Faserverbund halbzeug, Faserverbund bauteil, Rotorblattelement, Rotorblatt und
Windenergieanlage sowie Verfahren zum Herstellen eines Faserverbund halbzeugs und Verfahren zum Herstellen eines Faserverbund bauteils
Die Erfindung betrifft ein Faserverbundhalbzeug für ein Faserverbund bauteil, insbesondere für ein Faserverbund bauteil einer Windenergieanlage, umfassend einen Schichtaufbau und mehrere Verstärkungsstäbe, ein Faserverbund bauteil, umfassend ein Faserverbund halbzeug und ein Matrixmaterial, ein Rotorblattelement für ein Rotorblatt, insbesondere für eine Windenergieanlage, ein Rotorblatt und eine Windenergieanlage, umfassend einen Turm, eine Gondel und einen Rotor mit einer Rotornabe und einer Anzahl von Rotorblättern.
Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen des Faserverbundhalbzeugs und ein Verfahren zum Herstellen des Faserverbund bauteils. Faserverbund bauteile sind Bauteile aus zwei oder mehr miteinander verbundenen Komponenten, bestehend aus oder umfassend Faserverbundmaterialien, die meist funktionale Eigenschaften aufweisen. Faserverbundmaterialien umfassen oder bestehen im Wesentlichen aus Fasern und einer die Fasern einbettenden Matrix. Aufgrund auftretender gegenseitiger Wechselwirkungen der Fasern und der Matrix weisen Faserverbundmaterialien höherwertige Eigenschaften auf als jeweils die Fasern oder die Matrix an sich.
Grundsätzlich sind Faserverbundbauteile, Faserverbundhalbzeuge zur Herstellung der Faserverbund bauteile und Bestandteile von Faserverbund bauteilen bzw.
Faserverbund halbzeugen in unterschiedlichen Ausführungsformen sowie deren Herstellungsverfahren bekannt.
In der DE 10 2013 215 384 A1 wird beispielsweise ein Verbundformteil und ein Herstellungsverfahren eines Verbundformteils, insbesondere für eine Windenergieanlage, aufweisend einen thermoplastischen Kunststoff und ein Faserverbundhalbzeug mit den folgenden Schritten beschrieben: zur Verfügung stellen des thermoplastischen Kunststoffs und des Faserverbund halbzeugs mit einem flexiblen, flechtgebildeartigen Fasersystem, Verteilen des thermoplastischen Kunststoffs als formgebendes Kernmaterial in dem flexiblen, flechtgebildeartigen Fasersystem des Faserverbundhalbzeugs und Verbinden mit dem flechtgebildeartigen Fasersystem.
Die DE 10 2013 215 381 A1 offenbart beispielsweise ein Herstellungsverfahren und ein Verbundbauteil, insbesondere für eine Windenergieanlage, mit einer Vielzahl von wenigstens zweikomponentigen Verbundformteilen, wobei eine erste Komponente aus einem formgebenden Kernmaterial und eine zweite Komponente als Teil einer Fügeschicht gebildet ist.
In der DE 10 2009 044 834 B4 wird ein textiles Halbzeug und ein Verfahren zur Herstellung eines Vorformlings für ein Faserverbund bauteil beschrieben. Hierbei wird eine Faserverstärkungsschicht gebildet, Bindemittel auf Basis langkettiger Reaktionsharze, die bei Raumtemperatur im festen Zustand vorliegen, durch Aufsprühen des Bindemittels als Gespinst aufgebracht, die mit Bindemittelgespinst versehene Faserverstärkungsschicht kaltumgeformt, die umgeformte, mit Bindemittel versehene Faserverstärkungsschicht erwärmt und anschließend abgekühlt.
Die Druckschrift DE 10 2016 106 402 A1 betrifft ein Bauteil, das auf der Oberfläche des Bauteils mit Verstärkungsfasern verstärkt ist. Ferner betrifft die Druckschrift ein Verfahren zum Verstärken von Bauteilen mit Verstärkungsfasern. Hierbei werden die Verstärkungsfasern mit Harz getränkt, eine Membran, die bei Normaldruck oder gleichem Druck von beiden Seiten wenigstens 99 Gew.% des nicht gehärteten und flüssigen Harzes zurückhält, zwischen das Bauteil und die Verstärkungsfasern positioniert und zusätzlich Druck auf die mit harzgetränkten Verstärkungsfasern aufgebaut, sodass das Harz durch die Membran hindurch dringt und die Verstärkungsfasern mit dem Bauteil verklebt.
Grundsätzlich ist bekannt, dass einzelne Bestandteile der Faserverbundhalbzeuge durch ein Matrixmaterial miteinander verbunden werden, um ein Faserverbund bauteil herzustellen. Darüber hinaus sind auch Ansätze bekannt, die eine zusätzlich Verbindung der einzelnen Bestandteile vorsieht. Aus der US 8,709,584 B2 ist beispielsweise eine Verbundplatte bekannt, umfassend: eine Kernschicht mit einer Vielzahl von Stiften und einer Vielzahl von vertikalen Stiften, wobei die Vielzahl der Stifte sich jeweils innerhalb der Kernschicht und über die Kernschicht hinaus erstrecken, und wobei die Vielzahl der vertikalen Stifte sich jeweils innerhalb der Kernschicht erstrecken, ohne sich über die Kernschicht hinaus zu erstrecken; eine Interlock-Innenschicht mit mindestens einer Lage, die mechanisch mit der Vielzahl der Stifte verriegelt ist; eine Innenschicht, die mit der Interlock-Innenschicht verbunden ist, wobei die Innenschicht eine erste Anzahl von Lagen aufweist; eine Interlock-Außenschicht mit mindestens einer Lage, die mechanisch mit der Vielzahl der Stifte verriegelt ist; und eine Außenschicht, die mit der Interlock-Außenschicht verbunden ist, wobei die Außenschicht eine zweite Anzahl von Lagen eines ersten Typs und eines zweiten Typs aufweist, wobei der erste Typ sich von dem zweite Typ unterscheidet, wobei die zweite Anzahl der Lagen größer ist als die erste Anzahl der Lagen.
Derartiges Verbinden einzelner Bestandteile eines Faserverbund halbzeugs erfolgt meist in technisch aufwändigen Fertigungsschritten. Beispielsweise ist es auch bekannt Nähgut, beispielsweise bestehend aus mehreren Kohlefasermatten, mittels einer Blindstichnähvorrichtung zu vernähen. Eine derartige Blindstichnähvorrichtung ist aus der DE 100 40 807 A1 bekannt.
Darüber hinaus offenbart die WO 98/29243 ein U Itraschallverbind ungssystem , bei dem ein Ultraschallwandler verwendet wird, um eine Vielzahl von Verbindungselementen, die von einem kompressiblen Element getragen werden, in zwei zu verbindende Komponenten bzw. ein Verbundteil einzusetzen.
Die aufwändigen technischen Fertigungsschritte zum Verbinden der Komponenten bedürfen spezifischen Fertigungsanlagen, deren Anschaffung mit hohen Kosten verbunden ist. Hinzu kommt, dass mit bekannten Fertigungsverfahren Verbindungselemente lediglich in geometrisch einfach gestaltete Komponenten eingebracht werden können. Hierdurch wird
das Einsatzgebiet dieser solcherart hergestellten Faserverbundbauteile erheblich eingeschränkt.
Eine Herausforderung für die Fertigungstechnik im Bereich von Faserverbund bauteilen liegt insbesondere auch in der Fertigung von Faserverbund bauteilen mit unterschiedlichen Geometrien.
Das Deutsche Patent- und Markenamt hat in der Prioritätsanmeldung zu vorliegender Anmeldung folgenden Stand der Technik recherchiert: DE 10 2016 121 554 A1.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, wenigstens eines der genannten Probleme zu adressieren. Insbesondere hinsichtlich des Herstellungsverfahrens soll eine einfache und kostengünstige Lösung geboten werden, ein Faserverbund bauteil bzw. ein Faserverbundhalbzeug herzustellen. Insbesondere ist es eine Aufgabe der Erfindung, eine Lösung bereitzustellen, die wenigstens eine optimierte Eigenschaft hinsichtlich Anforderungen aus Lasteinwirkungen bewirkt. Insbesondere soll die Erfindung eine Lösung bereitstellen, die eine Erhöhung der Schubsteifigkeit und der Biegesteifigkeit ermöglicht. Zumindest soll zu bisher bekannten Lösungen eine alternative Lösung gefunden werden.
Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die eingangs genannte Aufgabe gelöst durch ein Faserverbund halbzeug für ein Faserverbundbauteil, insbesondere für ein Faserverbund bauteil einer Windenergieanlage, umfassend einen Schichtaufbau mit einem Formkern, bestehend aus oder umfassend ein Formkernmaterial, und einer an den Formkern angrenzenden Faserschicht, bestehend aus oder umfassend ein Faserschichtmaterial, und mehrere in den Formkern eingebrachte Ve rstä rku ng sstä be , bestehend aus oder umfassend ein
Verstärkungsmaterial, wobei das Verstärkungsmaterial eine höhere Steifigkeit aufweist als das Formkernmaterial, wobei die mehreren Verstärkungsstäbe in einem Winkel zu einer Formkernebene in den Formkern eingebracht sind, und wobei mindestens ein Verstärkungsstab der mehreren Verstärkungsstäbe in einem Winkel zu einer Orthogonalen zu der Formkernebene in den Formkern eingebracht ist.
Die Erfindung beruht unter anderem auf den im Folgenden dargestellten Erkenntnissen über existierende Faserverbundhalbzeuge für Faserverbund bauteile.
Faserverbundhalbzeuge für Faserverbund bauteile können unterschiedliche Bestandteile umfassen. Für die Eigenschaften der aus den Faserverbund halbzeugen herzustellenden Faserverbund bauteile sind in der Regel stoffliche und unter Umständen auch geometrische Eigenschaften der einzelnen Bestandteile von Bedeutung. Dies ermöglicht es, in einem Faserverbund bauteil Eigenschaften unterschiedlicher Bestandteile miteinander zu verbinden und insbesondere dadurch die Eigenschaften der Faserverbund bauteile, vorzugsweise durch die Wahl der Bestandteile, insbesondere bevorzugt zweckgebunden hinsichtlich ihres Einsatzgebietes, einzustellen.
Insbesondere bei Großbauteilen, die vorzugsweise besonderen Belastungen ausgesetzt sind, wie zum Beispiel bei Rotorblättern und anderen Bauteilen einer Windenergieanlage, treten hohe und stark variierende Lasteinwirkungen, insbesondere statische und dynamische Belastungen, auf, die mit einem an Größe zunehmenden Bauteil einer Windenergieanlage weiter zunehmen. Rotorblätter einer Windenergieanlage sind in der Regel derart zu entwickeln, dass sie ein geringes Gewicht bei relativ hoher struktureller Festigkeit, sowie verschiedene Härtegrade und eine auf die Lasteinwirkung ausgerichtete Zugfestigkeit, aufweisen. Insbesondere sind Rotorblätter derart zu entwickeln, dass sie hohen statischen und dynamischen Belastungen, insbesondere auch langjährig, stand halten können. Aufgrund dieser Anforderung, insbesondere hinsichtlich der auftretenden Lasteinwirkungen, umfassen oder bestehen die Rotorblätter insbesondere aus Faserverbund bauteilen.
Der Erfindung liegt insbesondere die Erkenntnis zugrunde, dass es besonders vorteilhaft ist, Faserverbund halbzeuge, umfassend mindestens zwei Schichten, in Dickenrichtung zu verstärken, um insbesondere eine Erhöhung der Schubsteifigkeit und Biegesteifigkeit des Faserverbund bauteils zu erzielen. Darüber hinaus soll insbesondere eine Übertragung von Schubkräften zwischen den Schichten verbessert werden. Existierende Lösungen sehen hierfür vor, einzelne Bestandteile der Faserverbund halbzeuge, insbesondere die mindestens zwei Schichten, durch eine Vielzahl gleichgerichteter Verbindungselemente, die sich durch die einzelnen Bestandteile erstrecken, zu verbinden. Hierbei werden die Verbindungselemente oftmals - unabhängig von tatsächlich auftretenden Lasteinwirkungen - über eine gesamte Oberflächenerstreckung in Dickenrichtung in das Faserverbundhalbzeug eingebracht. Dies geht jedoch mit steigenden Materialkosten und insbesondere auch mit einem zunehmenden Gewicht des Faserverbundhalbzeugs und damit auch des Faserverbundbauteils einher.
Existierende Lösungen sind ausgebildet, um Verbindungselemente in ungekrümmten Oberflächen exakt einbringen zu können. Oftmals weisen Faserverbund bauteile jedoch auch stark gekrümmte Bereiche auf, die insbesondere funktionsbedingt gekrümmt sind. Hierbei ist es erforderlich, die Verformbarkeit und Steifigkeit des Faserverbund bauteils und insbesondere der stark gekrümmten Bereiche an Anforderungen aus auftretenden Lasteinwirkungen in Abhängigkeit eines Einsatzgebiets des Faserverbund bauteils anzupassen.
In der hier beschriebenen Lösung wird ein Faserverbundhalbzeug mit einem Formkern und einer Faserschicht in einer schichtförmigen Anordnung bereitgestellt. Ferner sind Verstärkungsstäbe in den Formkern in einem Winkel größer 0°, vorzugsweise in einem Winkel größer 30°, zu einer Formkernebene eingebracht. Hierbei ist mindestens ein Verstärkungsstab in einem Winkel ungleich 90° zu der Formkernebene in den Formkern eingebracht. Die Verstärkungsstäbe sind somit in unterschiedlichen Winkeln in den Formkern eingebracht und bestehen hierbei aus oder umfassen ein Verstärkungsmaterial, das eine höhere Steifigkeit aufweist als ein Formkern material, um in den Formkern ohne Längen- und Formveränderung eingebracht werden zu können und, um diesen zu verstärken.
Der hierin beschriebene Formkern ist vorzugsweise ein dreidimensionales Element und/oder weist vorzugsweise eine flächige Erstreckung in einer Formkernebene auf, wobei die Formkernebene in mindestens einer Ebene gekrümmt sein kann, beispielsweise zylinderförmig oder schalenförmig, und/oder weist vorzugsweise eine Dicke in Richtung orthogonal zur Formkernebene auf. Vorzugsweise ist Dicke um ein Vielfaches kleiner als eine Erstreckung in einer Richtung der Formkernebene. Die Richtung orthogonal zur Formkernebene kann auch als Dickenrichtung bezeichnet werden.
Durch diese Ausgestaltung des Faserverbundhalbzeugs können geforderte Eigenschaften, wie zum Beispiel hinsichtlich Festigkeit, Steifigkeit bzw. Dehnbarkeit, optimiert werden, um unter Lasteinwirkung ein optimiertes Verhalten eines aus dem Faserverbundhalbzeug herzustellenden Faserverbund bauteils zu erzielen. Insbesondere kann durch die Verstärkungsstäbe der Elastizitätsmodul des Formkerns in Dickenrichtung erhöht werden.
Ferner gewährleistet eine aus der Ausgestaltung des Faserverbund halbzeugs resultierende höhere Biegesteifigkeit und Schubsteifigkeit, die eine langfristige und den
Lasteinwirkungen entgegen gerichtete Steifigkeit und/oder Festigkeit. Insbesondere ein Schubmodul erhöht werden und ein Grad der Schubmoduländerung über eine Anzahl und den Winkel der eingebrachten Ve rstä rku ng sstä be beeinflusst und somit lokal optimal angepasst werden. Vorteilhaft ist ferner, dass durch das spezifische Einbringen der Verstärkungsstäbe, insbesondere hinsichtlich einer Richtung in der sich die Verstärkungsstäbe erstrecken, definiert durch einen Winkel zu der Formkernebene sowie einem Winkel zu der Orthogonalen zu der Formkernebene, Faserverbundhalbzeuge bereitgestellt werden können, deren Eigenschaften an lokale Belastungen angepasst sind, um hierdurch eine optimale Materialausnutzung im Sinne des Leichtbaus zu ermöglichen.
Darüber hinaus können insbesondere dünnere Formkerne und/oder Faserschichten eingesetzt werden und/oder weniger dichte und leichtere Formkernmaterialien eingesetzt werden. Damit einhergehend können Gewicht und Kosten eingespart werden.
Das gemäß der Lösung der Erfindung beschriebene Faserverbundhalbzeug ist im Wesentlichen in einer Sandwichbauweise hergestellt. Hierbei werden Bestandteile mit verschiedenen Eigenschaften in Schichten zusammengesetzt. Die Bestandteile sind ein Formkern und mindestens eine, vorzugsweise kraftaufnehmende, Faserschicht, die vorzugsweise in einer Dickenrichtung an den Formkern angrenzt.
Vorzugsweise kann eine zweite Faserschicht vorgesehen sein, wobei die Faserschichten durch den Formkern auf Abstand gehalten werden können. Hierbei umfasst der Schichtaufbau vorzugsweise eine oberseitige Faserschicht und eine unterseitige Faserschicht, wobei der Formkern zwischen der oberseitigen Faserschicht und der unterseitigen Faserschicht angeordnet ist und vorzugsweise als ein Distanzhalter dient. Der Formkern kann vorzugsweise Schubkräfte zwischen der oberseitigen Faserschicht und der unterseitigen Faserschicht übertragen.
Sofern auf die Anordnung der Faserschichten im Schichtaufbau Bezug genommen wird, beziehen sich Richtungsangaben, wie zum Beispiel oberseitig und unterseitig, vorzugsweise auf den Schichtaufbau, vorzugsweise auf den Formkern oder die Faserschicht, in einer Anordnung zur Herstellung des Faserverbundbauteils bzw. des Faserverbundhalbzeugs mit einer schichtförmigen Anordnung von unten nach oben in der Reihenfolge: gegebenenfalls Faserschicht - Formkern - gegebenenfalls Faserschicht.
Der Formkern weist vorzugsweise eine, insbesondere flächige, Erstreckung in der Formkernebene und eine Dicke orthogonal zu der Formkernebene auf. Vorzugsweise kann der Formkern hierbei einer Formgebung dienen. Das Formkernmaterial kann insbesondere eine niedrige Dichte aufweisen. Besonders bevorzugt sind hierbei strukturelle Formkernmaterialien. Vorzugsweise können Formkernmaterialien eine hohe mechanische Stabilität und insbesondere ein niedriges Gewicht aufweisen.
In der Regel können Formkernmaterialien eine sehr geringe Festigkeit aufweisen und eine Endfestigkeit erst durch ein Kontaktieren, insbesondere durch ein Tränken, mit einem Matrixmaterial und ein Aushärten des Matrixmaterials erreichen. Ein mit Matrixmaterial kontaktiertes, insbesondere getränktes, Formkernmaterial, insbesondere nach einem Aushärten, kann vorzugsweise ausgebildet sein, um auftretende Schubkräfte und vorzugsweise Zugkräfte zu übertragen und die Faserschicht bzw. gegebenenfalls die Faserschichten zu stützen.
Das Faserschichtmaterial der Faserschicht umfasst oder besteht aus einzelnen Fasern, vorzugsweise einem Fasergelege. Vorzugsweise kann das Faserschichtmaterial in das Matrixmaterial eingebettete Fasern umfassen, und insbesondere ein faserverstärkter Kunststoff sein.
Das Matrixmaterial bildet hierbei eine Matrix, die in der Regel als ein Füll- und Klebstoff zwischen den Fasern dient. Hierdurch werden die Fasern in einem Faserverbundmaterial in Position gehalten und Spannungen zwischen den Fasern übertragen und verteilt. Darüber hinaus kann die Matrix als ein Schutz vor von extern einwirkenden mechanischen und/oder chemischen Einflüssen dienen. Als Matrixmaterial kann vorzugsweise härtbares Polymermaterial verwendet werden.
In der hier beschriebenen Lösung ist der Formkern, insbesondere der Schichtaufbau, mit den Verstärkungsstäben verstärkt. Unter einem Verstärkungsstab kann ein insbesondere formstabiler, vorzugsweise ein steifer, und insbesondere im Wesentlichen gerader Körper verstanden werden. Der Verstärkungsstab weist hierbei eine Erstreckung in Längenrichtung auf, die um ein Vielfaches größer ist als eine Erstreckung in Breitenrichtung und der sich daraus ergebenden Querschnittsfläche. Die Formstabilität der Verstärkungsstäbe zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Verstärkungsstäbe im Wesentlichen längen- und querschnittsstabil ausgebildet sind. Um eine Längen-und Querschnittsstabilität zu gewährleisten, sieht die Lösung der
Erfindung vor, dass das Verstärkungsmaterial eine höhere Steifigkeit, insbesondere auch eine höhere Festigkeit, als das Formkernmaterial aufweist. Insbesondere bevorzugt kann das Verstärkungsmaterial auch eine höhere Steifigkeit und/oder Festigkeit als die Faserschicht aufweisen. Hierdurch können die Verstärkungsstäbe ohne Änderung der Geometrie in den Formkern eingebracht werden. Insbesondere können die Verstärkungsstäbe schießbar ausgestaltet sein. Hierbei weist das Verstärkungsmaterial einen Elastizitätsmodul in der Höhe von mindestens 8 GPa auf. Vorzugsweise können die Verstärkungsstäbe eine insbesondere glatte Oberfläche aufweisen und insbesondere pultrudiertes oder anderweitig vorausgehärtete Faserverbundmaterialien wie z.B. GFK oder CFK, Glasfasern, Holz, Titan, Aluminium oder ähnliches umfassen oder daraus bestehen.
Im Vergleich zu dem Formkernmaterial weisen die Verstärkungsstäbe beim Einbringen in den Formkern eine Endfestigkeit auf, die durch das Kontaktieren mit dem Matrixmaterial vorzugsweise nicht wesentlich weiter erhöht werden kann. Unter eine Endfestigkeit kann hierbei eine Festigkeit verstanden werden, die geeignet ist, um das
Faserverbundhalbzeug, insbesondere an beul-kritischen Stellen, zu verstärken.
Die Verstärkungsstäbe können vorzugsweise eine Ausrichtung in dem Formkern aufweisen, die insbesondere funktionsbedingt ist. Vorzugsweise können die Verstärkungsstäbe in einem Winkel von 30° bis kleiner 90°, vorzugsweise in einem Winkel von 40° bis 80°, weiter vorzugsweise von 45° zu der Formkernebene in den Formkern eingebracht sein. Unter dem hier angegebenen Winkel kann insbesondere ein Schnittwinkel verstanden werden, der als kleinster Winkel zwischen der Formkernebene und dem Verstärkungsstab definiert ist.
Unter einem Faserverbund halbzeug kann grundsätzlich ein Halbfabrikat bzw. eine vorgefertigte Rohmaterialform verstanden werden. Ein Faserverbund halbzeug ist demnach kein vollständig fertiggestelltes Produkt und wird erst später zu einem Fertigerzeugnis, also zu einem Faserverbund bauteil, weiterverarbeitet. Ein
Faserverbund halbzeug umfasst oder besteht aus Bestandteilen, die vorzugsweise entsprechend angeordnet und in eine grundlegende geometrische Form gebracht wurden. Ferner ist ein Faserverbund halbzeug vorzugsweise so auszulegen, dass es die Form und die Abmessungen des herzustellenden Faserverbundbauteils möglichst exakt aufweist, um eine kostengünstige Fertigung des Faserverbund bauteils zu ermöglichen.
Sofern auf Eigenschaften der Faserverbund halbzeuge und/oder Faserverbund bauteile, Anforderungen, Belastungen, Lasteinwirkungen oder ähnliches Bezug genommen wird, beziehen sich diese Angaben auf ein Fertigerzeugnis, umfassend oder bestehend aus einem Faserverbund bauteil mit einem Faserverbundhalbzeug. Die Anforderungen, insbesondere an die Eigenschaften, ergeben sich z.B. aus den auf das Fertigerzeugnis einwirkenden, insbesondere zu erwartenden, Belastungen und Lasteinwirkungen und sind bei der Konstruktion und der Herstellung des Faserverbundhalbzeugs und des Faserverbund bauteils zu berücksichtigen.
In einer bevorzugten Fortbildung des Faserverbund halbzeugs ist vorgesehen, dass sich die Verstärkungsstäbe ganz oder teilweise durch den Formkern erstrecken. Gemäß dieser Ausgestaltung können die Eigenschaften des Faserverbund halbzeugs weiter an definierte Anforderungen, insbesondere hinsichtlich eines Einsatzgebiets des aus dem Faserverbundhalbzeugs herzustellenden Faserverbund bauteils, angepasst werden.
Vorzugsweise können sich die Verstärkungsstäbe mindestens durch einen Teil des Formkerns erstrecken, vorzugsweise mindestens durch bis zu 1/2 der Dicke des Formkerns oder weiter vorzugsweise bis zu 2/3 der Dicke oder 3/4 der Dicke oder 4/5 der Dicke des Formkern.
Insbesondere bevorzugt können sich mindestens 3/4 oder 2/3 oder 1/2 der Anzahl der Verstärkungsstäbe durch einen Teil des Formkerns erstrecken, vorzugsweise mindestens bis zu 1/2 der Dicke des Formkerns oder weiter vorzugsweise bis zu 2/3 der Dicke oder 3/4 der Dicke oder 4/5 der Dicke des Formkerns. Hierdurch kann eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des Faserverbund halbzeugs hinsichtlich an lokale Belastungen angepasste Eigenschaften und der Materialausnutzung im Sinne des Leichtbaus erzielt werden. Vorzugsweise können sich die Verstärkungsstäbe durch den Formkern erstrecken und einen Anbindungsbereich an der Faserschicht aufweisen, wobei die Ve rstä rku ng sstä be die Faserschicht im Anbindungsbereich mindestens berühren. Insbesondere bevorzugt können sich die Verstärkungsstäbe durch den Anbindungsbereich erstrecken, wobei sich die Verstärkungsstäbe vorzugsweise durch den Formkern und in die Faserschicht, weiter vorzugsweise durch die Faserschicht erstrecken. Dadurch können bei einem späteren Herstellen des Faserverbund bauteils die Verstärkungsstäbe an die Faserschicht und an den Formkern angebunden werden. Hierdurch können insbesondere Fehlstellen in einem Kontaktbereich zwischen dem Formkern und der Faserschicht bei der Herstellung des
Faserverbund bauteils ausgeglichen werden. Ferner kann hierdurch eine verbesserte Übertragung von Schubkräften zwischen dem Formkern und der Faserschicht gewährleistet werden.
Ferner vorzugsweise ist vorgesehen, dass sich die Verstärkungsstäbe in Richtung von einer ersten Endfläche des Schichtaufbaus zu einer zweiten Endfläche des Schichtaufbaus erstrecken, wobei die erste Endfläche der zweiten Endfläche gegenüberliegt. Diese Richtung beschreibt hierbei die Dickenrichtung des Schichtaufbaus, wobei vorzugsweise die Dicke des Schichtaufbaus eine Summe aus einer Dicke des Formkerns und einer Dicke der Faserschicht umfasst. Eine Endfläche des Schichtaufbaus kann vorzugsweise eine Oberfläche des Formkerns oder eine Oberfläche der Faserschicht sein.
Insbesondere bevorzugt können sich die Verstärkungsstäbe ganz oder teilweise durch die Faserschicht erstrecken. Hierdurch können insbesondere Fehlstellen in einem Kontaktbereich zwischen dem Formkern und der Faserschicht bei der Herstellung des Faserverbund bauteils ausgeglichen werden. Ferner kann hierdurch eine bessere Übertragung von Schubkräften zwischen dem Formkern und der Faserschicht gewährleistet werden.
Vorzugsweise können sich die Verstärkungsstäbe mindestens durch einen Teil der Faserschicht erstrecken, vorzugsweise mindestens bis zu 1/2 der Dicke der Faserschicht oder weiter vorzugsweise bis zu 2/3 der Dicke oder 3/4 der Dicke oder 4/5 der Dicke der Faserschicht.
Insbesondere bevorzugt können sich mindestens 3/4 oder 2/3 oder 1/2 der Anzahl der Verstärkungsstäbe durch einen Teil der Faserschicht erstrecken, vorzugsweise mindestens bis zu 1/2 der Dicke der Faserschicht oder weiter vorzugsweise bis zu 2/3 der Dicke oder 3/4 der Dicke oder 4/5 der Dicke der Faserschicht.
Insbesondere ist es bevorzugt, dass sich die Verstärkungsstäbe ganz oder teilweise durch den Formkern und ganz oder teilweise durch die Faserschicht erstrecken. Hierdurch kann der Formkern an der Faserschicht angebunden und somit insbesondere die Faserschicht mit dem Formkern verbunden werden. Dadurch kann eine Verstärkung des Faserverbund halbzeugs weiter optimiert werden.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass sich die Verstärkungsstäbe ganz oder teilweise durch den Formkern erstrecken, vorzugsweise in Richtung von einer ersten Endfläche des Schichtaufbaus zu einer zweiten Endfläche des Schichtaufbaus, wobei die erste Endfläche der zweiten Endfläche gegenüberliegt, und wobei sich vorzugsweise die Verstärkungsstäbe ganz oder teilweise durch die Faserschicht erstrecken. Durch diese Ausgestaltung kann eine Verstärkung an beulkritischen Stellen erfolgen und der Schubmodul lokal angepasst werden. Insbesondere können kürzere Verstärkungsstäbe, die sich teilweise durch den Formkern erstrecken gewählt werden, wenn entsprechend niedrigere Belastungen hinsichtlich eines Einsatzgebietes zu erwarten sind, um Gewicht und Kosten einzusparen.
Gemäß dieser Ausführungsform können die Verstärkungsstäbe im Wesentlichen im Formkern angeordnet sein. Hierbei können die Verstärkungsstäbe das Formkernmaterial verdrängen, das sich insbesondere bevorzugt um die Verstärkungsstäbe legen kann.
Eine weiter bevorzugte Fortbildung des Faserverbund halbzeugs zeichnet sich dadurch aus, dass die Verstärkungsstäbe einen maximalen Durchmesser von 5 mm, vorzugsweise einen maximalen Durchmesser von 1 mm bis 5 mm, weiter vorzugsweise einen maximalen Durchmesser von 2 mm bis 5 mm, aufweisen.
Unter einem maximalen Durchmesser kann hierbei die längste Sehne senkrecht zu einer Rotationsachse eines Verstärkungsstabs verstanden werden. Durch eine derartige Ausgestaltung der Verstärkungsstäbe können diese in den Formkern eingebracht werden, ohne das Formkernmaterial wesentlich zu schwächen, insbesondere, ohne das Formkern material zu durchbrechen.
Insbesondere ist es bevorzugt, dass Verstärkungsstäbe mit unterschiedlichen maximalen Durchmessern in den Formkern eingebracht sind. Hierdurch kann eine größtmögliche Anpassung der Steifigkeit und/oder Festigkeit, insbesondere der Schubsteifigkeit, des herzustellenden Faserverbundbauteils erzielt werden.
Ferner ist es bevorzugt, dass die Verstärkungsstäbe eine runde und/oder eckige Geometrie aufweisen. Besonders bevorzugt können die Verstärkungsstäbe eine mehreckige Geometrie, insbesondere eine sternförmige Geometrie, aufweisen. Hierdurch kann insbesondere eine bessere Anbindung der Verstärkungsstäbe an das Formmaterial in dem herzustellenden Faserverbund bauteil erzielt werden.
Insbesondere bevorzugt weisen die Verstärkungsstäbe eine Länge größer 1 mm, vorzugsweise größer 5 mm oder 10 mm oder 20 mm oder 30 mm oder 40 mm, weiter vorzugsweise maximal 50 mm, auf.
Gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsform umfasst der Formkern einen Bereich mit mehreren Verstärkungsstäben und einen Bereich mit weniger Verstärkungsstäben. Hierbei können vorzugsweise die Bereiche mindestens 100 Stäbe pro m2 Oberfläche des Formkerns umfassen. Dadurch können die Verstärkungsstäbe funktional, also in Abhängigkeit von zu erwartenden Belastungen, verteilt in den Formkern eingebracht sein.
Vorteilhaft ist, dass die Eigenschaften der Faserverbund halbzeuge dadurch lokal und vorzugsweise individuell anpassbar sind.
Insbesondere bevorzugt kann ein Verhältnis einer Summe von Volumen der Verstärkungsstäbe zu einem Volumen des Formkerns 1 :10 oder 1 :20 oder 1 :50, weiter vorzugsweise 1 :100 betragen.
Ferner ist es bevorzugt, dass das Formkernmaterial ausgewählt ist aus einem Material oder einer Kombination aus Materialien, insbesondere Polyethylen oder Polyvinylchlorid oder Balsaholz oder Schaumstoff, insbesondere Hartschaum. Vorzugsweise kann das Formkernmaterial auch eine Dämmung umfassen oder aus einer Dämmung bestehen.
Hierbei ist es bevorzugt, dass das Formkernmaterial Polyethylen und/oder Polyvinylchlorid und/oder Balsaholz und/oder Schaumstoff, insbesondere Hartschaum, umfasst, oder aus einem dieser Materialien oder einer Kombination von zwei oder mehr dieser Materialien besteht. Insbesondere können aufgrund der Verstärkung des Formkerns mit den Verstärkungsstäben besonders leichtes Schaummaterial, vorzugsweise mit einer geringen Dichte eingesetzt werden. Dadurch können insbesondere Gewicht und Kosten weiter eingespart werden. Insbesondere ist es bevorzugt, ein ungeformtes Formkernmaterial zu verwenden.
Gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsvariante umfasst das Verstärkungsmaterial ein Matrixmaterial und ein in das Matrixmaterial eingebettete Fasern. Insbesondere bevorzugt können die Fasern im Wesentlichen unidirektional gerichtet in dem Matrixmaterial eingebettet sein. Alternativ oder ergänzend können Fasergelege und/oder Faserbündel, insbesondere unidirektionale Faserbündel in dem Matrixmaterial
eingebetet sein. Hierbei ist vorzugsweise das Matrixmaterial ausgehärtet. Hierdurch können gehärtete, insbesondere versteifte, Verstärkungsstäbe bereitgestellt werden.
Insbesondere ist es bevorzugt, dass das Verstärkungsmaterial ein Matrixmaterial und in das Matrixmaterial eingebettete Fasern umfasst, und wobei vorzugsweise das Matrixmaterial ausgehärtet ist. Gemäß dieser Ausführungsvariante umfasst das Faserverbund halbzeug, also das Halbfabrikat bzw. die Rohmaterialform, das zu einem Faserverbund halbzeug weiterzuverarbeiten ist, ausgehärtete Verstärkungsstäbe.
Gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsvariante ist vorgesehen, dass die in den Formkern eingebrachten Verstärkungsstäbe jeweils eine Einbringstelle an einer Oberfläche des Formkerns definieren, und die Oberfläche des Formkerns eine Vielzahl von Einbringstellen aufweist und mehrere Einbringstellen jeweils einen Einbring bereich definieren, und ein erster Einbringbereich von einem zweiten Einbring bereich beabstandet ist. Hierbei können insbesondere Einbring bereiche mindestens 30 mm voneinander beabstandet sein. Vorzugsweise können die Einbringstellen eines Einbring bereichs, insbesondere maximal 500 mm voneinander beabstandet sein.
Hierbei ist es insbesondere bevorzugt Einbring bereiche im Wesentlichen ringförmig auszubilden. Die Form eines Einbring bereichs ist hierbei definiert durch die einzelnen Einbringstellen und eine gedachte Verbindung der Einbringstellen, insbesondere verlaufend Wesentlichen durch einen Mittelpunkt. Unter dem Begriff ringförmig kann daher vorliegend nicht nur eine kreisringförmige Ausgestaltung verstanden werden, sondern auch eine polygonale und/oder mehreckige Ausgestaltung.
Die Verstärkungsstäbe können sich hierbei vorzugsweise derart durch den Formkern erstrecken, dass sie im Formkern im Wesentlichen die Form eines Kegelstumpfes beschreiben. Hierbei erweitert sich ein maximaler Durchmesser des Einbringbereichs über die Dicke des Formkerns.
Alternativ können Einbring bereiche im Wesentlichen in einer Linie angeordnete Einbringstellen umfassen. Hierbei können vorzugsweise maximal 2, 3, 4, 6, 10 oder 20 Einbringstellen einen Einbring bereich definieren.
Die in den Formkern eingebrachten Verstärkungsstäbe können auch Einbringstellen an einer Endfläche des Schichtaufbaus, definiert durch eine Oberfläche der Faserschicht
definieren, insbesondere dann, wenn die Verstärkungsstäbe beim Einbringen in den Formkern durch die Faserschicht durchgeführt werden.
Gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsvariante ist vorgesehen, dass mindestens zwei Verstärkungsstäbe in unterschiedlichen Winkeln zu der Formkernebene in den Formkern eingebracht sind. Vorzugsweise können mindestens 3 oder 4 oder 5
Verstärkungsstäbe in unterschiedlichen Winkeln zu der Formkernebene in den Formkern eingebracht sein. Insbesondere bevorzugt kann mindestens ein Viertel, vorzugsweise mindestens die Hälfte, der Verstärkungsstäbe pro Quadratmeter in unterschiedlichen Winkeln in den Formkern eingebracht sein. Hierdurch kann eine besonders zuverlässige und optimierte Kräfteübertragung, vorzugsweise Übertragung der Schubkräfte, gewährleistet werden.
Schließlich kann gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsvariante vorgesehen sein, dass maximal zwei von drei Verstärkungsstäben in einer Verstärkungsebene im Formkern liegen. Insbesondere bevorzugt können die drei Verstärkungsstäbe in unterschiedlichen Verstärkungsebenen im Formkern liegen.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die eingangs genannte Aufgabe gelöst durch ein Faserverbund bauteil, insbesondere für ein Faserverbund bauteil einer Windenergieanlage, umfassend ein Faserverbund halbzeug und ein ausgehärtetes
Matrixmaterial, wobei die Verstärkungsstäbe mindestens teilweise und der Formkern in das ausgehärtete Matrixmaterial eingebettet sind und einen Verbund bilden, wobei das ausgehärtete Matrixmaterial den Verbund an die Faserschicht anbindet. Durch das ausgehärtete Matrixmaterial kann insbesondere das Formkernmaterial gehärtet sein. Weiter vorzugsweise kann durch das ausgehärtete Matrixmaterial das Faserschichtmaterial gehärtet sein. Insbesondere bevorzugt kann das ausgehärtete Matrixmaterial die Verstärkungsstäbe und/oder das Formkernmaterial an die Faserschicht anbinden. Hierbei ist es besonders bevorzugt, wenn das Matrixmaterial die Oberfläche der Verstärkungsstäbe kontaktiert.
Vorzugsweise können die Verstärkungsstäbe in dem Faserverbund halbzeug und in dem Faserverbund bauteil, also nach einem Kontaktieren mit Matrixmaterial und Aushärten des Matrixmaterials, im Wesentlichen dieselbe Steifigkeit und/oder im Wesentlichen dieselbe Festigkeit aufweisen.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die eingangs genannte Aufgabe gelöst durch ein Rotorblattelement für ein Rotorblatt, insbesondere für eine Windenergieanlage, wobei das Rotorblattelement mindestens ein Faserverbund bauteil umfasst.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die eingangs genannte Aufgabe gelöst durch ein Rotorblatt, insbesondere für eine Windenergieanlage, umfassend mindestens ein Rotorblattelement.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die eingangs genannte Aufgabe gelöst durch eine Windenergieanlage, umfassend einen Turm, eine Gondel und einen Rotor mit einer Rotornabe und einer Anzahl von Rotorblättern, wobei ein Rotorblatt mindestens ein Rotorblattelement mit mindestens einem Faserverbund bauteil umfasst und/oder der Turm und/oder die Gondel und/oder die Rotornabe ein Faserverbund bauteil umfasst.
Insbesondere kann die eingangs genannte Aufgabe durch eine Verwendung eines Faserverbund halbzeugs und/oder eines Faserverbund bauteils für ein Rotorblattelement zur Herstellung eines Rotorblatts einer Windenergieanlage und/oder für ein Rotorblatt und/oder für einen Turm und/oder eine Gondel und/oder einer Rotornabe einer
Windenergieanlage gelöst sein.
Darüber hinaus kann die eingangs genannte Aufgabe durch eine Verwendung eines Faserverbundhalbzeugs und/oder eines Faserverbund bauteils zur Herstellung eines Karosseriebauteils von Automobilen und/oder im Schiffs- oder Flugzeugbau und/oder im Leichtbau mit Kompositen und/oder in Bauteilen des Gebäude- bzw. des Straßenbaus und/oder in sonstigen hochbelasteten Strukturen gelöst sein.
Darüber hinaus wird die eingangs genannte Aufgabe gelöst durch den Aspekt eines
Verfahrens zum Herstellen eines Faserverbundhalbzeugs zum Herstellen eines
Faserverbund bauteils, insbesondere für ein Faserverbund bauteil einer Windenergieanlage, umfassend die Schritte: Bereitstellen eines Formkerns, bestehend aus oder umfassend ein Formkernmaterial, Bereitstellen einer Faserschicht, bestehend aus oder umfassend ein Faserschichtmaterial, Ausbilden eines Schichtaufbaus, durch schichtförmiges Anordnen des Formkerns und der Faserschicht, Bereitstellen mehrerer Verstärkungsstäbe, bestehend aus oder umfassend ein Verstärkungsmaterial, wobei das Verstärkungsmaterial eine höhere Steifigkeit aufweist als das Formkernmaterial,
Positionieren der mehreren Verstärkungsstäbe, wobei die mehreren Verstärkungsstäbe in einem Winkel zu einer Formkernebene, und mindestens ein Verstärkungsstab der
mehreren Verstärkungsstäbe in einem Winkel zu einer Orthogonalen zu der Formkernebene positioniert wird, Einbringen der mehreren Verstärkungsstäbe in den Formkern.
Das Faserverbund halbzeug wird hierbei vorzugsweise in einer Halbschalen- Sandwichbauweise hergestellt. Insbesondere können die Verstärkungsstäbe zunächst in den Formkern eingebracht werden und anschließend die Schichten angeordnet werden. Alternativ können zunächst die Schichten angeordnet werden und anschließend die Verstärkungsstäbe in den Formkern eingebracht werden. Vorzugsweise kann hierbei das Einbringen der Verstärkungsstäbe in den Formkern ein Durchführen durch und/oder Einfuhren der Verstärkungsstäbe in die Faserschicht umfassen.
Insbesondere können die Verstärkungsstäbe derart in den Formkern eingebracht werden, vorzugsweise eingeschossen werden, dass sich diese ganz oder teilweise durch den Formkern erstrecken, vorzugsweise auch ganz oder teilweise durch die Faserschicht erstrecken. Vorzugsweise können die Verstärkungsstäbe derart in den Formkern eingebracht werden, dass sie im Schichtaufbau liegen und insbesondere nicht aus dem Schichtaufbau herausragen.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden die Verstärkungsstäbe mit einem Druck zwischen 1 bar und 10 bar, vorzugsweise mit einem Druck zwischen 4 bar und 8 bar, weiter vorzugsweise mit einem Druck von 7 bar in den Formkern eingebracht. Insbesondere bevorzugt können die Verstärkungsstäbe in den Formkern eingeschossen und/oder eingehämmert werden. Ferner können die Verstärkungsstäbe beispielsweise mittels eines Federsystems in den Formkern eingebracht, vorzugsweise getackert, werden.
Vorzugsweise können die Verstärkungsstäbe mit einem Druck und/oder einer Geschwindigkeit in den Formkern eingeschossen werden, sodass die Verstärkungsstäbe in den Formkern eingebracht werden, sodass die Verstärkungsstäbe im Ganzen innerhalb des Schichtaufbaus liegen. Insbesondere werden die Verstärkungsstäbe hierbei nicht durch den gesamten Schichtaufbau durchgeschossen. Insbesondere ist es bevorzugt, dass ein eingebrachter Verstärkungsstab nicht aus dem Schichtaufbau herausragt.
Insbesondere bevorzugt können Verstärkungsstäbe einzeln in den Formkern eingebracht werden. Weiter bevorzugt können die Verstärkungsstäbe in Gruppen eingebracht werden. Vorzugsweise umfassen hierbei die Gruppen gleichgerichtete und/oder voneinander beabstandete, insbesondere regelmäßig voneinander beabstandete, Verstärkungsstäbe. Ferner können vorzugsweise eine erste Gruppe und eine zweite Gruppe zeitgleich in den Formkern eingebracht werden. Vorzugsweise können die erste Gruppe und die zweite Gruppe zeitgleich oder zeitversetzt in den Formkern eingebracht werden. Insbesondere können mehrere Gruppen von zwei oder mehreren Verstärkungsstäben zeitgleich oder zeitversetzt in den Formkern eingebracht werden. Insbesondere bevorzugt kann das Einbringen der Verstärkungsstäbe ein Bereitstellen eines Verstärkungsmaterials, ein Schneiden eines Verstärkungsstabs von dem Verstärkungsmaterial und ein Einführen des Verstärkungsstabs in den Formkern umfasst, wobei vorzugsweise der Verstärkungsstab durch die Faserschicht durchgeführt wird.
Vorzugsweise kann ein eingebrachter Verstärkungsstab einen Überstand aufweisen, der aus dem Formkern und/oder aus der Faserschicht ragt, aufweisen, wobei dem Einbringen der Verstärkungsstäbe hierbei der Schritt eines Abtrag e ns des Überstands nachgelagert sein kann.
Weiter vorzugsweise kann eine Faserschicht nach dem Durchführen der Verstärkungsstäbe und ggf. nach dem Abtragen von Überständen versiegelt werden. Insbesondere bevorzugt kann der Schritt des Einbringens der Verstärkungselemente in den Formkern folgende, sich wiederholende Schritte umfassen: Bereitstellen eines Endlosverstärkungsmaterials, vorzugsweise aufgewickelt auf einer Spule, Schneiden des Endlosverstärkungsmaterials auf eine definierte Länge, vorzugsweise mit einem Handgerät und Einbringen eines geschnittenen Verstärkungsstabs in den Formkern. Insbesondere bevorzugt kann der Schritt des Bereitstellens des Endlosverstärkungsmaterials ein Auswählen eines Verstärkungsmaterials aus einer Gruppe von Materialien, die eine höhere Steifigkeit als das Formkernmaterial aufweist, umfassen.
Weiter vorzugsweise kann der Schritt des Bereitstellens des Endlosverstärkungsmaterials ein Auswählen eines Verstärkungsmaterials und Aufträgen eines Haftvermittlers auf eine Oberfläche des Verstärkungsmaterials umfassen. Hierdurch können insbesondere die
Adhäsionseigenschaften von Oberflächen verbessert werden. Haftvermittler können vorzugsweise als eine Grundierung auf eine Oberfläche des Verstärkungsmaterials aufgetragen werden.
Insbesondere bevorzugt kann das Bereitstellen des Endlosverstärkungsmaterials ein Auswählen eines Verstärkungsmaterials aus einer Gruppe von Materialien umfassend pultrudiertes GFK und/oder pultrudiertes CFK, insbesondere bevorzugt Duromere, und/oder Holz und/oder Aluminium, umfassen.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann der Schritt des Einbringens der Verstärkungselemente in den Formkern ein Durchführen der Verstärkungselemente durch die Faserschicht umfassen.
Ferner ist es bevorzugt, dass die Verstärkungsstäbe in den Formkern eingeschossen werden, vorzugsweise mit einer Luftpistole. Hierbei wird keine spezifische Fertigungsanlage benötigt. Die Luftpistole kann beispielsweise manuell durch ein Personal betätigt werden. Vorteilhaft daran ist, dass die Verstärkungsstäbe unabhängig von einer Geometrie des Faserverbund halbzeugs in den Formkern eingebracht werden können. Darüber hinaus können hierdurch die Verstärkungsstäbe einzeln, insbesondere in Abhängigkeit zu erwartender Belastungen, in den Formkern eingebracht werden. Dieser Fertigungsschritt kann als ein Zwischenschritt in die herkömmliche Abfolge von Fertigungsschritten integriert werden. Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die eingangs genannte Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Herstellen eines Faserverbundbauteils, insbesondere für eine Windenergieanlage, vorzugsweise für ein Rotorblatt einer Windenergieanlage, umfassend die Schritte: Herstellen eines Faserverbund halbzeugs, Kontaktieren des Formkerns und der in den Formkern eingebrachten Verstärkungsstäbe mit einem Matrixmaterial, wobei das Matrixmaterial die Verstärkungsstäbe zumindest teilweise und den Formkern einbettet, und Aushärten des Matrixmaterials, wobei das ausgehärtete Matrixmaterial einen Verbund bildet und den Verbund an die Faserschicht anbindet.
Gemäß der vorgeschlagenen Lösung der Erfindung können die Faserverbund bauteile durch eine Harzinfusion, vorzugsweise eine Vakuuminfusion, hergestellt werden. Hierbei werden die Bestandteile des Faserverbund bauteils mit einem temperierten und flüssigen Matrixmaterial kontaktiert. Hierdurch können trockene Fasern der Bestandteile vollständig mit dem Matrixmaterial getränkt und durch Aushärten des Matrixmaterials gehärtet
werden. Vorliegend umfasst das Formkernmaterial trockene Fasern. Darüber hinaus kann die Faserschicht trockene Fasern umfassen.
Bei einer Vakuuminfusion wird das Faserverbund halbzeug mit einer Folie versehen, die das Faserverbund halbzeug insbesondere im Wesentlichen fluiddicht umschließt, um einen von der Folie umgebenden Raum, insbesondere mittels einer Vakuumpumpe, zu evakuieren. Infolgedessen weist das Faserverbund halbzeug, insbesondere die Bestandteile des Faserverbund halbzeugs umfassend die trockenen Fasern, vorzugsweise das Formkernmaterial und/oder das Faserschichtmaterial, keine Luft mehr auf. Der Luftdruck presst hierbei die Faserschicht und den Formkern zusammen und fixiert diese darüber hinaus. Bei diesem Verfahren kann das temperierte, flüssige Matrixmaterial durch das angelegte Vakuum in das Formkern material und/oder in das Faserschichtmaterial gesaugt werden.
Das Aushärten des Matrixmaterials kann insbesondere thermisch und/oder in Abhängigkeit einer Reaktion erfolgen. Insbesondere durch die Reihenfolge der Fertigung, umfassend zunächst das Herstellen des Faserverbund halbzeugs und anschließendem Tränken der Fasern der Bestandteile mit Matrixmaterial und Aushärten des Matrixmaterials, können die durch das Einbringen der Verstärkungsstäbe in den Formkern entstehenden Einbringstellen von dem Matrixmaterial aufgefüllt und verschlossen werden. Hierdurch kann insbesondere ein Lochleibungsversagen verhindert werden.
Im ausgehärteten Zustand kann das Matrixmaterial insbesondere den Formkern an die Faserschicht anbinden. Vorzugsweise kann das Matrixmaterial auch die Verstärkungsstäbe an den Formkern sowie an die Faserschicht anbinden. Hierdurch können etwaige Fehlstellen im Kontaktbereich zwischen Formkern und Faserschicht bzw. Formkern und Matrixmaterial ausgeglichen werden. Durch eine derartige zusätzliche Verstärkung des Faserverbund bauteils können auch Schwächungen des Verbunds durch Rissbildungen, die bei einem Aushärten des Matrixmaterials entstehen können, ausgeglichen werden.
Insbesondere ist es bevorzugt, dass hierdurch die Bestandteile des Faserverbund halbzeugs und insbesondere des Faserverbund bauteils dauerhaft miteinander verbunden und/oder aneinander fixiert und/oder aneinander zum Haften gebracht ist, sodass ein dreidimensionales Bauteil entsteht.
Für weitere Vorteile, Ausführungsvarianten und Au sf ü h ru ng sd eta i Is dieser weiteren Aspekte und ihrer möglichen Fortbildungen wird auch auf die zuvor erfolgte Beschreibung zu den entsprechenden Merkmalen und Fortbildungen des Verfahrens verwiesen.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele werden exemplarisch anhand der beiliegenden Figuren erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische, dreidimensionale Ansicht einer beispielhaften
Ausführungsform einer Windenergieanlage;
Fig. 2 eine schematische, dreidimensionale Darstellung eines
Faserverbund halbzugs gemäß einem Ausführungsbeispiel; Fig. 3 schematische, dreidimensionale Darstellung eines Faserverbund bauteils gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 4 schematische, dreidimensionale Darstellung eines Faserverbund halbzeugs gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 5 schematische, dreidimensionale Schnittdarstellung eines Rotorblatts gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig.6 schematische, zweidimensionale Darstellung eines Rotorblatts gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 7 exemplarische Verfahrensschritte zum Herstellen eines
Faserverbundhalbzeugs gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 8 exemplarische Verfahrensschritte zum Herstellen eines
Faserverbund bauteils gemäß einem Ausführungsbeispiel.
In den Figuren sind gleiche oder im Wesentliche funktionsgleiche bzw. -ähnliche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
Fig. 1 zeigt eine schematische, dreidimensionale Ansicht einer beispielhaften Ausführungsform einer Windenergieanlage. Die Windenergieanlage 100 weist einen Turm 102 und eine Gondel 104 auf dem Turm 102 auf. An der Gondel 104 ist ein
aerodynamischer Rotor 106 mit drei Rotorblättern 108 und einem Spinner 1 10 vorgesehen. Der aerodynamische Rotor 106 wird im Betrieb der Windenergieanlage durch den Wind in eine Drehbewegung versetzt und dreht somit auch einen elektrodynamischen Rotor oder Läufer eines Generators, welcher direkt oder indirekt mit dem aerodynamischen Rotor 106 gekoppelt ist. Der elektrische Generator ist in der Gondel 104 angeordnet und erzeugt elektrische Energie. Faserverbund bauteile 200 können für unterschiedliche Komponenten der Windenergieanlage 100 genutzt werden. Gemäß dieser beispielhaften Ausführungsform umfasst ein Rotorblatt 108 ein Rotorblattelement 1080 mit mindestens einem Faserverbund bauteil 200 wie hierin beschrieben.
In Figur 2 ist eine schematische, dreidimensionale Ansicht eines Faserverbund halbzeugs 210 gezeigt. Das Faserverbundhalbzeug 210 umfasst einen Schichtaufbau mit einer oberseitigen Faserschicht 230b, einen Formkern 220 und einer unterseitigen Faserschicht 230b. Zur besseren Darstellung sind in Figur 2 ein Formkernmaterial des Formkerns 220 und ein Faserschichtmaterial der oberseitigen Faserschicht 230a und der unterseitigen Faserschicht 230b durchsichtig dargestellt. Der Formkern 220 beabstandet hierbei die oberseitige Faserschicht 230a und die unterseitige Faserschicht 230b. Darüber hinaus umfasst das Faserverbund halbzeug 210 eine Vielzahl von Verstärkungsstäben 240, die in einem Winkel größer 0° zu einer Formkernebene 2210 und in einem Winkel ungleich 90° zu der Formkernebene 2210 in den Formkern 220 eingebracht sind. Die Verstärkungsstäbe 240 erstrecken sich gemäß dieser beispielhaften Ausführungsform durch die oberseitige Faserschicht 230a, den Formkern 220 und die unterseitige Faserschicht 230b. Hierdurch können die Faserschichten 230a, b an den Formkern 220 angebunden werden und insbesondere eine Übertragung von Schubkräften zwischen den Faserschichten 230a, b und vorzugsweise zwischen einer der Faserschicht 20a, b und dem Formkern 220, verbessert werden.
Figur 3 zeigt ein Faserverbund bauteil 200 mit einer oberseitigen Faserschicht 230b, einem Formkern 220, einer unterseitigen Faserschicht 230b und einer Vielzahl von Verstärkungsstäben in einer schematischen, dreidimensionalen Ansicht. Der Formkern 220 weist hierbei eine flächige Erstreckung in einer Formkernebene 2210 und eine
Erstreckung in Dickenrichtung, definiert durch die Dicke 2220, die sich orthogonal zu der Formkernebene erstreckt, auf. Die Formkernebene 2210 ist hierbei im Wesentlichen durch eine Längsachse und eine Querachse des Formkerns aufgespannt. Hierbei ist es insbesondere bevorzugt, dass sich die Längsachse und die Querachse in einem Mittelpunkt und/oder einem Schwerpunkt des Faserverbund bauteils 200 schneiden.
Eine Endfläche des Schichtaufbaus, definiert durch eine Oberfläche der oberen Faserschicht 320a weist gemäß dieser Ausführungsform mehrere Einbringstellen 310a-e auf. Die Einbringstellen 310a-e definieren hierbei mehrere Einbring bereiche 320a-e, die voneinander beabstandet sind. Erste Einbring bereiche 320a-c sind im Wesentlichen in Form einer Linie ausgebildet und umfassen jeweils drei Einbringstellen 310a-c. In dieser Ausführungsform sind zweite Einbring bereiche 320d,e vorgesehen, die durch Einbringstellen 310d,e definiert sind. Diese Einbring bereiche 320d,e umfassen vier Einbringstellen 31 Oe bzw. fünf Einbringstellen 31 Od, die im Wesentlichen ringförmig angeordnet sind. Das Faserverbund bauteil 200 weist gemäß diesem Ausführungsbeispiel Bereiche mit mehreren Verstärkungsstäben 3300 und Bereiche mit weniger Verstärkungsstäben 3400 auf.
Das Faserverbund bauteil 200 umfasst ein ausgehärtetes Matrixmaterial, das die Verstärkungsstäbe in den Formkern 220 und in die Faserschichten 230a, b einbettet. Das Matrixmaterial bindet hierbei einen Verbund aus Formkern 220 und Verstärkungsstäbe an die Faserschichten 230a, b an. Darüber hinaus verschließt das Matrixmaterial die Einbringstellen 310a-e Hierdurch kann insbesondere ein Lochleibungsversagen verhindert werden.
Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung eines Faserverbundhalbzeugs 210 in einer dreidimensionalen Ansicht. Das Faserverbundhalbzeug 210 weist eine oberseitige Faserschicht 230a, einen Formkern 220 und eine unterseitige Faserschicht 230b auf. Zur besseren Darstellung sind in Figur 4 ein Formkernmaterial des Formkerns 220 und ein Faserschichtmaterial der oberseitigen Faserschicht 230a und der unterseitigen Faserschicht 230b durchsichtig dargestellt. Der Formkern 220 dient hierbei als Distanzhalter und beabstandet die oberseitige Faserschicht 230a von der unterseitigen Faserschicht 230b. Die obere Endfläche des Schichtaufbaus, umfassend die
Faserschichten 230a, b und den Formkern 220, die durch eine Oberfläche der oberseitigen Faserschicht 230a definiert ist, weist fünf Einbringstellen 310 auf, die einen im Wesentlichen ringförmigen Einbring bereich 320 definieren. Die Einbringstellen 310 sind im Wesentlichen gleichmäßig voneinander beabstandet. Ausgehend von den Einbringstellen erstrecken sich die Ve rstärku ngsstä be 240 durch die oberseitige
Faserschicht 230a in den Formkern 220. Hierbei erweitert sich ein maximaler Durchmesser des Einbringbereichs 320 über die Dicke des Formkerns 220. Die Verstärkungsstäbe 240 definieren hierbei im Wesentlichen einen Kegelstumpf.
Figur 5 zeigt eine schematische, dreidimensionale Ansicht einer Schnittdarstellung eines Rotorblatts 108. Das Rotorblatt 108 weist ein Rotorblattelement 1080 auf, dass ein Faserverbund bauteil 200 umfasst. Das Faserverbundbauteil 200 weist hierbei eine Vielzahl von Verstärkungsstäben 240 auf, die das Faserverbund bauteil 200 und mithin auch das Rotorblattelement 1080 bzw. das Rotorblatt 108 verstärken.
Figur 6 zeigt entsprechend ein Rotorblatt 108 in einer schematischen, zweidimensionalen Ansicht mit einem Rotorblattelement 1080, dass ein Faserverbund bauteil 200 umfasst.
Figur 7 zeigt ein Verfahren zum Herstellen eines Faserverbund halbzeugs zum Herstellen eines Faserverbundbauteils. Hierbei werden zunächst die einzelnen Bestandteile des Faserverbundhalbzeugs, umfassend einen Formkern 710 und zwei Faserschichten 720, 730, bereitgestellt. In einem nächsten Schritt 740 werden diese Bestandteile schichtförmig in der Reihenfolge Faserschicht - Formkern - Faserschicht angeordnet, sodass eine erste Faserschicht eine unterseitige Faserschicht, eine zweite Faserschicht eine oberseitige Faserschicht bildet und die Faserschichten von dem Formkern beabstandet werden. Ferner wird ein Endlosverstärkungsmaterial, das auf einer Spule aufgewickelt ist, bereitgestellt 750 und mit einem Handgerät auf eine definierte Länge geschnitten 751. Derart geschnittenes Endlosverstärkungsmaterial definiert einen Verstärkungsstab und wird in den Schichtaufbau, umfassend den Formkern und die zwei Faserschichten, eingegeben 760. Hierbei wird der Verstärkungsstab, insbesondere eine Luftpistole zum Einschießen des Verstärkungsstabs, zunächst in einem Winkel kleiner 90° und größer 0° zu der Formkernebene positioniert 761. Darauf folgend wird der Verstärkungsstab mit der Luftpistole durch die oberseitige Faserschicht in den Formkern eingeschossen 762. Die Schritte des Schneidens des Endlosverstärkungsmaterials auf eine definierte Länge 751 , des Positionierens des so geschnittenen Verstärkungsstabs 761 und des Einschießens des Verstärkungsstabs durch die oberseitige Faserschicht in den Formkern 762 werden mehrfach wiederholt. Hierbei wird das Endlosverstärkungsmaterials auf unterschiedliche Längen geschnitten und in unterschiedlichen Winkeln in den Schichtaufbau eingeschossen.
In Figur 8 sind einzelne Verfahrensschritte 810-890 eines Verfahrens zum Herstellen eines Faserverbund bauteils gezeigt. Hierbei wird zunächst ein Faserverbund halbzeug 810-862 hergestellt. Hierbei werden zunächst ein Formkern 810 und eine Faserschicht 820 bereitgestellt. In einem nächsten Schritt werden diese Bestandteile schichtförmig angeordnet in der Reihenfolge Faserschicht 820 - Formkern 810, sodass die Faserschicht eine unterseitige Faserschicht bildet und der Formkern an die Faserschicht
angrenzt. Darüber hinaus werden Verstärkungsstäbe bereitgestellt 850. Die Verstärkungsstäbe werden einzeln mit einer Luftpistole in den Formkern eingegeben 860. Hierbei wird eine Luftpistole mit einem Verstärkungsstab zunächst in einem Winkel kleiner 90° und Größe 0 zu der Formkernebene an dem Formkern positioniert 861 . Darauf folgend wird der Verstärkungsstab mit der Luftpistole in den Formkern eingeschossen 862, sodass sich dieser durch den Formkern erstreckt. Ferner wird eine Faserschicht bereitgestellt 830 und schichtförmig auf dem Formkern angeordnet 870, sodass diese eine oberseitige Faserschicht bildet und durch den Formkern von der unterseitigen Faserschicht beabstandet ist. In einem darauf folgenden Schritt wird der Schichtaufbau mit einer Folie versehen 880 und der von der Folie umgebene Schichtaufbau mit einer Vakuumpumpe evakuiert 881. Dadurch wird ein temperiertes, flüssiges Matrixmaterial in den Schichtaufbau, also in den Formkern und in die Faserschichten, gesaugt 882. In diesem Schritt werden das Faserschichtmaterial der Faserschichten und das Formkernmaterial des Formkerns mit dem Matrixmaterial getränkt. Schließlich wird das Matrixmaterial ausgehärtet 890. Das ausgehärtete
Matrixmaterial bettet die in den Formkern eingebrachten Verstärkungsstäbe ein und bindet die einzelnen Bestandteile, also die Faserschichten, den Formkern und die Verstärkungsstäbe, aneinander.
Faserverbund bauteile bzw. Faserverbundhalbzeuge umfassend eine Faserschicht 230a, b einen Formkern 220 und in den Formkern 220 eingebrachte Verstärkungsstäbe 240 gemäß der Lösung der Erfindung haben verschiedene Vorteile. Insbesondere kann durch das Einbringen Verstärkungsstäbe 240 in unterschiedlichen Winkeln eine Schubsteifigkeit und eine Biegesteifigkeit des Faserverbund bauteils 200 erhöht werden. Darüber hinaus kann insbesondere eine Eigenschaft des Faserverbund bauteils 200 an lokale Belastungen angepasst werden, um hierdurch eine optimale Materialausnutzung im Sinne des Leichtbaus zu ermöglichen.
Bezuqszeichenliste
100 Windenergieanlage
102 Turm
104 Gondel
106 aerodynamischer Rotor
108 Rotorblatt
1 10 Spinner
200 Faserverbund bauteil
210 Faserverbund halbzeug
220 Formkern
230a, b Faserschicht; oberseitige Faserschicht, unterseitige Faserschicht
240 Verstärkungsstab
310, 310a-e Einbringstelle
320, 320a-e Einbringbereich
710 Bereitstellen eines Formkerns
720 Bereitstellen einer Faserschicht, unterseitig
730 Bereitstellen einer Faserschicht, oberseitig
740 schichtförmiges Anordnen
750 Bereitstellen eines Endlosverstärkungsmaterials
751 Schneiden des Endlosverstärkungsmaterials auf eine definierte Länge
(Verstärkungsstab)
760 Eingeben der Verstärkungsstäbe
761 Positionieren des Verstärkungsstabs bzw. der Luftpistole
762 Einschießen des Verstärkungsstabs
810 Bereitstellen eines Formkerns
820 Bereitstellen einer Faserschicht, unterseitig
830 Bereitstellen einer Faserschicht, oberseitig
840 schichtförmiges Anordnen
850 Bereitstellen von Verstärkungsstäben
860 Eingeben der Verstärkungsstäbe
861 Positionieren des Verstärkungstabs
862 Einschießen des Verstärkungsstabs
870 schichtförmiges Anordnen
880 Versehen des Schichtaufbaus mit einer Folie 881 Evakuieren des Schichtaufbaus
882 Saugen des Matrixmaterials in den Schichtaufbau 890 Aushärten des Matrixmaterials
1080 Rotorblattelement
2210 Formkernebene
2220 Dicke
3300 Bereich mit mehreren Verstärkungsstäben 3400 Bereich mit weniger Verstärkungsstäben