Absorberelement und photovoltaische Zelle
Beschreibung:
Die Erfindung betrifft ein Absorberelement und eine darauf basierende
photovoltaische Zelle.
Mittels einer photovoltaischen Zelle, auch Solarzelle genannt, kann aus dem auf die Zelle einfallenden Licht elektrische Energie gewonnen werden. Dazu besitzen Solarzellen ein Absorberelement, in dem durch die Zuführung von Energie in Form von elektromagnetischer Strahlung freie Ladungsträger erzeugt werden können. Bekannte photovoltaische Zellen zielen darauf ab, möglichst das gesamte
Wellenlängenspektrum des auf sie einfallenden Lichts zu absorbieren.
Aus der deutschen Patentanmeldung DE 10 2013 217 653 A1 ist eine Solarzelle bekannt, die eine Vorderseitenelektrode und eine Rückseitenelektrode sowie eine zwischen Vorder- und Rückseitenelektrode angeordnete photoelektrisch aktive Absorberschicht aufweist, die zumindest zu 30 Massenprozent Germanium enthält. Die Absorberschicht weist eine Dicke kleiner 40 nm auf, wobei die Solarzelle eine Vorderseitenreflexionsschicht und eine Rückseitenreflexionsschicht aufweist, wobei die Absorberschicht zwischen Vorder- und Rückseitenreflexionsschicht angeordnet ist und die optische Weglänge zwischen Vorder- und Rückseitenreflexionsschicht kleiner der Hälfte der Bandlücke bei einer der Bandlücke der Absorberschicht entsprechenden Wellenlänge ist. Die Solarzelle weist den Vorteil auf, dass die Dicke der Absorberschicht gegenüber vorbekannten Solarzellen verringert ist, wobei die Absorptionskapazität nur geringfügig verringert ist.
Für die Biomassegewinnung und den Pflanzenanbau werden beispielsweise Gewächshäuser benötigt, die große Glasflächen aufweisen, durch die das für das Pflanzenwachstum notwendige Licht auf die angebauten Pflanzen beziehungsweise die Biomasse fällt. Zum Pflanzenwachstum ist ein Photosyntheseprozess
erforderlich, bei dem mit Hilfe von Lichtenergie energiereiche Biomoleküle aus energiearmeren Stoffen erzeugt werden. Pflanzen, auch beispielsweise Algen, benötigen im Normalfall hauptsächlich Licht bestimmter Wellenlängen im blauen und im roten Wellenlängenbereich. Grünes und infrarotes Licht wird von den Pflanzen nur schwach absorbiert und daher meist transmittiert oder reflektiert. Dort, wo
photosynthetisch aktive Spezies unter Verwendung von Sonnenlicht oder anderer breitbandiger Lichtquellen angebaut werden, ist es wünschenswert, die für die Photosynthese nicht nutzbare Energie des Lichts in Wärme oder Strom
umzuwandeln.
Hierzu benötigt man eine Vorrichtung, die Licht derjenigen Wellenlängen, die von den Pflanzen nutzbar sind, transmittiert, während es die übrigen Lichtwellenlängen möglichst breitbandig absorbiert. Hierzu ist ein Konzept bekannt, in welchem ein lumineszentes Absorbermaterial auf einer hochtransparenten Glasscheibe grünes Licht absorbiert und in Form von rotem Licht reemittiert, welches sich dann teilweise in der Glasscheibe ausbreitet und von hocheffizienten streifenförmigen Wafer- Solarzellen, welche verteilt auf der Oberfläche der Scheibe angeordnet sind, absorbiert und genutzt wird. Nachteil ist hier einerseits, dass die Solarzellen selbst lichtundurchlässig sind und bereits 14% der Fensterfläche bedecken. Hinzu kommen hohe Kosten für hochreines Glas, um die Weiterleitung des vom Farbstoff emittierten Lichts zu den Solarzellen zu ermöglichen. Darüber hinaus ist der Prozess, bei dem die Solarzellen in Stücke geschnitten, auf den Scheiben plaziert und verdrahtet werden, aufwendig.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Absorberelement und eine photovoltaische Zelle anzugeben, das / die Licht derjenigen Wellenlängen, die von Pflanzen nutzbar sind, transmittiert, während es / sie die übrigen Lichtwellenlängen möglichst breitbandig absorbiert, wobei der Wirkungsgrad gegenüber vorbekannten Vorrichtungen erhöht und der Herstellaufwand minimiert ist.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Absorberelement mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen des
Absorberelements ergeben sich aus den Unteransprüchen 2 bis 16. Die Aufgabe wird ferner durch eine photovoltaische Zelle nach Anspruch 17 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen der photovoltaischen Zelle ergeben sich aus den Unteransprüchen 18 und 19.
Ein erfindungsgemäßes Absorberelement weist eine Absorberschicht auf, wobei das Absorberelement mindestens eine Vorderseitenreflexionsschicht und mindestens eine Rückseitenreflexionsschicht aufweist, wobei die Absorberschicht zwischen Vorderseitenreflexionsschicht und Rückseitenreflexionsschicht angeordnet ist, wobei die optische Weglänge zwischen Vorderseitenreflexionsschicht und
Rückseitenreflexionsschicht zumindest für senkrecht auf die Zelle einfallendes Licht kleiner 400 nm ist. Dabei bezieht sich hier und im Folgenden der Ausdruck „Vorderseite“ auf die der Lichtquelle, beispielsweise der Sonne, zugewandten Seite des Absorberelements, während sich der Ausdruck„Rückseite“ hier und im
folgenden auf die der Lichtquelle abgewandten Seite des Absorberelements bezieht. Die optische Weglänge wird dabei aus dem Produkt des Brechungsindex mit dem geometrischen Weg, d.h. der geometrischen Dicke des Schichtstapels, berechnet. Das erfindungsgemäße Absorberelement ist dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der Reflexionsschichten eine spektralselektive Reflektivität aufweist, wobei von Pflanzen zur Photosynthese im Wesentlichen nutzbares Licht im
Wesentlichen transmittierbar und Licht anderer Wellenlängen im Wesentlichen reflektierbar ist.
Der sich zwischen den mindestens zwei mindestens teilweise reflektierenden
Reflexionsschichten befindende dünne Absorber absorbiert bei einmaligem
Durchlaufen deutlich weniger als 50% des einfallenden Lichts. Zwischen den reflektierenden Schichten entstehen unter bestimmten Bedingungen Resonanzen oder stehende Wellen bzw. Vielfach-Reflexionen. Dies hat eine gegenüber dem einfachen Durchlaufen der Schicht vervielfachte Absorption zur Folge. Ein solches Absorberelement kann beispielsweise Germanium beinhalten. Sofern die
Absorberschicht eine Dicke aufweist, die so bemessen ist, dass die optische
Weglänge zwischen Vorderseitenreflexionsschicht und Rückseitenreflexionsschicht zumindest für senkrecht auf die Zelle einfallendes Licht kleiner 400 nm ist, bildet sich eine breitbandige optische Resonanz zwischen der Vorder- und
Rückseitenreflexionsschicht aus, wodurch die Absorption in der Absorberschicht wesentlich erhöht wird. Weist zumindest eine der Reflexionsschichten eine
spektralselektive Reflektivität auf, wobei von Pflanzen zur Photosynthese im
Wesentlichen nutzbares Licht im Wesentlichen transmittierbar und Licht anderer Wellenlängen im Wesentlichen reflektierbar ist, kann das einfallende Licht sowohl zur Erzeugung von elektrischer Energie als auch zum Pflanzenwachstum benutzt werden. Bei Wellenlängen mit verminderter Reflektivität verschwinden dann die Resonanzeffekte fast vollständig, so dass dieses Licht die Absorberschicht nur noch einfach durchläuft und im Wesentlichen transmittiert wird. Bei Wellenlängen hoher Reflektivität dagegen wird die Absorberschicht vielfach durchlaufen, was zu einer hohen Absorption führt. Dies führt gleichzeitig zu geeigneten Lichtbedingungen für das Wachstum photosynthetisch aktiver Spezies als auch zu einer großen
Gesamtabsorption des übrigen Lichts. Darüber hinaus führt der erfinderische Aufbau des spektral selektiven Absorberelements zu einer effizienten
Ladungsträgergeneration und zu einer hohen elektrischen Energieausbeute, wenn das spektral selektive Absorberelement in eine photovoltaische Solarzelle integriert ist, die weiterhin ladungsträgerselektive Elektroden und mindestens eine
Vorderseitenelektrode und mindestens eine Rückseitenelektrode sowie die zwischen Vorderseitenelektrode und Rückseitenelektrode angeordnete Absorberschicht aufweist, wobei die Absorberschicht photoelektrisch aktiv ausgestaltet ist.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn zumindest eine der Reflektionsschichten eine spektral selektive Reflektivität mit einer Veränderung der Reflektivität um mindestens 50% für einen begrenzten Wellenlängenbereich aufweist. Dabei beträgt die Wellenlänge des zur Photosynthese nutzbaren Lichts ca. 400 nm bis 500 nm im blauen und ca. 630 - 730 nm im roten Bereich. Die Wellenlängen zwischen ca. 500 nm und ca. 630 nm fallen in den grünen und gelben Bereich und werden von
Pflanzen im allgemeinen nicht oder nur schwach genutzt. Auch Licht im UV-Bereich sowie oberhalb von 630 nm tragen nur wenig zur Photosynthese bei. Diese
Wellenlängen können daher für die Gewinnung von elektrischer Energie genutzt werden.
Als Materialien bzw. Materialkombinationen für die Absorberschicht haben sich solche als vorteilhaft erwiesen, die bei einer optischen Dicke von 400 nm oder weniger in dem von der Rückseitenreflexionsschicht reflektiertem Spektralbereich eine Absorption von mindestens etwa 5%, bevorzugt von mindestens etwa 10% und
andererseits von maximal etwa 30%, bevorzugt von maximal etwa 20% schon bei einmaligem Durchlaufen gewährleisten. Die optische Dicke wird dabei aus dem Produkt des Brechungsindex mit der geometrischen Dicke berechnet.
Um in den von der Rückseitenreflexionsschicht reflektierten Wellenlängenbereichen eine möglichst breitbandige Absorption zu gewährleisten, muss die durch die Absorberschicht gegebene optische Weglänge zwischen
Vorderseitenreflexionsschicht und Rückseitenreflexionsschicht so gering wie möglich sein. Daher beträgt die optische Weglänge zwischen Vorderseitenreflexionsschicht und Rückseitenreflexionsschicht zumindest für senkrecht auf die Zelle einfallendes Licht in einer bevorzugten Ausführungsform weniger als 200 nm.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform beträgt die optische Weglänge zwischen Vorderseitenreflexionsschicht und Rückseitenreflexionsschicht zumindest für senkrecht auf die Zelle einfallendes Licht weniger als 100 nm.
Die spektrale Selektivität des Absorberelements kann unterstützt werden, indem die Absorberschicht selbst zusätzlich einen spektralselektiven Absorptionskoeffizienten aufweist. In einer vorteilhaften Ausführungsform weist daher die Absorberschicht eine spektralselektive Absorption auf, wobei von Pflanzen zur Photosynthese nutzbares Licht im Wesentlichen transmittierbar und Licht anderer Wellenlängen im Wesentlichen absorbierbar ist.
In einer vorteilhaften Ausführungsform weist die Grenzfläche zwischen
Absorberschicht und Vorderseitenreflexionsschicht eine Reflektivität von mindestens 10% auf.
Weiterhin hat es sich als vorteilhaft erweisen, wenn die Absorberschicht amorphes Germanium und / oder eine darauf aufbauende Legierung aufweist.
In einer vorteilhaften Ausführungsform weist die Absorberschicht Übergangsmetall- Dichalcogenide (TMDCs) und / oder andere metallbasierte Halbleitermaterialien, wie beispielsweise MoS2, WS2, MoSe2, WSe2, SnSx und MoOx auf.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Absorberschicht
organische Halbleitermaterialien bzw. einen oder mehrere organische Farbstoffe auf, insbesondere solche mit spektral selektivem Absorptionskoeffizienten.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist zumindest eine der
Reflexionsschichten einen Metall/Oxid/Metall-Mehrfach-Schichtstapel auf. Dabei hat sich eine Schichtdicke der innenliegenden Oxidschicht von 250 nm bis 550 nm als vorteilhaft erwiesen.
Der Begriff„Oxid“ ist hier und im Folgenden als Platzhalter für im sichtbaren
Wellenlängenbereich im Wesentlichen transparente Materialien mit einer hohen Bandlücke von 2 eV oder höher zu verstehen, wie es sich in Fachkreisen
eingebürgert hat. Neben den Oxiden (z.B. Zinkoxid, Siliziumoxid, Indium-Zinn-Oxid, Aluminiumoxid, Titanoxid, Magnesiumoxid) können z.B. auch Nitride (z.B.
Siliziumnitrid), Oxinitride (z.B. Siliziumoxinitrid) oder Carbide (z.B. Siliziumcarbid) zum Einsatz kommen.
In einer alternativen Ausführungsform weist zumindest eine der Reflexionsschichten einen Metall/Oxid/Metall/Oxid-Mehrfach-Schichtstapel auf.
Insbesondere hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn zumindest eine der
Reflexionsschichten einen Zinkoxid/Silber/Zinkoxid/Silber-Mehrfach-Schichtstapel aufweist, wobei die Silberschichtdicken zwischen 5 und 25nm liegen.
Insbesondere hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Schichtdicke mindestens einer der Oxidschichten zwischen etwa 250 nm und 550 nm beträgt.
Die beschriebenen vorteilhaften Ausführungsformen bewirken eine Optimierung der Energieausbeute.
Eine erfinderische photovoltaische Zelle ist dadurch gekennzeichnet, dass die photovoltaische Zelle ein erfinderisches Absorberelement aufweist, wobei die
Solarzelle weiterhin ladungsträgerselektive Elektroden und mindestens eine
Vorderseitenelektrode und mindestens eine Rückseitenelektrode aufweist. Zwischen
der Vorderseitenelektrode und der Rückseitenelektrode ist die Absorberschicht angeordnet, die photoelektrisch aktiv ausgestaltet ist.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die photovoltaische Zelle weitere
Elektroden zum Abtransport des erzeugten elektrischen Stroms aufweist. Hierdurch wird die Effizienz der photovoltaischen Zelle erhöht.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der photovoltaischen Zelle ist dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der Schichten der Absorberschicht, der Vorderseitenreflexionsschicht und / oder der Rückseitenreflexionsschicht
dreidimensional strukturiert ist. Beispielsweise kann bei Dünnschichtsolarzellen eine Strukturierung der unterschiedlichen Schichten mittels Laserschnitten erfolgen, um eine elektrische Serienverschaltung einzelner Zellstreifen der photovoltaischen Zelle zu erzielen und somit eine höhere Modulspannung statt eines hohen Stroms zu generieren.
Weitere Vorteile, Besonderheiten und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Darstellung bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der Abbildungen.
Von den Abbildungen zeigt:
Fig. 1 den allgemeinen Aufbau eines erfindungsgemäßen Absorberelements.
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Absorberelements mit einer Germanium-Absorberschicht.
Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Absorberelements mit spektral selektiver Transparenz mit n-Schicht als Teil der
Vorderseitenreflexionsschicht
Fig. 1 zeigt den allgemeinen Aufbau eines erfindungsgemäßen Absorberelements 1. Licht fällt nahezu senkrecht auf das Absorberelement 1 , wie durch die drei breiten Pfeile angedeutet. Das Absorberelement 1 weist eine Vorderseitenreflexionsschicht 5
und eine Rückseitenreflexionsschicht 6 auf. Eine Absorberschicht 4 ist zwischen der Vorderseitenreflexionsschicht 5 und der Rückseitenreflexionsschicht 6 angeordnet. Die Absorberschicht 4 weist eine Dicke auf, die so bemessen ist, dass die optische Weglänge zwischen Vorderseitenreflexionsschicht 5 und Rückseitenreflexionsschicht 6 zumindest für senkrecht auf die Zelle einfallendes Licht kleiner 400 nm ist.
Zwischen der reflektierenden Vorderseitenreflexionsschicht 5 und der
Rückseitenreflexionsschicht 6 entstehen dann breitbandige Resonanzen oder stehende Wellen bzw. Vielfach-Reflexionen. Dies hat eine gegenüber dem einfachen Durchlaufen der Schicht vervielfachte Absorption zur Folge. Die Absorberschicht 4 bildet somit einen Resonator 8. Die Absorberschicht 4 kann dabei aus einer einzelnen Schicht oder einem Schichtstapel unterschiedlicher Schichten bestehen. Mindestens eine der Reflexionsschichten (Vorderseitenreflexionsschicht 5 und / oder Rückseitenreflexionsschicht 6) weist eine spektral selektive Reflektivität auf, wobei die Reflektivität beispielsweise um mindestens 50% für einen begrenzten
Wellenlängenbereich verändert ist.
Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Absorberelements 1 mit einer Germanium-Absorberschicht 4. Die Vorderseitenreflexionsschicht 5 ist als Metall-Gitter-Struktur, insbesondere aus Silber, ausgeformt, in welcher das Metall die Oberfläche des Absorberelements 1 nur zu einem geringen Anteil, beispielsweise 10%, bedeckt, während vorderseitig dieses Metallgitters eine weitere Schicht aus einem TCO (Transparent Conductive Oxide), insbesondere aus einem der
Materialien ZnO:AI (AZO), Sn02:F (FTO), ln203:F (ITO)ausgeformt ist, derart, dass beide Schichten zusammen eine Bedeckung des Absorptionselements 1 von zumindest 80% ergeben. Diese Vorderseitenreflexionsschicht 5 weist dann einen Brechungsindex von ca. 2 oder weniger auf. Da daher beide Materialien
beispielsweise an der Grenzfläche zu amorphem oder mikrokristallinem Silizium eine hohe Reflektivität aufweisen, bilden sie in diesem Fall zusammen eine
Vorderseitenelektrode 2 sowie gleichzeitig eine Vorderseitenreflexionsschicht 5 von beispielsweise 80 nm Dicke.
Die Vorderseitenreflexionsschicht 5 kann als bekannter Bragg-Reflektor mit dem Ziel, wellenlängenabhängige Transmissions- und Reflexionseigenschaften desselbigen zu erzielen, ausgeformt sein. Ein Bragg-Reflektor besteht aus alternierenden, dünnen
Schichten beispielsweise aus einem Dielektrikum unterschiedlicher Brechungsindizes. An jeder Grenzschicht wird ein Teil der elektromagnetischen Welle des Lichtes gemäß den fresnelschen Formeln reflektiert. Wenn die
Wellenlänge nahe dem Vierfachen der optischen Weglänge der Schichten liegt, dann interferieren die reflektierten Strahlen konstruktiv und es entsteht ein hochqualitativer Reflektor.
Die Absorberschicht 4 ist als amorphe oder mikrokristalline Germaniumschicht ausgebildet. Die Absorberschicht 4 besteht dabei aus einem Schichtstapel mit einer lichteinfallseitigen ersten Schicht 4a aus einer amorphen, n-dotierten
Siliziumlegierung mit einer Dicke von ca. 10 nm. Auf die erste Schicht 4a folgt eine zweite Schicht 4b aus einer amorphen intrinsischen Germaniumlegierung mit einer Schichtdicke von ca. 3 bis 30 nm. Eine letzte, dritte Schicht 4c weist eine
mikrokristalline p-dotierte Siliziumlegierung mit einer Schichtdicke von ca. 10 nm auf. Dieser Schichtstapel bildet den Resonator 8 mit einem Brechungsindex von ca. 3,5 bis 4,5.
Das Absorberelement 4 wird von einer flächig ausgebildeten spektral selektiven Rückseitenreflexionsschicht 6 abgeschlossen. Auch die Rückseitenreflexionsschicht kann als Bragg-Reflektor mit dem Ziel, wellenlängenselektive Transmissions- und Reflexionseigenschaften der selbigen zu erzielen, ausgeformt werden.
In dieser Ausführungsform ist die n-Schicht als Teil des Inneren des Resonators 8 ausgebildet, indem ihr Brechungsindex demjenigen der angrenzenden zweiten Absorberschicht 4b ähnelt.
Fig. 3 zeigt ein Absorberelement 1 mit spektral selektiver Transparenz mit n-Schicht als Teil der Vorderseitenreflexionsschicht 5. Der Aufbau entspricht dabei dem des zuvor gezeigten Ausführungsbeispiels mit dem Unterschied, dass die n-Schicht nicht erste Schicht 4a der Absorberschicht 4 und damit des Resonators 8 ist, sondern zweite Schicht 5b der Vorderseitenreflexionsschicht 5 ist, indem ihr Brechungsindex wesentlich von dem der zweiten Schicht 4b der Absorberschicht abweicht. Der Resonator 8 besteht hier nur aus der zweiten Schicht 4b aus einer amorphen intrinsischen Germaniumlegierung mit einer Schichtdicke von ca. 3 bis 30 nm und
einer letzten, dritten Schicht 4c, die eine mikrokristalline p-dotierte Siliziumlegierung mit einer Schichtdicke von ca. 10 nm aufweist. Dieser Schichtstapel bildet den Resonator 8 mit einem Brechungsindex von ca. 3,5 bis 4,5. Die
Vorderseitenreflexionsschicht 5 besteht in dieser Ausführungsform aus einer ersten Schicht 5a aus einem TCO (Transparent Conductive Oxide), insbesondere aus einem ITO. Weiterhin beinhaltet die Vorderseitenreflexionsschicht 5 eine zweite Schicht 5b aus einer amorphen, n-dotierten Siliziumlegierung mit einer Dicke von ca. 10 nm. Die Brechungsindizes von ca. 2 der Vorderseitenreflexionsschicht 5 und von ca. 3,5 bis 4,5 des Resonators werden von dieser Änderung nicht berührt.
Die hier gezeigten Ausführungsformen stellen nur Beispiele für die vorliegende Erfindung dar und dürfen daher nicht einschränkend verstanden werden. Alternative durch den Fachmann in Erwägung gezogene Ausführungsformen sind
gleichermaßen vom Schutzbereich der vorliegenden Erfindung umfasst.
Bezugszeichenliste:
1 Absorberelement
2 Vorderseitenelektrode
3 Rückseitenelektrode
4 Absorberschicht
4a erste Schicht
4b zweite Schicht
4c dritte Schicht
5 Vorderseitenreflexionsschicht
5a erste Schicht
5b zweite Schicht
6 Rückseitenreflexionsschicht
7 Photovoltaische Zelle
8 Resonator