DICHTUNGSSEGMENT ZUR TEMPERATURKONTROLLE EINER
FLUIDGEKUEHLTEN BATTERIE
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Dichtungssegment für eine fluidgekühlte Batterie und eine Dichtungssegment-Batteriezell-Einheit.
Bekannt sind Batteriemodule, die ein komplexes Kühlrohrleitungssystem, welches einen von der Batteriezelle und dem Wärmeableitsystem getrennten Kühlkreislauf bildet, auf- weisen (US2010279152A). Diese haben den Nachteil, dass eine Vielzahl von Dichtun- gen benötigt werden, die mit der Zeit undicht werden können und zum anderen ein Wär- mewiderstand zwischen Wärmeableitsystem und Kühlmittel vorliegt. Komplexe, gewun- dene, feine verzweigte Rohrleitungssysteme sind aufwändig zu fertigen.
Die DE 10 201 1 100 172 A1 beschreibt einen Batteriesatz umfassend einen Stapel von Batteriezellen und Kühlrippen. Für Flüssigkeitskühlung/-heizung weist jede Rippe Kühl mittelkanäle zwischen zwei verschweißten Blechen sowie Kühlmitteleinlässe und Kühl- mittelauslässe auf, die sich von den Rippen in ohrförmigen Merkmalen erstrecken. Ein Kühlmittel soll durch den Einlass einströmen. Vom ersten ohrförmigen Merkmal, in dem sich der Einlass befindet, strömt das Kühlmittel in langen Kühlmittelkanälen innerhalb der Kühlrippe zum anderen ohrförmigen Merkmal, in dem sich der Auslass befindet und tritt dort aus der Kühlrippe aus. Zwischen den ohrförmigen Merkmalen aufeinanderfol- gender Rippen entsteht ein hoher Dichtungsaufwand. Um den Spalt zwischen den Rip- pen zu füllen und eine ordnungsgemäße Kühlmittelabdichtung vorzusehen wird vorge- schlagen, die ohrartigen Verlängerungen mit Kunststoff zu formen, der abdichtbar ist. Alternativ sollen Gummidichtungen verwendet werden.
Die DE 10 201 1 109 306 A1 schlägt U-förmige Elemente mit Kühlfluidkanälen vor. An einem U-förmigen Element soll eine Trägerplatte mit daran angebrachter Batteriezelle so angeordnet werden, dass ein durch den Kühlfluidkanal strömendes Fluid an der Oberfläche der Trägerplatte entlangströmt und der Trägerplatte Wärme entzieht. Kühl- fluidkanäle sind hier jeweils zwischen den U-förmigen Elementen und der Trägerplatte ausgebildet. Eine Abdichtung ist also im Wesentlichen über die gesamte Länge der Kühlmittelkanäle erforderlich. Es wird vorgeschlagen, dass großflächig Klebstoff aufge- tragen wird oder die U-förmigen Elemente direkt auf die Trägerplatte gegossen werden, um eine Abdichtung zu erzielen. Eine Abdichtung ist also nur mit großem Aufwand mög- lich und es besteht aufgrund der Länge der Dichtungen ein beträchtliches Leckage- risiko.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Dichtungssegment für eine den Antrieb eines Fahrzeugs, z.B. eines PKWs (BEV oder HEV), Flugzeugs oder Schiffs bewirkende Batterie anzugeben, die an die räumlichen Gegebenheiten, die in dem Kraftfahrzeug bestehen, möglichst flexibel anpassbar ist und bei einfacher Bat- terie-Bauweise eine effiziente Kühlung und eine hohe Energiedichte erreicht, ohne ein erhöhtes Risiko von Kühlmittelaustritten zu schaffen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Dichtungssegment aufweisend eine erste Haupt- fläche (die z.B. als Vorderseite aufgefasst werden kann) und eine zweite Flauptfläche (die z.B. als Rückseite aufgefasst werden kann), die am Dichtungssegmentrand inei nander übergehen, und mindestens eine Durchtrittsöffnung, die das Dichtungssegment von der ersten Flauptfläche zur zweiten Hauptfläche durchdringt, wobei eine Orthogo- nalprojektion des mit einer Hauptfläche an einer Projektionsebene anliegenden Dich- tungssegments einen Segmentprojektionsumriss, der eine Segmentprojektionsfläche APS umgibt, und mindestens einen Öffnungsprojektionsumriss, der eine Öffnungsprojek- tions(gesamt)fläche APF umgibt, definiert, das Verhältnis APF zu APS im Bereich von
0,001 bis 0,20 liegt, sämtliche Öffnungsprojektionsumrisspunkte vom Segmentpro- jektionsumriss beabstandet sind und in einem umlaufenden Segmentprojektionsbereich liegen, der Segmentprojektionsbereich durch den Segmentprojektionsumriss nach außen begrenzt ist und eine umlaufend konstante Breite hat, die so gewählt ist, dass der Segmentprojektionsbereich 75 % der Segmentprojektionsfläche APS einnimmt, wo- bei das Dichtungssegment eine Graphitfolienlage umfasst.
Unter der Orthogonalprojektion wird die Abbildung des Dichtungssegments auf eine Projektionsebene verstanden, sodass die Verbindungslinie zwischen einem Punkt des Dichtungssegments und dem Abbild dieses Punkts mit der Projektionsebene einen rechten Winkel bildet. Dies gilt für jeden Punkt des Dichtungssegments und die zum Ab- bild dieses Punkts führende Verbindungslinie; es handelt sich also um eine spezielle Form der Parallelprojektion. Bei der Orthogonalprojektion ist das mit einer Hauptfläche an einer Projektionsebene anliegende Dichtungssegment so ausgerichtet, dass die Segmentprojektionsfläche APS so groß wie möglich ist. Je nach Form der Hauptfläche kann sie z.B. vollständig an der Projektionsebene anliegen (im Falle einer ebenen Hauptfläche), mit nur einem Teil der Hauptfläche oder mit nur einem oder mehreren Punkten der Hauptfläche (wenn die Hauptfläche nicht vollkommen eben ist). Die beiden Hauptflächen gehen am Dichtungssegmentrand und am Rand der Durch- trittsöffnung ineinander über. Die Übergänge können am Dichtungssegmentrand und am Öffnungsrand Stirnflächen umfassen, wie z.B. aus Figuren 1 B und 1 C ersichtlich.
Die Stirnflächen verlaufen typischerweise in etwa orthogonal zur ersten und zur zweiten Hauptfläche und ergeben sich z.B. indem man ein flächiges Material, aus dem das Dichtungssegment besteht, durch Schneiden, Wasserstrahlschneiden, Laserschneiden oder Stanzen bearbeitet. Die Randbereiche können aber auch andere Formen haben und z.B. Stirnflächen mit abgerundeten Übergängen zu den Hauptflächen umfassen.
Die Orthogonalprojektion des mit der einen Hauptfläche an der Projektionsebene anlie- genden Dichtungssegments definiert einen Segmentprojektionsumriss. Der Segment- projektionsumriss umgibt die Segmentprojektionsfläche APS. Die Orthogonalprojektion definiert auch mindestens einen Öffnungsprojektionsumriss. Der mindestens eine Öff- nungsprojektionsumriss umgibt die Öffnungsprojektions(gesamt)fläche APF. Wenn nur eine Durchtrittsöffnung und somit nur ein Öffnungsprojektionsumriss vorliegt, wird von einer Öffnungsprojektionsfläche APF gesprochen. Liegen mehrere Durchtrittsöffnungen und somit mehrere Öffnungsprojektionsumrisse vor, wird von einer Öffnungsprojektions- gesamtfläche APF gesprochen
Die Segmentprojektionsfläche APs schließt die Öffnungsprojektions(gesamt)fläche APF ein, da der mindestens eine Öffnungsprojektionsumriss vollständig innerhalb des Seg- mentprojektionsumrisses verläuft. Das Dichtungssegment umfasst eine Graphitfolienlage. Die Graphitfolienlage erstreckt sich in dem Dichtungssegment. Durch die hohe Wärmeleitfähigkeit der Graphitfolie in der Ebene wird die flächige Wärmeverteilung im Dichtungssegment beschleunigt.
Außerdem bietet die Kompressibilität der Graphitfolie Vorteile. Sie steigert die Dichtig keit der Batterie im Bereich zwischen Rahmen und Dichtungssegment. Eine Volumen- ausdehnung einer am Dichtungssegment anliegenden Batteriezelle, z.B. einer Pouch- zelle, wird durch die Graphitfolie wenigstens teilweise kompensiert. Insofern ist es von Vorteil, wenn sich die Graphitfolienlage bis zum Dichtungssegmentrand erstreckt. Wei- terhin ist es bevorzugt, wenn die Graphitfolienlage sich im Dichtungssegment bis an eine Stelle erstreckt, die in der Orthogonalprojektion näher am Segmentprojektions- flächenschwerpunkt liegt, als der zum Segmentprojektionsflächenschwerpunkt nächste Öffnungsprojektionsumrisspunkt. An der Stelle können dann Volumenänderungen der Batteriezelle durch die Graphitfolie zumindest teilweise ausgeglichen werden.
In ganz besonders bevorzugten, erfindungsgemäßen Dichtungssegmenten nimmt die Projektionsfläche der Graphitfolie in der Orthogonalprojektion mehr als 90 %, insbeson- dere mehr als 95 %, z.B. mehr als 98 % der Segmentprojektionsfläche APS ein. Die Graphitfolienlage kann eine, ausgehend von Polymeren gebildete synthetische Gra- phitfolienlage sein. Vorzugsweise umfasst die Graphitfolienlage jedoch ein teilweise kompaktiertes Graphitexpandat.
Die Herstellung von Graphitfolienlagen, die ein teilweise kompaktiertes Graphitexpandat umfassen, ist allgemein bekannt. Sie lassen sich bekanntermaßen dadurch hersteilen, dass man Graphit mit bestimmten Säuren behandelt, wobei sich ein Graphitsalz bildet, mit zwischen Graphenschichten eingelagerten Säure-Anionen. Das Graphitsalz wird an- schließend expandiert, indem man es hohen Temperaturen von z.B. 800 °C aussetzt. Beispielsweise wird zur Herstellung von expandiertem Graphit (Graphitexpandat) mit ei- ner wurmförmigen Struktur üblicherweise Graphit, wie Naturgraphit, mit einem Interkala- ten, wie beispielsweise Salpetersäure oder Schwefelsäure, vermischt und bei einer er- höhten Temperatur von z.B. 600 °C bis 1200 °C wärmebehandelt (siehe
DE10003927A1 ). Das bei der Expansion erhaltene Graphitexpandat wird anschließend zur Graphitfolie verpresst. Ein Verfahren zur Herstellung von Graphitfolien ist z.B. in der EP 1 120 378 B1 beschrieben. Auch die DE 10 2012 202 748 A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstel- lung einer Graphitfolie. Das Verpressen kann so gesteuert werden, dass man Graphitfolien erhält, die sehr fest sind. Verpresst man das Graphitexpandat nur leicht (Beispielsweise auf ein Dichte im Bereich von 0,2 bis 0,7 g/cm3) wird beispielsweise bei einer Stärke von 0,5 mm eine re- lativ flexible Graphitfolienlage erhalten. Verpresst man auf höhere Dichten von z.B. 1 ,5 bis 1 ,9 g/cm3, ist die erhaltene Graphitfolienlage bei derselben Stärke im Wesentlichen unflexibel und plattenartig.
Das Dichtungssegment weist bevorzugt an mindestens einer Hauptfläche eine elektrisch isolierende Beschichtung auf. Die Beschichtung kann z.B. aus einem Kunst- stoff gebildet sein, vorzugsweise aus Polyethylentherephthalat (PET) oder PTFE, z.B. expandiertes PTFE (ePTFE). Dies hat den Vorteil, dass auch bei einer Beschädigung einer Batteriezelle, eine unerwünschte elektrische Aufladung des Dichtungssegments vermieden wird.
Die elektrisch isolierende Beschichtung kann beide Hauptflächen im Wesentlichen voll- ständig, z.B. zu mehr als 90 % bedecken. Der Rand der Durchtrittsöffnung kann voll- ständig von der elektrisch isolierenden Beschichtung bedeckt sein. Dies hat den Vorteil, dass ein zur Kühlung verwendetes Fluid, das durch die Durchtrittsöffnung strömt, im Be- reich der Öffnung nicht in das Dichtungssegment eindringen kann. Das Dichtungsseg- ment bleibt dann länger erhalten und muss noch seltener ausgetauscht werden.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform besteht das Dichtungssegment aus dem Graphitexpandat enthaltenden Flachmaterial, das in WO 201 1/101391 A1 angege- ben ist. Hierdurch kann eine gute Wärmeleitfähigkeit in Flächenrichtung bei gleichzei- tiger Anpassungsfähigkeit an Volumenänderungen der Batteriezellen in beiden Richtun- gen - Volumenausdehnung und Volumenverringerung - erreicht werden. Zudem lässt sich das graphithaltige Flachmaterial des Dichtungssegments besonders gut an unter- schiedlichste Formen von Batteriezellen anpassen.
In einer Ausführungsform der Erfindung weistdas Dichtungssegment eine Dichte von 0,6-1 ,9 g/cm3, bevorzugt von 0,7-1 ,4 g/cm3 und besonders bevorzugt von 0,9-1 ,1 g/cm3 wie etwa vorteilhafte 1 ,0 g/cm3 auf. In einer weiteren Ausführungsform der Erfin dung weist das Dichtungssegment eine Wärmeleitfähigkeit in Flächenrichtung von 120- 500 W/(m K), bevorzugt von 130-480 W/(m K) und besonders bevorzugt von 250-450 W/(m K) auf. Die Wärmeleitfähigkeit wird mittels der Angström-Methode („Angström’s
Method of Measuring Thermal Conductivity”; Amy L. Lytle; Physics Department, The College of Wooster, Theses) bestimmt.
In einer Ausführungsform der Erfindung weist das Dichtungssegment in der gesamten Fläche in Dickenrichtung eine Rückfederung von 2 bis 6%, bevorzugt von 2,5 bis 5,5% und besonders bevorzugt von 3 bis 5%, bezogen auf seine Ausgangsdicke auf. Die Rückfederung wird bestimmt gemäß Abschnitten 9.1 , 9.2 und 9.2.1 der
DIN 28090-2:1995-09. Es wurde nun gefunden, dass dies in den Bereichen, in denen das Dichtungssegment an den Rahmen anliegt, einem ungewünschten Austritt von Kühlfluid wirksam entgegenwirkt. Auch können für die Rahmen dann Materialien mit ho- hen Wärmeausdehnungskoeffizienten verwendet werden, wie z.B. Kunststoffrahmen auf Polymerbasis. Die Rückfederung der Dichtungssegmente gleicht die mit örtlichen Temperaturschwankungen einhergehenden Verwindungen der Rahmen aus, und ge- währleistet so eine hohe Dichtigkeit z.B. auch während eines Starts des Fahrzeugs bei besonders niedrigen Außentemperaturen.
Dies ermöglicht eine gezielte lokale Verdichtung in den an den Rahmen anliegenden Rändern der Dichtungssegmente, wenn man die Dichtungssegmente zwischen den Rahmen einspannt. Ein unerwünschter Austritt von Kühlfluid wird dadurch weiter er- schwert. Die Rahmen können dann mit höheren Fertigungstoleranzen hergestellt wer- den, wobei Unebenheiten durch kompressible Dichtungssegmente besonders gut aus- geglichen werden. Beim Spritzguss von Kunststoffrahmen werden relativ hohe Ferti- gungstoleranzen zu Gunsten einer höheren Fertigungseffizienz gezielt in Kauf genom- men. Erfindungsgemäß verwendbare Dichtungssegmente ermöglichen also eine beson- ders effiziente Batteriefertigung und werden vorzugsweise in Verbindung mit Kunst- stoffspritzgussrahmen verwendet.
Bevorzugt kann das Dichtungssegment aus verdichtetem Graphitexpandat bestehen. In einer alternativen Ausführungsform kann das Dichtungssegment aus einem vor der Ver- dichtung gebildeten Gemisch aus weitgehend gleichmäßig vermischtem Graphitexpan- dat und Kunststoffpartikeln bestehen. In einer weiteren alternativen Ausführungsform
kann das Dichtungssegment mit nach der Verdichtung aufgebrachtem Kunststoff ober- flächlich oder bis in den Kernbereich des Dichtungssegments imprägniert sein. Durch diese Ausführungsformen lassen sich vorteilhaft besonders formstabile und leicht hand- habbare Dichtungssegmente ausformen. Vorteilhaft können als Kunststoffe Thermo- plaste, Duroplaste oder Elastomere verwendet werden, insbesondere Fluorpolymer, PE, PVC, PP, PVDF, PEEK, Benzoaxine und/oder Epoxidharze.
Um einen besonders guten Wärmeübergang von einer Batteriezelle auf das Dichtungs- segment zu ermöglichen, kann das Dichtungssegment an eine Außenkontur der Batte- riezelle angepasst sein. Beispielsweise kann das Dichtungssegment eine Vertiefung zur formschlüssigen Aufnahme eines Teils einer Außenfläche einer Batterie aufweisen, wo- bei die Vertiefung spezifisch für die teilweise Aufnahme bestimmter zylindrischer oder prismatischer Batterien ausgebildet sein kann, um eine möglichst großflächige An- schmiegung einer Batterie an eine Flauptfläche des Dichtungssegments zu ermög- liehen.
Bei einem bevorzugten Dichtungssegment sind eine oder beide Flauptflächen im We- sentlichen eben. Dies hat den Vorteil, dass im Wesentlichen Ebene Oberflächen von Pouchzellen an der Wärmeaustauschfläche anliegen können, wodurch eine effiziente Wärmeübertragung gewährleistet wird.
Um die erst im Betrieb der Batteriezellen, z.B. Pouchzellen auftretende Volumenaus- dehnung nicht zu behindern, können die Dichtungssegmente und die Batteriezellen im betriebslosen und entladenen Zustand des Energiespeichers vorteilhaft so miteinander verspannt werden, dass die Dichtungssegmente in Dickenrichtung nur schwach, bevor- zugt um höchstens 1 % bezogen auf deren Ausgangsdicke, komprimiert sind.
Die Zahl der Durchtrittsöffnungen ist nicht beschränkt. Sie kann 1 , 2, 3, 4, 5, oder 6 be- tragen, vorzugsweise 1 , 2, 3, 4 oder 5, weiterhin bevorzugt 1 , 2, 3 oder 4, besonders
bevorzugt 1 , 2 oder 3, beispielsweise 1 oder 2. In einem ganz besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Dichtungssegment beträgt die Zahl der Durchtrittsöffnungen 1 .
Sämtliche Öffnungsprojektionsumrisspunkte sind vom Segmentprojektionsumriss beab- standet.
Weist das Dichtungssegment mehr als eine Durchtrittsöffnung auf, so liegen die
Durchtrittsöffnungen vorzugsweise entweder nahe beieinander gruppiert oder weit voneinander entfernt
Eine Gruppierung von Durchtrittsöffnungen nahe beieinander hat den Vorteil, dass Turbulenzen des Kühlfluids beim Durchtritt auch bei niedrigeren
Strömungsgeschwindigkeiten begünstigt werden. Dies gilt jedenfalls im Vergleich zu einer einzigen Durchtrittsöffnung deren Öffnungsprojektionsfläche den aufsummierten Öffnungsprojektionsflächen der gruppierten Durchtrittsflächen entspricht.
Wenn mehrere Durchtrittsöffnungen (oder Gruppen von Durchtrittsöffnungen) vorliegen, sollten sie andererseits möglichst weit voneinander entfernt sein. Denn dadurch bietet sich überhaupt erst die Möglichkeit, eine Duchtrittsöffnung des im Batteriezellstapels folgenden Dichtungssegments mittig so je zwischen zwei Durchtrittsöffnungen anzuordnen, dass das Kühlfluid über längere Strecken zwischen Dichtungssegmenten an deren Oberflächen entlangfließt. Denn eine besonders effektive Kühlung ermöglicht die vorliegenden Erfindung unter anderem dadurch, dass ein Kühlfluid gezielt entlang der Dichtungssegmentoberfläche geführt wird.
Präzisieren lassen sich die in den vorherigen drei Abschnitten angegebenen
bevorzugten Abstände von Durchtrittsöffnungen wie folgt:
Kein Öffnungsprojektionsumrisspunkt eines Öffnungsprojektionsumrisses liegt näher an einem Öffnungsprojektionsumrisspunkt eines anderen Öffnungsprojektionsumrisses, als
5 %, insbesondere 8 %, besonders bevorzugt 10 %, z.B. 15% der Länge des Segmentprojektionsumrisses. Dies gilt nur in Bezug auf die Öffnungsprojektionsumrisse gruppierter Durchtrittsöffnungen untereinander nicht. Als gruppiert gelten
Durchtrittsöffnungen, wenn sämtliche Öffnungsprojektionsumrisspunkte einer
Durchtrittsöffnung einen Abstand von weniger als 4 % der Länge des
Segmentprojektionsumrisses zu einem Öffnungsprojektionsumrisspunkt eines
Öffnungsprojektionsumrisses mindestens einer anderen Durchtrittsöffnung einnehmen. Mit den Öffnungsprojektionsumrisspunkten sind die Punkte gemeint, die den Öffnungs- projektionsumriss bilden oder, falls mehrere Durchtrittsöffnungen vorhanden sind, die Öffnungsprojektionsumrisse bilden.
Sämtliche Öffnungsprojektionsumrisspunkte liegen innerhalb eines umlaufenden Seg- mentprojektionsbereichs. Der umlaufende Segmentprojektionsbereich ist durch den Segmentprojektionsumriss nach außen begrenzt. Der umlaufende Segmentprojektionsbereich hat eine umlaufend konstante Breite. Die Breite ist so gewählt, dass der umlaufende Segmentprojektionsbe- reich 75 %, vorzugsweise 65 %, weiterhin bevorzugt 55 %, besonders bevorzugt 45 %, ganz besonders bevorzugt 35 %, z.B. 30 % der Segmentprojektionsfläche APS ein- nimmt. Umlaufene Segmentprojektionsbereiche konstanter Breite lassen sich für jeden Segmentprojektionsumriss angeben, wie in Figuren 4A bis 4D beispielhaft veranschau- licht.
Erfindungsgemäß befinden sich die Durchtrittsöffnung(en) also inei nem äußeren Be- reich des Dichtungssegments, der mit Hilfe der Orthogonalprojektion und des umlaufen- den Segmentprojektionsbereichs abgegrenzt ist. Dadurch steht ein vom äußeren Be- reich umgebener innerer Bereich des Dichtungssegments zur Verfügung für einen flä chigen thermischen Kontakt zwischen Batteriezelle(n) und Hauptfläche(n).
Eine mit erfindungsgemäßen Dichtungssegmenten aufgebaute Batterie ist an die räum- lichen Gegebenheiten, die in einem Kraftfahrzeug bestehen, flexibel anpassbar. Das Dichtungssegment ermöglicht einen stapelförmigen Aufbau einer Batterie, wie z.B. in Figur 7 gezeigt. Die Form der Dichtungssegmente und die Länge einzelner Stapel sind dabei im Wesentlichen frei wählbar, so dass die Flohlräume, die in einem bestimmten Kraftfahrzeugtyp für eine Traktionsbatterie zur Verfügung stehen, möglichst vollständig ausgenutzt werden können.
Beispielsweise hat eine Erhebung zwischen den Sitzen eines PKW, z.B. ein Kardan- tunnel, eine vorgegebene Form und lässt sich nicht beliebig in den Fahrgastraum hinein erweitern. Um den dort vorhandenen Bauraum möglichst vollständig zu nutzen, könnte etwa eine Batterie basierend auf trapezförmigen Dichtungssegmenten aufgebaut wer- den. Ebenso denkbar sind Dichtungssegmente mit im wesentlicher rechteckiger, drei- eckiger, ovaler oder runder Segmentprojektionsfläche.
Sollen an anderer Stelle mehrere Batterien direkt nebeneinander oder übereinander an- geordnet werden, sind Flohlräume zwischen den Batterien in der Regel nicht erwünscht, da diese Hohlräume sich anderweitig schwer nutzen lassen. In diesem Fall empfiehlt sich ein Dichtungssegment mit im Wesentlichen rechteckiger Segmentprojektionsfläche, da sich daraus aufgebaute Stapel fast ohne unerwünschte Hohlräume nebeneinander anordnen lassen.
Mit dem erfindungsgemäßen Dichtungssegment wird bei einfacher Bauweise eine effi ziente Kühlung und eine hohe Energiedichte erreicht. Mit verschiedenen Elemente einer Batterie, die mit erfindungsgemäßen Dichtungssegmenten aufbaubar ist, bewirken die Dichtungssegmente synergistische Vorteile, wie in den nachfolgenden Absätzen be- schrieben.
Die Dichtungssegmente bewirken eine Abdichtung, indem sie direkt an Rahmen ange- schlossen werden können; sie lassen sich zwischen den Rahmen einspannen (Dich- tungsfunktion). Zudem positionieren die Dichtungssegmente die Batteriezellen in der gewünschten Position im Zellstapel (Positionierungsfunktion). Sie ermöglichen einen definierten, punktuellen Durchritt von Kühlfluid durch die Durchtrittsöffnungen und be- grenzen die zwischen Durchtrittsöffnungen verlaufenden Abschnitte der Kanäle in Sta- pelrichtung (Fluidleitfunktion). Gleichzeitig wird überschüssige Wärme von Batterie- zellen direkt auf die Dichtungssegmente übertragen. Die Wärme verteilt sich im Dich- tungssegment auch in weiter außen gelegene Bereiche hinein, an denen eine oder mehrere Hauptflächen des Dichtungssegments in Kontakt mit einem Kühlfluid stehen, auf das die Wärme übertragen wird (Wärmeleitfunktion).
Wenn die Dichtungssegmente fest zwischen den Rahmen eingespannt sind, verhält sich die Batterie wie ein einziger fester Körper, der über Rahmen im Kraftfahrzeug ver- ankert werden kann (Positionierungsfunktion). Die Rahmen bilden eine Wand des Kühl kanals, so dass ein Kühlfluid im Kühlkanal an einer Oberfläche der Rahmen entlang- strömen kann (Fluidleitfunktion).
Die Batteriezellen dienen bei der vorliegenden Erfindung nicht nur zur Bereitstellung von elektrischer Energie, sondern begrenzen zugleich den Kühlkanal. Sie tragen dazu bei, dass das Fluid an der Batteriezelle entlanggeführt wird (Fluidleitfunktion). Dies be- wirkt gleichzeitig eine effiziente Kühlung, da das Kühlfluid an der Zelloberfläche entlang- strömt. Durch die Dichtungssegmente werden Bauteile entbehrlich, die gemäß Stand der Tech- nik benötigt würden. Ein sich über die gesamte Länge des stapelförmigen Aufbaus der Batterie erstreckender Kühlkanal, der die einzelnen Batteriezellen umgibt, wird bei Ver- wendung der erfindungsgemäßen Dichtungssegmente wie beiläufig durch Rahmen, Dichtungssegmente und Batteriezellen definiert (siehe insbesondere Figuren 3, 4 und
5), ohne dass hierfür eigene Bauteile erforderlich wären. Dies sorgt für eine besonders einfache Bauweise.
Dadurch wird gleichzeitig eine besonders effiziente Kühlung der Batteriezellen erreicht. Überschüssige Wärme wird von Batteriezellen über die Dichtungssegmente auf das Kühlfluid übertragen, wie oben beschrieben (erster Wärmepfad). Zusätzlich wird über- schüssige Wärme von den Batteriezellen direkt auf das Kühlfluid übertragen, da der durch die Dichtungssegmente und deren Durchtrittsöffnungen definierte Kühlkanal an den Batteriezellen entlangführt (zweiter Wärmepfad). Da Wärme aus den Batteriezellen gleichzeitig über mehrere Wärmepfade entweicht, ist eine ausreichende Kühlung auch mit relativ geringen Kühlfluidvolumenströmen oder mit weniger kalten Kühlfluiden mög- lich. Insofern dient das Dichtungssegment erfindungsgemäß zur Temperaturkontrolle.
Es ist also nur ein relativ geringer Kühlaufwand erforderlich. Auch steht das Kühlfluid beim Übergang von einer zur nächsten Batteriezelle ununterbrochen zur Wärmeauf- nähme zur Verfügung. Die erfindungsgemäßen Dichtungssegmente lassen sich so an- ordnen und die Durchtrittsöffnungen sich dadurch so positionieren, dass eine kontinuier- liche Umströmung der Batteriezellen möglich wird. Dadurch werden Totvolumina, in de- nen das Kühlfluid für die Aufnahme von Wärme aus Batteriezellen nicht zur Verfügung steht, auf ein Minimum beschränkt. Das erfindungsgemäße Dichtungssegment ermög- licht dadurch letztlich eine besonders wirtschaftliche Nutzung der Wärmeaufnahme- kapazität des Kühlfluids, was den Einsatz besonders kleiner Kühlmittelvolumina ermög- licht.
Bezogen auf die gesamte Batterie einschließlich Kühlmittel ergeben sich somit beson- ders hohe Energiedichten.
Das Verhältnis APF zu APS liegt im Bereich im Bereich von 0,001 bis 0,20, bevorzugt von 0,003 bis 0,175, weiterhin bevorzugt von 0,004 bis 0,15, besonders bevorzugt von 0,004 bis 0,125. Bei einem noch kleineren Verhältnis dieser Flächen wird der Strö-
mungswiderstand eines Kühlfluids auch bei kurzen Stapeln mit nur wenigen Dichtungs- segmenten zu groß. Eine Einrichtung zur Förderung des Fluids, wie z.B. eine Pumpe, würde dann zu viel Energie verbrauchen, um hinreichende Mengen an Kühlfluid durch den Stapel zu befördern. Bei einem noch größeren Verhältnis dieser Flächen wird die Wärmeabfuhr aus den Batteriezellen zu stark beeinträchtigt, da durch die Durchtrittsöff- nung(en) dann ein zu großer Anteil der für den Wärmeaustausch (Wärmeleitung in der Graphitfolienlage) zur Verfügung stehenden Flächen aufgebraucht wird.
Die Form des Dichtungssegments ist nicht beschränkt. Grundsätzlich sind alle Formen denkbar. Um eine Traktionsbatterie passgenau für einen bestimmten Flohlraum eines Kraftfahrzeugs zu bilden, können spezielle Formen erforderlich sein. Im Allgemeinen sind jedoch Formen mit kurzen Dichtungssegmenträndern bevorzugt, da dies die Wahr- scheinlichkeit von Kühlfluidaustritten und Aufquellen der Dichtungssegmente durch Kühlfluidaufnahme über die Stirnflächen weiter verringert. Beispielsweise überschreitet die Länge des Segmentprojektionsumrisses den Umfang eines Quadrates, dessen Fläche der Segmentprojektionsfläche APS entspricht, höchstens um 65 %, bevorzugt höchstens um 30 %, besonders bevorzugt höchstens um 10 %.
Vorzugsweise umfasst der Segmentprojektionsumriss keinen konkaven Abschnitt. Ein konkaver Abschnitt liegt vor, wenn eine Gerade so in den Segmentprojektionsumriss gelegt werden kann, dass Sie den Segmentprojektionsumriss in mehr als zwei Punkten schneidet und die zwischen der Geraden und dem Segmentprojektionsumriss ein- geschlossenen Teilflächen der Segmentprojektionsfläche mindestens 3 % von APS be- tragen.
Es ist weniger bevorzugt, wenn eine Durchtrittsöffnung in einem peripheren Bereich ei- nes erfindungsgemäßen Dichtungssegments liegt. Orthogonalprojektionen weniger be- vorzugter Dichtungssegmente, in denen die Durchtrittsöffnung sich in aus regelmäßigen Grundfläche herausragen peripheren Lasche befinden, sind in Fig. 3A und 3B veran- schaulicht. Bevorzugte erfindungsgemäße Dichtungssegmente lassen sich von diesen
Dichtungssegmenten mit Hilfe eines Polygons abgrenzen, auf das zur Definition der be- vorzugten Lage der Durchtrittsöffnung zurückgegriffen wird. Es ist erfindungsgemäß be- vorzugt, wenn der Öffnungsprojektionsumriss im Segmentprojektionsumriss so liegt, dass sich ein gleichseitiges und gleichwinkliges Polygon, z.B. ein Quadrat, dessen Fläche ein Achtel, im Allgemeinen ein Sechstel, vorzugsweise ein Fünftel, weiterhin be- vorzugt ein Viertel und besonders bevorzugt ein Drittel von APS beträgt, innerhalb des Segmentprojektionsumrisses so ausrichten lässt, dass der Öffnungsprojektionsumriss vollständig innerhalb des Polygons liegt. Erfindungsgemäß weniger bevorzugte Lagen der Durchtrittsöffnung im Dichtungs- segment lassen sich nicht nur mit Hilfe des Polygons bzw. Quadrats angeben, sondern stattdessen oder ergänzend zum Polygon auch mit Hilfe einer Schar von Geraden, die den Öffnungsprojektionsumriss in einem oder mehreren Punkten schneiden. Vorzugs- weise liegt der Öffnungsprojektionsumriss im Segmentprojektionsumriss so, dass keine der Geraden, die den Öffnungsprojektionsumriss in einem Punkt oder mehreren Punk- ten schneiden, den ersten Segmentprojektionsumriss in mehr als zwei Punkten schnei- det.
Wenn die Durchtrittsöffnung nicht in einem peripheren Bereich des Dichtungssegments liegt, verringert sich der Strömungswiderstand, da das Kühlfluid nicht in periphere Be- reiche geführt werden muss, um über die Durchtrittsöffnung durch das Dichtungs- segment hindurchzuströmen.
Erfindungsgemäß unterschreitet der Abstand vom Öffnungsprojektionsumriss zum Seg- mentprojektionsumriss nirgends 50 %, vorzugsweise 75 %, besonders bevorzugt 100 % der Dichtungssegmentdicke. Dies hat den Vorteil, dass der zwischen Durchtrittsöffnung und Segmentrand verlaufende Bereich des Dichtungssegments durchgehend aus- reichend breit ist und sich sicher zwischen Rahmen einspannen lässt, ohne umzu- knicken oder beim Verspannen anderweitige Ausweichbewegungen zu vollziehen. Dadurch wird das Risiko unerwünschter Kühlmittelaustritte verringert. Den Abstand vom
Öffnungsprojektionsumriss zum Segmentprojektionsumriss misst man in der Orthogo- nalprojektion ab. Die Dichtungssegmentdicke wird gemäß DIN EN ISO 5084 vom Okto- ber 1996 bestimmt. Die Dichtungssegmentdicke wird in Orthogonalprojektionsrichtung gemessen. Es wird ein Druckstempel mit runder Prüffläche verwendet, dessen Durch- messer dem kürzesten Abstand vom Öffnungsprojektionsumriss zum Segmentprojek- tionsumriss entspricht, wobei dieser bei jeder Dickenmessung so aufgesetzt wird, dass die Linie, entlang der der jeweilige Abstand vom Öffnungsprojektionsumriss zum Seg- mentprojektionsumriss gemessen wir, die Prüffläche in zwei gleich große Hälften teilt. Die Dichtungssegmentdicke wird bei einem Druck von 0,1 kPa bestimmt, wobei diese Druckangabe sich auf die runde Prüffläche des Druckstempels bezieht.
Vorzugsweise verlaufen mindestens ein erster und ein dritter Abschnitt des Dichtungs- segmentrandes parallel zueinander. Dies hat den Vorteil, dass sich das Dichtungs- segment dann besonders leicht zwischen zwei parallel verlaufende Rahmen führen lässt, wodurch der Austausch von einzelnen Bestandteilen einer Batterie, wie Dich- tungssegmenten und daran gegebenenfalls angebrachten Batteriezellen, besonders einfach möglich ist.
Es ist weiterhin bevorzugt, wenn mindestens ein Bereich des Dichtungssegmentrandes, der den ersten und den dritten Abschnitt des Dichtungssegmentrandes verbindet, einen zweiten Abschnitt des Dichtungssegmentrandes umfasst, der orthogonal zum ersten und dritten Abschnitt des Dichtungssegmentrandes verläuft.
Ein weiterer Bereich des Dichtungssegmentrandes, der den ersten und den dritten Ab- schnitt des Dichtungssegmentrandes verbindet, umfasst einen vierten Abschnitt des Dichtungssegmentrandes, der parallel zum zweiten Abschnitt des Dichtungs- segmentrandes verläuft.
Vorzugsweise weist der Dichtungssegmentrand mindestens vier gerade Abschnitte auf und vier mit diesen Abschnitten zusammenfallende Geraden definieren ein Viereck.
Vorzugsweise steht die Segmentfläche über dieses Viereck nicht hinaus. Beispiels- weise definieren mit dem ersten, mit dem zweiten, mit dem dritten und mit dem vierten Abschnitt des Dichtungssegmentrandes zusammenfallende Gerade ein Rechteck und die Segmentfläche steht über dieses Rechteck nicht hinaus. Dies stellt sicher, dass der Segmentrand im Verhältnis zur Segmentfläche kurz ist, wodurch, bei gegebener Kühl- leistung, das Risiko eines unerwünschten Austritts von Kühlfluid verhältnismäßiggering ist und ein risikoarmer Betrieb des Kraftfahrzeugs sichergestellt wird.
Das Dichtungssegment kann die folgenden Bedingungen erfüllen: di = x d3, und
d2 = y d .
Dabei steht di für die Distanz vom Öffnungsrand zum ersten Abschnitt des Dichtungs- segmentrands, d2 für die Distanz vom Öffnungsrand zum zweiten Abschnitt des
Dichtungssegmentrands, d3 für die Distanz vom Öffnungsrand zum dritten Abschnitt des Dichtungssegmentrands, d4 für die Distanz vom Öffnungsrand zum vierten Abschnitt des Dichtungssegmentrands, x für eine Zahl im Bereich von 0,25 bis 4 und y für eine Zahl im Bereich von 3 bis 50. Dies gewährleistet, dass die Durchtrittsöffnung nahe am zweiten Abschnitt und weit entfernt vom vierten Abschnitt liegt.
Vorzugsweise ist die Distanz vom ersten zum dritten Abschnitt größer, als die Distanz vomzwei ten zum vierten Abschnitt. Die Erfindung betrifft auch eine Dichtungssegment-Batteriezell-Einheit umfassend eine Batteriezelle, wobei die Batteriezelle in thermischem Kontakt mit einer Hauptfläche eines erfindungsgemäßen Dichtungssegments steht. Der thermische Kontakt kann dadurch gebildet sein, dass die Batteriezelle mit einer der Hauptflächen des Dichtungs- segments oder mit einer an dieser Hauptfläche angeordneten elektrisch isolierenden
Beschichtung in physischem Kontakt steht, wobei die Batteriezelle die Durchtritts- Öffnung nicht überlappt. Die Batteriezelle überlappt die Durchtrittsöffnung nicht, wenn in der Orthogonalprojektion kein Öffnungsprojektionsumrisspunkt im Projektionsumriss der Batteriezelle liegt.
Die Batteriezelle ist vorzugsweise unter prismatischen Zellen, Pouchzellen und zylindrischen Zellen ausgewählt. Besonders bevorzugte Dichtungssegment-Batteriezell- Einheiten sind Dichtungssegment-Pouchzell-Einheiten. Die besonders bevorzugte Batteriezelle ist also eine Pouchzelle.
Die Batteriezelle, z.B. Pouchzelle, ist hinsichtlich der Zellchemie nicht beschränkt. Vor- zugsweise ist an der Bereitstellung elektrischen Stroms eine reversible Oxidation von Lithium zu Li+-Kationen beteiligt. Vorzugsweise hat die Pouchzelle eine Vorder- und eine Rückseite, die im Wesentlichen eben sind und parallel zueinander verlaufen. Die Vorder- und die Rückseite nehmen mindestens 50 %, z.B. mindestens 60 %, bevorzugt mindestens 70 % der gesamten Oberfläche eines Beutels ein, der die Pouchzelle nach außen abschließt. Vorzugsweise liegt ein Rahmen so an der Hauptfläche (oder an der elektrisch isolieren- den Beschichtung) an, mit der die Batteriezelle in thermischem Kontakt steht, dass ein durch Batteriezelle, Dichtungssegment und Rahmen begrenzter Kanal ausgebildet ist, in den ein Fluid durch die Durchtrittsöffnung einströmen kann. Vorzugsweise ist der Kanal umlaufend, d.h., dass der Projektionsumriss der Batterie in der Orthogonalprojektion einen definierten Abstand zum Projektionsumriss des Rah- mens einhält. Vorzugsweise hält jeder Punkt des Projektionsumrisses der Batterie zum Projektionsumriss des Rahmens einen Abstand ein, der höchstens 20 % der Länge des Segmentprojektionsumrisses, z.B. höchstens 10 % der Länge des Segmentprojektions- umrisses beträgt. Außerdem hält vorzugsweise jeder Punkt des Projektionsumrisses
der Batterie zum Projektionsumriss des Rahmens einen Abstand ein, der mindestens 0,1 % der Länge des Segmentprojektionsumrisses, z.B. mindestens 0,5 % der Länge des Segmentprojektionsumrisses beträgt. Dies gewährleistet, dass ein Kühlfluid auch besonders schmale Bereiche des Kühlkanals ungehindert durchströmen kann und gleichzeitig der Kühlfluidstrom in besonders breiten Kanalbereichen nicht zum Erliegen kommt. Dies steigert den Wärmeabtransport und dadurch letztliche die Energiedichte der Batterie und/oder die Lebensdauer der Batteriezellen.
Eine besonders bevorzugte Dichtungssegment-Batteriezell-Einheit umfasst ein zweites erfindungsgemäßes Dichtungssegment, wobei eine Hauptfläche des zweiten Dichtungs- segments so am Rahmen anliegt, dass das Fluid, das durch die Durchtrittsöffnung des einen Dichtungssegments in den Kanal einströmen kann, durch die Durchtrittsöffnung des zweiten Dichtungssegments aus dem Kanal entweichen kann. Das erste und das zweite Dichtungssegment liegen im Allgemeinen so fest an der Pouchzelle an, dass die Pouchzelle zwischen den Dichtungssegmenten nicht ver- rutscht.
Vorzugsweise fällt in der Orthogonalprojektion der Segmentprojektionsumriss des zwei- ten Dichtungssegments mit dem Segmentprojektionsumriss des ersten Dichtungsseg- ments zusammen. Das bedeutet, dass mindestens 95 %, vorzugsweise mindestens 98 % der Segmentprojektionsfläche des zweiten Dichtungssegments in die Segment- projektionsfläche APS fällt und dass mindestens 95 %, vorzugsweise mindestens 98 % der Segmentprojektionsfläche APS in die Segmentprojektionsfläche des zweiten Dich- tungssegments fällt.
In der Orthogonalprojektion hält jede Öffnungsprojektionfläche des ersten Dichtungs- segments zu jeder Öffnungsprojektionsfläche des zweiten Dichtungssegments im Allge-
meinen einen Abstand ein. Dieser Abstand beträgt vorzugsweise mindestens ein Fünf- zigstel, besonders bevorzugt mindestens ein Zwanzigstel, z.B. mindestens ein Zehntel der Länge des Segmentprojektionsumrisses des ersten Dichtungssegments. Vorzugsweise ist sind die Durchtrittsöffnung des ersten Dichtungssegments und die Durchtrittsöffnung des zweiten Dichtungssegments über zwei gleich lange Abschnitte des Kanals verbunden. Die Länge der Abschnitte des Kanals wird in der Orthogonal- projektion bestimmt, wozu eine Hilfsgerade durch die beiden Flächenschwerpunkte der Öffnungsprojektionsflächen gelegt wird. Die Projektion des einen Abschnitts des Kanals verläuft dann auf der einen Seite der Hilfsgeraden und die Projektion des anderen Ab- schnitts des Kanals verläuft auf der anderen Seite der Hilfsgeraden. Die Länge eines Abschnitts des Kanals ist die kürzeste Verbindung vom Öffnungsprojektionsumriss des einen Dichtungssegments zum Öffnungsprojektionsumriss des anderen Dichtungs- segments, welche den Projektionsumriss der Batteriezelle nicht schneidet. Zwei gleich lange Abschnitte sind gegeben, wenn der längere Abschnitt höchstens 50 %, vorzugs- weise höchstens 15 % länger ist, als der kürzere Abschnitt. Dies begünstigt, dass in sämtlichen Teilen der äußeren Bereiche der Dichtungssegmente nahezu gleich viel Wärme auf das Kühlfluid übertragen wird und somit eine gleichmäßige Wärmeabfuhr aus allen Teilen der Zelle. Sogenannte Hot Spots, die Batteriezellen schädigen, sind dann weniger ausgeprägt. Letztlich verlängert dies die Lebensdauer der Batteriezellen und einer damit aufgebauten Traktionsbatterie.
Das Dichtungssegment kann zur sicheren wärmeleitenden Verbindung des Dichtungs- segments an den Batteriezellen so ausgebildet sein, dass es bei einer Volumenaus- dehnung der daran anlegbaren Batteriezelle nachgibt und sich bei einer Volumenverrin- gerung der Batteriezellen ausdehnt. Um die erst im Betrieb der Batteriezellen auftre- tende Volumenausdehnung nicht zu behindern, können die Dichtungssegmente und die Batteriezellen im betriebslosen Zustand des Energiespeichers vorteilhaft so miteinander verspannt werden, dass das Dichtungssegment des oder der Dichtungssegmente in
Dickenrichtung nur schwach, bevorzugt um höchstens 1 % bezogen auf dessen Aus- gangsdicke, komprimiert ist.
Die erfindungsgemäßen Dichtungssegmente eignen sich zur Temperaturkontrolle in ganz unterschiedlichen Batterien. Besonders gut eignen sie sich zur Temperaturkon- trolle in Batterien mit hoher Leistung, wie z.B. in Traktionsbatterien in BEV oder HEV. BEV bezeichnet ein Kraftfahrzeug zur Beförderung von Personen und/oder Gütern, das von einem Elektromotor angetrieben wird und die zu seiner Fortbewegung nötige elektrische Energie aus der Traktionsbatterie bezieht. HEV bezeichnet ein Kraftfahrzeug zur Beförderung von Personen und/oder Gütern, das von einem Elektromotor und einem weiteren Energiewandler angetrieben wird und die zu seiner Fortbewegung nö- tige elektrische Energie teilweise aus der Traktionsbatterie bezieht.
Es ist möglich, eine Batteriezelle zwischen erfindungsgemäßen Dichtungssegmenten so einzuklemmen und sie gleichzeitig mit Hilfe der Stromleitelemente auszurichten, dass keine weiteren Aufhängungselemente erforderlich sind. Dies ist von Vorteil, da sich eine Batterie so auf besonders einfache Weise, d.h. mit wenigen und einfachen Bauteilen zusammenbauen lässt. Alternativ kann an der ersten und/oder zweiten Hauptfläche oder an der elektrisch iso- lierenden Beschichtung, die an der Hauptfläche oder den Hauptflächen angebracht ist ein Aufhängungselement angeordnet sein, wobei das Aufhängungselement beispiels weise aus der Hauptfläche hervortritt. Das Aufhängungselement kann z.B. Schaumstoff, Graphit und/oder ein festes Metall, wie z.B. Stahl oder Aluminium, umfassen. Ein Ver- rutschen von einer an einer Hauptfläche oder einer elektrisch isolierenden Beschichtung angeordneten Batteriezelle wird durch das Aufhängungselement zusätzlich erschwert.
Bei dem Aufhängungselement kann es sich auch um einen Bügel handeln, an dem die Batteriezelle zwischen erfindungsgemäßen Dichtungssegmenten aufgehängt ist. Der Bügel kann sich z.B. zusammen mit den Stromleitelementen in einen außerhalb eines
Rahmens liegenden Bereich erstrecken. Der Bügel kann sich um eine zwischen zwei Dichtungssegmenten angeordnete Batteriezelle, z.B. Pouchzelle, herum erstrecken.
Gegenstand der Erfindung ist auch eine Traktionsbatterie, die einen Stapel erfindungs- gemäßer Dichtungssegment-Batteriezell-Einheiten umfasst.
Die Erfindung betrifft auch die Verwendung einer elektrisch nichtleitenden Flüssigkeit zur Abfuhr von Wärme aus einem erfindungsgemäßen Dichtungssegment, aus einer er- findungsgemäßen Dichtungssegment-Batteriezell-Einheit oder aus einer erfindungsge- mäßen Traktionsbatterie.
Elektrisch nichtleitend bedeutet, dass die Flüssigkeit elektrischen Strom nicht leitet. Die Leitfähigkeit beträgt höchstens 10-8 S-crrf1 bzw. der spezifische elektrische Widerstand beträgt 108 W-cm, gemessen jeweils bei 25°C. Er wird gemessen gemäß DIN EN 60247:2004.
Die Verwendung elektrisch nichtleitender Flüssigkeiten als Kühlfluid hat den Vorteil, dass es bei einer eventuellen Beschädigung und einem thermischen Durchgehen (ther- mal runaway) einer Batteriezelle nicht zu einem Kurzschluss kommt.
Die elektrisch nichtleitende Flüssigkeit enthält vorzugsweise eine fluorierte organische Verbindung, z.B. eine vollständig fluorierte organische Verbindung oder eine teilweise fluorierte organische Verbindung, wie z.B. ein vollständig fluoriertes Keton, oder einen teilweise fluorierten Ether. Der bei einem Druck von 1 Bar bestimmte Siedepunkt der Verbindung kann beispielsweise im Bereich von 45 bis 150 °C, bevorzugt im Bereich von 55 °C bis 100 °C liegen. Im vollständig fluorierten Keton kann an den Keto-Kohlen- stoff eine siebenfach fluorierte Isopropylgruppe und eine fünffach fluorierte Ethylgruppe gebunden sein.
Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen. Es zeigen:
Fig. 1 A ein erfindungsgemäßes Dichtungssegment;
Fig. 1 B, 1 C zwei unterschiedliche Perspektiven einesEc kbereichs des in
Figur 1A dargestellten Dichtungssegments (der Eckbereich ist in Figur 1A oben rechts mit einem Rechteck hervorgeho- ben);
Fig. 2, 3A, 3B, 3C Orthogonalprojektionen erfindungsgemäßer Dichtungs- segmente;
Fig. 4A bis 4D die Definition eines umlaufenden Segmentrandbereichs am
Beispiel der Orthogonalprojektion der Figur 3B;
Fig. 5 eine erfindungsgemäße Dichtungssegment-Batteriezell-Ein- heit;
Fig. 6 einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Dichtungs- segment-Batteriezell-Einheit;
Fig. 7 einen Teil einer Traktionsbatterie, die aus erfindungsge- mäßen Dichtungssegment-Batteriezell-Einheiten aufgebaut ist.
Figur 1A zeigt ein Dichtungssegment 1 zur Temperaturkontrolle einer fluidgekühlten Batterie. Das Dichtungssegment 1 weist eine erste Flauptfläche 11 und eine zweite Flauptfläche 12 auf. DasDichtungssegment 1 weist außerdem eine Durchtrittsöffnung 3 auf, die das Dichtungssegment von der ersten Flauptfläche 11 zur zweiten Hauptfläche 12 durchdringt. Die zweite Hauptfläche 12 ist in Figur 1A nicht zu sehen, da sie sich auf einer vom Betrachter abgewandten Seite befindet und im Wesentlichen parallel zur ersten Hauptfläche 11 verläuft, wie aus der in Figur 1 C gezeigten Perspektive zu er- kennen ist. In der in Figur 1 C gezeigten Perspektive verlaufen beide Hauptflächen auf den Betrachter zu.
Die beiden Hauptflächen 11 , 12 gehen am Dichtungssegmentrand 2 und am Öffnungs- rand 4 ineinander über. Figur 1 B zeigt beispielhaft, wie die Hauptflächen 11 , 12 am Dichtungssegmentrand ineinander übergehen können. Hier bildet der Rand 2 eine Fläche, die im Wesentlichen orthogonal zu den Hauptflächen 11 und 12 verläuft. Denk- bar ist jedoch auch jeder andere Übergang der Hauptflächen 11 , 12 im Randbereich, beispielsweise über einen abgerundeten Rand. Der Öffnungsrand 4 umgibt eine Durch- trittsfläche.
Das in Figur 1 A gezeigt Dichtungssegment besteht aus einer Graphitfolie 5, die im We- sentlichen aus kompaktiertem Graphitexpandat besteht, das auf eine Dichte von 1 ,5 g/cm3 teilverdichtet ist. Das Dichtungssegment umfasst also eine Graphitfolienlage.
Die Lage der Durchtrittsöffnung 4 im Dichtungssegment ist über eine Orthogonalpro- jektion definiert. Dies veranschaulichen die in Figuren 2, 3A, 3B, 3C gezeigten Orthogo- nalprojektionen 1P beispielhaft für vier verschiedene, nicht dargestellte Dichtungs- segmente, in denen die beiden Hauptflächen 11 und 12 jeweils eben sind und im We- sentlichen parallel zueinander und zur nicht dargestellten Projektionsebene verlaufen.
In den Figuren 2, 3A, 3B und 3C ist der jeweilige Segmentprojektionsumriss 2P darge- stellt, der die ebenfalls dargestellte, jeweilige Segmentprojektionsfläche APS umgibt. Außerdem ist jeweils der Öffnungsprojektionsumriss 4P und die davon jeweils umgebende Öffnungsprojektionsfläche APF dargestellt. Es ist offensichtlich, dass das Verhältnis APS zu APF in den Beispielen nicht unter 0,004 und nicht über 0,10 liegt und dass in allen Beispielen sämtliche Punkte des Öffnungsprojektionsumrisses 4P (also sämtliche Öffnungsprojektionsumrisspunkte) vom Segmentprojektionsumriss 2P beab- standet sind.
Außerdem liegen in den in Figuren 2, 3A, 3B und 3C gezeigten Projektionen sämtliche Öffnungsprojektionsumrisspunkte in einem umlaufenden Segmentprojektionsbereich 0P, der eine umlaufend konstante Breite b hat und durch den Segmentprojektionsum- riss 2P nach außen begrenzt ist. In Figur 2 ist der Segmentprojektionsbereich 0P, der
eine umlaufend konstante Breite b hat, durch gekreuzte Schraffur hervorgehoben. Die Breite b ist so gewählt, dass der Segmentprojektionsbereich Op 75 % der Segment- projektionsfläche APS einnimmt. Ob sich sämtliche Öffnungsprojektionsumrisspunkte in diesem umlaufenden Segment- projektionsbereich Op befinden, wird wie folgt bestimmt (die nachfolgenden Schritte sind in Figuren 4A bis 4D für die in Figur 3B gezeigte Orthogonalprojektion veranschaulicht):
- Zunächst wird ein Punkt X des Öffnungsprojektionsumrisses ermittelt, der weiter oder gleich weit vom Segmentprojektionsumriss entfernt ist, als alle anderen Punkte des Öffnungsprojektionsumrisses (siehe X in Figur 4A). Gegebenenfalls sind sämtliche Punkte mehrerer Öffnungsprojektionsumrisse zu berücksichtigen, wenn ein Dichtungssegment mehrere Durchtrittsöffnungen aufweist.
- Dann wird der Abstand dieses Punktes X vom Segmentprojektionsumriss ge- messen (siehe Doppelpfeil in Figur 4B).
- Innerhalb des Segmentprojektionsumrisses wird eine Linie eingezeichnet, die diesen Abstand zum Segmentprojektionsumriss einhält. Eine solche Linie lässt sich z.B. mit einem Zirkel und einer Vielzahl von Kreisen skizzieren, deren Mittel- punkte sich auf dem Segmentprojektionsumriss befinden und deren Radius dem in Fig. 4B gezeigten Abstand entspricht (siehe Figuren 4C, 4D). Der nach links weisende Pfeil deutet auf eine nach links weisende Spitze der Linie hin, die in Fi- gur 4 D gut zu erkennen ist.
- Anschließend wird das Verhältnis der zwischen dieser Linie und dem Segment- projektionsumriss eingeschlossene Fläche zur Segmentprojektionsfläche be- stimmt. Wenn das Verhältnis beider Flächen höchstens 0,75 beträgt, liegt ein er- findungsgemäßes Dichtungssegment vor. Aus Figur 4D ist leicht zu erkennen, dass das Verhältnis im dort gezeigten Fall unter 0,75 liegt.
In den Orthogonalprojektionen, die in Figuren 2, 3A, 3B und 3C gezeigt sind, über- schreitet die Länge des Segmentprojektionsumrisses 2P den Umfang eines Quadrates,
dessen Fläche der Segmentprojektionsfläche APS entspricht, nur geringfügig. Die Seg- mentprojektionsfläche APS hat in Figur 2 die Form eines Rechtecks, wobei das Verhält- nis Länge zu Breite dieses Rechtecks 2:3 beträgt. Bei einem Rechteck mit Verhältnis Länge zu Breite von 2:3 ist der Rand nur um etwa 2 % länger, als bei einem Quadrat mit derselben Fläche. In Figur 3B hat die Segmentprojektionsfläche APS die Form zweier aneinander angrenzender, unterschiedlich großer Rechtecke, je mit Verhältnis Länge zu Breite von 5:6, wobei die Fläche des einen Rechtecks 15 mal der Fläche des anderen Rechtecks entspricht. Der Segmentprojektionsumrisses 2P ist hier um etwa 28 % länger, als bei einem Quadrat mit derselben Fläche
In Figur 2 liegt der Öffnungsprojektionsumriss 4P im Segmentprojektionsumriss 2P so, dass sich ein Quadrat P2, dessen Fläche ein Sechstel von APS beträgt, innerhalbdes Segmentprojektionsumrisses 2P so ausrichten lässt, dass der Öffnungsprojektions- umriss 4P vollständig innerhalb des Quadrats P2 liegt. Genauso lässt sich auch ein Quadrat P3 ausrichten dessen Fläche ein Fünftel von APS beträgt und ein Quadrat P-i, dessen Fläche ein Achtel von APS beträgt. Die in Figuren 3A und 3B gezeigten Ortho- gonalprojektionen erfüllen diese Bedingungen nicht, wie an den dort dargestellten Quadraten zu erkennen ist. An der ersten Hauptfläche 11 und/oder der zweiten Hauptfläche 12 kann ein Aufhän- gungselement angeordnet sein. In den Beispielen, die in den Figuren gezeigt sind, ist kein Aufhängungselement gezeigt. Das Aufhängungselement kann aus der Hauptfläche hervortreten. DasA ufhängungselement dient der Aufhängung einer Batteriezelle an der Hauptfläche. Beispielsweise kann jede Art von aus der Hauptfläche 11 oder 12 hervor- tretendem Material als Aufhängungselement dienen, mit dem ein Verrutschen von einer Batteriezelle erschwert wird, die an der Hauptfläche angeordnet ist. DasA ufhängungs- element kann z.B. Schaumstoff, Graphit und/oder ein Metall, wie z.B. Stahl oder Alumi- nium, umfassen. Ein Verrutschen von einer an einer Hauptfläche angeordneten Bat- teriezelle wird durch das Aufhängungselement erschwert.
Im in Figur 1A gezeigten Dichtungssegment 1 verlaufen ein erster 21 und ein dritter Ab- schnitt 23 des Dichtungssegmentrandes 2 parallel zueinander.
Ein Bereich des Dichtungssegmentrands 2, der den ersten 21 und den dritten Abschnitt 23 des Dichtungssegments 2 verbindet, umfasst einen zweiten Abschnitt 22 des Dich- tungssegmentrands 2, der orthogonal zum ersten 21 und dritten Abschnitt 23 verläuft. Ein weiterer Bereich des Dichtungssegmentrands 2, der den ersten 21 und den dritten Abschnitt 23 Dichtungssegmentrands 2 verbindet, umfasst einen vierten Abschnitt 24 des Dichtungssegmentrands 2, der parallel zum zweiten Abschnitt 22 des Dichtungs- segmentrands 2 verläuft. Vier Geraden, die mit dem ersten, mit dem zweiten, mit dem dritten und mit dem vierten Abschnitt des Dichtungssegmentrands 2 zusammenfallen, definieren ein Rechteck. In Figur 1A gehen die geraden Abschnitte 21 , 22, 23, 24 in- einander über, der Dichtungssegmentrands 2 fällt also mit diesem Rechteck zusam- men.
Figur 5 zeigt eine Dichtungssegment-Batteriezell-Einheit 31 , die eine Pouchzelle 40 um- fasst. Die Pouchzelle steht mit der Hauptfläche 11 in physischem Kontakt. Im hier ge- zeigten Beispiel weist die Dichtungssegment-Batteriezell-Einheit 31 einen Rahmen 50 auf, der so an der Hauptfläche 11 anliegt, mit der die Pouchzelle 40 in Kontakt steht, dass ein durch Pouchzelle 40, Dichtungssegment 1 und Rahmen 50 begrenzter Kanal K ausgebildet ist, in den ein Fluid durch die Durchtrittsöffnung 3 einströmen kann. Die Pouchzelle weist eine dem Betrachter zugewandte Oberfläche 41 und elektrisch iso- lierte Stromleitelemente 43 auf. Mit einer zur Oberfläche 41 im Wesentlichen parallel verlaufenden Oberfläche, die hier nicht zu sehen ist, liegt die Pouchzelle 40 an der Hauptfläche 11 des Dichtungssegments 1 an. Die Durchtrittsöffnung 3 befindet sich in der hier gezeigten Ansicht links. Der Rahmen 50 hat ein rechteckiges Profil mit vier um- laufenden Oberflächen 51 , 53, 54. Eine der vier umlaufenden Oberflächen liegt an der Hauptfläche 11 des Dichtungselements 1 an. Die Oberfläche 53 ist nach innen zur Pouchzelle 40 hin orientiert und von der Pouchzelle 40 beabstandet. Die Oberfläche 54
schließt den Rahmen nach außen ab. An der Oberfläche 51 kann ein weiteres Dich- tungselement anliegen, z.B. eine Hauptfläche 112 eines weiteren erfindungsgemäßen Dichtungselements 101 , wie in der nachfolgend beschriebene Figur 6. Figur 6 zeigt einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Dichtungssegment-Batterie- zell-Einheit 31. Sie umfasst ein weiteres erfindungsgemäßes Dichtungssegment 101 , von dem nur ein Ausschnitt dargestellt ist. Das Dichtungssegment 101 weist ebenfalls nur eine Durchtrittsöffnung 103 auf. Eine Hauptfläche 112 des zweiten Dichtungsseg- ments 101 liegt so am Rahmen 50 an, dass das Fluid, das durch die Durchtrittsöffnung 3 desei nen Dichtungssegments 1 in den Kanal K einströmen kann, durch die Durch- trittsöffnung 103 des zweiten Dichtungssegments 101 aus dem Kanal K entweichen kann.
Die Pouchzelle 40 ist im hier gezeigten Beispiel so zwischen den Dichtungssegmenten 1 und 101 angeordnet und die Dichtungssegmente 1 , 101 schließen so an den Rahmen an, dass zwischen der Oberfläche 53, der Pouchzelle 40 und den Dichtungssegmenten 1 , 101 ein mit der Durchtrittsöffnung 1 kommunizierender Kanal K ausgebildet ist. Der Kanal kommuniziert auch mit der Durchtrittsöffnung 103 des zweiten Dichtungs- segments 101. In Figur 6 ist der Verlauf des Kanals gut zu erkennen, da vom Dich- tungssegment 101 nur ein Ausschnitt mit der Durchtrittsöffnung 103 und einem Teil der Hauptfläche 111 dargestellt ist.
Die beiden Durchtrittsöffnungen 3, 103 sind in Figur 6 so angeordnet, dass sie über zwei im Wesentlichen gleich lange Abschnitte des Kühlkanals kommunizieren. Die bei- den Abschnitte des Kühlkanals verlaufen im hier gezeigten Beispiel auf gegenüberlie- genden Seiten der Pouchzelle 40. Der eine Abschnitt des Kühlkanals ist in Figur 6 gut zu sehen. Er führt auf einer von den Stromleitelementen 43 abgewandten Seite um die Pouchzelle herum. Der andere Abschnitt des Kühlkanals führt durch einen Bereich, der in Figur 6 abgeschnitten ist. Er führt an den Stromleitelementen 43 entlang, die in Figur 5 dargestellt sind.
In Figur 6 ist zu erkennen, dass ein Kühlfluid, das durch die Durchtrittsöffnung 3 des ersten Dichtungssegments 1 in den Kühlkanal eingeströmt werden kann, im Kühlkanal eine Strecke von weit mehr als einem Zwanzigstel der Länge des Segmentprojektions- umrisses 2P zurücklegen muss, bevor es durch die Durchtrittsöffnung 103 des zweiten Dichtungssegments 101 aus dem Kühlkanal dieser Dichtungssegment-Batteriezell-Ein- heit 31 ausströmen kann.
Der in Figur 7 gezeigte Teil einer Traktionsbatterie weist mehrere Dichtungssegment- Batteriezell-Einheiten 31 , 131 , 231 , 331 , 431 auf. Die Dichtungssegmente 101 , 201 , 301 , 401 stehen je mit einer Hauptfläche mit einer Pouchzelle und mit der anderen Hauptfläche mit einer anderen Pouchzelle in Kontakt. Die Pouchzellen stehen je mit ei- ner Oberfläche mit einer Hauptfläche eines Dichtungssegments und mit der anderen Oberfläche mit einer Hauptfläche eines anderen Dichtungssegments in Kontakt.
Die Dicke der Dichtungssegmente beträgt in der nicht maßstabsgerechten Figur 7 < 5 mm.
Wie in Figuren 6 und 7 zu erkennen ist, überlappen die Durchtrittsöffnungen in Dich- tungssegmenten, die in Stapelrichtung aufeinanderfolgen nicht. In Figur 7 sind die
Durchtrittsöffnungen 3, 203, 403 auf einer dem Betrachter zugewandten Seite der Bat- terie angeordnet, während die Durchtrittsöffnungen 103, 303, 503 auf einer vom Be- trachter abgewandten Seite der Batterie angeordnet sind. Bezugszeichenliste
Wärmeleitende Dichtungssegmente 1 , 101 , 201 , 301 , 401 , 501
Dichtungssegmentrand und Segmentprojektionsumriss 2 und 2p
Durchtrittsöffnung 3, 103, 203, 303, 403, 503 Öffnungsrand und Öffnungsprojektionsumriss 4 und 4P
Erste Hauptfläche 11, 111, 511
Zweite Hauptfläche 12, 112
Erster Abschnitt des Dichtungssegmentrands 21
Zweiter Abschnitt des Dichtungssegmentrands 22
Dritter Abschnitt des Dichtungssegmentrands 23
Vierter Abschnitt des Dichtungssegmentrands 24
Dichtungssegment-Batteriezell-Einheit 31, 131, 231, 331, 431 Pouchzelle 40
Oberfläche der Pouchzelle 41
Stromleitelemente 43
Rahmen 50
Oberflächen des Rahmens 51, 53, 54
Öffnungsprojektionsfläche APF
Segmentprojektionsfläche Aps
Segmentprojektionsflächenschwerpunkt SP
Polygone Pi, P2, P3