Verfahren zum Inaktivieren biologisch aktiver Bestandteile innerhalb einer
Flüssigkeit
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Inaktivieren biologisch aktiver Bestandteile innerhalb einer Flüssigkeit.
Flüssigkeitsabfälle, welche biologisch aktive Bestandteile wie Mikroorganismen oder pflanzliche Reste enthalten, fallen vorrangig in der pharmazeutischen und
biotechnologischen Industrie, im Zuge von Tierversuchen, bei der Tierkörperbeseitigung, bei der Abfall- und Abwasseraufbereitung sowie bei der tierischen Produktion in Form von Gülle an, um nur einige Beispiele zu nennen.
Biologisch kontaminierte flüssige oder feste Abfälle sind verschiedenen Biosicherheitsklassen zugeordnet. Bisher werden derartige Abfälle überwiegend chemisch oder thermisch in aktiviert, das heißt, die mikrobiologische Kontamination in Form von Viren, Bakterien, Mikropilzen sowie ggf. Prionen wird beseitigt.
Unter dem Begriff „Inaktivieren " soll nachfolgend verstanden werden, dass die gesundheits schädigende Wirkung von biologisch aktiven Bestandteilen einer Flüssigkeit eliminiert wird. Dies kann einerseits bedeuten, dass die biologisch aktiven Bestandteile einer Flüssigkeit sterilisiert und/oder zerstört werden. Andererseits kann es aber auch schon hinreichend sein, wenn die biologisch aktiven Bestandteile der Flüssigkeit derart beeinflusst werden, dass diese nicht mehr vermehrungsfähig sind bzw. dass die Anzahl vermehrungsfähiger biologisch aktiver Bestandteile der Flüssigkeit verringert wird, um deren
gesundheitsschädigende Wirkung zu unterbinden. Dabei umfasst die Bezeichnung „biologisch aktive Bestandteile" all jene Bestandteile, welche eine Reaktion in lebenden Organismen auslösen. Biologisch aktive Bestandteile einer Flüssigkeit können somit beispielsweise sein, Viren, Bakterien, Pilze, Hefen, Algen, Prionen, Protozoen, pflanzliche Bestanteile oder Hormone. Diese Aufzählung hat lediglich Beispielcharakter und ist nicht als vollumfänglich anzusehen.
Die Art mikrobiologisch kontaminierter Abfälle reicht von wässrigen Flüssigkeiten über Hühnereier aus der Impfstoffproduktion bis hin zu Tierkörpern wie zum Beispiel Versuchs-
mäusen. Aber auch die aus der Tierhaltung stammende Gülle ist häufig mit Bakterien wie zum Beispiel Salmonellen kontaminiert, die vor dem Ausbringen auf Felder inaktiviert werden sollte.
Je nach Art des Abfalls und der Kontamination (Gefährlichkeit der Viren, Bakterien, Mikro pilzen oder Prionen) sind bekannte Methoden zum Inaktivieren mit Risiken und teilweise erheblichen Nachteilen verbunden. Insbesondere erfordern zum Beispiel thermische
Methoden einen erheblichen Energieaufwand, da Temperaturen größer 70 °C oder sogar über 130 °C und lange Expositionszeiten erforderlich sind.
Eine weitere Methode ist die Inaktivierung im Zuge der Verbrennung. In diesem Fall wird das Produkt jedoch vernichtet und steht keiner weiteren Verwendung zur Verfügung.
Chemische Methoden, wie zum Beispiel die Inaktivierung von Abfällen aus der Impfstoff- produktion (beispielsweise angebrütete Hühnereier), beruhen oftmals auf einer Behandlung mit Säuren oder Basen. Dies ist mit dem Risiko verbunden, dass die Inaktivierung größerer Volumina nicht jedes Volumenelement erfasst. Darüber hinaus ist diese Methode mit erheblichen Wartezeiten verbunden, um die erforderliche Mindesteinwirkzeit der Säuren oder Basen zu gewährleisten.
Es ist bekannt, dass mittels beschleunigter Elektronen Keime bzw. Mikroorganismen ab getötet werden können. In DE 199 42 142 A1 wird beispielsweise Saatgut bei Mehrfach durchlauf im freien Fall mit beschleunigten Elektronen beaufschlagt, um Keime am Saatgut abzutöten. Dieser Methode ist der Nachteil immanent, dass diese nicht für die
Keimreduktion an Massen geeignet ist, die Flüssigkeitsbestandteile aufweisen.
Aus dem Bereich der Wasseraufbereitung sind Vorschläge bekannt, bei denen Flüssigkeiten zur Keimabtötung mit beschleunigten Elektronen beaufschlagt werden. EP 0 024 487 A1 zeigt beispielsweise eine Lösung auf, bei welcher eine Flüssigkeit zunächst auf ein Plateau befördert wird, von welchem es als flüssiger Vorhang herunterfällt und währenddessen einmalig von einer Seite her bestrahlt wird. Nachteilig wirkt sich hierbei aus, dass
Bestandteile der Flüssigkeit an der Vorderseite des flüssigen Vorhangs mit einer höheren Strahlendosis beaufschlagt werden als Bestandteile an der Rückseite des flüssigen Vorhangs. Sollen auch alle biologisch aktiven Bestandteile an der Rückseite des flüssigen Vorhangs bei dem einen Strahlungsvorgang inaktiviert werden, muss die Strahlung so stark eingestellt
werden, dass diese ein Beschädigen oder ein Zerstören der biologisch aktiven Bestandteile an der Vorderseite des flüssigen Vorhangs zur Folge haben kann.
Bei manchen Anwendungsformen, wie beispielsweise bei der Inaktivierung biologisch aktiver Bestandteile innerhalb von Bioreaktoren zur Impfstoffherstellung, kann es jedoch erforderlich sein, biologisch aktive Bestandteile einer Flüssigkeit zu inaktivieren, wobei die biologisch aktiven Bestandteile aber nicht beschädigt bzw. zerstört werden dürfen, weil diese nachfolgend zur Impfstoffgewinnung benötigt werden.
Aus DE 10 2016 21 6 573 A1 ist ein Verfahren zum Inaktivieren von Pathogenen in biologischen Medien bekannt, bei welchem eine in Rotation versetzte Walze an deren Unterseite teilweise in eine Flüssigkeit eingetaucht ist, so dass sich infolge der Drehung der Walze ein Flüssigkeitsfilm auf der Walzenoberseite ausbildet, welcher mit ionisierender Strahlung beaufschlagt wird. Nach dem Beaufschlagen des Flüssigkeitsfilms mit
ionisierender Strahlung wird der Flüssigkeitsfilm von der Walze abgestreift und
nachfolgenden Prozessen zugeführt. Da die Flüssigkeit des Flüssigkeitsfilms bei diesem bekannten Verfahren ebenfalls nur einmalig und lediglich von einer Seite her mit ionisierender Strahlung beaufschlagt wird, sind auch dieser Lösung die zuvor beschriebenen Nachteile anhängig.
Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein Verfahren zum Inaktivieren einer biologisch aktive Bestandteile enthaltenden Flüssigkeit zu schaffen, mittels dessen die Nachteile aus dem Stand der Technik überwunden werden können. Insbesondere soll es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch möglich sein, biologisch aktive Bestandteile einer Flüssigkeit zu inaktivieren, ohne die biologisch aktiven Bestandteile der Flüssigkeit zu zerstören bzw. zu beschädigen.
Die Lösung des technischen Problems ergibt sich durch Gegenstände mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 . Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Während bei Verfahren aus dem Stand der Technik oftmals versucht wird, das vollständige Behandeln einer Materialcharge mit beschleunigten Elektronen in einem
Strahlungsdurchgang zu erledigen, wobei meist hochenergetische, beschleunigte Elektronen zum Einsatz gelangen, beruht das erfindungsgemäße Verfahren darauf, lediglich
Teilvolumen einer Materialcharge mit beschleunigten Elektronen zu beaufschlagen, dafür aber mehrfach und mit sehr geringen Dosen an beschleunigten Elektronen.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt das Inaktivieren von biologisch aktiven
Bestandteilen innerhalb einer Flüssigkeit mittels von einer Elektronenquelle erzeugten niederenergetischen Elektronen. Niederenergetische Elektronen im Erfindungssinn sind Elektronen mit einer Beschleunigungsspannung von 25 keV bis 300 keV. Zunächst wird ein Flüssigkeitsvolumen der biologisch aktive Bestandteile enthaltenden Flüssigkeit in ein Gefäß gefüllt. Ein solches Gefäß kann beispielsweise ein Bioreaktor sein oder aber auch ein beliebiges anderes Gefäß, welches geeignet ist, eine Flüssigkeit aufzunehmen. Anschließend wird ein erstes Teilvolumen von der in das Gefäß gefüllten Flüssigkeit mit
niederenergetischen Elektronen beaufschlagt, wobei das erste Teilvolumen maximal 10 % vom Flüssigkeitsvolumen im Gefäß umfasst. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich ferner dadurch aus, dass mindestens 90 % der Energie der von der Elektronenquelle generierten niederenergetischen Elektronen innerhalb des ersten Teilvolumens appliziert wird. Als zweites Teilvolumen wird zu einem Zeitpunkt jenes Teilvolumen im Gefäß bezeichnet, welches zu diesem Zeitpunkt nicht mit beschleunigten Elektronen beaufschlagt wird bzw. in welches maximal 10 % der Energie der niederenergetischen Elektronen eingetragen wird. Nach dem Beaufschlagen des ersten Teilvolumens wird das mit niederenergetischen Elektronen beaufschlagte erste Teilvolumen der Flüssigkeit mit dem zweiten Flüssigkeitsteilvolumen im Gefäß, welches nicht mit niederenergetischen Elektronen beaufschlagt wurde, vermischt. Nachfolgend wird erneut ein erstes Teilvolumen von der in das Gefäß gefüllten Flüssigkeit mit niederenergetischen Elektronen beaufschlagt und dann mit dem nicht mit niederenergetischen Elektronen beaufschlagten zweiten Teilvolumen vermischt. Das Beaufschlagen eines ersten Teilvolumens mit niederenergetischen Elektronen und das Vermischen des ersten Teilvolumens mit dem zweiten Teilvolumen wird mehrfach und so lange wiederholt, bis alle biologisch aktiven Bestandteile des Flüssigkeitsvolumens im Gefäß inaktiviert sind.
Dadurch, dass lediglich ein relativ kleines Teilvolumen in Bezug auf das Gesamtvolumen in einem Gefäß und das kleine Teilvolumen auch nur mit niederenergetischen Elektronen beaufschlagt wird, kann ein schonendes Inaktivieren von biologisch aktiven Bestandteilen innerhalb einer Flüssigkeit umgesetzt werden, ohne die biologisch aktiven Bestandteile in der Flüssigkeit zu beschädigen oder zu zerstören. Besonders vorteilhaft ist es deshalb, wenn
das erste Teilvolumen, welches mit niederenergetischen Elektronen beaufschlagt wird, lediglich maximal 5 % vom Flüssigkeitsvolumen im Gefäß umfasst.
Ebenfalls vorteilhaft für ein schonendes Inaktivieren von biologisch aktiven Bestandteilen in einer Flüssigkeit ist es, wenn das erste Teilvolumen der Flüssigkeit während einer
Bestrahlungszeitspanne mit maximal 1 % der Gesamtmenge an niederenergetischen Elektronen beaufschlagt wird, die zum Inaktivieren aller biologisch aktiven Bestandteile innerhalb des ersten Teilvolumens der Flüssigkeit benötigt wird. Das Applizieren einer solch geringen Dosis an niederenergetischen Elektronen auf ein relativ kleines zu bestrahlendes Teilvolumen macht es erforderlich, dass zum Inaktivieren aller biologisch aktiven
Bestandteile im gesamten Flüssigkeitsvolumen im Gefäß ein Vielfaches Bestrahlen von ersten Teilvolumen und ein Vielfaches Durchmischen eines aktuell bestrahlten ersten Teilvolumens mit einem jeweils aktuell nicht bestrahlten zweiten Teilvolumen erforderlich ist, was aber den Vorteil mit sich bringt, dass alle Partikel der Flüssigkeit im Mittel mit einer gleichen Gesamtdosis an niederenergetischen Elektronen beaufschlagt werden.
Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Teilbereich einer Wandung des Gefäßes als Elektronenaustrittsfenster der Elektronenquelle ausgebildet, durch welches niederenergetische Elektronen in das erste Teilvolumen der Flüssigkeit innerhalb des Gefäßes eindringen, wobei Mittel zum Durchmischen der Flüssigkeit im Gefäß bewirken, dass sich die Zusammensetzung des ersten Teilvolumens der Flüssigkeit im Gefäß verändert.
Alternativ kann das erste Teilvolumen des Flüssigkeitsvolumens aber auch aus dem Gefäß entnommen, außerhalb des Gefäßes mit niederenergetischen Elektronen beaufschlagt und danach mit dem im Gefäß verbliebenen zweiten Flüssigkeitsvolumen vermischt werden.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Fig. zeigen:
Fig. 1 eine zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Vorrichtung in einer schematischen Schnittdarstellung;
Fig. 2 eine zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete alternative
Vorrichtung in einer schematischen Schnittdarstellung.
In Fig. 1 ist eine Vorrichtung schematisch in einem Schnitt dargestellt, welche zum
Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet ist. In ein Gefäß 1 1 wird zunächst ein Flüssigkeitsvolumen 12 einer biologisch aktive Bestandteile enthaltende Flüssigkeit eingefüllt, bei welcher die biologisch aktiven Bestandteile inaktiviert werden sollen. Eine Wandung des Gefäßes 1 1 ist in einem Bereich als Elektronenaustrittsfenster 13 einer Elektronenquelle 14 ausgebildet. Durch das Elektronenaustrittsfenster 13 gelangen niederenergetische Elektronen mit einer Beschleunigungsspannung von 25 keV bis 300 keV in ein erstes Teilvolumen 1 5 des Flüssigkeitsvolumens 12. Es ist bekannt, dass sich die Eindringtiefe von beschleunigten Elektronen sowie die Verteilung der dabei in ein Medium eingetragenen Energie auch in ein Medium wie einer Flüssigkeit berechnen lässt, so dass ein Fachmann die elektrischen Parameter der Elektronenquelle 14 erfindungsgemäß derart einstellen kann, dass das von den niederenergetischen Elektronen der Elektronenquelle 14 beaufschlagte erste Teilvolumen 1 5 maximal 10 % und vorzugsweise maximal 5 % vom Flüssigkeitsvolumen 12 ausmacht und das in dieses erste Teilvolumen 1 5 mindestens 90 % der Energie der niederenergetischen Elektronen eingetragen wird.
Vorzugsweise wird das erste Teilvolumen 1 5 der Flüssigkeit während einer
Bestrahlungszeitspanne mit maximal 1 % der Gesamtmenge an niederenergetischen Elektronen beaufschlagt, die zum Inaktivieren aller biologisch aktiven Bestandteile innerhalb des ersten Teilvolumens 1 5 der Flüssigkeit benötigt wird. In Laborversuchen ist ermittelbar, welche Dosis an niederenergetischen Elektronen erforderlich ist, um alle biologisch aktiven Bestandteile eines Teilvolumens 1 5 zu inaktivieren. In Abhängigkeit davon können von einem Fachmann die elektrischen Parameter der Elektronenquelle 14 auch derart eingestellt werden, dass während einer Bestrahlungszeitspanne maximal 1 % der Gesamtmenge an niederenergetischen Elektronen in das Teilvolumen 1 5 eindringen, die zum Inaktivieren aller biologisch aktiven Bestandteile innerhalb des Teilvolumens 1 5 benötigt werden.
Mittel 16 sorgen dafür, dass ein mit niederenergetischen Elektronen beaufschlagtes erstes Teilvolumen 1 5 mit dem nicht mit niederenergetischen Elektronen beaufschlagten zweiten Teilvolumen vermischt wird, wodurch auch die Zusammensetzung des ersten Teilvolumens 1 5 verändert und somit ständig ein neues erstes Teilvolumen 1 5 ausgebildet wird.
Das Beaufschlagen von ersten Teilvolumen 1 5 mit niederenergetischen Elektronen und das Durchmischen der Flüssigkeit im Gefäß 1 1 werden so lange fortgesetzt, bis eine aus dem
Gefäß 1 1 entnommene Flüssigkeitsprobe aufzeigt, dass die biologisch aktiven Bestandteile in der Flüssigkeit hinreichend inaktiviert sind.
Bei einer Ausführungsform wird die Elektronenquelle 14 während des gesamten
Inaktivierungsprozesses aller biologisch aktiven Bestandteile innerhalb des
Flüssigkeitsvolumens 12 durchgängig und mit konstanter Leistung betrieben. Alternativ kann die Elektronenquelle 14 aber auch nur periodisch in Zeitintervallen aktiviert werden, wobei die Zeitabschnitte des Aktivierens der Elektronenquelle gleich lang oder
unterschiedlich lang sein können.
Bei einer weiteren Ausführungsform wird die Flüssigkeit im Gefäß 1 1 während des gesamten Inaktivierungsprozesses aller biologisch aktiven Bestandteile innerhalb des Flüssigkeitsvolumens 12 im Gefäß 1 1 kontinuierlich mit den Mitteln 16 durchmischt.
Alternativ kann die Flüssigkeit im Gefäß 1 1 auch nur periodisch in Zeitintervallen durchmischt werden, wobei die Zeitintervalle gleich lang oder unterschiedlich lang sein können.
Eine alternative Vorrichtung zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in Fig. 2 schematisch in einem Schnitt dargestellt. In ein Gefäß 21 wird zunächst ein
Flüssigkeitsvolumen 22 einer biologisch aktive Bestandteile enthaltende Flüssigkeit eingefüllt, bei welcher die biologisch aktiven Bestandteile inaktiviert werden sollen. Mittels mindestens einer Pumpeinrichtung 27 wird ein kontinuierlicher Strom der sich im Gefäß 21 befindenden Flüssigkeit abgezweigt, durch eine Rohrleitung 28 befördert und anschließend wieder dem Gefäß 21 zugeführt.
Eine Wandung der Rohrleitung 28 ist in einem Bereich als Elektronenaustrittsfenster 23 einer Elektronenquelle 24 ausgebildet. Durch das Elektronenaustrittsfenster 23 gelangen niederenergetische Elektronen mit einer Beschleunigungsspannung von 25 keV bis 300 keV in ein erstes Teilvolumen 25 des Flüssigkeitsvolumens 22. Dabei werden die Rohrleitung 28 und die Elektronenquelle 24 derart dimensioniert, dass die von der Elektronenquelle 24 generierten niederenergetischen Elektronen jeweils nur ein erstes Teilvolumen 25 beaufschlagen, welches maximal 10 % und vorzugsweise maximal 5 % vom
Flüssigkeitsvolumen 22 ausmacht, wobei mindestens 90 % der Energie der
niederenergetischen Elektronen in das erste Teilvolumen 25 eingetragen wird.
Bei dieser Vorgehensweise werden die Strömungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit in der Rohrleitung 28 und die elektrischen Parameter der Elektronenquelle 24 derart eingestellt, dass in ein erstes Teilvolumen 25 bei einem Durchlauf (also wenn es einmal am
Elektronenaustrittsfenster 25 vorbeiströmt) maximal 1 % der Gesamtmenge an
niederenergetischen Elektronen eindringen, die zum Inaktivieren aller biologisch aktiven Bestandteile innerhalb des ersten Teilvolumens 25 benötigt werden.
Das Beaufschlagen von ersten Teilvolumen 25 mit niederenergetischen Elektronen und das Durchmischen der Flüssigkeit im Gefäß 21 werden so lange fortgesetzt, bis eine aus dem Gefäß 21 entnommene Flüssigkeitsprobe aufzeigt, dass die biologisch aktiven Bestandteile in der Flüssigkeit hinreichend inaktiviert worden sind.
Wird, wie in Fig. 2 dargestellt, der kontinuierliche Strom von der sich im Gefäß 21 befindenden Flüssigkeit in einem unteren Bereich des Gefäßes 21 abgezweigt und in einem oberen Bereich des Gefäßes 21 wieder eingeleitet, dann sorgt allein dieser Vorgang für ein ständiges Durchmischen der sich im Gefäß 21 befindenden Flüssigkeit. Zusätzlich kann die sich im Gefäß 21 befindende Flüssigkeit aber auch noch mit Hilfe von Mitteln 26 kontinuierlich oder in Zeitintervallen durchmischt werden.
Die zu den Fig. 1 und 2 beschriebenen erfindungsgemäßen Vorgehensweisen benötigen im Verhältnis zu den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren relativ viel Zeit zum Inaktivieren von biologisch aktiven Bestandteilen in einer Flüssigkeit, sind aber bei den Anwendungsfällen von Vorteil, bei denen alle Bestandteile einer Flüssigkeit mit einer durchgehend homogenen Dosis beschleunigter Elektronen beaufschlagt werden und/oder bei denen die biologisch aktiven Bestandteile nicht zerstört werden sollen. Das
erfindungsgemäße Verfahren kann beispielsweise in Bioreaktoren zum Herstellen von Impfstoffen oder aber auch bei der Abwasseraufbereitung eingesetzt werden.
Bei den zu den Fig. 1 und 2 beschriebenen Ausführungsbeispielen kann auch innerhalb der Bereiche der ersten Teilvolumen 1 5 bzw. 25 mindestens ein Sensor angeordnet werden, mit dem die Intensität des Stromes von beschleunigten, niederenergetischen Elektronen; deren Verteilung im Teilvolumen 1 5 bzw. 25 und/oder die Dosis der im Teilvolumen 1 5 bzw. 25 applizierten niederenergetischen Elektronen erfasst und mittels einer Auswerteeinrichtung gesteuert werden kann.