Bodenlegeeinrichtung und Verfahren zur Herstellung von mit zumindest mit einem Boden versehenen Schlauchstück
Die Erfindung betrifft eine Bodenlegeeinrichtung zur Herstellung von mit zumindest mit einem Boden versehenen Schlauchstücken nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und ein entsprechendes Verfahren
Zum Anformen von Böden an ein Schlauchstück in einer Bodenlegeeinrichtung ist es notwendig, das Schlauchstück zunächst auszurichten, bevor verschiedene Werkzeuge an das Schlauchstück zwecks Anformung von Böden angreifen. Die Schlauchstücke sind dabei mit ihrer Schlauchlängsachse quer zur Transportrichtung angeordnet. Dazu wird in bekannten, gattungsgemäßen Vorrichtungen zur einzelnen Ausrichtung der Schlauchstücke, die vorzugsweise aus Papier bestehen, ein Schlauchausrichtetisch eingesetzt. Das in einer Schlauchstückvereinzelungseinrichtung von einem Schlauchstückstapel vereinzelte Schlauchstück wird unter Anwendung von Transportbändern, welche mit einer Transportgeschwindigkeit bewegt werden, aus dem Schlauchausrichtetisch ausgetragen. Ein solcher Schlauchausrichtetisch ist ausgestattet mit einer Mehrzahl parallel und in Transportrichtung laufender Bänder, die auf der Transportseite befestigte Anschläge aufweisen. Die Anschläge sind im Abstand des Maschinentaktes angeordnet. Im Raum zwischen den Bändern ist jeweils ein Transportband, welches unter einem Neigungswinkel schräg zur Transportrichtung steht, angeordnet. Diese Bänder haben eine gegenüber der Transportgeschwindigkeit erhöhte Geschwindigkeit. Ferner ist in der Regel ein einseitig und vertikal angeordnetes Transportband
vorgesehen, welches die Begrenzung der seitlichen Positionen der
Schlauchstücke übernimmt,
Das mit Taktgeschwindigkeit auf dem Schlauchausrichtetisch aufgelegte Werkstück wird nun von den schräg angeordneten, schneller laufenden Transportbändern über die entstehende Gleitreibung zwischen Bindern und Werkstück zu den vorderen Anschlägen gefördert, bis das Schlauchstück an diesen Anschlägen anliegt. Da die Anschläge auch in Querrichtung voneinander beabstandet sind, erfolgt dabei auch bei Bedarf eine Drehung des Schlauchstücks um eine Achse, die senkrecht zur Schlauchebene steht. Dabei wird, wenn das Schlauchstück bereits an einem Anschlag anliegt, dieses um diesen Anschlagpunkt gedreht, bis es auch an einem weiteren Anschlag anliegt. Zudem erfolgt gleichzeitig eine Querausrichtung, das bedeutet, dass das Schlauchstück auch gegen den seitlichen Anschlag läuft. Mit anderen Worten erfolgt auf dem Schlauchausrichtetisch die Durchführung von Ausrichtungen des Schlauchstücks
- quer zur T ransportrichtung
- in Transportrichtung
- um eine Drehachse, welche senkrecht zur Schlauchebene steht.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist mit einer Ausrichtung um eine Drehachse gemeint, dass eine Drehung mit einem Drehwinkel von weniger als 20 Grad, insbesondere weniger als 10 Grad und vorzugsweise weniger als 5 Grad erfolgt.
Je nach Reibwert des Schlauchstücks erreicht dieses die Ausrichtanschläge früher oder später. Auch das seitliche Ausrichtband wird teilweise früh erreicht. Somit kommt es vor, dass der Ausrichtvorgang bereits zufriedenstellend abgeschlossen ist, aber das Schlauchstück noch nicht am Ende des Schlauchausrichtetischs angekommen ist Da auch danach noch die schräg verlaufenden Transportbänder auf das Schlauchstück wirken, wird dieses weiterhin gegen die Anschläge gedrückt. Dabei kann es passieren, dass die Schlauchstücke beschädigt werden, insbesondere wenn sie aus sehr flexiblem Material bestehen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Bodenlegeeinrichtung zur Herstellung von mit zumindest einem Boden versehenen Schlauchstücken zu schaffen, die Beschädigungen von Schlauchstücken bei deren Ausrichtung weitgehend vermeidet.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch sämtliche Merkmale des Anspruchs 1 gelöst In den abhängigen Ansprüchen sind mögliche Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass eine erste Ausrichteinrichtung vorgesehen ist, mit welcher zumindest eine der Ausrichtungen durchführbar ist, wobei die erste Ausrichteinheit in Transportrichtung gesehen zumindest einer weiteren Ausrichteinrichtungen zur Durchführung einer oder zwei der anderen Ausrichtungen vorgeordnet oder nachgeordnet ist.
Damit wird eine Trennung der Durchführung der Ausrichtungen erreicht, so dass eine Ausrichtung zunächst zu Ende oder zumindest teilweise zu Ende geführt werden kann, bevor die nächste Ausrichtung oder die nächsten Ausrichtungen durchgeführt werden. Es ist besonders vorteilhaft, dass sich dabei Ausrichtvorgänge nicht gegenseitig beeinflussen, wie es im Stand der Technik der Fall ist. In bekannten Maschinen beeinflussen sich alle drei Ausrichtungen sogar gegenseitig, d. h., es kann keine einzelne Ausrichtung durchgeführt werden, ohne dass die beiden anderen Ausrichtungen ebenfalls durchgeführt werden. Erfindungsgemäß kann nun sogar eine oder mehrere der Ausrichtungen durchgeführt werden, wenn das betreffende Schlauchstück bereits eine erste Ausrichteeinrichtung verlassen hat.
In einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass die erste Ausrichteeinrichtung, welche von einer oder zwei der anderen Ausrichteeinrichtungen vor- oder nachgeordnet ist, die Ausrichtung in Transportrichtung durchführt. Beispielsweise können dies einfache Bänder sein, die parallel in Transportrichtung ausgerichtet sind, aber mit einer variablen Transportgeschwindigkeit betreibbar sind. Beispielsweise können dazu die im
Stand der Technik vorgesehenen Bänder mit einem separaten, von der übrigen Bodentegeeinrichtung unabhängigen Antrieb versehen werden, der steuerbar ist und nach Bedarf zur Ausrichtung in Transportrichtung ansteuerbar ist. fn einer weiteren Ausbaustufe kann auch zumindest ein Sensor vorgesehen sein, welcher die Ist-Position des betreffenden Schlauchstücks überwacht. Diese Positionswerte können dann einer Rechen- und Steuereinrichtung zugeleitet werden, welche die Ist-Position mit der Soll-Position vergleicht und bei einer Abweichung den Antrieb in der Art ansteuert, dass die Bänder schneller oder langsamer laufen. In einer Variante ist es allerdings auch möglich, bekannte, in Taktgeschwindigkeit laufende Bänder vorzusehen, und zusätzliche, in Transportrichtung verlaufende Längsausrichtebänder vorzusehen, mit welchen die Schlauchstücke in Transportrichtung beschleunigbar oder bremsbar sind. Um die Reibungsverhältnisse zu verbessern, also um eine sichere Beschleunigung oder Verzögerung hervorrufen zu können, kann vorgesehen sein, dass diese Binder heb- und senkbar sind, so dass die Gleitreibung zu den normalen Bändern reduziert oder sogar ganz aufgehoben ist. In dieser Ausführungsform können die bekannten Bänder sogar die eingangs beschriebenen Nocken aufweisen, um eine korrekte Ausrichtung sicherstellen zu können. Alternativ oder zusätzlich kann wenigstens ein Sensor vorgesehen sein, um die beschleunigte oder verzögerte Bewegung zu beenden, wenn die Ausrichteposition erreicht ist.
Ferner ist es denkbar, dass die Ausrichteinrichtung zur Durchführung der Ausrichtung in Transportrichtung in einer anderen Funktionseinheit der Bodenlegeeinrichtung integriert ist. So ist aus dem Stand der Technik eine Übernahmeeinrichtung bekannt, weiche ein Schlauchstück aus der Schlauchstückvereinzelungseinrichtung übernimmt und auf der Ausrichteinrichtung ablegt. Bereits in der Übernahmeeinrichtung kann daher die Längsausrichtung des Schlauchstücks erfolgen, indem, wie oben beschrieben wurde, die Geschwindigkeit der Transportbänder dieser Übernahmeeinrichtung variabel vorgesehen ist. Auch weitere, oben beschriebene Merkmale können selbstverständlich mit der genannten Übernahmevorrichtung kombiniert werden, um die erfinderische Idee umzusetzen. Eine weitere Funktionseinheit, die zusätzlich als Ausrichteinrichtung zur Durchführung der Ausrichtung in
Transportrichtung dienen kann, ist der Haupttransport der Bodenlegeeinrichtung, die dazu dient, die Schlauchstücke den einzelnen, die Schiauchsiücke bearbeitenden Werkzeugen und Stationen zuzuführen. Auch der Hauptantrieb kann gemäß der Erfindung zur Durchführung der Ausrichtung in Transportrichtung vorgesehen sein. Auch in diesem Fall kann, wie es weiter oben i Zusammenhang mit einer Ausrichteinrichtung beschrieben worden ist, eine Variation der Transportgeschwindigkeit durchgeführt werden, um damit eine Ausrichtung in Transportrichtung zu erreichen. ln einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die erste Ausrichteinrichtung zusätzlich auch der Durchführung der Ausrichtung um eine Drehachse, welche senkrecht zur Schlauchebene steht, dient Insbesondere im Zusammenhang mit der Durchführung einer Ausrichtung in Transportrichtung, bei der das Schlauchstück oder die Schlauchstücke durch Bänder und/oder Längsausrichtebänder beschleunigt oder verzögert werden, lässt sich dieses Merkmal auf sehr einfache Weise realisieren, indem mehrere parallel verlaufende Bänder und/oder Längsausrichtebänder vorgesehen sind, wobei wenigstens zwei parallel verlaufende Bänder und/oder Lingsausrichtebinder zueinander eine Relativgeschwindigkeit einnehmen. In diesem Fall wird also ein Bereich des Sacks mit einer anderen Geschwindigkeit beaufschlagt als ein zweiter Bereich des Sacks, so dass dieser, zusätzlich zur Ausrichtung in Transportrichtung, um die beschriebene Drehachse gedreht wird. Für diesen Fall können wenigstens zwei nebeneinander angeordnete Sensoren vorgesehen sein, um neben der Ausrichtung in Transportrichtung auch die Ausrichtung um die senkrecht zur Schlauchebene stehende Drehachse überwachen zu können. Gleichwohl können alternativ auch die auf den Transportbändern angeordneten Nocken für die Ausrichtung um die Drehachse genutzt werden.
In einer ebenfalls vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die erste Ausrichteinrichtung zusätzlich zur zumindest teilweisen Durchführung der Ausrichtung quer zur Transportrichtung vorgesehen.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch aus» dass die erste Ausrichteinrichtung zumindest eine Steuereinrichtung umfasst» mit weicher zumindest ein Aggregat zur Bearbeitung, insbesondere zur Veränderung des Schlauchstücks und/oder zur Hinzufügung eines anderen Werkstücks» ansteuerbar ist» wobei eine Phasenlage des Aggregats relativ zum Schlauchstück veränderbar ist. Mit anderen Worten wird die Ausrichtung in Transportrichtung dadurch durchgeführt, dass alternativ oder zusätzlich zur Beschleunigung oder Verzögerung des Schlauchstücks gegenüber der konstanten T ransportgeschwindigkeit eine Einstellung von Werkzeugen und/oder Stationen in der Bodenlegeeinrichtung erfolgt, wobei die Phasenlage wenigstens eines Werkzeugs an die tatsächliche Anordnung des Schlauchstücks in der Haupttransporteinrichtung angepasst ist. In diesem Fall ist es vorteilhaft, zumindest einen Sensor vorzusehen, der die aktuelle Position eines Schlauchstücks erfasst. In einer Rechen- und Steuereinrichtung wird nun unter Berücksichtigung der verbleibenden Strecke und der T ransportgeschwindigkeit des Schlauchstücks der Einsatzzeitpunkt berechnet, zu dem das Schlauchstück mit dem Werkzeug in Kontakt tritt. Auf Basis dieser Daten steuert die Rechen- und Steuereinrichtung das betreffende Werkzeug, so dass es zum Einsatzzeitpunkt mit der Bearbeitung des Schlauchstücks beginnt. Bei rotierenden Werkzeugen kann dazu eine Beschleunigung oder Verzögerung der Rotationsbewegung notwendig sein, um den Einsatzkontaktpunkt mit der Lage der vorderen Querkante des Schlauchstücks zu synchronisieren.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist wenigstens eine zweite Ausrichteinrichtung vorgesehen, mit welcher eine Ausrichtung quer zur Transportrichtung und eine Ausrichtung um die Drehachse» welche senkrecht zur Schlauchebene steht, zumindest teilweise gleichzeitig durchführbar ist. Es ist also vorgesehen, in einer zweiten Ausrichteinrichtung die Ausrichtung quer zur Transportrichtung und die Ausrichtung um die Drehachse entweder zusammen auszuführen oder eine der beiden Ausrichtungen vollständig und die andere der beiden Ausrichtungen teilweise durchzuführen. Dabei kann beispielsweise eine Ausrichteinrichtung eine Fördereinheit umfassen, welche beispielsweise angetriebene Rollen umfasst, welche das Schlauchstück in Querrichtung, als in Richtung der Schlauchlängsachse transportieren. Diese
Fördereinheit sorgt also für eine Querausrichtung des Schlauchstücks. Wenn nun diese Fördereinheit wenigstens zwei separate und in Transportrichtung des Schlauchstücks beabstandete Förderelemente aufweist und diese auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten betreibbar sind, so kann zusätzlich zur Querausrichtung auch eine Drehausrichtung erfolgen. Eine gemeinsame Ausrichtung in Querrichtung und in Drehrichtung ist insbesondere im Zusammenhang mit einer in einer anderen Funktionseinheit integrierten Längsausrichtung vorteilhaft, da auf diese Weise Bauraum eingespart werden kann. ln einer anderen Ausführungsform der Erfindung sind eine zweite Ausrichteinrichtung und eine dritte Ausrichteinrichtung vorgesehen, wobei mit der zweiten Ausrichteinrichtung eine Ausrichtung des Schlauchstücks quer zur Transportrichtung und mit der dritten Ausrichteinrichtung eine Ausrichtung um die Drehachse, welche senkrecht zur Schlauchebene steht, durchführbar ist. Mit anderen Worten sind in diesem Ausführungsbetspiel alle drei Ausrichtungen unabhängig voneinander durchführbar. Unabhängig kann dabei bedeuten, dass diese Ausrichtungen in räumlich getrennten Ausrichteinrichtungen durchführbar sind. Es kann aber auch eine rein zeitliche Unabhängigkeit gegeben sein, was bedeutet, dass unterschiedliche Ausrichtungen in derselben Ausrichteinrichtung durchführbar sind, allerdings nacheinander. Eine unabhängige Ausrichtung, insbesondere in räumlich getrennten Ausrichteinrichtungen, hat den Vorteil, dass für Jede der Ausrichtungen ein besonders gut angepasstes Werkzeug vorgesehen sein kann, welches die Jeweilige Ausrichtung in kurzer Zeit und/oder in einer Ausrichtung mit kleinem Bauraum durchführen kann.
Vorteilhaft ist es, wenn die erfindungsgemäße Bodenlegeeinrichtung wenigstens eine Lageerfassungseinrichtung zur Erfassung der Lage des Schlauchstücks auf wenigstens einer Ausrichteinrichtung und/oder einer T ransporteinrichtung umfasst. Die Lageerfassungseinrichtung kann somit die aktuelle Lage des Schlauchstücks relativ zur Bodenlegeeinrichtung feststellen, so dass ermittelbar ist, welche der drei genannten Ausrichtungen durchgeführt werden muss und wie groß die Differenz zur gewünschten (Soll-) Lage ist. Die Lageerfassungseinrichtung kann dabei die Abweichung gleichzeitig für alle
Richtungen erfassen. Es kann aber auch vorgesehen sein, eine Abweichung nur in eine oder zwei der möglichen Ausrichtrichtungen vorzusehen. Dies kann beispielsweise von der Aufteilung und Anordnung der Ausrichteinrichtungen abhängen. Eine Transporteinrichtung, welche eine Lageerfassungseinrichtung umfasst, kann einer Ausrichteeinrichtung vorgeordnet sein. Beispielsweise kann eine Lageerfassungseinrichtung in oder an dem Übergabeförderer angeordnet sein.
Ferner umfasst die erfindungsgemäße Bodenlegeeinrichtung vorteilhafterweise eine Steuer- und Recheneinrichtung, welche dazu vorgesehen und eingerichtet ist, die Lage eines Schlauchstücks mit der Soll-Lage zu vergleichen und bei Abweichungen ein Steuersignal an wenigstens eines der Ausrichteinrichtungen sendet, wobei mit der Ausrichteinrichtung das Schlauchstück in die Soll-Lage bezüglich der jeweiligen Ausrichtung bringbar ist. Damit ist es möglich, das Schlauchstück einerseits auszurichten, andererseits die Durchführung der jeweiligen Ausrichtung zu beenden, wenn dieses hinsichtlich dieser Ausrichtung ausgerichtet ist.
Die oben genannte Aufgabe wird auch gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung von mit zumindest mit einem Boden versehenen Schlauchstücken, wobei das Schlauchstück mit zumindest einer T ransporteinrichtung in Querrichtung transportiert wird und das Schlauchstück mit wenigstens einer Ausrichteinrichtung eine Ausrichtung
- quer zur T ransportrichtung,
- in Transportrichtung und/oder
- um eine Drehachse, welche senkrecht zur Schlauchebene steht, ausgerichtet wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren löst die genannte Aufgabe dadurch, dass mit einer ersten Ausrichteinrichtung zumindest eine der Ausrichtungen durchführt wird, wobei die erste Ausrichteinheit in Transportrichtung gesehen zumindest einer weiteren Ausrichteinrichtungen zur Durchführung einer oder zwei der anderen Ausrichtungen vorgeordnet oder nachgeordnet ist.
Damit werden die gleichen Vorteile erzielt, wie sie bereits im Zusammenhang mit einer erfindungsgemäßen Bodenlegeeinrichtung beschrieben worden sind.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung hervor, in der unter Bezugnahme auf die Figuren verschiedene Ausführungsbeispiele im Einzelnen erläutert sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder beliebige Kombinationen erwähnter Merkmale erfindungswesentlich sein. Im Rahmen der gesamten Offenbarung gelten Merkmale und Einzelheiten, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Bodenlegeeinrichtung und jeweils umgekehrt, so dass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Aspekten der Erfindung stets wechselseitig Bezug genommen wird beziehungsweise werden kann. Die einzelnen Figuren zeigen:
Fig. 1 Eine perspektivische Ansicht eines Schlauchstücks sowie der durchführbaren Ausrichtrichtungen
Fig. 2 Mögliche zeitliche und räumliche Abfolgen der Durchführung von
Ausrichtungen
Fig. 3 Draufsicht auf die Druckmaschine aus Fig. 1
Die Figur 1 zeigt ein Schlauchstück 101, welches zu einem Sack verarbeitbar ist, wobei an zumindest einem Ende ein Boden angeformt wird. Das Schlauchstück 101 weist eine Längsachse S auf, wobei das erste offene Ende 102 und das zweite offene Ende 103 des Schlauchstücks 101 in Richtung der Längsachse S voneinander beabstandet sind. Das Schlauchstück wird in T ransportrichtung T durch die Bodenlegeeinrichtung transportiert, wobei die Transportrichtung T orthogonal zur Längsachse S gerichtet ist. Man kann auch sagen, das Schlauchstück wird quer zu seiner Längsachse S transportiert. Eine erste Ausrichtrichtung ist mit dem Doppelpfeil DO gekennzeichnet, der die Ausrichtung in Querrichtung darstellt, wobei die Ausrichtung vorzugsweise senkrecht zur Transportrichtung T erfolgt. Eine weitere Ausrichtrichtung ist mit dem Doppelpfeil AL bezeichnet, welche die Ausrichtung in oder entgegen der
Transportrichtung T darstellt, Folglich erfolgt diese Ausrichtung vorzugsweise parallel zur Transportrichtung T Die dritte Ausrichtrichtung ist mit AR bezeichnet und stellt die Ausrichtung dar, die durch eine Drehung um eine Hochachse 104 erfolgt. Die Hochachse ist dabei die Achse, die senkrecht zur Schlauchstückebene bzw. orthogonal sowohl zur Schlauchlängsachse S als auch zur Transportrichtung T liegt. Der Drehpunkt bei der Drehung in Richtung AR muss nicht auf dem Schwerpunkt des Schlauchstücks, sondern kann auf einem beliebigen Punkt der Schlauchoberfläche liegen.
Die Figur 2 zeigt nun mögliche zeitliche und/oder räumliche Abfolgen der Durchführung von Ausrichtungen. In der Variante 2 a) werden im Schritt 201 die Längsausrichtung AL und die Drehausrichtung AR innerhalb einer Ausrichteinrichtung und zumindest teilweise gleichzeitig durchgeführt. Wenn diese beiden Ausrichtungen abgeschlossen sind, folgt noch die Ausrichtung AG in Querrichtung im Schritt 202. Der Schritt 202 kann in einer Alternative jedoch auch vor dem Schritt 201 durchgeführt werden.
In Figur 2b) erfolgt die Durchführung der Längsausrichtung AL im Schritt 203 in einer separaten Ausrichteinrichtung, während die Querausrichtung AQ und die Drehausrichtung AR in einer gemeinsamen Ausrichteinrichtung und zumindest teilweise zeitgleich im Schritt 204 erfolgen. Auch hier kann Schritt 204 vor Schritt 203 erfolgen.
in der Variante der Figur 2c) wird die Drehausrichtung AR im Schritt 205 durchgeführt, während die Längsausrichtung AL und die Querausrichtung AQ zumindest teilweise zeitgleich und in einer gemeinsamen Ausrichteinrichtung im Schritt 206 durchgeführt werden. Selbstverständlich können auch hier Schritt 205 und 206 vertauscht werden.
In der Ausführungsform der Figur 2d) werden nun alle Ausrichtungen nacheinander, also zeitlich separiert durchgeführt. Dazu sind entsprechend auch drei einzelne Ausrichteinrichtungen vorgesehen. Im Schritt 207 wird die Drehausrichtung AR durchgeführt. Im Schritt 208 folgt die Längsausrichtung AL und im abschließenden Schritt 209 die Querausrichtung AQ. In weiteren Ausführungsbeispielen können diese Schritte auch in beliebigen anderen Reihenfolgen durchgeführt werden.
Die Figur 3 zeigt nun eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Bodenlegeeinrichtung mit ihren hinsichtlich der durchzuführenden Ausrichtungen wichtigen Funktionskomponenten Die Bodenlegeeinrichtung 300 umfasst zunächst eine Vereinzelungsvorrichtung, die hier am Beispiel eines so genannten Rotationsanlegers 301 veranschaulicht ist, mit welcher ein Schlauchstück 302 vom Schlauchstückstapel 303 abgenommen wird. Im gezeigten Ausführungsbeispiel wird das Schlauchstück von der Unterseite des Schlauchstückstapels abgeschält. Die Funktion eines solchen Rotationsanlegers ist beispielsweise in der Druckschrift DE 32 14 342 At gezeigt und erläutert. Das vereinzelte Schlauchstück wird anschließend einem Übergabeförderer 304 übergeben. Bereits der Übergabeförderer 304 kann eine Ausrichteinrichtung im Sinne der Erfindung sein. Dieser kann beispielsweise mehrere, insbesondere zwei, parallel verlaufende und in Richtung der Schlauchlängsachse beabstandete Transportriemen 305 umfassen, die durch einen oder Jeweils einen Antrieb unabhängig voneinander und/oder unabhängig von den übrigen antreibbar sind. Damit kann die Transportgeschwindigkeit unabhängig von der Transportgeschwindigkeit des Bodenlegers variiert werden, so dass eine Ausrichtung in Längsrichtung durchführbar ist. Werden parallele Transportriemen separat angetrieben, können diese auch mit einer Differenzgeschwindigkeit angetrieben werden, so dass eine Ausrichtung in Drehrichtung durchführbar ist.
Dem Übergabeförderer 304 schließt sich im gezeigten Ausführungsbeispiel eine Ausrichteinrichtung 308 an, die in der Figur 4 zusätzlich in der Draufsicht gezeigt ist. Dieser umfasst mehrere, parallel verlaufende Transportelemente, die als Riemen 307 ausgestaltet sein können. Diese Transportelemente können eine gemeinsame Antriebskomponente, hier eine Welle 308, beinhalten, mit welcher die Transportelemente antreibbar sein können. Eine weitere Welle 309 kann der Umlenkung der Riemen 307 dienen. Auf diesen Transportelementen kann das nicht gezeigte Schlauchstück 302 transportierbar sein.
Innerhalb dieser Transporteinrichtung ist im gezeigten Ausführungsbeispiel eine Ausrichteinheit 310 angeordnet. Diese umfasst mehrere, insbesondere zwei
Transportriemen 311 , 312 die unabhängig voneinander antreibbar sein können. Dazu ist der Transportriemen 311 auf zwei Wellen 313, 313' endlos umlaufend, von denen wenigstens eine durch einen nicht gezeigten Antrieb antreibbar ist. Auf gleiche Weise ist der Transportriemen 312 auf den Wellen 314, 314' endlos umlaufend, wobei wenigstens eine der Wellen antreibbar ist. Alle Wellen sind in einem Rahmen 315 gelagert. Dieser Rahmen kann in Höhenrichtung H (dargestellt durch einen Doppelpfeil in der Figur 3) verschiebbar sein. Auf diese Weise ist der Rahmen verschiebbar, so dass die Transportriemen 311 über die Transportelemente 307 nach oben hinaus ragen können. Damit werden die Schlauchstücke 302 nur noch durch die Transportriemen transportiert. Wenn die Ausrichteinheit 310 eine Ausrichtung vollständig ausgeführt hat (d. h , die Ist-Lage entspricht innerhalb von Toleranzgrenzen der Soll-Lage), so kann der Rahmen wieder abgesenkt werden und das Schlauchstück wird mit Maschinengeschwindigkeit weiter transportiert.
Um nun eine Querausrichtung zu ermöglichen, ist vorgesehen, dass der Rahmen 315 quer zur Transportrichtung Ϊ verschiebbar ist, was durch den Doppelpfeil P angedeutet ist. Hierzu ist eine nicht gezeigte Verschiebeeinrichtung vorgesehen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel wäre also der Rahmen parallel zu den Wellen 308 und 309 verschiebbar. Alternativ kann die Verschieberichtung auch parallel zu einer der Wellen 313, 313', 314, 314‘ liegen.
Zur Ermöglichung der Drehausrichtung AR ist vorgesehen, den Rahmen um eine Hochachse drehbar zu lagern, was durch den Doppelpfeil D angedeutet ist. Dazu kann der Rahmen auf einer Drehscheibe gelagert sein, wobei zur Beaufschlagung des Rahmens 310 mit einer Drehkraft ein nicht gezeigter Drehantrieb vorgesehen ist. Zusätzlich oder alternativ kann vorgesehen sein, die Transportriemen 311 und 312 mit voneinander verschiedenen Geschwindigkeiten zu betreiben. Damit kann eine Drehung nicht oder nicht nur durch eine Drehung des Rahmens 310, sondern auch durch ein Verdrehen des Schlauchstücks auf den Transportriemen 311 , 312 hervorgerufen werden.
Ferner kann in oder an der Ausrichteinrichtung 306 wenigstens ein Sensor 320 angeordnet sein, um die Ist-Lage des Schlauchstücks feststellen zu können. Alternativ oder zusätzlich können weitere Sensoren zurrt gleichen Zweck innerhalb der gesamten Bodenlegevorrichtung vorgesehen werden. Ein Sensor kann eine Lichtschranke, ein Lichttaster, aber auch eine Kamera sein. Grundsätzlich ist unter einem Sensor jedes optoelektronische Bauteil zu verstehen, das optisch die Kanten des Schlauchstücks erfasst und auf elektronischem Weg das Detektieren einer Kante an eine Rechen- und Steuervorrichtung weiterleitet. Diese Rechen- und Steuervorrichtung, die in den Figuren nicht gezeigt ist, kann nun aus den Sensorsignalen die Ist-Lage des Schlauchstücks relativ zur Bodeniegeeinrichtung ermitteln und mit der Soll-Lage vergleichen. Aus den ermittelten Abweichungen generiert die Rechen- und Steuervorrichtung nun Steuersignale für den Übergabeförderer 304 und/oder die oben beschriebenen Antriebe. Zusätzlich können auch weitere Funktionskomponenten der Bodeniegeeinrichtung, die in Kontakt mit dem Schlauchstück im Laufe des Vorgangs zum Bodenlegen treten, angesteuert werden, um die relative Lage des betreffenden Schlauchstücks zu dieser Funktionskomponente an die tatsächliche Lage des Schlauchstücks anzupassen oder umgekehrt.
Die Figur 3 zeigt nun noch ein Transportsystem 330, welches Haupttransportriemen 331 und 33T umfasst, zwischen denen die Schlauchstücke 302 klemmend gehalten werden, so dass sich letztere sich nicht relativ zu den Haupttransportriemen bewegen. Entlang des Transportsystems sind die zum Bilden von Böden notwendigen
Funktionskomponenten, wie etwa Rilleinrichtungen,
Bodenöffnungseinrichtungen, Beleimungseinrichtungen,
Deckblattauftragseinrichtungen und Zulegeeinrichtungen angeordnet. Optional können weitere Funktionskomponenten vorgesehen sein wie etwa ein Innenriegelapparat. Eine Ausführungsform der Erfindung ist, dass die Rechen- und Steuereinrichtung auch diese Funktionskomponenten ansteuert, wie es in den vorherigen Teilen dieser Beschreibung schon erläutert wurde.