zylinder.