Ventilationseinheit
Beschreibung:
Die Erfindung betrifft eine Ventilationseinheit gebildet aus mindestens einem Ventilator, einem axial zum dem Ventilator beabstandet angeordneten Wärmeübertrager und einem Gehäuse.
Gattungsbildende Ventilationseinheiten sind aus dem Stand der Technik be- kannt. Dabei ist der Wärmeübertrager in einem quaderförmigen Gehäuse angeordnet. Ein Ventilator mit rundem Querschnitt ist auf das Gehäuse auf gesetzt und saugt Luft durch das Gehäuse sowie durch den
Wärmeübertrager. Der Übergang von dem im Querschnitt gesehen rechteckigen Gehäuse zu dem runden Ventilator ist hinsichtlich der Geräuschbil-
düng und dem Druckaufbau problematisch, da hohe Turbulenzen bzw. Wirbel entstehen.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Ventilationseinheit bereit zu stellen, welche die Strömung vergleichmäßigt und mithin den Druckaufbau verbessert sowie die Geräuschbildung verringert.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmalskombination gemäß Patentanspruch 1 gelöst.
Erfindungsgemäß wird eine Ventilationseinheit gebildet aus mindestens einem Ventilator, einem axial zum dem Ventilator beabstandet angeordneten Wärmeübertrager und einem Gehäuse vorgeschlagen. Das Gehäuse weist einen ersten Gehäuseabschnitt mit konstantem Durchströmungsquerschnitt auf, in welchem der Wärmeübertrager angeordnet ist. Zudem umfasst das Gehäuse einen sich in axialer Strömungsrichtung daran anschließenden zweiten Gehäuseabschnitt, an dem der Ventilator angeordnet ist und im Be- trieb Luft durch den im ersten Gehäuseabschnitt angeordneten
Wärmeübertrager und durch den zweiten Gehäuseabschnitt fördert bzw. saugt. Dabei ist vorgesehen, dass sich der Durchströmungsquerschnitt des zweiten Gehäuseabschnitts in Strömungsrichtung von dem ersten
Gehäuseabschnitt zu dem Ventilator durch eine Anpassung der Form von Gehäusewandabschnitten des zweiten Gehäuseabschnitts verringert. Die in der Form angepassten Gehäusewandabschnitte des zweiten, an den mindestens einen Ventilator angrenzenden Gehäuseabschnitts bilden dabei auf den mindestens einen Ventilator ausgerichtete bzw. zuweisende Strömungsleitflächen. Der Durchströmungsquerschnitt wird definiert durch die axiale Querschnittsfläche des jeweiligen Gehäuseabschnitts senkrecht zur Rotati onsachse des Ventilators.
Die Anpassung des Strömungskanals durch das Gehäuse der Ventilations einheit durch eine auf den mindestens einen Ventilator zuweisende
Gehäusewandform reduziert die Wirbelbildung und Turbulenzen beim Übergang von dem Gehäuse in den mindestens einen Ventilator. Die Strömung wird vergleichmäßigt und der Druckaufbau sowie der Wirkungsgrad steigen.
In einer günstigen Ausführungsvariante ist bei der Ventilationseinheit vorge- sehen, dass der zweite Gehäuseabschnitt einen frei durchströmbaren An saugraum für den mindestens einen Ventilator bestimmt. Die Anpassung des Strömungskanals im Gehäuse auf den mindestens einen Ventilator hin wird somit ausschließlich über die Form der Gehäusewandabschnitte realisiert.
Vorzugsweise erstrecken sich die Gehäusewandabschnitte des zweiten Gehäuseabschnitts jeweils entlang einer Ebene, d.h. sie verlaufen geradlinig als Leitflächen auf den Ventilator zu. Alternativ können die Gehäusewandab schnitte des zweiten Gehäuseabschnitts jedoch auch jeweils eine gekrümmte Profilform aufweisen und sich beispielsweise bogenförmig auf den Ventilator hin erstrecken, während der Durchströmungsquerschnitts verringert wird. Ein Ausführungsbeispiel der Ventilationseinheit ist ferner dadurch gekenn zeichnet, dass der zweite Gehäuseabschnitt eine ausströmseitige Axialwand mit einer Axialöffnung aufweist und der mindestens eine Ventilator an der Axialöffnung auf die Axialwand aufgesetzt angeordnet ist. Die Axialwand verschließt das Gehäuse auf der Seite des mindestens einen Ventilators. Die von dem Ventilator angesaugt Luft wird mithin ausschließlich und vollständig durch die Axialöffnung in den Ventilator geführt. Dabei bildet die Axialwand den Abschluss der in der Form angepassten Gehäusewandabschnitte des zweiten Gehäuseabschnitts welche den Durchströmungsquerschnitt zum Ventilator hin verringern. Ferner ist eine Ausführung der Ventilationseinheit günstig, bei der der den Wärmeübertrager aufnehmende erste Gehäuseabschnitt im Axialschnitt gesehen rechteckig mit zwei gleichen oder unterschiedlichen Seitenlängen ausgebildet ist und ein dem Wärmeübertrager zuweisender Ansaugdurch-
messer des mindestens einen Ventilators kleiner ist als jede Seitenlange des rechteckigen ersten Gehäuseabschnitts.
Die Ventilationseinheit ist ferner dadurch gekennzeichnet, dass die
Gehäusewandabschnitte des zweiten Gehäuseabschnitts abschnittsweise schräg auf eine Rotationsachse des mindestens einen Ventilators zulaufend ausgebildet sind. Insbesondere sind dabei jeweils zwei gegenüberliegende Gehäusewandabschnitte identisch geformt und verlaufen im selben Winkel auf den Ventilator zu.
Eine alternative Ausführung der Ventilationseinheit sieht vor, dass in dem zweiten Gehäuseabschnitt Strömungseinsätze angeordnet sind, welche abschnittsweise schräg auf eine Rotationsachse des mindestens einen Ventila tors zulaufend ausgebildet sind und dabei den Durchströmungsquerschnitt des zweiten Gehäuseabschnitts in Richtung des mindestens einen Ventilators verringern. Dabei übernehmen die Strömungseinsätze die Verringerung des Durchströmungsquerschnitts im zweiten Gehäuseabschnitt und dienen als Leitflächen für die Strömung ausgerichtet auf den Ventilator. Die
Gehäusemantelfläche kann dabei sowohl in dem ersten als auch in dem zweiten Gehäuseabschnitt identisch gebildet werden, da die Anpassung der Form des Strömungskanals ausschließlich über die Strömungseinsätze er- folgt.
In einer Weiterbildung der Ventilationseinheit sind die Strömungseinsätze perforiert ausgebildete Leitbleche und ein zwischen dem Gehäuse und den Leitblechen gebildeter Hohlraum ist mit schallabsorbierendem Material gefüllt. Diese Lösung nutzt den Vorteil, dass zum einen die Strömung über die Leitbleche auf den mindestens einen Ventilator hingeleitet, zum anderen gleichzeitig zur Anpassung der Strömungsrichtung aktiv durch das schallab sorbierende Material die Geräuschentwicklung reduziert wird.
Generell hat sich für die Ventilationseinheiten strömungstechnisch als Vorteil
erwiesen, dass ein Verhältnis einer sich in Strömungsrichtung erstreckenden Axiallänge C des zweiten Gehäuseabschnitts gegenüber dem Ansaugdurchmesser D des mindestens einen Ventilators in einem Bereich festgelegt ist, dass gilt 0,2<C/D<0,5. Der zweite Gehäuseabschnitt beginnt dabei ge- messen ab dem durchströmten Ende des Wärmeübertragers.
Ferner ist eine Ausführung der Ventilationseinheit strömungstechnisch vorteilhaft, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass das Gehäuse im Axialschnitt gesehen rechteckig mit zwei gleichen oder unterschiedlichen Seiten längen X,Y ausgebildet ist, wobei ein Verhältnis der Seitenlängen X, Y ge- genüber dem Ansaugdurchmesser D des mindestens einen Ventilators in einem Bereich festgelegt ist, dass gilt 1 ,1<(X,Y)/D<2,0, vorzugsweise
1 ,2<(X,Y)/D<1 ,8.
Die Ventilationseinheit ist nicht auf Ausführungen mit nur einem Ventilator beschränkt. Es sind auch Lösungen umfasst, bei denen zwei oder mehr Ven- tilatoren achsparallel zueinander an der Axialwand des zweiten Gehäuseabschnitts aufgesetzt angeordnet sind. Die quaderförmigen Gehäuseabschnitte sind auf einer Seite entsprechend länger zu dimensionieren, dass beide Ven tilatoren nebeneinander passen. Im Übrigen gelten jedoch die für die Erfindung vorgestellten Merkmale entsprechend. Der Ventilator wird gebildet durch ein Ventilatorrad umgeben von einem durchströmbaren Ventilatorgehäuse, welches den Ansaugdurchmesser bestimmt.
Bevorzugt ist eine Lösung, bei welcher der Ansaugdurchmesser des
Ventilatorgehäuses eine zur Axialöffnung der Axialwand des zweiten
Gehäuseabschnitts identische Größe aufweist. Somit gibt es einen strö mungstechnisch optimierten kantenfreien Übergang zwischen dem Gehäuse und dem Ventilator.
Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprü chen gekennzeichnet bzw. werden nachstehend zusammen mit der Be schreibung der bevorzugten Ausführung der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel einer Ventilationseinheit in der Seiten ansicht;
Fig. 2 das Ausführungsbeispiel der Ventilationseinheit gemäß Figur 1 in der Vorderansicht;
Fig. 3 das Ausführungsbeispiel der Ventilationseinheit gemäß Figur 1 in der Draufsicht;
Fig. 4 ein alternatives Ausführungsbeispiel einer Ventilationseinheit;
Fig. 5 ein Diagramm zur Schallleistung im Verlauf des Volumenstroms der Ventilationseinheit gemäß Figur 1 ;
Fig. 6 ein Diagramm zum Schallpege! im Verlauf der Frequenz der
Ventilationseinheit gemäß Figur 1.
In den Figuren 1 - 3 ist ein Ausführungsbeispiel einer Ventilationseinheit 1 in einer Seitenansicht, Vorderansicht und Draufsicht dargestellt. Die Ventilationseinheit 1 umfasst ein Gehäuse 3 gebildet aus dem ersten Gehäuseab- schnitt 4 und dem sich in axialer Strömungsrichtung unmittelbar anschließenden zweiten Gehäuseabschnitt 5, an dem der Ventilator 2 befestigt ist. Im ersten Gehäuseabschnitt 4 ist der Wärmeübertrager (nicht gezeigt) angeord net. Alternativ kann auch ein Gehäuseteil des Wärmeübertragers den ersten Gehäuseabschnitt 4 des Gehäuses 3 bilden. Der erste Gehäuseabschnitt 4 und der sich unmittelbar vordere Teil des zweiten Gehäuseabschnitts 5 weisen dieselbe rechteckige Querschnittsform mit den beiden Seitenlängen X, Y
auf und bilden somit einen konstanten Durchströmungsquerschnitt. Im zwei ten Gehäuseabschnitt 5 verlaufen die Gehäusewandabschnitte 6, 6‘ geneigt entlang einer Ebene auf die Rotationsachse des Ventilators 2 zu und verringern somit den Durchströmungsquerschnitt des zweiten Gehäuseabschnitts 5 in Strömungsrichtung zu dem Ventilator 2 hin. Nicht gezeigt, jedoch als al ternative Ausführung kann vorgesehen werden, dass sich die Gehäusewand abschnitte 6, 6‘ nicht geradlinig entlang einer Ebene, sondern zumindest ab schnittsweise in einer Bogenform auf den Ventilator 2 zu erstrecken. Der zweite Gehäuseabschnitt 5 stellt einen hindernissfrei durchströmbaren An- saugraum für den Ventilator 2 bereit, in dem die angesaugte Luft über die Gehäusewandabschnitte 6, 6‘ in Richtung des Ventilators 2 geführt werden.
Das dem Ventilator 2 zuweisende axiale Ende des Gehäuses 3 ist mit der Axialwand 7 geschlossen, in der achszentral die Axialöffnung 9 vorgesehen ist, auf welche der Ventilator 2 aufgesetzt angeordnet ist und im Betrieb Luft durch das Gehäuse 3 und mithin durch den Wärmeübertrager saugt und axial ausbläst. Der Ventilator 2 umfasst ein in dem Ventilatorgehäuse 8 an geordnetes Ventilatorrad 11. Das Ventilatorgehäuse 8 ist düsenförmig aus gebildet und bestimmt ansaugseitig den Ansaugdurchmesser D, der identisch ist zu dem Durchmesser der Axialöffnung 9 der Axialwand 7, jedoch kleiner als die Seitenlängen X und Y ist. Gemäß der in Figur 2 gezeigten
Ausführung ist das Verhältnis X/D=1 ,2 und das Verhältnis Y/D=1 ,3. Alternativ zu einem Axialventilator wird in einer weiteren Ausführung ein Diagonalventilator verwendet.
In Figur 4 ist ein alternatives Ausführungsbeispiel der Ventilationseinheit 1 in der Draufsicht vergleichbar zu Figur 2 dargestellt. Alle für das Ausführungs beispiel gemäß der Figur 1-3 offenbarten Merkmale gelten entsprechend auch für Figur 4, nur dass zwei Ventilatoren 2, 22 parallel zueinander angeordnet sind.
In Fig. 5 ist der Vorteil der in den Figuren 1-3 gezeigten Ventilationseinheit 1 bezüglich der Schallleistung SWL [dB] im Verlauf des geförderten Volumen stroms V [m3/h] im Diagramm dargestellt. Die Schalleistung der Ventilations einheit 1 ist durch die Kurve 200, ein Vergleichsprodukt ohne die erfindungs- gemäße Ausgestaltung des zweiten Gehäuseabschnitts 5 durch die Kurve 100 dargestellt. Entsprechend zeigt Figur 6 die zwei Kurven der Ventilationseinheit 1 (Kurve 200) und des Vergleichsprodukts (Kurve 100) bezüglich des Schalldrucks SPL [dB] im Verlauf der Frequenz f [Flz] In beiden Diagrammen gemäß der Figuren 5 und 6 ist die Geräuschreduzierung deutlich über den gesamten Verlauf des Volumenstroms V und der Frequenz f feststellbar. Ins besondere bei hohen Volumenströmen reduziert sich der Schallleistungspegel beachtlich.
Bezugnehmend wieder auf die Figuren 1 - 3 sind neben der gezeigten Aus führung Abwandlungen in den Größenverhältnissen von dem Schutzbereich der Erfindung umfasst. Die Seitenlängen werden in einem Bereich 0,5<X/Y<2 bestimmt. Die Dimensionierung der Gehäusewandabschnitte 6, 6' und die auf den Ventilator 2 hin eingezogene Erstreckung gegenüber des zur Verfügung stehenden Bauraums des Gehäuses 3 ist durch die Größen a, b, c im Verhältnis zu den Größen A, B und C bestimmt. Vorzugsweise sind die Grö- ßen a, b und c über einen Faktor a, ß und g kleiner als die Bauraumgrößen des Gehäuses bestimmt durch A, B und C, so dass gilt a= aA, b= ßB und c= gϋ, wobei 0<a,b,g<1.
Vorzugsweise werden die Faktoren a, ß und g und mithin die Geometrie der Gehäusewandabschnitte 6,6‘ gegenüber dem Ansaugdurchmesser D des Ventilators 2 ausgelegt, dass gilt
0,2 D < C < 0,5 D
a > 0,4 und y > 0,3 für 0,1 D < A < 0,3 £> ß > 0,4 und Y > 0,3 für 0,1 D < B < 0,3 D a > 0,2 und g > 0,25 für 0,3 D < A < 0,5 D ß > 0,2 und g > 0,25 für 0,3 D < B < 0,5 D
In einer weiteren Variante wird die Längenerstreckung c gegenüber den Län gen a, b festgelegt, dass gilt: d > ί · g +] für 0 < g < 0,5
d > K für 0,5 < g <1
e > 1 · g + J für 0 < g < 0,5
e > K für 0,5 < g <1 Dabei ist
Die Werte für I, J und K sind: l=-200; J=120 und K=20. Zudem gilt 0< d,e <90°. Mit den in diesen Bereichen vorliegenden Größenverhäitnissen lassen sich die vorteilhaften Strö- mungseffekte zur Lösung der vorstehend beschriebenen Aufgabe erzielen. Die angegebenen Größenverhältnisse gelten ausdrücklich nicht nur für das in den Figuren 1-3 gezeigte Ausführungsbeispiel, sondern generell für den zweiten Gehäuseabschnitt 5.