Beschreibung
Elektronisches System mit Wärmeübertragungsvorrichtung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein elektronisches System mit einer Wärmeübertragungsvorrichtung. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Fortbewegungsmittel, insbesondere ein Kraftfahrzeug, in dem ein solches elektronisches System genutzt wird.
In heutigen Kraftfahrzeugen ist eine Vielzahl von Sensoren verbaut, die z.B. durch Sicherheitsfunktionen, Assistenzfunktionen oder Pilotfunktionen genutzt werden. Beispiele für derartige Sensoren sind Radarsensoren, Lidarsensoren, Ultraschallsensoren oder Kameras.
Bei hohen Umgebungstemperaturen müssen die Sensoren unter Umständen ihre Funktion einstellen oder komplett abschalten, um die interne Elektronik vor einer Überhitzung zu schützen. Hierdurch kann es Vorkommen, dass Sicherheitsfunktionen, Assistenzfunktionen oder Pilotfunktionen deaktiviert werden müssen. Um dies zu vermeiden, müssen die Sensoren gekühlt werden bzw. muss die entstehende Wärme durch geeignete Maßnahmen abgeführt werden.
In diesem Zusammenhang beschreibt DE 11 2014005550 T5 eine Wärmetransfer- Einrichtung, die ein Wärmeerzeugungselement mit einem Wärmeabstrahlungselement koppelt und Wärme von dem Wärmeerzeugungselement zu dem Wärmeabstrahlungselement transferiert. Die Wärmetransfer-Einrichtung beinhaltet ein Element aus einem Verbundmaterial und einen Wärmeleiter. Das Element aus einem Verbundmaterial beinhaltet mehrere Kohlenstoff-Nanoröhren und mehrere Kohlenstoff- Fasern, die in ein Basismaterial hineingemischt sind und die miteinander zu einem Komplex gebildet sind. Die jeweiligen Kohlenstoff-Fasern sind mittels der Kohlenstoff-Nanoröhren miteinander quervernetzt. Der Wärmeleiter weist ein flexibles Ende auf, das in dem Element aus einem Verbundmaterial eingebettet ist. Das eingebettete eine Ende ist durch die Kohlenstoff-Nanoröhren mit den Kohlenstoff-Fasern in dem Element aus einem Verbundmaterial quervernetzt.
Oftmals sind elektronische Komponenten innerhalb eines Steuergerätes oder allgemeiner innerhalb eines Gehäuses angeordnet. Zudem können diese elektronischen Komponenten beweglich ausgeführt sein, z.B. um Verbautoleranzen ausgleichen zu können. Beispielsweise können in einem Lidarsensor zwei Lidarköpfe beweglich in einem
Sensorgehäuse angeordnet sein. Unter diesen Umständen kann es Vorkommen, dass die elektronischen Komponenten nicht hinreichend gekühlt werden können.
Vor diesem Hintergrund beschreibt DE 19520938 A1 eine Anordnung zur thermischen Kopplung zwischen einem Bauelement und einem Kühlkörper, bei denen die Ebenen der thermisch kontaktierbaren Oberflächen von der Parallelität und einem Nennabstand abweichen. Es sind zwei komplementäre, spielbehaftet mäanderförmig ineinandergreifende Wärmeübertragungsglieder vorgesehen. Eines der Wärmeübertragungsglieder ist an dem Kühlkörper starr befestigt. Das andere Wärmeübertragungsglied ist federbelastet flächenhaft mit einer thermisch kontaktierbaren Oberfläche des Bauelementes verbunden.
US 5,787,976 beschreibt einen Wärmekoppler zur thermischen Kopplung zwischen einer Wärmequelle und einer Wärmesenke. Der Wärmekoppler umfasst ein erstes und ein zweites Substrat. Das erste Substrat weist eine erste Oberfläche auf. Eine Vielzahl von ersten Kanälen wird auf die erste Oberfläche geätzt, um eine Vielzahl von ersten Rippen und eine erste Basis zu bilden. Die erste Basis kann thermisch mit der Wärmequelle in Kontakt gebracht werden. Das zweite Substrat weist eine zweite Oberfläche mit mehreren darin geätzten zweiten Kanälen auf. Die zweiten Kanäle bilden mehrere zweite Rippen und eine zweite Basis. Die zweite Basis kann thermisch mit der Wärmesenke in Kontakt gebracht werden. Die ersten und zweiten Rippen stellen einen wärmeleitenden Pfad von der Wärmequelle zur Wärmesenke bereit, wenn sie miteinander verschachtelt sind.
Bei aktuell verfügbaren Lidarsensoren werden Wärmekoppler mit ineinandergreifende Rippen verwendet, um Wärme vom Lidarkopf zum Gehäuse abzuführen. Die Wärmeübertragung erfolgt dabei mittels Wärmestrahlung. Der Lidarkopf lässt sich so allerdings nur in einer Achse verdrehen. Dies hat den Nachteil, dass eine externe Justagevorrichtung notwendig ist. Eine Bewegung um zwei Achsen ist mit diesem Konzept nur möglich, wenn mehrere miteinander gekoppelte Wärmekoppler verwendet werden. Dies ist allerdings mit hohen Kosten verbunden und erfordert einen relativ großen Bauraum.
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine verbesserte Lösung zur Wärmeübertragung in einem elektronischen System bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird durch ein System mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung umfasst ein elektronisches System:
- ein Gehäuse;
- eine in dem Gehäuse angeordnete elektronische Komponente; und
- eine Wärmeübertragungsvorrichtung zum Transportieren von Wärme von der elektronischen Komponente zum Gehäuse, wobei die Wärmeübertragungsvorrichtung zumindest einen flexiblen kammartigen oder pinselartigen Wärmekoppler für eine Wärmeübertragung mittels Wärmeleitung aufweist.
Die erfindungsgemäße Lösung erlaubt eine effektive Kühlung der in dem Gehäuse befindlichen elektronischen Komponente. Das elektronische System kann so auch bei höheren Temperaturen weiterhin mit voller Leistungsfähigkeit arbeiten. Durch die Verwendung eines flexiblen kammartigen oder pinselartigen Wärmekopplers für die Wärmeübertragung mittels Wärmeleitung kann auf eine starre Anbindung der elektronischen Komponente an das Gehäuse für die Wärmeübertragung verzichtet werden, was die Montage und Justage des elektronischen Systems vereinfacht.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung ist die elektronische Komponente um zumindest eine Achse drehbar oder entlang zumindest einer Achse verschiebbar. Natürlich können für die Justage der elektronischen Komponente auch mehrere Freiheitsgrade vorgesehen sein. Bei der Justage wird die elektronische Komponente nur sehr langsam und in der Regel auch nur in einem kleinen Bereich bewegt. Beispielsweise wird der Sensorkopf eines Lidarsensors bei der Justage nur um wenige Grad innerhalb von mehreren Minuten verdreht, typischerweise um 1°-2°. Derartige Verdrehungen können durch die erfindungsgemäße Lösung gut ausgeglichen werden. Da keine starre Verbindung zwischen der elektronischen Komponente und dem Gehäuse besteht, treten keine Probleme durch Materialermüdung auf.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung ist der zumindest eine flexible kammartige oder pinselartige Wärmekoppler an der elektronischen Komponente angeordnet und steht mit einer Wärmesenke am Gehäuse in Kontakt. Alternativ dazu ist der zumindest eine flexible kammartige oder pinselartige Wärmekoppler am Gehäuse angeordnet und steht mit einer Wärmequelle an der elektronischen Komponente in Kontakt. Bei diesem Ansatz wird nur ein kammartiger oder pinselartiger Wärmekoppler verwendet, der mit einem ersten Ende wahlweise an der elektronischen Komponente oder am Gehäuse angeordnet ist. Das zweite Ende steht entsprechend mit einer Wärmesenke am Gehäuse oder einer Wärmequelle an der elektronischen Komponente in Kontakt. Der mögliche Wärmeübertrag hängt von der Kontaktfläche zwischen dem kammartigen oder pinselartigen Wärmekoppler und der Wärmesenke bzw. der Wärmequelle ab. Die Kontaktfläche ist in dieser Ausführungsform
relativ klein, sodass nur ein eingeschränkter Wärmeübertrag erreicht wird. Vorteilhaft ist bei dieser Ausführungsform allerdings die einfache Montage des elektronischen Systems.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung weist die Wärmeübertragungsvorrichtung zwei ineinandergreifende flexible kammartige oder pinselartige Wärmekoppler auf, von denen ein erster flexibler kammartiger oder pinselartiger Wärmekoppler an der elektronischen Komponente angeordnet ist und ein zweiter flexibler kammartiger oder pinselartiger Wärmekoppler am Gehäuse angeordnet ist. Bei diesem Ansatz werden zwei kammartige oder pinselartige Wärmekoppler verwendet, die ineinander greifen. Dies hat den Vorteil, dass eine große Kontaktfläche zwischen den beiden Wärmekopplern erreicht wird, sodass ein hoher Wärmeübertrag ermöglicht wird.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung weist der zumindest eine flexible kammartige oder pinselartige Wärmekoppler Borsten aus einem wärmeleitenden Material auf. Alternativ dazu können Borsten verwendet werden, die mit einem wärmeleitenden Material überzogenen sind. Die Höhe des Wärmeübertrags wird neben der Größe der Kontaktfläche maßgeblich durch die Wärmeleitfähigkeit des verwendeten Material bestimmt. Es ist daher vorteilhaft, ein gut wärmeleitendes Material für die Verbindung zwischen Gehäuse und elektronischer Komponente zu verwenden.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung ist das wärmeleitende Material Kohlenstoff, Silber oder Kupfer. Diese Materialien zeichnen sich durch eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit aus. Zugleich lassen sie sich gut verarbeiten, was die Herstellung des kammartigen oder pinselartigen Wärmekopplers erleichtert.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung weisen die Borsten eine aufgeraute Oberfläche auf. Durch das Aufrauen der Oberfläche der Borsten wird die effektive Oberfläche und somit auch die mögliche Kontaktfläche vergrößert und so der Wärmeübertrag nochmals erhöht. Entsprechend können auch eine für die Wärmeübertragung dienende Oberfläche der elektronischen Komponente oder Oberflächen einer Wärmesenke oder einer Wärmequelle aufgeraut sein.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung weist die elektronische Komponente eine Infrarot absorbierende Beschichtung zur Steigerung eines Wärmeübertrages in die Wärmeübertragungsvorrichtung auf. Dies ermöglicht eine noch effizientere Kühlung der elektronischen Komponente. Beispielsweise kann die Innenwand eines Sensors mit einer
Infrarot-absorbierende Farbe versehen werden, z.B. mit einer Rußbeschichtung, um den Wärmeübertrag in den Wärmekoppler zu erhöhen.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung ist die elektronische Komponente ein Sensorkopf. Bei Sensorköpfen ist regelmäßig eine Justage erforderlich, nachdem der Sensor verbaut wurde. Die Verwendung der erfindungsgemäßen Lösung erlaubt eine Justage mit mehreren Freiheitsgraden, ohne dass es zu Einschränkungen bei der Wärmeübertragung kommt.
Besonders vorteilhaft wird ein erfindungsgemäßes elektronisches System in einem Fortbewegungsmittel verwendet, beispielsweise in Form eines Lidarsensors oder eines Radarsensors. Bei dem Fortbewegungsmittel kann es sich insbesondere um ein Kraftfahrzeug handeln, z.B. um einen Personenkraftwagen, ein Nutzfahrzeug oder einen Bus. Die Nutzung der erfindungsgemäßen Lösung erlaubt es dabei, Verbautoleranzen oder Lageänderungen des Fortbewegungsmittels aufgrund eines Beladungszustandes auszugleichen.
Weitere Merkmale der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden Beschreibung und den angehängten Ansprüchen in Verbindung mit den Figuren ersichtlich.
Fig. 1 zeigt schematisch ein elektronisches System mit einer
Wärmeübertragungsvorrichtung gemäß dem Stand der Technik;
Fig. 2 zeigt schematisch eine erste Ausführungsform eines elektronischen Systems mit einem flexiblen kammartigen oder pinselartigen Wärmekoppler;
Fig. 3 zeigt schematisch eine zweite Ausführungsform eines elektronischen Systems mit einem flexiblen kammartigen oder pinselartigen Wärmekoppler;
Fig. 4 zeigt schematisch ein elektronisches System mit zwei flexiblen kammartigen oder pinselartigen Wärmekopplern;
Fig. 5 zeigt das elektronische System aus Fig. 4 nach einer Verdrehung einer elektronischen Komponente;
Fig. 6 zeigt das elektronische System aus Fig. 4 nach einer Verschiebung einer elektronischen Komponente; und
Fig. 7 stellt schematisch ein Fortbewegungsmittel dar, in dem ein erfindungsgemäßes elektronisches System verwendet wird.
Zum besseren Verständnis der Prinzipien der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Ausführungsformen der Erfindung anhand der Figuren detaillierter erläutert. Es versteht sich, dass sich die Erfindung nicht auf diese Ausführungsformen beschränkt und dass die beschriebenen Merkmale auch kombiniert oder modifiziert werden können, ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen, wie er in den angehängten Ansprüchen definiert ist.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Draufsicht auf ein elektronisches System 10 mit einer Wärmeübertragungsvorrichtung 13 gemäß dem Stand der Technik. Das elektronische System 10 umfasst ein Gehäuse 11 sowie eine in dem Gehäuse 11 angeordnete elektronische Komponente 12. Im dargestellten Beispiel handelt es sich bei der elektronischen Komponente 12 um den Sensorkopf eines Lidarsensors. Der Sensorkopf hat einen Erfassungskegel 20. In dem Gehäuse 11 befindet sich eine interne Elektronik 22, die vor erhöhten Temperaturen geschützt werden soll. Zum Transportieren von Wärme von der elektronischen Komponente 12 zum Gehäuse 11 ist eine Wärmeübertragungsvorrichtung 13 vorgesehen. Diese umfasst eine Reihe von ineinandergreifenden Rippen 21, die keine direkte Verbindung haben und zwischen denen ein Wärmeübertrag mittels Wärmestrahlung erfolgt. Nach dem Verbau des elektronischen Systems 10 ist unter Umständen eine Justage der elektronischen Komponente 12 erforderlich. Beispielsweise muss nach dem Verbau eines Lidarsensors in einem Kraftfahrzeug der Sensorkopf ausgerichtet werden, damit der Erfassungskegel 20 einen gewünschten Bereich abdeckt. Bei einer Änderung der Beladung des Kraftfahrzeugs kann eine erneute Ausrichtung des Sensorkopfes erforderlich werden.
Bei dem in Fig. 1 gezeigten System 10 ist eine Drehung um die Y-Achse sowie eine Verschiebung entlang der X-Achse sowie der Z-Achse möglich. Insbesondere Drehungen um die X-Achse und die Z-Achse können nicht vorgenommen werden.
Fig. 2 zeigt schematisch eine erste Ausführungsform eines elektronischen Systems 10 mit einem flexiblen kammartigen oder pinselartigen Wärmekoppler 14. Der Wärmekoppler 14 weist eine Vielzahl von flexiblen Borsten 18 aus einem wärmeleitenden Material auf, z.B. Borsten 18 aus Kohlenstoff, Silber oder Kupfer. Alternativ können die Borsten 18 auch lediglich mit einem wärmeleitenden Material überzogen sein. Der Wärmekoppler 14 ist in dieser Ausführungsform mit einem ersten Ende an der elektronischen Komponente 12 angeordnet, bei der es sich wiederum um den Sensorkopf eines Lidarsensors handelt. Das zweite Ende des Wärmekopplers 14 steht mit einer Wärmesenke 16 am Gehäuse 11 in
Kontakt, d.h. die Borsten 18 liegen an der Wärmesenke 16 an. Damit eine ausreichende Kontaktfläche zwischen den Borsten 18 und der Wärmesenke 16 erzielt wird, werden die Borsten 18 mit einem gewissen Druck gegen die Wärmesenke 16 gepresst, sodass sie gekrümmt sind. Die Verwendung eines flexiblen kammartigen oder pinselartigen Wärmekopplers 14 erlaubt Drehungen um alle drei Achsen und Verschiebungen entlang aller drei Achsen, solange eine ausreichend große Kontaktfläche zwischen den Borsten 18 und der Wärmesenke 16 erhalten bleibt. Zur Erhöhung des Wärmeübertrags kann die Oberfläche der Borsten 18, der Wärmesenke 16 oder auch einer Innenwand 23 des Sensorkopfes aufgeraut sein. Zudem kann die Innenwand 23 des Sensorkopfes mit einer Infrarot absorbierenden Beschichtung versehen sein.
Fig. 3 zeigt schematisch eine zweite Ausführungsform eines elektronischen Systems 10 mit einem flexiblen kammartigen oder pinselartigen Wärmekoppler 15. Die gezeigte Ausführungsform entspricht vom Ansatz her der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform, allerdings ist der Wärmekoppler 15 mit seinem ersten Ende am Gehäuse 11 angeordnet, während sein zweites Ende mit einer Wärmequelle 17 an der elektronischen Komponente 12 in Kontakt steht. Bei der elektronischen Komponente 12 handelt es sich auch hier um den Sensorkopf eines Lidarsensors. Damit eine ausreichende Kontaktfläche zwischen den Borsten 18 und der Wärmequelle 17 erzielt wird, werden die an der Wärmequelle 17 anliegenden Borsten 18 mit einem gewissen Druck gegen die Wärmequelle 17 gepresst, sodass sie gekrümmt sind. Auch diese Ausführungsform der Wärmeübertragungsvorrichtung 13 erlaubt Drehungen um alle drei Achsen und Verschiebungen entlang aller drei Achsen, solange eine ausreichend große Kontaktfläche zwischen den Borsten 18 und der Wärmequelle 17 erhalten bleibt.
Fig. 4 zeigt schematisch ein elektronisches System 10 mit zwei flexiblen kammartigen oder pinselartigen Wärmekopplern 14, 15. Der erste Wärmekoppler 14 ist mit einem ersten Ende an der elektronischen Komponente 12 angeordnet. Der zweite Wärmekoppler 15 ist hingegen mit seinem ersten Ende am Gehäuse 11 angeordnet. Bei der elektronischen Komponente 12 handelt es sich wiederum um den Sensorkopf eines Lidarsensors. Beide Wärmekoppler 14, 15 weisen eine Vielzahl von flexiblen Borsten 18 aus einem wärmeleitenden Material auf, z.B. Borsten 18 aus Kohlenstoff, Silber oder Kupfer. Alternativ können die Borsten 18 auch lediglich mit einem wärmeleitenden Material überzogen sein.
Die Borsten 18 der beiden Wärmekoppler 14, 15 greifen ineinander, sodass eine große Kontaktfläche erzielt wird. Auch diese Ausführungsform der Wärmeübertragungsvorrichtung 13 erlaubt Drehungen um alle drei Achsen und Verschiebungen entlang aller drei Achsen.
Dabei wird ein größerer Justagebereich erzielt, als dies bei den Ausführungsformen in Fig. 2 und Fig. 3 der Fall ist.
Fig. 5 zeigt das elektronische System 10 aus Fig. 4 nach einer Verdrehung des Sensorkopfes um die Z-Achse. Die dargestellte Verdrehung ist dabei größer, als dies im Regelbetrieb zu erwarten ist. Die Borsten 18 der beiden Wärmekoppler 14, 15 sind nun gekrümmt, greifen aber nach wie vor ineinander, sodass sich die Kontaktfläche zwischen den Wärmekopplern 14, 15 nur geringfügig verändert hat. Es wird daher unverändert eine effiziente Kühlung des Sensorkopfes erreicht.
Fig. 6 zeigt das elektronische System 10 aus Fig. 4 nach einer Verschiebung des Sensorkopfes entlang der Y-Achse. Die dargestellte Verschiebung ist dabei größer, als dies im Regelbetrieb zu erwarten ist. Die Borsten 18 der beiden Wärmekoppler 14, 15 sind nun wie schon in Fig. 5 gekrümmt, greifen aber nach wie vor ineinander, sodass sich die Kontaktfläche zwischen den Wärmekopplern 14, 15 nur geringfügig verändert hat. Es wird daher unverändert eine effiziente Kühlung des Sensorkopfes erreicht.
Fig. 7 stellt schematisch ein Fortbewegungsmittel 30 dar, in dem ein erfindungsgemäßes elektronisches System 10 verwendet wird. In diesem Beispiel handelt es sich beim Fortbewegungsmittel 30 um ein Kraftfahrzeug und bei dem elektronischen System 10 um einen Lidarsensor. Neben dem Lidarsensor kann das Kraftfahrzeug auch weitere Umgebungssensorik 31 aufweisen, z.B. Kameras oder Ultraschallsensoren. Weitere Komponenten des Kraftfahrzeugs sind eine Datenübertragungseinheit 32 sowie eine Reihe von Assistenzsystemen 33, von denen eines exemplarisch dargestellt ist. Mittels der Datenübertragungseinheit 32 kann beispielsweise eine Verbindung zu Dienstanbietern aufgebaut werden. Zur Speicherung von Daten ist ein Speicher 34 vorhanden. Der Datenaustausch zwischen den verschiedenen Komponenten des Kraftfahrzeugs erfolgt über ein Netzwerk 35.
Bezugszeichenliste
Elektronisches System Gehäuse
Elektronische Komponente
Wärmeübertragungsvorrichtung
Kammartiger oder pinselartiger Wärmekoppler
Kammartiger oder pinselartiger Wärmekoppler
Wärmesenke
Wärmequelle
Borste
Erfassungskegel
Rippe
Interne Elektronik
Innenwand
Fortbewegungsmittel
Umgebungssensorik
Datenübertragungseinheit
Assistenzsystem
Speicher
Netzwerk