System zum Überprüfen eines Betriebszustands einer Bauteilkomponente an einem Fahrzeug und Verfahren zum Überprüfen eines Betriebszustands
Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zum Überprüfen eines Betriebszu stands einer Bauteilkomponente an einem Fahrzeug und ein Verfahren zum Über prüfen eines Betriebszustands.
Es ist aus dem Stand der Technik bekannt, dass bestimmte Bauteilkomponenten eines Fahrzeugs, insbesondere an einer Außenseite des Fahrzeugs, verschiedene Betriebszustände einnehmen können. Beispielsweise handelt es sich bei dem Fahrzeug um ein Nutzfahrzeug, insbesondere um einen Sattelzug, bei dem an ei nem Anhänger, insbesondere Sattelanhänger, Verschlusseinrichtungen, z. B. zum Verriegeln von Türen oder an einer Sattelkupplung, vorgesehen sind, die im Fahr zustand geschlossen sein sollten. Typischerweise wird von einem Fahrer des Nutzfahrzeugs bzw. des Fahrzeugs vor Fahrtantritt geprüft, ob alle Verschlussein richtungen sachgemäß geschlossen sind, bevor er die Fahrt aufnimmt oder fort setzt. Ferner kennt der Stand der Technik Vorrichtungen, die selbsttätig bzw. aktiv Signale bzw. Informationen aussenden, die über den aktuellen Betriebszustand, beispielsweise einer Verschlusseinrichtung informieren.
Aus der EP 1 088 286 B1 ist es ferner bekannt, Straßenseitenkontrolleinrichtun gen vorzusehen, mit denen Nummernschilder erfasst werden, um sie zu Mautzwe cken zu nutzen.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, das Feststellen eines Betriebszustands einer Bauteilkomponente vorzunehmen, wie er für den Fährbetrieb vorgesehenen ist,
wobei das Feststellen insbesondere im Vergleich zu den aus dem Stand der Tech nik bekannten Verfahren vereinfacht und weniger zeitaufwendig ist. Ferner sollen auch bereits existierende Fahrzeuge das entsprechende System zum Überprüfen eines Betriebszustandes nutzen können.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein System gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß Anspruch 10. Weitere Vorteile und Eigenschaften der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen sowie der Beschreibung und den beigefüg ten Figuren.
Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein System zum Über prüfen eines Betriebszustands einer Bauteilkomponente an einem Fahrzeug, ins besondere an einem Nutzfahrzeug, vorgesehen, umfassend eine Erfassungsein richtung, die in einem festgelegten Bereich am Fahrzeug Informationen in Form ei nes Datensatzes, insbesondere eines Bilddatensatzes erfasst, wobei der festge legte Bereich die zu überprüfende Bauteilkomponente umfasst, und eine Auswer teeinrichtung, der der Datensatz bereitgestellt wird, wobei die Auswerteinrichtung dazu konfiguriert ist, anhand des erfassten Datensatzes den Betriebszustand der Bauteilkomponente festzustellen, wobei die Erfassungseinrichtung außerhalb des Fahrzeugs angeordnet ist. Gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Systemen zum Überprüfen des Betriebszustands, nämlich der visuellen Erfassung durch den Nutzer oder mittels Einrichtungen, die Information direkt vom Fahrzeug an den Fahrer übermitteln, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Erfas sungseinrichtung fahrzeugextern ausgebildet bzw. angeordnet ist. Insbesondere ist die Erfassungseinrichtung derart ausgerichtet bzw. ausgelegt, dass ein an der Erfassungseinrichtung vorbeifahrendes Fahrzeug von der Erfassungseinrichtung zur Aufnahme eines Datensatzes erfasst wird, der wiederum an die Auswerteein richtung weitergeleitet wird, um den passiv aufgenommenen Datensatz entspre chend auszuwerten. Flierzu umfasst die Auswerterichtung z. B. einen Mikroprozes sor, der dazu ausgelegt ist, insbesondere derart programmiert ist oder konfiguriert ist, anhand des aufgenommenen Datensatzes festzustellen, in welchem Betriebs zustand die jeweilige Bauteilkomponente ist. Beispielsweise handelt es sich bei
der Bauteilkomponente um eine Ladefläche eines Kipplasters, bei dem festgestellt wird, ob eine kippbare Ladefläche verkippt ist oder - wie es für den Fahrzustand gewünscht ist - im Wesentlichen parallel zur Fahrbahn ausgerichtet ist. Es ist auch vorstellbar, dass der Betriebszustand einer Liftachse festgestellt wird, d. h. einer Achse, die bei geringer Belastung des Fahrzeugs angehoben werden kann. Hier ist die Liftachse die zu überprüfende Bauteilkomponente. Bei der Erfassungsein richtung handelt es sich vorzugsweise um eine Kamera, die ein Bild oder mehrere Bilder von einem festgelegten Bereich, insbesondere einem Teilausschnitt der Au ßenansicht des Fahrzeugs, aufnimmt. Denkbar wären auch solche Erfassungsein richtungen, die Licht anderer Wellenlängen oder anderer Spektralbereiche, wie z.
B. Infrarotkameras, zur Erfassung der Bauteilkomponente aufnehmen. Z. B. nimmt die Kamera Bilder in einem sichtbaren und infraroten Spektralbereich auf. So kann zum Beispiel bei Bremsen, insbesondere bei Scheibenbremsen, die Temperatur über eine Infrarotoptik bestimmt werden. Dazu kann zum Beispiel mit einer Ka mera, wenn eine Radachse einen Auslöser passiert, ein Infrarotbild der Brems scheibe aufgenommen werden, um möglicherweise voneinander abweichende Temperaturen der einzelnen Bremsen des Fahrzeugs oder das Überschreiten ei nes definierten Temperaturwerts zu detektieren. Ferner ist es vorstellbar, dass die Erfassungseinrichtung und/oder die Auswerteeinrichtung dazu konfiguriert ist, aus einem aufgenommenen Bilddatensatz einen Teilbereich auszuschneiden, der zur Auswertung mittels der Auswerteeinrichtung zur Bestimmung des Betriebszustan des wiederum herangezogen wird. Es können die Teile des Bilddatensatzes ent fernt werden, die keine Erkenntnisse zum Betriebszustand geben können, der überprüft werden soll. Es ist auch denkbar, dass die Bilddatensätze vor der Aus wertung einem Vorbereitungsschritt unterzogen werden. Beispielsweise werden die Bilddatensätze in einem solchen Vorbereitungsschritt auf ein gemeinsames Koordinatensystem transformiert, um zu berücksichtigen, dass die jeweiligen Fahr zeuge in gegebenenfalls unterschiedlichen Winkeln zu der Erfassungsvorrichtung diese passieren. Entsprechend können bereits in diesem Vorbereitungsschritt eventuelle Verzerrungen bei der Aufnahme des Bilddatensatzes kompensiert wer den. Weiterhin ist es bevorzugt vorgesehen, dass die Auswerteeinrichtung zentra lisiert ist bzw. Teil eines Netzwerkes ist. Beispielsweise ist es vorgesehen, dass
sich mehrere Erfassungseinrichtungen eine Auswerteeinrichtung teilen, die auf ei nem Server eines Netzwerkes vorgesehen ist. Beispielweise ist die Auswerteein richtung Teil eines Netzwerks, bei dem mehrere Server zusammengeschaltet sind, um den Betriebszustand zu identifizieren. Weiterhin ist es besonders bevorzugt vorgesehen, dass die Auswerteeinrichtung dazu konfiguriert ist, den Typ der jewei ligen Bauteilkomponente zu identifizieren. In einem dem Prüfschritt des Betriebs zustand vorgeschalteten Identifikationsschritts ist es daher vorgesehen, zunächst einmal den Typ der erfassten Bauteilkomponente zu identifizieren. Dadurch kann auf die etwaigen Unterschiede bei den jeweiligen Typen der einzelnen Bauteilkom ponenten Rücksicht genommen werden. Beispielsweise ändert sich die Lage ei nes Sicherungshebels für einen Entriegelungshebel an einer Sattelkupplung von Typ zu Typ, sodass nur anhand der Typbezeichnung der jeweiligen Sattelkupp lung festgestellt werden kann, ob sich die Sattelkupplung in einem geöffneten oder teilgeöffneten oder gesicherten oder ungesicherten Zustand befindet. Ein Nutz fahrzeuganhänger bzw. Nutzfahrzeug ist insbesondere ein Anhänger, welcher eine zulässige Gesamtmasse von mindestens 7,51 t, bevorzugt von mindestens 10,1 t und besonders bevorzugt von mindestens 15,1 t aufweist.
Weiterhin ist es besonders vorzugsweise vorgesehen, dass die Erfassungseinrich tung einen Raumwinkel von mindestens 90°, vorzugsweise mindestens 120° und besonders bevorzugt mindestens 150° erfasst. Insbesondere ist es vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgelegt bzw. derart angeordnet ist, dass möglichst eine gesamte Seitenfläche eines Fahrzeugs erfasst wird. Dadurch ist es in vorteilhafter Weise möglich, bestimmte Abgrenzungen bzw. Ränder der Seiten fläche des Fahrzeugs als Referenz heranzuziehen, insbesondere um bei eventuel len Korrekturen bzgl. der Verzerrung diese entsprechend heranzuziehen. Vorzugs weise ist die Erfassungseinrichtung relativ zur Fahrbahn, entlang der die zu über wachenden Fahrzeuge fahren, an einer Seite angeordnet, um eine Seitenansicht und/oder eine Rückansicht des Fahrzeugs aufzunehmen. Vorzugsweise nimmt die Erfassungseinrichtung hierzu zeitlich verzögert zwei Datensätze auf, einmal von der Seitenansicht und einmal von der Rückansicht. Es ist auch vorstellbar, dass
mehrere Erfassungseinrichtungen an der Fahrbahn platziert sind, um beispiels weise beide Seitenansichten des Fahrzeugs zu überwachen. Optional können Er fassungseinrichtungen auch jeweils vor und hinter einem Sensorbereich in die Fahrbahn eingelassen sein, um so zum Beispiel ein Rundumbild des Fahrzeugs zu erstellen. Zum Beispiel können so durch Abgleichen mit einem Sollprofil des Fahrzeugs, d. h. in Hinblick auf Länge, Breite und/oder Höhe des Fahrzeugs bzw. des Sattelzuges, Veränderungen an der Karosserie und/oder Lichtträgern, wie zum Beispiel Beschädigungen, erkannt werden. Unter Verwendung von Infrarotka meras können zum Beispiel auch Beschädigungen an der Isolierung eines Kühlk offers und/oder einer offenen Luke erkannt werden, da das Infrarotbild an dieser Stelle von der übrigen Flanke des Fahrzeugs abweichen würde.
Weiterhin ist es denkbar, dass die Erfassungseinrichtung auf Höhe der zu überwa chenden bzw. der zu erfassenden Bauteilkomponente angeordnet ist, um mit Vor teil ein möglichst verzerrungsfreies Bild aufzunehmen.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist es vorgesehen, dass die Bauteil komponente eine Verschlusseinrichtung umfasst. Dadurch lässt sich mit Vorteil ein Verschlusszustand, beispielsweise einer Luke und/oder Türe am Sattelauflieger, an einer Sattelkupplung oder von Befestigungslaschen und Spanngurten, überprü fen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn mittels der Vorrichtung zum Überprüfen des Betriebszustandes festgestellt werden kann, ob das Fahrzeug ordnungsgemäß ver- oder geschlossen worden ist. Beispielsweise erfasst die Erfassungseinrich tung zumindest einen Bildausschnitt, der die Verschlusseinrichtung darstellt und anhand des aufgenommenen Bildes erkennt die Auswerteeinrichtung, ob der Ver schlusszustand vorliegt oder ob beispielsweise die Hecktüre oder Plane des Anhä ngers nicht ordnungsgemäß ver- oder geschlossen ist.
Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass die Bauteilkomponente zumindest partiell modifiziert ist. Insbesondere ist die Bauteilkomponente dahingehend modifiziert, dass sie einfacher von der Erfassungseinrichtung und/oder der Auswerteeinrich-
tung identifiziert wird als die nicht-modifizierte Bauteilkomponente. Die Modifizie rung der Bauteilkomponente kann durch ein Indikatorelement oder -bereich vorge sehen sein, beispielsweise mit einer Farbmarkierung, mit Reflektoren und/oder mit LEDs. Beispielsweise ist die Verschlusseinrichtung poliert und/oder mit einem Auf kleber versehen, der das Identifizieren erleichtert. Im Gegensatz zu aufwendigen Aufrüstmaßnahmen ist es in solchen Fällen lediglich erforderlich, dass beispiels weise ein Aufkleber in einer bestimmten Farbe oder mit einem bestimmten Code, insbesondere QR-Codes und/oder Strichcode versehen wird und anhand des identifizierten Farbcodes oder Strichcodes wird mittels der Erfassungseinrichtung bzw. der Auswerteeinrichtung der Typ erfasst und/oder die Lage des jeweiligen Aufklebers. Vorstellbar ist auch, dass eine entsprechende Kennzeichnung in die Bauteilelemente eingraviert oder auflackiert wird.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist es vorgesehen, dass die Erfassungs einrichtung ortsfest ist. Beispielsweise ist die Erfassungseinrichtung in eine Säule auf einem automatisierten Logistikhof, an einer Raststätte oder einer Tankstelle eingelassen oder in einem Querträger oberhalb der Fahrbahn, wie z.B. einem Tor bogen an der Ausfahrt eines Autohofs oder Fuhrparks, insbesondere zur Ausbil dung einer Sensorbrücke, angeordnet. Insbesondere handelt es sich um ein Sys tem von mehreren Erfassungseinrichtungen. Insbesondere passiert das Nutzfahr zeug zwangsweise eine solche Sensorbrücke bzw. ein solches "gate“. Es ist auch vorstellbar, dass die Erfassungseinrichtung in den Boden eingelassen ist, über den das Fahrzeug geführt wird.
Vorzugsweise ist eine derartige Erfassungseinrichtung beispielsweise gekoppelt an ein Schrankensystem, das ein Fahrzeug passieren muss, um den Fuhrpark bzw. Autohof zu verlassen. Entsprechend kann in vorteilhafter Weise das kurzfris tige Stehen bzw. die kurzfristige Standzeit vor der Schranke dazu genutzt werden, den Datensatz zu erfassen. Hierzu ist es in vorteilhafter weise vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung mit der Funktion des Schrankensystems gekoppelt ist. Beispielsweise wird die Erfassung durch die Erfassungseinrichtung gestartet,
wenn von dem Schrankensystem erkannt wird, dass ein Fahrzeug vor dem Schrankensystem hält.
Vorteilhafterweise ist die Auswerteeinrichtung dazu konfiguriert, anhand des Ver schlusszustandes typunabhängig den Betriebszustand der Bauteilkomponente festzustellen.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann die Erfassungseinrichtung auch mobil und zum Beispiel auf einer fahrbaren oder fliegenden Drohne platziert sein. Dies ermöglicht zum Beispiel flexible Rundumaufnahmen des Fahrzeugs und er leichtert das Erfassen andernfalls optisch schwer einsehbarer Bauteilkomponen ten.
Vorzugsweise umfasst das System eine Kommunikationseinrichtung. Beispiels weise wird der Nutzer des Fahrzeugs mittels der Kommunikationseinrichtung dar über informiert, dass ein für den Fahrzustand ungeeigneter Betriebszustand vor liegt. Flierzu kommuniziert die Kommunikationseinrichtung beispielsweise mit ei nem Bordcomputer in einem Fahrzeug. Es ist auch vorstellbar, dass die Erfas sungseinrichtung das Kennzeichen des Fahrzeugs erfasst, bzw. eine Kennzeich nung, die den Eigentümer des Nutzfahrzeuges identifiziert, und der Fahrzeugfüh rer bzw. der Eigentümer des Fahrzeugs wird mittels Nachricht, beispielsweise ei ner Textnachricht, über den Fehlzustand informiert, beispielsweise indem Kontakt aufgenommen wird zu einem entsprechenden Mobiltelefon, dessen Telefonnum mer zusammen mit dem Nummernschild für das Fahrzeug hinterlegt ist. Alternativ oder ergänzend ist es vorstellbar, dass die Erfassungseinrichtung und/oder das Schrankensystem dazu ausgelegt ist, ein Warnsignal, insbesondere ein akusti sches oder optisches Warnsignal abzugeben, wenn ein Betriebszustand festge stellt worden ist, der nicht für den Fahrzustand vorgesehen ist.
Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass die Auswerteeinrichtung mit einem Netz werk in Verbindung steht. Insbesondere greift die Auswerteeinrichtung für das
Identifizieren und/oder Bestimmen des Betriebszustandes auf entsprechende Da tenbanken im Netzwerk zurück. Zum Beispiel kann durch Erfassen eines Num mernschildes bzw. Kennzeichens das Fahrzeug relativ einfach erkannt, identifiziert und zugeordnet werden. Wird das Kennzeichen erfasst kann das Fahrzeug relativ einfach erkannt, identifiziert und zugeordnet werden. Flat das Fahrzeug die Erfas sungeinrichtung bereits passiert, bietet sich dadurch die Möglichkeit, Veränderun gen an der Karosserie, z. B. Beschädigungen, zu registrieren und eine automati sche Wartungsmeldung an ein Wartungspersonal zu geben. Beispielsweise syn chronisiert sich hierzu eine Software, die insbesondere zur Auswertung des Da tensatzes von der Erfassungseinrichtung vorgesehen ist, mit einer externen Soft ware, um vorzugsweise Bilder von anderen Fahrzeugen in die Auswertung einzu beziehen, die bisher noch nicht die Erfassungseinrichtung passiert haben. Bei spielsweise führt die Auswerteeinrichtung hierzu eine einfachen Vergleich zwi schen dem von der Erfassungseinrichtung aufgenommenen Bilddatensatzes mit der aus der externen Software bzw. Datenbank stammenden Bildinformation über das passierende Fahrzeug (Vorher-Nachher-Vergleich).
Dadurch kann die Auswerteeinrichtung in vorteilhafter Weise von den im Netzwerk gespeicherten Informationen zu den Betriebszuständen profitieren. Zum Beispiel können durch Abgleichen mit einem Sollprofil des Fahrzeugs, welches über das Netzwerk bezogen werden kann, Veränderungen an der Karosserie oder Lichtträ gern, wie zum Beispiel Beschädigungen, erkannt werden.
Besonders bevorzugt ist es vorgesehen, dass die Auswerteeinrichtung mittels Ma schinenlernen, insbesondere mittels neuronaler Netzwerke, den Betriebszustand und/oder den festgelegten Bereich für die Erfassung des Datensatzes bestimmt. Hierzu ist es insbesondere vorgesehen, dass die Auswerteeinrichtung mit entspre chenden Trainingsdatensätzen trainiert wird, damit die Auswerteeinrichtung mög lichst selbständig lernt, den Betriebszustand festzustellen und zu identifizieren. Beispielsweise wird hierzu ein „deep-learning“ Algorithmus benutzt.
Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass der Datensatz, insbesondere Bilddaten satz, eine zeitliche Entwicklung erfasst bzw. eine zeitliche Abfolge von Bildern um fasst. Im Rahmen eines vorbereitenden Arbeitsschrittes ist es dann vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung und/oder Auswerteeinrichtung eine Vorauswer tung der erfassten Bilddatensätze vornimmt und beispielsweise die Teile des Bild datensatzes bzw. die Bilddatensätze von der weiteren Auswertung ausschließt, die bestimmte Kriterien in Hinblick auf Auflösung und/oder Kontrast nicht erfüllen. Außerdem ist es vorstellbar, dass die Erfassungseinrichtung nur diejenigen Bildda tensätze berücksichtigt, in denen die erfasste Bauteilkomponente, deren Betriebs zustand zu erfassen ist, möglichst groß und detailliert dargestellt ist. Entsprechend wird mittels einer geeigneten Vorauswahl des Bilddatensatzes die Auswertung an besten Bilddatensatz, insbesondere Bild, vorgenommen.
Beispielsweise ist es vorstellbar, dass mittels einer Lichtschranke oder eines Be wegungssensors die Erfassungseinrichtung von einem Ruhezustand in einen Er fassungszustand überführt wird, indem die Erfassungseinrichtung entsprechende Datensätze über ein festgelegtes Zeitintervall aufnimmt. Dadurch lässt sich der Energieverbrauch gerade solcher Erfassungseinrichtungen reduzieren, die selten von einem Fahrzeug passiert werden.
Vorzugsweise ist die Erfassungseinrichtung dazu konfiguriert, das Erfassen des Datensatzes automatisch festzulegen. Beispielsweise erkennt die Erfassungsein richtung bestimmte Referenzpunkte am Fahrzeug, um diese entsprechenden Re ferenzpunkte zum Auslösen der Erfassungseinrichtung heranzuziehen. Das er möglicht beispielsweise, dass die Erfassungseinrichtung erst eine Rückansicht des Fahrzeugs erfasst und bevorzugt speichert, wenn das Fahrzeug bereits die Erfassungseinrichtung passiert hat. Dadurch wird die Anzahl der Aufnahmen des Datensatzes auf ein Minimum reduziert, wodurch unnötig aufgenommene Datens ätze erst gar nicht generiert oder abgespeichert werden. Dies erweist sich als vor teilhaft für die Lebensdauer der Erfassungseinrichtung und reduziert die Menge der zu kommunizierenden Datensätze in vorteilhafter weise.
Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung eine weitere In formation, insbesondere eine individuell dem Fahrzeug zugeordnete Information erfasst, wobei bevorzugt die individuell erfasste Information zusammen mit dem Verschlusszustand bzw. dem festgestellten Betriebszustand in einer Speicherein richtung speicherbar ist bzw. gespeichert wird. Dadurch lässt sich in vorteilhafter Weise dokumentieren, dass ein bestimmtes Fahrzeug zu einem bestimmten Zeit punkt in einem bestimmten Betriebszustand an einem bestimmten Ort die Erfas sungseinrichtung passierte.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist es vorgesehen, dass die Auswerteeinrichtung dazu konfiguriert, Bauteilkomponenten zu identifizieren und bevorzugt zu klassifizieren. Auch können durch den erfassten Datensatz mehrere (verschiedene) Bauteilkomponenten erfasst werden, die auf einen Betriebszustand hin überprüft werden. Beispielsweise erfasst die Erfassungseinrichtung simultan mehrere Bauteilkomponenten, die jeweils hinsichtlich ihres Betriebszustandes überprüft werden. Dadurch kann simultan festgestellt werden, ob alle Betriebszu stände in einem Zustand sind, der den Fährbetrieb gestattet.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Erfassungseinrichtung auf Flöhe der zu überwachenden bzw. der zu erfassenden Bauteilkomponente angeordnet.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform passiert das Fahrzeug die Erfas sungseinrichtung, insbesondere die optische Erfassungseinrichtung, immer in ei nem vorgegebenen Abstand und Winkel, um die Verlässlichkeit der Messungen zu sichern. Hier ist es vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung in Vorrichtung in tegriert ist, beispielsweise eine Sensorbrücke und/oder einen Schrankenbereich, die bzw. der das Fahrzeug dazu zwingt, innerhalb eines vorgegebenen Bereichs die Erfassungseinrichtung zu passieren. Ist ferner ein Abstand zwischen eine La dekante und einer Fahrbahn, auf der sich das Fahrzeug bewegt, bei gleichem Ab stand zur Erfassungseinrichtung geringer als bei der Ankunft oder geringer als ein Mindestabstand, kann in vorteilhafter weise einfach ein überladener Zustand iden-
tifiziert werden. Vorzugsweise wird mittels einer zusätzlichen Erfassungseinrich tung eine Vergleichsdatensatz aufgenommen, der vorzugsweise mit dem von der Erfassungseinrichtung aufgenommenen Datensatz verglichen wird, um einen Än derung zwischen der Aufnahme des Vergleichsdatensatz und dem Datensatz auf zunehmen. Hierzu ist beispielsweise die zusätzliche Erfassungseinrichtung in ei nen Eingangsbereich zu einem Logistikhof, einer Raststätte und/oder einer Tank stelle eingelassen, während die Erfassungseinrichtung am Ausgang des Logistik hofs, der Raststätte und/oder der Tankstelle eingelassen ist.
Weiterhin bevorzugt wird von der Erfassungseinrichtung die Rückseite des Fahr zeugs, insbesondere des Sattelaufliegers festgehalten bzw. erfasst. In einer alter nativen oder ergänzenden Ausführungsform wird eine Seitenansicht des Anhä ngers bzw. des Fahrzeugs erfasst. Eine solche Seitenansicht ermöglicht beispiels weise das Erfassen eines Sicherungshebels an einer Sattelkupplung, um festzu stellen, ob der Sicherungshebel den Entriegelungshebel sichert oder entsichert. Zudem kann über die Seitenansicht zum Beispiel ein Beladungszustand mit einer Ladeliste abgeglichen werden. Über den Abstand zwischen einer Ladekante und der Straße kann ein überladener Zustand erkannt werden. Optional kann aber auch das Gewicht mit einer Waage gemessen werden und durch Abgleich mit dem erfassten Kennzeichen einem bestimmten Fahrzeug zugeordnet werden.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegende Erfindung ist ein Verfahren zum Feststel len eines Betriebszustands einer Bauteilkomponente eines Fahrzeugs, insbeson dere eines Nutzfahrzeugs, mit einem System zum Überprüfen eines Betriebszu stands einer Bauteilkomponente an einem Fahrzeug, insbesondere an einem Nutzfahrzeug, umfassend die Schritte (a) Erfassen von Informationen in Form ei nes Datensatzes, wobei die Informationen in einem festgelegten Bereich am Fahr zeug vorliegen, und (b) Bereitstellen des Datensatzes einer Auswerteeinrichtung, und (c) Feststellen des Betriebszustands der Bauteilkomponente anhand des er fassten Datensatzes durch die Auswerteeinrichtung, wobei die Erfassungseinrich tung außerhalb des Fahrzeugs angeordnet ist. Alle für das System beschriebenen
Vorteile und Merkmale lassen sich analog übertragen auf das Verfahren und an dersrum.
Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Gegenstands mit Bezug auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:
Fig. 1 ein System zum Überprüfen einer Bauteilkomponente eines
Fahrzeugs gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vor liegenden Erfindung,
Fig. 2 eine Sattelkupplung geeignet für ein Verfahren zum Überprüfen einer Bauteilkomponente gemäß einer ersten beispielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
Fig. 3 eine Rückansicht eines Anhängers geeignet für ein Verfahren zum Überprüfen einer Bauteilkomponente gemäß einer zweiten beispielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
Fig. 4a und 4b eine Rückansicht und eine Seitenansicht eines Anhängers ge eignet für ein Verfahren zum Überprüfen einer Bauteilkompo nente gemäß einer dritten beispielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
Fig. 5a einen Reifen auf einer Kontrollfläche geeignet für ein Verfahren zum Überprüfen einer Bauteilkomponente gemäß einer vierten beispielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung mit tels einer optischen Erfassungseinrichtung,
Fig. 5b einen Reifen auf einer Kontrollfläche geeignet für ein Verfahren zum Überprüfen einer Bauteilkomponente gemäß einer fünften
beispielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung mit tels Entfernungssensoren,
Fig. 6 ein System zum Überprüfen einer Bauteilkomponente eines
Fahrzeugs gemäß einer sechsten Ausführungsform der vorlie genden Erfindung in Seitenansicht (oben) und Vogelperspektive (unten) und
Fig. 7 ein System zum Überprüfen einer Bauteilkomponente eines
Fahrzeugs gemäß einer siebten Ausführungsform der vorlie genden Erfindung in Seitenansicht (oben) und Vogelperspektive (unten).
In Figur 1 ist ein System 100 zum Überprüfen eines Betriebszustandes einer Bau teilkomponente an einem Fahrzeug 5 gemäß einer ersten bevorzugten Ausfüh rungsform der vorliegenden Erfindung dargestellt. In dem dargestellten Beispiel handelt es sich bei dem Fahrzeug 5 um einen Sattelzug mit einer Zugmaschine 6 und einem Sattelanhänger 7. Ein derartiges Fahrzeug 5 umfasst mehrere Bauteil komponenten, die sich in unterschiedlichen Betriebszuständen befinden können. Ein Beispiel für eine derartige Bauteilkomponente ist eine Liftachse 9, die bei spielsweise Teil eines Sattelaufliegers bzw. Sattelanhängers 7 ist und sich von den übrigen Achsen 8 des Sattelaufliegers dahingehend unterscheidet, dass bei einer geringen Last die Liftachse 9 angehoben werden kann, um deren Verschleiß zu minimieren. Dies erweist sich insbesondere dann als vorteilhaft, wenn der Last zustand es nicht erfordert, dass alle Achsen 8, d. h. insbesondere die Liftachse 9, den Boden kontaktieren. Eine weitere Bauteilkomponente ist beispielsweise ein Verschlusssystem, mit dem sich ein Ladebereich des Sattelaufliegers 7 verschlie ßen lässt. Mit dem System zum Überprüfen eines Betriebszustandes ist es vorge sehen, den Betriebszustand der jeweiligen Bauteilkomponenten am Fahrzeug 5 auch dann zu überprüfen, wenn das Fahrzeug 5 bereits die Fahrt aufgenommen hat, d.h. nicht nur während einer Vorbereitungsphase bzw. während einer Stand-
zeit überprüft wird. Beispielsweise lässt sich dadurch noch feststellen, dass verse hentlich eingenommene, insbesondere ungewollte Betriebszustände während ei nes Fahrzustands des Fahrzeugs 5 beibehalten werden. Wesentlicher Bestandteil eines derartigen Systems ist eine Erfassungseinrichtung 10, die bevorzugt in ei nem festgelegten Bereich am Fahrzeug 5 Informationen in Form eines Datensat zes erfasst, wobei insbesondere der festgelegte Bereich die Bauteilkomponente umfasst. Beispielsweise handelt es sich bei der Erfassungseinrichtung 10 um min destens eine Kamera, die ein Bild oder mehrere Bilder in Form einer Bildsequenz von dem Fahrzeug 5, insbesondere von der Bauteilkomponente, deren Betriebs zustand zu überprüfen ist, aufnimmt. Beispielsweise ist eine derartige Erfassungs einrichtung 10 an einem Torbogen 4 montiert, den ein LKWbzw. ein Fahrzeug 5 beim Verlassen eines Flofs oder definierten Bereichs durchqueren muss. Insbe sondere ist die Erfassungseinrichtung 10 mittig in der Fahrbahn bzw. zur Fahr bahn angeordnet. Dadurch lassen sich etwaige Verzerrungen bei der Aufnahme des Bilddatensatzes vermeiden bzw. minimieren. Es ist auch vorstellbar, die Erfas sungseinrichtung 10 seitlich an der Fahrbahn zu platzieren, um auch eine Seiten ansicht des Fahrzeugs 5 zu erfassen. Ferner ist es vorstellbar, dass beispiels weise die Erfassungseinrichtung 10 zwischen einem Erfassungszustand und ei nem Ruhezustand überführbar ist. Vorzugsweise sind weitere Sensoren vorgese hen, wie beispielsweise Bewegungssensoren und/oder Lichtschranken, die die Anwesenheit eines Fahrzeugs 5 feststellen, um die Erfassungseinrichtung 10 von einem Ruhezustand in einen Erfassungszustand zu überführen. Es ist auch vor stellbar, dass eine Schranke an die Erfassungseinrichtung 10 gekoppelt ist, so- dass abhängig vom Schrankenzustand die Erfassungseinrichtungen 10 in einem Erfassungszustand oder Ruhezustand ist, wodurch mit Vorteil die Erfassungsein richtung 10 regelmäßig in einen Ruhezustand überführbar ist, um Energie zu spa ren. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung 10 oberhalb von 3 Metern über der Fahrbahn angeordnet ist. Entsprechend kann die Erfas sungseinrichtung 10 von oben Bilddatensätze von dem Fahrzeug 5 aufnehmen. Neben der Erfassungseinrichtung 10 umfasst das System vorzugsweise eine Aus werteeinrichtung 20, der der Datensatz bereitgestellt wird. Beispielsweise erfolgt das Bereitstellen des Datensatzes über eine Drahtverbindung oder eine drahtlose
Verbindung, beispielsweise über Bluetooth oder WLAN. Der von der Auswerteein richtung 20 erfasste Datensatz wird dann ausgewertet. Hierzu ist die Auswerteein richtung 20 derart konfiguriert, dass sie anhand des erfassten Datensatzes vom Fahrzeug 5 den Betriebszustand der Bauteilkomponente feststellen kann. Insbe sondere vergleicht die Auswerteeinrichtung 20 den festgestellten Betriebszustand im Datensatz mit gespeicherten bzw. hinterlegten Informationen zu der jeweiligen Bauteilkomponente. Entsprechend ist die Auswerteeinrichtung 20 dazu konfigu riert, die jeweilige Bauteilkomponente zu identifizieren und vorzugsweise einem entsprechenden Typ zuzuordnen. Nach dem Schritt des Identifizierens wird fest gestellt, ob das identifizierte Bauteil in einem Betriebszustand ist, der üblich ist für den Fahrzustand bzw. für einen Standzustand des Fahrzeugs. Hierzu greift die Auswerteeinrichtung 20 vorzugsweise auf eine Datenbank und/oder auf ein Netz werk 50 zurück, anhand dessen die Auswerteeinrichtung 20 den Betriebszustand feststellen kann. Besonders bevorzugt wird von der Auswerteeinrichtung 20 ein neuronales Netz, insbesondere ein Maschinenlernprozess genutzt, um die Bauteil komponente zu identifizieren und/oder deren Betriebszustand zu identifizieren. Hierzu wird die Auswerteeinrichtung 20 besonders bevorzugt mit entsprechenden Datensätzen trainiert, die sie entweder von der Erfassungseinrichtung 10 und/oder dem Netzwerk 50 enthält. Mittels dieser Trainingsdatensätze ist es möglich, den Erfahrungsschatz der Auswerteeinrichtung 20 dahingehend zu optimieren, dass der Betriebszustand möglichst fehlerfrei identifiziert werden kann. Vorzugsweise wird der festgestellte Betriebszustand in einer Speichereinrichtung 30 gespeichert, beispielsweise zusammen mit einerweiteren Information über das Fahrzeug 5, die besonders bevorzugt individuell ist. Beispielsweise wird der ausgewertete Be triebszustand zusammen gespeichert mit einem Nummernschild bzw. einem Kennzeichen auf dem Fahrzeug. Weiterhin bevorzugt ist es vorgesehen, dass das System eine Kommunikationseinrichtung 40 aufweist. Diese Kommunikationsein richtung 40 nimmt vorzugsweise automatisch Kontakt mit dem Fahrzeug auf, wenn beispielsweise ein Betriebszustand am Fahrzeug 5 identifiziert worden ist, der nicht für den Fahrzustand vorgesehen ist. Beispielsweise übersendet die Kommu nikationseinrichtung 40 eine entsprechende Fehlermeldung an einen Bordcompu-
ter eines Fahrzeugs 5, insbesondere an eine Zugmaschine 6 des Sattelzugs. Ent sprechend wird der Fahrer rechtzeitig und insbesondere zeitnah über ein Vorlie gen eines möglichen Fehlzustandes informiert. Ferner ist es vorstellbar, dass die Kommunikationseinrichtung 40 mit einem entsprechenden Schrankensystem oder einer entsprechenden Schranke kommuniziert, sodass die Weiterfahrt dem Fahr zeug 5 erst dann ermöglicht wird, wenn die Freigabe durch die Kommunikations einrichtung 40 gegeben ist. Entsprechend wird das Risiko minimiert, dass ein Fahrzeug 5 trotz eines nicht für den Fahrzustand vorgesehenen Betriebszustan des die Fahrt fortsetzt oder aufnimmt. Ergänzend oder alternativ ist es vorstellbar, dass bei dem Feststellen eines Betriebszustandes, der nicht für den Fährbetrieb vorgesehen ist, eine akustische und/oder optische Warnmeldung ausgegeben wird. Beispielsweise ist eine entsprechende Vorrichtung vom Aussenden des Warnsignals an der Erfassungseinrichtung 10 und/oder an dem Torbogen 4 vorge sehen, um den Nutzer bzw. den Fahrer des Fahrzeugs 5 über den Fehlzustand zu informieren.
Ein Beispiel für einen für den Fahrzustand nicht vorgesehenen Betriebszustand wäre beispielsweise eine offene Verschlusseinrichtung 22. Es ist allerdings auch vorstellbar, dass es sich bei dem überprüften Betriebszustand um den Zustand der Liftachse 9 handelt. So ist es möglich, mittels der Erfassungseinrichtung 10 und der Auswerteeinrichtung 20 festzustellen, ob die Liftachse 9 im angehobenen Zu stand, in dem sie von der Fahrbahn beabstandet ist, oder in einem heruntergefah renen Zustand, in dem die Liftachse 9 den Boden kontaktiert, ist. Vorstellbar ist weiterhin, dass neben der Erfassungseinrichtung 10 eine weitere Sensoreinrich tung vorgesehen ist, die beispielsweise das Gewicht des Sattelzuges feststellt, um in Abhängigkeit des Gewichts festzustellen, ob es angebracht ist, dass die Lift achse 9 in einem angehobenen Zustand oder einem heruntergefahrenen Zustand ist. Entsprechend kann diese weitere Information dazu herangezogen werden, um festzulegen, ob ein Betriebszustand die Weiterfahrt behindert oder im Einklang steht mit dem vorgesehenen Betrieb des Fahrzeugs. Neben der Liftachse 9 oder dem Verschlusszustand des Fahrzeugs 5 ist es vorstellbar, mit der Erfassungsein-
richtung 10 beispielsweise auch den Kippzustand eines Kippfahrzeuges, d.h. ei nes Fahrzeugs mit einer verkippbaren Ladefläche, festzustellen. Beispielsweise ist es möglich festzustellen, ob die Ladefläche des Fahrzeugs 5 verkippt ist oder im Wesentlichen parallel zur Fahrbahn verläuft.
In Figur 2 ist eine Sattelkupplung 11 geeignet für ein Verfahren zum Überprüfen einer Bauteilkomponente gemäß einer ersten beispielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dargestellt. In dem dargestellten Beispiel handelt es sich um eine Sattelkupplung 11 mit einer Kupplungsplatte 12, über die typischerweise eine Verbindung zwischen der Zugmaschine 6 und dem Sattelauflieger 7 erfolgt. Zur Fixierung eines Königszapfens des Sattelaufliegers an der Sattelzugmaschine wird dieser Königszapfen in eine schlitzartige Öffnung der Kupplungsplatte 12 ein geführt und mittels eines Entriegelungshebels 13, insbesondere mittels eines auto matischen Verschlusses mit Entriegelungshebels, fixiert. Neben dem Entriege lungshebel 13 ist ferner ein Sicherungshebel 14 vorgesehen, der verhindert, dass versehentlich der Entriegelungshebel 13 bewegt wird und der Königszapfen freige geben wird. Mittels der Erfassungseinrichtung 10 ist es möglich, die jeweilige Aus richtung des Sicherungshebels 14 festzustellen, insbesondere wird der Siche rungshebel 14 um eine im Wesentlichen parallel zur Fahrbahn verlaufende Achse verkippt, wenn er in einen Zustand überführt wird, in dem der Entriegelungshebel 13 betätigbar ist. Mittels der Erfassungsrichtung 10 ist es dann in vorteilhafter Weise möglich, zusammen mit der Auswerteeinrichtung 20 festzustellen, in wel chem Zustand sich der Sicherungshebel 14 befindet. Befindet sich der Siche rungshebel 14 in einem abgesenkten Zustand, ist der Entriegelungshebel 13 entsi chert. Dieser Zustand ist nicht vorgesehen für den Fährbetrieb, sodass wenn die Auswerteeinrichtung 20 diesen erfasst, beispielsweise eine Nachricht an das Fahr zeug übermittelt werden kann.
In Figur 3 ist eine Rückansicht des Sattelaufliegers bzw. Sattelanhängers 7 darge stellt. Eine derartige Ansicht kann beispielsweise herangezogen werden für das Verfahren zum Überprüfen einer Bauteilkomponente gemäß einer zweiten bei spielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. In dem dargestellten
Bild, das beispielsweise von der Erfassungseinrichtung 10 aufgenommen wird, ist auf der Rückseite eines Sattelaufliegers 7 eine Verschlusseinrichtung 21 zu erken nen, mit der Türen, die den Laderaum freigeben bzw. verschließen, verschlossen werden können. Dabei ist es insbesondere vorgesehen, dass in dem dargestellten Ausführungsbeispiel die rechte Verschlusseinrichtung geschlossen ist, während die linke Verschlusseinrichtung offen ist. Mittels der Erfassungseinrichtung 10 ist es dann in vorteilhafter Weise möglich, zusammen mit der Auswerteeinrichtung 20 festzustellen, dass die linke Verschlusseinrichtung geöffnet ist.
In Figur 4a ist eine Rückansicht und in Figur 4b eine Seitenansicht eines anderen Anhängers 7 geeignet für ein Verfahren zum Überprüfen einer Bauteilkomponente gemäß einer dritten beispielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dargestellt. Bei dem hier dargestellten Sattelanhänger 7 handelt es sich um ein Ladevolumen, das mittels einer Plane verschlossen wird. An einer Unterseite, d. h. an einem dem Fahrzeugrahmen zugewandten Ende der Plane, sind hier entspre chende schlaufenartige und/oder ösenförmige Vorrichtungen vorgesehen, mit de nen die Plane an den Fahrzeugrahmen angebunden werden kann. Mittels der Er fassungseinrichtung 10 und der Auswerteeinrichtung 20 ist es vorteilhafterweise möglich, diejenigen Verschlusseinrichtungen, bestehend aus einer Öse und einer Schlaufe festzustellen, die geöffnet bzw. geschlossen sind. Dadurch lässt sich in vorteilhafter Weise feststellen, ob eines der besagten Systeme zum Verschließen bzw. Anbinden der Plane an die Fahrzeugkarosserie offen ist oder nicht. Beispiels weise ist es denkbar, dass die Auswerteeinrichtung 20 die Kommunikationsein richtung 40 zur Übermittlung einer Information an den Fahrer des Fahrzeugs 5 an weist, wenn eine Mehrzahl oder eine definierte Anzahl an Schlaufen und Ösen nicht geschlossen ist, sodass der Fahrer erst dann in Kenntnis gesetzt wird über den Fehlzustand der Verschlussvorrichtung, wenn ein gewisses Sicherheitsrisiko besteht. Entsprechend wird der Fahrzeugführer bzw. Fahrer nicht darüber infor miert, wenn nur eine einzelne Verschlussvorrichtung nicht geschlossen ist, sofern diese nicht verschlossene Verschlussvorrichtung nicht den Fährbetrieb gefährdet.
Weiterhin ist es vorteilhaft vorgesehen, dass mit der Erfassungseinrichtung vor zugsweise die gesamte Seiten- und Rückansicht des Fahrzeugs aufgenommen wird. Dadurch ist es in vorteilhafter Weise möglich, bezogen auf Referenzpunkte, beispielsweise eine Oberkante des Anhängers, festzustellen, wie groß das Maß einer Verzerrung ist. Entsprechend kann bei der Bildverarbeitung bzw. bei der Auswertung die entsprechende Verzerrung berücksichtigt werden, indem die Bild daten entsprechend transformiert werden. Dadurch kann beispielsweise nach der Transformation die erfasste Fläche, die einer bestimmten Verschlusseinrichtung zugeordnet wird, dazu herangezogen werden, festzustellen, ob ein Verschlusszu stand oder ein offener Zustand bei der Verschlusseinrichtung vorliegt.
In Figur 5a ist ein Reifen 104 eines Fahrzeugs 5 auf einer Kontrollfläche 105, in die beispielsweise eine Erfassungseinrichtung 10 eingelassen ist, geeignet für ein Verfahren zum Überprüfen einer Bauteilkomponente gemäß einer vierten beispiel haften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dargestellt. In dem dargestell ten Beispiel ist die Erfassungseinrichtung 10 mindestens ein optischer Sensor, der in der Fahrbahn 101 eingebracht ist. Beim Überfahren der Kontrollfläche 105 unter der sich der optische Sensor befindet, können so Bilddaten des Reifenprofils 106 aufgenommen werden und zum Beispiel mit einem Sollprofil abgeglichen werden. Es kann zum Beispiel bei Detektion eines abgenutzten Reifenprofils 106 eine Mel dung an den Fahrer oder an eine Fahrzeugzentrale ausgegeben werden, um ei nen Reifenwechsel zu veranlassen. Da eine solche Messung quasi im Vorbeifah ren erfolgen kann, stellt dieses Verfahren eine vorteilhafte zeit- und personalspa rende Alternative zu einer manuellen Messung dar.
In Figur 5b ist ein Reifen 104 eines Fahrzeugs 5, insbesondere eines Anhängers 7, auf einer Kontrollfläche 105 geeignet für ein Verfahren zum Überprüfen einer Bauteilkomponente gemäß einer fünften beispielhaften Ausführungsform der vor liegenden Erfindung dargestellt. Die Erfassungseinrichtung 10 umfasst in diesem Beispiel Entfernungssensoren, wie zum Beispiel Ultraschallsensoren, und/oder mindestens einen Ultraschallsensor, die bzw. der bevorzugt vollautomatisch die Laufflächen und die konkrete Tiefe des Reifenprofils 106 ermitteln können.
Dadurch können beispielsweise Profilrillen ermittelt werden und mit Referenzgrö ßen verglichen werden.
In Figur 6 ist ein System 100 zum Überprüfen einer oder mehrerer Bauteilkompo nenten eines Fahrzeugs 5 mit einer Länge L, einer Höhe H und einer Breite B ge mäß einer sechsten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in Seitenansicht (oben) und Vogelperspektive (unten) dargestellt. Die Erfassungseinrichtung 10 umfasst in diesem Beispiel mehrere Kameras, die seitlich bzw. oberhalb des Fahr zeugs 5 sowie jeweils vor und hinter einem Sensorbereich 110 in der Fahrbahn 101 angebracht sind. Der Sensorbereich 110 bezeichnet dabei den Bereich der durch die Erfassungseinrichtung 10 erfasst werden kann. Durch die hier gezeigte Konfiguration kann ein Rundumbild des Fahrzeugs 5 erstellt werden und zum Bei spiel mit einem Sollprofil des Fahrzeugs 5, insbesondere des Anhängers 7, abge glichen werden. Dadurch können zum Beispiel Beschädigungen an einer Karosse rie des Fahrzeugs 5, wie beispielsweise an Schwellern oder an Lichtträgern, regis triert werden. Die Erfassungseinrichtung 10 in einem Querträger oberhalb der Fahrbahn 101, wie sie insbesondere für Tankstellen und/oder Raststätten denkbar ist, könnte zum Beispiel auf der Oberseite des Sattelzugs Schnee- und/oder Eisablagerungen detektieren und beispielsweise eine Warnmeldung ausgeben, um die Gefahr für den nachfolgenden Verkehr zu reduzieren.
Die Erfassungseinrichtung 10 kann optional eine Infrarotoptik umfassen. Dadurch kann beispielsweise an Bremsen, insbesondere an Scheibenbremsen, des Fahr zeugs eine Temperatur detektiert werden, indem beispielsweise immer dann, wenn eine Achse des Fahrzeugs 5 einen Auslöser passiert, ein Infrarotbild einer Bremse, insbesondere einer Scheibenbremse, angefertigt wird. Weichen die Tem peraturen der einzelnen Bremsen eines Fahrzeugs 5 voneinander ab und/oder überschreitet eine Bremse einen festgelegten Temperaturwert so kann beispiels weise ein Alarm ausgegeben werden, um beispielsweise eine Wartung anzufor dern.
Optional können mit einer derartigen Rundumüberwachung auch Lade- und Lüf tungsluken sowie Verschlusssysteme 21 am gesamten Fahrzeug überprüft wer den. So können zum Beispiel von der Erfassungseinrichtung 10 aufgenommene Bilddatensätze mit einem Sollprofil abgeglichen und somit beispielsweise offene Luken, Türen, oder lose Befestigungslaschen und Spanngurte erkannt werden. Al ternativ oder zusätzlich können aber auch, indem die Erfassungseinrichtung 10 Infrarotkameras umfasst, Beschädigungen in der Isolierung eines Kühlkoffers er kannt werden. Geöffnete Luken wie auch Beschädigungen der Isolierung könnten über Abweichungen der in einem Infrarotbild detektierten Temperaturen von der übrigen Flanke des Fahrzeugs 5 ausgemacht werden.
In Figur 7 ist ein System 100 zum Überprüfen einer oder mehrerer Bauteilkompo nenten eines Fahrzeugs 5 gemäß einer siebten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in einer Seitenansicht (oben) und einer Vogelperspektive (unten) darge- stellt. Im Vergleich zur zuvor beschriebenen sechsten Ausführungsform, kommt hier noch eine auf der Fahrbahn 101 befindliche Kontrollfläche 105 hinzu, die wie in Fig. 5a bzw. 5b. gezeigt eine Erfassungseinrichtung 10 zur Ausmessung eines Reifenprofils 106 beinhaltet. Diese Erfassungseinrichtung 10 kann beispielsweise eine optische Kamera und/oder Entfernungssensoren enthalten. Alternativ oder zusätzlich kann die Kontrollfläche 105 auch eine Waage enthalten, die Beispiels weise die Achslast des Fahrzeugs 5 bestimmen kann.
Bezuqszeichenliste: 4 Torbogen
5 Fahrzeug
6 Zugmaschine
7 Sattelanhänger
8 Achse 9 Liftachse
10 Erfassungseinrichtung 11 Sattelkupplung
12 Kupplungsplatte
13 Entriegelungshebel
14 Sicherungshebel 17 Primärpunkt 18 Sekundärpunkt
20 Auswertereinrichtung 21 geschlossene Verschlusseinrichtung 22 offene Verschlusseinrichtung 30 Speichereinrichtung 40 Kommunikationseinrichtung
50 Netzwerk 100 System 101 Fahrbahn 104 Reifen 105 Kontrollfläche
106 Reifenprofil 110 Sensorbereich B Breite des Fahrzeugs H Flöhe des Fahrzeugs L Länge des Fahrzeugs