Vorrichtung und Verfahren zur Blutstillung an einer
Punktionsstelle einer Fistel
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Blutstillung an einer Punktionsstelle einer Fistel.
Patienten, die sich beispielsweise einer Dialysebehandlung unterzogen haben, müssen die Punktionsstelle, d.h. die Einstichstelle der Nadeln des extrakorporalen Blutkreislaufes zum Stillen der Blutung über einen längeren Zeitraum von bis zu 40 Min. abdrücken. Während der Behandlung sind die Nadeln in eine Fistel, d.h. in ein künstlich angelegtes Gefäß des Patienten eingestochen, um zu reinigendes Blut aus dem Blutkreislauf des Patienten abzuführen und das z.B. mittels eines Dialysators gereinigte Blut in den Blutkreislauf des Patienten zurückzuführen.
Die Notwendigkeit, die Punktionsstelle über einen längeren Zeitraum abzudrücken, um die Blutung zu stillen, ist mit den Nachteilen verbunden, dass der Patient noch vergleichsweise lange vor Ort bleiben muss und den Behandlungsplatz besetzt, obwohl die eigentliche Behandlung bereits beendet ist, dass der Patient in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, da er mit einer Hand die Punktionsstelle abdrücken muss, dass das Personal durch die lange Aufenthaltsdauer des Patienten
ebenfalls entsprechend lang gebunden ist und dass das Abdrücken der Punktionsstelle nicht definiert erfolgt. Letzteres kann dazu führen, dass der Anpressdruck auf die Fistel ggf. zu groß ist, was zu einer Schädigung der druckempfindlichen Fistel und somit zu einer verkürzten Lebensdauer der Fistel führen kann. Dies wiederum beeinträchtigt die Patientensicherheit. Ein zu starker Druck kann somit die Fistel schädigen und ggf. den Blutfluss behindern, ein zu geringer Druck ist ggf. für die Stillung der Blutung nicht ausreichend.
Die DE 10 2015 010 743 A1 offenbart eine Manschette zur Stillung der Blutung an einer Punktionsstelle eines Patienten mit einer Steuerung, mittels derer ein Profil zum gesteuerten Einführen in die Kammer der Manschette realisiert werden kann.
Aus der US 2001/0020176 A1 ist ein Venenabdrückmittel bekannt, mittels dessen eine Vene vollständig abgedrückt werden kann. Die US 2013/0085524 A1 offenbart ein aufblasbares Kompressionsmittel für ein Gefäß des Beines. Die US 2002/0016610 A1 zeigt einen Controller für ein Abdrückband, wobei der Druck in dem Band erhöht wird, sobald ein Blutfluss erfasst wird. Aus der US 2015/0201948 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, mittels derer ein Druck auf eine Arterie ausgeübt werden kann.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung bereitzustellen, mittels derer die Blutung an mindestens einer Einstichstelle einer Fistel zuverlässig gestoppt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Danach ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine Manschette mit einer oder mehreren mit Fluid gefüllten oder befüllbaren Kammern aufweist, von denen wenigstens eine ausgebildet ist, auf der Punktionsstelle angeordnet zu werden, und wobei die Vorrichtung eine Sensorik aufweist, die ausgebildet ist, den Zustand der Fistel und/oder der Punktionsstelle zu überwachen.
Die Manschette enthält mindestens eine Kammer, die vorzugsweise aufblasbar ist. Die Manschette wird um den Arm des Patienten gelegt.
Bei dem Fluid handelt es sich vorzugsweise um Luft.
Die Kammer umfasst ein oder mehrere getrennte Volumina, die auf der Punktionsstelle angeordnet werden können und die im befüllten Zustand Druck auf die Punktionsstelle ausüben, um die Blutung der Punktionsstelle zu stoppen. Die Sensorik der Vorrichtung dient dazu, den Zustand der Fistel und/oder von deren Punktionsstelle zu erfassen. So ist es möglich, in Abhängigkeit eines oder mehrerer Parameter, insbesondere in Abhängigkeit von Werten, die mittels der Sensorik erfasst wurden, den Druck in der wenigstens einen Kammer zu regeln.
Vorzugsweise ist die Sensorik in die Manschette integriert.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist eine Druckregelungsvorrichtung vorhanden, die den Druck in der oder den Kammern der Manschette auf einen bestimmten Sollwert oder· in einen bestimmten Sollwertbereich regelt. Diese Druckregelungsvorrichtung kann z.B. ein Piezo- oder Magnetventil umfassen und den Druck in der Kammer auf einen patientenspezifischen Druckwert einstellen bzw. regeln. In diesem Fall ist es unerheblich, wie fest die Manschette angelegt wird und ob der Patient Druck auf die Kammer ausübt, wie beispielsweise durch enge Kleidung oder durch versehentliches Aufstützen auf die Manschette.
Alternativ oder zusätzlich ist es denkbar, dass die Druckregelungsvorrichtung ausgebildet ist, den Druck in der oder den Kammern der Manschette in Abhängigkeit eines oder mehrerer Parameter zu regeln, wobei es sich dabei vorzugsweise um Parameter bzw. deren Werte handelt, die mittels der Sensorik der Vorrichtung erfasst wurden. So ist es beispielsweise denkbar, dass die Sensorik einen Feuchtig-
keitssensor umfasst und dass bei der Erkennung einer Blutleckage der Druck in der Kammer erhöht wird.
Dies kann ausgehend von einem patientenspezifisch eingeregelten Druck erfolgen. In diesem Fall ist es denkbar, dass nach dem Anlegen der Manschette zunächst der patientenspezifische Druck eingestellt wird und dass bei Erkennung eines zu korrigierenden Zustandes mittels der Sensorik diese patientenspezifische Regelung überlagert wird durch eine Regelung, die den Druck in Abhängigkeit von dem erfassten, zu korrigierenden Zustand regelt, um z.B. eine Leckage zu schließen.
Vorzugsweise ist ein Drucksensor vorhanden ist, der den Druck in der oder den Kammern der Manschette erfasst. Dieser Drucksensor kann verwendet werden, um den Istwert des Druckes für eine Druckregelung zu liefern und/oder um ein bestimmtes Druckprofil einzustellen. So ist es beispielsweise denkbar, dass gegen Ende der Abdrückzeit der Druck in der Kammer kontinuierlich oder diskontinuierlich abfällt, wobei eine patientenspezifische Steuerung bzw. Regelung möglich ist.
Der Drucksensor kann auf der Kammer befestigt sein.
Die Manschette kann bandförmig ausgebildet sein und einen langgestreckten, bandförmigen Grundkörper aufweisen, an oder in dem die wenigstens eine Kammer angeordnet ist.
Denkbar ist es, dass die Manschette ein oder mehrere Rippen und/oder sonstige Polster in Längs- und/oder in Querrichtung der Manschette aufweist.
Diese können sich auf der Innenseite der Manschette befinden, wobei unter der Innenseite die Seite der Manschette zu verstehen ist, die bei angelegter Manschette zu der Haut des Patienten weist bzw. an dieser anliegt und unter der Außenseite der Manschette die davon abgewandte Seite.
Die Anordnung auf der Innenseite der Manschette verhindert, dass die Manschette direkt auf wichtigen Blutgefäßen aufliegt und dort den Blutfluss behindert. Vorzugsweise liegen die Rippen, Polster etc. auf den Unterarmknochen auf, wenn die Manschette angelegt ist.
Alternativ oder zusätzlich können Rippen, Polster etc. auch auf der Außenseite der Manschette angeordnet sein. In diesem Fall können die Rippen, Polster oder sonstige Verstärkungsteile als Versteifung dienen, um der Manschette eine bestimmte Form und/oder Festigkeit zu verleihen. Diese können grundsätzlich alternativ oder zusätzlich auf der Innenseite angeordnet sein.
Denkbar ist es, dass die Rippen, Polster oder Verstärkungsteile patientenspezifisch und/oder so ausgeführt sind, dass die Steifigkeit z.B. über einen Drucksensor einstellbar ist, um zu verhindern, dass die Manschette ggf. zu fest anliegt.
Grundsätzlich können die Rippen, Polster oder Verstärkungsteile etc., die auf der Außenseite und/oder auf der Innenseite der Manschette angeordnet sind, fluidgefüllt und vorzugsweise luftgefüllt sein.
An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass die Begriffe„Rippen, Polster“ jedes beliebige Element umfassen, das einen mit Fluid gefüllten oder befüllbaren Innenraum aufweist und/oder dass als Verstärkungselement der Manschette dient und zwar unabhängig von der Form, Länge, Anordnung an der Manschette, Anzahl etc.
Sofern die Rippen oder Polster die Kammern) aufweisen, ist es denkbar, dass diese untereinander fluidisch verbunden oder fluidisch voneinander getrennt sind. Im letzten Fall können die nicht benötigten Rippen, Polster etc. aufgestochen und entleert werden, sofern sie nicht benötigt werden. Diese Ausführungsform ist insbesondere bei einem Wegwerfartikel sinnvoll.
Wie bereits ausgeführt, können ein oder mehrere Versteifungselemente, insbesondere Versteifungsrippen vorhanden sein, die sich vorzugsweise auf der Außenseite der Manschette befinden. Das Material der Versteifungselemente ist vorzugsweise fest und weist eine so große mechanische Stabilität auf, dass die Manschette korrekt anliegt und die Kammer ihre Wirkung ausüben kann, die darin besteht, im angelegten Zustand der Manschette auf die Einstichstelle in der Haut des Patienten Druck auszuüben.
Denkbar ist es weiterhin, dass die Außenseite der Kammer aus einem härteren und/oder weniger elastischen Material besteht als die Innenseite der Kammer. Die Außenseite ist der von der Haut des Patienten abgewandte Teil und die Innenseite der der Haut zugewandte Teil der Manschette, wenn diese angelegt ist.
Diese Ausführung hat den Vorteil, dass die Ausdehnung der Kammer in eine bestimmte Richtung beeinflusst werden kann. Denkbar ist es, wenn die Außenseite der Kammer aus Spritzguss und/oder Polycarbonat und die Innenseite aus einem weichem bzw. elastischen Material, wie einer Folie (z.B. aus PVC) besteht oder diese Materialien aufweist.
Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Kammer aus einem transparenten Material besteht. In diesem Fall kann die Punktionsstelle optisch mit dem Auge oder mit einer Erfassungseinrichtung, wie z.B. der Sensorik optisch kontrolliert bzw. erfasst werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Manschette entlang Ihrer Längsrichtung eine variierende Breite aufweist.
Vorzugsweise weist die Manschette einen bandförmigen Grundkörper auf. Dieser kann im Bereich der Kammer breiter ausgebildet sein und zu seinem Ende hin oder auf der gegenüberliegenden Seite schmaler werden bzw. sein. Denkbar ist beispielsweise eine konische Verjüngung. Durch die unterschiedlich großen Flächen
kann das Band dem sich radial um den Arm ändernden Druckverlauf entgegenwirken.
Es wird darauf hingewiesen, dass der Begriff „Manschette“ sowohl ein ringförmig geschlossenes Gebilde, umfasst, das über den Arm gezogen wird, wie eine Schwimmhilfe, als auch offene Gebilde, wie ein Uhr mit Armband, das zwei Enden aufweist, die mit einem Verschluss miteinander verbindbar sind. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Druckknopf, ein Klettband, eine Öse, durch die z.B. luftgefüllte Rippen oder dgl. gezogen werden oder um einen Klebestreifen handeln.
Denkbar und von der Erfindung umfasst ist auch der Einsatz mehrerer Ösen, insbesondere von wenigstens zwei Ösen. In diesem Fall kann die Manschette auf derselben Länge durch beispielsweise zweimaliges Umschlagen verkürzt werden, was den Vorteil mit sich bringt, dass ein und dieselbe Manschette unterschiedliche Umfänge abdeckt bzw. für Arme mit unterschiedlichem Umfang verwendet werden kann.
Die Manschette kann eine Zahlen- oder Farbskala zur Einstellung der patientenspezifischen Weite aufweisen.
Die Manschette kann als Wegwerfdisposable ausgeführt sein. Sie kann auch patientenspezifisch zum Verbleib in der Klinik oder beim Patienten verbleiben und wiederverwendet werden. Sofern die Manschette beim Patienten verbleibt, wird dieser mit der Manschette entlassen und bringt diese bei der nächsten Behandlung wieder miDie Manschette kann auch nicht patientenspezifisch ausgeführt sein. In diesem Fall ist es denkbar, dass eine sterile Auflage auf der Innenseite der gesamten Manschette oder auf einem Teil von dieser, wie z.B. auf der Kammer vorhanden ist, die nach der Anwendung abgerissen oder anderweitig entfernt werden kann. Denkbar ist es, dass vergleichbar mit einem Block eine Mehrzahl von übereinander liegenden sterilen Auflagen vorhanden ist, von denen die jeweils benutzte entfernt wird,
wobei gleichzeitig die unbenutzte Auflage frei liegt, so dass die Manschette sofort wieder einsetzbar ist.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Vorrichtung wenigstens ein Rückschlagventil aufweist, das angeordnet ist, das Rückströmen von Fluid aus der Kammer zu verhindern. Denkbar ist es weiter, dass mehrere Rippen, Polster etc. vorhanden sind, von denen jedem oder mehreren jeweils ein Rückschlagventil zugeordnet ist.
Das oder die Rückschlagventile können als Einwegartikel ausgeführt sein.
Denkbar ist es, dass Erfassungsmittel vorgesehen sind, die ausgebildet ist, einen Störfall bzw. einen Ausfall der Vorrichtung bzw. der Abdrückhilfe zu erfassen. Die Erfassungsmittel aktivieren das oder die Rückschlagventile in dieser Ausführungsform nur dann, wenn ein solcher Störfall bzw. Ausfall erkannt wird, so dass zumindest das bereits in die Manschette eingeführte Volumen erhalten bleibt. Die Erfassungsmittel können beispielsweise derart ausgeführt sein, dass diese das Rückschlagventil aktivieren, sobald das Disposable bzw. die Manschette vom Blutbehandlungsgerät getrennt wird.
Die Kammer kann mit einer Fluidzufuhr in Verbindung stehen oder verbindbar sein, mittels derer Fluid, vorzugsweise Luft in die Kammer einfühbar ist.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Fluidzufuhr über ein Ventil verfügt, mittels dessen die Zufuhr und/oder die Abfuhr von Fluid in die Kammer bzw. aus der Kammer unterbunden oder freigegeben werden kann. Das Ventil für die Luftzufuhr kann direkt an der Kammer installiert sein. Vorteilhaft ist es jedoch, wenn das Ventil in die Manschette integriert ist und über einen (dünnen) Schlauch mit der Kammer verbunden ist.
Die Luftzufuhr kann ein Druckluftreservoir, wie z.B. eine Gaspatrone, ein Druckluftspeicher in einem Blutbehandlungsgerät, wie z.B. in einem Dialysegerät, oder eine aktive Pumpe, wie z.B. eine Membranpumpe umfassen.
Die Sensorik kann einen Temperatursensor umfassen, der ausgebildet ist, die Temperatur der Fistel zu erfassen. Ist die Fistel nicht oder nur teilweise funktionsfähig, stagniert oder sinkt der Blutfluss mit der Folge, dass die Temperatur der Fistel sinkt.
Alternativ oder zusätzlich kann die Sensorik einen optischen Sensor zur Erkennung des Gerinnungszustands an der Punktionsstelle umfassen.
Alternativ oder zusätzlich ist es denkbar, dass die Sensorik einen akustischen Sensor und/oder einen Drucksensor oder einen sonstigen Strömungssensor zur Überwachung des Blutflusses in der Fistel umfasst. Sich entwicklende Fistelstenosen können durch entstehende Strömungsgeräusche erkannt werden. Ein Thrombus, der sich in der Fistel befindet, kann sofort erkannt und entfernt werden und würde somit nicht bis zur nächsten Behandlung in der Fistel verbleiben.
Alternativ oder zusätzlich kann die Sensorik einen Feuchtigkeitssensor umfassen. Auf diese Weise ist die Überwachung von Blutleckagen bzw. deren zonenweise Erkennung denkbar. In Abhängigkeit davon kann vorgesehen sein, den Druck in der Kammer zu erhöhen, um die Leckage zu schließen.
Alternativ oder zusätzlich ist es denkbar, dass die Sensorik ein Körperschallmikrophon und/oder ein Piezoelement zur Erfassung der Pulsschläge umfasst. Somit ist es möglich, diesen physiologischen Parameter zu erfassen, ohne dass zusätzlicher apparativer Aufwand entsteht.
Alternativ oder zusätzlich ist es denkbar, dass die Sensorik Mittel zur Erfassung des Schwingungsverhaltens der Fistel umfasst. Diese Mittel können so ausgeführt sein,
dass die Fistel mittels eines Impulses zu Schwingungen angeregt wird, um dann auf diese Weise durch ein verändertes Schwingungsverhalten auf eine Veränderung an der Fistel zu schließen. Alternativ oder zusätzlich dazu kann die Kammer selbst als Resonanzkörper verwendet werden.
Die vorliegende Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zur Blutstillung an einer Punktionsstelle einer Fistel mittels einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verfahren das Anlegen der Manschette um den Arm eines Patienten, das Erzeugen eines Drucks in der Kammer der Manschette und die Überwachung des Zustandes der Fistel und/oder der Punktionsstelle umfasst.
Denkbar ist es, dass der Druck in der Kammer auf einen Wert geregelt wird, der patientenspezifisch ist oder von einem oder von mehreren Parametern bzw. von deren Werten abhängt. Vorzugsweise handelt es sich um die Werte, die von der erfindungsgemäßen Sensorik erfasst werden.
Die vorliegende Erfindung betrifft des Weiteren ein Blutbehandlungsgerät, insbesondere ein Dialysegerät, wobei das Blutbehandlungsgerät mit einer Vorrichtung gemäß der Erfindung ausgeführt ist.
An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass die Begriffe„ein“ und„eine“ nicht zwingend auf genau eines der Elemente verweisen, wenngleich dies eine mögliche Ausführung darstellt, sondern auch eine Mehrzahl der Elemente bezeichnen können. Ebenso schließt die Verwendung des Plurals auch das Vorhandensein des fraglichen Elementes in der Einzahl ein und umgekehrt umfasst der Singular auch mehrere der fraglichen Elemente.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Es zeigen
Figur 1 : eine Seitenansicht auf die Manschette im geschlossenen Zustand,
Figur 2: eine Draufsicht auf die Manschette um offenen Zustand in einer ersten
Ausführungsform,
Figur 3: eine Draufsicht auf die Manschette um offenen Zustand in einer zweiten
Ausführungsform,
Figur 4: eine Draufsicht auf die Manschette im offenen Zustand in einer dritten
Ausführungsform,
Figur 5: eine Seitenansicht auf die Manschette in einer weiteren Ausführungsform,
Figur 6: eine Draufsicht auf die Manschette im offenen Zustand mit Luftkissen und Verschluss sowie eine Draufsicht auf die Manschette im offenen Zustand mit innenliegender Rippe und Rückschlagventilen,
Figur 7: eine Draufsicht auf einen Teil der Manschette mit mehreren Rippen mit
Rückschlagventilen,
Figur 8: eine Draufsicht auf die Manschette mit außen liegenden Längsrippen über die gesamte Länge des Bandes und über eine Teillänge des Bandes,
Figur 9: ein Band der Manschette mit versteiften Längsrippen und Kammer,
Figur 10: eine Draufsicht auf die Manschette mit unterschiedlichen Breiten des
Bandes und
Figur 11 : zwei unterschiedliche Ausführungen der Kammer in einer Schnittansicht.
ln den Figuren sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit denselben Bezugszeichen versehen.
Figur 1 zeigt in einer Seitenansicht die Manschette 100 mit der Kammer 10, die mit einer Druckregelungseinrichtung in Verbindung steht, mittels derer der Druck in der Kammer 10 geregelt werden kann.
Die Bezugszeichen 12 kennzeichnen Stützstellen, bei denen es sich ebenfalls um luftgefüllte Kammern handelt. Diese verhindern, dass die Manschette vollumfänglich auf der Haut des Patienten anliegt. So wird verhindert, dass ggf. Blutgefäße abgeklemmt werden.
Mit dem Bezugszeichen 20 ist ein Verschluss (z.B. Velcro) gekennzeichnet, mittels dessen die beiden Enden der Manschette 100 lösbar miteinander verbunden wer den können.
Durch Einleiten von Luft in das Kissen 10 ist es möglich, einen Druck auf die Punktionsstelle in der Haut eines Patienten und somit auf die darunter liegende Fistel auszuüben, mittels dessen die Blutung der Fistel gezielt und abgestimmt auf den Patienten gestoppt werden kann. Zusätzlich ist eine Sensorik vorgesehen, die den Zustand der Fistel überwacht, die in den Figuren jedoch nicht dargestellt ist.
Figur 2 zeigt die geöffnete Manschette 100 mit dem Band 21 , in dessen mittleren Bereich die Kammer 10 angeordnet ist. Das Bezugszeichen 200 zeigt den Konnektor bzw. die Luftzufuhr, über den/die Luft in die Kammer 10 eingeleitet und ggf. auch wieder abgeleitet werden kann.
Während die Ausführung gemäß Figur 2 zwei Stützstellen 12 zeigt, ist in dem Ausführungsbeispiel nach Figur 3 eine Vielzahl von Stützstellen 13 vorgesehen, die sich wie die Rippen 14 gemäß Figur 4 auf der Innenseite des Bandes 21 erstrecken. Wie aus Figur 4 ersichtlich verlaufen die Rippen 14 in Längsrichtung des Bandes 21.
Figur 5 zeigt eine Ausführungsform, bei der die Manschette 100 einen Ring 19 aufweist, auf dessen Innenseite sich sowohl die Kammer 10 als auch die Stützstellen 15 befinden. In diesem Fall kann sich die Kammer 10 nur zu dem Patienten hin, aber nicht von diesem weg ausdehnen, wenn Luft (oder ein sonstiges Fluid) eingeleitet wird.
Figur 6 a) offenbart in einer Ansicht von innen die Manschette 100 im geöffneten Zustand und zeigt mit der gestrichelten Linie die aufblasbare Kammer 10.
Figur 6 b) zeigt in einer Ansicht von innen eine Ausführungsform mit Rippen 16, die in Querrichtung zu dem Band 21 verlaufen und über Luftkanäle 17 mit der Kammer 10 verbunden sind. Rückschlagventile 30 verhindern eine Rückströmung der Luft aus der Kammer 10 in die Kanäle 17. Die Luftzufuhr in die Kammer 10 erfolgt über die Einleitung von Luft in die Kanäle 17.
Aus Figur 7 ist eine Ausführungsform ersichtlich, bei der mehrere in Querrichtung des Bandes 21 verlaufende Rippen 16 vorgesehen sind, wobei sich zwischen den Rippen 16 Rückschlagventile 30 befinden, die vorzugsweise (wie auch bei den weiteren Ausführungsformen) als Einwegbauteile ausgeführt sind. Die luftgefüllten Rippen 16 können aufgestochen werden, was den Vorteil mit sich bringt, dass die Manschette besser über der Fistel und die Rippen oberhalb des Knochens positioniert werden kann.
Figur 8 zeigt in einer Ansicht von außen Längsrippen 40, die sich gemäß Figur 8 a) über die gesamte Länge des Bandes 21 erstrecken. Gemäß Figur 8 b) erstrecken
sich die Längsrippen 41 nur über den Anfangsbereich des Bandes 21. Auch diese luftgefüllten Rippen 40, 41 stehen über Rückschlagventile 30 mit der Kammer 10 in Verbindung, wobei die Ventile 30 ein Einströmen von Luft aus der Kammer 10 in die Rippen verhindern.
Die Anzahl, Länge und Breite der Rippen ist variabel und nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt.
Die Stützstellen bzw. Rippen 12, 13, 14, 15, 16, 40, 41 sind wie die Kammer 10 vorzugsweise mit Luft befüllt oder befüllbar. Statt Luft kommt auch jedes andere Fluid in Betracht, das im Rahmen der Behandlung eines Patienten anwendbar ist.
Figur 9 zeigt die Kammer 10 mit einem Band 60, das über versteifte Längsrippen verfügt und sich selbst vom Arm des Patienten abhebt.
Das Band 21 kann über seine Länge eine konstante Breite oder wie aus Figur 10 ersichtlich eine variable Breite aufweisen. Gemäß Figur 10 weist das Band 21 an seinen Enden die größte Breite auf und verjüngt sich von dort aus zu dem mittleren Bereich, in dem sich die Kammer 10 befindet. Dieses formveränderte Band ist vorteilhaft, um einer Druckverteilung entgegenzuwirken.
Figur 11 offenbart schließlich in einer Querschnittsansicht die Kammer 10, wobei gemäß Figur 11 a) für die Oberseite und die Unterseite dasselbe Material der Kammer verwendet wurde, so dass sich die Kammer bei der Druckbeaufschlagung nach oben und unten gleich weit ausdehnt. In der Ausführungsform gemäß Figur 11 b) besteht die obere Seite der Kammer 10 aus einem weniger elastischen bzw. härteren Material als die untere Hälfte. Somit dehnt sich die Kammer bei einer Druckbeaufschlagung stärker nach unten aus.