Ophthalmologisches Lasertherapiesystem mit Beleuchtungsanordnung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Ophthalmologisches Lasertherapiesystem umfassend einen Gerätegrundkörper und eine Lasereinrichtung, die im Gerätegrundkörper und in einen Laserarm angeordnet ist, wobei der Laserarm am Gerätegrundkörper angeordnet ist und eine Beleuchtungsanordnung umfasst. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Planungseinrichtung und ein Planungsverfahren für die Planung einer Lasertherapie auf einem ophthalmologischen Lasertherapiesystem.
Die refraktive und therapeutische Augenlaserchirurgie ist ein weit verbreitetes und etabliertes Verfahren und wurde bereits millionenfach durchgeführt. Nichtsdestotrotz stellt sie einen chirurgischen Eingriff am Patienten dar und ist daher für diesen eine außergewöhnliche Situation, welche bei den meisten Patienten zu Nervosität und Unsicherheit unmittelbar vor und während der Behandlung führt. Die Nervosität wird hierbei durch die verfahrensbedingte Annäherung des Gerätearms (Kontaktelement bei fs, Rauchabsaugung bei Excimer) an den Kopf des Patienten verstärkt (klaustrophobischer Effekt). Insbesondere kann diese Nervosität während des Augenlaservorgangs zu einem vorzeitigen Abriss des Auges vom Lasergerät führen oder der Patient fixiert sein Auge nicht zuverlässig, was für den Erfolg der Behandlung ein Risiko darstellt. Maßnahmen zur Beruhigung und Kooperationsbereitschaft der Patienten sind daher sehr wichtig.
Eine dieser Maßnahmen ist ein virtueller „Himmel“ für den Patienten in der liegenden Position, wenn sich Teile des Lasersystems nahe über ihm befinden und daher in einem Großteil seines Sichtfelds liegen. Der Stand der Technik hierfür ist eine während der Vorbereitung und Ausführung der Lasertherapie am Patientenauge permanent blau beleuchtete Patientenumgebung, die sich an der Unterseite des Laserarms, beispielsweise des ophthalmologischen Lasertherapiesystems „VisuMax“ der Anmelderin, befindet. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Farbe Blau im Allgemeinen als nicht bedrohlich und nicht bedrängend empfunden wird.
Die psychologische Wirkung von Farben auf verschiedene Menschen ist jedoch unterschiedlich und eine Farbe, welche auf einen Menschen eher beruhigend wirkt, kann auf einen anderen Menschen eher beunruhigend wirken. Dies begründet sich sowohl in der individuellen als auch kulturellen Prägung.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine ophthalmologisches Lasertherapiesystem und ein Verfahren bereitzustellen, mit denen eine optimale psychologische (Beruhigungs-)Wirkung für jeden Patienten gewährleistet werden kann.
Die Erfindung ist in den unabhängigen Ansprüchen definiert. Die abhängigen Ansprüche betreffen bevorzugte Weiterbildungen.
Ein ophthalmologisches Lasertherapiesystem umfasst einen Gerätegrundkörper und eine Lasereinrichtung, die eine Laserquelle und eine erste Lasertherapieoptik im Gerätegrundkörper und eine zweiten Lasertherapieoptik und eine Laseraustrittsöffnung in einen Laserarm enthält. Der Laserarm ist am Gerätegrundkörper angeordnet.
Bevorzugt wird hierbei ein gepulster Laser verwendet. Besonders günstig ist der Einsatz eines Femtosekunden-Lasers, dessen ausgesendeter Laserstrahl durch die Lasertherapieoptik hindurchgeführt und in einem zu bearbeitenden Gewebe im Auge fokussiert wird. Im Fokus des Laserstrahls führt dies zu einer Trennung des Gewebes mittels Photodisruption. Der Patient und insbesondere das zu behandelnde Patientenauge wird hierfür unter der Laseraustrittsöffnung des Laserarms platziert und schließlich mit einem Kontaktglas bzw. einem sogenannten Patienteninterface zu dieser Laseraustrittsöffnung fixiert.
Der Aufbau des Lasertherapiesystems enthält üblicherweise des Weiteren ein Scannersystem, das dazu dient, den Fokus des Laserstrahls innerhalb des zu behandelnden Gewebes zu verschieben, bevorzugt in allen drei Raumrichtungen, um dadurch ein Bearbeitungsmuster „abzufahren“ und schließlich eine gewünschte Struktur zu erzeugen. Wird ein Lasertherapiesystem für eine refraktive Korrektur in der Kornea (Hornhaut) des Patientenauges eingesetzt, so dauert dieser Vorgang
üblicherweise mehrere 10 Sekunden. Die schnellsten Lasertherapiesysteme erzeugen die dafür benötigten „Schnitte“ (durch lokale Trennung des Gewebes mittels Photodisruption) in zirka 5 Sekunden. Dem Patienten sollte während dieser Behandlungszeit, aber auch schon in er Vorbereitungszeit und während des „Andocken“ an der Laseraustrittsöffnung des Laserarms mittels des Kontaktglases bzw. des Patienteninterfaces jegliche Nervosität genommen werden.
Der Laserarm weist hierfür äußerlich, d.h. auf einer Außenseite des Laserarms, eine Beleuchtungsanordnung auf. Diese Beleuchtungsanordnung ist bevorzugt so angeordnet, dass der Patient ihre Wirkung direkt spüren kann, also beispielsweise an der Unterseite des Laserarms, wobei sich dabei die Beleuchtungsanordnung über die gesamte Unterseite oder auch nur einen Teil der Unterseite des Laserarms erstrecken kann. Die Farbe der Beleuchtungsanordnung ist individuell veränderbar.
Bevorzugt ist die Beleuchtungsanordnung als eine selbstleuchtende Teil-Oberfläche des Laserarms ausgebildet, die direkt über den Patienten die gewünschte Farbwirkung erzielt.
Entgegen dem Stand der Technik kann somit erfindungsgemäß eine beleuchtete Patientenumgebung patientenindividuell in der Farbe verändert werden. Dadurch wird das Problem der unterschiedlichen psychologischen Farbwirkung auf verschiedene Patienten gelöst, und für einen optimalen psychologischen und emotionalen Zustand eines jeden Patienten vor und während der Laserbehandlung Sorge getragen. Dies wiederum minimiert das das Behandlungsrisiko, da ein Patient in einem optimalen psychologischen und emotionalen Zustand in der Regel uneingeschränkt kooperationsbereit ist und keine Panik- oder Abwehrreaktion zeigt.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen ophthalmologischen Lasertherapiesystems ist der Laserarm am Gerätegrundkörper um eine Achse, bevorzugt eine horizontale Achse, schwenkbar angeordnet. Dadurch ist zunächst ausreichend Platz vorhanden, um den Patienten beispielsweise auf einer Patientenliege bequem zu platzieren, zur Behandlung jedoch den Laserarm nahe an das Patientenauge heranzuführen.
Bei einem einschwenkbaren Laserarm kommt der Laserarm dem Patienten, wenn dieser auf die Patientenliege verbracht wird, immer näher, und erscheint damit bedrohlicher, je näher der Laserarm an den Patienten herangeführt wird. Eine solche selbstleuchtende Teiloberfläche mit individuell veränderbarer Farbe ist insbesondere in diesem Fall sinnvoll.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen ophthalmologisches Lasertherapiesystem ist die Beleuchtungsanordnung Teil einer festen Patientenumgebungsbeleuchtung oder ist zusätzlich zur festen Patientenumgebungsbeleuchtung angeordnet. Das ophthalmologische Lasertherapiesystem kann also noch weitere Lichtquellen bzw. Beleuchtungseinheiten aufweisen. In diesem Fall berücksichtigt die Beleuchtungsanordnung diese allgemeine Patientenumgebungsbeleuchtung bei der Umsetzung der individuellen Farbgebung.
Dabei ist es sehr vorteilhaft, wenn im erfindungsgemäßen ophthalmologischen Lasertherapiesystem die Beleuchtungsanordnung, deren Farbe individuell veränderbar ist, abschaltbar und/oder in der Helligkeit der Beleuchtung veränderbar eingerichtet ist.
Damit kann die Farbe bzw. die Helligkeit der Patientenumgebung patientenindividuell so gewählt bzw. verändern werden, dass sie die optimale psychologische und emotionale Wirkung auf den Patienten zeigt, oder die Wirkung dieser farblich individuell veränderbare Beleuchtungsanordnung bei Bedarf auch eliminiert kann.
In vorteilhaften Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen ophthalmologischen Lasertherapiesystem weist die Beleuchtungsanordnung für ihre individuelle Veränderbarkeit mindestens eine der folgenden Einstellmöglichkeiten auf:
- Einstellung durch den Bediener, bevorzugt zu jedem Zeitpunkt des Workflows,
- Einstellung durch den Patienten, bevorzugt zu jedem Zeitpunkt des Workflows,
- Einstellung durch die Wahl einer Farbe in einer voreingestellten Farbpalette,
- Einstellung durch die Eingabe von RGB-Werten,
- Automatische Einstellung in Abhängigkeit ausgewählter Planungsdaten oder messbarer Patientendaten,
- Einstellung entsprechend der Farbgestaltung und/oder des Brandings der betreibenden Klinik.
Der Bediener kann beispielsweise jeden Patienten im Vorfeld der Behandlung nach seiner bevorzugten Farbe befragen oder seine bevorzugte Farbe durch indirekte psychologische Tests ermitteln und diese am Gerät je nach Wunsch einstellen.
Ggf. ist aber auch während der Behandlung eine Veränderung der Einstellung möglich.
Wo gewünscht, kann der Patient mit geeigneten Mitteln die Einstellung selbst bestimmen beispielsweise auf akustischem Wege oder durch kognitive Verknüpfung der Beleuchtungsanordnung mit dem Patienten.
Auch ist es möglich, die Beleuchtungsanordnung in einer Ausgestaltung durch während der Lasertherapie überprüfbare Patientendaten (wie beispielsweise der Blutdruck und der Puls des Patienten) in Ihrer Farbe und Helligkeit zu variieren.
In einer einfachen Ausführungsform des erfindungsgemäßen ophthalmologischen Lasertherapiesystem ist die Anzahl der diskret auswählbaren Farben der Beleuchtungsanordnung in einer voreingestellten Farbpalette größer gleich zwei.
Von Vorteil ist ein erfindungsgemäßes ophthalmologisches Lasertherapiesystem, in dem die Farbe der Beleuchtungsanordnung im Bereich des sichtbaren Lichts kontinuierlich verändert werden kann. Es bietet eine bestmögliche Anpassung an die optimale individuelle Farbgebung für den Patienten.
In einerweiteren Variante des erfindungsgemäßen ophthalmologischen Lasertherapiesystem enthält dieses neben der Beleuchtungsanordnung andere ebenfalls veränderliche, zur Patientenumgebungsbeleuchtung gleichfarbige oder andersfarbige Beleuchtungselemente. Auch in diesem Fall berücksichtigt die Beleuchtungsanordnung diese Beleuchtungselemente, ggf. in einem zeitlichen Ablauf, wenn diese zusätzlichen Beleuchtungselemente nicht durchgängig in Betrieb sind, bei der Umsetzung der individuellen Farbgebung.
Eine erfindungsgemäße Planungseinrichtung für die Planung einer Lasertherapie auf einem ophthalmologischen Lasertherapiesystem ist eingerichtet ist, eine einzustellende Farbe einer Beleuchtungsanordnung an einem Laserarm des ophthalmologischen Lasertherapiesystems patientenindividuell zu bestimmen.
Eine solche Planungseinrichtung kann Teil einer Steuereinrichtung im Inneren des ophthalmologischen Lasertherapiesystems sein, das alle Komponenten dieses ophthalmologischen Lasertherapiesystems steuert und wiederum einteilig oder mehrteilig ausgestaltet sein kann. Die Planungseinrichtung kann allerdings auch eine externe Planungseinrichtung sein, mit der ein Ablauf auf einem ophthalmologischen Lasertherapiesystem vorgeplant wird.
Ein erfindungsgemäßes Planungsverfahren für die Planung einer Lasertherapie auf einem ophthalmologischen Lasertherapiesystem, in dem eine einzustellende Farbe einer Beleuchtungsanordnung am Lasertherapiesystem patientenindividuell bestimmt wird und hernach bevorzugt automatisch eingestellt wird.
Diese Bestimmung der patientenindividuellen Farbgebung kann anhand eines oder mehrerer der oben beschriebenen speziellen Merkmale erfolgen, also beispielsweise:
- durch Vorausplanung der Einstellung der individuellen Farbgebung durch vorherige Wahl einer Farbe in einer voreingestellten Farbpalette und/oder durch die Eingabe von RGB-Werten erfolgen;
- Eingriffsmöglichkeiten durch den Bediener beinhalten, bevorzugt zu jedem Zeitpunkt des Workflows;
- Eingriffsmöglichkeiten durch den Patienten beinhalten, bevorzugt zu jedem Zeitpunkt des Workflows;
- eine automatische Einstellung und Nachregelung der individuellen Farbgebung in Abhängigkeit ausgewählter Planungsdaten oder messbarer Patientendaten beinhalten,
- die Farbgestaltung und/oder das Branding der betreibenden Klinik berücksichtigen;
- eine Patientenumgebungsbeleuchtung und/oder weitere andersfarbige Beleuchtungselemente berücksichtigen.
Die erfindungsgemäße Planungseinrichtung wie auch das erfindungsgemäße Planungsverfahren ermittelt also - neben den Laserparametern wie Intensität der Laserpulse und deren Lage - eine für den jeweiligen Patienten passende Farbe zur Beleuchtung.
Die vorliegende Erfindung soll nun anhand von Ausführungsbeispielen erläutert werden.
In den Fig. 1a und 1b ist ein Ausführungsbeispiel eines ophthalmologischen Lasertherapiesystems 100 näher beschrieben. Es erzielt eine Korrektur des Sehvermögens eines Patientenauges mittels eines Lasers, insbesondere mittels eines gepulsten und fokussierten Femtosekunden-Laserstrahls, der in seinem Fokuspunkt durch ein Gewebe innerhalb des Auges gescannt wird und dadurch dieses Gewebe innerhalb des Auges, insbesondere innerhalb der Hornhaut und/oder der Linse des Patientenauges trennt. Eine Korrektur der Fehlsichtigkeit kann beispielsweise mittels einer Separation eines schmalen Lentikels in der Hornhaut und darauffolgender Extraktion des Lentikels über eine kleine Öffnung in der Hornhaut erfolgen.
Das ophthalmologische Lasertherapiesystem 100 der Fig. 1a und 1b zeichnet sich aus durch einen am Gerätekopf 1 um eine horizontale Achse 4 schwenkbar befestigten Laserschwenkarm 3, der zwischen einer Ruheposition und einer Arbeitsposition hin- und hergeschwenkt werden kann. Da dieser Laserschwenkarm 3 für die Lasertherapie am Patientenauge über den Patienten geschwenkt wird, in Schritten jedoch, in denen der Laserschwenkarm 3 nicht benötigt wird, in eine Ruheposition zurückverbracht werden kann, um den Raum über der Arbeitsposition anderweitig zu nutzen, wird der Laserschwenkarm 3 dadurch geschützt, dass der Laserschwenkarm 3 von einem Schwenkarmgehäuse 6 umfasst ist, das koaxial zum Laserschwenkarm 3 am Gerätekopf 1 schwenkbar befestigt ist („Arm-in-Arm-Prinzip“).
Das Schwenkarmgehäuse 6 weist eine Laseraustrittsöffnung 8 auf, die so positioniert ist, dass sie bei in Arbeitsposition verbrachtem Laserschwenkarm 3 auf das zu behandelnde Auge eines Patienten gerichtet ist, der auf der Patientenliege 500 entsprechend platziert und positioniert werden kann. Eine Beleuchtungsanordnung,
hier eine selbstleuchtende Teil-Oberfläche 50, ist an einer Unterseite des Laserschwenkarms 3, also der in Arbeitsposition dem Patienten zugewandten Seite des Laserschwenkarms 3, angeordnet. Diese Beleuchtungsanordnung 50 kann so angesteuert werden, dass eine patientenindividuelle Farbgebung erfolgt, die auch noch während einer Lasertherapie verändert werden kann.
Das ophthalmologische Lasertherapiesystems 100 setzt sich dabei zusammen aus einer Gerätebasis 2 und einem auf dieser Gerätebasis 2 in der Höhe über einer Bodenebene, also der z-Richtung, und in seiner Position in der Ebene, also in x- und y-Richtung, verstellbaren Gerätekopf 1. Gerätekopf 1 und Gerätebasis 2 bilden zusammen den Gerätegrundkörper 1,2. Der Gerätekopf 1 enthält einen ersten Teil der zur Durchführung der Lasertherapie erforderlichen Lasertherapieoptik. Der Gerätekopf 1 enthält im Ausführungsbeispiel auch die zur Erzeugung eines entsprechenden gepulsten Laserstrahls erforderliche Laserquelle, die hier eine Femtosekunden-Laserquelle ist.
Der zweite Teil der Lasertherapieoptik ist in einem Laserschwenkarm 3 um eine horizontale erste Achse 4 drehbar gelagert. Der Laserschwenkarm 3 kann um diese erste Achse 4 von einer Ruheposition, die in der Fig. 1a gezeigt ist, und in der er ungefähr senkrecht nach oben ragt, in eine Arbeitsposition, die in der Fig. 1b gezeigt ist, und in der er etwa waagerecht am Gerätekopf 1 , also etwa parallel zur Bodenebene, angeordnet ist, sowie zurück geschwenkt werden.
Wird neben dem Laserschwenkarm 3 des Weiteren Gebrauch gemacht von einem weiteren selbständigen Untersuchungsschwenkarm 14, der insbesondere ein Operationsmikroskop 15 enthält, so sind dieser um eine Achse derart schwenkbar angeordnet, dass sämtliche Arbeitsschritte einer Lasertherapie am Auge eines Patienten so ausgeführt werden können, dass der Wirkungsort aller Arbeitsschritte unter Zuhilfenahme des Laserschwenkarms 3 bzw. des Untersuchungsschwenkarms 6 immer fest bleibt, die Position des Patientenauges während der gesamten Lasertherapie also nicht verändert werden muss. Die Position des Patientenauges im ersten Arbeitsschritt bestimmt die Position aller nachfolgenden Arbeitsschritte und damit den Wirkungsort ihrer jeweils notwendigen Einrichtungen an den verschiedenen Schwenkarmen 3, 14. Dies wird ermöglichst durch eine spezielle
Anordnung 300 der Schwenkachsen 4, 16 der verschiedenen Schwenkarme 3, 14 zueinander am Gerätekopf 1 des ophthalmologischen Lasertherapiesystems 100, wobei die erste Achse 4 des Laserschwenkarms 3 und die zweite Achse 16 des Untersuchungsschwenkarms 14 am Gerätekopf 1 eine entsprechende Anordnung 300 zueinander aufweisen, und sowohl ein am Schwenkarmgehäuse 6 beweglich befestigter Therapiebildschirm 12 mit der Bewegung des Schwenkarmgehäuse 6 als auch das Operationsmikroskop 15, das beweglich befestigt ist am Untersuchungsschwenkarm 14, mit der Bewegung des Untersuchungsschwenkarms 14 so gekoppelt sind, das der Therapiebildschirm 12 wie auch das Operationsmikroskop 15 stets unverkippt erhalten bleiben. Prinzipiell kann auch der Untersuchungsschwenkarm 14 mit einer weiteren Beleuchtungsanordnung 50 ausgestattet sein, in hier gezeigten Beispiel ist dies jedoch nicht der Fall, da während der Nutzung des Untersuchungsschwenkarms 14 der Abstand zwischen Arm und Patienten größer ist, die Wirkung auf den Patienten also wesentlich weniger maßgeblich ist als für den Laserschwenkarm 3 und zudem günstige Lichtverhältnisse für den Bediener die wichtigere Voraussetzung für ein Arbeiten mit dem Untersuchungsschwenkarm 14 sind.
Je nach Therapieschritt befindet sich dabei einer der beiden Arme, also entweder der Laserschenkarm 3 oder der Untersuchungsschwenkarm 14 in Arbeitsposition über den Patienten geschwenkt und der andere der beiden Arme in Ruheposition (hochgeklappt). Während der Untersuchungsschwenkarm, so er genutzt wird, in einem größeren Abstand zum Patienten verbleibt, Untersuchungen in er Regel sehr schnell verlaufen und selbst eine operative Manipulation des Patientenauges unter dem Operationsmikroskop 15.
Die Beleuchtungsanordnung 50 wird dabei immer vor dem in Arbeitsposition- Schwenken des Laserschwenkarms 3 initiiert und erst nach dem Verbringen des Laserschwenkarms 3 in Ruheposition wieder abgeschaltet.
Im Folgenden wird nun ein typischer Behandlungsablauf, wie er beispielsweise für die Separation eines Lentikels in der Hornhaut eines Patientenauges und die anschließende Extraktion des Lentikels durch eine schmale Öffnung erfolgen kann,
unter Nutzung eines oben beschriebenen ophthalmologischen Lasertherapiesystems 100 beschrieben:
Zunächst erfolgt die Planung der Behandlungs- bzw. Therapieparameter an einem Planungsbildschirm 31, der in diesem Ausführungsbeispiel ebenfalls direkt am ophthalmologischen Lasertherapiesystem 100 angeordnet ist. Alternativ kann der Planungsbildschirm 31 aber auch vom ophthalmologischen Lasertherapiesystem 100 räumlich getrennt sein. Während der Planung befindet sich das ophthalmologische Lasertherapiesystem 100 vorzugsweise im einer Standby-Position, d.h. , der Laserschwenkarm 3 wie ggf. auch der Untersuchungsschwenkarm 14 ist in Ruheposition am System vertikal hochgeschwenkt.
Der Patient wird auf der Patientenliege 500 platziert. Aufgrund des hochgeschwenkten Laserschwenkarms 3 ist dies bequem möglich.
Der Bediener (also der Chirurg, Operateur oder ein Assistent) positioniert dann die Höhe des Gerätekopfes 1 mittels eines Joysticks 10 an diesem Gerätekopf 1, mit dem die Translationsbewegung des Gerätekopfes 1 über der Gerätebasis 2 gesteuert werden kann. Dabei orientiert er sich an dem von der Kamera 9 gelieferten Bild, welches auf dem Therapiebildschirm 12 und/oder auf dem Planungsbildschirm 31 inklusive eines überlagerten Sinnbildes eines heruntergeschwenkten Laserschwenkarmes 3 sichtbar ist. Alternativ zum Joystick kann in anderen Ausführungen die Positionierung auch durch Eingaben an einem der beiden Bildschirme 12, 31 oder über Tasten am Lasertherapiesystem 100 geschehen.
Der Bediener löst das motorische Herunterschwenken des Laserschwenkarms 3 in und gemeinsam mit seinem Schwenkarmgehäuse 6 aus; ein entsprechender hierfür verwendeter Taster ist in den Figuren nicht dargestellt. Durch die Vorpositionierung und die noch eingezogene Laseraustrittsöffnung 8 des Laserschwenkarms verbleibt ein Freiraum zwischen der Laseraustrittsöffnung 8 und dem Patientenauge, der günstig zwischen 50mm und 150mm groß ist. Vor dem Herunterschwenken wird die selbstleuchtende Teil-Oberfläche 50 an der Unterseite des Laserarms 3 initiiert mit der für den entsprechenden Patienten bestimmten optimalen Farbgebung. Damit wird das Herunterschwenken und Entgegenkommen des Laserarms vom Patienten als
weniger unangenehm empfunden und das dann folgende Therapieverfahren wird vom Patienten aufmerksamer und kooperativer wahrgenommen. Zudem kann die Farbgebung in Abhängigkeit des Verhaltens und messbarer Patientendaten, beispielsweise des Pulses und/oder des Blutdrucks auch während des Therapieverfahrens angepasst werden.
Falls dies noch nicht in der Ruheposition des Laserschwenkarms 3 geschehen ist, wird nun ein Kontaktglas an die Laseraustrittsöffnung 8 angesetzt. Das Festhalten des Kontaktglases an der Laseraustrittsöffnung 8 erfolgt mittels eines Unterdrucks.
Der Bediener veranlasst dann die Freigabe der Bewegung des Laserschwenkarms 3 innerhalb des Schwenkarmgehäuses 6 mittels einer Joystickdrehung des Joysticks 11 am Schwenkarmgehäuse 6, oder alternativ mittels eines nicht dargestellten separaten Tasters. In anderen Ausführungen ist auch ein automatisches Auslösen der Bewegung durch das angesetzte Kontaktglas möglich. Die Laseraustrittsöffnung 8 mit dem Kontaktglas bewegt sich dabei auf das Auge zu.
Schließlich erfolgt die Andockphase, also die Phase, in der das Kontaktglas fixiert wird: Der Bediener steuert dabei mit dem Joystick 11 unter Beobachtung mittels des Videomikroskops 13 das Kontaktglas auf das Auge des Patienten. Bei Erreichen der richtigen Position wird die Fixierung des Auges durch ein Ansaugen des Auges am Kontaktglas mit einem Taster am Joystick 11 veranlasst. In einer Ausgestaltung ist es möglich, die richtige Positionierung bzw. Zentrierung des Kontaktglases oder eines anderen Patienteninterfaces auf dem Auge unterstützen, indem das Videomikroskop- Bild verarbeitet und zur Steuerung des Gerätekopfes 1 herangezogen wird.
Damit kann nun schließlich der eigentliche Lasertherapieschritt durch Einschalten des Laserstrahls, der durch die Lasertherapieoptiken und die Laseraustrittsöffnung geleitet und im Patientenauge fokussiert wird, mittels eines Fußschalters, der hier nicht dargestellt wird, gestartet werden.
Nach Abschluss dieses Lasertherapieschritts wird das Ansaugen des Auges mittels des Unterdrucks gelöst, indem hier wieder der Druck erhöht wird, der Laserschwenkarm 3, und damit auch die Laseraustrittsöffnung 8, wieder in das
Schwenkarmgehäuse 6 eingeschwenkt und der Gerätekopf 1 durch ein Verfahren in z-Richtung etwas hochgefahren. Damit ist wieder ein Sicherheitsabstand zum Auge vorhanden. Das Kontaktglas oder das Patienteninterface kann von der Laseraustrittsöffnung 8 abgenommen werden, wobei die Freigabe durch ein kurzes Drücken nach oben erfolgt.
Der Laserschwenkarm 3 wird nun zusammen mit seinem Schwenkarmgehäuse 6 wieder hochgeschwenkt, der Freiraum über dem Patienten ist wiederhergestellt. Es können nun weitere Arbeitsschritte durchgeführt werden, oder der Patient kann seine Position auf der Patientenliege 500 verlassen. An dieser Stelle wird das selbstleuchtende Teil-Oberfläche 50 wieder abgeschaltet.
Sollen jedoch beide Augen eines Patienten behandelt werden, so kann vor dem Hochschwenken des Laserschwenkarms 3 mit seinem Schwenkarmgehäuse 6 in seine Ruheposition der Gerätekopf 1 durch eine Translationsbewegung in x- und/oder y-Richtung über der Gerätebasis 2 so bewegt werden, dass der Laserschwenkarm 3 mit seinem Schwenkarmgehäuse 6 über dem anderen Auge positioniert wird. Eine Behandlung des zweiten Auges kann dann in gleicher Weise erfolgen, indem ein neues Kontaktglas oder Patienteninterface an der Laseraustrittsöffnung 8 und mittels eines Unterdrucks festgehalten wird, und alle daraufhin folgenden Schritte wie oben beschrieben ausgeführt werden.
Am Gerätekopf 1 ist in diesem Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen ophthalmologischen Lasertherapiesystems 100 weiterhin auch ein Untersuchungsschwenkarm 14 um eine zweite Achse 16 schwenkbar befestigt, der eine Untersuchungseinrichtung, in diesem Fall ein Operationsmikroskop 15, enthält. Ein solches Operationsmikroskop ist beispielsweise für den zweiten Hauptarbeitsschritt der „SMILE“-Behandlung erforderlich oder zumindest angeraten. Dazu wird die Behandlung nach dem Hochschwenken des Laserschwenkarms 3 mit seinem Schwenkarmgehäuse 6 in seine Ruheposition nach der Beendigung des eigentlichen Lasertherapieschritts wie hier beschrieben, folgendermaßen fortgesetzt:
Der Bediener initiiert das motorische Herunterschwenken des Untersuchungsschwenkarms 14 durch Tastendruck. Der Motor bewegt den
Untersuchungsschwenkarm 14 in seine Arbeitsposition, wo er auf einem Anschlag aufliegt. Die Arbeitsposition ist durch die günstige Wahl der Lage der beiden Schwenkachsen, also der ersten Achse 4 und der zweiten Achse 16 und die durch den Anschlag bestimmte Endposition des Untersuchungsschwenkarms 14 so bestimmt, dass das weiter zu behandelnde Auge direkt nach dem Herunterschwenken des Untersuchungsschwenkarmes 14 im Untersuchungsvolumen des Operationsmikroskops 15 liegt.
Geringfügige Korrekturen, sofern nötig, sind durch die Verstellung der Position des Gerätekopfes 1 zur Gerätebasis 2 mittels Translationsbewegungen möglich. Hierzu dient entweder der an der Gerätebasis 2 vorhandene Joystick 10, ein separates Fußschaltpult oder ein am Operationsmikroskop 15 vorhandener Joystick.
Ist der Untersuchungsschwenkarm 14 mit dem Operationsmikroskop 15 entsprechend positioniert, wird durch den Bediener die Lentikelextraktion durchgeführt.
Nach Beendigung der Lentikelextraktion wird der Untersuchungsschwenkarm 14 mit dem Operationsmikroskop 15 motorisch hochgeschwenkt und damit in seine Ruheposition zurückgeschwenkt. Dies kann mittels eines Tastendrucks oder aber - wie oben schon beschrieben für das Schwenkarmgehäuse 6 und den Laserschwenkarm 3 - durch ein Anschieben initiiert werden. Der Freiraum über dem Patienten ist damit wiederhergestellt.
Die vorstehend genannten und in verschiedenen Ausführungsbeispielen erläuterten Merkmale der Erfindung sind dabei nicht nur in den beispielhaft angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen oder allein einsetzbar, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Eine auf Verfahrensmerkmale bezogene Beschreibung einer Vorrichtung gilt bezüglich dieser Merkmale analog für das entsprechende Verfahren, während Verfahrensmerkmale entsprechend funktionelle Merkmale der beschriebenen Vorrichtung darstellen.