Verfahren zum Aktivieren einer auf einem Verbund abgeschiedenen
photokatalytisch wirksamen Deckschicht
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aktivieren einer auf einem Verbund
abgeschiedenen photokatalytisch wirksamen Deckschicht mittels einer Strahlung, wobei ein Verbund im Erfindungssinn mindestens ein Substrat und ein Schichtsystem bestehend aus einer oder mehreren auf dem Substrat abgeschiedene Schichten umfasst.
Das Benutzen von Gebrauchsgegenständen führt zwangsläufig dazu, dass sich auf der Oberfläche der Gebrauchsgegenstände organische Verschmutzungen und Biofilme ablagern, welche auch das Risiko von Keimübertragungen in sich bergen können. Eine mögliche Form der Risikominimierung besteht darin, Oberflächen derart zu gestalten, dass möglichst keine Verschmutzungen an der Oberfläche haften bleiben, wie es zum Beispiel vom sogenannten Lotoseffekt her bekannt ist.
Es sind auch Lösungen bekannt, bei denen Oberflächen mit antibakteriellen Wirkstoffen versehen sind, um organischen Verschmutzungen und Biofilme unschädlich zu machen. In DE 10 2007 021 104 A1 wird beispielsweise vorgeschlagen, einem Trägermedium einen kolloidal und/oder nanoskalig vorliegenden antimikrobiell wirkenden Stoff zuzuordnen. Nachteilig wirkt sich hierbei aus, dass diese Vorgehensweise vornehmlich bei aus Fasern bestehenden Oberflächen angewendet werden kann.
Eine weitere Form einer Oberflächenausstattung ist das Verwenden von photokatalytisch aktiven Materialien. Hierfür wird oftmals Titandioxid verwendet. In DE 102 10 465 A1 wird beispielsweise vorgeschlagen, eine photokatalytisch wirksame Dünnschicht auf einem offenporigen Träger abzuscheiden, wobei als photokatalytisch wirksames Material auch Titandioxid benannt ist. Durch das Einwirken von Licht im Wellenlängenbereich vom nahen UV wird aufgrund der chemischen Struktur des Materials Photokatalyse ausgelöst. Dadurch werden organische Verunreinigungen inaktiviert und oxidativ zu Kohlendioxid und Wasser zersetzt.
Eine solche UV-Aktivierung erfolgt oftmals durch Sonneneinstrahlung und ist damit sowohl tageszeit- als auch wetterabhängig. Werden künstliche Leuchtmittel für eine UV-
Bestrahlung beispielsweise in Innenräumen verwendet, müssen Personen in der Umgebung vor dem erhöhten, schädlichen UV-Anteil sicher geschützt werden. Das resultiert entweder in einem geringen Abstand der Leuchtquelle zur zu bestrahlenden Oberfläche, um damit Strahlung mit geringstmöglicher Intensität zu applizieren oder erfordert ein UV-Behandlung in einer gesicherten Umgebung, d.h. es dürfen sich während der Behandlung keine
Personen im Anwendungsbereich aufhalten. Beide Vorgehensweisen schränken die
Praxistauglichkeit des Photokatalyseansatzes zur Oberflächenreinigung enorm ein, insbesondere auch, da das Aktivieren des Photokatalyseeffektes oftmals Stunden bis hin zu einigen Tagen benötigt.
Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein Verfahren zum Aktivieren einer photokatalytisch wirksamen Deckschicht auf einem Verbund zu schaffen, mittels dessen die Nachteile aus dem Stand der Technik überwunden werden können. Insbesondere soll es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch möglich sein, eine auf einem Verbund abgeschiedene photokatalytisch wirksame Deckschicht unabhängig vom Sonnenlicht zu aktivieren. Des Weiteren soll es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich sein zu ermitteln, wann eine photokatalytisch wirksame Deckschicht aktiviert werden soll.
Die Lösung des technischen Problems ergibt sich durch Gegenstände mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 . Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Während aus dem Stand der Technik zum Aktivieren einer auf einem Verbund
abgeschiedenen photokatalytisch wirksamen Deckschicht lediglich Lösungen bekannt sind, bei denen Strahlung zum Aktivieren der photokatalytisch wirksamen Deckschicht von außerhalb auf die Deckschichtoberfläche auftrifft, zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren dadurch aus, dass eine auf einem Verbund abgeschiedene photokatalytisch wirksame Deckschicht, von der Rückseite der Deckschicht her, mittels einer Strahlung aktiviert wird, indem mindestens ein, eine Strahlung erzeugendes, Element innerhalb des Verbundes und unterhalb der photokatalytisch wirksamen Deckschicht ausgebildet wird, welches eine Strahlung zum Aktivieren der photokatalytisch wirksamen Deckschicht aussendet. Das mindestens eine Strahlung erzeugende erste Element kann beispielsweise UV-Strahlung aussenden, welche die photokatalytisch wirksame Deckschicht von der Rückseite her durchdringt und welche die photokatalytisch wirksame Deckschicht auch an der Deckschichtoberfläche aktiviert.
Des Weiteren kann mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens auch erfasst werden, ob die Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht verschmutzt ist und somit, ob die photokatalytisch wirksame Deckschicht überhaupt aktiviert werden muss.
Bei einer Ausführungsform werden hierzu innerhalb des Verbundes und unterhalb der photokatalytisch wirksamen Deckschicht mindestens ein lichterzeugendes zweites Element und mindestens ein Sensor ausgebildet, wobei mittels des Sensors ein Istwert einer eine Lichtstrahlung charakterisierenden physikalischen Größe erfasst wird, wobei diese
Lichtstrahlung von einem lichterzeugenden zweiten Element abgestrahlt wird. Das lichterzeugende zweite Element kann entweder ebenfalls innerhalb des Verbundes und unterhalb der photokatalytisch wirksamen Deckschicht ausgebildet oder alternativ außerhalb des Verbundes angeordnet werden. Innerhalb einer Auswerteeinrichtung wird schließlich der mittels des Sensors erfasste Istwert mit einem ersten Schwellwert verglichen und das mindestens eine, eine Strahlung erzeugende, erste Element angeschaltet, wenn der Istwert den ersten Schwellwert unterschreitet oder überschreitet. Ob ein Unterschreiten oder ein Überschreiten des ersten Schwellwertes zum Anschalten des mindestens einen, eine Strahlung erzeugenden, ersten Elements führt, ist abhängig davon, welcher Parameter des lichterzeugenden zweiten Elements mittels des Sensors erfasst wird. Wird beispielsweise mittels des Sensors die Intensität der Lichtstrahlung des lichterzeugenden zweiten Elements erfasst, welche sich durch eine Verschmutzung der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht verringern würde, dann führt ein Unterschreiten des ersten Schwellwertes zum Anschalten des mindestens einen, eine Strahlung erzeugenden, ersten Elements.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird das eine Strahlung erzeugende erste Element wieder ausgeschaltet, wenn ein mittels des mindestens einen Sensors (1 6; 26) erfasster Istwert einen zweiten Schwellwert überschreitet, sofern ein Unterschreiten des ersten Sollwertes zum Einschalten des mindestens einen, eine Strahlung erzeugenden, ersten Elements führt bzw. wird das eine Strahlung erzeugende erste Element wieder
ausgeschaltet, wenn ein mittels des mindestens einen Sensors erfasster Istwert einen zweiten Schwellwert unterschreitet, sofern ein Überschreiten des ersten Sollwertes zum Einschalten des mindestens einen, eine Strahlung erzeugenden, ersten Elements führt.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Fig. zeigen:
Fig. 1 ein zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignetes Bauteil in einer schematischen Schnittdarstellung;
Fig. 2 ein zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignetes alternatives Bauteil in einer schematischen Schnittdarstellung.
In Fig. 1 ist ein Bauteil 10 schematisch in einer Schnittdarstellung abgebildet, mit welchem das erfindungsgemäße Verfahren ausführbar ist. Das Bauteil 10 umfasst ein Substrat 1 1 und ein darauf abgeschiedenes Schichtsystem 12, bestehend aus einer Anzahl von
Einzelschichten. Das Substrat 1 1 und das Schichtsystem 12 werden im Erfindungssinn zusammen als Verbund bezeichnet. Oberhalb des Schichtsystems 12 wurde auf dem Verbund noch eine photokatalytisch wirksame Schicht 13 abgeschieden.
Erfindungsgemäß wird unterhalb der photokatalytisch wirksamen Schicht 13 und innerhalb des Schichtsystems 12 mindestens ein erstes Element 14 ausgebildet, welches eine
Strahlung erzeugt, mittels der die photokatalytisch wirksame Schicht 13 aktiviert werden kann. Das erste Element 14 kann beispielsweise UV-Strahlung zum Aktivieren der photokatalytisch wirksamen Schicht 13 erzeugen. Alternativ kann das erste Element 14 auch eine andere aus dem Stand der Technik bekannte Strahlung erzeugen, mittels der eine photokatalytisch wirksame Schicht aktiviert werden kann.
Unterhalb der photokatalytisch wirksamen Schicht 13 und innerhalb des Schichtsystems 12 wird ferner mindestens ein lichterzeugendes zweites Element 1 5 ausgebildet, welches beispielsweise Lichtstrahlung im, mit einem menschlichen Auge erfassbaren,
Wellenlängenbereich erzeugen kann. Alternativ kann das lichterzeugende zweite Element 1 5 aber auch eine Strahlung in einem anderen Wellenlängenbereich, wie zum Beispiel im
Infrarot- oder Ultraviolettbereich erzeugen.
Mittels der Lichtstrahlung des lichterzeugenden zweiten Elements kann ermittelt werden, ob die Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 13 verschmutzt ist. Die vom zweiten Element erzeugte Lichtstrahlung, die in Fig. 1 mit einem vom zweiten Element 1 5
abgehenden Pfeil schematisch dargestellt ist, wird zumindest teilweise von der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Schicht 13 reflektiert (gestrichelter Pfeil in Fig. 1 ). Die von der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Schicht 13 reflektierte Lichtstrahlung des zweiten Elements 1 5 wird mittels eines Sensors 1 6 erfasst, wobei der Sensor 16 ebenfalls unterhalb der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 13 und innerhalb des Schichtsystems 12 ausgebildet wird. Je stärker die Oberfläche der katalytisch wirksamen Schicht 13 verschmutzt ist, umso mehr wird die vom zweiten Element 1 5 abgegebene Lichtstrahlung vom Schmutz auf der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 13 absorbiert bzw. optisch gestreut und umso weniger reflektierte Lichtstrahlung wird vom Sensor 16 erfasst. Die vom Sensor 16 erfassten Istwerte für die Intensität der reflektierten
Lichtstrahlung werden an eine Auswerteeinrichtung weitergeleitet und mit einem Sollwert für die Intensität der reflektierten Lichtstrahlung verglichen. Die Auswerteeinrichtung kann beispielsweise innerhalb des Bauteils 10 ausgebildet sein oder sich alternativ auch außerhalb des Bauteils 10 befinden. Unterschreitet ein Istwert den Sollwert, was gleichbedeutend damit ist, dass die Verschmutzung auf der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 13 einen unerwünschten Verschmutzungsgrad überschritten hat, erzeugt die Auswerteeinrichtung ein erstes Signal, mittels dessen das eine Strahlung erzeugende erste Element 14 eingeschaltet wird. Dadurch wird die photokatalytisch wirksame Deckschicht 13 aktiviert, was einen Abbau bzw. zumindest eine Inaktivierung der Verschmutzung auf der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 13 bewirkt.
Mit dem Rückgang der Verschmutzung auf der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 13 steigen auch wieder die mit dem Sensor 1 6 erfassten Istwerte für die Intensität der reflektierten Lichtstrahlung. Überschreitet ein mittels des Sensors 16 erfasster Istwert für die Intensität der reflektierten Lichtstrahlung einen zweiten Sollwert für die Intensität der reflektierten Lichtstrahlung, was gleichbedeutend damit ist, dass die
Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 13 wieder einen erwünschten Reinheitsgrad erreicht hat, erzeugt die Auswerteeinrichtung ein zweites Signal, mittels dessen das eine Strahlung erzeugende erste Element 14 ausgeschaltet wird.
Mittels des erfindungsgemäßen Vorgehens wird eine photokatalytisch wirksame
Deckschicht nur dann aktiviert, wenn es der Verschmutzungsgrad der photokatalytisch wirksamen Deckschicht erforderlich macht. Damit ist das erfindungsgemäße Verfahren besonders energieeffizient. Eine Ausführungsform gemäß Fig. 1 hat auch den Vorteil, dass keine externe Strahlungsquelle zum Aktivieren der photokatalytisch wirksamen Deckschicht
erforderlich ist, wodurch auch eine Unabhängigkeit vom Tageslicht gegeben ist, mit dem photokatalytisch wirksame Deckschichten oftmals aktiviert werden.
Beispielsweise aus WO 2012/163312 A1 sind sogenannte bidirektionale Displays bekannt. Diese bidirektionalen Displays umfassen einen Verbund, bestehend aus einem Substrat und einem darauf abgeschiedenen Schichtsystem, wobei innerhalb des Verbundes eine Vielzahl von lichtemittierenden Elementen und eine Vielzahl von lichtdetektierenden Elementen ausgebildet sind. Dabei sind sowohl die lichtemittierenden Elemente als auch die
lichtdetektierenden Elemente jeweils matrixförmig und ineinander verschachtelt angeordnet, so dass die lichtemittierenden Elemente und die lichtdetektierenden Elemente abwechselnd nebeneinander liegend ausgebildet sind.
Ein solches bidirektionales Display ist für das Umsetzen der zu Fig. 1 beschriebenen erfindungsgemäßen Vorgehensweise geeignet. Dabei können beispielsweise die
lichtemittierenden Elemente und die lichtdetektierenden Elemente eines bidirektionalen Displays in Segmente unterteilt werden und in jedem Segment jeweils mindestens ein lichtemittierendes Element des bidirektionalen Displays als eine Strahlung erzeugendes erstes Element 14, mindestens ein lichtemittierendes Element des bidirektionalen Displays als lichterzeugendes zweites Element 1 5 und mindestens ein lichtdetektierendes Element des bidirektionalen Displays als Sensor 16 ausgebildet werden. Ferner wird noch eine photokatalytisch wirksame Deckschicht auf dem bidirektionalen Display abgeschieden. Mittels eines solchen erfindungsgemäß umgesetzten bidirektionalen Displays kann beispielsweise ein Fingerprintsensor oder ein Touch-Display ausgebildet werden, welche Verschmutzungen auf der Oberfläche selbstständig erkennen und unabhängig von externen Strahlungsguellen entfernen bzw. inaktivieren können.
Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung wird ein und dasselbe Bauelement, welches unterhalb der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 13 und innerhalb des Verbundes ausgebildet wird, sowohl als eine Strahlung erzeugendes erstes Element 14 und auch als lichterzeugendes zweites Element 1 5 verwendet, wobei mit diesem Bauelement zum Beispiel eine Strahlung mit geringerer Leistungsstärke erzeugt wird, in den
Zeitintervallen, in denen dieses Bauelement als lichterzeugendes zweites Element verwendet wird, gegenüber den Zeitintervallen, in denen das Bauelement als eine Strahlung
erzeugendes erstes Element verwendet wird.
Eine weitere alternative erfindungsgemäße Vorgehensweise ist mit einem in Fig. 2 schematisch in einer Schnittdarstellung abgebildeten Bauteil 20 möglich. Das Bauteil 20 umfasst ein Substrat 21 und ein darauf abgeschiedenes Schichtsystem 22, bestehend aus einer Anzahl von Einzelschichten. Das Substrat 21 und das Schichtsystem 22 werden im Erfindungssinn zusammen als Verbund bezeichnet. Oberhalb des Schichtsystems 22 wurde auf dem Verbund noch eine photokatalytisch wirksame Schicht 23 abgeschieden.
Erfindungsgemäß wird unterhalb der photokatalytisch wirksamen Schicht 23 und innerhalb des Schichtsystems 22 mindestens ein erstes Element 24 ausgebildet, welches eine
Strahlung erzeugt, mittels der die photokatalytisch wirksame Schicht 23 aktiviert werden kann. Das erste Element 24 kann beispielsweise UV-Strahlung zum Aktivieren der photokatalytisch wirksamen Schicht 23 erzeugen. Alternativ kann das erste Element 24 auch eine andere aus dem Stand der Technik bekannte Strahlung erzeugen, mittels der eine photokatalytisch wirksame Schicht aktiviert werden kann.
Außerhalb des Bauteils 20 wird bei diesem Ausführungsbeispiel mindestens ein
lichterzeugendes zweites Element 25 angeordnet, welches beispielsweise Lichtstrahlung, im mit einem menschlichen Auge erfassbaren, Wellenlängenbereich erzeugen kann. Das lichterzeugende zweite Element 25 wird dabei derart angeordnet, dass damit die Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 23 bestrahlt werden kann.
Mittels der Lichtstrahlung des lichterzeugenden zweiten Elements 25 kann ermittelt werden, ob die Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 23 verschmutzt ist. Die vom zweiten Element 25 erzeugte Lichtstrahlung, die in Fig. 2 mit einem vom zweiten Element 25 abgehenden Pfeil schematisch dargestellt ist, durchdringt zumindest teilweise die photokatalytisch wirksame Schicht 23 (Pfeil mit gestrichelter Linie in Fig. 1 ) und trifft auf einen Sensor 26, der unterhalb der photokatalytisch wirksamen Schicht 23 und innerhalb des Schichtsystems 22 ausgebildet wird. Je stärker die Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Schicht 23 verschmutzt ist, umso mehr wird die vom zweiten Element 25 abgegebene Lichtstrahlung vom Schmutz auf der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 23 absorbiert bzw. optisch gestreut und umso weniger
Lichtstrahlung wird vom Sensor 26 erfasst. Die vom Sensor 26 erfassten Istwerte für die Intensität der Lichtstrahlung werden an eine Auswerteeinrichtung weitergeleitet und mit einem Sollwert für die Intensität der Lichtstrahlung verglichen. Die Auswerteeinrichtung kann beispielsweise innerhalb des Bauteils 20 ausgebildet sein oder sich alternativ außerhalb
des Bauteils 20 befinden. Unterschreitet ein Istwert den Sollwert, was gleichbedeutend damit ist, das die Verschmutzung auf der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 23 einen unerwünschten Verschmutzungsgrad überschritten hat, erzeugt die Auswerteeinrichtung ein erstes Signal, mittels dem das eine Strahlung erzeugende erste Element 24 eingeschaltet wird. Dadurch wird die photokatalytisch wirksame Deckschicht 23 aktiviert, was einen Abbau der Verschmutzung auf der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 23 bewirkt.
Mit dem Rückgang der Verschmutzung auf der Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 23 steigen auch wieder die mit dem Sensor 26 erfassten Istwerte für die Intensität der Lichtstrahlung. Überschreitet ein mittels des Sensors 1 6 erfasster Istwert für die Intensität der Lichtstrahlung einen zweiten Sollwert für die Intensität der Lichtstrahlung, was gleichbedeutend damit ist, dass die Oberfläche der photokatalytisch wirksamen Deckschicht 23 wieder einen erwünschten Reinheitsgrad erreicht hat, erzeugt die
Auswerteeinrichtung ein zweites Signal, mittels dem das eine Strahlung erzeugende erste Element 24 ausgeschaltet wird.
Auch diese Ausführungsform zeichnet sich durch eine hohe Energieeffizienz aus, weil die photokatalytisch wirksame Deckschicht nur dann aktiviert wird, wenn es ein
Verschmutzungsgrad auf der Oberfläche der Deckschicht erfordert. Allerdings ist bei dieser Ausführungsform ein externes lichterzeugendes zweites Element 25 erforderlich. Als lichterzeugendes zweites Element 25 kann eine künstliche Lichtquelle oder alternativ auch die Sonne verwendet werden.
Als photokatalytisch wirksame Deckschicht kann beim erfindungsgemäßen Verfahren und auch bei den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen zum Beispiel eine Schicht verwendet werden, die Titandioxid enthält. Alternativ können für diese Schichtabscheidung aber auch alle anderen aus dem Stand der Technik bekannten Materialien und
Kombinationen dieser verwendet werden, die photokatalytisch wirksam sind.
Bei einer Ausführungsform wird die photokatalytisch wirksame Deckschicht bei der Schichtabscheidung mit Stickstoff dotiert. Es hat sich gezeigt, dass mit Stickstoff dotiertes Schichtmaterial eine Strahlung zum Aktivieren einer photokatalytisch wirksamen Schicht besonders gut absorbiert, wodurch das Aktivieren der photokatalytisch wirksamen
Deckschicht verbessert wird. Besonders vorteilhaft ist es deshalb, wenn die photokatalytisch
wirksame Deckschicht mit einem Stickstoffgradienten dahingehend ausgebildet wird, dass die photokatalytisch wirksame Deckschicht an der Grenze zum Verbund den geringsten Stickstoffanteil aufweist und an der Schichtoberfläche den größten Stickstoffanteil. Damit wird gewährleistet, dass die photokatalytisch wirksame Deckschicht die Strahlung zum Aktivieren der photokatalytisch wirksamen Deckschicht insbesondere in Bereichen an der Schichtoberfläche absorbiert und somit dort, wo eine Verschmutzung der photokatalytisch wirksamen Deckschicht abgebaut bzw. inaktiviert werden soll.