ELEKTRONISCHES BAUELEMENT UND VERFAHREN ZUM BETREIBEN EINES ELEKTRONISCHEN BAUELEMENTS
BESCHREIBUNG
Verschiedene Ausführungsbeispiele betreffen ein elektronisches Bauelement und ein Verfahren zum Betreiben eines elektronischen Bauelements.
Künstliche neuronale Netze (auch bezeichnet als künstliche neuronale Netzwerke) sind beispielsweise Netze aus künstlichen Neuronen. Derzeit stellen künstliche neuronale Netze einen Grundbaustein der künstlichen Intelligenz dar. Derartige Netze zeichnen sich beispielsweise durch eine hohe Interkonnektivität zwischen verschiedenen Netzpunkten, den künstlichen Neuronen, aus. Weiterhin beruht das Grundprinzip beispielsweise darauf, dass das Netz in der Lage sein soll zu lernen und dazu neue Verbindungen zwischen den künstlichen Neuronen auszubilden.
Im Allgemeinen werden Möglichkeiten gesucht, um die Funktionen der natürlichen Neuronen und Synapsen nachzuahmen und letztlich zu versuchen, die natürlichen neuromorphen Mechanismen künstlich zu reproduzieren.
Verschiedene Ausführungsformen beziehen sich auf ein elektronisches Bauelement, das in geeigneter Weise eingerichtet ist, um neuromorphen Mechanismen künstlich zu reproduzieren. Das elektronische Bauelement kann, gemäß verschiedenen Ausführungsformen, beispielsweise derart eingerichtet sein, dass Polymerleiterbahnen mit neuromorphen Eigenschaften, wie beispielsweise Synaptogenese und/oder Plastizität, gebildet werden können. Gegenüber herkömmlichen Ansätzen kann somit eine verbesserte Zuverlässigkeit und ein höheres Level an neurologischer Nachahmung erzielt werden.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement derart eingerichtet sein, dass die Polymerleiterbahnen gezielt zwischen zwei oder mehr als zwei Elektroden auf einem Substrat gewachsen werden können mittels Anlegens einer elektrischen Spannung an die zwei oder die mehr als zwei Elektroden. Dies kann beispielsweise während des Betriebes des elektronischen Bauelements erfolgen, was somit einen Teil eines künstlichen neuronalen Netzes oder als künstliches neuronales Netz fungieren kann. Die Verbindungen dieses künstlichen neuronalen Netzes können, gemäß verschiedenen Ausführungsformen, in deren Direktionalität und/oder Wichtung beispielsweise mittels Frequenz, Bandbreite, Signalform und/oder Spannungshöhe des an die zwei oder mehr als zwei Elektroden des elektronischen Bauelements angelegten Signals beeinflusst werden (z.B. gezielt eingestellt werden). Die Verbindungen des künstlichen neuronalen Netzes können, gemäß verschiedenen Ausführungsformen, mittels der
verwendeten Salzkonzentration des in dem elektronischen Bauelement angeordneten Elektrolytmaterials beeinflusst werden (z.B. gezielt eingestellt werden).
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement derart eingerichtet sein, dass ein wiederholtes Programmieren des elektronischen Bauelements mit unterschiedlichen neuromorphen Eigenschaften erfolgen kann.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen wird ein elektronisches Bauelement sowie ein Verfahren zum Betreiben des elektronischen Bauelements bereitgestellt, wobei das Verfahren ein Programmieren des elektronischen Bauelements aufweist. Dabei kann das Verfahren derart ausgestaltet sein, dass auch ein Elmprogrammieren bzw. ein wiederholtes Programmieren des elektronischen Bauelements ermöglicht ist, so dass das elektronische Bauelement in Zustände mit voneinander verschiedenen neuromorphen Eigenschaften gebracht werden kann.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen wird ein gerichtetes Wachstum einer elektrischen Verbindung zwischen zwei oder mehr als zwei Elektroden (z.B. zwischen mehreren Elektroden, die beispielsweise als Knoten eines künstlichen neuronalen Netzes fungieren können) aus Polymerfasem mittels Elektropolymerisation erzeugt.
Verschiedene Ausführungsformen betreffen ein elektronisches Bauelement, welches beispielsweise ein Substrat aufweist. Das Substrat kann mindestens zwei Elektroden aufweisen, wobei die mindestens zwei Elektroden jeweils auf und/oder in dem Substrat in einem Abstand voneinander angeordnet sein können. Wenn das elektronische Bauelement beispielsweise in einem ersten Betriebszustand ist, ist ein Elektrolytmaterial zumindest in einem Raumbereich zwischen den mindestens zwei Elektroden angeordnet, wobei das Elektrolytmaterial mindestens ein polymerisierbares Material aufweist. Wenn das elektronische Bauelement beispielsweise in einem zweiten Betriebszustand ist, ist mindestens eine elektrische Verbindung zwischen den mindestens zwei Elektroden hergestellt, wobei die mindestens eine elektrische Verbindung aus einem elektrisch leitfähigen Polymer besteht.
Mittels einer Steuervorrichtung kann beispielsweise ein entsprechendes elektrisches Signal an die mindestens zwei Elektroden angelegt werden, so dass das elektronische Bauelement mittels des elektrischen Signals beispielsweise von dem ersten Betriebszustand in den zweiten Betriebszustand gebracht werden kann. Der Wechsel von dem ersten Betriebszustand in den zweiten Betriebszustand erfolgt mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu dem elektrisch leitfähigen Polymer.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektrisch leitfähige Polymer ein oder mehrere Faserstrukturen aufweisen oder daraus bestehen. Die ein oder mehreren Faserstrukturen können sich beispielsweise netzförmig ausbilden.
Mittels einer Steuervorrichtung kann beispielsweise ein entsprechendes elektrisches Signal an die mindestens zwei Elektroden angelegt werden, so dass das elektronische Bauelement mittels des elektrischen Signals beispielsweise von dem zweiten Betriebszustand in den ersten Betriebszustand oder in einen dritten Betriebszustand gebracht werden kann. Der Wechsel von dem zweiten Betriebszustand in den ersten Betriebszustand kann beispielsweise mittels Depolymerisierens und/oder Entflechtens des elektrisch leitfähigen Polymers erfolgen. Allerdings kann eine Depolymerisierung und/oder eine Entflechtung des elektrisch leitfähigen Polymers auch allgemein mittels einer geeigneten Energiezufuhr erfolgen, z.B. in Form von elektromagnetischer Strahlung.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das polymerisierbare Material ein Monomer eines intrinsisch leitfähigen Polymers und/oder eines dotierten Polymers. Das elektrisch leitfähige Polymer kann in diesem Fall dann das intrinsisch leitfähige Polymer bzw. das dotierte Polymer sein.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement ferner eine geeignete Gate-Struktur aufweisen, welche es ermöglicht, die elektrische Leitfähigkeit der hergestellten elektrischen Verbindung mittels eines elektrischen Feldes zu beeinflussen (z.B. gezielte einzustellen). Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann jede weitere Elektrode als Gate-Struktur fungieren, die zusätzlich zu den mindestens zwei Elektroden bereitgestellt ist.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement eine Metallisierung aufweisen welche es ermöglicht, die mindestens zwei Elektroden bzw. das elektronische Bauelement mit mindestens einem biologischen Nerv zu verbinden.
Gemäß einigen Ausführungsformen wird ein elektronisches Bauelement bereitgestellt, welches beispielsweise ein Substrat aufweisen kann sowie eine erste Elektrode und eine zweite Elektrode, welche auf und/oder in dem Substrat in einem Abstand voneinander angeordnet sind. Ferner weist das elektronische Bauelement ein Elektrolytmaterial auf, welches zumindest in einem Raumbereich zwischen der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode angeordnet ist, wobei das Elektrolytmaterial mindestens ein polymerisierbares Material aufweist oder daraus besteht. Weiterhin weist das elektronische Bauelement eine Steuervorrichtung zum Anlegen einer elektrischen Spannung zwischen der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode auf, wobei die Steuervorrichtung derart eingerichtet ist, dass mindestens eine elektrische Verbindung zwischen zumindest der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode hergestellt werden kann mittels Elektropolymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement ferner eine dritte Elektrode aufweisen, wobei die Steuervorrichtung ferner derart eingerichtet sein kann, dass das Herstellen der mindestens einen elektrischen Verbindung zwischen zumindest der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode mittels eines zu der dritten Elektrode bereitgestellten elektrischen Signals beeinflusst werden kann, z.B. gezielt eingestellt werden kann.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann ein elektronisches Bauelement mehrere Substrate aufweisen, wobei die mehreren Substrate übereinander angeordnet sein können und wobei jedes der mehreren Substrate mehrere Elektroden aufweisen kann. Die mehreren Elektroden eines jeweiligen Substrats können beispielsweise auf und/oder in dem Substrat in einem Abstand voneinander angeordnet sein. Ferner kann das elektronische Bauelement ein Elektrolytmaterial aufweisen, welches zumindest in einem Raumbereich zwischen den mehreren Elektroden des jeweiligen Substrats der mehreren Substrate angeordnet sein kann. Das Elektrolytmaterial kann beispielsweise mindestens ein polymerisierbares Material aufweisen. Ferner kann das elektronische Bauelement eine Steuervorrichtung aufweisen beispielsweise zum Anlegen einer elektrischen Spannung zwischen zumindest zwei der mehreren Elektroden des jeweiligen Substrats der mehreren Substrate. Die Steuervorrichtung kann beispielsweise derart eingerichtet sein, dass mindestens eine elektrische Verbindung zwischen den zumindest zwei Elektroden des jeweiligen Substrats mittels Elektropolymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer hergestellt werden kann.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann die Steuervorrichtung ferner eingerichtet sein, eine elektrische Spannung zwischen zumindest einer Elektrode eines ersten Substrats der mehreren Substrate und zumindest einer Elektrode eines zweiten Substrats der mehreren Substrate derart bereitzustellen, dass eine elektrische Verbindung zwischen der zumindest einen Elektrode des ersten Substrats und der zumindest einen Elektrode des zweiten Substrats hergestellt werden kann mittels Elektropolymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer.
Gemäß einigen Ausführungsformen wird ein künstliches neuronales Netz bereitgestellt, welches ein oder mehrere elektronische Bauelemente aufweist oder daraus gebildet ist. Das künstliche neuronale Netz ist beispielsweise derart eingerichtet, dass mindestens eine Rechenfunktion mittels des einen elektronischen Bauelements bzw. mittels der mehreren elektronischen Bauelemente ausgeführt werden kann.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen wird ein Verfahren zum Betreiben eines elektronischen Bauelements bereitgestellt, wobei das Verfahren beispielsweise aufweist: Bereitstellen eines Elektrolytmaterials zumindest in einem Raumbereich zwischen mindestens zwei Elektroden auf, wobei die mindestens zwei Elektroden jeweils auf und/oder in dem Substrat in einem Abstand voneinander angeordnet sind, und wobei das Elektrolytmaterial mindestens ein polymerisierbares
Material aufweist. Das Verfahren kann beispielsweise ferner aufweisen: Bilden mindestens einer elektrischen Verbindung zwischen den mindestens zwei Elektroden mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer auf.
Es versteht sich, dass ein hierin beschriebenes Verfahren (z.B. ein Verfahren zum Betreiben eines elektronischen Bauelements) entsprechend ein oder mehrere Verfahrensschritte aufweisen kann, die hierin mit Bezug auf Funktionen einer Vorrichtung (z.B. mit Bezug auf das elektronische Bauelement) beschrieben sind, und vice versa.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren dargestellt und werden im Folgenden näher erläutert.
Es zeigen:
Figuren 1A und 1B ein elektronisches Bauelement in einer schematischen Ansicht, gemäß verschiedenen Ausführungsformen;
Figur 2 mehrere Vergleichsabbildungen während des Bildens einer elektrischen Verbindung zwischen Elektroden abhängig von der Frequenz des an die Elektroden angelegten elektrischen Signals, gemäß verschiedenen Ausführungsformen;
Figuren 3 A und 3B eine Grafik einer Leitfähigkeit einer elektrischen Verbindung in Abhängigkeit von der Zeitdauer eines Anlegens eines elektrischen Signals zum Bilden der elektrischen Verbindung sowie zugehörige schematische Abbildungen entsprechender Zustände der elektrischen Verbindung, gemäß verschiedenen Ausführungsformen;
Figuren 4A und 4B ein elektronisches Bauelement in einer schematischen Ansicht, gemäß verschiedenen Ausführungsformen;
Figur 5 ein elektronisches Bauelement in einer schematischen Ansicht, gemäß verschiedenen Ausführungsformen;
Figur 6 ein elektronisches Bauelement in einer schematischen Ansicht, gemäß verschiedenen Ausführungsformen;
Figur 7 mehrere elektronische Bauelemente in einer schematischen Ansicht, gemäß verschiedenen Ausführungsformen;
Figuren 8A bis 8D mehrere Abbildungen eines Bildens einer elektrischen Verbindung in Abhängigkeit von dem angelegten elektrischen Signal zum Bilden der elektrischen Verbindung, gemäß verschiedenen Ausführungsformen; und
Figur 9 ein schematisches Ablaufdiagram eines Verfahrens zum Betreiben eines elektronischen Bauelements, gemäß verschiedenen Ausführungsformen.
In der folgenden ausführlichen Beschreibung bezieht sich auf die beigefügten Zeichnungen Bezug genommen, in denen zur Veranschaulichung spezifische Details und Ausführungsformen gezeigt sind, in denen die Erfindung ausgeübt werden kann. Es versteht sich, dass andere Ausführungsformen benutzt und strukturelle oder logische Änderungen vorgenommen werden können, ohne von dem Schutzumfang der vorliegenden Erfindung abzuweichen. Es versteht sich, dass die Merkmale der hierin beschriebenen verschiedenen beispielhaften Ausführungsformen miteinander kombiniert werden können, sofern nicht spezifisch anders angegeben. Die folgende Beschreibung ist deshalb nicht in einschränkendem Sinne aufzufassen, und der Schutzumfang der vorliegenden Erfindung wird durch die angefügten Ansprüche definiert.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann ein elektronisches Bauelement ein Substrat aufweisen. Das Substrat kann beispielsweise eine plane Oberfläche aufweisen und beispielsweise als Träger für Elektroden oder ähnliches dienen. Das Substrat kann beispielsweise mechanisch rigid, z.B. starr, unbiegsam bzw. fest sein, oder das Substrat kann mechanisch flexibel sein, z.B. biegbar, elastisch bzw. beweglich. Eine Struktur, die beispielsweise nicht körperlich mit den Elektroden des hierin beschriebenen elektronischen Bauelements verbunden ist, kann beispielsweise nicht als Substrat verstanden werden.
Der hierin verwendete Begriff „elektrische Verbindung“ kann beispielsweise eine Struktur beschreiben, die durch ein elektrisch leitfähiges Polymer verkörpert wird. Das elektrisch leitfähige Polymer erstreckt sich beispielsweise zwischen mindestens zwei Elektroden und kann mit den mindestens zwei Elektroden in körperlichem Kontakt sein. Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann ein Elektrolyt (z.B. in Form einer Elektrolytlösung oder eines Festkörperelektrolyten) zwischen den mindestens zwei Elektroden bereitgestellt sein, wobei, auch wenn das Elektrolyt in einem gewissen Umfang elektrisch leitfähig ist, es nicht als elektrische Verbindung verstanden wird.
Der hierin verwendete Begriff „elektrische Verbindung“ kann beispielsweise eine Struktur beschreiben, die eine elektrische Leitfähigkeit basierend auf Elektronen- oder Löcherleitung bereitstellt. Ein Elektrolyt kann beispielsweise als ein Ionenleiter verstanden werden.
Der hierin verwendete Begriff „Betriebszustand“ kann beispielsweise als ein Zustand eines funktionstüchtigen elektronischen Bauelements verstanden. Der Betriebszustand kann
beispielsweise ein Ruhezustand (Aus-Zustand, z.B. charakterisiert durch eine fehlende Leitfähigkeit der Polymerverbindung oder durch die Abwesenheit der Polymerverbindung) und einen aktiven Zustand (An-Zustand, z.B. charakterisiert durch eine elektrische Leitfähigkeit der Polymerverbindung und die Anwesenheit der Polymerverbindung) sein, aber auch darüber hinausgehen, unabhängig davon, ob das elektronische Bauelement mit elektrischer Energie versorgt ist. Anschaulich kann der Betriebszustand des elektronischen Bauelements beispielsweise auch ohne Zufuhr elektrischer Energie zumindest für eine gewisse Zeit (z.B. Tage, Wochen oder Monate) erhalten bleiben. Ein erster Betriebszustand kann beispielsweise ein Zustand des elektronischen Bauelements sein, in dem keine elektrische Verbindung mittels des elektrisch leitfähigen Polymers zwischen den mindestens zwei Elektroden bereitgestellt ist. Dabei kann ein Bereich zwischen den mindestens zwei Elektroden im Wesentlichen frei von einem elektrisch leitfähigen Polymer sein. Der erste Betriebszustand kann anschaulich beispielsweise als ein nicht- programmierter oder untrainierter Zustand des elektronischen Bauelements verstanden werden. Ein zweiter Betriebszustand des elektronischen Bauelements kann beispielsweise ein Zustand des elektronischen Bauelements sein, in dem die elektrische Verbindung zwischen den mindestens zwei Elektroden mittels des elektrisch leitfähigen Polymers hergestellt ist. Dabei kann das elektrisch leitfähige Polymer körperlich und elektrisch mit den mindestens zwei Elektroden verbunden sein. Der zweite Betriebszustand kann anschaulich beispielsweise als ein programmierter oder trainierter Zustand des elektronischen Bauelements verstanden werden. Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement in einen von mehreren zweiten Zuständen gebracht werden.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement mittels der Gate- Struktur in einen Zustand gebracht werden, der nicht ohne Energiezufuhr gehalten werden kann. Durch das Anlegen eines elektrischen Signals an die Gate-Struktur kann beispielsweise die Polymerverbindung zwischen den mindestens zwei Elektroden in ihrer elektrischen Leitfähigkeit moduliert werden (z.B. zwischen geringer und hoher Leitfähigkeit).
Der hierin verwendete Begriff „Plastizität“ kann beispielsweise als eine Eigenschaft (beispielsweise die elektrische Leitfähigkeit) der elektrischen Verbindung des elektronischen Bauelements verstanden werden. Diese kann durch Stimulation, beispielsweise mittels eines elektrischen Signals, entsprechend der Stimulation verändert und angepasst werden. Die Plastizität kann anschaulich somit als eine Grundvoraussetzung für ein Programmieren des elektronischen Bauelements verstanden werden.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann eine Stimulation mittels eines elektrischen Signals erfolgen, so dass sich die physikalischen Eigenschaften der elektrischen Verbindung zwischen den mindestens zwei Elektroden verändern, beispielsweise indem sie verzweigter, dicker und/oder mehr gewachsen werden. Somit können sich die elektrischen Eigenschaften der
elektrischen Verbindung verändern. Beispielsweise kann sich die elektrische Leitfähigkeit der elektrischen Verbindung aufgrund einer elektrischen Stimulation erhöhen.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann eine Veränderung der elektrischen Eigenschaften der elektrischen Verbindung auch durch abwesende Stimulation möglich sein, beispielsweise mittels abwesendem elektrischen Signals, wobei die elektrische Verbindung sich beispielsweise zurückentwickeln kann. Dies kann beispielsweise aufgrund eines Abbaus und/oder eines Entflechtens bzw. eines Herauslösens des elektrisch leitenden Polymers, aus dem die elektrische Verbindung besteht, erfolgen. Somit können sich beispielsweise die elektrischen Eigenschaften der elektrischen Verbindung ebenfalls zeitlich verändern. Beispielsweise kann sich die elektrische Leitfähigkeit der elektrischen Verbindung mit der Zeit reduzieren.
Der hierin verwendete Begriff „Kurzzeitplastizität“ kann derart verstanden werden, dass die Größenordnung der Zeit, in der die Plastizität sich selbst verändern kann oder mittels Stimulation verändert werden kann, berücksichtigt ist. Gleiches gilt für den hierin verwendeten Begriff „Langzeitplastizität“. Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann die Größenordnung der Zeit, die mit der Kurzzeitplastizität verbunden wird, geringer sein als die Größenordnung der Zeit, die mit der Langzeitplastizität verbunden wird. Die Zeit, die mit der Kurzzeitplastizität verbunden wird, kann beispielsweise geringer sein als 1 h, z.B. geringer als 1 min, z.B. geringer als 1 s. Die Zeit, die mit der Langzeitplastizität verbunden wird, kann beispielsweise größer sein als 1 h, z.B. größer als 10 h, z.B. größer als 24 h.
FIG.1A und FIG.1B veranschaulichen ein elektronisches Bauelement 100 in zwei voneinander verschiedenen Betriebszuständen 100a, 100b in einer schematischen Ansicht, gemäß verschiedenen Ausführungsformen.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement 100 ein Substrat 102 aufweisen. Das elektronische Bauelement 100 bzw. das Substrat 102 des elektronischen Bauelements 100 kann beispielsweise mindestens zwei Elektroden 104, 106 aufweisen. Die mindestens zwei Elektroden 104, 106 sind jeweils auf und/oder in dem Substrat 102 in einem Abstand voneinander angeordnet. Das Substrat 102 kann beispielsweise ein nichtleitendes Substrat 102 sein. Das Substrat 102 kann beispielsweise einen elektrisch halbleitenden oder elektrisch leitenden Abschnitt aufweisen, wobei dieser dann mittels mindestens einer elektrisch isolierenden Schicht von den mindestens zwei Elektroden 104, 106 elektrisch isoliert sein kann.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann ein leitfähiges Substrat (z.B. ein Substrat mit Ionen-Leitfähigkeit) die Rolle des Elektrolytmaterials übernehmen oder zum Teil mit übernehmen. Ferner kann beispielsweise optional eine elektrische Isolierung (z.B. eine Schicht aus elektrisch isolierendem Material) zwischen dem leitfähigen Substrat und dem Elektrolytmaterial vorgesehen sein.
Wenn das elektronische Bauelement 100 in einem ersten Betriebszustand 100a ist, siehe beispielsweise FIG.1A, kann ein Elektrolytmaterial 108 zumindest in einem Raumbereich zwischen den mindestens zwei Elektroden 104, 106 angeordnet sein. Das Elektrolytmaterial 108 kann mindestens ein polymerisierbares Material aufweisen. Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das Elektrolytmaterial 108 eine Elektrolytlösung aufweisen, und das polymerisierbare Material kann in der Elektrolytlösung gelöst und/oder dispergiert sein. Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das Elektrolytmaterial 108 eine Trägerflüssigkeit aufweisen, wobei das Elektrolyt in der Trägerflüssigkeit gelöst und/oder dispergiert sein kann und wobei auch das polymerisierbare Material in der Trägerflüssigkeit gelöst und/oder dispergiert sein kann.
Wenn das elektronische Bauelement 100 in einem zweiten Betriebszustand ist, siehe beispielsweise FIG.1B, kann mindestens eine elektrische Verbindung 110 zwischen den mindestens zwei Elektroden 104, 106 hergestellt sein. Die mindestens eine elektrische Verbindung 110 kann beispielsweise ein elektrisch leitfähiges Polymer aufweisen oder daraus gebildet sein. Das elektrisch leitfähige Polymer kann mittels Polymerisierens des polymerisierbaren Materials gebildet sein oder werden.
Das elektronische Bauelement 100 kann somit, gemäß verschiedenen Ausführungsformen, neuromorphe Eigenschaften aufweisen. Neuromorphe Eigenschaften können beispielsweise auf dem Bilden der elektrischen Verbindung 110 zwischen den Elektroden 104, 106 (analog zu der neuronalen Synaptogenese) basieren, sowie auf einer mittels eines an die Elektroden 104, 106 des elektrischen Bauelements 100 angelegten elektrischen Signals veränderbaren Plastizität der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 (anschaulich analog zu der neuronalen Plastizität). Das elektronische Bauelement 100 kann somit beispielsweise als ein neuromorpher Chip und/oder synaptische Verbindung in sogenannten Hirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer- Interface) ausgestaltet sein oder werden.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann jede der mindestens zwei Elektroden 104, 106 abschnittsweise von dem Elektrolytmaterial 108 elektrisch isoliert sein. Beispielsweise können ein oder mehrere Bereiche der jeweiligen Elektrode 104, 106 mittels einer elektrisch isolierenden Schicht 107 von dem Elektrolytmaterial 108 elektrisch getrennt sein. Die elektrisch isolierenden Schicht 107 kann beispielsweise auf dem jeweiligen Bereich der Elektrode 104, 106 aufgebracht sein oder werden, der elektrisch von dem Elektrolytmaterial 108 isoliert sein soll. Somit kann beispielsweise mindestens ein aktiver Abschnitt der jeweiligen Elektrode 104, 106 definiert werden, von dem aus das Bilden der elektrischen Verbindung 110 startet oder zu dem hin die elektrischen Verbindung 110 wachsen kann.
Im Folgenden werden einige Detailaspekte beschrieben mit Bezug auf das elektronische Bauelement 100. Es versteht sich, dass diese Detailaspekte nur beispielhafte Ausgestaltungen betreffen und dass das elektronische Bauelement 100 auch in anderen geeigneten Weisen ausgestaltet sein kann.
Beispielsweise kann das Substrat 102 eine Stahlfolie, Stahlblech, einen Kunststoffwafer, eine Kunststofffolie, oder ein Laminat mit einer oder mit mehreren Kunststofffolien aufweisen oder daraus gebildet sein. Der Kunststoff kann ein oder mehrere Polyolefine (beispielsweise Polyethylen (PE) mit hoher oder niedriger Dichte oder Polypropylen (PP)) aufweisen oder daraus gebildet sein. Ferner kann der Kunststoff Polyvinylchlorid (PVC), Polystyrol (PS), Polyester und/oder Polycarbonat (PC), Polyethylenterephthalat (PET), Polyethersulfon (PES), Polyetheretherketon (PEEK), Polytetrafluorethylen (PTFE) und/oder Polyethylennaphthalat (PEN) aufweisen oder daraus gebildet sein. Das Substrat 102 kann eines oder mehrere der oben genannten Materialien aufweisen.
Das Substrat kann, gemäß verschiedenen Ausführungsformen, natürliche Polymere aufweisen oder daraus bestehen, z.B. Cellulose, Kollagen, Polylactatsäure, Gelatine. Diese natürlichen Polymere oder andere Materialien können beispielsweise als ionenleitendes Material fungieren.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das Elektrolytmaterial von ein Material des Substrats bereitgestellt sein.
Auf und/oder in dem Substrat 102 können zumindest eine erste Elektrode 104 und eine zweite Elektrode 106 ausgebildet sein. Die mindestens zwei Elektroden 104, 106 können beispielsweise im Wesentlichen in der gleichen Ebene auf und/oder in dem Substrat 102 angeordnet sein. In einigen Ausgestaltungen kann das Substrat 102 eine im Wesentlichen planare Oberfläche 102s aufweisen, und die mindestens zwei Elektroden 104, 106 können direkt auf der planare Oberfläche 102s aufgebracht sein oder werden. Alternativ dazu können die mindestens zwei Elektroden 104, 106 in unterschiedlichen Ebenen auf und/oder in dem Substrat 102 angeordnet sein.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen können die mindestens zwei Elektroden 104, 106 einen Abstand von weniger als 200 pm voneinander aufweisen, z.B. weniger als 150 pm, weniger als 100 pm, weniger als 50 pm, weniger als 20 pm oder weniger als 5 pm.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann eine Vielzahl der Elektroden (z.B. mehr als 25 oder mehr als 100 Elektroden) derart bereitgestellt sein, dass die Elektroden in Form eines Gitters angeordnet sind. Das Gitter kann beispielsweise 2-dimensional oder 3-dimensional sein. Die jeweils benachbarten Elektroden können im Wesentlichen den gleichen Abstand voneinander aufweisen. Das Gitter kann anschaulich beispielsweise ein quadratisches oder kubisches Gitter
sein. Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann ein Wachstum der elektrisch leitenden Polymerverbindungen innerhalb einer Struktur erfolgen, die 3-dimensional porös ist.
Die mindestens zwei Elektroden 104, 106 können beispielsweise ein Metall oder eine Metalllegierung aufweisen oder daraus bestehen. Beispielsweise können die mindestens zwei Elektroden 104, 106 Aluminium, Kupfer, Gold, Platin, Silber aufweisen oder daraus bestehen. Auch können die mindestens zwei Elektroden 104, 106 beispielsweise Silberchlorid, Platin, Iridium, Palladium, Nickel, Molybdän, Tantal, Wolfram, etc. aufweisen oder daraus bestehen. Auch können die mindestens zwei Elektroden 104, 106 Kohlenstoff oder ein hochleitfähiges Polymer (z.B. PEDOT:PSS) aufweisen oder daraus bestehen.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das Elektrolytmaterial 108 ein Flüssigelektrolyt, beispielsweise eine ionische Flüssigkeit, ein Carbonat-basiertes Elektrolyt, und/oder ein Polymerelektrolyt, auch Ionomer genannt, aufweisen oder daraus bestehen. Alternativ oder zusätzlich dazu kann das Elektrolytmaterial 108 in einer Lösung eingetauchte poröse Medien, beispielsweise ein ionisches poröses Polymer und/oder einen porösen Elektrolytfeststoff, aufweisen oder daraus bestehen.
Weiterhin weist das Elektrolytmaterial 108 bewegliche Ionen auf. Die Ionen können beispielsweise Perchlorat-Ionen oder andere geeignete Ionen sei. Dabei kann das Elektrolytmaterial 108 Lithiumperchlorat, Tetrabutylammoniumperchlorat oder andere geeignete Materialien, wie beispielsweise Natriumchlorid, Natriumbromid, Kaliumchlorid, Kupfer(II)- chlorid, Kupfersulfat, Natriumiodid, etc., aufweisen.
Das Elektrolytmaterial 108 kann beispielsweise in einem Raumbereich 105 zwischen den mindestens zwei Elektroden 104, 106 angeordnet sein. Dabei können die mindestens zwei Elektroden 104, 106 wenigstens teilweise im körperlichen Kontakt mit dem Elektrolytmaterial 108 sein.
Das Elektrolytmaterial 108 kann, gemäß verschiedenen Ausführungsformen, ein polymerisierbares Polymer aufweisen. Dabei kann das polymerisierbare Material ein Monomer eines intrinsisch elektrisch leitfähigen Polymers sein. Das Monomer kann beispielsweise mittels Polymerisierens zu einem elektrisch leitfähigen Polymer umgewandelt werden. Das Monomer kann beispielsweise 3,4-Ethylenedioxythiophen aufweisen oder sein. Das intrinsisch leitfähige Polymer kann in diesem Fall Poly(3,4-ethylenedioxythiophen) aufweisen oder sein.
Alternativ oder zusätzlich dazu kann das polymerisierbare Material ein Monomer eines dotierten Polymers sein. Das Monomer kann in diesem Fall mittels Polymerisierens zu einem dotierten Polymer umgewandelt werden.
Wie in den FIG.1A und FIG.1B veranschaulicht ist, kann das elektronische Bauelement 100 eine Steuervorrichtung 112 aufweisen bzw. die mindesten zwei Elektroden 104, 106 des elektronischen Bauelements 100 können mit einer Steuervorrichtung 112 gekoppelt sein zum Bereitstellen eines elektrischen Signals zu den mindestens zwei Elektroden 104, 106.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann die Steuervorrichtung 112 derart eingerichtet sein, dass das elektronische Bauelement 100 mittels des bereitgestellten elektrischen Signals 112s von dem ersten Betriebszustand 100a in den zweiten Betriebszustand 100b gebracht werden kann. Dies kann mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu dem elektrisch leitfähigen Polymer erfolgen. Dabei kann das bereitgestellte elektrische Signal 112s beispielsweise eine Amplitude in einem Bereich von ungefähr 20 mV bis ungefähr 5 V aufweisen, z.B. in einem Bereich von ungefähr 50 mV bis ungefähr 2 V.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das bereitgestellte elektrische Signal 112s eine mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung aufweisen, beispielsweise eine Wechsel Spannung, eine gepulste Gleichspannung, und/oder eine gepulste Bipolarspannung.
Die Steuervorrichtung kann beispielsweise derart eingerichtet sein, dass das bereitgestellte elektrische Signal 112s zu einem gerichteten Faserwachstum des mindestens einen polymerisierbaren Materials führt. Dabei kann das Wachstum von der ersten Elektrode 104 in Richtung der zweiten Elektrode 106 erfolgen. Ferner kann das elektrische Signal 112s derart bereitgestellt sein, z.B. abwechselnd auf der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 oder mit alternierender Polarität, so dass das Wachstum von der ersten Elektrode 104 in Richtung der zweiten Elektrode 106 und auch von der zweiten Elektrode 106 in Richtung der ersten Elektrode 104 erfolgt. Beispielsweise kann das Polymerisieren des mindestens einen polymerisierbaren Materials derart erfolgen, dass das elektrisch leitfähige Polymer abwechselnd auf der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 gebildet wird, beispielweise als eine oder mehreren Faserstrukturen auf der ersten Elektrode 104 und eine oder mehreren Faserstrukturen auf der zweiten Elektrode 106, bis sich die ein oder mehreren, auf der ersten Elektrode 104 gebildeten Faserstrukturen mit den ein oder mehreren, auf der zweiten Elektrode 106, gebildeten Faserstrukturen verbinden, um die elektrisch leitenden Polymerverbindung zu bilden.
Ein gerichtetes Wachstum des mindestens einen polymerisierbaren Materials, z.B. abwechselnd auf der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106, kann beispielsweiseverursachen, dass das elektrisch leitende Polymer eine signalabhängige faserartige Struktur aufweist. Dies kann beispielsweise den Vorteil haben, dass die elektrisch leitfähige Polymerverbindung durch geeignete Wahl des elektrischen Signals vielstufig (z.B. mit mehr als drei verschiedenen Werten) einstellbar ist bzw. eingestellt werden kann, beispielsweise bezüglich der elektrischen Leitfähigkeit. Beispielsweise kann dadurch das elektronische Bauelement 100 nicht nur einen An-
Betriebszustand und einen Aus-Betriebszustand aufweisen, sondern mindestens einen zwischen dem An-Betriebszustand und dem Aus-Betriebszustand weiteren, Betriebszustand aufweisen, beispielsweise 20, beispielsweise 100, beispielsweise 1000, beispielsweise 5000 verschiedenen Betriebszustände. Dabei kann das elektronische Bauelement 100 beispielsweise als Speicher-Zelle fungieren.
Die faserartige Struktur des elektrisch leitenden Polymers kann sich beispielsweise von einer filmartigen Struktur dadurch unterscheiden, dass die faserartige Struktur beispielsweise ein oder mehrere Längsabschnitte aufweist, welche vollumfänglich von dem Elektrolytmaterial 108 umgeben sein können. Beispielsweise können ein oder mehrere Längsabschnitte der faserartigen Struktur vollumfänglich frei von einem körperlichen Kontakt mit dem Substrat 102 sein.
Die Steuervorrichtung 112 kann beispielsweise derart eingerichtet sein, dass die mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung eine Frequenz in einem Bereich von ungefähr 10 Hz bis ungefähr 10 kHz aufweist, z.B. in einem Bereich von ungefähr 5 Hz bis ungefähr 5 kHz, z.B. in einem Bereich von ungefähr 2 Hz bis ungefähr 2 KHz. Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann die Steuervorrichtung 112 derart eingerichtet sein, dass die mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung eine periodische elektrische Spannung ist mit einer Periodendauer in einem Bereich von ungefähr 0,01 ms bis ungefähr 0,1 s aufweist, z.B. in einem Bereich von ungefähr 0,5 ms bis ungefähr 50 ms.
Die Steuervorrichtung 112 kann beispielsweise derart eingerichtet sein, dass die mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung eine Einschaltdauer (auch als Anzeit bezeichnet) in einem Bereich von ungefähr 10 % bis ungefähr 50 % aufweist z.B. in einem Bereich von ungefähr 20 % bis ungefähr 40 %.
Die Steuervorrichtung 112 kann beispielsweise derart eingerichtet sein, dass die mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung eine Bandbreite in einem Bereich von ungefähr 10 Hz bis ungefähr 10kHz aufweist, z.B in einem Bereich von ungefähr 5 Hz bis ungefähr 5 kHz, in einem Bereich von ungefähr 2 Hz bis ungefähr 2 kHz.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das Polymerisieren des mindestens einen polymerisierbaren Material nur erfolgen, wenn die angelegte elektrische Spannung über einer elektrischen Schwellenspannung liegt. Somit können die Monomeren beispielsweise oxidieren und die für die chemische Reaktion notwendigen bzw. hilfreichen Radikalkationen können gebildet werden. Die elektrische Schwellenspannung kann von der Ausgestaltung der mindestens zwei Elektroden 104, 106 abhängig sein. Beispielsweise kann die elektrische Schwellenspannung eine Funktion des zwischen den Elektroden 104, 106 vorhandenen Abstandes, und/oder eine Funktion der Eigenschaften des bereitgestellten elektrischen Signals, beispielsweise eine Funktion der Pulsfrequenz, sein. Als Beispiel, wenn die Elektroden 200 pm voneinander beabstandet sind
und die Pulsfrequenz in einem Bereich von ungefähr 10 Hz bis ungefähr 10kHz liegt, kann die elektrische Schwellenspannung in einem Bereich von ungefähr 20 mV bis ungefähr 5 V liegen.
Wie in FIG.1A beispielhaft veranschaulicht ist, kann das Elektrolytmaterial 108 in dem ersten Betriebszustand 100a im Wesentlichen frei von der elektrischen Verbindung 110 aus dem elektrisch leitfähigen Polymer sein. Beispielsweise kann das elektronische Bauelement 100 frei von einer durchgehenden Polymerstruktur sein, die die erste Elektrode 104 mit der zweiten Elektrode 106 elektrisch leitend und körperlich verbindet. Der erste Betriebszustand 100a des elektronischen Bauelements 100 kann anschaulich ein umprogrammierter Zustand des elektronischen Bauelements 100 sein. Dabei kann das polymerisierbare Material in dem Elektrolytmaterial 108 im Wesentlichen in Form von Monomeren vorliegen. Das Elektrolytmaterial 108 kann auch Polymere aus dem polymerisierbaren Material aufweisen, wobei die Polymeren in dem Elektrolytmaterial 108 in löslicher und/oder unlöslicher Form enthalten sein können, aber nicht die mindestens zwei Elektroden 104, 106 miteinander verbinden.
Wie in FIG.1B beispielhaft veranschaulicht ist, kann das elektronische Bauelement 100 in dem zweiten Betriebszustand 100b mindestens eine elektrische Verbindung 110 aufweisen. Das elektronische Bauelement 100 kann beispielsweise eine Struktur aufweisen, die die erste Elektrode 104 mit der zweiten Elektrode 106 elektrisch leitend und körperlich verbindet. Der zweite Betriebszustand des elektronischen Bauelements 100 kann anschaulich ein programmierter Zustand des elektronischen Bauelements 100 sein. Dabei weist das Elektrolytmaterial 108 das elektrisch leitende Polymer auf, welches die elektrische Verbindung 110 bilden kann. Die elektrische Verbindung 110 ist in dem Elektrolytmaterial 108 wenigstens teilweise unlöslich und ist beispielsweise im Wesentlichen von dem Elektrolytmaterial 108 umgeben. Die elektrische Verbindung 110 kann mittels Elektropolymerisierens, z.B. mittels eines feld-gerichteten Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials des Elektrolytmaterials 108 zu dem elektrisch leitenden Polymer gebildet sein oder werden. Auch in dem zweiten Betriebszustand kann das Elektrolytmaterial 108 weiterhin das polymerisierbare Material sowie von dem elektrisch leitenden Polymer unterschiedlichen Polymere aus dem polymerisierbaren Material aufweisen, wobei die unterschiedlichen Polymere in dem Elektrolytmaterial 108 in löslicher und/oder unlöslicher Form enthalten sein können. Anschaulich kann die mindestens eine elektrische Verbindung 110 aus einem Anteil von der Gesamtmenge an polymerisierbares Material gebildet sein oder werden.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektrisch leitfähige Polymer ein oder mehrere Faserstrukturen aufweisen oder daraus bestehen. Dabei kann die eine bzw. können die mehreren Faserstrukturen beispielsweise netzförmig bzw. zumindest einfach oder mehrfach verzweigt sein. Die eine Faserstruktur kann beispielsweise einen Strang oder mehrere Stränge aufweisen, wobei sich der eine Strang oder die mehreren Stränge von der ersten Elektrode 104 bis zu der zweiten Elektrode 106 erstreckt bzw. erstrecken.
Die physikalischen Eigenschaften (z.B. die elektrische Leitfähigkeit) der mindestens einen Verbindung 110 können beispielsweise definiert sein von der Länge und/oder der Dicke der ein oder mehreren Faserstrukturen der mindestens einen elektrischen Verbindung 110, der Anzahl an Faserstrukturen, der Grad der Verzweigung der ein oder mehreren Faserstrukturen und/oder die Direktionalität der ein oder mehreren Faserstrukturen. Unter dem Begriff „Direktionalitäf ‘ wird verstanden, in welche Richtung sich die ein oder mehreren Faserstrukturen in dem Elektrolytmaterial 108 erstrecken und ob die ein oder mehreren Faserstrukturen im Wesentlichen aus einer der mindestens zwei Elektroden 104, 106 wachsen oder ob die ein oder mehreren Faserstrukturen aus beiden der mindestens zwei Elektroden 104, 106 wachsen.
Dabei kann die Steuervorrichtung 112 eingerichtet sein, eine elektrische Spannung zwischen den mindestens zwei Elektroden 104, 106 derart bereitzustellen, dass mittels der elektrischen Spannung das elektrisch leitfähige Polymer der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 aus dem mindestens einen polymerisierbaren Material des Elektrolytmaterials 108 gebildet wird. Anschaulich kann das Polymerisieren des mindestens einen polymerisierbaren Materials des Elektrolytmaterials 108 derart erfolgen, dass das elektronische Bauelement 100 in den zweiten Betriebszustand 100b gebracht wird. Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann die elektrische Spannung mittels der Steuervorrichtung 112 derart angelegt werden, dass mindestens eine elektrische Verbindung 110 die erste Elektrode 104 mit der zweiten Elektrode 106 elektrisch und körperlich verbindet.
Weiterhin kann das von der Steuervorrichtung 112 bereitgestellte elektrische Signal 112s die physikalischen und elektrischen Eigenschaften der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 beeinflussen, wie beispielsweise in FIG.2 bis FIG.9 näher erläutert wird.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektrisch leifähige Polymer zumindest abschnittsweise frei von einem körperlichen Kontakt mit dem Substrat 102 sein. Die mindestens eine elektrische Verbindung 110 kann beispielsweise vollumfänglich von Elektrolytmaterial 108 umgeben sein.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das Elektrolytmaterial 108 bewegliche Ionen zum Bereitstellen einer Kurzzeitplastizität der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 aufweisen. Dabei können die beweglichen Ionen beispielsweise in das elektrisch leitenden Polymer eindringen derart, dass die elektrische Verbindung 110 dotiert wird. Alternativ dazu können sich die Ionen beispielsweise an dem elektrisch leitenden Polymer anlagem derart, dass die elektrische Verbindung 110 beeinflusst wird. Dies ermöglicht beispielsweise eine Veränderung der physikalischen und/oder der elektrischen Eigenschaften der mindestens einen elektrischen Verbindung 110.
FIG.2 veranschaulicht mehrere Vergleichsabbildungen (links) bezüglich des Bildens der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 eines elektronischen Bauelements 100 abhängig von einer Frequenz des elektrischen Signals 112s. Ferner sind mehrere Grafiken (rechts) den Vergleichsabbildungen zugeordnet, welche die Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 darstellen.
Je höher die Frequenz des von der Steuervorrichtung 112 bereitgestellten elektrischen Signals 112s ist, desto höher kann beispielsweise die Anzahl an gebildeten Faserstrukturen sein und desto höher kann demzufolge die Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 sein. Es wurde beispielsweise erkannt, dass höhere Frequenzen das Verzweigen der ein oder mehreren Faserstrukturen fördern, was zu einer höheren Anzahl an Strängen führen kann, welche die erste Elektrode 104 mit der zweiten Elektroden 106 körperlich und elektrisch verbinden. Dies realisiert beispielsweise einen synaptogenese-ähnlichen Prozess, wie er kontinuierlich in einem Gehirn geschieht, in dem neue Verbindungen erstellt, synaptische Wege verstärkt und Erinnerungen kodiert werden.
Eine höhere Frequenz des von der Steuervorrichtung 112 bereitgestellten elektrischen Signals 112s kann anschaulich einem intensiveren Training des elektronischen Bauelements 100 entsprechen, wenn dieses als Knoten oder als Netz eingesetzt wird. Dies ermöglicht es beispielsweise, biologische Mechanismen (wie beispielsweise leminduzierte Synaptogenese, Neuvemetzung und Konditionierung (Conditioning)) nachzuahmen und einen neuen Ansatz zu neuromorphem Computing, neuronalen Kontakten oder Schnittstellen und physikalischen neuronalen Netzwerken zu realisieren.
FIG.3A und FIG.3B veranschaulichen eine Veränderung der elektrischen Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 des elektronischen Bauelements 100 abhängig von der Zeitdauer des Anlegens des elektrischen Signals 112s bei 200 Hz sowie schematische Abbildungen der entsprechenden Zustände der mindestens einen elektrischen Verbindung 110, gemäß verschiedenen Ausführungsbeispielen.
Wie in FIG.3 A veranschaulicht ist, kann beispielsweise in einem ersten Zeitabschnitt (Bereich a), z.B. in den ersten achtzehn Sekunden, des Anlegens des elektrischen Signals 112s eine niedrige elektrische Leitfähigkeit für die mindestens eine elektrische Verbindung 110 gemessen werden, die ein Plateau bildet. Bei der dabei gemessenen niedrigen Leitfähigkeit kann es sich im Wesentlichen um die Leitfähigkeit des Elektrolytmaterials 108 handeln.
In dem ersten Zeitabschnitt können zwar ein oder mehreren Faserstrukturen aus elektrisch leitenden Polymer wachsen, wie in der zugehörigen schematischen Abbildung in FIG.3B dargestellt ist, doch die erste Elektrode 104 und die zweite Elektrode 106 sind noch nicht mittels der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 elektrisch leitend und körperlich verbunden.
Das elektronische Bauelement 100 ist dabei noch in dem ersten Betriebszustand 100a. Das Plateau in dem Bereich a gibt somit anschaulich den Lemmechanismus der Neuronen wieder sowie eine gewisse Lernzeit.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann die elektrische Leitfähigkeit des Elektrolytmaterials 108 kleiner sein als die elektrische Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung 110. Beispielsweise ist die elektrische Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 mehr als 10-, 50-, oder 100-mal so groß wie die elektrische Leitfähigkeit des Elektrolytmaterials 108. Dabei kann die elektrische Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 größer sein als 106 S/m.
Wie in FIG.3A veranschaulicht ist, kann beispielsweise in einem zweiten Zeitabschnitt (Bereich ß), z.B. wenn das elektrischen Signal 112s länger als achtzehn Sekunden angelegt wird, eine ansteigende elektrische Leitfähigkeit für die mindestens eine elektrische Verbindung 110 gemessen werden. Das kann mit der Bildung der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 einhergehen, wobei ein durchgehender Strang der ein oder mehreren Faserstrukturen gebildet wird. Somit verbindet die elektrische Verbindung 110 die erste Elektrode 104 mit der zweiten Elektrode 106 elektrisch und körperlich, siehe die zugehörige Abbildung in FIG.3B. Das elektronische Bauelement 100 kann beispielsweise während des zweiten Zeitabschnitts in den zweiten Betriebszustand 100b gebracht werden, und nach dem zweiten Zeitabschnitt kann das elektronische Bauelement 100 in dem zweiten Betriebszustand 100b sein.
Wie in FIG.3 A veranschaulicht ist, kann beispielsweise in einem dritten Zeitabschnitt (Bereich c), z.B. wenn das elektrischen Signal 112s länger als 25 s angelegt wird bzw. nachdem zumindest ein elektrisch leitender Pfad (Strang) von dem Polymermaterial zwischen den beiden Elektroden gebildet wurde, das elektrische Signal 112s weiter angelegt bleibt oder erneut angelegt wird. In diesem Fall kann sich die elektrische Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 weiter verändern. Beispielsweise können die ein oder mehreren Faserstrukturen weiterwachsen, und beispielsweise Stränge aus einer oder mehreren Faserstrukturen bilden, welche die erste Elektrode 104 mit der zweiten Elektrode 106 elektrisch und körperlich, siehe die zugehörige Abbildung in FIG.3B. Das elektronische Bauelement 100 kann somit anschaulich anders programmiert werden.
FIG.4A und FIG.4B veranschaulichen ein elektronisches Bauelement 100 in einer schematischen Ansicht, gemäß verschiedenen Ausführungsformen.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement 100 von dem zweiten Betriebszustand (siehe beispielsweise FIG.4A) in den ersten Betriebszustand oder in einen dritten Betriebszustand gebracht werden (siehe beispielsweise FIG.4B). Das elektronische
Bauelement 100 kann anschaulich von einem programmierten Zustand in einen nicht- programmierten Zustand zurückkehren oder in einen anderen Zustand gebracht werden.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann die elektrische Verbindung 110 des elektronischen Bauelements 100 mindestens teilweise abgebaut werden, z.B. derart, dass zumindest die erste Elektrode 104 mit der zweiten Elektrode 106 elektrisch und körperlich nicht mehr mittels des elektrisch leitfähigen Polymers, das die elektrische Verbindung 110 bildet, verbunden sind.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann die Steuervorrichtung 112 beispielsweise derart eingerichtet sein, dass das elektronische Bauelement 100 mittels des bereitgestellten elektrischen Signals 112s von dem zweiten Betriebszustand 100b in den ersten Betriebszustand 100a gebracht werden kann. Dabei kann das bereitgestellte elektrische Signal 112s eine mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung aufweisen, die die elektrische Verbindung 110 des elektronischen Bauelements 100 mindestens teilweise abbaut, z.B. derart, dass zumindest die erste Elektrode 104 mit der zweiten Elektrode 106 elektrisch und körperlich nicht mehr verbunden sind.
Alternativ oder zusätzlich dazu kann das Elektrolytmaterial 108 beispielsweise derart eingerichtet sein, dass das elektronische Bauelement 100 mittels des bereitgestellten elektrischen Signals 112s der Steuervorrichtung 112 von dem zweiten Betriebszustand 100b in den ersten Betriebszustand 100a oder in einem anderen weiteren Zustand gebracht werden kann. Das Elektrolytmaterial 108 kann in diesem Fall beispielsweise ein Material aufweisen, beispielsweise ein Enzym und/oder eine chemische Verbindung, das geeignet ist, die elektrische Verbindung 110 mittels des bereitgestellten elektrischen Signals der Steuervorrichtung 112 mindestens teilweise abzubauen.
Alternativ oder zusätzlich dazu kann das elektronische Bauelement 100 ferner derart eingerichtet sein, dass das elektronische Bauelement 100 mittels einer zusätzlichen Vorrichtung von dem zweiten Betriebszustand 100b in den ersten Betriebszustand 100a oder in einem anderen weiteren Zustand gebracht werden kann. Beispielsweise kann die zusätzliche Vorrichtung eine Vorrichtung sein, die mittels Energiezufuhr 114 die elektrische Verbindung 110 mindestens teilweise abbauen kann. Beispielsweise kann die Energiezufuhr 114 mittels Zuführens von thermischer Energie erfolgen. Alternativ oder zusätzlich dazu kann die Energiezufuhr 114 mittels Zuführens von elektromagnetischer Strahlung erfolgen. Dabei kann das Zuführen von thermischer Energie bzw. elektromagnetischer Strahlung mittels eines Erwärmens bzw. mittels eines Bestrahlens der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 und/oder des Elektrolytmaterials 108 erfolgen.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das Elektrolytmaterial 108 derart eingerichtet sein, dass eine Depolymerisierung, eine Degradation und/oder eine Entflechtung bzw. ein Herauslösen des elektrisch leitfähigen Polymers mittels der Energiezufuhr 114 erfolgen kann. Alternativ oder zusätzlich dazu kann das elektronische Bauelement 100 beispielsweise derart
eingerichtet sein, dass eine Depolymerisierung und/oder eine Entflechtung des elektrisch leitfähigen Polymers mittels der Energiezufuhr 114 erfolgen kann. Alternativ oder zusätzlich dazu kann das elektronische Bauelement 100 beispielsweise derart eingerichtet sein, dass eine Degradation des elektrisch leitfähigen Polymers mittels der Energiezufuhr 114 erfolgen kann.
Eine Degradation des elektrisch leitfähigen Polymers kann beispielsweise eine Verringerung der Dotierung eines dotierten elektrisch leitfähigen Polymers aufweisen.
Wie in FIG.4B veranschaulicht ist, kann die elektrische Verbindung 110 des elektronischen Bauelements 100 derart abgebaut werden, dass das Elektrolytmaterial 108 Bruchstücke 402, beispielsweise Polymerfragmente und/oder Monomere aus dem elektrisch leitfähigen Polymer der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 aufweist. Dabei kann das Elektrolytmaterial 108 weitere Monomere aufweisen, die in dem Elektrolytmaterial 108 vor dem Elmwandeln des elektronischen Bauelements 100 von dem ersten Betriebszustand 100a in den zweiten Betriebszustand 100b vorhanden waren. Beispielsweise kann das Elektrolytmaterial 108 Monomere aufweisen, die noch nicht umgesetzt wurden oder kein Polymerisieren erfahren haben. Die Bruchstücke 402 können beispielsweise unreaktiv gegenüber einem erneuten Polymerisieren sein. Alternativ dazu können die Bruchstücke 402 neu polymerisierbare Materialien sein oder bilden. Mittels der in dem Elektrolytmaterial 108 vorhandenen polymerisierbare Materialien, beispielsweise Polymerfragmente und/oder Monomere, kann das elektronische Bauelement 100 von dem beispielsweise neu erlangenden ersten Betriebszustand 100a wieder in einen neuen zweiten Betriebszustand 100b gebracht werden.
Das elektronische Bauelement 100 kann mehrmals von dem ersten Betriebszustand in den zweiten Betriebszustand und zurück in den ersten Betriebszustand gebracht werden, solange das Elektrolytmaterial 108 polymerisierbare Material derart aufweist, dass eine elektrische Verbindung 110 zwischen der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 ausgebildet werden kann. Das elektronische Bauelement 100 ermöglicht anschaulich, gemäß verschiedenen Ausführungsformen, ein mehrmaliges Programmieren. Somit kann das elektronische Bauelement 100 beispielsweise aufgrund des neuen Programmierens unterschiedliche physikalische und elektrische Eigenschaften aufweisen.
FIG.5 zeigt ein elektronisches Bauelement 100 in einer schematischen Ansicht, gemäß verschiedenen Ausführungsformen.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement 100 eine weitere (beispielsweise eine dritte) Elektrode 116 aufweisen. Diese kann als Gate-Struktur 116 verwendet werden zum Beeinflussen der elektrischen Leitfähigkeit der hergestellten elektrischen Verbindung 110 mittels eines elektrischen Feldes. Alternativ oder zusätzlich kann die weitere Elektrode effektiv für die Beeinflussung des Polymerwachstums genutzt werden, beispielsweise für die
Beeinflussung der physikalischen Eigenschaften der mindestens einen elektrischen Verbindung 110. Physikalischen Eigenschaften, die beispielsweise beeinflusst werden können, sind unter anderem die Länge und/oder die Dicke der einen oder mehreren Fasern bzw. Stränge der Faserstrukturen der mindestens einen elektrischen Verbindung 110, die Anzahl an Fasern bzw. Stränge der Faserstrukturen bzw. die Anzahl der Faserstrukturen, der Grad der Verzweigung der ein oder mehreren Faserstrukturen und/oder die Direktionalität der ein oder mehreren Faserstrukturen.
Dabei kann die Gate-Struktur 116 benachbart zu den mindestens zwei Elektroden 104, 106 angeordnet sein, beispielsweise in einem Abstand von mindestens einer der zwei Elektroden 104, 106, z.B. in einem Abstand von 100 pm bis 500 pm. Weiterhin ist die Gate- Struktur beispielsweise in Kontakt mit dem Elektrolytmaterial 108.
Die Steuervorrichtung 112 des elektronischen Bauelements 100 kann beispielsweise eingerichtet sein, eine elektrische Spannung an der Gate-Struktur 116 derart bereitzustellen, dass mittels der elektrischen Spannung die elektrische Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 verändert werden kann.
Die Gate-Struktur 116 kann ein Flüssigelektrolyt, ein Polymerelektrolyt, einen Metallkontakt, und/oder einen Kontakt aus einem elektrisch leitfähigen organischen Material aufweisen.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektrische Potential der Gate-Struktur 116 derart gewählt werden, dass das Bilden der mindestens einen elektrischen Verbindung 110, z.B. zwischen der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106, beeinflusst und/oder gesteuert werden kann.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann der Lernprozess des elektronischen Bauelements 100 mittels einer Vielzahl von Elektroden, beispielsweise mittels mindestens dreier Elektroden, ausgelöst und/oder beeinflusst werden.
Beispielsweise kann eine unter einer elektrischen Schwellenspannung liegende elektrische Spannung zwischen der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 angelegt sein oder werden, wobei sich in diesem Fall keine elektrische Verbindung 110 ausbildet. Dennoch kann in diesem Fall mittels der Gate-Struktur 116, z.B. wenn die Gate-Struktur 116 auf eine vordefinierte Spannung (z.B. eine Bias-Spannung) eingestellt wird, das Polymerisieren des Polymermaterials zwischen der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 eingeleitet werden. Anschaulich kann die Gate-Struktur 116 gemeinsam mit den mindestens zwei Elektroden 104, 106 arbeiten und entsprechend auf die zwei Elektroden 104, 106 wirken. Der zugrundeliegende Effekt des eingeleiteten Polymerisierens kann beispielsweise aufgrund einer erhöhten
Dotiemngskonzentration an einer der zwei Elektroden 104, 106 vorliegen, z.B. wenn die Gate- Struktur 116 negativ geladen ist und die positiven Ionen des Elektrolytmaterials 108 anzieht.
FIG.6 zeigt ein elektronisches Bauelement 100 in einer schematischen Ansicht, gemäß verschiedenen Ausführungsformen.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement 100 zusätzlich zu der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 ferner mindestens eine weitere Elektrode 120 aufweisen. Die Steuervorrichtung 112 kann beispielsweise ferner derart eingerichtet sein, dass das Bilden der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 zwischen zumindest der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 mittels eines zu der jeweiligen weiteren Elektrode 120 bereitgestellten weiteren elektrischen Signals beeinflusst werden kann.
Beispielsweise kann die elektrische Leitfähigkeit der elektrischen Verbindung 110 mittels eines zu der mindestens einen weiteren Elektrode 120 bereitgestellten elektrischen Signals derart verändert werden, dass die elektrische Verbindung 110 ein oder mehrere weitere Faserstrukturen aufweist. Die ein oder mehreren weiteren Faserstrukturen können beispielsweise die erste Elektrode 104 mit der mindestens einen weiteren Elektrode 120 körperlich und elektrisch verbinden, wie in FIG.6 veranschaulicht ist. Die ein oder mehreren weiteren Faserstrukturen können beispielsweise die zweite Elektrode 106 mit der mindestens einen weiteren Elektrode 120 körperlich und elektrisch verbinden (nicht in FIG.6 dargestellt). Die ein oder mehreren weiteren Faserstrukturen können beispielsweise die erste Elektrode 104 und die zweite Elektrode 106 mit der mindestens einen weiteren Elektrode 120 körperlich und elektrisch verbinden (nicht in FIG.6 dargestellt).
Die Steuervorrichtung 112 kann ferner beispielsweise derart eingerichtet sein, dass ein elektrisches Signal 112s zwischen der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106, zwischen der ersten Elektrode 104 und der weiteren Elektrode 120, und/oder zwischen der zweiten Elektrode 106 und der weiteren Elektrode 120 angelegt ist. Dabei kann das jeweils angelegte elektrische Signal in gleicher oder ähnlicher Weise ausgestaltet sein, wie das hierin beschriebene Signal 112s, das zum Bilden der elektrischen Verbindung 110 zwischen der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 verwendet wird.
FIG.7 zeigt ein elektronisches Bauelement 100 in einer schematischen Ansicht, gemäß verschiedenen Ausführungsformen.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das elektronische Bauelement 100 mehrere Substrate 102 aufweisen. Die mehreren Substrate 102 können beispielsweise übereinander und/oder nebeneinander angeordnet sein, wobei jedes der mehreren Substrate 102 mehrere
Elektroden 104, 106 aufweisen kann, welche auf oder in dem jeweiligen Substrat 102 in einem Abstand voneinander angeordnet sein können.
Ferner kann das elektronische Bauelement 100 ein Elektrolytmaterial 108 aufweisen, welches beispielsweise zumindest in einem Raumbereich zwischen den mehreren Elektroden 104, 106 angeordnet ist. Das Elektrolytmaterial 108 kann mindestens ein polymerisierbares Material aufweisen, wie hierin beschrieben ist. Dabei kann das Elektrolytmaterial im körperlichen Kontakt mit wenigstens einem Teil der mehreren Elektroden 104, 106 sein. Weiterhin kann das elektronische Bauelement 100 eine Steuervorrichtung 112 aufweisen zum Anlegen einer elektrischen Spannung zwischen zumindest zwei der mehreren Elektrode 104, 106. Die Steuervorrichtung 112 kann derart eingerichtet sein, dass mindestens eine elektrische Verbindung 110 zwischen den zumindest zwei Elektroden 104, 106 des jeweiligen Substrats gebildet werden kann mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann die Steuervorrichtung 112 eingerichtet sein, eine elektrische Spannung zwischen zumindest einer Elektrode 104 eines ersten Substrats (z.B. des in FIG.7 dargestellten unteren Substrats 102) der mehreren Substrate und zumindest einer Elektrode 106 eines zweiten Substrats (z.B. des in FIG.7 dargestellten oberen Substrats 102) der mehreren Substrate anzulegen. Die Steuervorrichtung 112 kann beispielsweise derart eingerichtet sein, dass eine elektrische Verbindung 110 zwischen der zumindest einen Elektrode 104 des ersten Substrats und der zumindest einen Elektrode 106 des zweiten Substrats hergestellt werden kann mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer, wie in FIG.7 veranschaulicht ist. Dabei kann die zwischen der zumindest einen Elektrode 104 des ersten Substrats und der zumindest einen Elektrode 106 des zweiten Substrats hergestellte elektrische Verbindung 110 beispielsweise wenigstens teilweise im körperlichen Kontakt mit dem Elektrolytmaterial 108 sein, beispielsweise von dem Elektrolytmaterial 108 umgeben sein.
Das elektronische Bauelement 100 kann beispielsweise derart verwendet werden, dass eine große Bandbreite an neuromorphen Eigenschaften in einem einzigen elektronischen Bauelement nachgeahmt sein kann.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen können beispielsweise mehrere elektronische Bauelemente 100 derart miteinander verbunden sein oder werden, dass ein künstliches neuronales Netz gebildet wird. Das künstliche neuronale Netzwerk kann beispielsweise ein oder mehrere elektronische Bauelemente 100 aufweisen und eingerichtet sein zum Ausführen mindestens einer Rechenfunktion mittels der ein oder mehreren elektronischen Bauelemente 100.
Gemäß einigen Ausführungsformen kann das Bilden der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 wie folgt erfolgen:
Es kann beispielsweise eine elektrische Spannung von weniger als 2 V verwendet werden. An ein oder mehrere Elektroden kann ferner eine niedrigere elektrische Spannung (z.B. von -1 V) angelegt werden, um das elektrische Feld und/oder die Salzverteilung in dem Elektrolytmaterial, und somit die Direktionalität des Polymerisierens, zu kontrollieren. Dies ermöglicht beispielsweise mehrere Verbindungen zu bilden und ihr Wachstum mit externen Stimuli auszulösen.
Das daraus gebildete künstliche neuronale Netzwerk aus einem elektrisch leitfähigen Polymer kann anschaulich beispielsweise der dendritischen Topologie einer Synapse ähneln und das Wachstum kann vergleichbar sein mit einem synaptogeneti sehen Prozess.
Das Wechselstromsignal (AC) kann in einem Bereich von ungefähr 1 V bis ungefähr 6 V liegen und kann an die mindestens zwei Elektroden angelegt sein oder werden, wobei die mindestens zwei Elektroden mit einer Lösung in Kontakt sind enthaltend:
• Acetonitrile (MeCN),
• 1 mM Natrium-Tetrabutylammonium-Hexafluorophosphat (TBAPF6), und
• 50 mM 3,4-Ethylenedioxythiophen (EDOT).
Die Polymerisation kann beispielsweise zu der Bildung von Poly-3,4-Ethylenedioxythiophen (PEDOT) Fasern führen, die mit Hexafluorophosphate PF6 dotiert sind.
Die Amplitude des elektrischen Signals kann, gemäß verschiedenen Ausführungsformen, wenig Einfluss auf die Bildung der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 haben, sofern genug elektrische Spannung bereitgestellt ist, um die oxidative Polymerisation in PEDOT zu unterstützen.
Allerdings kann die Frequenz des elektrischen Signals einen maßgeblichen Einfluss auf die Bildung der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 haben. Es wurde beispielsweise erkannt, dass eine starke Korrelation zwischen Frequenz und Verzweigungsgrad der mindestens einen elektrischen Verbindung 100 besteht, wie beispielsweise in FIG.2 gezeigt ist. Frequenzen von beispielsweise mehr als 200 Hz können zur Bildung höher verzweigter elektrischer Verbindungen führen, wobei eine Erhöhung der Periodendauer der Wechsel Spannung die Verzweigungen reduzieren und den Querschnitt der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 erhöhen kann.
Diese Variationen in den physikalischen und elektrischen Eigenschaften der mindestens einen elektrischen Verbindungen können beispielsweise aus der miteinander verknüpften Bewegungsdynamik der Monomere und der Ionen aus dem Elektrolytmaterial resultieren. Die
Monomere können beispielsweise von der elektrischen Spannung beeinflusst sein und die Ionen können einer Braunschen-Bewegung unterliegen.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann die Reaktion des Polymerisierens beispielsweise mittels Oxidierens des Monomers ausgelöst werden, wobei dotierte, mit PF6 stabilisierte Oligomere, gebildet werden, die wiederum mit bereits gebildeten PEDOT-Fasem reagieren können. Die Anwesenheit von dem Elektrolytmaterial und der lokalen, z.B. positiven Spannung, die größer als das Oxidierungspotential des Monomers ist, kann hilfreich sein, um die elektrochemische Reaktion zu realisieren. Anschaulich können sich Ionen an dem Interface zwischen den mindestens zwei Elektroden und dem Elektrolytmaterial mit einer bestimmten Widerstand-Kondensator-Zeitdauer (engl.: „RC-time“) sammeln. Eine längere Zeitdauer ermöglicht es beispielsweise, dass an den Extremitäten der Fasern mehr Reaktionen ablaufen. Dies kann zu breiteren Fasern führen. Während des folgenden kathodischen Moments können nur die neu gebildeten Extremitäten der Fasern reaktiv werden. Dieser Effekt bietet beispielsweise die Möglichkeit, die Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 aus elektrisch leitfähigem Polymer mittels struktureller Veränderungen zu steuern.
Gemäß anderen Ausführungsformen kann eine klassische Konditionierung (z.B. eine Pavlov- Konditionierung) mittels des elektronischen Bauelement 100 ermöglicht werden, wie nachfolgend beschrieben wird.
FIG.8A, FIG.8B, FIG.8C und FIG.8D zeigen jeweils einen Zustand des elektronischen Bauelements 100, anschaulich einen Zustand der mindestens einen elektrischen Verbindung 110, in Abhängigkeit von dem an die Elektroden 104, 106 angelegten elektrischen Signal 112s, gemäß verschiedenen Ausführungsformen.
Für eine klassische Konditionierung kann das elektronische Bauelement 100 vor der Konditionierung (siehe beispielsweise FIG.8A) eine elektrische Verbindung 812a zwischen der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 aufweisen, die die zwei Elektroden 104, 106 elektrisch und körperlich miteinander verbindet. Das elektronische Bauelement 100 kann ferner eine weitere Elektrode 820 aufweisen, die frei von einer elektrischen Verbindung mit einer der zwei anderen Elektroden 104, 106 ist. Das Elektrolytmaterial 108 kann in mindestens einem Raumbereich zwischen den zwei Elektroden 104, 106 und der weiteren Elektrode 820 angeordnet sein. Das kann anschaulich einer Situation einer Pavlov-Konditionierung entsprechen, in welcher ein Lebewesen (z.B. ein Hund) 802 in Reaktion auf einen ersten äußeren Reiz (z.B. dem Futtergeruch) 804 entsprechend reagiert (z.B. speichelt) 806, aber keine physiologische Antwort mit einem anderen äußeren Reiz (z.B. dem Klang einer Glocke) 808 verbunden ist. Das Anlegen eines elektrischen Signals an die weitere Elektrode 820 kann in diesem Konditionierungs-Zustand zu keinem Output bei einer der zwei Elektroden 104, 106 führen.
Damit die zwei äußeren Reize 804, 808 (auch als Stimuli bezeichnet) zusammen gepaart werden, müsste eine elektrische Verbindung zwischen einer der zwei Elektroden 104, 106 und der weiteren Elektrode 820 gebildet sein.
Wie in FIG.8B veranschaulicht ist, kann beispielsweise ein elektrisches Signal 810 (z.B. mit 2 V und 50 Hz) zwischen der ersten Elektrode 104 und der weiteren Elektrode 820 angelegt sein oder werden. Das elektrische Signal 810 kann das Polymerisieren des Polymermaterials aus dem Elektrolytmaterial 108 in diesem Fall nicht einleiten, da die angelegte elektrische Spannung unter der elektrischen Spannung gewählt werden kann, die für das Oxidieren des Monomers nötig wäre. Wenn der zweite äußeren Reiz 808 einsetzt (z.B. wenn die Glocke klingt), wird in diesem Fall in Abwesenheit des ersten äußeren Reizes 804 (z.B. dem Futter) keine Konditionierung ausgelöst.
Wie in FIG.8C veranschaulicht ist, kann die Konditionierung erfolgen, wenn die beiden äußeren Reize 804, 808 gleichzeitig stattfinden, z.B., wenn anschaulich die Glocke klingt und das Futter für den Hund serviert wird. Eine unter der Schwellenspannung liegende elektrische Spannung wird dazu beispielsweise an die weitere Elektrode 820 angelegt, während eine elektrische Spannung zwischen der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 angelegt wird. Dies führt beispielsweise zu der Bildung einer elektrischen Verbindung 812b zwischen der ersten Elektrode 104 und der weiteren Elektrode 820.
In FIG.8D ist das elektronische Bauelement 100 dargestellt, das analog zu einer klassischen Konditionierung programmiert wurde. Wenn ein elektrisches Signal an entweder die zweite Elektrode 106 oder die weitere Elektrode 118 angelegt wird, führt es beispielsweise zu einem Output bei der ersten Elektrode 104.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann anschaulich an die weitere Elektrode 820 eine (z.B. negative) Biasspannung angelegt werden um das Wachstum zwischen den drei Elektroden zu beeinflussen.
FIG.9 veranschaulicht ein schematisches Ablaufdiagram eines Verfahrens zum Betreiben eines elektronischen Bauelements, gemäß verschiedenen Ausführungsformen.
Das Verfahren zum Betreiben 900 eines elektronischen Bauelements 100 kann beispielsweise aufweisen: in 910, Bereitstellen eines Elektrolytmaterials 108 zumindest in einem Raumbereich zwischen mindestens zwei Elektroden 104, 106 auf, wobei die mindestens zwei Elektroden 104, 106 jeweils auf und/oder in dem Substrat 102 in einem Abstand voneinander angeordnet sind und wobei das Elektrolytmaterial 108 mindestens ein polymerisierbares Material aufweist. Das Verfahren 900 kann ferner beispielsweise aufweisen: in 920, Bilden mindestens einer elektrischen Verbindung 110 zwischen den mindestens zwei Elektroden 104, 106 mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer.
Es versteht sich, dass das Verfahren zum Betreiben eines elektronischen Bauelements ein oder mehrere Funktionen aufweisen kann, die hierin mit Bezug auf das elektronische Bauelement oder einen Teil des elektronischen Bauelements (beispielsweise der Steuervorrichtung) beschrieben sind und vice versa.
Das Verfahren zum Betreiben 900 des elektronischen Bauelements ermöglicht beispielsweise ein wiederholtes Programmieren des elektronischen Bauelements mit unterschiedlichen neuromorphen Eigenschaften.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann das Bilden 920 der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 mittels Anlegens eines elektrischen Signals zwischen zumindest der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 erfolgen. Das Bilden 920 der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 zwischen den mindestens zwei Elektroden 104, 106 kann beispielsweise ein Bilden einer einzigen Faserstruktur mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials aufweisen, wobei die Faserstruktur einen körperlichen Kontakt zu den mindesten zwei Elektroden 104, 106 aufweist. Alternativ dazu kann das Bilden 920 der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 zwischen den mindestens zwei Elektroden 104, 106 ein Bilden mehrerer Faserstrukturen aufweisen mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials, wobei die mehreren Faserstrukturen einen körperlichen Kontakt zu den mindesten zwei Elektroden 104, 106 aufweisen.
Weiterhin kann das Anlegen des elektrischen Signals derart erfolgen, dass zumindest die erste Elektrode 104 mit der zweiten Elektrode 106 mittels der einen Faserstruktur oder den mehreren Faserstrukturen elektrisch verbunden ist. Alternativ dazu kann das Anlegen des elektrischen Signals derart erfolgen, dass zumindest die erste Elektrode 104 mit der zweiten Elektrode 106 mittels zwei oder mehreren Faserstrukturen gebildet aus dem elektrisch leitfähigen Polymer elektrisch verbunden ist.
In verschiedenen Ausführungsformen kann das Elektrolytmaterial 108 eine erste Leitfähigkeit aufweisen und die mindestens eine elektrische Verbindung 110 kann eine zweite Leitfähigkeit aufweisen, wobei die erste elektrische Leitfähigkeit beispielsweise kleiner sein kann als die zweite elektrische Leitfähigkeit.
In verschiedenen Ausführungsformen kann das Verfahren 900 ferner ein Verändern der elektrischen Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung 110 mittels Anlegens eines elektrischen Signals zwischen einer von der ersten oder zweiten Elektrode 104, 106 und einer in dem elektronischen Bauelement 500 angeordneten dritten Elektrode aufweisen, wobei die dritte Elektrode 116 beispielsweise in einem Abstand von der ersten Elektrode 104 und der zweiten Elektrode 106 angeordnet ist.
In verschiedenen Ausführungsformen kann das Verfahren 900 ferner ein Depolymerisieren und/oder ein Entflechten des elektrisch leitfähigen Polymers zu einem depolymerisierten und/oder entflochtenen polymerisierbaren Material mittels Energiezufuhr 114 aufweisen. Dabei kann die Energiezufuhr 114 mittels Zuführens von thermischer Energie und/oder mittels Zuführens von elektromagnetischer Strahlung erfolgen.
Ein Entflechten des elektrisch leitfähigen Polymers (auch als engl.: „disentanglement“ bezeichnet) kann beispielsweise so verstanden werden, dass sich eine Faser, die aus mehreren verwobenen Polymerketten besteht, entflechtet, was anschaulich als eine Art Glasübergang bei Polymeren verstanden werden kann.
Im Folgenden werden einige Beispiele beschrieben, die sich auf das hierin Beschriebene und in den Figuren Dargestellte beziehen.
Beispiel 1 ist ein elektronisches Bauelement aufweisend: ein Substrat, wobei das Substrat mindestens zwei Elektroden aufweist, wobei die mindestens zwei Elektroden jeweils auf und/oder in dem Substrat in einem Abstand voneinander angeordnet sind; wobei, wenn das elektronische Bauelement in einem ersten Betriebszustand ist, ein Elektrolytmaterial zumindest in einem Raumbereich zwischen den mindestens zwei Elektroden angeordnet ist, wobei das Elektrolytmaterial mindestens ein polymerisierbares Material aufweist; und wobei, wenn das elektronische Bauelement in einem zweiten Betriebszustand ist, mindestens eine elektrische Verbindung zwischen den mindestens zwei Elektroden hergestellt ist, wobei die mindestens eine elektrische Verbindung aus einem elektrisch leitfähigen Polymer besteht. Optional kann das elektrisch leitfähige Polymer ein oder mehrere Faserstrukturen aufweisen oder als ein oder mehrere Faserstrukturen ausgebildet sein. Die eine oder mehreren Faserstrukturen können beispielsweise in körperlichem Kontakt mit den mindesten zwei Elektroden stehen.
In Beispiel 2 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 1 optional aufweisen, dass sich die eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen von der ersten Elektrode zu der zweiten Elektrode erstreckt.
In einem anderen Beispiel 2 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 1 optional aufweisen, dass sich mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen von der ersten Elektrode zu der zweiten Elektrode erstreckt und dass sich mindestens eine andere Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen von der zweiten Elektrode zu der ersten Elektrode erstreckt.
Gemäß verschiedenen Aspekten kann die Direktionalität einer Faserstruktur daran erkannt werden, dass sich der Verzweigungsgrad in Wachstumsrichtung zunehmen steigert.
In Beispiel 3 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 1 oder 2 optional aufweisen, dass die eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen ein oder mehrere Stränge aufweist, wobei sich mindestens ein Strang der ein oder mehreren Stränge von der ersten Elektrode zu der zweiten Elektrode erstreckt.
In einem anderen Beispiel 3 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 1 oder 2 optional aufweisen, dass sich die mindestens ein Strang der ein oder mehreren Stränge von der ersten Elektrode zu der zweiten Elektrode erstreckt und dass sich mindestens ein Strang der ein oder mehreren Stränge von der zweiten Elektrode zu der ersten Elektrode erstreckt.
In Beispiel 4 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 3 optional aufweisen, dass die eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen zumindest einfach oder mehrfach verzweigt ist.
In Beispiel 5 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 3 optional ferner aufweisen: eine Steuervorrichtung zum Bereitstellen eines elektrischen Signals zu den mindestens zwei Elektroden.
In Beispiel 6 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 5 optional aufweisen, dass die Steuervorrichtung derart eingerichtet ist, dass das elektronische Bauelement mittels des bereitgestellten elektrischen Signals von dem ersten Betriebszustand in den zweiten Betriebszustand gebracht werden kann mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu dem elektrisch leitfähigen Polymer, wobei das bereitgestellte elektrische Signal beispielsweise eine Amplitude von 20 mV bis 5 V aufweist.
In Beispiel 7 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 5 oder 6 optional aufweisen, dass das bereitgestellte elektrische Signal eine mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung aufweist, beispielsweise eine Wechselspannung, eine gepulste Gleichspannung, und/oder eine gepulste Bipolarspannung.
In Beispiel 8 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 7 optional aufweisen, dass die mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung eine Frequenz in einem Bereich von 10 Hz bis 10kHz aufweist.
In Beispiel 9 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 7 oder 8 optional aufweisen, dass die mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung eine periodische elektrische Spannung ist, beispielsweise mit einer Periodendauer in einem Bereich von 0,01 ms bis 0,1 s.
In Beispiel 10 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 7 bis 9 optional aufweisen, dass die mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung eine Einschaltdauer von 10 % bis 50 % aufweist.
In Beispiel 11 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 4 bis 10 optional aufweisen, dass die mit der Zeit veränderliche elektrische Spannung eine Bandbreite in einem Bereich von 10 Hz bis 10 kHz aufweist.
In Beispiel 12 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 11 optional aufweisen, dass das elektrisch leitfähige Polymer ein oder mehrere Faserstrukturen aufweist oder daraus besteht. Die eine Faserstruktur bzw. die mehreren Faserstrukturen kann/können beispielsweise netzförmig ausgebildet sein.
In Beispiel 13 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 12 optional aufweisen, dass die elektrische Leitfähigkeit des Elektrolytmaterials kleiner ist als die elektrische Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung.
In Beispiel 14 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 13 optional aufweisen, dass das elektrisch leifähige Polymer zumindest abschnittsweise frei von körperlichen Kontakt mit dem Substrat ist. Beispielsweise können ein oder mehrere Längsabschnitte der Fasern einer Faserstruktur vollumfänglich von dem Elektrolytmaterial umgeben sein. Beispielsweise können ein oder mehrere Längsabschnitte der Fasern einer Faserstruktur vollumfänglich frei von einem körperlichen Kontakt mit dem Substrat sein.
In Beispiel 15 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 14 optional aufweisen, dass das Elektrolytmaterial im Wesentlichen frei von dem elektrisch leitfähigen Polymer ist, wenn das elektronische Bauelement in dem ersten Betriebszustand ist.
Die Steuervorrichtung kann gemäß einem sechszehnten Beispiel ferner derart eingerichtet sein, dass es mittels des bereitgestellten elektrischen Signals von dem zweiten Betriebszustand in den ersten Betriebszustand gebracht werden kann.
Die Steuervorrichtung kann gemäß einem siebzehnten Beispiel ferner derart eingerichtet sein, dass eine elektrische Spannung zwischen den mindestens zwei Elektroden derart bereitgestellt werden kann, dass mittels der elektrischen Spannung das elektrisch leitfähige Polymer der mindestens einen elektrischen Verbindung aus dem mindestens einen polymerisierbaren Material des Elektrolytmaterials gebildet wird.
In Beispiel 18 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 17 optional aufweisen, dass das Elektrolytmaterial derart eingerichtet ist, dass das elektronische Bauelement
mittels des bereitgestellten elektrischen Signals von dem zweiten Betriebszustand in den ersten Betriebszustand gebracht werden kann.
In Beispiel 19 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 18 optional aufweisen, dass das elektrisch leitfähige Polymer mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials des Elektrolytmaterials gebildet wird.
In Beispiel 20 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 19 optional aufweisen, dass die elektrische Verbindung mittels Elektropolymerisation gebildet wird.
In Beispiel 21 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 20 optional aufweisen, dass das Elektrolytmaterial derart eingerichtet ist, dass eine Depolymerisierung und/oder eine Entflechtung des elektrisch leitfähigen Polymers mittels Energiezufuhr erfolgen kann.
In Beispiel 22 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 21 ferner derart eingerichtet sein, dass eine Depolymerisierung und/oder eine Entflechtung des elektrisch leitfähigen Polymers mittels Energiezufuhr erfolgen kann.
In Beispiel 23 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 21 oder 22 optional aufweisen, dass die Energiezufuhr mittels Zuführens von thermischer Energie erfolgt.
In Beispiel 24 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 21 bis 23 ferner derart eingerichtet sein, dass die Energiezufuhr mittels Zuführens von elektromagnetischer Strahlung erfolgt.
In Beispiel 25 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 24 optional aufweisen, dass das Substrat ein Halbleitermaterial aufweist oder daraus besteht.
In Beispiel 26 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 25 optional aufweisen, dass das Substrat ein elektrisch isolierendes Material, beispielsweise Si02, aufweist oder daraus besteht.
In Beispiel 27 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 26 optional aufweisen, dass das Elektrolytmaterial ein Flüssigelektrolyt aufweist, beispielsweise eine ionische Flüssigkeit, oder dass das Elektrolytmaterial ein Carbonat-basiertes Elektrolyte aufweist, oder dass das Elektrolytmaterial ein Polymerelektrolyt aufweist; oder dass das Elektrolytmaterial einen porösen Elektrolytfeststoff aufweist.
In Beispiel 28 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 27 optional aufweisen, dass das polymerisierbare Material ein Monomer eines intrinsisch leitfähigen Polymers und/oder eines dotierten Polymers ist und dass das elektrisch leitfähige Polymer das intrinsisch leitfähige Polymer bzw. das dotierte Polymer ist. Das intrinsisch leitfähige Polymer kann beispielsweise Poly(3,4-ethylenedioxythiophen) aufweisen oder sein. Das Monomer kann beispielsweise 3,4-Ethylenedioxythiophen aufweisen oder sein.
In Beispiel 29 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 28 optional aufweisen: eine Gate-Struktur oder eine weitere Elektrode zum Beeinflussen der elektrischen Leitfähigkeit der hergestellten elektrischen Verbindung mittels eines elektrischen Feldes. Eine Steuervorrichtung kann beispielsweise eingerichtet sein, eine elektrische Spannung an der Gate- Struktur oder der weiteren Elektrode derart bereitzustellen, dass mittels der elektrischen Spannung die elektrische Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung verändert werden kann.
In Beispiel 30 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 29 optional aufweisen, dass sich die eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen von der ersten Elektrode zu der weiteren Elektrode erstreckt.
In Beispiel 31 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 29 oder 30 optional aufweisen, dass sich die eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen von der zweiten Elektrode zu der weiteren Elektrode erstreckt.
In Beispiel 32 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 29 bis 31 optional aufweisen, dass die eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen ein oder mehrere Stränge aufweist, wobei sich mindestens ein Strang der ein oder mehreren Stränge von der ersten Elektrode zu der weiteren Elektrode erstreckt.
Gemäß verschiedenen Aspekten können Stränge einer Faserstruktur auch als die Fasern der Faserstruktur verstanden werden. Mit anderen Worten kann die Faserstruktur als eine Strangstruktur verstanden werden.
In Beispiel 33 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 29 bis 32 optional aufweisen, dass die eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen ein oder mehrere Stränge aufweist, wobei sich mindestens ein Strang der ein oder mehreren Stränge von der zweiten Elektrode zu der weiteren Elektrode erstreckt.
In Beispiel 34 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiel 29 bis 33 optional aufweisen, dass die Gate-Struktur ein Flüssigelektrolyt, ein Polymerelektrolyt, einen
Metallkontakt, und/oder einen Kontakt aus einem elektrisch leitfähigen organischen Material aufweist oder ist.
In Beispiel 35 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 34 optional aufweisen, dass die mindestens zwei Elektroden einen Abstand von weniger als 200 pm voneinander aufweisen.
In Beispiel 36 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 35 optional aufweisen, dass das Elektrolytmaterial bewegliche Ionen aufweist zum Bereitstellen einer Kurzzeitplastizität der mindestens einen elektrischen Verbindung.
In Beispiel 37 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 36 optional aufweisen, dass das elektrisch leitfähige Polymer der mindestens einen elektrischen Verbindung eine Langzeitplastizität aufweist.
In Beispiel 38 kann das elektronische Bauelement gemäß einem der Beispiele 1 bis 37 optional aufweisen: eine Metallisierung zum Verbinden der mindestens zwei Elektroden mit mindestens einem biologischen Nerv.
Beispiel 39 ist ein elektronisches Bauelement aufweisend: ein Substrat, eine erste Elektrode und eine zweite Elektrode, welche auf oder in dem Substrat in einem Abstand voneinander angeordnet sind; ein Elektrolytmaterial, welches zumindest in einem Raumbereich zwischen der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode angeordnet ist, wobei das Elektrolytmaterial mindestens ein polymerisierbares Material aufweist; eine Steuervorrichtung zum Anlegen einer elektrischen Spannung zwischen der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode, wobei die Steuervorrichtung derart eingerichtet ist, dass mindestens eine elektrische Verbindung zwischen zumindest der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode hergestellt werden kann mittels Polymerisierens (beispielsweise Elektropolymerisierens) des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer.
In Beispiel 40 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 33 optional aufweisen: eine dritte Elektrode. Die Steuervorrichtung kann derart eingerichtet sein, dass das Bilden der mindestens einen elektrischen Verbindung zwischen zumindest der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode mittels eines zu der dritten Elektrode bereitgestellten elektrischen Signals beeinflusst werden kann.
In Beispiel 41 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 40 optional aufweisen, dass das elektronische Bauelement unter Berücksichtigung der dritten Elektrode mindestens drei elektronische Betriebszustände aufweist.
Beispiel 42 ist ein elektronisches Bauelement aufweisend: mehrere Substrate, welche übereinander angeordnet sind. Jedes der mehreren Substrate kann beispielsweise aufweisen: mehrere Elektroden, welche auf oder in dem Substrat in einem Abstand voneinander angeordnet sind, und ein Elektrolytmaterial, welches zumindest in einem Raumbereich zwischen den mehreren Elektroden angeordnet ist, wobei das Elektrolytmaterial mindestens ein polymerisierbares Material aufweist. Das elektronische Bauelement kann ferner aufweisen: eine Steuervorrichtung zum Anlegen einer elektrischen Spannung zwischen zumindest zwei der mehreren Elektroden des jeweiligen Substrats der mehreren Substrate, wobei die Steuervorrichtung derart eingerichtet ist, dass mindestens eine elektrische Verbindung zwischen den zumindest zwei Elektroden des jeweiligen Substrats gebildet werden kann mittels Polymerisierens (beispielsweise mittels Elektropolymerisierens) des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer. Die Steuervorrichtung kann ferner eingerichtet sein, eine elektrische Spannung zwischen zumindest einer Elektrode eines ersten Substrats der mehreren Substrate und zumindest einer Elektrode eines zweiten Substrats der mehreren Substrate anzulegen, wobei die Steuervorrichtung derart eingerichtet ist, dass eine elektrische Verbindung zwischen der zumindest einen Elektrode des ersten Substrats und der zumindest einen Elektrode des zweiten Substrats hergestellt werden kann mittels Polymerisierens (beispielsweise mittels Elektropolymerisierens) des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer.
Gemäß einem weiteren Beispiel kann das elektronische Bauelement eine Einkapselung aufweisen, z.B. aus einem Gussmaterial, wobei die Einkapselung zumindest die jeweiligen Elektroden, das Substrat und das Elektrolytmaterial teilweise oder vollständig einkapselt.
Gemäß einem weiteren Beispiel kann das Substrat des elektronischen Bauelements ein ionenleitendes Substrat sein. Anschaulich kann das Substrat ein ionenleitendes Material aufweisen oder daraus bestehen.
Gemäß einem weiteren Beispiel kann jede der mindestens zwei Elektroden 104, 106 abschnittsweise von dem Elektrolytmaterial 108 elektrisch isoliert sein. Beispielsweise kann mindestens ein Bereich der jeweiligen Elektrode 104, 106 mittels einer elektrisch isolierenden Schicht 107 bedeckt sein und somit von dem Elektrolytmaterial 108 elektrisch isoliert sein.
Beispiel 43 ist ein künstliches neuronales Netzwerk aufweisend: ein oder mehrere elektronische Bauelemente gemäß einem der Beispiele 1 bis 42. Das künstliche neuronale Netzwerk kann beispielsweise eingerichtet sein zum Ausführen mindestens einer Rechenfunktion mittels des einen elektronischen Bauelements oder mittels der mehreren elektronischen Bauelemente.
Beispiel 44 ist ein Verfahren zum Betreiben eines elektronischen Bauelements, das Verfahren aufweisend: Bereitstellen eines Elektrolytmaterials zumindest in einem Raumbereich zwischen mindestens zwei Elektroden, wobei die mindestens zwei Elektroden jeweils auf und/oder in dem
Substrat in einem Abstand voneinander angeordnet sind und wobei das Elektrolytmaterial mindestens ein polymerisierbares Material aufweist, Bilden mindestens einer elektrischen Verbindung zwischen den mindestens zwei Elektroden mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer. Dabei kann optional das gebildete, elektrisch leitfähige Polymer ein oder mehrere Faserstrukturen aufweisen. Die ein oder mehreren Faserstrukturen können in körperlichem Kontakt mit den mindesten zwei Elektroden stehen.
In Beispiel 45 kann das Verfahren gemäß Beispiel 44 optional aufweisen, dass das Bilden der mindestens einen elektrischen Verbindung zwischen den mindestens zwei Elektroden aufweist: Bilden einer einzigen Faserstruktur mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials, wobei die Faserstruktur einen körperlichen Kontakt zu den mindesten zwei Elektroden aufweist, oder Bilden mehrerer Faserstrukturen mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials, wobei die mehreren Faserstrukturen einen körperlichen Kontakt zu den mindestens zwei Elektroden aufweisen.
In Beispiel 46 kann das Verfahren gemäß Beispiel 44 oder 45 optional aufweisen, dass die elektrische Leitfähigkeit des Elektrolytmaterials kleiner ist als die elektrische Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung.
In Beispiel 47 kann das Verfahren gemäß einem der Beispiele 44 bis 46 optional aufweisen, dass das Bilden der mindestens einen elektrischen Verbindung mittels Anlegens eines elektrischen Signals zwischen zumindest der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode erfolgt.
In Beispiel 48 kann das Verfahren gemäß Beispiel 47 optional aufweisen, dass das Anlegen eines elektrischen Signals derart erfolgt, dass das Polymerisieren des mindestens einen polymerisierbaren Materials ein abwechselndes Polymerisieren des mindestens einen polymerisierbaren Materials auf der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode aufweist.
In Beispiel 49 kann das Verfahren gemäß Beispiel 47 optional aufweisen, dass das Anlegen eines elektrischen Signals derart erfolgt, dass eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen von der ersten Elektrode zu der zweiten Elektrode wächst.
In Beispiel 50 kann das Verfahren gemäß Beispiel 47 optional aufweisen, dass das Anlegen eines elektrischen Signals derart erfolgt, dass eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen von der zweiten Elektrode zu der ersten Elektrode wächst.
In Beispiel 51 kann das Verfahren gemäß Beispiel 47 optional aufweisen, dass das Anlegen eines elektrischen Signals derart erfolgt, dass eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen von der ersten Elektrode zu der zweiten Elektrode und eine andere
Faserstruktur oder mindestens eine andere Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen von der zweiten Elektrode zu der ersten Elektrode wachsen.
In Beispiel 52 kann das Verfahren gemäß Beispiel 47 optional aufweisen, dass das Anlegen eines elektrischen Signals derart erfolgt, dass die eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen ein oder mehrere Stränge aufweist, wobei mindestens ein Strang der ein oder mehreren Stränge von der ersten Elektrode zu der zweiten Elektrode wächst.
In einem anderen Beispiel 53 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 47 optional aufweisen, dass das Anlegen eines elektrischen Signals derart erfolgt, dass die eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen ein oder mehrere Stränge aufweist, wobei mindestens ein Strang der ein oder mehreren Stränge von der zweiten Elektrode zu der ersten Elektrode wächst.
In einem anderen Beispiel 54 kann das elektronische Bauelement gemäß Beispiel 47 optional aufweisen, dass das Anlegen eines elektrischen Signals derart erfolgt, dass die eine Faserstruktur oder mindestens eine Faserstruktur der mehreren Faserstrukturen ein oder mehrere Stränge aufweist, wobei mindestens ein Strang der ein oder mehreren Stränge von der ersten Elektrode zu der zweiten Elektrode wächst und mindestens ein anderer Strang der ein oder mehreren Stränge von der zweiten Elektrode zu der ersten Elektrode wächst.
In Beispiel 54 kann das Verfahren gemäß einem der Beispiele 47 bis 53 optional aufweisen, dass das Anlegen eines elektrischen Signals derart erfolgt, dass die mindestens eine elektrische Verbindung abwechselnd auf der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode wächst.
In Beispiel 55 kann das Verfahren gemäß einem der Beispiele 47 bis 54 optional aufweisen, dass das Anlegen des elektrischen Signals derart erfolgt, dass zumindest die erste Elektrode mit der zweiten Elektrode mittels der einen Faserstruktur oder den mehreren Faserstrukturen elektrisch verbunden ist.
In Beispiel 56 kann das Verfahren gemäß einem der Beispiele 44 bis 55 optional aufweisen, dass die mindestens eine elektrische Verbindung eine elektrische Leitfähigkeit aufweist, und das Verfahren ferner aufweist: Verändern der elektrischen Leitfähigkeit der mindestens einen elektrischen Verbindung mittels Anlegens eines elektrischen Signals zwischen einer von der ersten oder zweiten Elektrode und einer in dem elektronischen Bauelement angeordneten dritten Elektrode, wobei die dritte Elektrode in einem Abstand von der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode angeordnet ist.
In Beispiel 57 kann das Verfahren gemäß einem der Beispiele 47 bis 56 optional aufweisen, dass das Anlegen des elektrischen Signals derart erfolgt, dass zumindest die erste Elektrode mit der
zweiten Elektrode mittels zwei oder mehreren Faserstrukturen gebildet aus dem elektrisch leitfähigen Polymer elektrisch verbunden ist.
In Beispiel 58 kann das Verfahren gemäß einem der Beispiele 44 bis 57 optional aufweisen: Depolymerisieren und/oder Entflechten des elektrisch leitfähigen Polymers zu einem depolymerisierten und/oder entflochtenen polymerisierbaren Material mittels Energiezufuhr.
In Beispiel 59 kann das Verfahren gemäß Beispiel 58 optional aufweisen, dass die Energiezufuhr mittels Zuführens von thermischer Energie erfolgt.
In Beispiel 60 kann das Verfahren gemäß Beispiel 58 oder 59 optional aufweisen, dass die Energiezufuhr mittels Zuführens von elektromagnetischer Strahlung erfolgt.
Beispiel 61 ist ein Verfahren zum Betreiben eines elektronischen Bauelements, das Verfahren aufweisend: Bereitstellen eines Elektrolytmaterials zumindest in einem Raumbereich zwischen mindestens drei Elektroden, wobei die mindestens drei Elektroden jeweils auf und/oder in dem Substrat in einem Abstand voneinander angeordnet sind und wobei das Elektrolytmaterial mindestens ein polymerisierbares Material aufweist, Bilden mindestens einer elektrischen Verbindung zwischen einer ersten und einer zweiten Elektrode der mindestens drei Elektroden mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer; und Bilden mindestens einer elektrischen Verbindung zwischen einer dritten Elektrode der mindestens drei Elektroden und der ersten oder der zweiten Elektrode mittels Polymerisierens des mindestens einen polymerisierbaren Materials zu einem elektrisch leitfähigen Polymer.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen kann eine dreidimensionale Struktur aus einer Vielzahl von Elektroden gebildet werden. In diesem Fall, kann beispielsweise auf ein Substrat verzichtet werden und die Elektroden können auf beliebig geeignete Weise in Position gehalten werden.
Beispiel 62 ist ein elektronisches Bauelement aufweisend: eine dreidimensionale Struktur aufweisend eine Vielzahl von Elektroden; wobei, wenn das elektronische Bauelement in einem ersten Betriebszustand ist, ein Elektrolytmaterial zumindest in einem Raumbereich zwischen den Elektroden der Vielzahl von Elektroden angeordnet ist, wobei das Elektrolytmaterial mindestens ein polymerisierbares Material aufweist; und wobei, wenn das elektronische Bauelement in einem zweiten Betriebszustand ist, mindestens eine elektrische Verbindung zwischen mindestens zwei Elektroden der Vielzahl von Elektroden hergestellt ist, wobei die mindestens eine elektrische Verbindung aus einem elektrisch leitfähigen Polymer besteht.